Perserklee-Aussaat im Jahresverlauf: welcher Termin zu welchem Ziel passt
- Aussaatfenster im Garten: April bis August.
- Frühjahr für einen langen, blühenden Bestand, Juli und August als Zwischenfrucht nach der Ernte.
- Gesät wird erst, wenn der Boden mindestens 10 °C hat.
- Späte Aussaaten bringen Ertragseinbußen, die Kulturdauer liegt bei 90 bis 100 Tagen.
- Nicht winterhart: Rechne damit, dass ein Sommerbestand abfriert und als Mulch liegen bleibt.
- Breitwürfig und flach säen, 0,5 bis 1 cm tief.

Perserklee säst du im Garten von April bis August, und der Termin entscheidet, was du von ihm bekommst. Ein Bestand aus dem Frühjahr hat die ganze Saison vor sich und kann blühen. Ein Bestand aus dem Sommer bedeckt das Beet nach der Ernte und endet mit dem Winter, denn Perserklee ist nicht winterhart. Ich lege den Termin deshalb vom Ziel her fest: Erst kläre ich, wie lange das Beet frei bleibt, dann schaue ich aufs Bodenthermometer.
Perserklee, botanisch Trifolium resupinatum, ist ein einjähriger Klee aus der Familie der Schmetterlingsblütler (FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.). Er wurzelt tief, wird 50 bis 80 cm hoch und blüht von Mai bis September. Was Gründüngung im Boden leistet und wie Zeitpunkt und Dauer zusammenhängen, erklärt der Gründünger-Ratgeber.
Wann säe ich Perserklee? Die Fenster im Überblick
Im Garten reicht das AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. von April bis August. Der Feldanbau kennt zwei Termine: Als Hauptfrucht wird Perserklee im März bis April gesät, als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. im Juli bis August. Für dein Beet ergeben sich daraus ein Frühjahrsfenster für einen langen Bestand und ein Sommerfenster für die Zeit nach der Ernte.
Welcher Termin zu welchem Ziel passt, zeigt die Übersicht:
| Dein Ziel | Termin | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Blühender Bestand für Insekten | Frühjahr, ab April | nach der Blüte und vor der Samenreife beenden |
| Gründüngung zwischen zwei Kulturen | April bis August | 90 bis 100 Tage Kulturdauer einplanen, nach dem Einarbeiten meist etwa 2 bis 3 Wochen warten |
| Bodenbedeckung nach der Ernte | Juli bis August | früh im Fenster säen, Abfrieren einplanen, Reste bleiben als Mulch liegen |
| Beet wird erst ab September frei | kein Perserklee mehr | im September Inkarnatklee, im Oktober noch Winterroggen |
Der Termin liegt im Fenster von April bis August. Der Boden hat mindestens 10 °C. Du weißt, wie lange das Beet frei bleibt, denn die Kulturdauer liegt bei 90 bis 100 Tagen. Du kannst die Saat bis zum Auflaufen feucht halten.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0,5-1 cm tief säen.
Frühjahr: Ab wann ist der Boden warm genug?
Im Frühjahr entscheidet die Bodentemperatur über den Start, nicht der Kalender. Perserklee braucht zum Keimen mindestens 10 °C. Der Märztermin aus dem Feldanbau bringt dir im Garten deshalb nur dann etwas, wenn dein Boden diese Wärme schon erreicht hat. Ich messe vor der Aussaat mit einem Bodenthermometer nach und säe erst, wenn es die 10 °C anzeigt. Danach dauert es 7 bis 14 Tage, bis die Saat keimt.
Plane die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. gleich mit. Die Kulturdauer liegt bei 90 bis 100 Tagen. Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen, bevor du neu säst oder pflanzt.
Ich stecke beim Säen ein Etikett mit dem Datum ans Beet. Darauf notiere ich später den Tag, an dem ich die ersten Keimlinge sehe. Diese Notizen lege ich im nächsten Frühjahr neben das Thermometer, bevor ich den Termin festlege.
Sommer: Perserklee als Zwischenfrucht nach der Ernte
Das zweite Fenster öffnet sich, wenn eine frühe Gemüsekultur abgeerntet ist. Im Juli und August deckt Perserklee die frei gewordene Fläche ab. Er hat einen hohen Wasserbedarf. Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht, denn bei Trockenheit kann sie in der Keimphase wiederholt Wasser brauchen. Ich säe in einem trockenen Sommer deshalb nur dort, wo ich mit dem Schlauch gut hinkomme.
Auch innerhalb des Sommerfensters macht der Termin einen Unterschied. Späte Aussaaten bringen bei Perserklee Ertragseinbußen, und weil er nicht winterhart ist, holt er im nächsten Frühjahr nichts nach. Wer viel Aufwuchs will, sät deshalb lieber im Juli als Ende August.
Herbst und Winter: Übersteht Perserklee den Frost?
Als Bestand übersteht er den Winter nicht, denn Perserklee ist einjährig und nicht winterhart. Rechne damit, dass ein Bestand aus dem Sommer im Winter abfriert. Der abgestorbene Aufwuchs bleibt dann als Mulch auf dem Beet liegen. So bleibt der Boden bedeckt, und Bodenbedeckung schützt vor Erosion, VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Verkrustung.
Im Frühherbst arbeitest du eine Gründüngung ohnehin nicht ein, weil die freigesetzten Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Zusammen mit dem Abfrieren ergibt das einen einfachen Ablauf: Du lässt den Perserklee im Herbst stehen, bis der Frost ihn beendet. Blüht er bis dahin noch, behältst du die Samenbildung im Blick, denn eine Gründüngung endet vor der Samenreife. Brauchst du im Frühjahr ein feines Saatbett, rechst du die Reste ab und kompostierst sie; sonst arbeitest du sie flach ein.
„Im Spätsommer gesät, startet Perserklee im nächsten Frühjahr früh durch.“ Dafür müsste er winterhart sein, und das ist er nicht. Plane einen Bestand aus Juli oder August als Winterbedeckung, die abfriert, und nicht als Kultur fürs nächste Jahr.
Perserklee im September als Winterbegrünung säen. Sein Aussaatfenster endet im August. Brauchst du im September noch einen Klee, nimm Inkarnatklee: Er eignet sich als Nachkultur im September und wird als überwinternde Zwischenfrucht genutzt. Harte, lange und schneereiche Winter verträgt er allerdings schlecht. Wird das Beet erst im Oktober frei, kannst du noch Winterroggen säen.
Regionale Unterschiede: Boden und Wasser statt Landkarte
Regionale Unterschiede zeigen sich bei Perserklee über zwei Bedingungen: Wärme im Boden und verlässlich Wasser. Die höchsten Erträge bringt er in warmen Lagen mit ausreichender Feuchtigkeit. Bleibt dein Boden im Frühjahr lange kühl, verschiebt sich dein Start nach hinten, bis er die Mindesttemperatur für die Keimung erreicht. Wo im Sommer Wasser knapp ist, planst du das Gießen schon vor der Aussaat ein.
Auf der Ellenberg-Skala für Temperatur, die von 1 für kühl und alpin bis 9 für warm und mediterran reicht, steht Perserklee bei 7. Für die Feuchte liegt sein Wert bei 6, auf einer Skala von 1 für TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist. bis 9 für NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß..
Wie der Termin Blüte und Nutzung verändert
Die Blütezeit von Perserklee reicht von Mai bis September, seine Kulturdauer liegt bei 90 bis 100 Tagen. Wer ihn als Blühfläche für Insekten nutzen will, sät deshalb im Frühjahr. Perserklee gilt als nützlingsfreundlich und duftet.
Eine blühende Gründüngung beendest du nach der Blüte, aber bevor sich Samen bilden, damit sie sich nicht selbst aussät. Ich gehe dafür gegen Ende der Blüte durch den Bestand und mähe, bevor sich in den verblühten Köpfen Samen entwickeln. Wann und mit welcher Technik du den Aufwuchs danach in den Boden bringst, steht im Ratgeber dazu, wie du Perserklee einarbeitest und den Erfolg prüfst.
In der Landwirtschaft dient Perserklee auch als Futter und wird dafür gegen Blühende geschnitten. Welche Rolle Perserklee im ökologischen Landbau spielt, beschreibt ein eigener Beitrag. Für eine Fläche statt Rasen zeigt ein weiterer Ratgeber, wie du Perserklee als Bodendecker anlegst und mähst.
Im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken findest du die Aussaatzeiten der Gründünger zum Aufhängen.
Saat, Boden, Düngung und Fruchtfolge in Kürze
Perserklee säst du breitwürfig auf ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett und rechst ihn flach ein, 0,5 bis 1 cm tief. Für eine Gründüngung im Hausgarten setzt du 5 g Saatgut pro m² an. Bodenvorbereitung und Pflege findest du in der Anleitung, wie du Perserklee Schritt für Schritt anbaust.
Bei ausreichender Wasserversorgung stellt Perserklee keine besonderen Ansprüche an den Boden. Welche Gründünger zu welchem Boden passen, steht im Gründünger-Ratgeber unter „Standort und Boden“.
Gedüngt wird Perserklee im Zwischenfruchtanbau nur zur Grundversorgung mit Phosphat und Kali, Stickstoff sammelt er mit seinen Knöllchenbakterien selbst. Mehr zum Gießen und Düngen findest du im Gründünger-Ratgeber unter „Pflege, Gießen und Düngen“.
Im Gemüsegarten sollen Leguminosen wie Perserklee höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. ausmachen, Erbsen und Bohnen eingerechnet. Auf dasselbe Beet kommt Perserklee erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder, und als Nachbar verträgt sich Klee nicht mit Hülsenfrüchten wie Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen. Du kannst die Anbaupause im Beetplaner einplanen und passende Nachbarn für Klee nachschlagen; die Grundlagen stehen im Gründünger-Ratgeber unter „Fruchtfolge und Mischkultur“.


