Zwiebeln düngen: wann, womit und wie viel
- Grundversorgung im Frühjahr: etwa 3 l reifen Kompost je m² vor Saat oder Pflanzung flach einarbeiten.
- Frischen Kompost oder Mist meiden, er kann den Befall durch Zwiebelfliegen begünstigen.
- Im Ökoanbau liegt der Hauptnährstoffbedarf im Mai und Juni, bei gesäten Zwiebeln im Juni und Juli.
- Stickstoff nur nach Bedarf der Kultur ergänzen, Horndünger spätestens Ende August ausbringen.
- Zu viel oder zu später Stickstoff kann die Abreife verzögern und die Lagerfähigkeit verschlechtern.
- Dünger auf feuchten Boden geben und nasse Blätter aussparen.
- Für Pflanzenjauchen gibt es keine allgemeingültige Menge und keinen festen Rhythmus.

Zu viel oder zu später Stickstoff kann die Abreife deiner Zwiebeln verzögern und damit ihre Lagerfähigkeit verschlechtern. Beim Düngen zählt deshalb der Zeitpunkt genauso wie das Mittel. Ich plane die Gaben vom Erntetermin rückwärts: Was die Zwiebeln brauchen, liegt zur Saat oder Pflanzung im Boden, und zur Abreife lasse ich das Beet in Ruhe.
Welche Nährstoffe brauchen Zwiebeln?
Zwiebeln gelten als MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate., und Speisezwiebeln kommen meist mit reifem Kompost oder verrottetem Mist aus, vor der Pflanzung eingearbeitet. Was die ganze Zwiebelfamilie grundsätzlich braucht, steht im Kapitel zum Düngen von Zwiebeln, Lauch und Knoblauch. Wie du den Bedarf Nährstoff für Nährstoff deckst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du den Nährstoffbedarf von Zwiebeln richtig deckst.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte nährstoffreich sein, Feuchtigkeit speichern und dennoch gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Hochbeet, im Topf, im Balkonkasten oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Saatbeet für die Aussaat sorgfältig vorbereiten.
- Düngung
Für Speisezwiebeln reicht meist vor der Pflanzung eingearbeiteter reifer Kompost oder verrotteter Mist. Im Herbst gepflanzte Zwiebeln auf nährstoffarmem Boden im Spätwinter stickstoffbetont versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig und überdauert mit unterirdischen Organen.
- Verwendung
Die Zwiebeln können roh, gegart oder als Würze für Suppen, Eintöpfe und andere Speisen verwendet werden.
Wann düngst du Zwiebeln?
Die Grundversorgung kommt vor Saat oder Pflanzung in den Boden. Spätere Gaben richten sich nach Kulturform und Bodenlage.
| Zeitpunkt | Gabe | Gilt für |
|---|---|---|
| Frühjahr, vor Saat oder Pflanzung | reifer Kompost, flach eingearbeitet | Frühjahrskulturen |
| zur Saat oder Pflanzung | HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab., nur je nach Bodenlage | gesäte und gesteckte Zwiebeln |
| drei Wochen nach dem Stecken | mineralische Alternative zur Horngabe | Steckzwiebeln |
| Mai und Juni | Hauptnährstoffbedarf im ökologischen Anbau | Zwiebeln allgemein |
| Juni und Juli | Hauptnährstoffbedarf im ökologischen Anbau | gesäte Zwiebeln |
| spätestens Ende August | Horndünger ausbringen, auch bei Herbstkulturen | alle Kulturen |
| bei Nährstoffmangel | stickstoffbetonte Gabe, nur auf nährstoffarmem Boden | im Herbst gepflanzte Zwiebeln |
Organisch gebundene Nährstoffe werden bei Trockenheit, Frost und Staunässe nur eingeschränkt frei. Bei feuchtwarmer Witterung nimmt die Freisetzung dagegen zu. Wer Horndünger erst in einen trockenen Juni streut, kann den Hauptbedarf der Zwiebeln also leicht verpassen.
Deine Saat- und Stecktermine stehen im druckbaren Kalender für Zwiebelgemüse.
Grundversorgung: Wie viel Kompost brauchen Zwiebeln?
Im Frühjahr arbeitest du vor Saat oder Pflanzung etwa 3 l reifen Kompost je m² oberflächlich ein. Sind Phosphor oder Kalium im Boden stark überhöht, schränkst du die Menge ein. Kompost liefert vor allem Phosphor, Kalium und SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe., zusätzlichen Stickstoff ergänzt du nur nach dem Bedarf der Kultur. Außerdem fördert er das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf., lockert schwere Böden und hilft leichten Böden, Wasser und Nährstoffe zu speichern.
Ich ziehe den Kompost nur mit dem Rechen ein, weil der Boden unmittelbar vor der Zwiebelsaat nicht mehr tief gelockert werden soll.
Vor Zwiebeln kommt nur vollständig verrotteter Kompost aufs Beet. Frischen Kompost oder Mist meidest du, weil er den Befall durch Zwiebelfliegen begünstigen kann.
Welche organischen Dünger neben Kompost infrage kommen und wie du sie einsetzt, zeigt der Ratgeber zu organischen Düngemitteln für Zwiebeln.
Wie viel Stickstoff ist genug?
Welches Mittel und welche Menge passen, ergibt sich aus Bodenuntersuchung, vorhandenem Nährstoffvorrat und dem, was du mit Kompost schon gibst. Eine übliche Gartenbodenuntersuchung erfasst Phosphor, Kalium und den pH-Wert. Den pflanzenverfügbaren Stickstoff misst erst eine gesonderte Nmin-Untersuchung. Die Standardanalyse zeigt dir also, ob du die Kompostmenge einschränken musst, über den Stickstoff sagt sie nichts.
Ob du zusätzlich kalken musst, hängt vom gemessenen pH-Wert, der Bodenart und dem Humusgehalt ab. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du den Boden für Zwiebeln vorbereitest.
Für Böden mit hohen Phosphat- und Kaligehalten, die jedes Jahr Kompost bekommen, gelten diese Obergrenzen:
| Bodenlage | Gabe | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| hohe Phosphat- und Kaligehalte, jährlich 3 l Kompost je m² | höchstens 50 g Horndünger je m² | zur Saat oder Pflanzung |
| wie oben, Humusgehalt über 4 % | nur 25 % dieser Horndüngermenge | als Frühjahrsstartgabe |
| wie oben, mineralische Alternative | höchstens 25 g Ammonsulfatsalpeter je m² | drei Wochen nach dem Stecken |
| wie oben, mineralisch, Humusgehalt über 4 % | reduziert auf 25 % dieser Menge | als Frühjahrsstartgabe |
Die Werte sind Obergrenzen zur Orientierung, die du verringern kannst, kein Pflichtmaß. Was Steckzwiebeln im Einzelnen brauchen, liest du im Ratgeber dazu, wann und womit du Steckzwiebeln düngst.
Horndünger enthält je nach Produkt etwa 10 bis 14 % Stickstoff. 100 g davon enthalten rechnerisch 10 bis 14 g GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist.. Fein gemahlenes Horn setzt seinen Stickstoff schneller frei als grobe Hornspäne.
Bevor du Horndünger streust, klär diese Punkte:
- Liegen Phosphat und Kali laut deiner Bodenuntersuchung hoch?
- Bekommt das Beet jedes Jahr Kompost?
- Liegt der Humusgehalt über 4 %?
- Ist das Beet ein frisch aufgesetztes Hochbeet im ersten Jahr?
- Hast du vorher Gründüngung eingearbeitet, deren Stickstoff du anrechnen musst?
Wie bringst du den Dünger aus?
Kompost und eine Horngabe zur Saat oder Pflanzung verteilst du gleichmäßig über das ganze Beet. Danach arbeitest du beides oberflächlich ein.
Nachgaben ins wachsende Beet
Dünger braucht mäßig feuchten Boden, damit seine Nährstoffe wirken können. Streu ihn deshalb möglichst auf feuchten Boden und spar nasse Blätter aus, weil dort Ätzschäden entstehen können. Ich gieße morgens direkt auf den Boden, streue danach zwischen die Reihen und hacke die Gabe flach ein, ohne das Laub zu benetzen. Wie du bodennah und in passender Menge wässerst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Zwiebeln richtig gießt.
Flüssig düngen mit Gießwasser und Jauche
Bei der Düngung über das Gießwasser bringst du gelöste Nährstoffe zusammen mit dem Wasser aus. Selbst angesetzte PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung., etwa aus Brennnesseln, sind organische Flüssigdünger mit rasch verfügbaren Nährstoffen. Ihr Gehalt schwankt je nach Ausgangspflanzen und Erntezeit. Ich gieße Jauche auf den feuchten Boden zwischen den Reihen und halte sie vom Laub fern.
„Jauche gibt man immer in derselben Verdünnung und im festen Rhythmus.“ Für Pflanzenjauchen gibt es keine allgemeingültige Ausbringmenge und keine feste Düngefrequenz. Wie viel und wie oft, richtet sich nach dem Bedarf der Pflanzen und dem Nährstoffvorrat im Boden.
Gründüngung vor der Zwiebelkultur
Als Gründünger passen zu Zwiebeln Lupine, Phacelia und Gelbsenf. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und fügt sich deshalb leicht in die Fruchtfolge ein. Gelbsenf ist dagegen ein KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. und braucht zu Kohl, Rettich und Radieschen drei bis fünf Jahre Anbauabstand. Nach dem flachen Einarbeiten wartest du meist zwei bis drei Wochen bis zur Saat oder Pflanzung. Abgefrorene Gründüngung nimmst du im Frühjahr vom Beet und rechst die Fläche danach glatt. Den Stickstoff, den die Gründüngung nachliefert, rechnest du bei der Zwiebeldüngung an.
Ich führe für jedes Beet eine Notiz: was im Vorjahr dort stand, wann ich Gründüngung eingearbeitet habe und welche Gabe danach kam. Diese Notiz lese ich vor jeder Zwiebelsaat, bevor ich über eine Horngabe entscheide.
Organisch oder mineralisch düngen?
Mineralische Dünger wirken meist rasch, umhüllte DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. setzen ihre Nährstoffe schrittweise frei. Düngst du überwiegend mineralisch, braucht der Boden für seine Struktur trotzdem zusätzlich organisches Material. Was die Wahl für Qualität, Lagerfähigkeit und Umwelt bedeutet, wägt der Ratgeber ab, ob du Zwiebeln organisch, mineralisch oder kombiniert düngst.
Wie vermeidest du eine Überdüngung?
Zu viel Stickstoff kann bei Zwiebeln die Abreife verzögern und fördert außerdem das Unkraut. Auch organische Dünger können Pflanzen schädigen, wenn du sie übermäßig ausbringst. Nicht benötigter Stickstoff kann in tiefere Bodenschichten ausgewaschen werden und das Grundwasser belasten. Feldsalat kann ab August verbliebenen Stickstoff auf abgeernteten Beeten aufnehmen. Säst du ihn nach der Zwiebelernte, nutzt er Reste, die sonst ausgewaschen werden könnten.
Reif sind Speisezwiebeln, wenn der Hals weich wird und das Laub von selbst abknickt. Zur Abreife im Hochsommer stehen sie trockener als in der Hauptwachstumszeit. Wie viel Wasser sie in welcher Phase brauchen, erklärt der Ratgeber zur Bewässerung von Zwiebeln je Wachstumsphase.
Noch grünes Laub umknicken, damit die Zwiebeln schneller reifen. Lass die Blattschöpfe stehen, bis sie von selbst abknicken.
Was gilt für Winterzwiebeln, Hochbeet und Winterheckenzwiebel?
Winterzwiebeln und Herbststeckzwiebeln
Winterzwiebeln säst du von Mitte bis Ende August, Herbststeckzwiebeln kommen im September bis Oktober in die Erde. Horndünger soll auch bei Herbstkulturen spätestens Ende August ausgebracht sein. Eine Horngabe zum Stecken im Herbst passt deshalb nicht in den Kalender. Auf nährstoffarmem Boden können im Herbst gepflanzte Zwiebeln eine stickstoffbetonte Gabe bekommen.
Zwiebeln im frisch aufgesetzten Hochbeet
Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gartenerde aufgesetztes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei. Weil zu viel Stickstoff bei Zwiebeln die Abreife verzögern kann, prüfst du dort vor jeder Zusatzgabe genau, ob sie nötig ist.
Winterheckenzwiebel
Die Winterheckenzwiebel, Allium fistulosum, hat einen geringen Nährstoffbedarf. Eine feste Düngermenge ist für sie nicht festgelegt. Du orientierst dich an deinem Bodenvorrat und schaust auf das Laub.
Welche Rolle spielen Fruchtfolge und Mulch?
Vor einer Zwiebelkultur eignen sich organisch gedüngte Vorkulturen wie Sellerie, Kohl oder Kartoffeln. Mulchst du mit Stroh, kann es bei seiner Zersetzung Stickstoff im Boden festlegen. Mehr dazu steht im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur des Zwiebel-Überblicks, und deine Beetfolge hältst du im Beetplaner Jahr für Jahr fest.
Welche Nährstoffe Steckzwiebeln brauchen, erklärt der Ratgeber zum Nährstoffbedarf von Steckzwiebeln. Wie du das Beet Schritt für Schritt vorbereitest, zeigt der Beitrag zur Bodenvorbereitung für den Zwiebelanbau.





