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Laubmulch: Was Herbstlaub deinem Boden bringt und wie du es ausbringst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Herbstlaub ist organischer Mulch aus dem eigenen Garten: Es vermindert Austrocknung und Erosion und hemmt Unkraut.
  • Bodenorganismen bauen das Laub ab, setzen dabei Nährstoffe frei und fördern die Krümelstruktur.
  • Im Gemüsebeet sind etwa 2 bis 3 cm Laub eine Orientierung, zwischen Stauden und unter Hecken dünne Lagen.
  • Ein hoch eingestellter Rasenmäher zerkleinert Rasenlaub und mischt es mit Rasenschnitt, so zersetzt es sich schneller.
  • Laub mit Sternrußtau unter Rosen oder mit Blattbräune unter Buchs entfernst du, statt damit zu mulchen.
  • Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei, Tomaten, Kürbis und Bohnen mulchst du erst ab Mai oder Juni.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Jeden Herbst liegt auf meinem Rasen derselbe Laubteppich, und jedes Jahr wäre es bequem, ihn einfach in Säcke zu stopfen. Dann verlässt aber genau der Mulch den Garten, den die Bäume gerade kostenlos geliefert haben. Als Decke auf dem Beet schützt Herbstlaub den Boden und füttert das Bodenleben. Ob das gelingt, entscheiden drei Dinge: welche Blätter du nimmst, wie fein sie sind und wohin du sie legst.

Was Laubmulch im Boden bewirkt

Laubmulch ist eine Schicht aus Blättern auf offenem Boden, mehr nicht. Als organische Mulchschicht vermindert sie Austrocknung und Erosion und hemmt das Unkrautwachstum. Im Sommer bremst die Decke außerdem Bodenerhitzung, Verdunstung und Verschlämmung.

Unter dem Laub arbeitet das Bodenleben. Bodenorganismen bauen den organischen Mulch ab, setzen dabei Nährstoffe frei und fördern mit ihrer Tätigkeit die Krümelstruktur. Das Laub liefert ihnen Nahrung für den Abbau und für die Humusbildung. Weil sandige Böden ohnehin weniger Wasser speichern und Humus gerade in leichten Böden die Wasser- und Nährstoffhaltefähigkeit verbessert, lohnt sich die Laubdecke auf Sand besonders. Wie Bodenart, Humus und Bodenleben zusammenspielen, findest du im Überblick zu Boden, Humus und Bodenleben.

Mythos-Check

„Unter einer Laubdecke wächst kein Unkraut mehr.“ Eine Mulchauflage unterdrückt Samenunkräuter, bestehende Wurzelunkräuter beseitigt sie aber nicht zuverlässig. Vor dem Mulchen entferne ich deshalb die vorhandenen Wildkräuter, steche Wurzelunkräuter aus und lockere den Boden.

Welches Laub in den Mulch gehört

Gesundes Laub von Rasen, Wegen und Beeten deines Gartens kannst du als Mulch verwenden. Anders ist es bei krankem Falllaub. Blätter mit Sternrußtau unter Rosen und mit Blattbräune unter Buchs entfernst du, um erneute Infektionen einzudämmen. Gartenkompost tötet Krankheitserreger nicht zuverlässig ab, weil die nötigen Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden; befallenes Laub gehört also auch nicht auf den eigenen Komposthaufen. Ich gebe es in die Biotonne.

Marias Erfahrung

Beim Rechen sortiere ich gleich vor Ort. Das Laub unter Rosen und Buchs kommt in einen eigenen Eimer, alles andere fahre ich mit der Schubkarre zu den Beeten.

Walnusslaub lasse ich ebenfalls aus dem Beet heraus, weil ihm nachgesagt wird, mit seinem Inhaltsstoff Juglon das Wachstum anderer Pflanzen zu hemmen. Bambuslaub dagegen kann als Mulch liegen bleiben und führt dabei Silizium zurück.

Aus dem Gartenteich holst du Herbstlaub heraus. Seine Zersetzung setzt Nährstoffe frei und begünstigt späteres Algenwachstum.

Achtung

Spannst du ein Laubschutznetz über den Teich, kontrolliere es mehrmals täglich auf verfangene Tiere und nimm es rechtzeitig wieder ab.

Laub sammeln und zerkleinern

Rasenlaub nehme ich mit dem Rasenmäher auf und stelle die Schnitthöhe dafür hoch ein. Der Mäher zerkleinert die Blätter und mischt sie mit Rasenschnitt, wodurch sie sich schneller zersetzen. Auch der Rasenschnitt im Gemisch liefert Stickstoff nach, den du berücksichtigst, wenn du das Beet zusätzlich düngst.

Das Häckselgut ist fein und oft feucht, und genau solches Material darf nicht zu einer dichten, faulenden Decke werden; ich verteile es deshalb locker in Lagen, statt es aufzuhäufen.

Was ich nicht gleich ausbringe, bevorrate ich neben dem Kompost und kombiniere es im Winter in dünnen Lagen mit Küchen- und Gartenabfällen sowie Gehölzhäckseln. Riecht der Kompost nach Ammoniak, steckt zu viel nährstoffreiches Material darin, und ich mische Laub bei. Wie du einen Kompost aufsetzt und pflegst, beschreibt der Ratgeberbereich zu Düngen, Boden und Kompost.

Wo und wie dick du Laub ausbringst

Wie viel Laub wohin gehört, hängt von der Fläche ab:

Fläche Wann Schicht Worauf du achtest
Gemüsebeet wenn die Pflanzen ungefähr 10 cm hoch sind, bei Tomaten, Kürbis und Bohnen erst ab Mai oder Juni etwa 2 bis 3 cm als Orientierung Saatrillen und kleine Jungpflanzen bleiben frei
Zwischen Stauden im Herbst, wenn das Laub fällt dünne Lagen keine dichte, faulende Decke
Unter Hecken im Herbst, auf bewuchsfreien Flächen auch schon gegen Ende des Winters dünne Lagen Wildkräuter vorher entfernen
Magere Staudenpflanzungen auf leichten Böden entfällt kein Laub Kies, Splitt oder Lava passen besser
Gartenteich entfällt kein Laub Herbstlaub herausholen

Einen Teil des Laubs hebe ich für das Gemüsebeet auf, das ich erst im späten Frühjahr mulche. Polsterstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden brauchen dagegen magere Böden. Organischer Mulch würde solchen Pflanzungen unerwünschte Nährstoffe zuführen, deshalb bekommen sie mineralischen Mulch.

Gewöhnlicher Gartenkompost ist für Rhododendren wegen seiner pH-erhöhenden Wirkung ungeeignet, verrottetes Laub kommt dagegen als saurer organischer Bestandteil zur Bodenverbesserung infrage; für das Moorbeet lohnt sich also ein eigener Laubvorrat.

Laub verrottet, die Decke wird also mit der Zeit dünner. Ich kontrolliere die Bodenbedeckung bei meinen Beetrunden und lege bei Bedarf nach.

Achtung

Eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken begünstigen. Im Gemüsebeet hebe ich die Decke deshalb bei meinen Beetrunden an und schaue darunter nach.

Laub über den Winter und im Frühjahr

Leere Beete lasse ich über den Winter nicht nackt liegen. Zusammen mit Gründüngung und möglichst kurzen Brachzeiten kann Mulch Nährstoffverluste und ungeschützte Bodenphasen vermindern. Eine Mulchdecke schützt den Boden außerdem vor Abtrag durch Wind und Wasser.

Im Frühjahr kann die Decke stören. Eine früh aufgebrachte Mulchschicht verzögert die Erwärmung und Abtrocknung des Bodens, und Saatrillen müssen ohnehin frei bleiben; auf Beeten für frühe Aussaaten reche ich das Laub deshalb zur Seite. Bearbeitet wird das freigelegte Beet erst, wenn keine Erde mehr an den Geräten haftet. Das beiseitegelegte Laub kommt zurück, sobald die Gemüsepflanzen ungefähr 10 cm hoch sind. Bei Tomaten, Kürbis und Bohnen warte ich damit bis Mai oder Juni.

Welche Beete früh eingesät werden und wo später Tomaten oder Kürbis stehen, kannst du Beet für Beet im Beetplaner festhalten.

Laubmulch und Stickstoff

Liegen viele Zweige oder Häcksel im Laub, denk an den Stickstoff. Beim Abbau holziger und strohiger Mulchmaterialien können Mikroorganismen dem Boden Stickstoff entziehen. Hellen unter der Decke vor allem ältere Blätter deiner Gemüsepflanzen auf, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Trockenheit, Staunässe oder verdichteter Boden können allerdings ähnliche Symptome verursachen. Ob du nachdüngst, entscheidest du nach Bodenbefund und Bedarf der Kultur; wie Düngen nach Bedarf funktioniert, steht ebenfalls im Ratgeberbereich zu Düngen, Boden und Kompost.

Häufige Fragen

Was ist Laubmulch und wie verbessert er die Bodenqualität im Garten?
Laubmulch ist eine Decke aus Herbstlaub auf offenem Boden. Sie vermindert Austrocknung und Erosion und hemmt das Unkrautwachstum. Bodenorganismen bauen die Blätter ab, setzen dabei Nährstoffe frei und fördern die Krümelstruktur, zugleich liefert das Laub ihnen Nahrung für die Humusbildung.
Wie trägt Laubmulch zur Feuchtigkeitsregulierung und Wasserspeicherkapazität bei?
Eine Laubdecke vermindert die Verdunstung von Bodenwasser und im Sommer auch die Bodenerhitzung. Über den Abbau durch Bodenorganismen trägt sie zur Humusbildung bei. Humus verbessert besonders in leichten Böden die Wasser- und Nährstoffhaltefähigkeit, und sandige Böden speichern ohnehin weniger Wasser als lehmige.
Wie sollten Blätter für die Verwendung als Laubmulch vorbereitet werden?
Rasenlaub kannst du mit einem hoch eingestellten Rasenmäher aufnehmen, der die Blätter zerkleinert und mit Rasenschnitt mischt, sodass sie sich schneller zersetzen. Laub mit Sternrußtau unter Rosen oder mit Blattbräune unter Buchs entfernst du, um erneute Infektionen einzudämmen. Feines, feuchtes Häckselgut verteilst du locker, damit es nicht zu einer dichten, faulenden Decke wird. Vor dem Mulchen entfernst du vorhandene Wildkräuter und lockerst den Boden auf.
Wann ist der beste Zeitpunkt für das Ausbringen von Laubmulch im Garten?
Zwischen Stauden und unter Hecken bringst du Herbstlaub im Herbst in dünnen Lagen aus, bewuchsfreie Flächen unter Hecken und Baumscheiben lassen sich auch schon gegen Ende des Winters mulchen. Im Gemüsebeet wartest du, bis die Pflanzen ungefähr 10 cm hoch sind. Tomaten, Kürbis und Bohnen mulchst du erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmen kann.
Wie dick sollte eine Laubschicht als Mulch aufgetragen werden?
Im Gemüsebeet sind etwa 2 bis 3 cm eine Orientierung. Zwischen Stauden und unter Hecken bringst du Herbstlaub in dünnen Lagen aus. Feines oder feuchtes Material darf nicht zu einer dichten, faulenden Decke werden, und weil Laub verrottet, kontrollierst du die Bedeckung und ergänzt sie bei Bedarf.
Eignet sich Laubmulch das ganze Jahr über als Bodenabdeckung?
Über den Winter kann Mulch zusammen mit Gründüngung und kurzen Brachzeiten Nährstoffverluste und ungeschützte Bodenphasen vermindern. Im Frühjahr verzögert eine früh aufgebrachte Decke allerdings die Erwärmung und Abtrocknung des Bodens, deshalb bleiben Saatrillen frei. Im Sommer vermindert die Decke Verdunstung und Bodenerhitzung, und weil sie verrottet, legst du bei Bedarf nach.
Was unterscheidet natürlichen Mulch von künstlichen Bodendeckern?
Organischer Mulch wie Laub wird von Bodenorganismen abgebaut, die dabei Nährstoffe freisetzen und die Krümelstruktur fördern. Mineralischer Mulch aus Kies, Splitt oder Lava bildet keinen Humus, verursacht durch seinen Abbau aber auch keine Stickstofffestlegung. Zerfallende Kunststoff-Mulchfolien können Mikroplastik im Gartenboden hinterlassen.
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