Rosen nachhaltig düngen: Kompost, Horn und Beinwelljauche richtig einsetzen
- Kompost ist die Grundgabe: Rosen bekommen im März und April etwa 3 l pro m².
- Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne liefern vor allem Stickstoff und ersetzen keinen Volldünger.
- Beinwelljauche gibst du für die Wurzeln im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt.
- Für Menge und Häufigkeit einer Jauchegabe gibt es keine feste Regel, weil der Nährstoffgehalt schwankt.
- Eine Bodenprobe vor der Umstellung zeigt, ob Phosphat und Kalium schon reichlich vorhanden sind.
- Wie andere Ziergehölze bekommen Rosen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr.

Du möchtest deine Rosen ohne Mineraldünger versorgen und fragst dich, wie viel Kompost, Horn und Beinwelljauche sie wirklich brauchen. Organisch heißt dabei nicht automatisch harmlos: Auch organische Dünger können Pflanzen und Umwelt belasten, wenn mehr ins Beet kommt, als gebraucht wird. Ich fange deshalb bei jedem Rosenbeet mit einer Bodenprobe an und plane die Düngung erst, wenn das Ergebnis vorliegt. Hier erfährst du, welche organischen Mittel zu Rosen passen, wie du Beinwelljauche ansetzt und ausbringst und wie du Schritt für Schritt umstellst.
Was heißt nachhaltig, wenn du Rosen düngst?
Nachhaltig düngen heißt, Nährstoffe im Gartenkreislauf zu halten und nur so viel zu geben, wie Boden und Rose brauchen. Kompost, Grünschnitt und Erntereste bringen organische Substanz zurück und versorgen damit die Bodenorganismen. Was diese umsetzen, wird für die Wurzeln verfügbar, und Regenwurmgänge helfen zusätzlich bei Durchlüftung und Versickerung.
Mehr Dünger ist dabei kein Gewinn für die Natur. Nitrat wird von den überwiegend negativ geladenen Bodenteilchen kaum festgehalten und kann ausgewaschen werden. Übermäßige Phosphoreinträge lassen in Gewässern Algen und Wasserpflanzen wachsen, deren Abbau dort Sauerstoff verbraucht. Deshalb düngst du im Frühjahr und nicht im Herbst, so gehen weniger Nährstoffe durch Auswaschung verloren.
Bei vielen Ziergehölzen deckt das StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend. Rosen sind von dieser Regel ausgenommen, bei ihnen lohnt sich ein Plan für die Stickstoffversorgung.
Welche Nährstoffe brauchen Rosen?
Stickstoff braucht die Rose vor allem für Blätter und Triebe, Kalium regelt ihren Wasserhaushalt, und Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt. Wie Nährstoffe, Humus und Bodenleben zusammenhängen, erklärt der Grundlagenratgeber zu Düngen, Boden und Kompost. Den genauen Bedarf der Rose findest du im Beitrag darüber, welche Nährstoffe Rosen brauchen und wie Rosendünger mit dem Bodenleben zusammenwirken. Und woran du Nährstoffmangel bei Rosen erkennst und wie du ihn behebst, klärt ein eigener Ratgeber.
Wie viel Kompost bekommen Rosen?
Kompost ist die Grundgabe, und was er an Nährstoffen bringt, rechnest du bei allen weiteren Düngern an. Er liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, fördert das Bodenleben und hilft beim Aufbau stabiler Bodenkrümel. Seine Gesamtgehalte stehen der Rose allerdings nicht sofort vollständig zur Verfügung.
Für Rosen gelten im März und April etwa 3 l Kompost pro m² als Frühjahrsgabe. Ich verteile ihn gleichmäßig auf dem Beet und arbeite ihn nur flach ein. Tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel Fäulnisprodukte entstehen, die Pflanzen schädigen. Mit dieser Gabe sind die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen abgedeckt, Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf.
Zeigt die Bodenprobe im Ziergarten Phosphat-Gehaltsstufe C bis E, sind 3 l Kompost je m² und Jahr die Obergrenze; bei Stufe C entfallen dann weitere Phosphatgaben. Damit sich Nährstoffe nicht anreichern, braucht die vollständige Eigenkompostierung als Faustregel ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied.
Kompost kann einer Versauerung entgegenwirken und den pH-Wert anheben. Regelmäßige Gaben von etwa 3 l/m² im Jahr können im Hausgarten bereits genug Kalzium nachliefern, ob du zusätzlich kalkst, entscheidet der Bodenbefund. Liegt der pH-Wert schon über dem Bereich, der zu Bodenart und Kultur passt, lässt du Kompost und kalkhaltige Dünger weg. Wie du den pH-Wert in Rosenerde passend einstellst, zeigt ein eigener Beitrag.
Nimm nur reifen Kompost. Je nach Material und Rotteführung braucht er etwa 4 bis 12 Monate, deshalb prüfst du den Reifezustand zusätzlich. Wie du einen Komposthaufen aufsetzt und seine Reife testest, steht im Grundlagenratgeber in den Abschnitten zum Kompost.
Im Gartenkompost sterben Krankheitserreger nicht zuverlässig ab, denn die dafür nötigen RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. werden oft nicht durchgehend erreicht. Da der fertige Kompost wieder ins Rosenbeet kommt, lege ich befallenes Rosenlaub nicht auf meinen Gartenkompost.
Holzasche gehört weder als Dünger ins Rosenbeet noch auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.
Womit ergänzt du Stickstoff organisch?
Kompost deckt die Grundnährstoffe, den Stickstoff ergänzt du bei Bedarf gezielt. Dafür kommen HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab., gut gelagerter Mist, Schafwolle oder pflanzliche organische Dünger infrage.
Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe wird deshalb kaum etwas frei, bei feuchtwarmem Wetter können dagegen starke Nährstoffschübe kommen. Eine weitere Gabe behebt in einer solchen Kälte- oder Trockenphase das akute Problem nicht zuverlässig.
Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne
Horndünger werden aus getrockneten Rinderhörnern und Rinderhufen hergestellt. Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Daneben liefern sie Schwefel, aber nur wenig Phosphor und Kalium, und ersetzen deshalb keine vollständige Versorgung. Darum passt Horn gut zu Kompost, der Phosphat und Kalium bereits mitbringt.
Wie schnell der Stickstoff frei wird, hängt vom Mahlgrad ab. Hornmehl ist unter günstigen Bedingungen nach ungefähr sechs Wochen umgesetzt. Horngrieß braucht etwas länger, grobe Hornspäne mehrere Monate. Für die Frühjahrsgabe nehme ich einen langsam wirkenden organischen Dünger und streue ihn, wenn die Forsythien blühen.
Wie viel Horn deine Rosen brauchen, hängt vom Bodenbefund und von den übrigen Gaben ab. Eine einzelne Stickstoffgabe sollte im Garten 10 g N/m² nicht überschreiten. Die passende Düngermenge rechnest du so aus: Nährstoffbedarf in g/m² mal 100, geteilt durch den Nährstoffgehalt des Düngers in Prozent.
Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden darin Salmonellen nachgewiesen. Ich trage beim Streuen Handschuhe und wasche mir danach die Hände.
„Ein phosphatbetonter Dünger bringt mehr Rosenblüten.“ Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Kompost liefert bereits Phosphat mit, und ob davon genug im Boden ist, zeigt die Bodenprobe.
Gut gelagerter Mist
Rinder- und Pferdemist bringen Nährstoffe und organische Substanz, die Bodenstruktur und Bodenleben verbessern können. Rindermist enthält als durchschnittlichen Tabellenwert etwa 0,5 % GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist.. Bei Pferdemist sind es etwa 0,4 %, wobei einzelne Chargen jeweils abweichen können. Pferdemist gibt seinen Stickstoff vergleichsweise langsam ab und ist kein schnell wirkender Stickstoffdünger.
Für den Garten nimmst du Mist, der mindestens ein Jahr gelagert wurde; ein Hygienenachweis ist diese Lagerzeit allerdings nicht. Wegen der Phosphatzufuhr ist die Menge an Rinder- und Pferdemist im Hausgarten auf 3 kg/m² begrenzt. Kompost und Mist sind auf derselben Fläche Alternativen: Gibst du Mist als Grundgabe, entfällt dort der Kompost. Pferdemist holst du möglichst aus einer Haltung, die du kennst, denn er kann Rückstände von Tierarzneimitteln enthalten.
Schafwolle und pflanzliche Dünger
Auch Schafwolle liefert Stickstoff. Ein reines Schafwollgranulat enthielt in einem Versuch mit Pelargonien 10 % Stickstoff, setzte ihn für die kurze KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. aber zu langsam frei. Horn und Schafwolle sind tierische Rohstoffe und damit nicht vegan. Wer darauf verzichten möchte, greift zu Rapskuchen oder Vinasse, beides pflanzliche organische Dünger.
Als Orientierung für biologisches Gärtnern können die Regeln der ökologischen Landwirtschaft dienen. Hornmehl und Wolle stehen dort auf der Positivliste, Stallmist darf nicht aus industrieller Tierhaltung stammen. Selbst im ökologischen Gemüsebau eingesetzte Horndünger können Rohstoffe aus konventioneller Tierhaltung enthalten. Ein EU-Bio-Logo suchst du auf Düngern vergeblich, denn biotaugliche Düngemittel dürfen es nicht tragen.
Beinwelljauche für Rosen: ansetzen und ausbringen
Beinwelljauche ist eine Pflanzenjauche, wie du sie auch aus Brennnessel, Löwenzahn oder Giersch ansetzen kannst. Beinwell wird nachgesagt, besonders viel Kalium zu liefern. Feste Gehaltswerte gibt es für eine selbst angesetzte Jauche aber nicht, weil der Nährstoffgehalt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit schwankt. Ich nutze sie im Rosenbeet als flüssige Ergänzung zur Kompostgabe.
So setzt du die Jauche an
Ich schneide frische Beinwellblätter und Stängel grob klein und übergieße sie in einem großen Gefäß mit Wasser. Das Gefäß deckst du mit einem luftdurchlässigen Gitter oder Netz ab, damit keine Tiere hineinfallen, aber nie mit einem geschlossenen Deckel. Einmal am Tag rührst du kräftig um, bis die Jauche dunkel gefärbt ist und nicht mehr schäumt. Das Ansatzdatum schreibe ich auf das Gefäß, damit ich die Gärzeit nicht schätzen muss.
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Ansatz mit frischem, zerkleinertem Kraut | 1 kg auf 10 l Wasser |
| Ansatz mit getrocknetem Kraut | 100 bis 200 g auf 10 l Wasser |
| Gärzeit | etwa 2 bis 3 Wochen, bei warmer Witterung etwa 14 Tage |
| Fertig, wenn | Farbe dunkel, Schaumbildung beendet |
| Verdünnung für die Wurzelgabe | 1:10 mit Wasser |
| Verdünnung für eine Blattgabe, nur bei sehr akutem Nährstoffmangel | 1:50 mit Wasser |
Das ausführliche Ansatzrezept steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt zu Mulchen, Gründüngung und natürlichen Düngemethoden.
Verdünnen, gießen und rechtzeitig aufhören
Die fertige Jauche verdünnst du für die Wurzelgabe im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Gieß sie in den Wurzelbereich, und zwar auf feuchten Boden. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es für Pflanzenjauchen nicht, weil Pflanzenbedarf und Bodenvorrat verschieden sind. Ich entscheide deshalb nach Beobachtung: Wie kräftig treibt die Rose, wie sehen die jungen Blätter aus, und was hat das Beet schon an Kompost und Horn bekommen? Weil der Gehalt der Jauche schwankt und jede Gabe zu Kompost und Horn hinzukommt, plane ich sie als Ergänzung und nicht als Hauptdünger.
Bei großer Hitze und Trockenheit feuchtest du den Wurzelbereich vorher an und gibst die Jauche niedrig konzentriert, ohne das Laub zu benetzen. Eine Blattgabe kommt nur bei sehr akutem Nährstoffmangel infrage; ob wirklich ein Mangel vorliegt, klärst du vorher.
Bei öfter blühenden Rosen kann ein schnell wirkender, in Wasser gelöster Dünger den zweiten Flor unterstützen. Der Zeitpunkt dafür liegt während oder kurz nach der Hauptblüte, ab Mitte bis Ende Juni. Wie andere Ziergehölze bekommen Rosen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Auch Pflanzenjauche gebe ich danach nicht mehr.
Bokashi: erst nachreifen, dann ins Rosenbeet
Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung von Küchenabfällen in einem verschlossenen Eimer. Nach dem letzten Befüllen bleibt der Eimer für die Fermentation etwa 2 bis 3 Wochen zu. Fertig als Dünger ist das Material danach noch nicht, es muss mit Erde vermischt oder kompostiert werden. Bei einer Variante der Nachreife reift es mit Gartenerde oder Kompost in einem offenen Behälter weitere 3 Monate und wird dabei gelegentlich umgesetzt. Ich grabe frischen Bokashi deshalb nicht direkt an die Rosenwurzeln.
Den Bokashi-Saft kannst du draußen als Flüssigdünger nutzen, verdünnt im Verhältnis 1:100 mit Wasser. Weil er stark riechen kann, gehört er auf Gartenflächen und nicht in die Wohnung.
In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte die Zugabe von Effektiven Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Die beobachteten Wirkungen der Bokashi- und Mistgaben gingen dort auf organisches Material und Nährstoffzufuhr zurück. Was Bokashi dem Rosenbeet bringt, ist demnach vor allem organische Substanz. Wie du einen Bokashi-Eimer führst, steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt Kompost pflegen, prüfen und verwenden.
Was leisten Mulch und Bodenhilfsstoffe?
Organischer Mulch vermindert die Verdunstung und gibt den Bodenorganismen Futter für Abbau und Humusbildung. Rosenbeete als Gehölzbereiche kannst du mit nährstoffarmem Rindenhumus oder vergleichbarem organischem Material mulchen, während Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch beim Abbau Stickstoff binden können. Diesen Stickstoff planst du bei der Düngung ein, und angewelkten Rasenschnitt verteilst du nur dünn, weil er seinerseits Stickstoff nachliefert. Welche Schichtdicke zu welchem Material passt, steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt Mulchen. Wie Düngung, Mulch, Bewässerung und Schnitt bei Rosen zusammengehören, zeigt ein eigener Ratgeber.
Für das Rosenbeet gibt es Präparate mit Bodenbakterien, Mykorrhiza-Pilzen oder Effektiven Mikroorganismen. Bestimmte Bodenbakterien und Pilze können Phosphor und Stickstoff besser verfügbar machen oder das Wurzelwachstum anregen. Ob ein Präparat in deinem Beet etwas bewirkt, hängt aber von Boden, Klima, den vorhandenen Mikroben und der Produktqualität ab. Auch die Aufnahme in eine Betriebsmittelliste belegt nicht automatisch eine unabhängig geprüfte Wirksamkeit. In einem Gewächshausversuch mit 106 Herbststaudenarten und -sorten zeigten EM-Behandlungen keinen einheitlichen Vorteil für Pflanzenqualität und Gesundheit, verzögerten aber teilweise Mehltau. Ich stecke Zeit und Geld im Rosenbeet deshalb zuerst in Kompost und Mulch.
Welche Nachbarn passen zur Rosendüngung?
BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. machen ein Rosenbeet vielfältiger, garantieren aber keine gesunden Rosen. Für die Düngung zählt vor allem, ob die Nachbarn ähnlich viele Nährstoffe brauchen wie die Rose.
Rosen gedeihen gut in humosen, gut belüfteten Lehmböden mit lockerer, durchlässiger Struktur. Die Kombination mit Lavendel ist möglich, bringt aber unterschiedliche Bodenansprüche und mehr Pflegeaufwand mit sich. Lavendel will gut durchlässigen Boden ohne Staunässe, und stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können bei ihm zu weichem, instabilem Wuchs führen. Streust du Mist oder Horn flächig über das ganze Beet, bekommt der Lavendel also genau den Stickstoff, der ihn weich und instabil werden lassen kann.
In gemischten Beeten streue ich Horn und Kompost nur rund um die Rosen und arbeite sie dort flach ein. Den Lavendel spare ich dabei aus.
Leichter planen lassen sich Partner, die selbst mehr Nährstoffe brauchen. Prachtstauden können im Frühjahr ebenfalls 3 l Kompost je m² erhalten. Starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen vertragen zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m². Polsterstauden, Wildstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden magerer Standorte bekommen dagegen keinen Kompost.
Für Bestäuber zählt ein möglichst durchgehendes Angebot an Nektar und Pollen. Bei Pfingstrosen und Dahlien wählst du dafür Sorten mit ungefüllten Blüten, und Lavendel gilt als nützlingsfreundlich. Welche Pflanzen als Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Wie du Begleitstauden und andere Blühpflanzen versorgst, steht im Beitrag darüber, wie du Blühpflanzen ohne chemische Mittel natürlich düngst.
Rosen im Kübel organisch versorgen
Im Kübel hat organische Düngung engere Grenzen als im Beet. Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen erst mikrobiell abgebaut werden, in kleinen Gefäßen kann ihre Wirkung deshalb verzögert und unzureichend einsetzen. Hornspäne oder Hornmehl für torffreie Erde mischst du schon vor dem Pflanzen unter. Für Kübelrosen gibt es außerdem ummantelte Langzeitdünger, deren Nährstoffabgabe mit 4 bis 6 Monaten angegeben ist.
Für Kübelrosen zählt auch die Wahl der Erde. Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moore und setzen gespeicherten KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. als Treibhausgas frei. Achte auf die Angabe torffrei oder ohne Torf, denn als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Ein Bio-Siegel allein belegt keine Torffreiheit. In torffreier, vorgedüngter Erde kann trotzdem zu wenig Stickstoff verfügbar sein, weil die Ersatzstoffe ihn binden können.
So stellst du Schritt für Schritt um
Die Umstellung beginnt mit dem Messen, nicht mit dem Weglassen.
- Boden untersuchen lassen. Nimm die Probe im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr, auf jeden Fall vor der Düngung. Für die Mischprobe stichst du an 10 bis 15 gleichmäßig verteilten Stellen ein und sparst Wege, Ränder und die Nähe zum Kompost aus. Ich sammle alle Einstiche in einem sauberen Eimer, vermische sie gründlich und notiere Beet und Datum auf dem Probenbeutel. Aus der Mischung gehen etwa 500 g ins Labor. Stickstoff erfasst die Standarduntersuchung nicht, dafür braucht es eine gesonderte Nmin-Bestimmung.
- Befund lesen. Bei VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). D brauchst du nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung zu ersetzen. Bei Stufe E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend ganz entfallen. Ist viel Phosphat da und Kalium knapp, ergänzt du gezielt Kalium statt eines vollständigen NPK-Düngers.
- Alte Vorräte anrechnen. Hast du bisher mit einem Depotdünger gearbeitet, steht seine Wirkungsdauer auf der Verpackung. Solange er noch Nährstoffe abgibt, zählst du ihn bei der organischen Gabe mit.
- Kompost als Grundgabe. Im März und April kommen etwa 3 l Kompost pro m² aufs Rosenbeet, sofern der Befund nicht dagegen spricht.
- Stickstoff organisch ergänzen. Zur Forsythienblüte bekommen etablierte Rosen einen langsam wirkenden organischen Dünger. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Pflanzt du neu, lockerst du verdichteten Boden vorher mindestens 40 bis 50 cm tief.
- Im Sommer nach Bedarf nachlegen. Öfter blühende Rosen können während oder kurz nach der Hauptblüte eine Sommergabe bekommen, nach Mitte Juli ist mit Stickstoff Schluss. Wann du Rosen im Jahresverlauf womit und in welcher Menge düngst, steht im Zeitplan für Rosen.
- Beobachten und Maß halten. Vergilbt die Rose, kann das auch an Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder verdichtetem Boden liegen. Eine sehr hohe Stickstoffversorgung kann Blattläusen günstigere Ernährungsbedingungen bieten, auch deshalb hältst du beim Stickstoff Maß.
Kompost und Horn landen im Beet, und dazu kommt noch die volle Packungsdosis eines Rosendüngers. Die Packungsempfehlung gilt aber nur für einen optimal versorgten Boden ohne zusätzlichen Kompost oder andere Dünger. Ziehe diese Gaben deshalb vorher ab.
Hornmehl und andere feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt, außer Reichweite von Kindern. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Dünger aufgenommen, ruf ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.
