Keimprobe mit Wasser und Küchenpapier: So testest du, wie gut dein Saatgut keimt
- Für die Keimprobe legst du je Sorte mindestens 20 Samen getrennt voneinander auf feuchtes Küchenpapier, rollst es ein und steckst es in eine Tüte mit Luftlöchern.
- Ein Glas Wasser zeigt nur, was aufquillt; gekeimt ist ein Same erst mit sichtbarer Wurzelspitze, Spross oder Keimblatt.
- Kontrollrichtwerte bei 20 bis 25 °C: ein bis zwei Wochen für Tomaten und Paprika, drei bis vier Wochen für Doldenblütler, vor der Endzählung noch einige Tage warten.
- Die Keimquote ist der Anteil gekeimter an geprüften Samen: 16 von 20 ergeben 80 %.
- Für Tomatensaatgut nennt die deutsche Saatgutverordnung eine Mindestkeimfähigkeit von 75 % der reinen Körner.
- Die Keimprobe ist eine Hilfe für den Hausgarten und keine Laborprüfung; den Feldaufgang bei Kälte und Nässe sagt sie nicht sicher voraus.
Bevor ich eine angebrochene Samentüte aus dem Vorjahr aufbrauche, lege ich mindestens 20 Samen davon auf feuchtes Küchenpapier. Dann sehe ich vor der Aussaat, ob ich wie geplant säen kann, dichter säen muss oder neues Saatgut brauche. Eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. zeigt dir, welcher Anteil deiner Samen keimt, bevor du Beet oder Anzuchtschale damit belegst. Du brauchst dafür Küchenpapier, Wasser, eine Tüte und etwas Geduld.
Keimprobe mit Wasser: Reicht ein Glas?
Wasser gehört zur Keimprobe, aber als Feuchtigkeit im Papier und nicht als Bad im Glas. Im Glas siehst du nur, welche Samen aufquellen. Gekeimt ist ein Same erst, wenn eine Wurzelspitze, ein Spross oder ein KeimblattKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. sichtbar wird.
„Was im Wasser aufquillt, keimt auch.“ Quellen zeigt nur, dass Wasser in den Samen gelangt ist. Ob er keimt, erkennst du erst an den Keimzeichen auf dem Papier.
Auch der umgekehrte Schluss stimmt nicht. Manche Samen haben eine schwer wasserdurchlässige Schale, die erst durch Anritzen für Wasser zugänglich wird und dann quellen kann. Ein Same, der im Glas hart bleibt, ist deshalb nicht zwangsläufig tot. Vorquellen in lauwarmem Wasser ist eine Vorbehandlung vor der Aussaat und kein Keimtest.
So machst du die Keimprobe auf Küchenpapier
Küchenpapier, Wasser, ein Gefrierbeutel, eine Gabel für die Luftlöcher, ein wasserfester Stift und mindestens 20 Samen je Sorte.
- Zähle je Sorte mindestens 20 Samen ab. Greif dabei wahllos in die Tüte, statt die größten herauszusuchen, sonst schönt die Auswahl das Ergebnis.
- Feuchte ein Blatt Küchenpapier an, bis es durchgehend feucht ist, aber nicht tropft.
- Lege die Samen getrennt voneinander auf das Papier, damit du jeden einzeln beobachten und zählen kannst.
- Rolle das Papier locker ein und gib die Rolle in eine Tüte mit Luftlöchern. Die Tüte hält die Feuchtigkeit, durch die Löcher kommt Luft an die Samen.
- Beschrifte die Tüte mit Sorte und Startdatum.
- Stelle die Tüte an einen Platz mit 20 bis 25 °C, wenn du Tomaten, Paprika oder DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. prüfst.
- Öffne die Rolle zum Nachsehen, prüfe das Papier mit dem Finger und feuchte nach, sobald es antrocknet.
Ich steche die Luftlöcher mit einer Gabel in den Beutel und schreibe Sorte und Datum außen drauf. Jede Sorte bekommt ihr eigenes Papier, damit sich die Keimlinge verschiedener Tüten nicht mischen.
Wie lange dauert eine Keimprobe?
Die Dauer hängt von der Art ab. Steht die Probe bei 20 bis 25 °C, gelten diese Kontrollrichtwerte:
| Kultur | Kontrollrichtwert bei 20 bis 25 °C |
|---|---|
| Tomaten und Paprika | ein bis zwei Wochen |
| Doldenblütler wie Möhren, Petersilie und Dill | drei bis vier Wochen |
Ein Kontrollrichtwert ist kein Stichtag, an dem die Probe endet.
Die Rolle nach Ablauf des Richtwerts einmal auszählen und wegwerfen. Spät keimende Samen zählst du dann nicht mit. Kontrolliere vor der Endzählung nach und warte danach noch einige Tage.
Salat keimt optimal bei 15 bis 18 °C. Steht seine Probe über 20 °C, kann das eine Keimhemmung auslösen, und das Ergebnis fällt schlechter aus, als das Saatgut ist. Welche Keimbedingungen bei Temperatur, Saattiefe und Abstand andere Arten brauchen, findest du im Überblick zu Aussaat und Anzucht.
Keimprobe auswerten: So berechnest du die Keimquote
Als gekeimt zählt jeder Same, an dem eine Wurzelspitze, ein Spross oder ein Keimblatt zu sehen ist. Die Keimquote ist der Anteil dieser Samen an allen geprüften, angegeben in Prozent.
Von 20 geprüften Samen keimen 16. Die beobachtete Keimquote liegt damit bei 80 %.
Ich nehme jeden gezählten Keimling aus dem Papier und mache einen Strich auf die Tüte, so zähle ich keinen doppelt. Notiere dir außerdem, wann die ersten Keimlinge erschienen sind. In einem Gartentagebuch hältst du fest, welche Sorten gut keimen und sich zügig entwickeln, sodass deine nächste Anbauplanung auf eigenen Beobachtungen aufbaut. Meine Samentüten ordne ich nach Kulturgruppen und Aussaatmonaten. So behalte ich Einkauf und Aussaattermine im Blick.
Bleibt die Probe schwach oder schimmelt das Papier, lies nach, warum Samen schlecht keimen und wie du die Ursache findest.
Was die Keimquote für deine Aussaat bedeutet
Die Quote entscheidet, wie du säst. Sind genügend Samen gekeimt, säst du wie geplant. Ist die Quote schwach, säst du dichter, und keimt kaum etwas, nimmst du neues Saatgut.
Einzelkornsaat spart Saatgut, setzt aber gut keimfähige Samen und ein sorgfältig vorbereitetes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. voraus. Zeigt deine Probe eine schwache Quote, legst du diese Samen deshalb besser nicht einzeln ab, sondern säst dichter.
Probeaussaat in Erde
Für älteres Gemüsesaatgut eignet sich auch eine Probeaussaat in Erde. Du säst eine abgezählte Probe aus und beurteilst nach 2 bis 3 Wochen, ob genügend Samen gekeimt sind oder ob du dichter oder neu säen musst. Auf dem Papier siehst du die Wurzelspitzen direkt, in der Erde zählst du, was aufläuft. Beide Verfahren sind eine Hilfe für den Hausgarten und keine Laborprüfung.
Eine gute Quote hat trotzdem Grenzen. Selbst eine normale Keimprüfung kann den Feldaufgang, also das AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. im Beet, unter ungünstigen Bedingungen allein nicht sicher vorhersagen. Untersuchungen an Mais bei Kälte und Nässe zeigen das. Für ein kaltes, nasses Saatbeet ist ein gutes Ergebnis auf dem Papier deshalb kein Versprechen.
Gekauftes Saatgut: Welche Mindestkeimfähigkeit gilt?
Für Tomatensaatgut nennt die deutsche Saatgutverordnung eine Mindestkeimfähigkeit von 75 % der reinen Körner. Weil deine Probe zu Hause keine Laborprüfung ist, bleibt ein Ergebnis unter diesem Mindestwert ein Hinweis auf schwaches Saatgut, aber kein Nachweis. Prüfe dann, ob Temperatur und Feuchte gestimmt haben, und wiederhole die Probe mit neuen Samen aus derselben Tüte.
Selbst geerntetes Saatgut prüfst du genauso wie gekauftes.
Von Zucchini und anderen Cucurbita-pepo-Kürbissen verwendest du kein eigenes Saatgut für die nächste Aussaat, wenn Zierkürbisse in der Nähe wachsen. Eine gute Keimquote ändert daran nichts, denn die Probe zeigt nur, ob die Samen keimen. Schmeckt ein Kürbisgewächs bitter, spuckst du es sofort aus und entsorgst es, weil auch Erhitzen die giftigen Bitterstoffe nicht zuverlässig beseitigt.
Lagerung und Vorbehandlung: kurz eingeordnet
Für Gemüsesaatgut gelten Temperaturen von 0 bis 10 °C allgemein als günstig. In Saatgut-Lagerräumen wird eine relative Luftfeuchte von etwa 30 % angestrebt. Wie du Saatgut zur Lagerung vorbereitest und lange keimfähig aufbewahrst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Manche Samen keimen erst nach einer Vorbehandlung, etwa dem Anritzen einer harten Schale oder einer Kältephase, die nur bei bereits gequollenen Samen wirkt. Maßgeblich bleibt dabei die Anleitung zu deinem Saatgut. Mit welchen Vorbehandlungen und Hilfsmitteln du die Keimung förderst, zeigt der Ratgeber zur Keimung.
Wenn du nach der Probe noch unsicher bist, ob eine Tüte in die Aussaat kommt, lies, wie du anhand der Keimrate über die Verwendung deines Saatguts entscheidest.

