Zwiebeln richtig gießen: wann, womit und wie du die Menge prüfst
- Morgens gießen, und zwar direkt an den Boden statt über das Laub.
- Im Juni und Juli kräftig wässern, wenn es anhaltend trocken ist.
- Vor dem erneuten Gießen die Feuchte unter der Oberfläche prüfen, am besten mit einer ausgehobenen Spatenscholle.
- Ein Millimeter Regen entspricht einem Liter Wasser je Quadratmeter.
- Lagerzwiebeln ab zwei Wochen vor der Ernte nicht mehr gießen.
- Töpfe brauchen freie Abzugslöcher, denn stehendes Wasser fördert Wurzelfäulnis.

Beim Gießen von Zwiebeln zählen vor allem zwei Zeitfenster. In der Hauptwachstumszeit im Juni und Juli gießt du bei anhaltender Trockenheit kräftig. Kurz vor der Ernte sollen Lagerzwiebeln dagegen trocken stehen. Dazwischen richtest du dich nach der Bodenfeuchte und nicht nach dem Kalender. Ich hebe vor dem Gießen neben der Reihe eine Spatenscholle aus und schaue nach, wie feucht die Erde unten ist.
Wann gießt du Zwiebeln am besten?
Gieß morgens und bring das Wasser direkt an die Wurzeln, nicht über die Blätter. Das Laub soll dabei möglichst wenig nass werden. Falscher Mehltau der Zwiebel wird durch feuchte Nächte und Morgentau begünstigt. Deshalb gehört dein Gießwasser auf den Boden und nicht zusätzlich aufs Laub.
Ich nehme die Kanne ohne Brause und gieße langsam zwischen die Reihen, damit das Wasser einsickert statt wegzulaufen. Ein Regner passt schlecht zu Zwiebeln, weil er den ganzen Bestand benetzt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte nährstoffreich sein, Feuchtigkeit speichern und dennoch gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Hochbeet, im Topf, im Balkonkasten oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Saatbeet für die Aussaat sorgfältig vorbereiten.
- Düngung
Für Speisezwiebeln reicht meist vor der Pflanzung eingearbeiteter reifer Kompost oder verrotteter Mist. Im Herbst gepflanzte Zwiebeln auf nährstoffarmem Boden im Spätwinter stickstoffbetont versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig und überdauert mit unterirdischen Organen.
- Verwendung
Die Zwiebeln können roh, gegart oder als Würze für Suppen, Eintöpfe und andere Speisen verwendet werden.
Wie viel Wasser brauchen Zwiebeln?
Eine feste Wochenmenge, die für jedes Zwiebelbeet passt, gibt es nicht. Der Wasserbedarf hängt von Art und Sorte ab, außerdem von Witterung, Boden, Sonne und Wind am Standort. Zwiebeln gelten zwar als trockenverträglich. Empfohlen ist für sie aber fruchtbare Erde, die Feuchtigkeit speichert und trotzdem gut durchlässig ist.
Kräftig gießen heißt in der Hauptwachstumszeit: so viel, dass die Wurzelzone durchfeuchtet ist. Ob das geklappt hat, zeigt dir ein Blick in den Boden.
So prüfst du, ob genug Wasser angekommen ist
Heb vor dem Gießen mit dem Spaten eine Scholle aus und sieh dir die Feuchte im Wurzelbereich an. Einige Stunden nach dem Gießen wiederholst du das an einer Stelle daneben. Dann erkennst du, ob das Wasser die Wurzelzone erreicht hat oder oben hängen geblieben ist. Vor dem erneuten Gießen prüfst du wieder unter der Oberfläche, damit der Untergrund nicht vollständig austrocknet.
Zwischen die Reihen stecke ich einen glatten Holzstab. Nach dem Gießen ziehe ich ihn heraus und lese an der dunklen, feuchten Spur ab, wie tief das Wasser gekommen ist. Danach kommt der Stab wieder an dieselbe Stelle.
Regen mitrechnen: Millimeter in Liter
Nach einem Schauer lese ich zuerst den Regenmesser ab, bevor ich zur Kanne greife. Die Angabe in Millimetern lässt sich direkt in Gießwasser übersetzen.
1 mm Niederschlag oder Bewässerung entspricht 1 l Wasser je m². 25 bis 30 mm sind rechnerisch also 25 bis 30 l/m². Das ist eine Umrechnung und keine Gießempfehlung für Zwiebeln.
Auch nach Regen gilt die SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge.. Erst die Scholle zeigt, ob der Schauer bis zu den Wurzeln gereicht hat.
Womit gießt du Zwiebeln?
Gießkanne und Tropfschlauch
Im Hausgarten gießt du Zwiebeln mit der Kanne direkt an den Boden. Tropfbewässerung bringt das Wasser ebenfalls gezielt an die Pflanzen. Weil Tropfer verstopfen oder verkalken können, braucht ein Tropfsystem einen Filter.
Leg den Tropfschlauch direkt auf den Boden und deck ihn mit einer Mulchschicht ab. So verdunstet weniger Wasser.
Regenwasser aus der Tonne
Gesammeltes Regenwasser eignet sich gut zum Gießen, weil es wenig Salz enthält und weich ist. Pauschal pH-neutral ist es allerdings nicht. Wer es nutzt, spart außerdem Trinkwasser.
Gießen nach Wachstumsphase
Steck- und Saatzwiebeln unterscheiden sich beim Gießen vor allem am Anfang und beim Erntetermin. Ein eigener Ratgeber zeigt, welche Fehler du als Einsteiger beim Zwiebelanbau vermeidest.
Nach der Saat schließt du die Rille und drückst den Boden mit dem Harkenrücken an, damit die Samen guten Bodenschluss bekommen. Frisch eingesäte Flächen mulchst du noch nicht. Beim Zwiebelsaatband mit Hylander, Romy und Honeymoon wird die Saat angefeuchtet, mit lockerer Erde bedeckt, angedrückt und erneut gegossen. Bis zur Keimung hältst du sie dann gleichmäßig feucht.
| Phase | So gießt du | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Nach dem Stecken im Herbst | Wintersteckzwiebeln wie ‘Shakespeare’ gut angießen | Das Angießen soll AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. und Anwachsen fördern |
| Junge Pflanzen | Feuchte unter der Oberfläche prüfen, dann gießen | Saatrillen und junge Pflanzen nicht mit Mulch zudecken |
| Hauptwachstum im Juni und Juli | Bei anhaltender Trockenheit kräftig wässern | Spatenprobe vor dem Gießen und einige Stunden danach |
| Abreife im Hochsommer | Trockener halten als in der Hauptwachstumszeit | Noch grünes Laub nicht umknicken |
| Vor der Ernte | Lagerzwiebeln ab zwei Wochen vor der Ernte nicht mehr gießen | Reife zeigt sich am weichen Hals und am Laub, das von selbst abknickt |
Gießstopp vor der Ernte
Lagerzwiebeln bekommen ab zwei Wochen vor der Ernte kein Wasser mehr. Den Termin schätzt du nach dem Kulturweg ab. Im Frühjahr gesteckte Zwiebeln können ab Anfang Juli geerntet werden. Im Frühjahr gesäte Zwiebeln können ab Mitte August geerntet werden. Gesteckte Zwiebeln sind also früher erntereif, und entsprechend früher endet bei ihnen das Gießen. Wann deine Kulturen dran sind, hast du mit dem Aussaatkalender für Zwiebelgewächse zum Ausdrucken im Blick.
Den genauen Erntezeitpunkt zeigen die Reifezeichen: Der Hals wird weich, und das Laub knickt von selbst ab. Noch grünes Laub knickst du nicht um, nur um die Reife zu beschleunigen. Feuchte Witterung vor der Ernte begünstigt außerdem die Zwiebelhalsfäule. Nach der Ernte lässt du die Zwiebeln gründlich trocknen, bevor sie ins Lager kommen.
Mulchen: Feuchte halten im Zwiebelbeet
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und schützt den Boden vor Verkrustung. Sie hemmt auch BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt., gegen Wurzelunkräuter hilft sie aber nur begrenzt. Das ist bei Zwiebeln wichtig, weil junge Pflanzen gegen Unkraut wenig konkurrenzstark sind.
Rasenschnitt lässt du zuerst anwelken und bringst ihn dann wiederholt dünn aus. Sonst verklebt er zu einer dichten Masse, die schimmeln kann. Ich lasse ihn dafür auf der Schubkarre liegen, bevor er zwischen die Reihen kommt. Saatrillen und junge Zwiebeln deckst du nicht zu. Bei höheren Niederschlägen trägst du organischen Mulch dünner auf, um Fäulnis vorzubeugen.
Stroh kann bei der Zersetzung Stickstoff im Boden festlegen und den Pflanzen entziehen. Mulch kann außerdem Nacktschnecken fördern, deshalb kontrollierst du Schnecken und durchwachsendes Unkraut.
RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. zwischen die Zwiebeln legen. Er enthält wachstumshemmende GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. und ist für Gemüsebeete ungeeignet. Auch samentragende Unkräuter, Wurzelunkräuter und kranke Pflanzen gehören nicht in die Mulchschicht.
Mischkultur und Abstand
Möhren tauchen in Mischkulturtabellen als Partner für Zwiebeln auf. Beim Gießen passen die beiden aber schlecht zusammen, weil sie unterschiedlich viel Wasser und Nährstoffe brauchen. Auf eine gegenseitige Abwehr von Möhren- und ZwiebelfliegeDie Zwiebelfliege ist ein der Stubenfliege ähnlicher Schädling, dessen weißliche Maden den Blattgrund junger Zwiebelpflanzen zerstören. Befallene Pflanzen welken, färben sich gelblich-grau und lassen sich leicht herausziehen. verlässt du dich besser nicht. Welche Nachbarn sonst infrage kommen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Plane außerdem genug Platz ein. Dichter gepflanzte Steckzwiebeln bilden kleinere Zwiebeln und haben ein höheres Risiko für Falschen Mehltau. Reihen und Abstände planst du im Beetplaner für dein Gemüsebeet.
Staunässe vermeiden in Topf, Balkonkasten und Hochbeet
Zwiebeln lassen sich auch im Kübel, im Balkonkasten und im Hochbeet ziehen. Gemüse verträgt keine Staunässe, deshalb braucht jedes Gefäß freie Abzugslöcher. Stehendes Wasser fördert Wurzelfäulnis.
Als Erde eignet sich Blumen- oder Kübelpflanzenerde. Gut sind faserreiche, vorzugsweise torffreie Kompostsubstrate, die Luft, Wasser und Nährstoffe speichern.
Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken wirken, während es unten noch feucht ist. Prüf deshalb über das Topfgewicht, ob Wasser fehlt. Bei großen Kübeln fühlst du mit dem Finger tiefer im Substrat nach. Ich hebe meine Balkonkästen vor dem Gießen kurz an einer Ecke an. Ein größeres Gefäß mit mehr wasserspeicherndem Substrat kann die Zeit bis zum nächsten Gießen verlängern.
Hochbeet
Hochbeeterde erwärmt sich schneller als Bodenbeeterde und trocknet dadurch auch schneller aus. Weil Zwiebeln zudem flach wurzeln, prüfst du die Feuchte im Hochbeet früher nach als im Gartenbeet. Eine Mulchauflage, etwa aus angewelktem Rasenschnitt, kann das schnellere Austrocknen ausgleichen. Auch Hacken hilft, die Feuchte länger im Hochbeet zu halten.
Standort und Boden kurz eingeordnet
Zwiebeln mögen einen vollsonnigen, warmen Platz mit humusreicher, feinkrümeliger Erde, gern in windoffener Lage, wo der Bestand leichter abtrocknet. Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Wie du beides für Zwiebeln vorbereitest, zeigen die Grundlagen zu Standort, Boden und Klima im Zwiebel-Ratgeber.
Düngen über das Gießwasser
Du kannst Nährstoffe auch gelöst mit dem Gießwasser ausbringen. Dünger braucht mäßig feuchten Boden, damit seine Nährstoffe wirken. Gib ihn deshalb auf feuchte Erde und spare nasse Blätter aus, weil sonst Ätzschäden möglich sind. Organisch gebundene Nährstoffe werden bei Trockenheit und Staunässe schlechter frei, bei feuchtwarmem Wetter dagegen besser.
PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. sind organische Flüssigdünger mit rasch verfügbaren Nährstoffen. Ihr Gehalt schwankt je nach Ausgangspflanzen und Erntezeit. Eine allgemeingültige Menge oder einen festen Rhythmus gibt es dafür nicht, maßgeblich sind Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat im Boden.
Im Bioanbau liegt der Hauptnährstoffbedarf von Zwiebeln im Mai und Juni. Bei gesäten Kulturen verschiebt er sich auf Juni und Juli. Ein zu hohes oder spätes StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. kann die Abreife verzögern. Flüssigdünger gehört deshalb in die Wachstumszeit und nicht in die Wochen, in denen die Zwiebeln trocken abreifen sollen. Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann als Stickstoff in tiefere Bodenschichten ausgewaschen werden und das Grundwasser belasten.
Woran erkennst du Gießfehler?
„Zwiebeln brauchen kaum Wasser.“ Das stimmt nur zum Teil. Zwiebeln gelten als trockenverträglich und sollen zur Abreife trockener stehen. In der Hauptwachstumszeit im Juni und Juli brauchen sie bei anhaltender Trockenheit aber kräftige Wassergaben.
Schlappe oder umkippende Pflanzen sind nicht automatisch ein Gießproblem. Kippen junge Zwiebeln um, kann das auch auf Zwiebelfliegen hindeuten; dann können gelbliche Maden in den Zwiebeln stecken. Länglich-ovale, bleich graugrüne Blattflecken können auf Falschen Mehltau hinweisen. Prüf deshalb zuerst mit der Spatenprobe den Boden, bevor du mehr gießt. Steht nach dem Gießen Wasser im Topf, kontrollierst du die Abzugslöcher. Ausführlicher beschreibt ein eigener Ratgeber, woran du Über- und Unterversorgung bei Zwiebeln erkennst.





