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Frühjahrsdüngung für Zierpflanzen: Zeitpunkt, Menge und Einarbeiten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Frühjahr statt im Herbst düngen, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden.
  • Eingewachsene Rosen zur Forsythienblüte mit langsam wirkendem organischem Dünger versorgen.
  • Prachtstauden erhalten im Frühjahr 3 l Kompost je m², starkwachsende Arten zusätzlich Hornmehl.
  • Gewöhnliche Ziergehölze bekommen zusätzlichen Stickstoff nur bei Bedarf und erst ab Mai.
  • Kompost zählt mit: Die volle Packungsmenge eines Volldüngers kommt nicht obendrauf.
  • Dünger auf feuchten Boden streuen, nicht auf nasses Laub, und Kompost nur flach einarbeiten.
  • Kübel in frisch vorgedüngter Erde brauchen gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keinen Dünger.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Im März stehe ich jedes Jahr mit meinem Gartenheft zwischen den Beeten. Für jedes Beet entscheide ich neu: Kompost, Hornmehl oder gar nichts? Genau darum geht es bei der Frühjahrsdüngung. Wer zu früh, zu viel oder doppelt düngt, verliert Nährstoffe, denn was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann ausgewaschen werden. Mit der passenden Menge zur passenden Zeit versorgst du Stauden, Rosen und Gehölze dann, wenn sie wachsen.

Kurz erklärt

Die Frühjahrsdüngung ist die erste Nährstoffgabe im Gartenjahr, abgestimmt auf den Austrieb der Pflanzen. Im Ziergarten übernimmt Kompost dabei die Grundversorgung. Zusätzlichen Stickstoff gibst du nur dort, wo die Pflanzen ihn brauchen.

Warum im Frühjahr düngen und nicht im Herbst?

Dünge im Hausgarten möglichst im Frühjahr statt im Herbst, denn so gehen weniger Nährstoffe durch Auswaschung verloren. Auf leeren Beeten nimmt keine Pflanze die freigesetzten Nährstoffe mehr auf. Nitrat halten die überwiegend negativ geladenen Bodenteilchen kaum fest, es kann mit dem Sickerwasser ins Grundwasser gelangen.

Gedüngt wird deshalb in der Wachstumszeit, denn Phasen hoher Wurzelaktivität begünstigen die Aufnahme der Nährsalze. Daraus folgt: Wer düngt, bevor die Pflanzen wachsen, riskiert, dass ein Teil des Stickstoffs ungenutzt im Sickerwasser landet.

Ab wann düngst du welche Zierpflanzen?

Einen gemeinsamen Stichtag für alle Zierpflanzen gibt es nicht. Jede Gruppe hat ihren eigenen Termin, bei Rosen zeigt ihn eine Zeigerpflanze an. Die Tabelle fasst die Frühjahrstermine zusammen.

Pflanzengruppe Wann im Frühjahr Worauf du achtest
Eingewachsene Gartenrosen zur Forsythienblüte langsam wirkender organischer Dünger; frisch gepflanzte Rosen frühestens im Folgejahr
Nährstoffbedürftige Beetstauden im Frühjahr Zwiebelblumen im Staudenbeet werden über die Staudendüngung im zeitigen Frühjahr vor ihrer Blüte mitversorgt
Freiwachsende Hecken im zeitigen Frühjahr, nur bei Düngebedarf organischer Mehrnährstoffdünger, gleichmäßig zwischen den Gehölzen verteilt
Gewöhnliche Ziergehölze Kompost im Frühjahr, zusätzlicher Stickstoff erst ab Mai Reserven in Holz und Rinde versorgen den frühen Austrieb
Rhododendron Anfang bis Mitte April nach einer Frühjahrspflanzung nach etwa 2 Wochen, nach einer Herbstpflanzung im folgenden Frühjahr
Bambus im März, zweiter Termin im August stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor
Kübelpflanzen mit Winterruhe Düngezeit von Ende April bis August nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde gewöhnlich 4 bis 6 Wochen Pause

Ich notiere mir jedes Jahr den Tag, an dem die Forsythie am Zaun aufblüht. Danach richte ich die Rosendüngung, nicht nach dem Kalender.

Bei Kälte bringt ein früher Termin wenig. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Niedrige Temperaturen verzögern zudem die Wirkung organischer und mineralischer Langzeitdünger. Mit der Bodenarbeit wartest du, bis der Boden nicht mehr zu feucht ist.

Womit düngst du im Frühjahr?

Ich baue die Frühjahrsgabe im Ziergarten aus zwei Bausteinen auf. Der erste ist reifer Kompost. Er liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, die aber nicht alle sofort pflanzenverfügbar sind. Außerdem fördert er das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenaggregate.

Der zweite Baustein ist Stickstoff, denn Kompost setzt davon nur wenig frei. Dafür eignet sich Hornmehl. Hornprodukte liefern vor allem Stickstoff und Schwefel, Phosphor und Kalium dagegen nur in geringen Mengen. Zusammen mit Kompost ergibt das eine vollständige Frühjahrsgabe: Der Kompost bringt die Grundnährstoffe, das Horn den Stickstoff.

Für den Frühjahrstermin zählt die Körnung. Hornmehl ist unter günstigen Bedingungen nach ungefähr sechs Wochen umgesetzt. Gröbere Hornspäne brauchen dafür mehrere Monate.

Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und können einen bestätigten Mangel rasch ausgleichen. Welche Düngerarten und Düngerformen es gibt und wie schnell sie wirken, erklärt der Grundlagenratgeber zum Düngen. Dort findest du auch den Vergleich von organischen, mineralischen und Depotdüngern.

Kurz zu den Nährstoffen: Stickstoff brauchen Pflanzen für Blätter und Triebe, Phosphor wirkt im Energiehaushalt, Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Wofür Zierpflanzen Stickstoff, Phosphor und Kalium im Einzelnen brauchen, steht in einem eigenen Ratgeber.

Wie viel bekommen Stauden, Gehölze und Rosen?

Die passende Menge hängt an deinem Boden: Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge des Düngers. Die Probe nimmst du im zeitigen Frühjahr vor der Düngung. Wie du sie ziehst, beschreibt der Grundlagenratgeber im Abschnitt über Boden, Humus und Bodenanalyse.

Als Orientierung gelten diese Frühjahrsmengen, sofern dein Boden nicht schon stark mit Phosphor oder Kalium versorgt ist:

Pflanzung Kompost im Frühjahr Zusätzlicher Stickstoff
Prachtstauden 3 l/m², leicht eingearbeitet nur nach Bedarf
Starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen 3 l/m² bis zu 50 g Hornmehl je m²
Gartenrosen etwa 3 l/m² im März oder April bedarfsgerecht ergänzen
Eingewachsene Ziergehölze 2 bis 4 l/m² nur bei festgestelltem Bedarf, ab Mai
Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten keine Kompostgabe erst bei erkennbaren Mängeln
Rhododendron, Azaleen und andere Moorbeetpflanzen kein gewöhnlicher Gartenkompost gezielt nach Boden-pH und vorhandenen Nährstoffen

Für Rosen gibt es zusätzlich einen jährlichen Richtwert für Stickstoff. Edel-, Strauch- und Kletterrosen brauchen als Orientierung 18 g Stickstoff je m². Für Bodendeckerrosen sind es 10 g/m². Das Stickstoffangebot deines Bodens ziehst du davon vor der Düngung ab.

Bei vielen Ziergehölzen außer Rosen deckt das Stickstoffangebot des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend. Flachwurzelnden Schattenstauden genügen häufig 2 bis 3 g N/m² im Jahr, je nach Bodenvorrat und weiteren Gaben. Eingewachsene, standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen in der Regel gar keinen Zusatzdünger. Eine Staudenpflanzung auf reinem Schottersubstrat kann dagegen im März eine Gabe stickstoffbetonten Langzeitdüngers mit 5 bis 10 g N/m² benötigen.

Lavendel düngst du zurückhaltend. Das unterstützt einen intensiveren Duft und einen kompakten, standfesten Wuchs. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können bei ihm dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen.

Für Kompost gilt im Ziergarten eine Obergrenze. Bei Phosphat-Gehaltsstufe C bis E sind es jährlich höchstens 3 l Gartenkompost je m². Zeigt dein Befund für einen Nährstoff die sehr hohe Stufe E, kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend entfallen.

Zahl im Blick

Eine einzelne Stickstoffgabe im Garten sollte 10 g N/m² nicht überschreiten. Das ist eine Obergrenze und kein Sollwert, dein tatsächlicher Bedarf kann darunter liegen.

Kompost zählt bei jeder weiteren Gabe mit. Die Packungsempfehlung eines Gartendüngers setzt eine optimale Bodenversorgung voraus und gilt nur ohne zusätzlichen Kompost. Kompost bringt aber selbst Stickstoff, Phosphat und Kalium mit. Wer auf das kompostierte Beet noch die volle Packungsmenge eines Volldüngers streut, gibt Phosphat und Kalium also doppelt. Wie du das Düngeretikett liest und die Produktmenge aus deinem Bedarf berechnest, zeigt die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger.

Ich wiege die Hornmehlmenge für ein Beet einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher. Das mache ich für jeden Dünger neu, weil sich die Schüttgewichte unterscheiden.

Rhododendren brauchen sauren Boden, und ihre gezielte Düngung setzt die Kenntnis von Boden-pH und vorhandenen Nährstoffen voraus. Bei blauen Hortensien kann Phosphat das Aluminium im Substrat festlegen und so die Blaufärbung beeinträchtigen. Wie du Rosen, Rhododendren, Hortensien und Clematis gezielt mit Spezialdünger versorgst, steht in einem eigenen Ratgeber.

So bringst du Dünger aus und arbeitest ihn ein

Beim Ausbringen gehe ich jedes Frühjahr in derselben Reihenfolge vor:

  1. Abtrocknen lassen: Warte, bis der Boden nicht mehr zu feucht ist. Betritt die Beete möglichst nicht, damit Porenstruktur und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben.
  2. Neue Beete lockern: Neu zu bepflanzende Zierbeete lockerst du mit dem Sauzahn kreuzweise in etwa 20 cm Abstand. Die Bodenschichten wendest du dabei nicht um.
  3. Kompost sieben: Für Blumenbeete nimmst du abgesiebten Kompost mit Bestandteilen kleiner als 10 bis 15 mm.
  4. Auf feuchten Boden streuen: Kompost und Hornmehl verteilst du gleichmäßig auf feuchtem Boden. Auf nassen Pflanzenteilen darf kein Dünger liegen bleiben, sonst können Ätzschäden entstehen.
  5. Flach einarbeiten: Kompost arbeitest du nur oberflächlich ein, das Hornmehl harkst du gleich mit unter. Tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen.
  6. Wurzeln schonen: Im Wurzelbereich von Rhododendren unterbleibt die Bodenbearbeitung, weil ihre Feinwurzeln dicht unter der Oberfläche liegen. Ihren Dünger verteilst du außen unter der Krone oberflächlich und gießt ihn an. Die flach liegenden, fleischigen Feinwurzeln der Clematis schonst du ebenfalls.

Freiwachsende Hecken bekommen ihren Dünger gleichmäßig zwischen die Gehölze, bei Bedarf arbeitest du ihn leicht ein.

Bevor ich streue, greife ich in die Erde und schaue aufs Laub. Ist die Erde feucht und sind die Blätter trocken, fange ich an.

Häufiger Fehler

Morgens auf taunasses Laub streuen. Bleiben Körnchen an nassen Blättern hängen, können Ätzschäden entstehen. Warte, bis das Laub abgetrocknet ist, und streu dann auf den feuchten Boden.

Mulchst du nach dem Düngen mit Rindenmulch, Holzhäckseln oder Stroh, sichere vorher die Stickstoffversorgung, denn diese Materialien können beim Abbau Stickstoff binden. Eine früh aufgebrachte Mulchschicht verzögert außerdem im Frühjahr die Erwärmung und Abtrocknung des Bodens. Mehr zu Mulch und Gründüngung findest du im Grundlagenratgeber im Abschnitt über natürliche Düngemethoden.

Achtung

Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, deshalb trage ich beim Streuen Handschuhe. Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Organische Dünger mit nicht ausreichend erhitztem Rizinusschrot können bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Bei Verdacht rufst du sofort eine Tierarztpraxis an und bringst die Verpackung mit, ohne Hausmittel zu geben oder Erbrechen auszulösen. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Blumendünger aufgenommen, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis.

Kübel und Balkonkästen im Frühjahr

Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase düngst du in ihrer Wachstumszeit von Ende April bis August. Stellst du nicht umgetopfte Kübel im Frühjahr heller und wärmer auf, kannst du wieder mit leichter Düngung beginnen. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde braucht die Pflanze gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger.

Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Produkts. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. In torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Prüfe die Feuchte deshalb tiefer im Topf oder am Gewicht des Gefäßes.

Langzeitdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, deckst ihn leicht mit Erde ab und gießt von oben an. Er wird nur in Verbindung mit Wasser wirksam, und bei niedrigen Temperaturen setzt seine Wirkung verzögert ein.

Auch vorgedüngte torffreie Erde kann zeitweise zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff bereitstellen. Hornspäne oder Hornmehl mischst du dort schon vor dem Pflanzen unter die Erde. Im kleinen Gefäß müssen sie erst mikrobiell abgebaut werden, sodass ihre Wirkung verzögert und unzureichend einsetzen kann.

Pelargonien gehören zu den Starkzehrern unter den Balkonpflanzen. Ohne Langzeitdünger bekommen sie nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger.

Kranke Kübelpflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an. Vernässte Pflanzen mit noch nicht verfaulten Wurzeln bekommen bis zum Abtrocknen weder Wasser noch Dünger.

Tipp

Kombinierst du Depot- und Flüssigdünger, bemisst du die flüssige Gabe nach dem Bedarf der Pflanze und der schon vorhandenen Depotmenge. Ist der Kübel ausreichend mit Langzeitdünger versorgt, braucht er im Sommer in der Regel nichts zusätzlich.

Typische Fehler bei der Frühjahrsdüngung

Bei kaltem Boden nachstreuen

Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die Nährstofffreisetzung organischer Dünger. Eine weitere Gabe behebt das akute Problem dann nicht zuverlässig. Feuchtwarme Witterung kann dagegen starke Nährstoffschübe auslösen. Wer im kalten Boden nachstreut, sammelt also Dünger an, der später bei feuchtwarmem Wetter auf einmal frei werden kann.

Frisch Gepflanztes sofort düngen

Frisch gepflanzte Gartenrosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Bei Koniferen ist eine Düngung direkt bei der Pflanzung nicht grundsätzlich nötig, sie richtet sich nach der untersuchten Nährstoffversorgung. Kübel in frisch vorgedüngter Erde brauchen ebenfalls erst einmal keinen Dünger.

Kompost an die falschen Pflanzen geben

Gewöhnlicher Gartenkompost enthält Kalk und hat typischerweise einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5. Für Rhododendren, Azaleen und andere Moorbeetpflanzen ist er deshalb ungeeignet. Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten bekommen ebenfalls keinen Kompost. Bei Stauden nährstoffarmer Naturstandorte führt übermäßige Düngung zu untypisch starkem Wachstum und schlechterer Winterhärte. Liegt der Boden-pH schon über dem Zielbereich für Boden und Pflanze, bringst du weder Kompost noch kalkhaltige Dünger aus.

Volldünger streuen, obwohl nur ein Nährstoff fehlt

Bei sehr hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kalium- oder Magnesiummangel sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger. Den Befund dafür liefert die Bodenuntersuchung.

Mit mehr Dünger mehr Blüten erzwingen

Mythos-Check

Mehr Dünger bringt mehr Blüten? Ein Stickstoffüberschuss kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern. Auch eine zusätzliche Phosphatbetonung ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und das Vermeiden von Stickstoffüberschüssen.

Zu viel Stickstoff kann außerdem weiches, mastiges Gewebe begünstigen. Eine sehr hohe Stickstoffversorgung kann Blattläusen günstigere Ernährungsbedingungen bieten.

Gelbe Blätter sofort mit Dünger beantworten

Gelbe Blätter im Frühjahr können auf Nährstoffmangel hindeuten. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtung verursachen aber ähnliche Symptome, und ein ungünstiger pH-Wert oder Sauerstoffmangel können die Aufnahme hemmen. Wie du Mangel und Überdüngung auseinanderhältst, erklärt der Grundlagenratgeber im Abschnitt über Mangel und Überdüngung.

Marias Erfahrung

Für jedes Beet führe ich eine Zeile im Gartenheft: Datum, Kompostmenge, Hornmehl ja oder nein. Im Frühjahr lese ich die Zeilen vom Vorjahr, bevor ich einen Sack öffne. Dabei sehe ich, welches Beet zuletzt Kompost bekommen hat und welches nicht.

Wie geht es nach dem Frühjahr weiter?

Humose Gartenböden liefern bei warmer und feuchter Witterung im Sommer häufig genügend Nährstoffe nach. Ob du im Sommer noch einmal düngst, hängt deshalb vom tatsächlichen Bedarf ab. Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Welche Zierpflanzen im Sommer und Herbst noch eine Gabe bekommen, liest du im Ratgeber zum passenden Düngezeitpunkt.

Eigener Kompost hält Nährstoffe im Gartenkreislauf und kann Ausgaben für Dünger und Blumenerde verringern. Wer alle Bioabfälle des Haushalts selbst verwertet, braucht als Faustregel ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied, damit sich keine Nährstoffe übermäßig anreichern.

Häufige Fragen

Wann beginnt die Frühjahrsdüngung von Zierpflanzen?
Einen gemeinsamen Stichtag gibt es nicht, du richtest dich nach der Pflanzengruppe. Eingewachsene Rosen düngst du zur Forsythienblüte, nährstoffbedürftige Beetstauden samt Zwiebelblumen im zeitigen Frühjahr. Gewöhnliche Ziergehölze bekommen zusätzlichen Stickstoff nur bei festgestelltem Bedarf und erst ab Mai. Kübelpflanzen mit Winterruhe düngst du von Ende April bis August.
Warum ist eine Bodenanalyse vor der Frühjahrsdüngung sinnvoll?
Eine Bodenuntersuchung ermittelt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte und ist die Grundlage dafür, welchen Dünger du in welcher Menge brauchst. Zeigt sie für einen Nährstoff die sehr hohe Versorgungsstufe E, kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend entfallen. Die Probe nimmst du im zeitigen Frühjahr oder im späten Herbst, jeweils vor der Düngung. Stickstoff erfasst die Standarduntersuchung nicht, dafür ist eine gesonderte Nmin-Untersuchung nötig.
Wie unterscheidet sich die Düngung von Rosen von der anderer Zierpflanzen?
Bei vielen Ziergehölzen außer Rosen deckt das Stickstoffangebot des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend. Rosen bekommen dagegen im März oder April etwa 3 l Kompost je m² und zusätzlich eine bedarfsgerechte Stickstoffgabe. Im Frühjahr nimmst du dafür zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden organischen Dünger. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.
Wie arbeitet man Hornmehl und Hornspäne richtig ein?
Streu das Horn gleichmäßig auf feuchten Boden, nicht auf nasses Laub, und arbeite es leicht ein. Hornmehl ist unter günstigen Bedingungen nach ungefähr sechs Wochen umgesetzt, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zur Kompostgabe bis zu 50 g Hornmehl je m² erhalten. Im Wurzelbereich von Rhododendren unterbleibt die Bodenbearbeitung, dort verteilst du Dünger nur oberflächlich und gießt ihn an.
Welche Schritte gehören zur Bodenlockerung im Frühjahr?
Warte, bis der Boden nicht mehr zu feucht ist, und betritt die Beete möglichst nicht, damit ihre Porenstruktur erhalten bleibt. Neu zu bepflanzende Zierbeete lockerst du mit einem Sauzahn kreuzweise in etwa 20 cm Abstand, ohne die Bodenschichten umzuwenden. Kompost arbeitest du danach nur oberflächlich ein. Im Wurzelbereich von Rhododendren unterbleibt die Bodenbearbeitung, weil ihre Feinwurzeln dicht unter der Oberfläche liegen.
Ist es ein Mythos, dass mehr Dünger automatisch mehr Blüten bringt?
Ja. Ein Stickstoffüberschuss kann starkes Laubwachstum auf Kosten der Blütenbildung fördern und weiches, mastiges Gewebe begünstigen. Auch ein phosphatbetonter Blütendünger ist kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung und das Vermeiden von Stickstoffüberschüssen.
Wie unterscheiden sich Langzeitdünger und Flüssigdünger in der Anwendung?
Langzeitdünger mischst du ins Substrat oder streust ihn gleichmäßig auf, deckst ihn leicht mit Erde ab und gießt von oben an. Seine Freisetzung hängt von Feuchtigkeit und Temperatur ab, die Wirkungsdauer steht auf der Verpackung. Flüssigdünger versorgt rasch und kommt nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Ist ein Kübel ausreichend mit Langzeitdünger versorgt, braucht er im Sommer in der Regel keine zusätzliche Gabe.
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