Pflanzerde im Jahreszyklus: was Beetboden und Topferde in jeder Saison brauchen
- Beete im Frühjahr erst lockern, wenn keine Erde mehr an der Grabegabel haftet.
- Als Grundversorgung im Frühjahr 3 l reifen Kompost je m² flach einarbeiten, Kalk nur nach Bodenbefund.
- Im Sommer durchdringend gießen, im Gemüsebeet etwa 20 bis 25 l/m² je Gießgang, bevorzugt morgens an die Wurzeln.
- Gemüse erst ab etwa 10 cm Höhe mulchen, Tomaten, Kürbis und Bohnen erst ab Mai oder Juni.
- Abgeerntete Beete im Herbst begrünen statt düngen, denn freie Nährstoffe sind dort auswaschungsgefährdet.
- Frisch eingefüllte Topferde gesunder Pflanzen lässt sich im Folgejahr wieder nutzen, Erde wurzelfauler Pflanzen nicht.

Auf einem Beet, das nach der Ernte offen liegen bleibt, können Nährstoffe ausgewaschen werden, die keine Pflanze mehr aufnimmt. Ein Kübel mit torffreier Erde kann oben trocken wirken, obwohl das Substrat weiter unten noch nass ist. Erde braucht in jeder Jahreszeit eine andere Pflege, im Beet genauso wie im Topf. Bevor ich zur Grabegabel, zur Gießkanne oder zum Kompost greife, prüfe ich deshalb zuerst den Boden selbst: Wie feucht ist er, wie locker, liegt er bedeckt oder offen?
Hier gehe ich das Gartenjahr Saison für Saison durch. Du findest, was im Beet zu tun ist, was in Töpfen und Kübeln, und welche Mengen und Termine dir dabei als Orientierung dienen.
Erst klären: welche Erde, welche Mischung
Worin sich Pflanzerde und Blumenerde unterscheiden und welche du wofür nimmst, erklärt der Vergleich der beiden Erden nach Einsatzzweck. Aus welchen organischen und mineralischen Bestandteilen eine gute Mischung besteht und wie du sie an besondere Ansprüche anpasst, zeigt die Anleitung zum Zusammenstellen einer eigenen Erdmischung. Für die Pflege durchs Jahr gilt: Erde und Dünger wählst du nach den Ansprüchen der Pflanzen, die darin wachsen sollen.
Das Bodenjahr auf einen Blick
| Jahreszeit | Beet | Töpfe und Kübel | Termin im Blick |
|---|---|---|---|
| Frühjahr | lockern, sobald keine Erde mehr am Gerät haftet; Kompost flach einarbeiten | umtopfen, wo Topf und Pflanze nicht mehr zusammenpassen | Kalk nur nach Befund, im zeitigen Frühjahr |
| Sommer | durchdringend gießen, Gemüse ab etwa 10 cm Höhe mulchen, offene Flächen flach hacken | Flüssigdünger nur auf feuchte Erde | Gehölze nach Mitte Juli ohne zusätzlichen Stickstoff |
| Herbst | abräumen, Gründüngung säen, nicht düngen | Erde prüfen, nur frisch eingefüllte Erde gesunder Pflanzen wiederverwenden | HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. im Gemüsegarten nicht nach Ende August; Bodenprobe im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung |
| Winter | bedeckt lassen, nicht betreten, Fruchtfolge planen | Kübel in der Winterruhe nicht düngen | Anbaupause von 3 Jahren für Herbstkohl, Sellerie und Stangenbohnen einplanen |
Frühjahr: abtrocknen lassen, lockern, versorgen
Wann der Beetboden bereit ist
Ich stecke im Frühjahr die Grabegabel probeweise ins Beet und ziehe sie wieder heraus. Bleibt Erde daran haften, warte ich noch. Gemüsebeete bearbeitest du erst, wenn der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr an den Geräten klebt. Bis dahin betrittst du die Beete möglichst nicht, damit ihre Porenstruktur und ihre Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben.
Zum Lockern ziehst du den Sauzahn kreuzweise in etwa 20 cm Abstand durch das Beet. Er lockert den Boden, ohne die Schichten umzuwenden. Einjährige Samenunkräuter hackst du dabei flach ab. Ausdauernde Wurzelunkräuter stichst du wiederholt tief aus, damit sie schwächer werden.
Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Um einen solchen schweren Boden durchlässiger zu machen, kannst du 2 bis 5 l gewaschenen Sand ohne Feinanteile je m² einarbeiten. Ob eine weitere Gabe nötig ist, hängt danach vom Zustand des Bodens ab.
pH-Wert und Kalk: erst messen, dann handeln
Welche Bodenart du hast, verrät dir eine Fingerprobe mit feuchter Erde. Viel Sand zerfällt körnig, tonreicher Boden klebt und lässt sich gut formen. Von der Bodenart hängt ab, welchen pH-Bereich du anstrebst.
| Boden oder Pflanzengruppe | Anzustrebender pH-Bereich |
|---|---|
| Gartenboden aus Sand | 5,0 bis 6,5, je nach Humusgehalt |
| Lehmiger Gartenboden | 5,5 bis 7,0, je nach Humusgehalt |
| Toniger Gartenboden | 6,0 bis 7,5, je nach Humusgehalt |
| Rhododendren als Moorbeetpflanzen | überwiegend 4,5 bis 5,5, obere ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. bis etwa 6,0 |
Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem passenden Bereich liegt. Liegt er darüber, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger und auch keinen Kompost. Regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² im Jahr können im Hausgarten schon genug Kalzium nachliefern. Ob zusätzlich Kalk nötig ist, entscheidet dann der Bodenbefund.
Für leichte Gartenböden ohne Kompostzufuhr und mit nachgewiesen zu niedrigem pH-Wert gelten 150 g/m² kohlensaurer Kalk, eingearbeitet im zeitigen Frühjahr. Auf schweren Böden sind es unter denselben Voraussetzungen 250 g/m². Zwischen zwei Kalkungen liegen 3 bis 4 Jahre. Kohlensaurer Kalk wirkt vergleichsweise langsam und mild.
Kompost oder Mist: eine Grundgabe, flach eingearbeitet
Als Grundversorgung arbeite ich im Frühjahr 3 l reifen Kompost je m² flach ein. Ob dein Beet davon abweichen sollte, entscheidet die Bodenanalyse. Kompost gehört nur in die oberste Schicht, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel Fäulnisprodukte entstehen können, die Pflanzen schädigen. Er verbessert die Wasser- und Nährstoffspeicherung sandiger Böden und lockert schwere Böden. Ausreichend verfügbaren Stickstoff liefert die Grundgabe aber nicht automatisch. Stickstoff ergänzt du deshalb nach dem Bedarf der jeweiligen Kultur.
Nicht jede Fläche bekommt Kompost. Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren erhalten keinen gewöhnlichen Gartenkompost, weil er den pH-Wert anhebt. PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten lässt du ebenfalls ohne Kompost.
Statt Kompost kann ein Beet für Starkzehrer wie Kohl, Tomaten, Gurken oder Zuckermais abgelagerten Stallmist bekommen. Nimm auf derselben Fläche das eine oder das andere, denn beide führen organische Substanz und Nährstoffe zu. Für den Gemüsegarten sollte der Mist mindestens 1 Jahr gelagert sein. Im Frühjahr arbeitest du ihn vor der Pflanzung flach ein, und mehr als 3 kg je m² sollten es wegen der Phosphatzufuhr nicht werden. Frischer Mist kann keimfähige Unkrautsamen, Tierarzneimittelrückstände und Krankheitserreger enthalten, und auch die Lagerdauer ersetzt keinen Hygienenachweis. Ich trage beim Ausbringen Handschuhe und wasche das Gemüse nach der Ernte gründlich.
Kompost geben und den Dünger trotzdem nach voller Packungsangabe streuen. Die Packungsempfehlung setzt eine passende Bodenversorgung voraus und gilt nur, wenn nicht zusätzlich Kompost oder andere Dünger dazukommen. Nährstoffe aus Kompost, Mist und Gründüngung rechnest du deshalb an, bevor du nachdüngst.
Gründüngung einarbeiten, Saatbeet vorbereiten
Hat über den Winter eine Gründüngung auf dem Beet gestanden, arbeitest du sie oberflächlich ein. Bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung wartest du danach gewöhnlich etwa 2 bis 3 Wochen. Den Stickstoff, der beim Verrotten frei wird, rechnest du bei der Düngung der Folgekultur an. Für Gemüseaussaaten braucht der Boden eine mäßig feuchte, lockere Oberfläche, die bis zum Auflaufen nicht hart verkrustet. Saatrillen und junge Pflanzen bleiben noch ohne Mulch, damit Keimung und Anwachsen nicht behindert werden.
Töpfe und Kübel: Start in die Saison
Bevor ich einen Kübel im Frühjahr heller und wärmer stelle, sehe ich mir Topf und Pflanze genau an. Passt das Verhältnis der beiden nicht mehr oder wächst die Pflanze trotz Düngung nicht, prüfst du das Umtopfen. Im neuen Gefäß mit Abflusslöchern lässt du einen Gießrand von 1 bis 2 cm frei. In ausreichend vorgedüngter Erde brauchen Kübelpflanzen danach 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger.
Kübel, die im alten Topf bleiben, kannst du mit dem helleren, wärmeren Standort wieder leicht düngen. Für Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase reicht die Düngezeit von Ende April bis August.
Torffreie Erde kann auch vorgedüngt durch ihre Ersatzstoffe vorübergehend zu wenig verfügbaren Stickstoff bereitstellen. Wenn du mit Hornspänen oder Hornmehl ergänzt, mischst du sie schon vor dem Pflanzen unter die Erde. Feste organische Dünger müssen erst mikrobiell abgebaut werden, in kleinen Gefäßen kann ihre Wirkung deshalb verzögert einsetzen. Erde, die lange gelagert war, mischst du frischer Erde bei, weil sich Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändert haben können.
Sommer: Wasser in die Tiefe, Boden bedeckt halten
Gießen: durchdringend und bevorzugt morgens
Im Sommer gieße ich durchdringend, damit das Wasser im Wurzelraum ankommt und nicht nur die Oberfläche benetzt. Wie viel ein Gießgang braucht, hängt von Boden und Witterung ab.
| Beet | Wasser je durchdringendem Gießgang |
|---|---|
| Eingewachsene Gartenpflanzen | 10 bis 20 l/m², je nach Bodenart |
| Eingewachsenes Gemüse bei Trockenheit | etwa 20 bis 25 l/m², je nach Boden und Witterung |
Gib die Menge in mehreren Durchgängen, damit das Wasser einsickern kann. Gemüse gießt du bevorzugt morgens direkt im Wurzelbereich. So verdunstet weniger, und das Laub bleibt möglichst trocken. Eine Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Wurzel. Damit die Tropfer nicht verstopfen oder verkalken, braucht sie eine geeignete Filterung.
Sandige Böden speichern weniger Wasser als lehmige oder tonige. Neu gepflanzte Stauden und Gehölze brauchen in trockenen Phasen häufiger Wasser als eingewachsene Bestände. Salate und fortlaufend tragende Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen bis zur Ernte eine gute Wasserversorgung. Bei Tomaten kann ungleichmäßiges Gießen den Kalziumtransport in die Früchte beeinträchtigen und BlütenendfäuleBlütenendfäule ist eine physiologische Störung vor allem an Tomaten und Paprika: Durch Calciummangel in der Frucht bildet sich an der Blütenansatzstelle ein dunkler, wässriger Fleck, der später eintrocknet und verhärtet. Sie ist kein Pilz- oder Schädlingsbefall. begünstigen. Eingewurzelte Möhren, Pastinaken und Wurzelpetersilie können dagegen auf unverdichteten Böden auch tiefere Wasservorräte erschließen.
Mulchen: ab wann, womit, wie dick
Eine Mulchdecke vermindert im Sommer, dass der Boden sich aufheizt, Wasser verdunstet und die Oberfläche verschlämmt. Organischer Mulch liefert außerdem den Bodenorganismen Nahrung für Abbau und Humusbildung. Gemüse mulchst du, sobald die Pflanzen ungefähr 10 cm hoch sind. Wärmeliebende Kulturen wie Tomaten, Kürbis und Bohnen bekommen ihren Mulch erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmen kann.
| Fläche | Mulch | Schicht |
|---|---|---|
| Gemüsebeet | organisches Material, etwa angewelkter Rasenschnitt | etwa 2 bis 3 cm, feiner Rasenschnitt dünner |
| Unter Gehölzen und in geeigneten Zierpflanzungen | gut abgelagerter Rindenmulch | bis zu 8 cm |
| Trockene Staudenmischpflanzung | mineralischer Mulch mit 8 bis 16 mm Körnung | mindestens 5 cm, besser 7 cm |
Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und legst ihn in dünnen Schichten aus, die du bei Bedarf ergänzt. Sonst verklebt er zu einer dichten, schimmelnden Masse. Er liefert Stickstoff nach, den du bei weiteren Düngergaben anrechnest. Stroh, Holzhäcksel und Rindenmulch können beim Abbau dagegen Stickstoff binden, deshalb berücksichtigst du vor dem Mulchen eine ergänzende Stickstoffversorgung. Eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken begünstigen. Ich hebe sie deshalb an einigen Stellen an und schaue darunter nach.
Wo kein Mulch liegt, hackst du offene Flächen flach. Das unterbricht die wasserleitenden Kapillaren und vermindert die Verdunstung.
Nachdüngen nur, wo es fehlt
Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig schon genug Nährstoffe nach. Automatisch nachdüngen musst du deshalb nicht. Zwischen den Kulturen gibt es Unterschiede: Tomaten haben einen höheren Stickstoffbedarf als Erbsen und Bohnen. Bei Tomaten teile ich eine bedarfsgerecht bemessene Horndüngermenge auf, die eine Hälfte zur Pflanzung und die andere 3 bis 4 Wochen danach. Gurken reagieren empfindlich auf Chlorid und hohe Salzkonzentrationen. Während ihrer mehrwöchigen Ernte können bedarfsgerechte Gaben wasserlöslicher Dünger vor allem die Versorgung mit Stickstoff und Kalium unterstützen.
Festen Dünger streust du auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile, weil dort Ätzschäden entstehen können. Bei Hitze und langer Trockenheit gibst du eine nötige Flüssigdüngung niedrig konzentriert auf den vorher angefeuchteten Boden, ohne das Laub zu benetzen. Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, und organische Dünger setzen bei Trockenheit kaum Nährstoffe frei. Zeigt ein ausgetrocknetes Beet blasse Blätter, greifst du deshalb zuerst zur Gießkanne, denn eine weitere Düngergabe behebt das Problem dann nicht zuverlässig.
Bedarfsgerecht zu düngen hat noch einen Grund: Viel Stickstoff im Boden kann die Nitratanreicherung in Gemüse fördern. Auf Gemüse verzichten musst du deshalb nicht, du bemisst nur den Stickstoff nach Bedarf.
Gelbe Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose: Vergilben vor allem ältere Blätter, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten, helle junge Blätter mit grünen Adern passen eher zu Eisenmangel. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome verursachen. Wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente zusammenspielen und wie du Mangel von Überdüngung unterscheidest, erklären die Abschnitte zu Nährstoffen und zu Mangel und Überdüngung im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost.
Töpfe, Kästen und Hochbeete im Sommer
In Gefäßen gibst du Flüssigdünger nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Hast du bei der Pflanzung Langzeitdünger bedarfsgerecht eingemischt, brauchen Kübelpflanzen im Sommer gewöhnlich keine Nachdüngung. Die vorhandene Grunddüngung rechnest du bei jeder zusätzlichen Gabe an. Gedüngte Kübel lässt du nicht austrocknen.
Für Fruchtgemüse auf Balkon und Terrasse sollte ein Gefäß mindestens 10 l Substrat fassen. Während die Früchte wachsen, kann eine zusätzliche Flüssigdüngung nötig werden. Jedes Gefäß braucht einen Ablauf, durch den überschüssiges Wasser abfließt, damit keine Staunässe entsteht. Ich stelle meine Kübel auf kleine Holzkeile, damit unter dem Topfboden Platz für den Wasserablauf bleibt.
Ob ein Kübel mit torffreier Erde Wasser braucht, entscheidest du nicht an der Oberfläche. Die Oberfläche kann trocken aussehen, während das Substrat weiter unten noch nass ist. Prüf die Feuchte im unteren Bereich mit dem Finger oder heb das Gefäß an und achte auf sein Gewicht.
Wie du Pflanzerde im Hochbeet, im Gemüse- und im Blumenbeet einsetzt und wann eine Spezialerde sinnvoll ist, beschreibt der Ratgeber zum Einsatz von Pflanzerde in den verschiedenen Gartenbereichen.
Herbst: abräumen, begrünen, Proben nehmen
Erntereste: was auf den Kompost darf
Nach der Ernte räume ich die Beete ab und sortiere dabei: Gesunde Pflanzenreste kommen auf den Kompost, kranke nicht. Gartenkompost tötet Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, weil die nötigen RottetemperaturenDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. oft nicht durchgehend erreicht werden. Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeesatz und Eierschalen passen dagegen in einen gemischten Gartenkompost. Herbstlaub kannst du neben dem Kompost bevorraten und im Winter in dünnen Lagen mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Gehölzhäckseln kombinieren.
Holzasche aus Kamin oder Ofen gehört weder als Dünger ins Beet noch auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann. Lass sie abkühlen und gib sie in den Hausmüll, ohne Staub aufzuwirbeln.
Leere Beete begrünen statt düngen
Auf abgeernteten Beeten nimmt keine Pflanze mehr auf, was der Boden an Nährstoffen freisetzt. Diese Nährstoffe sind deshalb auswaschungsgefährdet. Eine Gründüngung bindet sie und vermindert ihre Verlagerung mit dem Sickerwasser. Weil im Garten zudem die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen ist, bekommt ein leeres Beet im Herbst Saatgut statt Dünger.
| Gründüngung | Aussaat | Saatmenge | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Phacelia | April bis September | 1 bis 3 g/m² | Kulturdauer 6 bis 9 Wochen, Saattiefe 1 bis 2 cm |
| Gelbsenf | April bis September | etwa 5 g/m² | zählt in der Fruchtfolge als Kreuzblütler |
| Winterroggen | Ende September bis Anfang Oktober | 20 g/m² | späte Gründüngung |
Achte bei der Wahl auf die Pflanzenfamilie: Die Gründüngung sollte einer anderen Familie angehören als die Gemüsekultur davor und danach. Gelbsenf und Ölrettich zählen in der Fruchtfolge als Kreuzblütler mit, für die im Gemüsebeet eine Anbaupause von 3 bis 5 Jahren vorgesehen ist. Klee, Wicken und Lupinen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Die übrigen Gründüngungspflanzen nehmen vor allem Nährstoffe auf, die schon im Boden sind. Überwinternde Einsaaten halten den Boden durchwurzelt und schützen ihn vor Abschwemmung und Auswaschung.
Düngen im Herbst: meist nicht nötig
Horndünger gibst du im Gemüsegarten auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meistens entfallen. Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann die Wintergefährdung von Stauden und Gehölzen erhöhen. Um Zierpflanzen und Gehölze kann kompostierter Mist im Herbst den Boden schützen. Bei Kübelpflanzen mit Winterruhe endet die Düngezeit im August, und Obstgehölze im Kübel düngst du ab August nicht mehr.
Bodenbearbeitung im Herbst
Umgraben für die Frostgare lohnt sich nur dort, wo der Boden im Winter voraussichtlich durchfriert. Auch im Herbst bearbeitest du den Boden erst, wenn er nicht mehr zu feucht ist. Beete, die ich nicht umgrabe, bekommen bei mir Mulch oder eine Gründüngung.
Für eine Bodenprobe eignet sich der späte Herbst vor der Bodenbearbeitung, alternativ das zeitige Frühjahr, in beiden Fällen vor der Düngung. Die Untersuchung zeigt, welche Nährstoffe pflanzenverfügbar vorrätig sind, und ist die Grundlage für Art und Menge einer nötigen Düngung. Wie du die Mischprobe ziehst und was Humus und Bodenleben ausmachen, steht im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt zum Boden.
Gefäße ausräumen: welche Erde bleiben darf
Wenn ich Sommerkästen ausräume, schüttele ich die Wurzelballen aus und sehe mir Wurzeln und Erde an. Erde, die du in dieser Saison frisch eingefüllt hast und in der gesunde Pflanzen standen, kannst du im nächsten Jahr erneut nutzen. Langjährig verwendete, zusammengesackte oder stark wurzelverfilzte Erde ersetzt du eher. Erde aus Gefäßen mit abgestorbenen, an Wurzelfäule erkrankten Pflanzen verwendest du nicht wieder. Ob Pflanzerde grundsätzlich jedes Jahr raus muss, prüft der Faktencheck zu verbreiteten Annahmen über Pflanzerde.
Winter: Boden schonen, Kübel schützen, planen
Beete bedeckt und unbetreten lassen
Über den Winter bleibt der Boden bei mir bedeckt, mit einer Gründüngung oder mit Mulch. Eine Mulchdecke schützt ihn vor Abtrag durch Wind und Wasser und vermindert die Verdunstung. Gründüngung, kurze Brachzeiten und Mulch vermindern zusammen Nährstoffverluste und Phasen, in denen der Boden ungeschützt liegt. Betritt die Beete auch jetzt möglichst nicht, damit ihr Porenraum erhalten bleibt.
Töpfe und Kübel im Winter
Winterruhende Kübelpflanzen wachsen nur wenig und brauchen kaum zusätzliche Nährstoffe. Während der Ruhephase entfällt die Düngung deshalb. Ist ein Kübel vernässt und die Wurzeln sind noch nicht verfault, gießt und düngst du nicht, bis die Erde abgetrocknet ist und die Pflanze sich erholt hat. Welkt eine Topfpflanze, prüfst du vor dem Gießen die Feuchte im Substrat. Auch vernässte und geschädigte Wurzeln können Welke auslösen.
Beim Kübelbuchs stelle ich den Topf im Winter auf eine isolierende Unterlage und umhülle ihn. Frostgeschädigte Wurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe schlechter auf, und das kann Blattschäden verursachen.
Erde lagern und einkaufen
Übrige Pflanzerde lagerst du im Sack dunkel, kühl und trocken. Bei torffreier Erde können bei längerer Lagerung Verpilzung, NährstofffreisetzungNährstofffreisetzung ist die Abgabe von Nährstoffen aus Dünger, Kompost oder Humus in eine Form, die Pflanzen aufnehmen können. Wie schnell sie abläuft, hängt von der Düngerart, vom Boden sowie von Feuchtigkeit und Temperatur ab. und Salzgehalt zunehmen.
Sichtbare Pilze in Blumenerde können Zersetzer sein, die abgestorbene organische Bestandteile abbauen. Eine Erkrankung der Pflanzen darin bedeuten sie nicht automatisch.
Beim Einkauf entscheidet das genaue Wort: Als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten, und ein Bio-Siegel allein belegt keine Torffreiheit. Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. als Treibhausgas frei. Wie Torfersatz, Auswaschung und die Kompost-Faustregel gegen Überdüngung zusammenhängen, findest du im Ratgeber Düngen, Boden und Kompost in den Abschnitten zu Erden und Substraten und zu Mangel und Überdüngung.
Fruchtfolge und Beetplan fürs nächste Jahr
Fruchtfolge heißt, die Kulturen am selben Platz über die Jahre zu wechseln. Mischkultur heißt, sie nebeneinander zu kombinieren. Für lang stehende Gemüse wie Herbstkohl, Sellerie und Stangenbohnen wird eine Anbaupause von 3 Jahren empfohlen. Als Orientierung gelten Tomaten als Starkzehrer, Rote Bete als MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. und Erbsen als Schwachzehrer. Buschbohnen können mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff nutzen.
Zehrer und Anbaupausen verteile ich mit dem Beetplaner für die Beetbelegung über meine Beete. Welche Kulturen als Nachbarn zusammenpassen, prüfe ich im Mischkultur-Planer für Beetnachbarn.
Für jedes Beet führe ich eine Karteikarte: was dort stand, wann es Kompost oder Mist bekam und wann ich die letzte Bodenprobe genommen habe. Beim Planen im Winter lege ich die Karten nebeneinander und sehe nach, wo eine Anbaupause noch läuft.
