Kresse-Arten im Vergleich: welche Kresse du wo anbaust und wie sie schmeckt
- Gartenkresse, Winterkresse und Löffelkraut sind Kreuzblütler; Brunnenkresse ebenfalls, Kapuzinerkresse dagegen nur dem Namen nach Kresse.
- Gartenkresse keimt bei 15 bis 20 °C in drei bis fünf Tagen und ist nach ein bis zwei Wochen erntereif – Saattiefe 0 bis 0,5 cm.
- Winterkresse wird 30 bis 90 cm hoch und von Oktober bis Mai außerhalb der Blütezeit beerntet, nur die jungen Triebe.
- Kresse verträgt sich im Beet nicht mit anderen Kreuzblütlern wie Radieschen, Rettich, Rauke oder Winterkresse; Anbaupause 4 Jahre.

Du stehst vor dem Saatgutregal, und dreimal steht Kresse drauf: Gartenkresse in der kleinen Tüte, Winterkresse für den Herbst, daneben die bunte Kapuzinerkresse. Am Bach wächst noch eine vierte. Wer alle vier gleich behandelt, hat schnell eine Schale voller Grün und drei Fehlschläge. Ich sortiere dir die Arten nach dem, was im Beet zählt: Verwandtschaft, Geschmack und der Platz, an dem sie wirklich wachsen.
Welche Pflanzen heißen Kresse – und welche sind wirklich verwandt?
Gartenkresse (Lepidium sativum), Winterkresse (Barbarea vulgaris) und Löffelkraut (Cochlearia spp.) sind KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., genauso wie die Brunnenkresse aus fließendem Wasser. Sie teilen die pfeffrige Schärfe und die Regel, dass sie im Beet nicht neben ihresgleichen stehen sollten. Die Kapuzinerkresse trägt den Namen wegen ihres ähnlich scharfen Geschmacks, gehört botanisch aber in eine andere Familie.
Die Lebensläufe unterscheiden sich: Gartenkresse läuft in einer Saison von der Saat bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen., Löffelkraut wächst zweijährig, Brunnenkresse ausdauernd. Was Einjährige, ZweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. und Mehrjährige für deine Beetplanung bedeuten, steht im Abschnitt zu den drei Lebensläufen im Grundlagenartikel zu Kräutern; hier geht es nur um das, was die Kresse-Arten voneinander trennt.
Kreuzblütler erkennst du an der vierzähligen Blüte, deren Blütenblätter wie ein Kreuz stehen. Gartenkresse, Winterkresse, Löffelkraut und Brunnenkresse blühen so. Kapuzinerkresse hat große, gespornte Blüten in Orange, Gelb oder Rot – ein deutliches Zeichen, dass hier eine andere Familie wächst.
Gartenkresse: schnell von der Saat zur Schere
Gartenkresse ist die Art, die die meisten meinen, wenn sie „Kresse” sagen. Sie wird nur 0 bis 0,5 cm tief gesät, keimt bei 15 bis 20 °C innerhalb von drei bis fünf Tagen und ist nach ein bis zwei Wochen erntereif. In der Zimmerkultur geht es je nach Quelle noch schneller: zwei bis vier Tage Keimdauer, nach vier bis acht Tagen schnittreif.
Im Beet kommt sie als ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. mit 5 cm Abstand in der Reihe und 20 cm Reihenabstand an einen sonnigen bis halbschattigen Platz; sie ist schwachzehrend und braucht keinen Dünger. Der Beetplaner nennt als Kulturstart März bis Juli sowie September bis November. In der Schale auf der Fensterbank hängt die Kultur nicht am Kalender, sondern an der Temperatur.
Der Geschmack ist pfeffrig-scharf, bei jungen Trieben milder. Steht sie zu lange, wird sie herber und geht in die Blüte. Wie du klassische Gartenkresse im Beet über die Saison führst, überwinterst und Saatgut gewinnst, beschreibt der Artikel Gartenkresse im Garten: Standort und Pflege.
Ich säe Gartenkresse breitwürfig in flache Schalen, drücke die Samen nur an und halte das Substrat feucht, ohne dass Wasser steht. Sobald eine Schale schnittreif ist, setze ich die nächste an – so richtet sich der Rhythmus nach dem, was ich sehe, nicht nach einer Zahl im Kalender.
Winterkresse: die Art für die kalte Jahreszeit
Winterkresse, auch Barbarakraut genannt, wird 30 bis 90 cm hoch und füllt die Lücke, wenn die Gartenkresse im Beet Pause macht. Sie wird von Oktober bis Mai außerhalb der Blütezeit beerntet, und zwar nur die jungen, aromatischen Triebe. Bei früher Aussaat der Sorte ‘Barbarakraut’ kannst du schon ab dem Spätsommer mit der Ernte beginnen.
Im Beetplaner steht sie mit 5 cm Abstand in der Reihe und 20 cm Reihenabstand an sonnigen bis halbschattigen Plätzen, schwachzehrend, mit Kulturstart im März sowie Juni bis September. Geschmacklich ist sie kräftiger und etwas herber als Gartenkresse. In der Küche kommen die Blätter roh in Salate, in einen Dip oder zusammen mit Spinat angedünstet – mehr dazu, wie du Winterkresse in der Küche verwendest.
Löffelkraut: der frostharte Verwandte
Löffelkraut zählt streng genommen nicht zu den Kressen, wächst aber in derselben Familie und schmeckt kresseartig scharf. Es ist zweijährig, immergrün und frosthart, sodass du auch im Winter ernten kannst. Gesät wird im März/April oder im August/September, etwa 0,5 bis 1 cm tief; die Herbstsaat liefert die Ernte im folgenden Winter und Frühjahr. Als Abstände werden 15 bis 20 cm in der Reihe und 20 bis 30 cm Reihenabstand in Reihensaat genannt.
Es mag feuchten, durchlässigen, humosen Boden; an sonnigen Plätzen musst du mehr gießen als im Halbschatten. Geerntet werden junge Blätter nahezu ganzjährig, aber nicht während der Blüte, weil sie dann sehr scharf sind. Die Blätter verwendest du am besten frisch: als Salat, auf dem Brot oder fein geschnitten im Kräuterquark.
Brunnenkresse: die Wasserpflanze
Brunnenkresse wächst ausdauernd in sauberen, fließenden Gewässern und bildet kriechende Stängel mit gefiederten Blättern. Ihr Geschmack ist schärfer und würziger als der der Gartenkresse. Im normalen Gartenbeet wird sie nicht heimisch; du brauchst einen Bachlauf oder ein Kulturgefäß mit Wasserdurchfluss.
Für Brunnenkresse aus freier Natur gilt bei mir dieselbe Linie wie bei allen Wildkräutern: nur sicher bestimmt und nur aus unbedenklicher Herkunft, im Zweifel stehen lassen. Der eigene Anbau ist der kontrollierte Weg.
Weil das Paket an Werten zur Brunnenkresse dünn ist, bleibe ich bei der Beschreibung: Sie ist die Art für den Gartenteich mit Zulauf, nicht für Schale oder HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche..
Kapuzinerkresse: gleicher Name, andere Familie
Kapuzinerkresse ist eine Zier- und Würzpflanze in einem. Die schildförmigen Blätter schmecken milder als Gartenkresse, die Blüten leicht pfeffrig, und die unreifen grünen Samenkapseln lassen sich eingelegt wie Kapern nutzen. Rankende Formen begrünen Zäune, buschige füllen Kästen.
Sie ist frostempfindlich und wird erst nach den Frösten ins Freiland gesät oder gepflanzt. Für SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist., Keimdauer und Aussaatmonat halte dich an die Angaben auf deiner Samentüte – ich gebe hier keine Zahl weiter, die ich nicht belegt habe. Zu viel Nährstoff treibt sie ins Blatt statt in die Blüte; sie kommt mit magerem Boden aus.
Die Kresse-Arten im Vergleich
| Art | Familie / Lebenslauf | Geschmack | Platz | Belegte Anbauwerte |
|---|---|---|---|---|
| Gartenkresse | Kreuzblütler, eine Saison | pfeffrig-scharf, jung mild | Schale, Beet | 0–0,5 cm tief, 15–20 °C, Keimung 3–5 Tage, Ernte nach 1–2 Wochen; Beet 5 cm in der Reihe / 20 cm Reihenabstand |
| Winterkresse | Kreuzblütler | kräftig, etwas herb | Beet, Winterernte | 30–90 cm hoch; Ernte Oktober bis Mai außerhalb der Blüte; Beet 5 cm / 20 cm |
| Löffelkraut | Kreuzblütler, zweijährig, immergrün, frosthart | kresseartig scharf | feuchtes Beet, Halbschatten | 0,5–1 cm tief; Saat März/April oder August/September; 15–20 cm in der Reihe / 20–30 cm Reihenabstand |
| Brunnenkresse | Kreuzblütler, ausdauernd | scharf, würzig | fließendes Wasser | keine Beetwerte – Wasserkultur |
| Kapuzinerkresse | andere Familie, frostempfindlich | Blätter mild, Blüten pfeffrig | Beet, Kasten, Zaun | Angaben der Samentüte |
Was die Kresse-Arten im Beet gemeinsam brauchen
Für alle Kreuzblütler-Kressen gilt: sonnig bis halbschattig, schwachzehrend, feucht halten ohne Staunässe. Die feinen Samen der Gartenkresse werden nur angedrückt oder hauchdünn bedeckt – wie du feine Samen generell aussäst und wann Vorkultur oder DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. sinnvoll ist, erklärt der Abschnitt „Aussaat: Vorkultur, Direktsaat und die feinen Samen” im Grundlagenartikel zu Kräutern. Für den Zeitplan hilft dir der Aussaatkalender für Kräuter zum Ausdrucken.
Kresse als Lückenfüller zwischen Radieschen und Rettich. Die Mischkultur-Matrix führt für Kresse Meerrettich, Winterkresse, Löffelkraut, Rauke, Radieschen, Ölrettich, Rettich und Gelbsenf als unverträgliche Nachbarn – und auch Gartenkresse und Winterkresse stehen nicht gut nebeneinander. Prüfe die Kombination im Mischkultur-Planer, bevor du säst.
Zum Nachbarschaftsproblem kommt die Fruchtfolge: Für Kresse wie für Winterkresse nennt der Beetplaner eine Anbaupause von 4 Jahren auf derselben Fläche. Wenn du jedes Jahr Kresse willst, rotiere sie durch die Beete; im Beetplaner siehst du, wo sie zuletzt stand.
Drei bis fünf Tage bis zur Keimung, ein bis zwei Wochen bis zur Ernte – bei 15 bis 20 °C. Liegt der Raum darunter, dauert es länger; du siehst es an der Schale, nicht an der Uhr.
Wie schmecken die Arten und wie nutzt du sie?
Die Schärfe nimmt von der milden Kapuzinerkresse über junge Gartenkresse zur Winterkresse und Brunnenkresse zu; Löffelkraut liegt je nach Alter der Blätter dazwischen und wird zur Blüte sehr scharf. Alle schmecken frisch am besten, ich schneide sie erst kurz vor dem Essen. Kresse gehört zu den sieben Kräutern der Frankfurter Grünen Soße, zusammen mit Borretsch, Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch – die Soße steht seit 2016 EU-weit als geschützte geografische Angabe unter besonderem Schutz.
Bei einer KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. von ein bis zwei Wochen lohnt sich Vorrat bei Gartenkresse kaum; die nächste Schale ist die bessere Konservierung. Wie sich Sprossen und ausgewachsene Kresse in Kultur und Küche unterscheiden, liest du im Artikel Kresse als Sprossen und als Pflanze kultivieren.
Schale oder Beet? Gartenkresse. Ernte im Winter? Winterkresse oder Löffelkraut. Teich mit Zulauf? Brunnenkresse. Blüten und Kapern-Ersatz? Kapuzinerkresse.
Kresse und Gesundheit
Kresse ist ein Lebensmittel mit Tradition als scharfes Würzkraut, mehr behaupte ich nicht. Bei Beschwerden ersetzt kein Kraut den ärztlichen Rat. Was du zu Kräutern und Gesundheit allgemein wissen solltest, trägt der Grundlagenartikel im Abschnitt „Kräuter und Gesundheit”.




