Ölrettich im Fruchtwechsel: Vorfrucht, Nachfrucht und Anbaupause planen
- Ölrettich ist ein Kreuzblütler und zählt in der Fruchtfolge wie Kohl, Radieschen und Senf.
- Im Gemüsebeet braucht er mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern.
- Kohlgewächse stehen weder unmittelbar vor noch unmittelbar nach Ölrettich.
- Gegen Rübennematoden gelten Sorten mit den Anfälligkeitsnoten 1–3 als resistent.
- Ölrettich ist nicht winterhart, stirbt über Winter aber weniger zuverlässig ab als Senf.
- Nach dem Einarbeiten vergehen meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung.
Ölrettich wird gesät, gemäht und nie geerntet, deshalb taucht er im Beetplan leicht gar nicht auf. Steht im Jahr darauf Kohl auf demselben Beet, folgt ein KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. auf den anderen, ohne dass du es geplant hast. Ich trage Ölrettich deshalb mit seiner Pflanzenfamilie in meinen Beetplan ein, genau wie eine HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant..
Für die Planung klärst du vier Fragen. Was stand vorher auf dem Beet, was kommt danach, sind NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. dein Ziel, und was passiert über den Winter?
Ölrettich im Überblick: die Werte für deine Planung
Ölrettich (Raphanus sativus var. oleiformis) ist eine einjährige Gründüngungs- und Ölpflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Für die Fruchtfolge brauchst du diese Werte:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Pflanzenfamilie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Nährstoffbedarf | schwachzehrend |
| Wurzel | tiefwurzelnd |
| Aussaatzeit | März bis September, im Garten ab Mitte April |
| Entwicklungszeit als Gründüngung | 6–10 Wochen |
| Wuchshöhe | 40 bis über 120 cm, je nach Sorte und Standort |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nicht winterhart |
| Anbaupause | 4 Jahre |
Von der Sorte hängen zwei Dinge ab: die Wuchshöhe und die Nematodenresistenz. Wann die anderen Gründünger gesät werden, zeigt dir der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.
Warum zählt Ölrettich in der Fruchtfolge wie Kohl?
In der Fruchtfolge gehört jeder Gründünger zu seiner Pflanzenfamilie. Ölrettich, Senf und Raps fallen in die Kreuzblütlerpause, so wie Klee, Wicken und Lupinen bei den Hülsenfrüchten mitzählen. Im Gemüsebeet braucht Ölrettich deshalb mindestens 3–5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern. Kohlgewächse baust du außerdem weder unmittelbar davor noch unmittelbar danach an.
Zu den Kreuzblütlern gehören mehr Kulturen, als das Wort Kohl vermuten lässt: Radieschen, Rettich, Rauke, Kresse, Meerrettich, Stielmus, Pak Choi und Asia-Salate. Die Pause gilt für alle Kreuzblütler, und die Gründüngung zählt dazu. Eine Ölrettich-Saat, die nicht im Plan steht, verkürzt deshalb die Pause für deinen Kohl, ohne dass du es merkst. Füllst du etwa die Lücke nach Radieschen mit Ölrettich, stehen zwei Kreuzblütler hintereinander auf dem Beet.
Wie lang ist die Pause?
Je nach Lage gelten unterschiedliche Abstände:
| Lage auf dem Beet | Abstand |
|---|---|
| Ölrettich zu anderen Kreuzblütlern im Gemüsebeet | mindestens 3–5 Jahre |
| Anbaupause für Ölrettich als Planungswert | 4 Jahre |
| Kohlgewächse auf derselben Fläche | Wiederkehr erst nach 4 Jahren empfohlen |
| Kohlhernieprobleme an Kohl | Fruchtwechsel von fünf bis sechs Jahren, keine Kreuzblütler als Gründüngung |
Welcher Wert für dich gilt, hängt davon ab, was auf deinem Beet stand und was dort wachsen soll. Am Bildschirm kannst du dafür deine Beete im Beetplaner einteilen.
Ich führe für jedes Beet eine Zeile im Gartenheft: Jahr, Hauptkultur, ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. und Pflanzenfamilie. Hinter Ölrettich schreibe ich „Kreuzblütler“, damit ich die Pause beim nächsten Kohl mitrechne.
Wann lässt du Ölrettich besser weg?
Trägt deine Fruchtfolge viel Kohl, Rettich oder Radieschen, vermeidest du Ölrettich, Senf und Raps möglichst. Senf als Gründüngung kann in einer solchen Fruchtfolge KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. fördern, und Ölrettich gehört zur selben Familie. Bei Kohlhernieproblemen an Kohl empfiehlt die Hausgartenberatung, auf Kreuzblütler auch als Gründüngung zu verzichten. Phacelia passt dann besser, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Weitere Arten im Vergleich findest du im Ratgeber dazu, wann sich Ölrettich gegenüber anderen Gründüngern lohnt.
Welche Vorfrüchte passen zu Ölrettich?
Eine VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. muss zwei Bedingungen erfüllen: Sie ist kein Kreuzblütler, und sie räumt das Beet rechtzeitig. Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Bohnen und Erbsen gehören zu anderen Familien und passen deshalb. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte sind August und September besonders günstig, und Ölrettich lässt sich im September noch säen.
Nach Hülsenfrüchten passt Ölrettich gut ins Beet. Puffbohnen (Saubohnen) werden von Juni bis August geerntet, danach ist die Fläche frei. Ölrettich bindet selbst keinen Luftstickstoff, er nutzt den Stickstoff, der schon im Boden ist. Überschüssige Nährstoffe kann er in seiner Biomasse speichern. So kann eine Zwischenfrucht die Gefahr verringern, dass Reststickstoff über Winter als Nitrat ausgewaschen wird.
Unmittelbar nach einer anderen Kreuzblütler-Gründüngung wie Senf säst du ihn nicht, denn Arten derselben Familie folgen im Garten nicht direkt aufeinander.
Was kann nach Ölrettich folgen?
Nach Ölrettich folgt eine Kultur aus einer anderen Familie, zum Beispiel Kartoffeln, Tomaten, Kürbis, Möhren oder Zwiebeln. Kohl, Radieschen und Rauke warten, bis die Kreuzblütlerpause vorbei ist. Bei der Wahl berücksichtigst du Pflanzenfamilie und Stickstoffbedarf der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. gemeinsam. Welche Kulturen sich danach als Nachbarn vertragen, kannst du in der Mischkultur-Übersicht nachschlagen.
Die Nährstoffe, die Ölrettich gespeichert hat, werden beim Verrotten wieder frei. Wie viel davon bei der Nachfrucht ankommt, hängt von Boden, Witterung und Umbruch ab. Eine Gründüngung ersetzt die Düngung der Folgekultur deshalb nicht automatisch.
Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung kannst du einem Gründüngungsbestand Stickstoff anrechnen: unter 5 cm Aufwuchshöhe 1 g/m², bei 5–14 cm 2 g/m², bei 15–30 cm 4 g/m² und über 30 cm 6 g/m². Miss die Höhe, bevor du mähst.
Plane auch die Zeit ein. Frische Gründüngungsmasse arbeitest du nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Danach vergehen meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung. Für die Lücke im Beet zählen damit zwei Zeiten: die Entwicklungszeit des Ölrettichs und die Wartezeit nach dem Einarbeiten.
Mähe den Bestand, bevor er Samen bildet, sonst sät sich Ölrettich selbst aus. Verholzte Reste verrotten außerdem langsamer und können vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden.
Ölrettich gegen Nematoden: Was leistet die Sortenwahl?
Ölrettich wird auch gesät, um Nematoden im Boden zu mindern, und dabei entscheidet die Sorte. Als resistent gelten Ölrettichsorten mit den Anfälligkeitsnoten 1–3 für Rübennematoden, niedrigere Noten sind günstiger. Bei solchen Sorten können Rübenzystennematoden in die Wurzeln eindringen, bilden dort aber kaum neue Zysten.
Drei Grenzen gehören in deine Planung:
- Die Nematodenart muss passen. Die Wirkung hängt von der konkreten Sorte und von der Art ab, die in deinem Boden vorkommt.
- Die Befunde stammen aus dem Feldanbau. Dort begünstigen längere Phasen mit Tagesmitteltemperaturen ab 8 °C die Wirkung gegen Rübennematoden. Gesät wird dort so dicht, dass die Wurzeln den Boden intensiv durchziehen.
- Die Familie bleibt. Auch eine resistente Sorte ist ein Kreuzblütler und zählt voll in die Kreuzblütlerpause.
Eine resistente Sorte kann Rübennematoden mindern, eine Zusage für deinen Garten ist der Feldbefund nicht. Auf einem Beet mit Kohlhernieproblemen fällt sie ohnehin weg, wie gut ihre Note auch ist.
Vor einer gezielten Kultur von Tagetes patula gegen Wurzelläsionsnematoden sollte eine Bodenanalyse den Befall mit Pratylenchus bestätigen. Diese Reihenfolge übernehme ich für Ölrettich: erst der Befund, dann das Saatgut. Beim Kauf lese ich die Sortenbeschreibung. Ist die Sorte nicht als resistent gegen Rübennematoden eingestuft, säe ich sie nur als Gründüngung.
Etwas anderes ist die Biofumigation. Dabei werden glucosinolatreiche Senf- und Ölrettichbestände zur Blüte zerkleinert und eingearbeitet, ein Spezialverfahren aus dem Feldanbau. Wie realistisch das im Garten ist, ordnet der Ratgeber dazu ein, was Ölrettich gegen Nematoden leisten kann.
Ölrettich über den Winter: Was heißt das für die Folgekultur?
Als Winterbegrünung säst du Ölrettich nach der Gemüseernte, die Septembersaat ist noch möglich. Im Frühherbst bleibt der Bestand stehen. Wer ihn jetzt einarbeitet, setzt Nährstoffe frei, die vor der Folgekultur ausgewaschen werden können. Das Beet bleibt damit über den Winter belegt, und die Nachfrucht kommt im Frühjahr.
„Ölrettich friert sicher ab.“ Darauf planst du besser nicht. Er ist zwar nicht winterhart, stirbt über Winter aber weniger zuverlässig ab als Senf und kann die Folgekultur durch Durchwuchs beeinträchtigen.
Ich gehe das Beet deshalb im Frühjahr ab und entferne Pflanzen, die den Winter überstanden haben, bevor ich säe oder pflanze. Abgefrorener Aufwuchs bleibt bis dahin als Mulch liegen. Was bei Frost genau passiert, zeigt der Ratgeber dazu, wie sich Ölrettich im Winter verhält und wie du seine Mulchschicht im Frühjahr nutzt.
Bodenwirkung, Aussaat und Mischungen in Kürze
Ölrettich bildet rasch Grünmasse, bedeckt den Boden und kann so Unkraut unterdrücken. Seine Wurzeln reichen tief, und verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Die Grundlagen stehen im Überblick dazu, was Gründüngung im Boden leistet.
Gesät wird breitwürfig oder in Reihen, 1–2 cm tief. Für die Saatmenge reichen die Angaben im Hausgarten von 2–5 g/m², deshalb gilt zuerst die Angabe auf deiner Saatguttüte. Termine und Methoden im Einzelnen erklärt der Ratgeber dazu, wann und wie du Ölrettich aussäst.
In Zwischenfruchtmischungen kann Ölrettich mit Phacelia, Alexandrinerklee oder Senf stehen, die Arten ergänzen sich in der Durchwurzelung. Für die Fruchtfolge zählt dann jede enthaltene Familie: Mit Klee kommt eine Leguminose ins Beet, mit Senf ein zweiter Kreuzblütler. Pflege, Entwicklung und Einarbeitung beschreibt der Ratgeber dazu, wie Ölrettich als Gründünger den Gartenboden verbessert.
Bevor du säst: Was prüfst du am Beet?
Vor jeder Ölrettich-Saat gehe ich dieselben fünf Fragen durch.
Stand hier in den letzten Jahren ein Kreuzblütler, die Gründüngung eingeschlossen? Soll in den nächsten Jahren Kohl auf dieses Beet? Reicht die Lücke für Entwicklungszeit und Wartezeit? Gehört die Folgekultur zu einer anderen Familie? Ist die Sorte als resistent eingestuft, falls Nematoden dein Ziel sind?


