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pH-Wert in Teicherden: was ihn für Wasserpflanzen stabil hält

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Photosynthese der Wasserpflanzen kann den pH-Wert des Teichwassers anheben.
  • Eine hohe Pufferkapazität dämpft pH-Schwankungen, deshalb gehört die Carbonathärte mit in die Messung.
  • Für naturnahe Teiche eignet sich eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen.
  • Kompost kann den pH-Wert anheben, und übermäßige Phosphoreinträge fördern Algen und Wasserpflanzen.
  • In Erde misst du mit einer kalibrierten Glas-Einstichelektrode, nicht mit einer einfachen Metallsonde.
Nahaufnahme von Händen in weißen Handschuhen, die Erde in schwarzen Anzuchtschalen für die Aussaat vorbereiten.
Foto: Greta Hoffman · Pexels License · Quelle ↗

Ein pH-Wert aus dem Gartenteich ist schnell gemessen, doch allein sagt er wenig über deine Wasserpflanzen. Ich messe das Teichwasser immer an derselben Stelle und zur selben Tageszeit und trage den Wert mit Datum in ein Heft ein. Erst die Reihe zeigt mir, ob der Teich ruhig bleibt oder ob der Wert springt.

Drei Dinge beeinflussen, wie stark er sich bewegt: was im Teichgrund liegt, wie gut das Wasser puffert und wie kräftig Pflanzen und Algen wachsen. Wer alle drei kennt, kann Schwankungen einordnen, bevor er etwas am Teich verändert.

Welchen pH-Wert brauchen Wasserpflanzen?

Auf eine einzige Zielzahl für alle Wasserpflanzen verlasse ich mich nicht, denn der pH-Wert im Teich bleibt nicht stehen. Die Pflanzen verändern ihn selbst: Bei der Photosynthese entnehmen sie dem Wasser Kohlendioxid beziehungsweise Kohlensäure, und dadurch kann der pH-Wert steigen. Darum vergleiche ich nur Werte, die ich zur gleichen Tageszeit gemessen habe.

Für die Pflanzen zählt zudem der pH-Wert dort, wo ihre Wurzeln sitzen. Im Boden kann ein ungeeigneter pH-Wert Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Ein zu hoher pH-Wert kann so einen Mangel an Spurennährstoffen verursachen, obwohl sie im Boden vorhanden sind.

Achtung

Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten. Häufig steckt dann kein zu kleiner Eisenvorrat dahinter, sondern eine eingeschränkte Eisenverfügbarkeit bei zu hohem pH-Wert. Sicher von Manganmangel unterscheiden lässt sich das Bild aber nicht immer, und auch Sauerstoffmangel oder unausgewogene Nährstoffverhältnisse können Mangelsymptome auslösen. Miss deshalb zuerst, bevor du etwas änderst.

Wie beeinflusst Teicherde den pH-Wert?

Teicherde ist Boden unter Wasser und bringt wie jeder Boden eigene Stoffe mit. Ton- und Humusteilchen können gelöste Stoffe binden. Positiv geladene Nährstoffionen halten Tonminerale und organische Substanz austauschbar fest und geben sie später wieder an die Bodenlösung ab. Gegen Veränderungen des pH-Werts puffert aber auch ein tonhaltiges Substrat nur begrenzt.

Organische Zuschläge bringen ihren eigenen pH-Wert gleich mit. Kompost kann durch seine basisch wirksamen Bestandteile den pH-Wert anheben. Gewöhnlicher Gartenkompost enthält Kalk und liegt typischerweise bei pH 6,5 bis 7,5. Auch Rindenhumus aus kompostierter Rinde ist nicht durchgehend sauer: Er kann einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 aufweisen.

Zahl im Blick

Für naturnahe Teiche eignet sich eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen.

Welche Teicherde passt mit Blick auf den pH-Wert?

Welche Teicherde in welche Zone gehört und wie du sie einbringst, ohne das Wasser zu trüben, behandeln eigene Ratgeber. Für den pH-Wert reichen hier zwei Punkte. Im naturnahen Teich bleibt der Grund nährstoffarm und frei von organischen Beimischungen. Für ein reines Sumpfbeet kann dagegen lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein.

Ich wähle das Substrat nach der Zone, in die eine Pflanze kommt, und nicht nach einer pH-Zahl für die einzelne Art. Beim Sumpfbeet lohnt der zweite Blick, weil kompostierte Rinde beim pH-Wert sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Marias Erfahrung

Bevor ich ein Sumpfbeet bepflanze, mische ich Gartenerde und kompostierte Rinde im Eimer, feuchte die Mischung an und messe ihren pH-Wert. Erst danach entscheide ich, ob die Mischung so ins Beet kommt.

Kompost und Phosphor: was organische Zusätze im Teich bewirken können

Übermäßige Phosphoreinträge fördern das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen. Bauen sich diese Pflanzenmassen später ab, verbraucht das Sauerstoff im Gewässer. Organische Erde kann den Phosphor gleich mitbringen, denn Kompost liefert neben Stickstoff und Kalium auch Phosphat. Rindenhumus und gütegesicherter Kompost können außerdem hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte besitzen.

Die Photosynthese der Pflanzen kann den pH-Wert anheben. Wer Phosphor in den Teich trägt, fördert also genau das Pflanzen- und Algenwachstum, dessen Photosynthese den pH-Wert nach oben schieben kann. Abgestorbene Pflanzenteile schneide ich ab und hole sie aus dem Wasser, bevor sie dort zerfallen.

Häufiger Fehler

Blumenerde oder Gartenkompost als Teicherde. Beide bringen organische Bestandteile mit, und als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Blumenerden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Im naturnahen Teich bleiben organische Beimischungen draußen.

Mythos-Check

Torf in den Teich, damit der pH-Wert sinkt? Torf ist eine organische Beimischung, und die vermeidest du im naturnahen Teich. Dazu kommt: Torfabbau und die dafür erforderliche Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei.

Wie hält die Carbonathärte den pH-Wert stabil?

Wie stark der pH-Wert schwankt, hängt auch am Wasser selbst. Eine hohe Pufferkapazität vermindert pH-Schwankungen. Für die Beurteilung der Stabilität zählt deshalb die Carbonathärte beziehungsweise das Säurebindungsvermögen. Photosynthese kann den pH-Wert anheben, und gute Pufferung dämpft solche Ausschläge: In einem schwach gepufferten Teich kann die Photosynthese den pH-Wert also stärker verschieben als in einem gut gepufferten.

Kurz erklärt

Pufferkapazität heißt, dass das Wasser Veränderungen abfängt, bevor sich der pH-Wert verschiebt. Die Carbonathärte beziehungsweise das Säurebindungsvermögen hilft dir, diese Fähigkeit einzuschätzen.

Ich notiere deshalb nie den pH-Wert allein, sondern immer die Carbonathärte daneben. Beim Nachfüllen schreibe ich dazu, mit welchem Wasser ich nachgefüllt habe. Regenwasser von Kupfer- oder Zinkdächern sowie von herbizidhaltigen Dachbahnen gilt für die Gartenbewässerung als ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet. Solches Wasser leite ich auch nicht in den Teich.

Wie misst du den pH-Wert von Teicherde und Wasser?

Fürs Wasser gilt bei mir eine einfache Regel: gleiche Stelle, gleiche Tageszeit, gleiches Messverfahren. Wechselst du das Verfahren, vergleichst du am Ende zwei verschiedene Dinge. In der Erde misst du mit einer geeigneten, kalibrierten Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Ergebnisse liefern.

Bekommst du einen Laborwert, schau nach, wie gemessen wurde. Bei Kultursubstraten können Messungen in Wasser und in Calciumchloridlösung um bis zu eine pH-Stufe auseinanderliegen. Der Wert in Wasser liegt dann höher.

Mini-Checkliste

  • Elektrode vor der Messung mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7 kalibrieren.
  • In der Erde mit einer Glas-Einstichelektrode messen, nicht mit einer einfachen Metallsonde.
  • Das Sumpfbeet nicht im ausgetrockneten Zustand messen.
  • Bei Laborwerten nachsehen, ob in Wasser oder in Calciumchloridlösung gemessen wurde.
  • pH-Wert, Carbonathärte, Datum und Uhrzeit zusammen notieren.

Der pH-Wert schwankt: erst die Ursache suchen

In den Teich gebe ich weder Kalk noch ein anderes Mittel, nur weil ein einzelner Wert auffällt. Zuerst schaue ich in mein Heft und dann an den Teich:

  • Kam neues Substrat mit organischen Anteilen in den Teich?
  • Wachsen Algen und Wasserpflanzen gerade besonders kräftig?
  • Ist die Carbonathärte gesunken?

Nachdüngen und das Erneuern der Teicherde behandelt der Ratgeber zum Einbringen von Teicherde. Für den pH-Wert zählt dabei vor allem: Jede organische Zugabe und jeder übermäßige Phosphoreintrag kann das Gleichgewicht im Teich verschieben.

An Land ist die Reihenfolge klar: Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Liegt er bereits darüber, unterbleiben Kalk, kalkhaltige Dünger und Kompost. Wie du pH-Wert und Kalk im Gartenboden erst misst und dann behandelst, erklärt der Überblick zu Düngen und Boden.

Häufige Fragen

Wie wirkt sich die Photosynthese der Wasserpflanzen auf den pH-Wert aus?
Bei der Photosynthese entnehmen Wasserpflanzen dem Teichwasser Kohlendioxid beziehungsweise Kohlensäure, und dadurch kann der pH-Wert steigen. Wie stark er sich verschiebt, hängt von der Pufferkapazität des Wassers ab, die du über die Carbonathärte einschätzen kannst. Miss deshalb immer zur selben Tageszeit, damit deine Werte vergleichbar bleiben.
Wie beeinflusst Teicherde den pH-Wert im Gartenteich?
Ton- und Humusteilchen in der Teicherde können gelöste Stoffe binden, doch auch ein tonhaltiges Substrat puffert den pH-Wert nur begrenzt ab. Organische Zuschläge bringen eigene Werte mit: Kompost kann den pH-Wert anheben, und Rindenhumus kann zwischen pH 4,0 und 7,0 liegen. Für naturnahe Teiche eignet sich nährstoffarmer, gewaschener Sand und Kies ohne organische Beimischungen.
Welche Rolle spielt die Carbonathärte bei der pH-Stabilisierung im Teich?
Eine hohe Pufferkapazität des Wassers vermindert pH-Schwankungen, und die Carbonathärte beziehungsweise das Säurebindungsvermögen hilft dir, diese Pufferung einzuschätzen. In schwach gepuffertem Wasser kann zum Beispiel die Photosynthese der Pflanzen den pH-Wert stärker verschieben. Miss die Carbonathärte deshalb immer zusammen mit dem pH-Wert und notiere beide mit Datum.
Worin unterscheiden sich Teicherde und normales Pflanzsubstrat beim pH-Wert?
Blumenerde und Gartenkompost enthalten organische Bestandteile, und gewöhnlicher Gartenkompost liegt typischerweise bei pH 6,5 bis 7,5. Kompost kann den pH-Wert anheben und liefert Phosphat, während übermäßige Phosphoreinträge im Teich das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen fördern. Im naturnahen Teich bleiben organische Beimischungen draußen; dort eignet sich nährstoffarmer, gewaschener Sand und Kies.
Wie misst man den pH-Wert der Teicherde richtig?
Direkt in der Erde misst du mit einer geeigneten, kalibrierten Glas-Einstichelektrode, denn einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Werte liefern. Kalibriere die Elektrode vor der Messung mit Pufferlösungen. Vergleichst du mit einem Laborwert, achte auf das Verfahren: Bei Substraten können Messungen in Wasser und in Calciumchloridlösung um bis zu eine pH-Stufe abweichen, wobei der Wasserwert höher liegt.
Was unterscheidet nährstoffarme von nährstoffreicheren Teicherden beim pH-Wert?
Für den naturnahen Teich eignet sich eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen. Für ein reines Sumpfbeet kann dagegen lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein. Kompostierte Rinde ist nicht durchgehend sauer und kann einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 aufweisen, deshalb misst du die Mischung vor dem Pflanzen.
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