Gartenpraxis · Gartenplanung, Mischkultur & Fruchtfolge · Wissen

Gartentipps für Anfänger: Diese Werkzeuge und robusten Pflanzen brauchst du zum Start

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Zur Grundausstattung gehören Spaten, Grabegabel, Handschaufel, Harke, Hacke, Kultivator, Gartenschere und Gießkanne.
  • Wähle die Stiellänge passend zu deiner Körpergröße, damit du aufrecht arbeiten kannst.
  • Bodenbearbeitungsgeräte reinigst, entrostest und fettest du ein, Scheren schärfst du in der Winterpause bei Bedarf.
  • Sonnenblumen sind einjährig, du säst sie von April bis Mai, und sie blühen von Juni bis Oktober.
  • Lavendel und Thymian passen an sonnige, magere Plätze, Fetthennen an sonnige, trockene.
  • Jeder Topf braucht einen freien Wasserabzug, und torffreie Erde prüfst du vor dem Gießen unter der Oberfläche.
Gartenplanung und Gestaltung
Foto: Sergej ***** · Pexels License · Quelle ↗

Am Anfang ist die Versuchung groß, im Gartencenter alles mitzunehmen, was nach Garten aussieht. Für den Start reichen eine überschaubare Grundausstattung und Pflanzen, die zu deinem Platz passen. Wenn mich jemand nach dem Einstieg fragt, stelle ich zuerst zwei Fragen: Wie viel Fläche hast du, und wie viel Sonne bekommt sie?

Davon hängt ab, ob du mit Spaten und Beet beginnst oder mit Töpfen auf dem Balkon. Für beides findest du hier das passende Werkzeug, robuste Blumen und Kräuter sowie die wichtigsten Handgriffe im Topf.

Welche Werkzeuge brauchst du für den Anfang?

Du musst nicht gleich den ganzen Baumarkt leer kaufen. Die Grundausstattung ist überschaubar, und jedes Gerät hat eine klare Aufgabe.

Werkzeug Wofür du es brauchst
Spaten Beete anlegen, Pflanzlöcher graben, schwere Böden umgraben
Grabegabel leichte Böden lockern, Wurzelunkräuter herausholen
Handschaufel Jungpflanzen setzen, Töpfe und Kästen füllen
Harke Beetoberfläche glätten, Saatrillen ziehen
Hacke junge Unkräuter flach abtrennen
Kultivator die Erde zwischen den Pflanzen lockern
Gartenschere Verblühtes, Stängel und dünne Zweige schneiden
Gießkanne gezielt im Wurzelbereich gießen
Schubkarre Erde, Kompost und Schnittgut transportieren, vor allem in größeren Gärten

Spaten oder Grabegabel: was nimmst du wann?

Den Spaten brauchst du, wenn du ein neues Beet anlegst oder Pflanzlöcher für größere Pflanzen gräbst. Umgraben zur Frostgare ist nur bei schweren Böden sinnvoll, die im Winter durchfrieren. Leichte Böden lockerst du dagegen im Frühjahr mit der Grabegabel.

Mit der Grabegabel holst du auch Wurzelunkräuter wie Disteln und Quecke aus dem Boden. Zieh sie möglichst samt Wurzeln heraus, denn zurückgebliebene Wurzelstücke können erneut austreiben.

Hacke, Schere und Kanne: womit pflegst du laufend?

Die Hacke führst du flach durch die oberste Bodenschicht. So entfernst du junge Unkräuter und verminderst zugleich Wasserverluste. Mit der Gartenschere schneidest du Verblühtes, Stängel und dünne Zweige, nach der Lavendelblüte etwa die verblühten Stängel. Die Gießkanne setzt du direkt im Wurzelbereich an, damit die Blätter trocken bleiben und sich Krankheitserreger schlechter ausbreiten.

Tipp

Kauf zuerst nur, was du in der ersten Saison wirklich brauchst. Wer mit Töpfen auf dem Balkon beginnt, kommt mit Handschaufel, Gartenschere und Gießkanne aus. Spaten und Grabegabel werden erst mit dem ersten Beet nötig.

Worauf achtest du beim Werkzeugkauf?

Nimm jedes Gerät vor dem Kauf in die Hand. Die Stiellänge wählst du passend zu deiner Körpergröße, sodass du aufrecht arbeiten kannst. Ich stelle mich im Laden mit dem Spaten gerade hin und setze ihn an, als wollte ich ein Beet abstechen. Muss ich mich dabei bücken, ist der Stiel zu kurz.

Achte außerdem auf austauschbare Stiele und lieferbare Ersatzteile. Weil sich beschädigte Teile dann reparieren oder ersetzen lassen, kaufst du bei einem gebrochenen Stiel nicht gleich das ganze Gerät neu. Bei Holz greifst du zu heimischen Hölzern oder zu FSC-zertifizierter Ware. Für elektrische Geräte zählen geringe Geräuschemissionen und Reparierbarkeit zu den Umweltkriterien, bei Akkugeräten auch austauschbare Akkus. Zur Arbeit gehören feste Schuhe und Handschuhe.

Gärtnerst du mit Kindern, können sie unter Aufsicht einfache Aufgaben übernehmen, etwa Laub rechen oder mit kleinen Kannen gießen. Motorisierte Geräte benutzt du nur, wenn keine Kinder in der Nähe sind. Ein eigener Ratgeber zeigt, welche Gartenprojekte und welches Werkzeug zu Kindern passen.

Wie pflegst du deine Gartengeräte?

Nach der Arbeit entfernst du die Erde von Spaten, Grabegabel und Hacke. Bodenbearbeitungsgeräte reinigst du, entrostest sie und fettest sie ein. Ist ein Teil beschädigt, reparierst oder ersetzt du es. In der Winterpause gehst du alle Geräte durch: reinigen, ölen und Scheren sowie Messer bei Bedarf schärfen.

Hast du Pflanzen mit Kohlhernie samt Wurzeln entfernt, reinigst du die benutzten Geräte danach gründlich. Bewahre alles trocken auf. Scharfe Handgeräte lässt du nicht frei liegen, motorisierte Geräte verwahrst du kindersicher.

Achtung

Lappen, die mit Leinöl oder Holzöl getränkt sind, können sich beim Trocknen selbst entzünden. Nach dem Ölen der Holzstiele gehören sie in einen geeigneten Sammelbehälter.

Marias Erfahrung

Ich spüle Spaten und Hacke nach der Arbeit ab und hänge sie zum Trocknen an die Schuppenwand. In der Winterpause bürste ich Rost ab, fette das Metall ein und prüfe die Schneiden meiner Scheren.

Welche robusten Blumen und Stauden eignen sich für Einsteiger?

Robust ist eine Pflanze vor allem dann, wenn sie zu Licht und Boden an ihrem Platz passt. Für den Anfang eignen sich Sonnenblumen, Pflanzen für sonnige und trockene Ecken, Sommerblumen und einige Stauden.

Sonnenblumen: von der Saat zur Blüte in einer Saison

Die Gemeine Sonnenblume ist einjährig und nicht winterhart. Du säst sie direkt ins Beet oder ziehst sie früh im Gewächshaus vor. Bei der Anzucht lege ich zwei bis drei Samen in jeden Topf und lasse später nur den kräftigsten Sämling stehen. Die Pflanze braucht volle Sonne und einen humusreichen, gut durchlässigen Boden, der mäßig nährstoffreich und feucht ist. Hohe Pflanzen stützt du bei Bedarf, einen regelmäßigen Rückschnitt brauchen sie nicht.

Gemeine Sonnenblume Wert
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart
Aussaat April bis Mai, direkt oder früh vorgezogen
Saattiefe 0,5–4 cm
Keimdauer 7–20 Tage
Abstand 20–50 cm in der Reihe, 20–50 cm Reihenabstand, hohe Pflanzen bei Bedarf gestützt
Licht sonnig
Blütezeit Juni bis Oktober
Wuchshöhe 30–500 cm, je nach Sorte

Für Kübel und Töpfe gibt es kompakte Sorten. Die Topf-Sonnenblume ‘Sunsation’ düngst du während der Blüte regelmäßig.

Lavendel, Fetthenne und Hauswurz: was passt an sonnige, trockene Plätze?

Lavendel passt als Duftkraut an sonnige, magere Plätze, gern nah am Sitzplatz oder am Weg. Nach der Blüte schneidest du ihn leicht zurück und entfernst dabei vor allem die verblühten Stängel. Den kräftigen Schnitt hebst du dir fürs Frühjahr auf.

Fetthennen, Königskerzen und Mauerpfeffer sind Beispiele für Pflanzen sonniger, trockener Gartenplätze. Hauswurz, Fettblatt und Polsterphlox eignen sich für durchlässige, nährstoffarme Standorte und brauchen nach dem Einwachsen wenig Pflege.

Die trockenen Blütenstände der Fetthenne sind standfest und geben dem Beet im Winter Struktur. Samenstände im Staudenbeet dienen Tieren außerdem bis zum Frühjahr als Nahrung und Überwinterungsplatz. Wer die Fetthenne im Herbst stehen lässt, hat also Winterschmuck und ein Angebot für Tiere zugleich. Ich schneide sie deshalb erst im Frühjahr.

Welche Sommerblumen bringen Farbe in Beet und Balkon?

Sommerastern, Zinnien, Tagetes und Löwenmäulchen kannst du bis Anfang Mai vorziehen und Ende Mai auspflanzen. Für einen Sitzplatz am Abend eignen sich Ziertabak, Nachtkerze, Duftwicke und Wunderblume, weil sie besonders am Abend duften. Die Duftwicke ist einjährig und gehört zur Art Lathyrus odoratus.

Wähle möglichst Sorten mit ungefüllten Blüten. Ungefüllte Korb- und Doldenblüten bieten erwachsenen Blattlausfeinden wie Schwebfliegen Pollen und Nektar. Früh- und Spätblüher verlängern das Nahrungsangebot für Insekten über die Saison.

Auf dem Balkon entfernst du bei Geranien, Petunien und Fuchsien verwelkte Blüten. Das fördert weitere Blüten.

Stauden pflanzen: worauf kommt es beim Anwachsen an?

Stauden bleiben über Jahre an ihrem Platz, deshalb lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Vor dem Pflanzen entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Bodenverdichtungen. Bei erprobten Staudenmischpflanzungen genügen in der Regel 7 bis 9 Stauden je m². Standort und Pflanzthema können eine andere Dichte begründen.

Leitstauden bilden das Gerüst, niedrigere Begleitstauden ergänzen ihre Blüte, und Füllstauden schließen Lücken. Ein Blütezeitkalender hilft dir, die Blüte über das Jahr zu staffeln.

Frostempfindliche Stauden pflanzt du bevorzugt im Frühjahr und achtest dann besonders auf ihre Wasserversorgung. In den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden wässerst du neue Pflanzungen bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend.

Achtung

Blauer Eisenhut ist stark giftig und hat deshalb in einem kinderfreundlichen Garten keinen Platz. Musst du an ihm arbeiten, fasst du ihn nur mit Handschuhen an.

Welche Kräuter gelingen Anfängern?

Kräuter wachsen im Beet wie im Topf, und du erntest sie direkt für die Küche.

Kraut Darauf kommt es an
Petersilie 1,5 cm tief säen; sonnig bis halbschattig auf lockerem, humus- und nährstoffreichem, gut entwässertem Boden; blühende Pflanzen nicht mehr in der Küche verwenden
Thymian sonniger, magerer Platz, gern nah am Sitzplatz oder Weg
Dill ab April direkt ins Beet säen, Samen mit etwas Erde bedecken
Rucola flach säen, höchstens 0,5 cm tief; Gartenrauke wird einjährig gezogen, Wilde Rauke ist mehrjährig und wächst langsamer
Kapuzinerkresse Blätter, Blüten und Knospen sind essbar, als Würzkraut oder Blütendekoration

Kräutertöpfe brauchen Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft und keine Staunässe entsteht. Die Gefäßgröße wählst du schon beim Pflanzen nach der Endgröße der Pflanze. Minze setze ich immer in einen eigenen Topf, weil sie sich ausbreiten kann.

Achtung

Petersilie gehört zu den Doldenblütlern. In dieser Familie gibt es giftige Verwechslungspartner essbarer Wildkräuter, etwa Hundspetersilie, Gefleckten Schierling und Wasserschierling. Iss nur, was du sicher erkannt hast, und lass Kinder vor dem Naschen eine erwachsene Person fragen.

Gärtnern im Topf: was brauchst du auf Balkon und Terrasse?

Auch ohne Garten kannst du anfangen. Töpfe, Kübel und Balkonkästen reichen für Kräuter, Sommerblumen und sogar Tomaten.

Welches Gefäß eignet sich?

Ein Pflanzgefäß soll zur Pflanze und zur Umgebung passen, standfest sein und einen Wasserabzug haben. Bei dauerhaft bepflanzten Kübeln hältst du das Abzugsloch frei, damit keine Staunässe entsteht. Ich drehe jedes neue Gefäß zuerst um und schaue nach, ob es ein Abzugsloch hat.

Material Darauf achtest du
Ton und Keramik in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest
Holz verrottet vergleichsweise schnell, besonders dünnes Weichholz; heimisches oder FSC-zertifiziertes Holz wählen
Kunststoff vorhandene Töpfe wiederverwenden; Töpfe aus Recyclingmaterial schonen Ressourcen
Altmaterial zum Upcycling vorher prüfen, ob es Schadstoffe enthalten kann; der HT-Stempel auf Paletten ersetzt keine Prüfung ihrer Nutzungsgeschichte
Häufiger Fehler

Eine hübsche Dekoschale ohne Loch im Boden. Auch sie braucht einen Wasserabzug, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Welche Erde kommt in den Topf?

Torffreie Substrate ersetzen Torf durch Bestandteile wie Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosprodukte. Ein hoher Holzfaseranteil kann eine zusätzliche Stickstoffdüngung nötig machen. Das RAL-Gütezeichen steht für regelmäßige unabhängige Qualitätskontrollen. Ob die Erde torffrei ist, erkennst du an einer eindeutigen Kennzeichnung. Torffreie Erde verbrauchst du möglichst bald und lagerst den Rest gut verschlossen, kühl, trocken und lichtgeschützt.

Torffreie Erde trocknet an der Oberfläche rasch ab, während sie weiter unten noch nass sein kann. Welke wiederum kann von Trockenheit kommen, aber auch von Staunässe. Wer nur nach der trockenen Oberfläche gießt, gießt also womöglich eine Pflanze nach, die schon zu nass steht. Ich stecke deshalb vor dem Gießen einen Finger tiefer ins Substrat.

Was passt in Töpfe und Kästen?

Kräuter, Kapuzinerkresse und Sommerblumen passen gut in den Balkonkasten. Busch- und Hängetomaten eignen sich besonders für Gefäße und müssen nicht wie Stabtomaten ausgegeizt werden. Für eine hochwachsende Stabtomate bis zur Herbsternte gelten 35 bis 40 l Substratvolumen als optimal. Auch Sonnenblumen gibt es als kompakte Sorten für den Topf.

An der Wand eignen sich Rinnen- oder Balkonkastensysteme für Gemüse, das du regelmäßig austauschst, etwa Salat, Kohlrabi und Balkontomaten. Befestigung und Fassade müssen das Gewicht von System und Pflanzen tragen, dazu Wind-, Nässe-, Schnee- und Eislasten. Wer mehr Platz hat, kann später ein Hochbeet ergänzen.

Wie kommen Kübel über den Winter?

Viele klassische Kübelpflanzen überwintern in einem hellen, frostfreien Quartier bei 5 bis 10 °C. Ob das für deine Pflanze passt, prüfst du für jede Art. Kübel, die draußen überwintern, stellst du in einen größeren Behälter und füllst die Zwischenräume mit trockenem Laub. Einjährige wie die Sonnenblume brauchen kein Winterquartier, sie säst du im Frühjahr neu.

Mini-Checkliste

Bevor du einen Topf bepflanzt, gehst du diese Punkte durch.

  • Wasserabzug frei und Gefäß standfest
  • Gefäßgröße passend zur Endgröße der Pflanze
  • torffreie Erde mit eindeutiger Kennzeichnung
  • Feuchte unter der Oberfläche prüfen, bevor du gießt
  • Winterplatz für mehrjährige Kübelpflanzen einplanen

Plan, Standort, Boden und Pflege: was gehört sonst zum Start?

Diese Themen gehören zum Einstieg, sie haben aber ihren eigenen, ausführlichen Platz. Der Ratgeber zu Gartenplanung, Mischkultur und Fruchtfolge erklärt, wie du Standort, Boden, Gießen, Düngen und Pflanzenschutz planst. Hier das Wichtigste in Kürze.

Gartenplan. Fang klein an und skizziere die Fläche mit Bereichen für Beete, Blumen und einen Sitzplatz. Ein etwa 0,5 m breiter Hauptweg ist ein Planungsbeispiel für kleine Gemüsegärten. Wie du deinen Garten Schritt für Schritt planst, von der Bestandsaufnahme bis zur Umsetzung, zeigt ein eigener Ratgeber.

Standort. Beobachte vor dem Pflanzen, wie die Sonne über den Tag durch den Garten zieht. Als Orientierung bekommt ein halbschattiger Platz bis zu etwa 4 Stunden direkte Sonne, und für lichthungrige Tomaten reicht das nicht.

Boden. Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, ob dein Beet Kalk, Dünger oder nur Kompost braucht. Den gemessenen pH-Wert ordnest du nach der Bodenart ein, weil Sand und Lehm verschiedene Zielbereiche haben.

Gießen und Düngen. Gieße durchdringend statt oberflächlich. Im Gemüsebeet sind je durchdringendem Gießgang etwa 20 bis 25 l/m² vorgesehen, solange der Unterboden noch leicht feucht ist. Dünger ergänzt nur, was der Boden nicht schon liefert, und richtet sich nach Bodenbefund und Bedarf der Kultur.

Unkraut. Für ein falsches Saatbett bereitest du das Beet 2 bis 4 Wochen vor Aussaat oder Pflanzung vor und lässt die Unkrautsamen keimen. Die Keimlinge entfernst du oberflächlich, danach säst oder pflanzt du.

Gartenjahr. Ein Beet wird im Lauf der Saison oft mehrfach belegt, deshalb gehören Aussaat- und Pflanztermine in einen Plan. Den Termin bestimmt eher der Boden als der Kalender: Tomaten setzt du erst, wenn der Boden mindestens 15 °C warm ist. Du kannst Kulturen und Belegungszeiten im Beetplaner festhalten.

Pflanzenschutz. Vorbeugen beginnt beim Planen, mit passendem Standort, ausreichendem Abstand und Fruchtfolge. Danach kontrollierst du deine Pflanzen und greifst mechanisch ein. Wie du typische Fehler beim Gemüseanbau erkennst und behebst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Herbst und Winter. Herbstlaub rechst du von Rasen und Wegen, in dünnen Lagen darf es auf abgeräumten Beeten oder zwischen Stauden liegen bleiben. Die Winterpause gehört der Planung und der Werkzeugpflege.

Naturnah gärtnern. Stehen gelassene Fruchtstände und Beerensträucher bieten Gartenvögeln im Herbst und Winter Nahrung, große Laub- und Reisighaufen nutzen Igel für den Winterschlaf. Größere Blumenwiesen mähst du abschnittsweise und zeitversetzt, damit ungemähte Rückzugsbereiche für Insekten bleiben.

Erstes Gemüse: was passt in die erste Saison?

Pflücksalat, Radieschen, Cherrytomaten und Zucchini gelten als unkomplizierter Einstieg ins Gemüsebeet. Zucchini brauchen viel Beetfläche, plane den Platz deshalb von Anfang an ein. Welche Gemüsesorten sich für Anfänger eignen und wie du sie anbaust, zeigt ein eigener Ratgeber.

Bei Stabtomaten brichst du die Seitentriebe aus den Blattachseln aus, vorzugsweise wenn sie 5 bis 10 cm lang sind, und bindest die Pflanze an einen Stab. Buschtomaten behalten dagegen ihre fruchttragenden Verzweigungen.

Mischkultur kann einen gesunden Garten unterstützen, vor jedem Problem schützt sie nicht. Mit dem Mischkultur-Planer prüfst du, welche Kulturen du nebeneinander planen kannst.

Häufige Fragen

Wofür brauche ich Spaten und wofür Gartenschere?
Mit dem Spaten arbeitest du im Boden: Du legst Beete an, gräbst Pflanzlöcher und gräbst schwere Böden um, die im Winter durchfrieren. Leichte Böden lockerst du im Frühjahr dagegen mit der Grabegabel. Die Gartenschere nimmst du für Verblühtes, Stängel und dünne Zweige, etwa für den leichten Rückschnitt von Lavendel nach der Blüte. Scheren schärfst du in der Winterpause bei Bedarf nach.
Was muss ich beim Gärtnern in Töpfen und Kübeln beachten?
Jedes Gefäß braucht einen freien Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Ton- und Keramikgefäße sind in der Regel nicht oder nur bedingt frostfest. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während das Substrat darunter noch nass ist. Prüfe die Feuchte deshalb tiefer im Topf, bevor du gießt.
Ist häufiges Gießen immer besser für Pflanzen?
Nein. Welke kann durch Trockenheit entstehen, aber auch durch Staunässe, deshalb prüfst du vor dem nächsten Gießen die Bodenfeuchte. Gieße dann durchdringend und direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter trocken bleiben und sich Krankheitserreger schlechter ausbreiten. Im Gemüsebeet sind je durchdringendem Gießgang etwa 20 bis 25 l/m² vorgesehen, solange der Unterboden noch leicht feucht ist.
Welche Grundlagen der Gartenplanung sollte ich als Anfänger beachten?
Beobachte zuerst, wie die Sonne über den Tag wandert: Ein halbschattiger Platz bekommt als Orientierung bis zu etwa 4 Stunden direkte Sonne, für Tomaten ist das zu wenig. Halte in einem Bestandsplan Wege, Terrassen, Beete, erhaltenswerte Pflanzen und Hauszugänge fest. Überlege auch, wofür du den Garten nutzen willst und wie viel Pflegezeit du hast. Eine Beetskizze mit gleichbleibender Beet- und Wegeeinteilung erleichtert dir später die jährliche Anbau- und Fruchtfolgeplanung.
Wie fördere ich als Anfänger die Artenvielfalt im Garten?
Pflanze ungefüllte Blüten sowie Früh- und Spätblüher, denn sie verlängern das Nahrungsangebot für Insekten. Samenstände im Staudenbeet lässt du bis zum Frühjahr stehen, weil Tiere sie als Nahrung und zum Überwintern nutzen. Totholz bietet Käfern und manchen Wildbienen Brutgänge, und in großen Laub- und Reisighaufen halten Igel ihren Winterschlaf. Eine größere Blumenwiese mähst du abschnittsweise und zeitversetzt, damit ungemähte Rückzugsbereiche für Insekten bleiben.
Zuletzt geprüft:
↑