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Wurzelaktivatoren mit Dünger kombinieren: was passt und was die Wirkung stören kann

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mykorrhiza erschließt vorhandene Bodennährstoffe und bringt selbst keine ein, deshalb bemisst du den Dünger weiter nach Bodenbefund und Bedarf.
  • Nährstoffe, die auf dem Etikett eines Wurzelaktivators stehen, rechnest du wie jede weitere Gabe zur Düngung dazu.
  • Eine ausreichende Phosphatversorgung kann die Ausbildung der arbuskulären Mykorrhiza unterdrücken, auf phosphatreichen Böden ergänzt du gezielt die fehlenden Nährstoffe.
  • Flüssigdünger kommt nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen.
  • Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Ein Wurzelaktivator kommt meist dann zum Einsatz, wenn ohnehin gedüngt wird: beim Pflanzen, beim Umtopfen oder zum Start in die Saison. Dabei passieren drei Fehler besonders leicht. Der gewohnte Volldünger landet zusätzlich im Pflanzloch, die Nährstoffe auf dem Etikett des Präparats rechnet niemand mit, und eine ausreichende Phosphatversorgung kann die Ausbildung genau der Mykorrhiza unterdrücken, die du einbringen willst. Ich führe den Aktivator deshalb als eigenen Posten in meiner Düngeplanung: Etikett lesen, Bodenbefund danebenlegen, erst dann den Dünger wählen.

Was ein Wurzelaktivator ist

Wurzelaktivatoren werden als Starthilfe für die Wurzelbildung angeboten und enthalten je nach Produkt Mykorrhizapilze, Bodenbakterien oder Nährstoffe. Was sie sind und wo du sie im Garten einsetzt, erklärt ein eigener Ratgeber, ebenso welche Arten von der Mykorrhiza bis zum Bakterienpräparat es gibt. Wie du sie vom Zeitpunkt bis zur Lagerung anwendest und was du an Wirkung erwarten darfst, steht in der Anleitung zur Anwendung.

Welcher Dünger hilft dem Wurzelwachstum?

Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome auslösen, auch wenn Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Staunässe über verdichteten Bodenschichten kann Sauerstoffmangel verursachen, der Wurzelfäulnis auslöst und die Nährstoffaufnahme stoppt. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Suchst du also einen Dünger für das Wurzelwachstum, zählt neben dem Produkt vor allem, dass Menge, Bodenfeuchte und Luft im Boden stimmen.

Von der Bodenseite hilft organische Substanz. Kompost fördert das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenaggregate, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können. Ein Wurzelaktivator ersetzt dagegen keine Nährstoffzufuhr, denn Mykorrhiza erschließt vorhandene Bodennährstoffe und bringt selbst keine zusätzlichen in den Boden ein.

Stickstoff braucht die Pflanze vor allem für Blätter und Triebe, Phosphor wirkt im Energiehaushalt, Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Wie sich der Bedarf einzelner Kulturen unterscheidet, steht im Abschnitt Nährstoffe verstehen: NPK, Spurenelemente und Pflanzenbedarf.

Die Düngermenge kommt aus dem Bodenbefund

Die Düngermenge leitest du aus drei Angaben ab: der Produktangabe, der gemessenen Bodenversorgung und zusätzlichen Nährstoffquellen wie Kompost. Die volle Packungsempfehlung setzt eine passende Bodenversorgung voraus. Sie gilt nicht unverändert, wenn weitere Dünger- oder Kompostgaben dazukommen. Enthält dein Wurzelaktivator Nährstoffe, ist er eine solche weitere Gabe. Ich lese deshalb bei jedem Präparat zuerst, welche Nährstoffe auf dem Etikett stehen, und trage sie zur Düngung des Beets in mein Gartenheft ein.

Ob und wie stark ein mikrobielles Präparat wirkt, hängt von Boden, Klima, vorhandener Mikrobenpopulation und Produktqualität ab. Eine feste Einsparung beim Dünger lässt sich daraus nicht ableiten.

Zahl im Blick

Zeigt die Bodenuntersuchung für einen Nährstoff Versorgungsstufe D, braucht nur 50 % des erwarteten Entzugs durch Düngung ersetzt zu werden. Bei Versorgungsstufe E kann die zusätzliche Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend auf 0 reduziert werden. Ein Wurzelaktivator ändert an dieser Rechnung nichts, solange er den Nährstoff nicht selbst enthält.

Mythos-Check

„Mit Wurzelaktivator brauchst du pauschal weniger Dünger.“ Dafür fehlt die Grundlage. Zwei bakterielle Biostimulanzien zeigten in LfL-Winterweizenversuchen an vier Standorten über zwei Jahre keine signifikanten Effekte auf Ertrag, Proteingehalt oder Stickstoffertrag. Wie viel Dünger fehlt, zeigt der Bodenbefund.

Phosphat: wo Dünger die Mykorrhiza bremsen kann

Eine ausreichende Phosphatversorgung kann die Ausbildung der arbuskulären Mykorrhiza unterdrücken. In Untersuchungen an Lotus japonicus zeigte sich das, ohne dass damit ein direktes Abtöten der Pilze belegt ist. Bei Phosphat schaust du deshalb besonders genau in den Bodenbefund.

Phosphat kommt dabei nicht nur aus dem Düngersack. Kompost liefert neben Stickstoff und Kalium auch Phosphat, und kompostreiche torffreie Substrate können viel Phosphor und Kalium enthalten. Im Ziergarten mit Phosphat-Gehaltsstufe C gilt maximal 3 l Kompost je m² und Jahr als Faustregel, weitere Phosphatgaben entfallen.

Bei hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Ein Volldünger neben dem Mykorrhizapräparat bringt auf solchen Beeten also Phosphat, das der Boden nicht braucht und das die Symbiose unterdrücken kann. Wie die Symbiose zwischen Pilz und Wurzel funktioniert und unter welchen Bedingungen sie sich ausbildet, vertieft der Beitrag zur Mykorrhiza.

Häufiger Fehler

Zum Wurzelaktivator kaufst du einen phosphatbetonten Blütendünger dazu. Solche Produkte sind aus Sicht der Pflanzenernährung keine sinnvolle pauschale Wahl, und eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Ergänze gezielt nur den Nährstoff, den der Bodenbefund als fehlend ausweist.

Organische Dünger als Partner

Mäßige organische Düngung kann das Vorkommen arbuskulärer Mykorrhizapilze im Boden fördern. Das Hyphennetzwerk dieser Pilze kann wiederum die Stabilität der Bodenaggregate im Oberboden unterstützen. Organisch gebundene Nährstoffe müssen allerdings erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, feuchtwarme Bedingungen können dagegen starke Schübe auslösen.

Kompost arbeitest du nur oberflächlich ein, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können. Hornprodukte liefern überwiegend Stickstoff und Schwefel bei geringen Phosphor- und Kaliumgehalten. Auf phosphatreichen Beeten ergänzen sie damit Stickstoff, ohne viel Phosphat nachzulegen. Kompost und Stallmist setzt du auf derselben Fläche als Alternativen ein, weil beide organische Substanz und Nährstoffe liefern.

Organischer Partner Was er liefert Darauf achtest du in der Kombination
Reifer Kompost Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, dazu organische Substanz Als Grundversorgung jährlich 3 l je m² im Frühjahr flach einarbeiten; über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse
Hornmehl typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff Vollständige Umsetzung im Boden in etwa 6 Wochen
Hornspäne typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff Brauchen mehrere Monate; für Spinat und Kopfsalat im kühlen Frühjahr ungeeignet
Stallmist von Rind oder Pferd Nährstoffe, deren Gehalte mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil schwanken Statt Kompost, nicht zusätzlich; zur Begrenzung der Phosphatzufuhr höchstens 3 kg je m²
Tipp

Hornspäne oder Hornmehl für torffreie Gefäßerde mischst du schon vor dem Pflanzen unter. In kleinen Gefäßen kann die Wirkung fester organischer Dünger verzögert und unzureichend einsetzen, weil sie erst mikrobiell abgebaut werden müssen.

Mineralisch, flüssig, als Depot: Salz und Feuchte im Blick

Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten. Streudünger bringst du auf feuchten Boden und nicht auf nasses Laub, damit er wirken kann und keine Ätzschäden entstehen. Flüssigdünger gießt du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Ist bei großer Hitze und Trockenheit eine Flüssigdüngung nötig, kommt sie niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden, ohne das Laub zu benetzen.

Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Eine hohe Bevorratung kann den Salzgehalt im Substrat zeitweise über den optimalen Bereich anheben. Liegt schon ein Depot im Topf, bemisst du zusätzlichen Flüssigdünger nach Pflanzenentzug und vorhandener Depotmenge. Ob du Präparat und Flüssigdünger in einem Ansatz mischen kannst, klärst du über die Gebrauchsanweisung des Präparats.

Marias Erfahrung

Bevor ich flüssig nachdünge, prüfe ich die Feuchte tiefer im Topf oder hebe das Gefäß an. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während der untere Bereich noch nass ist.

pH-Wert: Maßstab ist dein Boden

Den passenden Boden-pH bestimmen Bodenart und angebaute Kultur. Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Unter pH 5,5 nimmt etwa die Löslichkeit vieler Phosphatverbindungen stark ab. Oberhalb von pH 7,0 gilt das ebenso. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem für Bodenart und Humusgehalt geeigneten Bereich liegt. Liegt er schon darüber, bringst du weder kalkhaltige Dünger noch Kompost aus.

Auch Dünger verschieben den pH: Ammoniumsulfat wirkt bodenversauernd, Kalksalpeter kann den pH-Wert erhöhen. Überhöhte Gaben versauernder Dünger können den Boden-pH senken und die Lebensbedingungen der Bodenmikroorganismen verändern. Weil die Wirkung mikrobieller Präparate vom Boden und seiner vorhandenen Mikrobenpopulation abhängt, veränderst du mit solchen Gaben das Umfeld, in das du die Mikroorganismen einbringst.

Reihenfolge beim Pflanzen und Umtopfen

Arbuskuläre Mykorrhizapräparate müssen in die Zone lebender Wirtswurzeln gelangen, weil die Pilze für Wachstum und Vermehrung auf die Pflanze angewiesen sind. Beim Pflanzen und Umtopfen trifft das auf die Grunddüngung, und genau dort entsteht leicht eine Doppelversorgung.

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde benötigen Kübelpflanzen in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Bei Topfpflanzen rechnest du die vorhandene Grunddüngung an, bevor du flüssig oder mit Depot nachlegst. Langzeitdünger kannst du bei der Bepflanzung von Balkon- und Kübelgefäßen gleich mit dem Substrat vermischen. Ist ein Gefäß damit ausreichend versorgt, braucht die Pflanze im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe.

Torffreie Erde braucht einen zweiten Blick. Auch vorgedüngt kann sie Stickstoff zeitweise unzureichend bereitstellen, ein bestätigter Mangel lässt sich mit mineralischem oder flüssigem Dünger rasch ausgleichen. Pelargonien ohne Langzeitdünger erhalten nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Frisch gepflanzte Gartenrosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Phasen hoher Wurzelaktivität begünstigen die Nährsalzaufnahme und eignen sich deshalb für bedarfsgerechte Düngung.

Mini-Checkliste

Welche Nährstoffe stehen auf dem Etikett des Aktivators? Was zeigt die Bodenuntersuchung beim Phosphat? Ist die Erde schon vorgedüngt oder liegt ein Depot im Topf? Ist der Boden feucht, bevor Flüssigdünger kommt? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, wählst du Dünger und Menge.

Beispiele aus Gemüsebeet und Gehölzpflanzung

Tomaten

Tomaten gelten als Starkzehrer. Auf phosphat- und kalireichen Beeten ergänzt du ihren Stickstoff gezielt mit Horndünger, statt einen zusätzlichen NPK-Dünger zu streuen. In einem Gewächshaus-Großversuch mit dem Mykorrhizapilz Rhizophagus irregularis blieb der Tomatenertrag gleich. Die Früchte enthielten aber mehr Zucker, Lycopin und Aminosäuren als die nicht mykorrhizierte Kontrolle. Beim Nachdüngen hilft ein Blick auf die Salze: Blütenendfäule kann durch gestörten Calciumtransport infolge von Trockenheit oder hohen Konzentrationen anderer Nährsalze entstehen.

Zahl im Blick

Besteht bei Tomaten auf phosphat- und kalireichen Gemüsebeeten mit jährlich 3 l Kompost je m² zusätzlicher Stickstoffbedarf, gelten höchstens 150 g Horndünger je m² als Orientierung. Die Hälfte gibst du bei der Pflanzung, die andere Hälfte 3 bis 4 Wochen später.

Marias Erfahrung

Beim Auspflanzen der Tomaten gebe ich das Präparat direkt an den Wurzelballen und arbeite die erste Hälfte des Horndüngers flach in die Pflanzfläche ein. Den Termin für die zweite Hälfte schreibe ich gleich auf das Beetschild.

Karotten, Zwiebeln und Kürbis neben Kohl und Spinat

Karotten, Zwiebeln und Kürbisse gehören zu den Kulturen, die arbuskuläre Mykorrhiza bilden. Kohlarten, Rüben und Spinat gelten dagegen als typische Nichtwirte, der Pilzanteil eines Präparats findet bei ihnen keinen Wirt. Gedüngt werden beide Gruppen nach demselben Prinzip: Bedarf der Kultur, Bodenvorrat, alle weiteren Gaben.

Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Für kurze Frühjahrskulturen wie Radieschen oder Kopfsalat mit 4 bis 8 Wochen Entwicklungszeit eignet sich Hornmehl besser als grobe Hornspäne. Die Zehrer-Einstufung deiner Beete kannst du im Beetplaner für Zehrer und Anbaupausen festhalten.

Bäume und Sträucher

In einem untersuchten Stadtbaumversuch wurden je nach Mykorrhizatyp der Baumart Ekto- oder Endomykorrhizapräparate eingesetzt. Ein nachweisbarer Einfluss der geprüften Präparate zeigte sich dort nicht, bei der Erweiterung der Pflanzung wurde auf die Zugabe verzichtet. Unabhängig vom Präparat erhalten Obst- und Ziergehölze nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen. Was Wurzelaktivatoren speziell Gehölzen bringen können, behandelt ein eigener Ratgeber.

Häufige Fragen

Welche Rolle spielen Mykorrhiza-Pilze in Wurzelaktivatoren?
Mykorrhizapilze gehen mit den Wurzeln eine Symbiose ein: Sie können die Pflanze mit Phosphat, Nitrat und Wasser versorgen und erhalten dafür Assimilate. Dabei erschließen sie vorhandene Bodennährstoffe und bringen selbst keine zusätzlichen Nährstoffe in den Boden ein. Ein arbuskuläres Mykorrhizapräparat muss in die Zone lebender Wirtswurzeln gelangen, weil die Pilze für Wachstum und Vermehrung auf die Pflanze angewiesen sind.
Warum ist der pH-Wert bei der Anwendung von Wurzelaktivatoren wichtig?
Der pH-Wert entscheidet mit, ob Nährstoffe verfügbar sind oder in schwer löslichen Verbindungen festgelegt werden. Bei Phosphat nimmt die Löslichkeit vieler Verbindungen zum Beispiel unter pH 5,5 stark ab. Überhöhte Gaben versauernder Dünger können den Boden-pH senken und die Lebensbedingungen der Bodenmikroorganismen verändern. Welcher Zielbereich passt, hängt von Bodenart und Kultur ab, deshalb kalkst du nur, wenn eine Bodenuntersuchung einen zu niedrigen Wert zeigt.
Welche Unterschiede bestehen zwischen organischen und mineralischen Düngern in Kombination mit Wurzelaktivatoren?
Organische Dünger wie Kompost und Hornspäne müssen erst mineralisiert werden, und bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen sie kaum Nährstoffe frei. Mäßige organische Düngung kann das Vorkommen arbuskulärer Mykorrhizapilze im Boden fördern. Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und decken kurzfristigen Bedarf rasch, zu hohe Gaben können aber Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Beide Arten rechnest du zusammen mit Kompost und anderen Gaben gegen den Bodenvorrat und den Bedarf der Pflanze.
Wie unterscheiden sich Flüssigdünger von Langzeitdüngern bei der Verwendung mit Wurzelaktivatoren?
Flüssigdünger kann die Versorgung rasch verbessern und kommt nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Bei umhüllten Langzeitdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchtigkeit ab, und eine hohe Bevorratung kann den Salzgehalt im Substrat zeitweise über den optimalen Bereich anheben. Bei ausreichend bemessener Depotdüngung brauchen Kübelpflanzen im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe. Liegt nur ein Teilvorrat im Topf, bemisst du den Flüssigdünger nach Pflanzenentzug und vorhandener Depotmenge.
Welche Dosierung empfiehlt sich bei der Kombination von Wurzelaktivatoren mit verschiedenen Düngemitteln?
Den Wurzelaktivator dosierst du nach Packungsangabe. Die Düngermenge ergibt sich aus Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und allen weiteren Gaben, dazu zählen Kompost und Nährstoffe, die auf dem Etikett des Aktivators stehen. Ein pauschaler Abschlag nur wegen des Präparats lässt sich nicht begründen, denn Mykorrhiza erschließt vorhandene Nährstoffe und bringt selbst keine ein. Zeigt der Befund Versorgungsstufe E, kann die Düngung mit dem betreffenden Nährstoff vorübergehend entfallen.
Stimmt es, dass Wurzelaktivatoren bei allen Pflanzenarten gleich wirken?
Nein. Karotten, Zwiebeln und Kürbisse gehören zu den Kulturen, die arbuskuläre Mykorrhiza bilden, Kohlarten, Rüben und Spinat gelten dagegen als typische Nichtwirte. In einem untersuchten Stadtbaumversuch wurden je nach Mykorrhizatyp der Baumart unterschiedliche Ekto- oder Endomykorrhizapräparate eingesetzt. Außerdem hängt die Wirkung mikrobieller Präparate von Boden, Klima, vorhandener Mikrobenpopulation und Produktqualität ab.
Welche Anwendungsbeispiele gibt es für Wurzelaktivatoren bei Tomaten und Gemüsepflanzen?
Bei Tomaten kommt ein Mykorrhizapräparat beim Pflanzen in die Zone der lebenden Wurzeln. Stickstoff ergänzt du auf phosphatreichen Beeten gezielt mit Horndünger statt mit einem zusätzlichen NPK-Dünger. In einem Gewächshaus-Großversuch mit dem Mykorrhizapilz Rhizophagus irregularis blieb der Tomatenertrag gleich, die Früchte enthielten aber mehr Zucker, Lycopin und Aminosäuren. Karotten, Zwiebeln und Kürbisse bilden arbuskuläre Mykorrhiza, bei Kohl und Spinat als typischen Nichtwirten findet der Pilzanteil eines Präparats dagegen keinen Wirt.
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