Pflanzerde im Garten einsetzen: Gemüsebeet, Blumenbeet, Hochbeet und Rasen
- Im Gemüsebeet dienen im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² als Grundversorgung, Stickstoff ergänzt du nach Bedarf.
- Rindenmulch ist wegen wachstumshemmender Gerbstoffe fürs Gemüsebeet ungeeignet, kompostierter Rindenhumus lässt sich dort einarbeiten.
- Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden magerer Standorte bekommen keinen Kompost.
- Eine dauerhafte Hochbeetfüllung besteht unten aus sandiger Erde ohne Humus und oben aus lockerer, humoser Gartenerde.
- Die ungefähr 15 cm starke Vegetationsschicht eines Rasens meint den durchwurzelbaren Boden, keine Auflage aus Sackerde.
- Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren brauchen saure Erde und weder Kalk noch gewöhnlichen Gartenkompost.

Im Frühjahr stehen die Erdsäcke schnell neben dem Gemüsebeet, und dann kommt die Frage: Wie viel davon gehört wohin? Wer überall dasselbe verteilt, gibt mageren Stauden Kompost, den sie nicht brauchen, und riskiert im Moorbeet einen steigenden pH-Wert. Ich öffne deshalb keinen Sack, bevor ich weiß, welchen Boden ich vor mir habe und was darauf wachsen soll. Gemüsebeet, Staudenbeet, Hochbeet und Rasen brauchen jeweils etwas anderes, und für Rhododendron, Kakteen oder Orchideen lohnt sich eine Spezialerde.
Pflanzerde, Blumenerde, Gartenboden: kurz sortiert
Die Namen auf den Säcken trennen nicht scharf: Aufbereitete Rindenkultursubstrate werden sowohl als Blumenerde als auch als Pflanzerde angeboten. Entscheidend ist, ob Struktur, Nährstoffversorgung und pH-Wert zu der Pflanzengruppe passen, für die du die Erde kaufst. Aus welchen organischen und mineralischen Bestandteilen eine gute Mischung besteht, erklärt ein eigener Ratgeber.
Worin sich Pflanzerde und Blumenerde unterscheiden und welche du wofür nimmst, klärt der direkte Vergleich. Im Garten geht es meist um etwas anderes: Du verbesserst den Boden, der schon da ist, statt ihn zu ersetzen.
Vor dem ersten Sack: Boden prüfen und vorbereiten
Vor jeder Beetverbesserung mache ich die Fingerprobe. Dafür knete ich feuchte Erde zwischen den Fingern: Zerfällt sie körnig, ist viel Sand im Spiel, klebt sie und lässt sich gut formen, ist der Boden tonreich. Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe. Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Wer tiefer schauen will, sticht einen Spaten ab: Die Spatendiagnose zeigt BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben., Verdichtungen, Feuchtigkeit und Wurzelbild.
| Befund | Was dahintersteckt | Was hilft |
|---|---|---|
| Erde zerfällt körnig | sandreicher Boden, hält wenig Wasser und Nährstoffe | Kompost verbessert die Wasser- und Nährstoffspeicherung; auf sehr durchlässigen, trockenen Ziergartenböden 0,5 bis 1 kg Bentonit je m² zusammen mit Kompost |
| Erde klebt und lässt sich formen | tonreicher Boden, lässt Wasser langsam durch | Kompost oder Rindenhumus lockern; für mehr Durchlässigkeit 2 bis 5 l gewaschener Sand ohne Feinanteile je m², weitere Gaben nach Bodenzustand |
| Spatendiagnose zeigt eine verdichtete Schicht | behinderter Wasserabfluss, Gefahr von Staunässe und Sauerstoffmangel | Verdichtung durch Bodenlockerung beseitigen, bevor Gehölze oder Rosen gepflanzt werden |
Bearbeitet wird erst, wenn der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr an den Geräten haftet. Nassen Boden solltest du dabei nicht betreten, weil sonst Verdichtung und Gefügeschäden entstehen können. Im Frühjahr ziehe ich den Sauzahn kreuzweise durch das Beet, die Bahnen etwa 20 cm auseinander. Er lockert, ohne die Bodenschichten umzuwenden.
Einjährige Samenunkräuter hackst du oberflächlich ab, ausdauernde Wurzelunkräuter stichst du wiederholt tief aus. Eine Bodenfräse hilft dabei nicht, denn sie kann Wurzelunkräuter wie Quecke durch Zerteilen vermehren. Kompost arbeitest du nur flach ein. Tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen.
Über Nährstoffvorräte und pH-Wert sagt die Fingerprobe nichts, das klärt erst eine Bodenuntersuchung im Abstand von 3 bis 5 Jahren. Während du eine Unter- oder Überversorgung korrigierst, werden kürzere Abstände von 2 bis 3 Jahren empfohlen. Wie du Humus, Bodenleben und Bodenanalyse einordnest, erklärt der Grundlagenratgeber Düngen, Boden und Kompost.
Gemüsebeet: Kompost dosieren, Boden locker halten
Im Gemüsebeet arbeite ich vor allem mit reifem Kompost, Sackerde brauche ich dort kaum. Als jährliche Grundversorgung dienen im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m², flach eingearbeitet. Kompost kann Gemüse mit Phosphor, Kalium und Spurenelementen grundversorgen. Stickstoff setzt er dagegen nur wenig frei, deshalb ergänzt du ihn gesondert nach dem Bedarf der jeweiligen Kultur.
Wer den fehlenden Stickstoff über zusätzlichen Kompost hereinholen will, lädt also vor allem Phosphor und Kalium nach. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumgehalten im Boden muss die Kompostzufuhr sogar eingeschränkt werden. Nährstoffe aus Kompost zählen bei jeder weiteren Düngung mit.
Zwei Regeln gelten außerdem. Eine Fläche bekommt entweder Kompost oder Stallmist, weil beide organische Substanz und Nährstoffe liefern. Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann.
Rindenmulch ins Gemüsebeet einarbeiten. Wegen wachstumshemmender GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. ist Rindenmulch dort ungeeignet, auf Gartenwegen kannst du ihn verwenden. Rindenhumus ist dagegen kompostierte Rinde, bei deren Kompostierung die Gerbstoffe abgebaut werden. Er lässt sich in Gemüsebeete einarbeiten und lockert besonders schwere Böden. Für wiederkehrende Gaben gelten höchstens 2 bis 3 l je m² und Jahr, und eine mögliche StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. rechnest du mit ein.
Was einzelne Gemüse vom Boden erwarten
Lange Möhren brauchen tiefgründigen, steinfreien Boden. Ist dein Boden dafür ungünstig, kannst du sie auf Dämmen von gut 20 cm Höhe ziehen. Buschbohnen gedeihen besonders gut auf lockeren, gut durchlüfteten Böden ohne Nässe und Verdichtung. Für Aussaaten hältst du den Boden mäßig feucht und locker, damit die Oberfläche bis zum Auflaufen nicht hart verkrustet.
Der passende pH-Wert im Gemüsebeet
Welcher pH-Wert für Gemüse passt, hängt von der Bodenart ab:
| Bodenart | pH-Zielbereich für Gemüse |
|---|---|
| Sand | 5,4 bis 5,8 |
| lehmiger Sand | 5,8 bis 6,2 |
| stark sandiger Lehm | 6,2 bis 6,6 |
| Lehm | 6,6 bis 7,0 |
| tonreicher Boden | 6,8 bis 7,2 |
Liegt der pH-Wert deines Bodens über dem passenden Bereich, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger und auch keinen Kompost. Gekalkt wird nur, wenn eine Bodenprobe einen zu niedrigen Wert zeigt. Kartoffeln gehören zu den Kulturen, die keinen hohen pH-Wert bevorzugen. Welche Nährstoffe Pflanzerde bereitstellt und wie pH-Wert und Kationenaustausch ihre Verfügbarkeit steuern, vertieft ein eigener Ratgeber.
Blumen- und Staudenbeet: nicht jede Pflanze will Kompost
Im Staudenbeet richtet sich die Kompostgabe nach dem natürlichen Standort der Pflanzen. Prachtstauden können im Frühjahr 3 l Kompost je m² erhalten, leicht in die Oberfläche eingearbeitet. Das gilt, solange keine stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumvorräte dagegen sprechen. Polsterstauden, Wildstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden magerer Standorte bekommen keinen Kompost. Düngst du solche Stauden übermäßig, wachsen sie untypisch stark und verlieren an Winterhärte.
Für Blumenbeete siebe ich den Kompost ab, sodass seine Bestandteile kleiner als 10 bis 15 mm sind. Soll er nur den Boden verbessern, dürfen gröbere Teile drinbleiben. Gartenhortensien bevorzugen einen leicht sauren, lehmig-humosen und wasserspeichernden Boden. Wer für Freilandpflanzungen selbst mischt, kann je ein Drittel Gartenerde, Kompost und Rindenhumus nehmen. Wie du nährstoffreiche Pflanzerde aus Kompost, Sand und weiteren Zutaten selbst herstellst, zeigt die Anleitung dazu.
Rosen pflanzen
Rosen gedeihen in humosen, gut durchlüfteten Lehmböden mit lockerer, durchlässiger Struktur. Auf sandigen Rosenböden kann Bentonit die Wasser- und Nährstoffspeicherung verbessern. Frisch gepflanzte Rosen brauchen frühestens im Folgejahr zusätzlichen Dünger, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.
| Arbeitsschritt | Richtwert |
|---|---|
| verdichteten Boden vor dem Pflanzen lockern | mindestens 40 bis 50 cm tief |
| Pflanzloch für Containerrosen | doppelt so breit und doppelt so tief wie der Wurzelballen |
| Veredelungsstelle bodennah veredelter Rosen | unter der Erdoberfläche, mit 5 bis 10 cm Erde überdeckt |
| Kompost als Frühjahrsgabe | etwa 3 l je m² im März oder April |
| nach langjähriger Rosenkultur am selben Platz | anderer Pflanzplatz oder Bodenaustausch von mindestens 50 × 50 × 50 cm |
Hochbeet: eine Füllung, die nicht zusammensackt
Wer sein Hochbeet unten mit Ästen, Häckseln oder Laub füllt, muss mit Setzung rechnen. Verrottende organische Unterfüllungen sacken zusammen und verdichten, sodass ihre Drainagewirkung nachlässt. Eine dauerhafte Alternative ist eine Füllung aus Erde in zwei Schichten:
| Schicht | Material | Höhe |
|---|---|---|
| unten | durchlässige, sandige Ackererde ohne Humus | 40 cm |
| oben | lockere, humose Gartenerde | 40 cm |
Bepflanzt du das Hochbeet von Beginn an überwiegend mit Schwachzehrern, kannst du die Deckschicht aus Feinkompost, Gartenerde und Sand im Verhältnis 1:1:2 mischen. Als Orientierung gelten Tomaten als Starkzehrer, Rote Bete als MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. und Erbsen als Schwachzehrer. Wie andere Kulturen eingestuft sind, zeigt dir der Beetplaner mit seiner Zehrer-Einstufung.
Sackt die Füllung nach dem Einfüllen ab, gleichst du die Höhe mit Gartenerde aus. Staut sich trotzdem Wasser, liegt das Problem meist tiefer im Aufbau. Wie du schlechte Drainage in Beet und Hochbeet erkennst und behebst, beschreibt ein eigener Leitfaden.
Nach dem Befüllen markiere ich die Füllhöhe an der Innenwand des Hochbeets. Im Frühjahr sehe ich daran, wie viel Gartenerde zum Ausgleichen fehlt. Kompost zähle ich dabei nicht als Füllmaterial, sondern als Nährstoffgabe, die ich bei der Düngung mitrechne.
Rasen: Erde für Neuanlage und Ausbesserung
Die Vegetationsschicht eines Rasens soll ungefähr 15 cm mächtig sein. Gemeint ist die durchwurzelbare Bodenschicht, keine zusätzliche Auflage aus Sackerde. Vor der Anlage kannst du deshalb den vorhandenen Boden verbessern: lehmigen Boden mit Sand, sandigen Boden mit reifem Grünkompost. Die Bodenarbeiten erledigst du nur bei ausreichend trockenem Boden.
| Schritt bei der Ansaat | Richtwert |
|---|---|
| Rasensaat flach einarbeiten | etwa 0,5 bis 1 cm tief |
| obere Bodenschicht gleichmäßig feucht halten | in den ersten 3 bis 4 Wochen |
| erster Schnitt | bei 8 bis 10 cm Wuchshöhe, auf mindestens 5 cm |
Bei Mulden über 2 cm Tiefe hebst du die Grasnarbe an und unterfütterst sie mit sandigem Rasensubstrat. Nährstoffarme Rasenflächen können 5 l gesiebten Kompost je m² erhalten, als Grundversorgung und zur Humuszufuhr. Ist die Rasentragschicht zu lehmig, setzt du beim AerifizierenAerifizieren heißt, den Boden unter dem Rasen mit Zinken zu durchlöchern. Die Hohlräume verbessern den Luftaustausch im verdichteten Boden und fördern so Wurzelwachstum und Bodenleben. Hohlstacheln ein und verfüllst die Löcher mit Sand. Das kann oberflächliche Verdichtung verbessern, eine tiefgründige BodenverdichtungBodenverdichtung bedeutet, dass der Boden zusammengedrückt ist und seine lockere Struktur verloren hat, vor allem durch Betreten oder Befahren in feuchtem Zustand. Wurzeln dringen dann kaum ein, und Regenwasser bleibt oft in Pfützen stehen. beseitigt es nicht.
Der passende pH-Wert hängt auch beim Rasen von der Bodenart ab und liegt niedriger als im Gemüsebeet. Auf Sand gelten 4,8 bis 5,2 als Zielbereich. Auf tonreichen Böden sind es 5,9 bis 6,3. Für schattige Ecken gilt: Im tiefen Schatten lässt sich kein dauerhaft dichter Rasen erhalten.
Moos im Rasen beweist keinen Kalkbedarf. Es kann auch durch Verdichtung, Schatten oder Nährstoffmangel begünstigt werden. Ob gekalkt werden muss, zeigt der gemessene pH-Wert einer Bodenprobe.
Wann du Spezialerde brauchst
Spezialsubstrate sind vor allem für Pflanzen sinnvoll, die besondere Ansprüche an pH-Wert oder Substratstruktur haben. Für alle anderen wählst du Erde nach den Ansprüchen der vorgesehenen Pflanzenart. Die Übersicht zeigt, worauf es bei typischen Gruppen ankommt:
| Pflanzengruppe | Was die Erde können muss | Richtwert |
|---|---|---|
| Aussaat | nährstoffarm und salzarm | Salzgehalt unter 0,5 g/l |
| Pikieren, salzempfindliche Jungpflanzen | leicht, gut durchlüftet, nährstoffarm | Salzgehalt bis 1,5 g/l |
| zum Vergleich: Topferde für Kübel und Blumenkästen | gewöhnliche Gefäßerde | Salzgehalt 2,5 bis 3 g/l |
| Rhododendron | sauer, ohne Kalk und ohne Gartenkompost | pH 4,5 bis 5,5, obere ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. bis etwa 6,0 |
| Kulturheidelbeeren | sauer, Gießen mit kalkarmem Wasser | pH 4 bis 5 |
| Kakteen aus Trockengebieten | rasch abtrocknend, mineralisch mit organischem Anteil | z. B. 1 Teil Blumenerde und 1 Teil grober Sand |
| Phalaenopsis | sehr luft- und wasserdurchlässiges Rindensubstrat, kein Kompost | besonders salzempfindlich |
| Zitrus im Kübel | Spezialsubstrat statt komposthaltiger Eigenmischung | pH 5,0 bis 5,5 |
| naturnaher Teich | nährstoffarmer, gewaschener Sand und Kies ohne organische Beimischung | Schicht von etwa 10 cm |
Moorbeet: den pH-Wert messen, nicht schätzen
Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren und Eriken brauchen ein saures Bodenmilieu. Kalk und übliche Kompostgaben sind bei ihnen nicht angezeigt. Gewöhnlicher Gartenkompost bringt Kalk mit und hat einen typischen pH-Wert von 6,5 bis 7,5.
Rindenhumus ist nicht durchgehend sauer: Aus kompostierter Rinde kann er einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 aufweisen. Eine Rhododendron-Pflanzmischung sollte aber pH 5,5 nicht überschreiten. Rindenhumus allein macht also noch keine Moorbeeterde, entscheidend ist der gemessene Wert der fertigen Mischung. Ich messe deshalb, bevor eine Mischung ans Rhododendronbeet kommt. Einfache Metallsonden können dabei unzuverlässige Werte liefern, geeignete Glaselektroden brauchen eine Kalibrierung.
Beim Pflanzen mischst du Bodenaushub und spezielles Rhododendronsubstrat im Verhältnis 1:2, wobei das Substrat den größeren Anteil stellt. Als saure organische Bestandteile kommen kompostierte Rinde, verrottetes Laub und Nadelerde infrage. Gegossen wird bevorzugt mit Regenwasser. Elementarer Schwefel kann den pH-Wert senken, die nötige Menge für ein Substrat bestimmt aber eine Probesäuerung im Labor.
Wenn du im Frühjahr Kompost auf die Beete verteilst, spar das Moorbeet aus. Der Kalkgehalt des Komposts kann den niedrigen pH-Wert anheben, den Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren brauchen.
Kakteen, Orchideen, Zitrus: Spezialerde für Gefäße
Topfkakteen aus Trockengebieten brauchen ein rasch abtrocknendes Substrat aus mineralischen Bestandteilen wie Blähton, Lava und Bims, ergänzt um organische Komponenten. Ihr Gefäß braucht ein Abzugsloch. Frostbeständige Freilandkakteen können unter WinternässeWinternässe ist Nässe in der kalten Jahreszeit, unter der vor allem Pflanzen aus Gebieten mit trockenen Wintern leiden. Bei ungünstiger Witterung können ihre Überwinterungssprosse faulen – auch wenn die Pflanzen als winterhart gelten. leiden und brauchen dann einen Regenschutz.
Für die Phalaenopsis im Haus eignet sich ein sehr luft- und wasserdurchlässiges Rindensubstrat. Orchideen und Farne bekommen keinen Kompost, und Staunässe kann bei Orchideen Wurzelfäulnis verursachen. Zitruspflanzen im Kübel setzt du in ein Spezialsubstrat, weil selbst gemischte komposthaltige Erden wegen ihres häufig hohen pH-Werts oft ungeeignet sind. Wie du Gefäße mit Pflanzerde befüllst, pflegst und die Erde erneuerst, beschreibt der Ratgeber zu Topfpflanzen.
Anzucht und Kräuter: bewusst mager
Anzuchterde ist nährstoffärmer als gewöhnliche Blumenerde. Reiner Kompost ist für Keimlinge ungeeignet, weil seine hohen Nährsalzkonzentrationen den Wurzeln Wasser entziehen können. In Anzuchterde für Aussaat und Stecklinge sollte der Kompostanteil deshalb meist höchstens 20 Volumen-% betragen.
Viele Kräuter sind genügsam, während Rucola, Basilikum, Schnittlauch und Petersilie mehr Nährstoffe brauchen. Thymian, Salbei und Lavendel wachsen auch auf kargen, trockenen Böden. Für mediterrane Kräuter im Gefäß kann die Mischung zu zwei Dritteln aus mineralischen Bestandteilen wie Ziegelsplitt, Vulkangestein oder Blähtonbruch bestehen, der Rest ist Kompost. Eine zu starke Düngung kann bei Kräutern weiches Wachstum und geringeres Aroma verursachen.
Spezialerde lohnt sich, wenn du eine dieser Fragen mit Ja beantwortest. Braucht die Pflanze sauren Boden wie Rhododendron oder Heidelbeere? Muss das Substrat rasch abtrocknen wie bei Kakteen? Braucht die Wurzel viel Luft wie bei der Phalaenopsis? Sollen darin Samen keimen oder Stecklinge wurzeln?
Bodenqualität erhalten: was nach dem Pflanzen zählt
Beete solltest du möglichst nicht betreten, damit Porenraum und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben. Ich arbeite deshalb vom Weg aus und lege Beete so an, dass ich die Mitte vom Rand aus erreiche.
Eine Bodenkruste nach Starkregen lockerst du nach dem Abtrocknen durch flaches Hacken bis etwa 3 cm Tiefe. Flaches Hacken unterbricht außerdem wasserleitende Kapillaren und vermindert so die Verdunstung. Zusätzliche Lockerung beschränkst du auf Oberböden, die wirklich gestört sind, weil unnötige Eingriffe das vorhandene Bodengefüge zerstören können. Umgraben zur Frostgare lohnt nur dort, wo mit einem Durchfrieren des Bodens zu rechnen ist.
Was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden. Für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle gilt als Faustregel eine gedüngte Gartenfläche von ungefähr 50 bis 70 m² je Haushaltsmitglied. Wie du Überdüngung erkennst und ihre Ursachen klärst, steht im Grundlagenratgeber im Abschnitt Mangel und Überdüngung.
Leere Beete schützt über den Winter eine Gründüngung, weil sie freigesetzte Nährstoffe bindet und deren Auswaschung vermindert. Im Sommer verringert eine Mulchdecke Bodenerhitzung, Verdunstung und Verschlämmung. Wann du mulchst und welche Gründüngung passt, beschreibt der Abschnitt Mulchen, Gründüngung und natürliche Düngemethoden im selben Grundlagenratgeber.
Wie du Pflanzerde und Beetboden von Frühjahr bis Winter pflegst, zeigt der Ratgeber zum Jahreszyklus.
Erde kaufen und Reste lagern
Beim Einkauf lohnt der Blick aufs Etikett: Als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Maßgeblich sind die Angaben torffrei oder ohne Torf, denn ein Bio-Siegel belegt keine Torffreiheit. Warum Torfabbau Moore zerstört und welche Ersatzstoffe es gibt, erklärt der Grundlagenratgeber im Abschnitt Erden und Substrate.
Übrig gebliebene Pflanzerde lagerst du dunkel, kühl und trocken, angebrochene Säcke gut verschlossen. Torffreie Substrate verändern bei Wärme ihre Eigenschaften, ihr Salzgehalt kann innerhalb weniger Wochen steigen. Länger gelagerte Blumenerde mischst du frischer Erde bei, statt sie allein zu verwenden. Ich schreibe auf jeden angebrochenen Sack das Datum, an dem ich ihn geöffnet habe.
Krankheitsfreie Vorjahreserde aus Kübeln kannst du aufbereiten, Erde von Pflanzen mit Wurzelfäule verwendest du nicht wieder. Welche Annahmen über jährlichen Erdaustausch, Dünger und Torf nicht stimmen, klärt der Mythen-Check zur Pflanzerde.
Viele sichtbare Pilze in Blumenerde zersetzen abgestorbene organische Bestandteile und sind für die Pflanzen unbedenklich. Auch ein intensiver Geruch frisch geöffneter Erde kann von mikrobieller Aktivität stammen. Beides bedeutet nicht automatisch, dass das Substrat verdorben ist.
