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Porree-Sorten im Überblick: Sommer-, Herbst- und Winterporree richtig wählen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bei Porree kommt vor der Sorte die Gruppe: Sommer-, Herbst- oder Winterporree legt Aussaat, Pflanzung und Ernte fest.
  • Sommerporree erntest du von Ende Juni bis Ende August, bei der Anzucht sollte die Temperatur nicht unter 16 °C fallen.
  • Herbst- und Winterporree bilden kürzere, dickere Stangen mit intensiverem Geschmack als die früheren Gruppen.
  • Winterporree bleibt im Beet und wird bei ungefrorenem Boden von Januar bis Mai des Folgejahres geerntet.
  • Für eigenes Saatgut wählst du samenfeste Sorten, denn Nachkommen von F1-Hybriden können andere Eigenschaften aufweisen.
Lauchpflanzen wachsen in Reihen auf einem Feld.
Foto: Mathias Reding · Pexels License · Quelle ↗

Wer im Januar frischen Porree aus dem Beet holen will, braucht eine Sorte, die als Winterporree gedacht ist. Sommerporree ist für die Ernte von Ende Juni bis Ende August angelegt. Winterporree erntest du dagegen von Januar bis Mai des Folgejahres. Ich lege deshalb zuerst fest, wann ich ernten will, und suche erst danach die Sorte aus. Bei Porree kommt vor dem Sortennamen die Gruppe, denn sie legt Termine und Verwendung fest.

Porree oder Lauch: kurz zur Pflanze

Porree und Lauch sind zwei Namen für dasselbe Gemüse mit dem wissenschaftlichen Namen Allium porrum aus der Familie der Amaryllisgewächse. Botanisch ist Porree zweijährig, im Garten wird er meist als einjähriges Gemüse kultiviert. Wie er mit Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch zusammenhängt, zeigt der Überblick, wie Zwiebel, Porree, Knoblauch und Co. als Familie zusammengehören.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Allium
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Porree
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, September, Oktober, November; Aussaat: April, Mai, Juni; Ernte: Januar, Februar, März, April, Mai, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: März, April, Mai, Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: SeptemberVorkultur: OktoberVorkultur: NovemberAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatErntePflanzung

Sommer, Herbst oder Winter: die drei Porree-Gruppen im Kalender

Die drei Gruppen unterscheiden sich vor allem darin, wann du säst, pflanzt und erntest. Die Tabelle zeigt den üblichen Kulturkalender. In der letzten Spalte steht das Erntefenster, das sich je nach Sorte und Kulturführung ergeben kann.

Gruppe Aussaat Pflanzung Ernte Erntefenster je nach Sorte
Sommerporree Mitte Januar bis Ende Februar unter Glas Anfang April bis Mitte Mai Ende Juni bis Ende August etwa Ende Juni bis September
Herbstporree Mitte März bis Anfang April im Frühbeet Ende Mai bis Ende Juni Ende August bis Ende Dezember Mitte August bis Dezember
Winterporree April im Frühbeet Anfang Juli bis Anfang August Anfang Januar bis Mai des Folgejahres Oktober bis Mai
Kurz erklärt

Sommer-, Herbst- und Winterporree sind keine einzelnen Sorten, sondern Gruppen. Jede Gruppe hat ihren eigenen Kalender für Aussaat, Pflanzung und Ernte, die einzelnen Sorten ordnen sich darin ein.

Herbst- und Winterporree bilden kürzere, dickere Stangen als die früheren Gruppen und schmecken intensiver. Zwischen dem letzten Winterporree im Mai und dem ersten Sommerporree Ende Juni bleibt im Kalender eine Lücke. Bei Termin und Abstand hat die Angabe auf der Packung deiner Sorte Vorrang. Ich schreibe die Gruppe schon bei der Aussaat aufs Etikett, damit Sommer- und Winterporree im Beet nicht durcheinandergeraten. Alle Termine für Zwiebelgemüse auf einen Blick liefert der Aussaatkalender für Zwiebel und Knoblauch zum Ausdrucken.

Sommerporree: früh ernten, warm anziehen

Sommerporree ist die Gruppe für die früheste Ernte. Du kannst ihn bereits ab Januar im Haus vorziehen. Bei der eigenen Anzucht sollte die Temperatur nicht unter 16 °C fallen, sonst droht vorzeitige Blütenbildung.

Ein Beispiel für diese Gruppe ist Hilari, eine schossfeste Sommerporreesorte für die Sommer- und Frühherbsternte. Die Sorte bildet schmale, geschlossene Schäfte von 25 bis 30 cm Länge. Weil eine zu kühle Anzucht beim Sommerporree zu vorzeitiger Blütenbildung führen kann, achte ich in dieser Gruppe auf das Merkmal schossfest in der Sortenbeschreibung.

Im Sommer taste ich die Stangen unterhalb des Laubs ab. Dünne Verhärtungen an dieser Stelle können auf einen beginnenden Blütentrieb hindeuten. Weitere Zeichen für den richtigen Moment beschreibt der Ratgeber, woran du erntereifen Sommer-, Herbst- und Winterporree erkennst.

Herbstporree: dicke Stangen bis in den Dezember

Herbstporree säst du von Mitte März bis Anfang April ins Frühbeet und pflanzt ihn von Ende Mai bis Ende Juni. Geerntet wird von Ende August bis Ende Dezember, je nach Sorte auch schon ab Mitte August. Ein Beispiel ist Herbstriesen 2, ein Herbst- und Winterlauch mit dicken, geraden Schäften von 25 bis 30 cm Länge. Hilari und Herbstriesen 2 haben damit dieselbe Schaftlänge, den Unterschied macht die Dicke: schmal bei Hilari, dick bei Herbstriesen 2.

Winterporree: im Beet lassen und nach Bedarf ernten

Winterporree säst du im April ins Frühbeet und pflanzt ihn von Anfang Juli bis Anfang August. Alternativ säst du ihn von Mai bis Juni direkt ins Freiland. Zu den Winterporree-Sorten zählen etwa Blaugrüner Winter und Blaugrüner Winter/Atlanta.

Geeignete Winterporree-Sorten bleiben im Freiland stehen, und du erntest sie bei ungefrorenem Boden nach Bedarf. Im üblichen Kalender reicht das Erntefenster von Januar bis Mai des Folgejahres, je nach Sorte und Kulturführung beginnt es schon im Oktober. Dünge Winterporree im August zum letzten Mal, denn spätere Gaben können seine Winterhärte beeinträchtigen.

Marias Erfahrung

Für die Winterernte lockere ich den Boden neben der Reihe mit der Grabegabel und hebe die Stangen dann heraus. Das mache ich nur an Tagen, an denen der Boden nicht gefroren ist.

Mythos-Check

„Winterporree hält jeden Frost aus.“ Er ist für die Überwinterung im Beet gedacht, kann bei Kahlfrost aber Schäden erleiden. Starke Wintersonne begünstigt dann das Austrocknen der Blätter, an sehr sonnigen Plätzen gibt ein Vlies zusätzlichen Schutz.

Samenfest oder F1: was die Sortenform für dich bedeutet

Bei Porree gibt es F1-Hybriden wie Jumper F1 und samenfeste Sorten wie Blaugrüner Herbst/Lancelot. Willst du eigenes Saatgut gewinnen, wählst du eine samenfeste Sorte, denn Nachkommen von F1-Hybriden können andere Eigenschaften aufweisen. Wer eine Sorte selbst erhält, wählt in jeder Vermehrungsgeneration geeignete sortentypische Pflanzen als Samenträger aus.

Wie Auslese eine Sorte prägt, zeigt Sevino. Die Sorte entstand aus Blaugrüner Herbst/Sevilla durch positive Massenauslese, dabei wurden ältere Generationen einbezogen, um die genetische Basis zu erweitern. Für den Biogarten erkennst du Saatgut aus ökologischer Vermehrung an den Herkunftsangaben des Anbieters.

Nach welchen Kriterien wählst du deine Porree-Sorte?

Ich gehe die Auswahl immer in derselben Reihenfolge durch: erst die Erntezeit, dann die Eigenschaften der Sorte.

Mini-Checkliste

Diese Fragen kläre ich vor dem Saatgutkauf.

  • Wann willst du ernten? Danach richtet sich, ob du Sommer-, Herbst- oder Winterporree brauchst.
  • Soll der Porree im Beet überwintern? Dann wählst du eine Sorte, die als Winterporree ausgewiesen ist.
  • Schlank oder kräftig? Sommerporree wie Hilari bildet schmale Schäfte, Herbst- und Winterporree kürzere, dickere Stangen mit intensiverem Geschmack.
  • Hast du einen warmen Anzuchtplatz? Beim Sommerporree sollte die Anzucht nicht unter 16 °C abkühlen.
  • Willst du Saatgut gewinnen? Dann nimmst du eine samenfeste Sorte statt einer F1-Hybride.

Nennt eine Sortenbeschreibung eine Widerstandsfähigkeit gegen eine Krankheit, prüfe, gegen welchen Erreger sie gilt. Eine Garantie gegen Befall ist das nicht.

Auch der Platz zählt. Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gartenerde gefülltes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei und bietet damit günstige Bedingungen für Starkzehrer wie Porree. Was im erhöhten Beet sonst anders ist, liest du im Ratgeber, worauf du beim Porree im Hochbeet achtest.

So planst du Porree über Sommer, Herbst und Winter

Im Frühjahr überschneiden sich alter und neuer Porree: Winterporree wird bis in den Mai geerntet, Sommerporree schon ab Anfang April gepflanzt. Plane deshalb so, dass der Winterporree abgeerntet ist, bevor die neuen Jungpflanzen ins Beet kommen. So senkst du das Risiko, dass überwinternder Porreerost auf sie übergeht.

Pflanzen derselben Familie sollen nicht unmittelbar aufeinander folgen, also auch Porree nicht direkt nach Zwiebeln. Gute Vorfrüchte sind Erbsen oder Bohnen, nach dem Porree passt Wurzelgemüse. Die Beetfolge über mehrere Jahre lege ich im Beetplaner für Beete und Fruchtfolge fest.

Als Nachbarn kommen Kohl, Möhren, Petersilie, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten infrage. Ob solche Nachbarschaften wirken, ist oft schwer nachzuweisen, plane Mischkultur also als Ergänzung und nicht als Schutz. Passende Kombinationen stellst du im Mischkultur-Planer für Beetnachbarn zusammen.

Anbau und Pflege kurz gefasst

Porree gilt als starkzehrend und wächst sonnig bis halbschattig in einem Boden, der reich an organischer Substanz, feucht und gut durchlässig ist. Aussaat und Pflanzung zeigt die Anleitung, wie du Porree Schritt für Schritt selbst anbaust, Düngen und Anhäufeln der Ratgeber, wie du Porree nach dem Anwachsen pflegst. Die Grundlagen für alle Zwiebelgewächse stehen im Abschnitt „Säen, stecken, pflanzen“ des Ratgebers zu Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.

Krankheiten und Schädlinge kurz gefasst

Am Porree können unter anderem Porreerost, Purpurfleckenkrankheit, Thripse, Lauchmotte und Lauchminierfliege auftreten. Ein Kulturschutznetz, das gleich nach der Pflanzung aufliegt, kann den Befall durch Lauchmotte und Lauchminierfliege bremsen, gewöhnlichen Thripsbefall kannst du im Hausgarten meist tolerieren. Schadbilder und Vorbeugung erklärt der Abschnitt „Krankheiten und Schädlinge“ im Ratgeber zu Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.

Porree in Küche und Vorrat

Porree kannst du roh oder gegart essen. Zum Putzen halbierst du die Stange längs und wäschst die eingeschlossene Erde gründlich heraus. Die grünen Enden sind essbar, schneide sie aber feiner und gare sie länger als den weißen Teil. Frischer Porree hält im Gemüsefach ungefähr 5 Tage. Winterporree, der im Beet stehen bleiben kann, holst du deshalb erst heraus, wenn du ihn brauchst. Vor dem Einfrieren blanchierst du ihn. Verschimmelte Porreestangen entsorgst du ganz, denn Wegschneiden macht sie nicht verzehrsicher.

Häufiger Fehler

Porree zusammen mit Äpfeln, Birnen oder Tomaten lagern. Deren Ethylenabgabe beschleunigt seinen Verderb, lagere ihn deshalb getrennt davon.

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Welche Porree-Sorten eignen sich am besten für den ganzjährigen Anbau?
Für eine lange Erntezeit kombinierst du die drei Porree-Gruppen. Sommerporree wie die schossfeste Sorte Hilari erntest du von Ende Juni bis Ende August, Herbstporree wie Herbstriesen 2 schließt bis Ende Dezember an. Winterporree wie Blaugrüner Winter bleibt im Beet und wird bei ungefrorenem Boden von Januar bis Mai des Folgejahres geerntet. Im Juni bleibt zwischen dem letzten Winterporree und dem ersten Sommerporree eine Lücke.
Wie lange dauert es bei Porree von der Aussaat bis zur Ernte?
Das hängt von der Gruppe ab. Sommerporree säst du von Mitte Januar bis Ende Februar unter Glas und erntest ihn ab Ende Juni. Herbstporree kommt von Mitte März bis Anfang April ins Frühbeet und wird ab Ende August geerntet. Winterporree säst du im April und erntest ihn ab Januar des Folgejahres bis in den Mai.
Welche Unterschiede bestehen zwischen Porree und Lauch?
Porree und Lauch sind zwei Namen für dasselbe Gemüse, Allium porrum aus der Familie der Amaryllisgewächse. Unterschiede gibt es zwischen den Gruppen Sommer-, Herbst- und Winterporree, die verschiedene Erntezeiten abdecken. Herbst- und Winterporree bilden kürzere, dickere Stangen und schmecken intensiver als die früheren Gruppen.
Wie gelingt die Anzucht von Porree?
Sommerporree ziehst du ab Januar im Haus vor, wobei die Temperatur nicht unter 16 °C fallen sollte, weil sonst vorzeitige Blütenbildung droht. Herbst- und Winterporree säst du im Frühbeet, Winterporree alternativ von Mai bis Juni direkt ins Freiland. Vorgezogener Sommerporree kommt ins Beet, wenn er ungefähr bleistiftdick ist; die Wurzeln kürzt du dabei nicht, weil das das Anwachsen verzögern kann. Nach dem Pflanzen schlämmst du die Jungpflanzen ein, statt die Erde fest anzudrücken.
Welchen Standort braucht Porree im Nutzgarten?
Porree bevorzugt volle Sonne und verträgt Halbschatten. Der Boden sollte reich an organischer Substanz, feucht und gut durchlässig sein. Gute Vorfrüchte sind Erbsen oder Bohnen. Direkt nach Zwiebeln sollte er nicht stehen, weil Pflanzen derselben Familie nicht unmittelbar aufeinander folgen sollen.
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