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Koriander oder Petersilie? Anbau, Geschmack und Verwendung im Vergleich

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Koriander kommt 1–2 cm tief in die Erde und keimt bei 10–22 °C in 12–21 Tagen; Petersilie liegt 0,5–1 cm tief, braucht 14–20 °C und 14–30 Tage.
  • Koriander wird in der üblichen Frühjahrskultur einjährig gezogen und ist nicht winterhart; Petersilie ist botanisch zweijährig und kann im Freiland überwintern.
  • Beide sind schwachzehrend: Kompost zum Start (3 bis 5 l je Quadratmeter und Jahr) reicht meist.
  • Koriander und Petersilie stehen in der Mischkultur als unverträgliche Nachbarn – pflanze sie nicht direkt nebeneinander.
  • Korianderblätter erntest du im Freiland von Mai bis November, Petersilie im ersten Jahr von März bis Oktober.
  • Beide frierst du besser ein, als sie zu trocknen; Pesto und Kräuteröl nur gekühlt und nicht auf Vorrat.
Zwei Hände halten dunkle, krümelige Erde
Foto: Rain Photography · Pexels License · Quelle ↗

Glatte Petersilie und Koriander sehen sich im Beet zum Verwechseln ähnlich – und genau da fängt der Ärger an: Wer beide gleich behandelt, hat im Sommer Koriander in Blüte und im Frühjahr Petersilie, die nach dem Winter plötzlich schießt. Ich reibe deshalb ein Blatt zwischen den Fingern, bevor ich schneide, und beschrifte jede Reihe beim Säen. Die beiden Doldenblütler unterscheiden sich in Saattiefe, Keimdauer, Lebensdauer und Ernteverlauf, und sie mögen sich nicht als Nachbarn. Das sind die Punkte, die den Anbau entscheiden.

Woran du Koriander und Petersilie unterscheidest

Der Geruch ist der schnellste Test: Ein zerriebenes Korianderblatt riecht unverkennbar würzig, Petersilie frisch und krautig. Wichtiger für den Anbau ist die Lebensdauer. Koriander wird in der üblichen Frühjahrskultur als einjährige Würzpflanze angebaut und ist nicht winterhart. Petersilie ist botanisch zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie Blätter, im zweiten blüht sie – für die Blattnutzung wird sie deshalb häufig einjährig kultiviert. Beide Kräuter gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Standorten, beide sind schwachzehrend.

Kurz erklärt

Cilantro ist kein anderes Kraut, sondern das Blatt des Korianders. Die Samen desselben Krauts sind das Gewürz Koriander mit herb-süßem Aroma, das an Orangenschalen erinnert.

Aussaat: Tiefe, Temperatur, Keimdauer

Hier liegt der größte praktische Unterschied. Koriander hat vergleichsweise große Samen und kommt 1–2 cm tief in die Erde. Petersilie säst du nur 0,5–1 cm tief, bedeckst die Samen aber mit Erde. Bei Petersilie plane ich mit einer Keimrate von 70 % und 40 Korn je laufenden Meter – lieber ein paar Körner mehr als lückige Reihen.

Koriander Petersilie
Saattiefe 1–2 cm 0,5–1 cm, mit Erde bedecken
Keimtemperatur 10–22 °C (Quellenspanne) 14–20 °C (Quellenspanne)
Keimdauer 12–21 Tage 14–30 Tage
Vorkultur etwa März–April –
Freilandsaat April–Juni April–Juli
Pflanzzeit (vorgezogene Pflanzen) etwa April–Juni etwa April–August
Abstand 10 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand, Reihensaat 15 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand, Reihensaat
Nährstoffbedarf schwachzehrend schwachzehrend

Für glatte Schnittpetersilie ist auch ein engeres System belegt: 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand. Beide Abstände funktionieren, das engere liefert mehr Pflanzen je Fläche. Für Blattpetersilie gilt als bewährte Dichte 40 Pflanzen je Quadratmeter, zum Beispiel 25 cm Reihenabstand mit 10 Pflanzen je laufendem Meter.

Zahl im Blick

Petersilie kann bis zu 30 Tage in der Erde liegen, bevor du etwas siehst. Ich markiere die Reihe und halte sie in dieser Zeit gleichmäßig feucht, statt nach zwei Wochen ungeduldig nachzusäen.

Die Grundlagen zu Vorkultur, Direktsaat und dem Umgang mit feinen Samen trägt der Kräuter-Grundlagenartikel mit seinem Aussaat-Abschnitt – hier reicht: Koriander kannst du direkt säen, Petersilie ebenfalls, nur mit mehr Geduld. Wenn du die Termine beider Kräuter neben deinen anderen Aussaaten sehen willst, hilft der Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken.

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Standort, Boden und Versorgung

Beide Kräuter wachsen sonnig bis halbschattig. Als Schwachzehrer wollen sie keinen laufenden Dünger, sondern einen lebendigen Boden mit Kompost zum Start – 3 bis 5 l Kompost je Quadratmeter und Jahr reichen als Faustzahl, um Gartenpflanzen bedarfsgerecht zu ernähren. Üppige Stickstoff- und Wassergaben lassen das Kraut schneller wachsen, aber flacher schmecken.

Gegossen werden beide wie frisch-feuchte Blattkräuter: gleichmäßig, bevor sie schlappen, am besten morgens an den Fuß der Pflanze statt über das Blatt. Ich fühle vor dem Gießen mit dem Finger in die Erde und schaue, ob die unteren Blätter noch straff stehen. Wie Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß bei Kräutern insgesamt aussehen, steht im Grundlagenartikel; wer den ganzen Kräuterplatz durchplanen will, findet Abstände und Standortangaben auch im Beetplaner.

Dürfen Koriander und Petersilie nebeneinander stehen?

Nein, besser nicht. In der Mischkultur gelten Koriander und Petersilie als unverträgliche Nachbarn – wie unter den Doldenblütlern auch Dill und Kerbel untereinander schwierige Nachbarn sind. Beide vertragen sich außerdem nicht mit Möhren, Sellerie, Fenchel, Kümmel, Liebstöckel, Pastinaken und Anis. Petersilie hat mit Tomaten (alle Sorten) einen guten Partner; für Koriander ist kein Partner hinterlegt.

Häufiger Fehler

Beide Kräuter in eine gemeinsame „Doldenblütler-Ecke” setzen. Trenne sie durch andere Kulturen. Mischkultur unterstützt die Pflanzen, garantiert aber nichts – der Mischkultur-Planer zeigt dir, was neben beiden Kräutern verträglich ist.

Auch in der Zeit gilt Abstand: Für Koriander ist eine Anbaupause von 5 Jahren hinterlegt, für Petersilie von 3 Jahren. Wenn du Petersilie nicht mehrjährig stehen lässt, wechselst du den Platz also jedes Jahr, statt sie an dieselbe Stelle zu säen.

Ernte: zwei verschiedene Rhythmen

Koriander erntest du als Blattkraut im Freiland von Mai bis November; im Haus ist die Blatternte ganzjährig möglich. Er blüht etwa im Juni und Juli, und ab der Blüte geht seine Kraft in Blüte und Samen. Willst du Samen ernten, hilft eine trockene Kulturführung im Spätsommer der Samenbildung; geerntet wird kurz vor der vollen Reife. Willst du Blätter, säst du in kleinen Portionen nach, damit immer junge Pflanzen nachkommen. Ich lege dafür beim Säen eine kurze Reihe an und notiere das Datum auf dem Stecker, statt einmal das ganze Beet vollzusäen.

Petersilie liefert länger. Im ersten Jahr erntest du von März bis Oktober, im zweiten Jahr von März bis Juni oder Juli – dann blüht sie, und das Laub wird bitter. Blühende Pflanzen sind nicht mehr nutzbar. Ausgelöst wird die Blütenbildung durch niedrige Temperaturen zwischen 0 und 10 °C; das Risiko ist beim sehr frühen Anbau am größten. Für die Überwinterung kürzst du die Triebe im Herbst auf 3 bis 4 cm; Petersilie kann im Freiland überwintern und im zweiten Jahr erneut austreiben.

Für beide gilt: Geerntet wird am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Petersilie pflückst du frisch und nur in der Menge, die du gerade brauchst.

Marias Erfahrung

Ich schneide bei Petersilie die äußeren Stiele einzeln knapp über dem Boden und lasse das Herz stehen; beim Gießen kontrolliere ich, ob innen neue Blätter nachschieben. Beim Koriander pflücke ich Blätter und schaue gleichzeitig nach Knospenansätzen – sobald sie da sind, weiß ich, dass diese Pflanze in die Samenernte geht.

Den vollständigen Anbau- und Ernte-Leitfaden nur für Koriander liest du in Koriander im Garten anbauen und ernten. Wer Petersilie eher mit ihrem zweiten ähnlich aussehenden Verwandten vergleicht, findet den Vergleich in Kerbel und Petersilie im Garten.

Geschmack und Verwendung in der Küche

Koriander polarisiert. Für viele ist das frische Blatt würzig und frisch, manche Menschen empfinden es als seifig – wer das Kraut noch nie mochte, kann es mit den Samen versuchen. Die haben ein herb-süßes Aroma, das an Orangenschalen erinnert, und würzen Backwaren, Saucen und Lebkuchengewürz. Die Blätter verwendest du frisch zum Würzen oder für Salate.

Petersilie schmeckt frisch und leicht pfeffrig und passt in fast jedes Gericht, von der Suppe bis zum Kartoffelsalat. Ob du krause oder glatte Petersilie säst, ist Geschmackssache; beide werden gleich kultiviert. In der Frankfurter Grünen Soße ist Petersilie eines der sieben Kräuter – neben Borretsch, Kerbel, Kresse, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch.

Beiden Kräutern wird traditionell allerlei nachgesagt. Küchenkräuter sind Lebensmittel, keine Medizin. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Was zu Kräutern und Gesundheit grundsätzlich zu sagen ist, steht im Grundlagenartikel.

Haltbar machen: einfrieren statt trocknen

Beide Kräuter gehören zu den frischen Blattkräutern, die beim Trocknen viel Aroma einbüßen. Petersilie verliert getrocknet an Geschmack; besser frierst du die Blätter portionsweise ein. Korianderblätter lassen sich ebenfalls portionsweise einfrieren oder zu Pesto verarbeiten. Eingefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr. Ich hacke beide getrennt, verteile sie flach in Dosen und breche mir später einzelne Portionen heraus.

Koriandersamen erntest du kurz vor der vollen Reife; getrocknete Kräuter und Samen lagerst du luftdicht, lichtgeschützt und trocken und prüfst verschlossene Gefäße regelmäßig auf Schimmel.

Achtung

Pesto und Kräuteröl sind der Bereich, in dem Sorgfalt vor Kreativität geht. Nichtgesäuerte Pesto-Zubereitungen gelten als mögliche Risikoprodukte für Botulismus; unter Luftabschluss können sich in selbst angesetzten Öl-Zubereitungen Botulinumtoxine bilden. Setze nichts davon auf Vorrat an, lagere Pesto und Kräuter in Öl bei bis zu 6 °C im Kühlschrank und verbrauche selbst angesetztes Kräuteröl spätestens am Tag nach der Herstellung.

Mini-Checkliste

  • Koriander 1–2 cm tief, Petersilie 0,5–1 cm tief und mit Erde bedeckt
  • Koriander in Portionen nachsäen, Petersilie nicht zu früh säen (Schossrisiko bei 0–10 °C)
  • Beide schwachzehrend: Kompost zum Start, kein laufender Dünger
  • Nicht nebeneinander pflanzen; Anbaupause 5 Jahre (Koriander) bzw. 3 Jahre (Petersilie)
  • Vormittags ernten, einfrieren statt trocknen, Pesto nur gekühlt und frisch
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Häufige Fragen

Welche Hauptunterschiede bestehen zwischen Koriander und Petersilie im Geschmack?
Koriander polarisiert: Für viele schmecken die frischen Blätter würzig-frisch, manche empfinden sie als seifig. Die Samen haben ein herb-süßes Aroma, das an Orangenschalen erinnert. Petersilie schmeckt frisch und leicht pfeffrig und passt in fast jede Küche – in der Frankfurter Grünen Soße ist sie eines der sieben Kräuter.
Welche Unterschiede gibt es bei den Keimzeiten von Koriander und Petersilie?
Koriander keimt bei 10–22 °C in 12–21 Tagen und wird 1–2 cm tief gesät. Petersilie braucht 14–20 °C, lässt sich 14–30 Tage Zeit und liegt nur 0,5–1 cm tief, wird aber mit Erde bedeckt. Bei Petersilie rechnest du zudem mit einer Keimrate von 70 % – säe also nicht zu dünn.
Worin unterscheiden sich Cilantro und glatte Petersilie beim Anbau?
Cilantro ist das Blatt des Korianders. Koriander wird in der üblichen Frühjahrskultur einjährig angebaut und ist nicht winterhart; glatte Petersilie ist botanisch zweijährig, kann im Freiland überwintern und im zweiten Jahr erneut austreiben, blüht dann aber im Juni oder Juli. Für glatte Schnittpetersilie gelten 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand, für Koriander 10 cm in der Reihe bei 25 cm Reihenabstand.
Wie beeinflusst die botanische Familie der Doldenblütler die Anbaumethoden?
Koriander und Petersilie sind beide Doldenblütler und vertragen sich in der Mischkultur nicht miteinander – ebenso wenig mit Dill, Kerbel, Möhren, Fenchel oder Sellerie. Das gilt auch in der Zeit: Für Koriander ist eine Anbaupause von 5 Jahren, für Petersilie von 3 Jahren hinterlegt. Ein guter Partner für Petersilie sind Tomaten (alle Sorten).
Wie gelingt die Haltbarmachung von Petersilienblättern und Koriandersamen am besten?
Petersilie verliert beim Trocknen Geschmack; friere die Blätter portionsweise ein, so halten sie sich bis zu einem Jahr. Koriandersamen erntest du kurz vor der vollen Reife und lagerst sie getrocknet luftdicht, lichtgeschützt und trocken. Frische Korianderblätter lassen sich ebenfalls portionsweise einfrieren.
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