Olivenbaum düngen: junge und alte Bäume im Kübel und im Garten richtig versorgen
- Kübeloliven zählen zu den Schwachzehrern, Oleander und Engelstrompete haben dagegen einen hohen Nährstoffbedarf.
- Junge Bäume bilden vor allem neue Triebe und Blätter, dafür wird besonders Stickstoff benötigt.
- Zu viel Stickstoff kann bei Obstgehölzen das Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten fördern.
- Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde braucht die Olive normalerweise 4 bis 6 Wochen keinen Zusatzdünger.
- Im Garten düngst du nach einer Bodenuntersuchung, die Menge richtet sich nach Baumgröße und Herstellerangabe.
- Flüssigdünger kommt nur auf bereits feuchte Erde.
Steht die Olive im Kübel neben dem Oleander, landet schnell dieselbe Düngerlösung in beiden Töpfen. Dabei zählen Kübeloliven zu den Schwachzehrern, der Oleander hat dagegen einen hohen Nährstoffbedarf. Bevor ich eine Olive dünge, kläre ich deshalb drei Fragen: Steht sie im Kübel oder im Garten, wann wurde sie zuletzt umgetopft, und bildet sie vor allem neue Triebe oder trägt sie schon Früchte? Aus den Antworten ergibt sich, wofür der Baum Nährstoffe braucht und welcher Vorrat schon da ist.
Junge und alte Olive: wofür der Baum Nährstoffe braucht
Ein junger Olivenbaum bildet vor allem neue Triebe und Blätter. Genau dafür wird Stickstoff besonders benötigt. Solange die junge Olive wächst, achtest du deshalb darauf, dass ihr der verfügbare Stickstoff nicht ausgeht.
Frisch gepflanzte Gehölze müssen in trockenen Phasen häufiger gegossen werden als eingewachsene. Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl der Boden Nährstoffe enthält. Bei einer frisch gesetzten jungen Olive gehört das Gießen in Trockenphasen also zur Nährstoffversorgung dazu.
Steckt deine Olive noch als Sämling in der Anzuchtschale, gelten bis zum Auspflanzen eigene Regeln. Wie du Jungpflanzen von der Keimung bis zum Auspflanzen versorgst, ohne sie zu überdüngen, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Bei einer älteren Olive, die Früchte trägt, rücken Blüte und Frucht in den Mittelpunkt. Für Obstgehölze gilt: Zu viel Stickstoff kann starkes Triebwachstum zulasten der Blüten- und Fruchtbildung fördern. Zudem kann er Frostschäden an Holz verursachen, das vor dem Winter nicht ausgereift ist. Ich schaue mir bei älteren Bäumen jedes Frühjahr an, wie lang die Triebe im Vorjahr geworden sind, und notiere es im Gartenheft.
Alte Olivenbäume bräuchten für die Blüte vor allem Phosphor, heißt es oft. Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist aber kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Zeigt eine Bodenuntersuchung sehr viel Phosphat und zugleich einen Mangel bei einem anderen Nährstoff, ergänzt du gezielt nur den fehlenden Nährstoff.
| Frage | Junge Olive | Ältere, tragende Olive |
|---|---|---|
| Wofür braucht sie Nährstoffe? | neue Triebe und Blätter | Blüte und Frucht |
| Was gilt beim Stickstoff? | wird für Blatt- und Triebwachstum besonders benötigt | zu viel kann Triebwachstum zulasten von Blüten und Früchten fördern |
| Worauf achtest du beim Wasser? | frisch gepflanzt in Trockenphasen häufiger gießen als eingewachsene Gehölze | Trockenheit kann trotz vorhandener Nährstoffe Mangelsymptome auslösen |
| Was gilt im Garten? | keine frischen Holzhäcksel in den Pflanzlochaushub oder auf die BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg. | Gras auf der Baumscheibe konkurriert um Wasser und Nährstoffe |
Was Stickstoff, Phosphor, Kalium und die SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. leisten, gilt für Oliven wie für andere Pflanzen: Stickstoff dient Blatt und Trieb, Phosphor dem Energiehaushalt, Kalium dem Wasserhaushalt. Magnesium gehört übrigens zu den Hauptnährstoffen, nicht zu den SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe.. Die Einzelheiten stehen in den Grundlagen zu Nährstoffen, Boden und Bodenanalyse.
Welcher Dünger passt zum Olivenbaum?
Für Kübelpflanzen eignen sich mineralische VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. zur schnellen Versorgung und entsprechend dosierte DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. für eine längerfristige Abgabe. Ein Dünger, der für eine andere Pflanzengruppe benannt ist, kann ebenfalls taugen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zum Bedarf der Olive stimmen. Moorbeetdünger senken dagegen den pH-Wert und sind deshalb nicht ohne Prüfung austauschbar. Hornmehl und Hornspäne liefern überwiegend Stickstoff und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. und ersetzen keine vollständige Nährstoffversorgung.
Auf dem Etikett lese ich zuerst die NPK-Angabe, die Spurennährstoffe stehen dort gesondert. Für meinen Messbecher wiege ich die Menge einmal ab und markiere die Füllhöhe, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.
Ob du organisch oder mineralisch düngst, hängt auch vom Tempo ab: Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, Mineraldünger liefern sie meist als Salze. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger zudem kaum Nährstoffe frei. Welche Vor- und Nachteile organische und mineralische Olivendünger haben und wie du sie dosierst, vergleicht ein eigener Ratgeber.
Olivenbaum im Kübel: Schwachzehrer im begrenzten Substrat
Schwachzehrer haben einen geringen Nährstoffbedarf. Kübeloliven und Lorbeer zählen dazu, während Oleander, Engelstrompete und Chinesischer Roseneibisch einen hohen Nährstoffbedarf haben.
Für die Kübelolive ist die Dosierungsanweisung des verwendeten Düngers maßgeblich. Eine vorhandene Grund- oder Depotdüngung rechnest du bei jeder zusätzlichen Gabe an, beim jungen Baum ebenso wie beim alten. Ich schreibe das Umtopfdatum auf ein Steckschild, das im Kübel bleibt.
Direkt nach dem Umtopfen kommt gleich wieder Dünger dazu. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Kübelpflanzenerde ist normalerweise 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Düngung nötig. Warte diese Zeit ab und dünge danach nach Packungsangabe.
Erde und Wasserablauf
Oliven brauchen ein durchlässiges Substrat. Gut geeignet ist hochwertige Kübelpflanzenerde mit mineralischen Zuschlägen wie Lava oder Blähtonsplitt. Für mehrjährige Kübelpflanzen ist strukturstabile Erde sinnvoll, damit der untere Gefäßbereich nicht verdichtet und vernässt. Der Kübel braucht ausreichend Abflusslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Meine Kübel stehen auf kleinen Holzkeilen, sodass unter dem Gefäßboden Platz für den Wasserablauf bleibt.
Langzeitdünger oder Flüssigdünger?
Langzeitdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, deckst ihn leicht mit Erde ab und gießt von oben an. Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchtigkeit ab, die Wirkungsdauer steht auf der Verpackung. Ist die Olive damit ausreichend versorgt, braucht sie im Sommer in der Regel keine zusätzliche Düngung.
Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Organische Flüssigdünger wie Vinasse können Kübelpflanzen schnell mit Nährstoffen versorgen. Feste organische Dünger wie Hornspäne müssen dagegen erst mikrobiell abgebaut werden, sodass ihre Wirkung im kleinen Gefäß verzögert und unzureichend einsetzen kann. Nutzt du sie in torffreier Erde, mischst du sie schon vor dem Pflanzen unter.
Torffreie Erde und hartes Gießwasser
Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Ich prüfe deshalb die Feuchte tiefer im Topf mit dem Finger oder hebe den Kübel an, bevor ich gieße. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann vorübergehend zu wenig verfügbaren Stickstoff liefern, weil ihre organischen Bestandteile Stickstoff binden. Eine junge Olive braucht Stickstoff für ihre Triebe, in torffreier Erde behältst du die Stickstoffversorgung deshalb besonders im Blick. Holzreiche Erden brauchen eher eine stickstoffbetonte Düngung, bei kompostreichen Erden rechnest du den enthaltenen Phosphor an. Hartes Gießwasser kann den pH-Wert im Topf anheben und dadurch Eisenchlorosen begünstigen.
Abflusslöcher frei? Umtopfdatum notiert? Erde vor dem Düngen feucht? Grund- oder Depotdüngung angerechnet? Menge nach Packung abgewogen?
Olivenbaum im Garten: düngen nach Befund
Ausgepflanzte Hausbäume düngst du nach einer Bodenuntersuchung bedarfsgerecht, die Menge richtet sich nach Baumgröße und Herstelleranweisung. Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Vorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge. Eisen bestimmt die Standarduntersuchung nicht automatisch, diese Analyse vereinbarst du gesondert mit dem Labor. Wie du die Probe ziehst und den Befund liest, findest du in den Boden-Grundlagen, die ich weiter oben verlinkt habe.
Die Packungsempfehlung setzt einen optimal versorgten Boden voraus und gilt nur, wenn du nicht zusätzlich Kompost oder andere Dünger gibst. Eingewachsene Zier- und Obstgehölze können im Frühjahr 2 bis 4 l reifen Kompost je m² und Jahr erhalten, sofern die Bodenversorgung die Gabe rechtfertigt. Liegt der pH-Wert schon über dem Zielbereich für Boden und Kultur, gehören weder Kompost noch kalkhaltige Dünger auf die Fläche. Eine einzelne Stickstoffgabe sollte im Garten 10 g N/m² nicht überschreiten. Streudünger bringst du auf feuchten Boden und nicht auf nasses Laub aus, weil dort Ätzschäden entstehen können.
Gräser auf der Baumscheibe konkurrieren mit Obstgehölzen um Wasser und Nährstoffe. Ich halte die Baumscheibe unter meinen Gehölzen deshalb frei von Gras. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden. Bei jungen Obstgehölzen gehören frische Holzhäcksel darum weder in den Pflanzlochaushub noch auf die Baumscheibe.
Wie du Gartenbäume grundsätzlich düngst, also wann, womit und mit welcher Methode, beschreibt der Ratgeber zur Düngung von Bäumen im Garten.
Mangel oder Überdüngung: was die Blätter zeigen können
Blattsymptome sind Hinweise, keine Diagnose. Vergilben vor allem ältere Blätter, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten, denn dieser zeigt sich häufig zuerst an älteren Blättern. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden. Solche Eisenchlorosen entstehen häufig, weil ein zu hoher pH-Wert die Verfügbarkeit einschränkt, und nicht, weil zu wenig Eisen da ist.
Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome wie ein Nährstoffmangel verursachen. Vergilbung mit Blattfall kann außerdem auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten.
Bevor ich bei gelben Blättern zum Dünger greife, prüfe ich die Erde im unteren Topfbereich und schaue, ob die Abflusslöcher frei sind. Dann notiere ich, ob eher die alten oder die jungen Blätter betroffen sind.
Wenn es zu viel war
Zu hohe Gaben sofort wirksamer Dünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Ein erhöhter Salzgehalt kann außerdem die Wasseraufnahme beeinträchtigen. Weiße Krusten am Topfrand können auch aus den Salzen des Gießwassers stammen und beweisen allein keine Überdüngung.
Bestätigt sich die Überdüngung im Kübel, stellst du das Düngen ein und spülst den Wurzelballen langsam durch, während das Wasser frei abfließt. Schwere Fälle erfordern ein Umtopfen, bei dem du einen Teil der alten Erde austauschst. Eine vernässte Olive, deren Wurzeln noch nicht verfault sind, bekommt bis zum Abtrocknen weder Wasser noch Dünger. Auch eine kranke Pflanze regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachsen an.
Blattdüngung als Überbrückung
Eine BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber keine ausreichende Versorgung über die Wurzeln. Du sprühst bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung.
Ist bei langer Hitze und Trockenheit eine Flüssigdüngung nötig, gießt du sie niedrig konzentriert in den vorher angefeuchteten Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen.
Und wann im Jahr?
Überwinterst du deine Kübelolive kühl, düngst du sie nur in der Wachstumszeit: Für Kübelpflanzen mit Winterruhe liegt das Düngefenster zwischen Ende April und August. Im Garten ausgepflanzte Obst- und Ziergehölze erhalten nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Wann du Olivenbäume im Laufe des Jahres womit düngst, von der ersten Gabe im Frühjahr bis zur Winterpause, steht im eigenen Ratgeber.

