Nachhaltiger Gartenbau: So gestaltest du deinen Garten umweltfreundlich, vom Boden bis zur Ernte
- Erst den Boden untersuchen, dann Kompost und Dünger nach Befund geben.
- Angewelkten Grasschnitt nur so dünn mulchen, dass der Boden noch leicht durchscheint.
- Gemüse durchdringend und direkt im Wurzelbereich gießen, damit die Blätter trocken bleiben.
- Pflanzenschutz beginnt mit Vorbeugen: Abstand, Fruchtfolge, Netze, Vlies und Blüten für Nützlinge.
- Laub, Rasenschnitt und Kompost bleiben als Mulch und Bodenverbesserung im Garten.
- Für eigenes Saatgut keine Hybridsorten nehmen, ihre Nachkommen fallen nicht zuverlässig sortenecht aus.

Ein umweltfreundlicher Garten entsteht weniger durch neue Anschaffungen als durch weniger Verschwendung. Wer nach Gewohnheit düngt, nach Kalender gießt und beim ersten Fraßloch spritzt, verbraucht Dünger, Wasser und Mittel, die der Garten vielleicht gar nicht braucht. Ich frage deshalb bei jeder Arbeit zuerst, was schon da ist: Laub, Rasenschnitt, Kompost und Regenwasser. Hier zeige ich dir, wie ich Boden, Wasser, Pflanzenschutz, Rasen und Nutzgarten ressourcenschonend bewirtschafte.
Was heißt nachhaltig gärtnern im Alltag?
Nachhaltig gärtnern heißt für mich, nur das einzusetzen, was Boden und Pflanzen tatsächlich brauchen. Was im Garten anfällt, bleibt im Kreislauf. Daraus ergeben sich fünf Grundprinzipien, die sich durch alle Bereiche ziehen:
- Erst messen, dann versorgen: Kompost und Dünger richten sich nach dem Bodenbefund, nicht nach der Gewohnheit.
- Wasser an die Wurzel: Du gießt durchdringend und direkt im Wurzelbereich.
- Vorbeugen vor Eingreifen: Standort, Abstand, Fruchtfolge, Netze und Nützlinge kommen vor jedem Mittel.
- Kreisläufe schließen: Rasenschnitt, Laub und Pflanzenreste bleiben als Mulch und Kompost im Garten.
- Lange nutzen: Dauerkulturen, eigenes Saatgut, weiterverwendete Gefäße und gepflegte Geräte sparen Neukäufe.
Bevor du etwas umbaust, lohnt ein Blick auf den Bestand. Ein Bestandsplan erfasst Wege, Terrassen, Beete, erhaltenswerte Pflanzen und Bauteile. Dazu klärst du, wofür du den Garten nutzen willst und wie viel Pflegezeit du hast. Wie du vom Bestandsplan über Konzept und Budget bis zur Umsetzung planst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Bodenpflege: Wie versorgst du den Boden, ohne zu verschwenden?
Bodenuntersuchung: erst messen, dann handeln
Ob ein Beet Kompost, Kalk oder Dünger braucht, siehst du ihm nicht an. Eine Bodenuntersuchung mit nutzungsbezogener Düngeempfehlung hilft dir, die Nährstoffzufuhr auf deinen Boden abzustimmen. Untersucht werden Bodenart, pH-Wert, Phosphat, Kalium und Magnesium. Die Standarduntersuchung wiederholst du üblicherweise alle 4 bis 5 Jahre.
So ziehst du eine aussagekräftige Bodenprobe.
- Nimm eine einheitlich genutzte Fläche, zum Beispiel das Gemüsebeet.
- Verteile 10 bis 15 Einstiche gleichmäßig und vereinige sie zu einer Mischprobe.
- Beprobe im Gemüsebeet den gesamten Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe.
- Lass Wege, Ränder und die Nähe zum Kompost aus.
Ich setze die Einstiche im Zickzack über das Beet und sammle die Erde in einem sauberen Eimer. Den gemessenen pH-Wert ordnest du anschließend nach der Bodenart ein.
Für Gemüse auf Sandboden liegt der pH-Zielbereich bei 5,4 bis 5,8. Auf sandigem Lehm, schluffigem Lehm oder Lehm liegt er bei 6,6 bis 7,0. Kulturheidelbeeren brauchen dagegen sauren Boden mit einem pH-Wert von 4,0 bis 5,0.
Kompost: Wie viel bekommt das Beet?
Im Kompost werden Küchen- und Gartenabfälle wieder zu Material für die Bodenverbesserung. Du schichtest feuchte Küchenreste im Wechsel mit trockenem Gartenmaterial und lässt den Haufen verrotten. Reifer Kompost ist feinkrümelig, dunkelbraun und riecht nach Walderde. Für Rasenpflege und Erdmischungen siebst du das grobe Material aus, zur Bodenverbesserung darf es drinbleiben.
Auch Kompost gibst du nach Befund. Gemüsebeete können im Frühjahr bei passendem Bodenbefund 3 l Kompost je m² erhalten. Wie viel es sein darf, hängt am Phosphatgehalt:
| Phosphat-Gehaltsstufe im Bodenbefund | Kompostgabe |
|---|---|
| C bis E | höchstens 3 l/m² je Gemüsekultur |
| A bis B | 6 l/m² jährlich können zur Phosphatversorgung dienen |
Kompost, Mist, eingearbeitete Gründüngung und Erntereste zählen außerdem als Nährstoffquellen, wenn du weitere Düngergaben berechnest. Verteilst du Kompost nach Gefühl und düngst danach nach Gewohnheit, versorgst du das Beet also womöglich doppelt. Dünger ergänzt nur, was Boden und Kompost nicht schon liefern; wie du nach Bedarf statt nach Gewohnheit düngst, erklärt der Gartenplanungs-Ratgeber.
Ich siebe nur so viel Kompost, wie ich für Aussaaterde und den Rasen brauche. Den groben Rest verteile ich im Frühjahr auf den Beeten, in der Menge, die der Befund vorsieht.
Mulchen mit Rasenschnitt und Laub
Mulch hält den Boden bedeckt und verwertet, was ohnehin anfällt. Angewelkten Grasschnitt bringst du im Gemüsebeet nur so aus, dass der Boden noch leicht durchscheint. Dafür legst du wiederholt nach, sobald der Boden wieder frei liegt. Ich lasse den Schnitt erst auf dem Rasen anwelken und trage ihn dann in die Beete.
Herbstlaub rechst du von Rasen, Wegen und Teichen. Auf abgeräumten Beeten oder zwischen Stauden darf es in dünnen Lagen liegen bleiben.
Den ganzen Rasenschnitt auf einmal aufs Beet kippen. Eine dicke Schicht kann zusammenkleben, deshalb trägst du angetrockneten Schnitt nur bodendeckend auf und erneuerst ihn bei Bedarf.
Gründüngung: Beete nicht offen liegen lassen
Ein abgeerntetes Beet muss nicht nackt bis zum Frühjahr warten. Leguminosen wie Erbsen, Bohnen und Lupinen können mithilfe von Wurzelbakterien Luftstickstoff binden. Sonnenblumen können als tiefwurzelnde Gründüngung dazu beitragen, untere Bodenschichten zu lockern. Im Oktober kommen Winterroggen, Wintererbse und Winterackerbohne als späte GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. infrage. Winterroggen säst du noch bis Mitte oder Ende Oktober.
Eine Einschränkung gilt beim Salat. Sonnenblumen und Ringelblumen baust du als Gründüngung nicht unmittelbar vor oder nach Salat an.
Die als Feld-Sonnenblume angebotene Gründüngung ist keine eigene botanische Art. Botanisch gehört sie zur Gemeinen Sonnenblume, Helianthus annuus.
| Feld-Sonnenblume als Gründüngung | Wert |
|---|---|
| Aussaat des angebotenen Gründüngungssaatguts | Mai bis August |
| Saattiefe | 3 cm |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Höhe | ungefähr 150 bis 200 cm |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. | 4 Jahre |
Weil sie eine Gemeine Sonnenblume ist, gilt für sie dieselbe Fruchtwechselpause wie für Sonnenblumen im Blumenbeet. Plane die Gründüngung deshalb in deine Beetnotizen ein.
Umgraben zur Frostgare ist nur bei schweren Böden sinnvoll, bei denen ein Durchfrieren zu erwarten ist. Leichte Böden lockerst du im Frühjahr mit der Grabgabel.
Wassermanagement: Wie gießt du gezielt und gründlich?
Ich gieße Gemüse direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter möglichst trocken bleiben. Wie viel Wasser ein durchdringender Gießgang bringt, hängt am Boden.
Für ein Gemüsebeet sind je durchdringendem Gießgang etwa 20 bis 25 l/m² vorgesehen, solange der Unterboden noch leicht feucht ist. Als Orientierung gelten 10 bis 15 l/m² in mehreren Schritten bis 20 bis 25 l/m² je Gießdurchgang. Wo du dich einordnest, entscheiden Bodenfeuchte und Witterung.
Wann du gießt, entscheidest du am Boden und nicht am Kalender. Vor dem Gießen stecke ich den Finger in die Erde und prüfe, ob sie unter der Oberfläche noch feucht ist. Flaches Hacken entfernt junge Unkräuter und vermindert Wasserverluste.
Wird das Regenwasser knapp, gieße ich zuerst die Kulturen, die gerade in einer empfindlichen Phase stehen. Bei Gartenbohnen ist eine ausreichende Wasserversorgung vor allem während Blüte und Fruchtbildung wichtig.
Regenwasser sammeln, torffrei gärtnern
Regenwasser fängst du in einer Tonne am Fallrohr auf und hast es in Trockenphasen griffbereit.
Spielen Kinder im Garten, muss die Regentonne kippsicher stehen und mit einem Deckel gegen Hineinfallen gesichert sein.
Torffreie Substrate ersetzen Torf durch andere geeignete Komponenten. Die Oberfläche torffreier Erde trocknet rasch ab, deshalb kontrollierst du die Feuchte darunter, bevor du nachgießt.
Pflanzen für trockene Plätze
An sonnigen, mageren Plätzen nahe Sitzplatz oder Weg passen Duftkräuter wie Lavendel und Thymian. Wie du den ganzen Garten mit Wasser-, Boden- und Pflanzenstrategien klimaresilient machst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Natürlicher Pflanzenschutz: Wie beugst du Schädlingen und Krankheiten vor?
Natürlicher Pflanzenschutz folgt einer Reihenfolge: vorbeugen über Standort, Abstand und Fruchtfolge, dann kontrollieren, dann mechanisch eingreifen. Jede Stufe senkt das Risiko, eine gesunde Ernte garantiert keine davon.
Krankheiten vorbeugen: Erregern die Bedingungen nehmen
Viele Erreger brauchen bestimmte Bedingungen, um sich auszubreiten. Bei der Kraut- und BraunfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. an Tomaten ermöglichen Luftfeuchten über 90 % oder tropfnasse Blätter die Sporenbildung und Sporenkeimung. Gießt du direkt im Wurzelbereich, bleiben die Blätter trockener, und das kann dem Erreger eine dieser Bedingungen nehmen. Außerdem pflanzt du Tomaten möglichst weit entfernt von Kartoffeln und schützt sie mit einem Regendach vor Niederschlägen.
Fruchtfolge und Mischkultur kurz eingeordnet
Bei der Fruchtfolge folgen Kulturen derselben Familie nicht direkt aufeinander; Vor- und Nachkulturen hältst du in einem Beetplan mit Belegungszeiten fest. Mischkultur kann einen gesunden Garten unterstützen, pauschale Schutzwirkungen einzelner Gemüsenachbarn sind aber häufig nicht ausreichend belegt. Welche Gemüse als Nachbarn zusammenpassen, prüfst du vorab; die Anbaupausen nach Familien stehen im Fruchtfolge-Abschnitt des Gartenplanungs-Ratgebers.
Netze und Vlies statt Spritze
Netze und Vlies halten Schädlinge mechanisch vom Gemüse fern. Kohlfliegen können ab Anfang bis Mitte April auftreten. Frühe Kohlkulturen deckst du deshalb vorbeugend mit Vlies ab. Bei Kulturschutznetzen entscheidet die Maschenweite, welche Tiere draußen bleiben können:
| Maschenweite | Kann unter anderem abhalten |
|---|---|
| 1,35 mm | Gemüsefliegen und Raupen |
| 0,8 mm | kleinere Schädlinge wie ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. |
Bei warmem, trockenem Wetter kann ein feines Netz zum Beispiel den Asiasalat ‚Wasabino‘ vor Erdflöhen schützen. Verlass dich trotzdem nicht blind darauf und kontrolliere unter dem Netz. Ich hebe das Netz beim Gießen an einer Seite an, schaue auf die Blattunterseiten und schließe es danach wieder dicht.
Nützlinge: Blüten und Unterschlupf
Viele Gegenspieler von Schädlingen brauchen selbst Nahrung. Erwachsene Schwebfliegen besuchen Blüten, und ungefüllte Korb- und Doldenblüten bieten ihnen zugänglichen Pollen und Nektar. Die Larven der Schwebfliegen fressen Blattläuse, du kannst sie direkt an den Kolonien beobachten. Setzt du solche Blüten in die Nähe des Gemüses, versorgst du also die erwachsenen Tiere dort, wo ihre Larven Blattläuse finden können.
Ein umgedrehter, mit Holzwolle gefüllter Blumentopf dient Ohrwürmern als Unterschlupf. Gesunde Staudenstängel und Samenstände lässt du über Winter stehen. Kranke Teile und alles, was störend in Wege ragt, schneidest du dagegen heraus. Im Gewächshaus wird gegen Weiße Fliegen Encarsia formosa eingesetzt, gegen Spinnmilben kommen geeignete RaubmilbenRaubmilben sind winzige Milben, die andere Milben wie Spinnmilben und je nach Art auch Thripslarven fressen. Als Nützlinge werden sie im Gewächshaus und im Garten gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt. infrage.
Welche heimischen Pflanzen zu deinem Garten passen und wie du einen naturnahen Garten mit heimischen Pflanzen planst und schrittweise umstellst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Hausmittel und das letzte Mittel
Brennnesseljauche oder SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. gelten in vielen Gärten als Hausmittel gegen Blattläuse. Ich setze zuerst auf Vorbeugung, Kontrolle und das Abstreifen von Hand.
Ein chemisches Pflanzenschutzmittel ist im nachhaltigen Garten das letzte Mittel. Infrage kommt nur ein Mittel mit Zulassung für Haus- und Kleingarten, und du hältst dich an die Gebrauchsanweisung. Trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste sachgerecht. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.
Ökologische Rasenpflege: Wie viel Rasen brauchst du wirklich?
Bevor du über Pflege nachdenkst, lohnt die Frage, wo du Rasen wirklich nutzt. Eine gute Gartenplanung berücksichtigt Erholung, Spiel, Gemüseanbau und Geselligkeit ebenso wie deine verfügbare Pflegezeit. Extensiver Landschaftsrasen wird gewöhnlich ein- bis dreimal jährlich gemäht. Als Spiel- oder Liegewiese eignet er sich allerdings nur zeitweise. Wo viel gespielt wird, bleibt also der gewohnte Rasen, an Rändern und selten betretenen Flächen kann Landschaftsrasen Mähgänge sparen.
Für Randflächen kommt auch eine Blumenwiese infrage, die je nach Wüchsigkeit, Nährstoffversorgung und Niederschlägen 1 bis 3 Mal im Jahr gemäht wird. Bei größeren Wiesen erhält eine abschnittsweise, zeitversetzte Mahd ungemähte Rückzugsbereiche für Insekten. Wie du Wildblumenwiese, Teich, Nisthilfen und Totholz als Lebensräume für Wildtiere anlegst, zeigt ein eigener Ratgeber; die Mahdplanung steht außerdem im Abschnitt Naturnah planen des Gartenplanungs-Ratgebers.
Rasenpflege ohne Unkrautvernichter
Unerwünschte Pflanzen im Rasen stichst du von Hand aus. Bei Wurzelunkräutern wie Disteln und Quecke holst du möglichst die ganze Wurzel heraus, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können. Ich habe den Unkrautstecher dabei, wenn ich ohnehin über den Rasen gehe. Schnittgut und Laub wandern als Mulch in die Beete, gesiebter Kompost kommt auf den Rasen.
Beim Mähen stellt sich auch die Gerätefrage, vom Handmäher bis zum Mähroboter. Welche Materialien, Werkzeuge und Geräte den Gartenbedarf nachhaltiger machen, zeigt ein eigener Ratgeber.
Nutzgarten: Wie erntest du übers Jahr von derselben Fläche?
Ein Beet wird im Lauf des Gartenjahres oft mehrfach belegt. Was im Sommer frei wird, kann noch Herbst- und Wintergemüse tragen.
| Kultur | So planst du sie ein |
|---|---|
| Buschbohnen | Direktsaat bis Anfang Juli für eine Ernte im September |
| Spinat und Feldsalat | Direktsaat für die Herbstkultur von Anfang August bis Mitte September |
| Feldsalat | im August gesät ab November ernten; Jungpflanzen bis Mitte Oktober für die Winter- oder Frühjahrsernte setzen |
| Endivien, Zuckerhut, Grünkohl, Chinakohl | ab August besser pflanzen, weil die Zeit für eine Aussaat zu knapp wird |
| Grünkohl | Pflanzung Anfang Juni bis Anfang August, Ernte ab Ende Oktober |
| Rosenkohl | Pflanzung Ende April bis Anfang Juni, Ernte Oktober bis Februar |
| Pastinaken und Schwarzwurzeln | können im Winter im Beet bleiben |
Über Winter schützt Vlies das Gemüse gegen Kälte und Wintersonne. Bei Folientunneln sorgen offene Enden für Luftaustausch. Gefrorene Salatblätter fasst du nicht an, du schneidest sie erst nach vollständigem Auftauen. Grünkohl braucht für einen milderen Geschmack übrigens keinen Frost, denn auch eine längere Reifezeit bei niedrigen Temperaturen begünstigt die Zuckeranreicherung. Wie viel Kälte einzelne Kulturen vertragen, hängt von Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung ab; Richtwerte stehen im Abschnitt Klima und Wetter des Gartenplanungs-Ratgebers.
Gegen Unkraut im Gemüsebeet arbeitest du schon vor der Aussaat. Für ein falsches Saatbett bereitest du das Beet 2 bis 4 Wochen vor der Aussaat oder Pflanzung vor und lässt die Unkrautsamen keimen. Die Keimlinge entfernst du danach oberflächlich; weitere Handgriffe gegen Unkraut stehen im Pflege-Abschnitt des Gartenplanungs-Ratgebers.
Saatgut selbst gewinnen und tauschen
Eigenes Saatgut schließt den Kreislauf im Gemüsebeet, klappt aber nicht mit jeder Sorte. Aus selbst gewonnenem Saatgut von Hybridsorten wachsen keine zuverlässig sortenechten Nachkommen. Für den Nachbau nimmst du deshalb samenfeste Sorten und tauschst Überschüsse mit anderen Gärtnerinnen und Gärtnern. Ich beschrifte jede Tüte mit Sorte und Erntejahr.
Gartenkresse eignet sich für den Einstieg. Du lässt sie ausreifen, reibst die Samen aus und verpackst sie erst, wenn sie vollständig getrocknet sind. Ob älteres oder getauschtes Saatgut noch keimt, zeigt eine Keimprobe mit genau abgezählten Samen. Keimen innerhalb von zwei bis drei Wochen nur wenige, kommen eine dichtere Aussaat oder neues Saatgut infrage.
Bei Kürbissamen aus eigener Ernte ist Vorsicht nötig. Hat ein Zierkürbis eingekreuzt, sind die Früchte der bestäubten Pflanze nicht unmittelbar giftig. Aus ihren Samen können in der nächsten Generation aber bittere und giftige Früchte wachsen. Schmeckt ein Kürbis oder eine Zucchini bitter, spuckst du den Bissen aus und entsorgst die Frucht, denn die giftigen Cucurbitacine werden auch beim Erhitzen nicht zerstört.
Ernte lagern: kühl, dunkel, trocken
Für die längere Lagerung wählst du nur gesundes, unverletztes Herbst- und Wintergemüse aus. Gelagert wird es kühl und vor Austrocknung geschützt. Kartoffeln brauchen einen kühlen, dunklen und trockenen Platz, und grüne oder stark keimende Knollen isst du nicht. Speisezwiebeln lagerst du erst nach gründlichem Trocknen, ebenfalls kühl und trocken. Winterkürbisse kommen nur gut ausgereift ins Lager, mit harter, unverletzter Schale und intaktem Stiel. Gelagert werden sie luftig, dunkel und trocken bei etwa 10 bis 12 °C. Rote Bete holst du vor dem Frost aus dem Beet, Möhren und Knollensellerie vertragen leichte Fröste.
Dauerkulturen und Selbstaussaat: Was kommt jedes Jahr wieder?
Mehrjährige Kulturen ersparen dir auf ihrer Fläche die jährliche Aussaat und Anzucht. Dafür planst du ihren Platz für mehrere Jahre fest ein.
| Kultur | Was du einplanst |
|---|---|
| Rhabarber | etwa 1 m² je Pflanze; verjüngen durch Teilung, vorzugsweise im frühen Herbst |
| Grünspargel | je nach Entwicklung und KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. kurze erste Ernte im zweiten bis dritten Standjahr, reguläre Ernte im dritten bis vierten |
| Artischocke | im milden WeinbauklimaWeinbauklima meint das Klima von Gegenden, in denen Wein angebaut wird, etwa in Veitshöchheim, im Unterschied zu kühleren Regionen. Die Artischocke zum Beispiel gedeiht dort besonders gut und kann früher ausgesät werden. ausdauernde Staude, bis zu 1,5 m hoch; einjährig angebaut etwa 20 Wochen von der Aussaat bis zum Erntebeginn |
| Apfel im kleinen Garten | schwachwachsende Unterlagen wie M27, M9 oder M26; Jungbaum mit Stützpfahl, bei Trockenheit ausreichend wässern |
| Erdbeeren | bewurzelte Ableger und Grünpflanzen idealerweise von Ende Juli bis Mitte August pflanzen |
Beim etablierten Rhabarber endet die reguläre Ernte gegen Ende Juni. So kann die Pflanze Reservestoffe für das Folgejahr einlagern.
Auch ohne Dauerkultur kannst du lange von einer Aussaat ernten. Mangold ist zweijährig und wird als Gemüse üblicherweise im ersten Jahr genutzt. Erntest du nur die äußeren Blätter und Stiele, bleiben die Herzblätter für den weiteren Austrieb erhalten. Stielmangold braucht in der Reihe und zwischen den Reihen jeweils 35 bis 40 cm Abstand.
Für Selbstaussaat lässt du Samenstände stehen. Ich lasse bei Ringelblumen und Kapuzinerkresse einen Teil der Blüten ausreifen und schaue im Frühjahr nach, wo Sämlinge auflaufen. Stehen gelassene Fruchtstände und Beerensträucher bieten Gartenvögeln im Herbst und Winter außerdem natürliche Nahrung.
Permakultur-Prinzipien: Wie übernimmt jedes Element mehrere Aufgaben?
Permakultur plant den Garten als zusammenhängendes System, in dem Pflanzen, Material und Arbeit aufeinander abgestimmt sind. Drei ihrer Prinzipien lassen sich in jedem Hausgarten umsetzen.
Mehrfachnutzung: Jedes Element soll mehr als eine Aufgabe übernehmen. Die Gemeine Sonnenblume lässt sich als Gründüngung, als Schnittblume sowie als Beet- und Balkonpflanze verwenden und gilt als nützlingsfreundlich. Von Juni bis Oktober blüht sie an einem sonnigen Platz. Ein passend ausgewählter Hausbaum kann einen Sitzplatz beschatten und vor starker Hitze und UV-Strahlung schützen. Trägt er zusätzlich Obst, nutzt du dieselbe Fläche doppelt. Bei der Großen Kapuzinerkresse sind Blätter, Blüten und Knospen essbar, als Würzkraut oder als Blütendekoration. Bei jeder neuen Pflanze überlege ich, welche zweite Aufgabe sie im Garten übernehmen kann.
Wie du Gemüse und Kräuter als Gestaltungselemente einer essbaren Landschaft einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber. Der Stielmangold ‚Rhubarb Chard‘ etwa setzt mit roten Blattstielen einen essbaren Farbakzent im Beet.
Kreisläufe schließen: Was im Garten anfällt, bleibt im Garten. Rasenschnitt und Laub werden zu Mulch, Pflanzenreste zu Kompost. Trockenes Laub dient im Winter zusätzlich als Isolierung. Im Freien überwinternde Kübelpflanzen stellst du dafür in größere Behälter und füllst die Zwischenräume mit dem Laub.
Vielfalt planen: Mehrere Kulturen und Sorten nebeneinander verteilen das Ausfallrisiko. Bei Stauden hilft ein Blütezeitkalender, die Blüte über die Saison zu staffeln. Einen Überblick, wie Permakultur und essbare Gärten als Gestaltungstrend aussehen, gibt ein eigener Ratgeber.
Upcycling: Was kannst du im Garten weiterverwenden?
Upcycling spart Rohstoffe, wenn das alte Stück seine neue Aufgabe wirklich erfüllt. Ein Pflanzgefäß sollte zur Pflanze und zur Umgebung passen, standfest sein und einen Wasserabzug besitzen. Alte Gummistiefel, Eimer oder Schüsseln bekommen deshalb ein Loch im Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Ausrangierte Tassen und Schüsseln aus Ton oder Keramik sind in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest. Mit Abzugsloch taugen sie also für die Gartensaison, vor dem Frost räumst du sie ein.
Holzpaletten und Obstkisten eignen sich für Hochbeete oder Sitzecken. Als Pflanzgefäß verrottet Holz aber vergleichsweise schnell, besonders dünnes Weichholz. Ich plane Kisten aus Weichholz deshalb als Beet auf Zeit ein.
Eine ausrangierte Leiter kann als Rankhilfe dienen. Freilandgurken am Rankgitter trocknen nach Nässe schneller ab und lassen sich leichter ernten. Wie du Gemüse platzsparend in die Höhe ziehst, steht im Abschnitt zu Abständen und Anbau in die Höhe des Gartenplanungs-Ratgebers.
Werkzeug, das lange hält, musst du nicht neu kaufen. In der Winterpause reinigst und ölst du deine Gartengeräte und schärfst Scheren und Messer bei Bedarf.
Bohr das Abzugsloch, bevor du Erde einfüllst. Stell das Gefäß danach leicht erhöht auf, damit das Wasser abfließen kann.
Im Herbst kannst du mit vier Handgriffen anfangen. Säe Winterroggen auf abgeerntete Beete, das geht noch bis Mitte oder Ende Oktober. Leg Herbstlaub in dünnen Lagen auf abgeräumte Beete und zwischen Stauden. Lass gesunde Staudenstängel und Samenstände stehen. Reinige und öle deine Gartengeräte, bevor sie in die Winterpause gehen.
