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Blumenerde richtig zusammensetzen: Was Kompost, Kokos, Rindenhumus und Blähton leisten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gute Blumenerde bleibt belüftet und strukturstabil, Nährstoffe und pH-Wert passen zur Pflanzengruppe.
  • Kokosmark hat die günstigere Wasserkapazität, Kokosfasern verbessern vor allem die Luftversorgung.
  • Rindenhumus ist kompostierte Rinde, macht Mischungen schwerer und ist nicht durchgehend sauer.
  • Selbst gemischte Blumenerde enthält höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost.
  • Blähton, Bims und Splitt stabilisieren die Struktur, Blähton kann aber kaum Nährstoffe binden.
Eintopfen einer Zimmerpflanze mit frischer Blumenerde
Foto: Anna Shvets · Pexels License · Quelle ↗

Füllst du einen Kübel mit reiner Gartenerde aus dem Beet, kann sie beim Wässern verschlämmen und verdichten. Verdichtung verkleinert den Porenraum, und dann leiden Luftversorgung, Wasserbewegung und Wurzelwachstum. Blumenerde ist deshalb eine Mischung, in der jeder Bestandteil eine eigene Aufgabe übernimmt. Bevor ich einen Sack kaufe, lese ich zuerst die Liste der Ausgangsstoffe auf der Rückseite. Kompost, Kokos, Holzfasern, Rindenhumus, Sand und Blähton tragen jeweils etwas anderes bei.

Woraus besteht gute Blumenerde?

Gute Blumenerde bleibt ausreichend belüftet und strukturstabil. Dazu kommen eine Nährstoffversorgung und ein pH-Wert, die zur vorgesehenen Pflanzengruppe passen. Im Topf hängt viel an den Poren: Kleine Poren speichern Wasser, größere führen überschüssiges Wasser ab und bringen Luft an die Wurzeln. Ein geeignetes Kübelsubstrat verbindet beides und hält diese Struktur möglichst dauerhaft.

Organische Bestandteile werden gemischt, um Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot aufeinander abzustimmen. Mineralische Zuschläge verbessern zusätzlich die Strukturstabilität. Die Übersicht zeigt, was die gängigen Bestandteile leisten:

Bestandteil Was er leistet Worauf du achtest
Kokosmark hat die günstigere Wasserkapazität Torfersatz in torffreien Erden
Kokosfasern verbessern vor allem die Luftversorgung Torfersatz in torffreien Erden
Holzfasern ersetzen Torf können beim Abbau Stickstoff binden
Rindenhumus ersetzt Torf, Bestandteil von Pflanzerden ungefähr doppelte Rohdichte von Weißtorf, pH 4,0 bis 7,0
Kompost bringt Nährstoffe mit höchstens etwa 30 % in selbst gemischter Erde
Sand Teil von Anzucht-, Kräuter- und Kakteenmischungen kann leichte Bestandteile zusammendrücken
Blähton stabilisiert langlebige Kübelerden nahezu keine Kationenaustauschkapazität
Bims, Splitt verbessern die Strukturstabilität sinnvoll für mehrjährige Kübel
Perlit strukturstabiler Zuschlag kann gebrochenen Blähton ersetzen
Blähvermiculit mechanisch wenig stabil fühlt sich wassergesättigt noch trocken an

Organische Bestandteile: Was Kokos, Holzfasern, Rindenhumus und Kompost leisten

Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost, Kokosfasern und Kokosmark können Torf in Substratmischungen ersetzen. Torffreie Substrate kombinieren diese Ersatzstoffe, um die Anforderungen an Luft-, Wasser- und Nährstoffhaushalt auszugleichen. Jeder Stoff bringt dabei eigene Eigenschaften mit.

Kokosmark und Kokosfasern

Kokos steckt in zwei Formen in der Erde, und beide wirken unterschiedlich. Kokosmark hat die günstigere Wasserkapazität. Kokosfasern verbessern vor allem die Luftversorgung einer Mischung. Auf dem Etikett schaue ich deshalb nach, welche der beiden Formen genannt ist.

Holzfasern

Holzfasern ersetzen Torf, können beim Abbau aber Stickstoff binden. Bei einem hohen Holzfaseranteil kann deshalb mehr Stickstoffdüngung nötig sein als bei der Erde, die du bisher verwendet hast. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann durch ihre Ersatzstoffe vorübergehend zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff bereitstellen.

Rindenhumus

Rindenhumus besitzt ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf und macht Mischungen entsprechend schwerer. Er speichert weniger Wasser als Torf, deshalb kann bei solchen Substraten häufigeres Gießen nötig sein. Ausgereifter, substratfähiger Rindenhumus bindet bei weiterer Umsetzung nur noch wenig Stickstoff.

Als Garantie für saure Erde taugt Rindenhumus nicht. Rindenhumus aus kompostierter Rinde kann einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 aufweisen und ist damit nicht durchgehend sauer. Bei hohen Rindenhumusanteilen meidest du pH-Werte unter 6, weil eine erhöhte Manganaufnahme einen Eisenmangel auslösen kann.

Kurz erklärt

Rindenhumus ist nicht dasselbe wie Rindenmulch. Für Rindenhumus wird Rinde kompostiert, zerkleinert und nach Korngrößen sortiert. Bei der Kompostierung werden wachstumshemmende Phenole und Gerbstoffe abgebaut. Geprüfte Rindenprodukte erkennst du am Gütezeichen Rinde für Pflanzenbau.

Kompost

Kompost bringt Nährstoffe in die Mischung, aber auch Salze. Reiner Kompost kann Keimlingswurzeln wegen seiner hohen Nährsalzkonzentration Wasser entziehen. Zusammen mit Rindenhumus kann er hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte in die Erde bringen. Sein Stickstoff ist dagegen überwiegend organisch gebunden, sodass trotz Kompost zusätzlicher Stickstoffbedarf bestehen kann.

Kompostreiche torffreie Erde kann deshalb viel Phosphor und Kalium enthalten und bei Holzfaseranteilen zugleich an verfügbarem Stickstoff verarmen. Holzreiche Erden brauchen eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen rechnest du den enthaltenen Phosphor an.

Gartenkompost eignet sich wegen seines hohen pH-Werts nicht für Moorbeetpflanzen wie Rhododendren. Selbst gemischte komposthaltige Substrate sind auch für Zitrusgewächse oft ungeeignet. Orchideen und Farne bekommen gar keinen Kompost.

Ob dein Kompost reif genug ist, zeigt ein Kressetest im Vergleich mit Gartenerde. Wächst die Kresse im Kompost nach 5 Tagen schwächer als in Gartenerde oder färbt sie sich gelblich-braun, braucht er weitere Reifezeit.

Zahl im Blick

Selbst gemischte Blumenerde enthält höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost. Für Zimmerpflanzen liegt die Grenze bei höchstens etwa 20 Volumen-%. Als Bestandteil von Blumenerde siebst du Kompost auf etwa 10 bis 15 mm ab.

Achtung

Im Gartenkompost werden ausreichende Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht. Deshalb tötet er Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab. Substrat aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du nicht wieder.

Mineralische Bestandteile: Was Sand, Blähton und Co. leisten

Mineralische Bestandteile wie Splitt, Bims, Blähton und geeignete Granulate verbessern die Strukturstabilität von Kübelpflanzenerde. Das zählt besonders bei mehrjährigen Kübelpflanzen. Strukturstabile Erde beugt dort Verdichtung und Vernässung im unteren Gefäßbereich vor.

Sand

Quarzsand gehört in erprobte Mischungen für Anzucht und Kräuter, grober Sand in Kakteenerde. Seine Wirkung hängt allerdings davon ab, womit du ihn mischst.

Mythos-Check

„Mehr Sand macht jede Erde durchlässiger.“ Nicht unbedingt. Sand kann leichte Substratbestandteile zusammendrücken. Dadurch steigen der Feinporenanteil und die Wasserkapazität der Mischung. Mehr Luft bringen eher Kokosfasern, dauerhaft stabile Struktur bringen mineralische Zuschläge wie Blähton, Bims und Splitt.

Welche weiteren Annahmen über Blumenerde nicht stimmen, liest du im Ratgeber zu Mythen über Blumenerde von der Einheitserde bis zur sterilen Erde.

Blähton

Für langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate eignen sich 30 bis 40 Volumen-% Blähton als strukturstabilisierende Beimischung. Selbst bei kleiner Körnung nimmt Blähton höchstens 25 Volumen-% Wasser auf. Gegenüber ungebranntem Ton besitzt er nahezu keine Kationenaustauschkapazität, weil das Brennen die Tonstruktur verändert. Tonbestandteile und Huminstoffe können dagegen Nährstoffionen speichern und durch Ionenaustausch wieder abgeben. Mit Blähton gewinnst du also Struktur, aber keinen Nährstoffspeicher.

Kaufe Blähton für Pflanzen, der die RAL-Höchstwerte einhält. Bei Ware für Bauzwecke spielen die Salzgehalte keine entsprechende Rolle. Im Gefäßboden kann eine etwa 3 cm hohe Blähtonschicht als Drainage dienen, sofern das Gefäß Ablauflöcher hat.

Bims, Lava, Perlit und Vermiculit

Bims und Splitt verbessern die Strukturstabilität ähnlich wie Blähton. Bei torffreier Erde kannst du Bims oder Zeolith als wasserspeichernde mineralische Materialien im Topfboden einsetzen. Lava steckt etwa in gut durchlässiger Kübelerde für Oliven und im rasch abtrocknenden Substrat für Topfkakteen.

Perlit ist strukturstabil und kann in Balkonkastenerde den gebrochenen Blähton ersetzen. Blähvermiculit ist dagegen mechanisch wenig stabil und kann sich selbst wassergesättigt noch trocken anfühlen. Bei der Fingerprobe täuscht er dich dann leicht. Superabsorber und Netzmittel zeigten in Versuchen mit torffreiem Substrat im Hobbygarten kaum praxistaugliche Effekte.

Erprobte Mischungen zum Selbermischen

Wenn du Erde selbst mischst, hältst du dich am besten an erprobte Anteile. Gartenerde kommt darin nur als Anteil vor, nie als alleinige Füllung.

Verwendung Mischung Worauf du achtest
Torffreie Grundmischung je etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesicherter Kompost Beispielmischung, kein Rezept für Rhododendron- oder Aussaaterde
Anzuchterde 2 Teile Quarzsand, 1 Teil reifer, eher nährstoffarmer Kompost, 1 Teil Gartenerde Anzuchterde ist nährstoffärmer als gewöhnliche Blumenerde
Stecklinge von Balkon- und Kübelpflanzen Aussaaterde, bei Bedarf mit Sand gemischt saubere Gefäße verwenden
Kräuter und anspruchslose Stauden je 1 Teil Quarzsand, Gartenerde und reifer Kompost Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie brauchen eine stärkere Nährstoffversorgung
Balkonkasten bis zu 30 % vollständig verrotteter Kompost, Rest zu gleichen Teilen Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlit Kompost vorher sieben
Kakteen und Sukkulenten 1 Teil Blumenerde, 1 Teil grober Sand Gefäß mit Abzugsloch
Langlebige Kübel und Gehölze 30 bis 40 Volumen-% Blähton als Strukturanteil Blähton, der die RAL-Höchstwerte einhält
Torffreie Erde für Kübeltomaten als Beispiel für die Grundgabe etwa 5 g Hornmehl oder Horngrieß je Liter Substrat vor dem Pflanzen untermischen

Hornspäne und Hornmehl mischst du bei torffreien Gefäßsubstraten schon vor dem Pflanzen unter. Sie müssen erst mikrobiell abgebaut werden, bevor die Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen können. In kleinen Pflanzgefäßen kann ihre Wirkung dadurch verzögert und unzureichend einsetzen.

Marias Erfahrung

Ich mische meine Erde auf einer Plane und messe jeden Anteil mit demselben Eimer ab. Den Kompost siebe ich vorher und setze den Kressetest an, bevor er in die Mischung kommt. Auf den fertigen Eimer schreibe ich, was drin ist.

Mini-Checkliste

Bevor du mischst:

  • Kompost reif und gesiebt
  • Kompostanteil passend zur Pflanzengruppe gewählt
  • mineralischen Strukturanteil für Kübel eingeplant, die mehrere Jahre stehen
  • keine Erde aus Töpfen mit wurzelfaulen Pflanzen
  • Gefäß mit Ablauflöchern bereit

Fertigerde: Was das Etikett über die Zusammensetzung verrät

Beim Torf zählt das genaue Wort: Als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Blumenerden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Verlass dich nur auf die Angaben torffrei oder ohne Torf, denn die Bezeichnung Bio ist bei Blumenerde nicht geschützt. Warum Torfabbau samt Entwässerung Moorlebensräume zerstört und gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas freisetzt, erklärt der Abschnitt Erden und Substrate im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.

Fertige Erden unterscheiden sich außerdem im Salzgehalt: Aussaaterde sollte weniger als 0,5 g/l enthalten. Für Topferde in Kübeln und Blumenkästen gilt ein Salzgehalt von 2,5 bis 3 g/l, die übrigen Erdtypen findest du im selben Abschnitt Erden und Substrate. Ob Universalerde reicht oder eine Spezialerde besser passt, zeigt der Ratgeber, welche Blumenerde zu welcher Pflanze, welchem Standort und welchem Topf passt.

Gütezeichen helfen beim Einordnen. Das RAL-Gütezeichen steht für regelmäßige unabhängige Prüfungen unter anderem von pH-Wert, Nährstoffversorgung, Unkrautsamenfreiheit und Substratstruktur. Der Blaue Engel DE-UZ 234 gilt für torffreie organische Kultursubstrate und Blumenerden und stellt Anforderungen an Gebrauchstauglichkeit und Schadstoffgehalte. Die Bezeichnung Kultursubstrat allein garantiert dagegen keinen bestimmten Nährstoffgehalt. Wie Blumenerde nachhaltiger hergestellt wird, beschreibt der Ratgeber zu nachhaltig produzierter Blumenerde und woran du sie erkennst.

Riecht frisch geöffnete Erde intensiv, kann das von mikrobieller Aktivität stammen. Verdorben ist sie deshalb nicht automatisch.

Nährstoffe und pH-Wert kurz eingeordnet

Stickstoff unterstützt Blatt- und Triebwachstum, Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt und Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Auf der Packung stehen dafür die Prozentwerte für N, für Phosphat als P₂O₅ und für Kaliumoxid als K₂O. Haupt- und Spurennährstoffe im Einzelnen behandelt der Abschnitt Nährstoffe im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Wie du danach je nach Pflanzengruppe nachversorgst und Mängel erkennst, erklärt der Ratgeber zur Nährstoffversorgung in Blumenerde für jede Pflanzengruppe. Die Grundregeln zu Menge und Zeitpunkt stehen im Abschnitt Düngen nach Bedarf.

Für Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen gilt ein pH-Bereich von 5,0 bis 6,5 als Ziel, rindenhumushaltige Mischungen liegen besser im oberen Teil. Kalkempfindliche Kübelpflanzen bekommen ein angepasstes Azaleen- oder Moorbeetpflanzensubstrat, und hartes Gießwasser kann den pH-Wert im Substrat anheben. Wie pH-Wert und Kalk zusammenhängen, erklärt der Abschnitt pH-Wert und Kalk im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.

Was die Zusammensetzung für Gießen und Lagerung bedeutet

Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während die Erde tiefer im Gefäß noch nass ist. Ich stecke deshalb vor dem Gießen einen Finger tief in die Erde, statt nur auf die Oberfläche zu schauen. Angebrochene Säcke verschließe ich gut und lagere sie kühl und schattig.

Länger gelagerte Blumenerde kann sich in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern. Deshalb mischst du sie mit frischer Erde, statt sie allein zu verwenden. Welche Handgriffe beim Gießen, Verdichten und Lagern Topfpflanzen schaden, zeigt der Ratgeber zu den häufigsten Fehlern mit Blumenerde.

Krankheitsfreie Vorjahreserde kannst du in Balkonkästen und Kübeln bis etwa 30 Liter wieder nutzen. Dafür mischst du sie mit etwa einem Drittel frischer Erde. Wie du alte Erde darüber hinaus auffrischst, steht im Ratgeber, wie du Blumenerde für üppiges Wachstum aufbesserst.

Häufige Fragen

Was macht eine qualitativ hochwertige Blumenerde aus?
Gute Blumenerde bleibt ausreichend belüftet und strukturstabil, und ihre Nährstoffversorgung und ihr pH-Wert passen zur vorgesehenen Pflanzengruppe. Sie verbindet kleine Poren, die Wasser speichern, mit größeren Poren für Wasserabzug und Luft. Beim Kauf zeigt das RAL-Gütezeichen, dass unter anderem pH-Wert, Nährstoffversorgung, Unkrautsamenfreiheit und Substratstruktur regelmäßig unabhängig geprüft werden.
Welche Rolle spielen organische Komponenten in der Pflanzenerde?
Holzfasern, Kokos, Rindenhumus und Kompost ersetzen in torffreien Erden den Torf und werden gemischt, um Luft, Wasser, pH-Stabilität und Nährstoffe aufeinander abzustimmen. Kokosmark hat die günstigere Wasserkapazität, Kokosfasern verbessern vor allem die Luftversorgung. Kompost bringt Nährstoffe mit, kann aber wie Rindenhumus hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte einbringen. Holzfasern können beim Abbau Stickstoff binden, sodass mehr Stickstoffdüngung nötig sein kann.
Wie beeinflussen anorganische Bestandteile die Struktur von Blumenerde?
Splitt, Bims, Blähton und geeignete Granulate verbessern die Strukturstabilität und beugen bei mehrjährigen Kübelpflanzen Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vor. Blähton nimmt selbst bei kleiner Körnung höchstens 25 Volumen-% Wasser auf und besitzt nahezu keine Kationenaustauschkapazität, kann also kaum Nährstoffe binden. Sand kann leichte Bestandteile zusammendrücken und so den Feinporenanteil und die Wasserkapazität erhöhen. Perlit ist strukturstabil, Blähvermiculit dagegen mechanisch wenig stabil.
Wie wirkt sich das NPK-Verhältnis auf das Pflanzenwachstum aus?
Stickstoff unterstützt Blatt- und Triebwachstum, Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt und Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Auf der Packung stehen die Prozentwerte für Stickstoff als N, für Phosphat als P₂O₅ und für Kaliumoxid als K₂O. Zusätzliches Phosphat fördert bei ausreichender Versorgung nicht automatisch die Blüte. Ein Stickstoffüberschuss kann dagegen die Blütenbildung beeinträchtigen.
Stimmt es, dass alle Pflanzen die gleiche Erde benötigen?
Nein, Erde wird nach den Ansprüchen der vorgesehenen Pflanzenart ausgewählt. Für viele Zimmerpflanzen passt Topfpflanzenerde, Kakteen brauchen einen Sandanteil, Orchideen ein besonders luftiges Substrat und Azaleen einen niedrigen pH-Wert. Auch beim Kompost gibt es Unterschiede: Bei Zimmerpflanzen sollte er höchstens etwa 20 Volumen-% der Erde ausmachen, Orchideen und Farne bekommen keinen.
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