Mehrfache Ernten: So nutzt du dein Beet das ganze Jahr
- Für eine fortlaufende Salaternte säst oder pflanzt du kleine Mengen etwa alle 10 bis 14 Tage.
- Zwischenkulturen wie Radieschen erntest du, bevor die Hauptkultur ihren Platz braucht.
- Bei Mangold und Pflücksalat erntest du die äußeren Blätter, das Herz bleibt für den Nachwuchs stehen.
- Feldsalat aus Aussaaten von Anfang August bis Mitte September liefert ab November bis ins Frühjahr.
- Grüne Teile von Tomaten und Kartoffeln sowie Rhabarberblätter sind nicht zum Essen geeignet.

Ein Gemüsebeet, das nach der ersten Ernte leer bleibt, bringt für den Rest des Jahres nichts mehr. Ich plane deshalb schon beim ersten Säen, was nach dieser Kultur auf die Fläche kommt und was in den Lücken daneben wachsen kann. So holst du aus demselben Beet mehrere Ernten, ohne zusätzliche Fläche anzulegen.
Mehrfache Ernten haben zwei Seiten. Zum einen belegst du ein Beet im Lauf des Gartenjahres mehrmals: mit Staffelsaaten, Zwischenkulturen, Nachkulturen und frostharten Kulturen für den Winter. Zum anderen erntest du manche Pflanzen immer wieder und nutzt mehr von ihnen als nur Frucht, Knolle oder Kopf. In beiden Fällen dreht sich die Planung um eine Frage: Wann wird welcher Platz frei?
Die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. ist die länger stehende Kultur, um die herum du ein Beet planst. Eine Vorkultur steht davor, eine Nachkultur folgt nach ihrer Ernte. Eine Zwischenkultur ist kurzlebig, wächst gleichzeitig mit der Hauptkultur und ist abgeerntet, bevor diese den Platz braucht.
Staffelanbau: Wie erntest du Salat nach und nach statt alles auf einmal?
Säst du eine ganze Reihe Salat an einem Tag, wird sie auch ungefähr gleichzeitig erntereif. Danach entsteht eine Lücke, bis die nächste Saat so weit ist. Beim Staffelanbau säst oder pflanzt du deshalb kleine Mengen nacheinander. Für eine fortlaufende Salaternte ist etwa alle 10 bis 14 Tage ein neuer Satz der Richtwert. Ich stecke zu jedem Satz ein Schild mit dem Datum, damit ich den nächsten Termin auf einen Blick sehe.
Wie lange du nachlegen kannst, hängt am Aussaatfenster der jeweiligen Kultur. Die Tabelle zeigt die Zeitfenster einiger Kulturen, die du auf mehrere Sätze verteilen kannst.
| Kultur | Wann säen oder pflanzen | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Kopfsalat ‘Analena’ | Vorkultur März bis Juli, Direktsaat April bis Juli | hitzebeständig und schossfest, aber nicht trockenheitstolerant |
| Radieschen ‘Sora’ | Direktsaat März bis September | Radieschen aus einer Saat Mitte März sind je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai erntereif |
| Buschbohnen | ab etwa 10 °C Bodentemperatur, gewöhnlich Mitte Mai bis Anfang Juli | eine Saat bis Anfang Juli bringt eine Ernte im September |
| Erbsen | Schalerbsen Anfang März bis Anfang April, Markerbsen Anfang April bis Ende Juni, Zuckererbsen Ende April bis Ende Juni oder Anfang Juli | die Fenster hängen von der Sorte ab |
| Spinat | Anfang März unter Vlies, als Nachkultur Anfang August bis Mitte September | die Herbstsaat erntest du von September bis November |
Rucola ist schnell: Unter passenden Kulturbedingungen erntest du ihn etwa 1 bis 1,5 Monate nach der Aussaat.
Im Sommer kommt beim Salat ein zweites Risiko dazu. Hitze, Trockenheit und zu enge Pflanzung können ihn vorzeitig zum Schossen bringen. Für späte Sätze passt deshalb eine schossfeste Sorte wie ‘Analena’, die du bis Juli direkt säen kannst. Gießen musst du sie trotzdem, denn als trockenheitstolerant gilt sie nicht.
Eine ganze Kultur an einem Tag säen und das Beet danach vergessen. Dann ist alles gleichzeitig reif, und bis zum nächsten Satz bleibt die Ernte aus. Plane den nächsten Satz gleich beim Säen mit ein.
Zwischenkultur und Unterkultur: Was wächst in den Lücken?
Langsame Kulturen brauchen ihren vollen Platz erst, wenn sie herangewachsen sind. Bis dahin bleibt zwischen den Reihen Boden frei, den eine schnelle Kultur nutzen kann. Eine solche Zwischenkultur erntest du, bevor sie die Hauptkultur bedrängt. Die endgültige Größe der Hauptkultur planst du deshalb schon bei der Aussaat ein.
Ein Beispiel ist eine Reihe Radieschen zwischen zwei Erbsenreihen. Radieschen passen auch zwischen die Reihen anderer langsam wachsender Hauptkulturen, solange sie abgeerntet sind, bevor diese den Platz brauchen. Ich markiere die Zwischenreihe beim Säen mit Stäben, damit ich sie beim Hacken nicht übersehe.
Unterkultur: Was verträgt den Schatten höherer Pflanzen?
Neben und unter hohen Kulturen wird es im Lauf des Sommers schattiger. Für lichten Schatten oder Halbschatten kommen unter anderem Salate und Spinat infrage. Rechne dort aber mit langsamerem Wachstum, die Ernte kann sich verzögern.
Wo die Grundfläche knapp ist, nutzt du zusätzlich die Höhe. Stangenbohnen werden als kletternde Kultur 2 bis 3 m hoch und brauchen eine Rankhilfe. Eine Mischkultur aus Mais, Stangenbohnen und Kürbis verbindet Höhe und Bodendecke, dafür planst du mindestens 4 m² ein. Der Kürbis kann über diese Fläche hinauswachsen. Den Mais setzt du als Block, weil die Windbestäubung so zuverlässiger klappt als in einzelnen langen Reihen.
Welche Gemüse kannst du mehrmals beernten?
Manche Kulturen erntest du einmal und räumst danach das Beet. Andere liefern immer wieder, wenn du beim Ernten stehen lässt, was nachwachsen soll. Bei Pflücksalat und Mangold nimmst du nur die äußeren Blätter, die Herzblätter bleiben für den weiteren Austrieb stehen. Schnittmangold liefert etwa 2 Monate nach der Aussaat die ersten äußeren Blätter. Stielmangold braucht ungefähr einen Monat länger. Mangold ist zwar zweijährig, als Gemüse nutzt du ihn aber im ersten Jahr.
Bei Bohnen und Erbsen fördert häufiges Pflücken der noch zarten Hülsen weiteren Blütenansatz und Ertrag. Grüne Bohnen sind reif, wenn sie beim Biegen glatt durchbrechen und die Bruchstelle grün und saftig ist. Wer nach diesem Merkmal regelmäßig pflückt, erntet zarte Hülsen und fördert zugleich neue Blüten.
Auch bei Kräutern hängt die Nachernte davon ab, was stehen bleibt. Basilikum treibt nach dem Ernteschnitt erneut aus, wenn einige Blätter an der Pflanze bleiben. Schnittlauchgrün schneidest du für gutes Aroma vorzugsweise vor der Blüte. Oregano liefert von Juni bis August Blätter und Stängel. Bei Paprika tragen Snackpaprika über den Sommer kleine Früchte, Blockpaprika brauchen dagegen länger bis zur Ernte.
Beim Mangold arbeite ich mich von außen nach innen und lasse die Herzblätter immer stehen. Beim Rhabarber zähle ich vor dem Ernten die Blätter, damit sicher ein Drittel an der Pflanze bleibt.
Mehrjährige Kulturen und Vorratsbeete verteilen die Ernte über lange Zeiträume, haben aber eigene Regeln.
| Kultur | Wann du erntest | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Rhabarber | im ersten Jahr nach der Pflanzung gar nicht, im zweiten Jahr nur im April und Mai | bei jeder Ernte bleibt ein Drittel der Blätter stehen |
| Grünspargel | kurze erste Ernte im zweiten bis dritten Standjahr, reguläre Ernte im dritten bis vierten | der Beginn hängt von Pflanzenentwicklung und KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. ab |
| Monatserdbeere ‘Rügen’ | Juni bis Oktober ab dem zweiten Jahr | Aussaat von Februar bis April im Haus |
| Topinambur | je nach Bedarf zwischen September und März | die Knollen bleiben über Winter im Boden |
| Frühkartoffeln | portionsweise | ausgegrabene Knollen gleich verwerten |
„Häufiges Ernten schwächt die Pflanze“ stimmt so pauschal nicht. Bohnen und Erbsen setzen bei häufigem Pflücken zarter Hülsen sogar weitere Blüten an. Beim Rhabarber gibt es dagegen eine echte Grenze: Bei etablierten Pflanzen endet die reguläre Ernte gegen Ende Juni, damit sie Reservestoffe für das Folgejahr einlagern können.
Nicht jede Kultur lässt sich mehrfach beernten. Eine zum Treiben aufgestellte Chicoréewurzel etwa liefert nur eine einzige Ernte. Wo du bei den einzelnen Gemüsen schneidest und wie du pflückst, ohne die Pflanze zu verletzen, steht im Ratgeber zu Erntehandgriffen und Schnitttechniken je Gemüsegruppe.
Was kannst du von einer Pflanze zusätzlich essen?
Viele Gemüse liefern mehr als den Teil, für den du sie anbaust. Die Blätter von Kohlrabi, Roter Bete, Möhren, Fenchel und Sellerie sind essbar. Bei Wurzel- und Knollengemüse holst du so aus einer Pflanze zwei Ernten: unten die Wurzel oder Knolle, oben das Grün. Ich nehme das Grün beim Ernten gleich mit und wasche es erst kurz vor der Verwendung, wie das übrige Gemüse auch.
Blüten für die Küche liefert die Große Kapuzinerkresse. Blätter, Blüten und Knospen dieser Pflanze sind essbar und lassen sich als Würzkraut oder Blütendekoration nutzen. Bei Mangold verwendest du Blatt und Stiel. Für Mangold und Spinat gilt in der Küche: BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. und Kochen senken den Oxalsäuregehalt, das Kochwasser gießt du weg.
Nicht alles Grün gehört in die Küche. Grüne Pflanzenteile von Tomaten und Kartoffeln sowie Rhabarberblätter sind nicht zum Verzehr geeignet. Blühende Petersilie verwendest du nicht mehr für Speisen, und Borretsch lässt du beim Sammeln für Salate weg, weil er 1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide enthält.
Wie du darüber hinaus Erntereste verwertest und Verluste klein hältst, zeigt der Ratgeber zu umweltfreundlichen Erntemethoden im Hausgarten.
Nachkultur: Was kommt nach der ersten Ernte aufs Beet?
Wann ein Beet frei wird, bestimmt die Hauptkultur. Nach ihren Pflanz- und Ernteterminen richtest du Vor- und Nachkulturen aus. Ich trage deshalb zuerst die Hauptkulturen in meine Beetskizze ein und suche dann, was davor und danach Platz hat.
Im Hochsommer wird die Zeit knapp. Ab August setzt du Endivien, Zuckerhut, Grünkohl und Chinakohl für die Herbstkultur besser als Jungpflanzen, weil die verbleibende Zeit für eine Aussaat nicht mehr reicht. Die Tabelle zeigt, welche Nachkulturen wann auf ein frei gewordenes Beet passen.
| Nachkultur | Wann säen oder pflanzen | Ernte oder Hinweis |
|---|---|---|
| Buschbohnen | Direktsaat bis Anfang Juli | Ernte im September |
| Blumenkohl, Brokkoli | Vorkultur Anfang bis Mitte Juni, Pflanzung Anfang bis Mitte Juli | Herbsternte |
| Grünkohl | Pflanzung Ende Juni bis Anfang Juli | Oktober bis Februar |
| Chinakohl | Direktsaat Anfang bis Ende Juli | ab August besser als Jungpflanze setzen |
| Endivien | Vorkultur Juni bis Mitte Juli, Pflanzung bis Ende August | Herbstkultur |
| Winterporree | Pflanzung je nach Sorte Anfang Mai bis Anfang August | Juli-Pflanzungen sind für die Ernte von Januar bis Mai gedacht |
| Spinat | Direktsaat Anfang August bis Mitte September | September bis November |
| Feldsalat | Direktsaat Anfang August bis Mitte September | November bis ins Frühjahr |
| Winterportulak | Direktsaat August bis Oktober | keimt optimal bei Bodentemperaturen bis höchstens 12 °C |
Spinat als Nachkultur säst du mit 3 bis 5 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben mindestens 25 cm frei.
Achte bei der Wahl auf die Pflanzenfamilie. Gemüse derselben Familie sollten nicht unmittelbar nacheinander auf demselben Beet stehen. Das gilt auch für Gründüngung, denn Gelbsenf und Ölrettich zählen wie Kohl und Radieschen zu den Kreuzblütlern. Findest du im Herbst keine passende Nachkultur mehr, kann Winterroggen als Gründüngung noch bis Mitte oder Ende Oktober gesät werden.
Winteranbau: Welche Gemüse halten Frost aus?
Am Ende der Saison entscheidet die Frosthärte, wie lange ein Beet noch Ernte liefert. Die Werte in der Tabelle sind Orientierungen und keine festen Grenzen. Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung verschieben sie.
| Kultur | Frosthärte und Winterverhalten |
|---|---|
| Grünkohl, Rosenkohl | vertragen häufig Temperaturen bis etwa −10 °C |
| Endivien, Chinakohl | Richtwert bis etwa −4 °C |
| Pastinaken, Schwarzwurzeln | können im Winter im Beet bleiben |
| Möhren, Knollensellerie | vertragen leichte Fröste |
| Rote Bete | wird vor Frost geerntet |
Manche Wintergemüse sind keine Nachkultur, sondern belegen ihr Beet vom Frühjahr bis in den Winter. Rosenkohl für die Ernte von Oktober bis Februar pflanzt du bereits von Ende April bis Anfang Juni. Diesen Platz planst du im Frühjahr fest ein.
Willst du dich auch im Winter aus dem Garten versorgen, rechnest du den Winterbedarf von Anfang an mit ein. Für die erntearme Zeit eignen sich lagerfähige Gemüse wie Möhren, Kohl, Schwarzrettich und Pastinaken. Bei der Winterernte gilt außerdem eine einfache Regel: Gefrorene Salatblätter fasst du nicht an, du schneidest sie erst nach dem vollständigen Auftauen.
Grünkohl muss Frost abbekommen, bevor er mild schmeckt? Nein. Auch eine längere Reifezeit bei niedrigen Temperaturen begünstigt die Zuckeranreicherung.
Frühbeet, Folientunnel und Vlies: Wie verlängerst du die Saison?
Abdeckungen verlängern die Saison am Anfang und am Ende des Gartenjahres. Lochfolie, Vlies, Folientunnel oder Frühbeet können eine um ein bis drei Wochen frühere Gemüseernte ermöglichen. Für frühe Saaten unter Vlies muss der Boden ausreichend abgetrocknet und schon etwas erwärmt sein. Puffbohnen lassen sich bei geeigneten Bodenbedingungen bereits ab Februar unter einer Folien- oder Vliesabdeckung säen.
Vlies ist wasser- und luftdurchlässig. Es bremst den Wärmeverlust bodennaher Kulturen, weil es die Abstrahlung der gespeicherten Bodenwärme vermindert. Im Winter schützt es Wintergemüse gegen Kälte und Wintersonne. An frostigen Standorten deckst du stehenden Grünkohl, Winterporree, Zuckerhut und Pak Choi damit ab. Lege das Vlies locker auf und sichere die Ränder, etwa mit Erde. Beim Folientunnel lässt du die Enden offen, damit Luft ausgetauscht wird.
Mit Schutz gelingen auch Salate für die kalte Jahreszeit. Die beiden Sorten in der Tabelle sind für die geschützte Kultur gedacht.
| Kultur | Aussaat | Pflanzung | Ernte |
|---|---|---|---|
| Asia-Salat ‘Grün im Schnee’ | Oktober | Mitte Oktober bis Mitte November | November bis März |
| Kopfsalat ‘Larissa’ | Ende September bis Anfang Oktober | Mitte Oktober bis Anfang November | Februar und März |
Steigen die Temperaturen stark, nimmst du Vlies oder Folie an einem trüben, regnerischen Tag ab. So vermeidest du Hitzestau und Sonnenbrand an den Pflanzen. Bei Salat entfernst du das Vlies, sobald es anhaltend 20 bis 22 °C warm ist.
Für wärmeliebendes Fruchtgemüse reicht Vlies im Herbst nicht aus. Tomaten, Kürbisse und Zucchini lassen sich in Frostnächten damit meist nicht zuverlässig schützen. Nach der Saison bewahrst du Vlies und Folie gesäubert und trocken an einem dunklen, mäusesicheren Ort auf.
Praxisbeispiele: Wie sehen mehrere Ernten auf einem Beet aus?
Drei Beetfolgen zeigen, wie die Bausteine zusammenpassen. Die Termine sind Richtwerte und verschieben sich mit der Witterung. Im WeinbauklimaWeinbauklima meint das Klima von Gegenden, in denen Wein angebaut wird, etwa in Veitshöchheim, im Unterschied zu kühleren Regionen. Die Artischocke zum Beispiel gedeiht dort besonders gut und kann früher ausgesät werden. können sie früher liegen als in klimatisch ungünstigeren Lagen.
| Beet | Vor- oder Zwischenkultur | Hauptkultur | Nachkultur |
|---|---|---|---|
| Maisbeet | Spinat, Anfang März unter Vlies gesät, Ernte bis Mitte Mai | Zuckermais von Anfang Mai bis Mitte September | Feldsalat, bis Mitte Oktober als Jungpflanze gesetzt, für die Winter- oder Frühjahrsernte |
| Erbsenbeet | eine Reihe Radieschen zwischen zwei Erbsenreihen | Schalerbsen, gesät Anfang März bis Anfang April | Spinat, gesät Anfang August bis Mitte September |
| Kartoffelbeet | keine | Frühkartoffeln, gepflanzt Mitte April bis Anfang Mai bei mindestens 8 °C Bodentemperatur | Grünkohl, gepflanzt Ende Juni bis Anfang Juli, Ernte Oktober bis Februar |
Im Maisbeet nutzt der Spinat die Zeit, in der der junge Mais noch wenig Platz braucht. Beide stehen nur bis Mitte Mai gemeinsam auf dem Beet. Im Kartoffelbeet hängt die Nachkultur davon ab, ob die Frühkartoffeln bis Anfang Juli geerntet sind. Kartoffeln gehören zu den NachtschattengewächsenNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen. und Grünkohl zu den Kreuzblütlern. Weil Gemüse derselben Familie nicht direkt aufeinander folgen sollen, passt diese Folge auch für die Fruchtfolge.
Solche Folgen legst du mit dem Beetplaner für Vor-, Haupt- und Nachkulturen Beet für Beet an.
Zeiteinteilung: Wie behältst du Arbeit und Termine im Griff?
Mehrere Ernten bedeuten mehrere Saattermine, und im Hochsommer fallen Ernte, NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. und Pflege zusammen. Plane deshalb nicht mehr Sätze, als deine verfügbare Pflegezeit hergibt. Ich halte die Beet- und Wegeeinteilung jedes Jahr gleich und zeichne sie in eine Beetskizze. Darin trage ich ein, was wann gesät, gepflanzt und abgeräumt wird.
Ein Gartentagebuch ergänzt den Plan. Darin hältst du fest, welche Sorten gut keimen, sich zügig entwickeln und geschmacklich überzeugen. So wählst du im nächsten Jahr gezielter aus.
Für Staffelsaaten brauchst du Saatgut über die ganze Saison. Vermerke beim Sichten des Bestands das Kaufjahr und prüfe älteres Saatgut mit einer Keimprobe aus genau abgezählten Samen. Keimen innerhalb von zwei bis drei Wochen nur wenige, kommen eine dichtere Aussaat oder neues Saatgut infrage. Zwischen den Sätzen hilft flaches Hacken, weil es junge Unkräuter entfernt und Wasserverluste vermindert.
Hauptkulturen mit Pflanz- und Erntetermin eintragen · Zwischen- und Nachkulturen in die Lücken setzen · Pflanzenfamilie der Nachkultur prüfen · Saatgut für spätere Sätze bereithalten · Vlies für Herbst und Winter einplanen
Wie du typische Fehler beim Gemüseanbau erkennst und behebst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Was braucht ein Beet, das mehrmals im Jahr trägt?
Ein mehrfach belegtes Beet braucht dieselben Grundlagen wie jedes Gemüsebeet. Ausführlich findest du sie im Überblick zur Gartenplanung von Boden und Gießen bis Ernte, Lagerung und Wetter. Hier steht zu jedem Thema nur, was für mehrere Ernten zählt. Legst du dein erstes Gemüsebeet gerade an, begleitet dich ein eigener Ratgeber Schritt für Schritt vom Anlegen des Gemüsegartens bis zur Ernte.
Boden und Kompost: Eine Bodenuntersuchung mit nutzungsbezogener Düngeempfehlung zeigt, welche Nährstoffe dein Beet schon liefert. Gemüsebeete können im Frühjahr bei passendem Bodenbefund 3 l Kompost je m² erhalten. Kompost, Mist, eingearbeitete Gründüngung und Erntereste zählen bei weiteren Düngergaben als Nährstoffquellen mit.
Gießen: Gieße Gemüse direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter möglichst trocken bleiben. Ein durchdringender Gießgang im Gemüsebeet liegt bei etwa 20 bis 25 l/m², solange der Unterboden noch leicht feucht ist.
Mulchen: Angewelkten Grasschnitt bringst du wiederholt so dünn aus, dass der Boden noch leicht durchscheint. Dicke Schichten können zusammenkleben, deshalb erneuerst du die Decke bei Bedarf.
Mischkultur: Mischkultur kann einen gesunden Garten unterstützen, ein Schutz vor jedem Problem ist sie nicht. Möhren und Zwiebeln etwa bieten einander keine verlässliche Abwehr gegen Möhren- und ZwiebelfliegeDie Zwiebelfliege ist ein der Stubenfliege ähnlicher Schädling, dessen weißliche Maden den Blattgrund junger Zwiebelpflanzen zerstören. Befallene Pflanzen welken, färben sich gelblich-grau und lassen sich leicht herausziehen.. Welche Gemüse als Nachbarn auf einem Beet zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
Schädlinge und Krankheiten: Vorbeugen beginnt beim Planen über Standort, Abstand und Fruchtfolge, danach kontrollierst du und greifst mechanisch ein. Ein Kulturschutznetz mit 1,35 mm Maschenweite kann Gemüsefliegen und Raupen abhalten. Gegen kleinere Schädlinge wie ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. braucht es eine Maschenweite von 0,8 mm.
Erntezeitpunkt und Lagerung: Für kurze Lagerung erntest du Gemüse morgens, solange es kühl und prall ist. Zum Einlagern wählst du nur gesundes, unverletztes Gemüse und bewahrst es kühl und vor Austrocknung geschützt auf. Wurzel- und Knollengemüse hält sich in Holzkisten mit feuchtem Sand bei 3 bis 5 °C.
Wetterextreme: Hitze und Trockenheit gehören ebenso in die Planung wie Starkregen und Sturm. Eine Mulchdecke oder dauerhafte Pflanzenbedeckung schützt die Bodenoberfläche vor Verschlämmung durch Starkregen. Ein Beet mit Folgekulturen ist also länger geschützt als eines, das nach der ersten Ernte leer bleibt.
