Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Anbau

Perserklee-Aussaat im Jahresverlauf: welcher Termin zu welchem Ziel passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Aussaatfenster im Garten: April bis August.
  • Frühjahr für einen langen, blühenden Bestand, Juli und August als Zwischenfrucht nach der Ernte.
  • Gesät wird erst, wenn der Boden mindestens 10 °C hat.
  • Späte Aussaaten bringen Ertragseinbußen, die Kulturdauer liegt bei 90 bis 100 Tagen.
  • Nicht winterhart: Rechne damit, dass ein Sommerbestand abfriert und als Mulch liegen bleibt.
  • Breitwürfig und flach säen, 0,5 bis 1 cm tief.
Perserklee als dichter Bestand mit rosavioletten Blütenköpfchen über dreizähligen Blättern und bräunlich verblühten Köpfen
Foto: Darrel Watts · CC0 1.0 · Quelle ↗

Perserklee säst du im Garten von April bis August, und der Termin entscheidet, was du von ihm bekommst. Ein Bestand aus dem Frühjahr hat die ganze Saison vor sich und kann blühen. Ein Bestand aus dem Sommer bedeckt das Beet nach der Ernte und endet mit dem Winter, denn Perserklee ist nicht winterhart. Ich lege den Termin deshalb vom Ziel her fest: Erst kläre ich, wie lange das Beet frei bleibt, dann schaue ich aufs Bodenthermometer.

Perserklee, botanisch Trifolium resupinatum, ist ein einjähriger Klee aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Er wurzelt tief, wird 50 bis 80 cm hoch und blüht von Mai bis September. Was Gründüngung im Boden leistet und wie Zeitpunkt und Dauer zusammenhängen, erklärt der Gründünger-Ratgeber.

Wann säe ich Perserklee? Die Fenster im Überblick

Im Garten reicht das Aussaatfenster von April bis August. Der Feldanbau kennt zwei Termine: Als Hauptfrucht wird Perserklee im März bis April gesät, als Zwischenfrucht im Juli bis August. Für dein Beet ergeben sich daraus ein Frühjahrsfenster für einen langen Bestand und ein Sommerfenster für die Zeit nach der Ernte.

Welcher Termin zu welchem Ziel passt, zeigt die Übersicht:

Dein Ziel Termin Darauf achtest du
Blühender Bestand für Insekten Frühjahr, ab April nach der Blüte und vor der Samenreife beenden
Gründüngung zwischen zwei Kulturen April bis August 90 bis 100 Tage Kulturdauer einplanen, nach dem Einarbeiten meist etwa 2 bis 3 Wochen warten
Bodenbedeckung nach der Ernte Juli bis August früh im Fenster säen, Abfrieren einplanen, Reste bleiben als Mulch liegen
Beet wird erst ab September frei kein Perserklee mehr im September Inkarnatklee, im Oktober noch Winterroggen
Mini-Checkliste

Der Termin liegt im Fenster von April bis August. Der Boden hat mindestens 10 °C. Du weißt, wie lange das Beet frei bleibt, denn die Kulturdauer liegt bei 90 bis 100 Tagen. Du kannst die Saat bis zum Auflaufen feucht halten.

Empfehlungen für den Garten

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die Samen 0,5-1 cm tief säen.

Aussaatkalender Perserklee
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Frühjahr: Ab wann ist der Boden warm genug?

Im Frühjahr entscheidet die Bodentemperatur über den Start, nicht der Kalender. Perserklee braucht zum Keimen mindestens 10 °C. Der Märztermin aus dem Feldanbau bringt dir im Garten deshalb nur dann etwas, wenn dein Boden diese Wärme schon erreicht hat. Ich messe vor der Aussaat mit einem Bodenthermometer nach und säe erst, wenn es die 10 °C anzeigt. Danach dauert es 7 bis 14 Tage, bis die Saat keimt.

Plane die Folgekultur gleich mit. Die Kulturdauer liegt bei 90 bis 100 Tagen. Nach dem Einarbeiten wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen, bevor du neu säst oder pflanzt.

Marias Erfahrung

Ich stecke beim Säen ein Etikett mit dem Datum ans Beet. Darauf notiere ich später den Tag, an dem ich die ersten Keimlinge sehe. Diese Notizen lege ich im nächsten Frühjahr neben das Thermometer, bevor ich den Termin festlege.

Sommer: Perserklee als Zwischenfrucht nach der Ernte

Das zweite Fenster öffnet sich, wenn eine frühe Gemüsekultur abgeerntet ist. Im Juli und August deckt Perserklee die frei gewordene Fläche ab. Er hat einen hohen Wasserbedarf. Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht, denn bei Trockenheit kann sie in der Keimphase wiederholt Wasser brauchen. Ich säe in einem trockenen Sommer deshalb nur dort, wo ich mit dem Schlauch gut hinkomme.

Auch innerhalb des Sommerfensters macht der Termin einen Unterschied. Späte Aussaaten bringen bei Perserklee Ertragseinbußen, und weil er nicht winterhart ist, holt er im nächsten Frühjahr nichts nach. Wer viel Aufwuchs will, sät deshalb lieber im Juli als Ende August.

Herbst und Winter: Übersteht Perserklee den Frost?

Als Bestand übersteht er den Winter nicht, denn Perserklee ist einjährig und nicht winterhart. Rechne damit, dass ein Bestand aus dem Sommer im Winter abfriert. Der abgestorbene Aufwuchs bleibt dann als Mulch auf dem Beet liegen. So bleibt der Boden bedeckt, und Bodenbedeckung schützt vor Erosion, Verschlämmung und Verkrustung.

Im Frühherbst arbeitest du eine Gründüngung ohnehin nicht ein, weil die freigesetzten Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Zusammen mit dem Abfrieren ergibt das einen einfachen Ablauf: Du lässt den Perserklee im Herbst stehen, bis der Frost ihn beendet. Blüht er bis dahin noch, behältst du die Samenbildung im Blick, denn eine Gründüngung endet vor der Samenreife. Brauchst du im Frühjahr ein feines Saatbett, rechst du die Reste ab und kompostierst sie; sonst arbeitest du sie flach ein.

Mythos-Check

„Im Spätsommer gesät, startet Perserklee im nächsten Frühjahr früh durch.“ Dafür müsste er winterhart sein, und das ist er nicht. Plane einen Bestand aus Juli oder August als Winterbedeckung, die abfriert, und nicht als Kultur fürs nächste Jahr.

Häufiger Fehler

Perserklee im September als Winterbegrünung säen. Sein Aussaatfenster endet im August. Brauchst du im September noch einen Klee, nimm Inkarnatklee: Er eignet sich als Nachkultur im September und wird als überwinternde Zwischenfrucht genutzt. Harte, lange und schneereiche Winter verträgt er allerdings schlecht. Wird das Beet erst im Oktober frei, kannst du noch Winterroggen säen.

Regionale Unterschiede: Boden und Wasser statt Landkarte

Regionale Unterschiede zeigen sich bei Perserklee über zwei Bedingungen: Wärme im Boden und verlässlich Wasser. Die höchsten Erträge bringt er in warmen Lagen mit ausreichender Feuchtigkeit. Bleibt dein Boden im Frühjahr lange kühl, verschiebt sich dein Start nach hinten, bis er die Mindesttemperatur für die Keimung erreicht. Wo im Sommer Wasser knapp ist, planst du das Gießen schon vor der Aussaat ein.

Zahl im Blick

Auf der Ellenberg-Skala für Temperatur, die von 1 für kühl und alpin bis 9 für warm und mediterran reicht, steht Perserklee bei 7. Für die Feuchte liegt sein Wert bei 6, auf einer Skala von 1 für Trockenheitszeiger bis 9 für Nässezeiger.

Wie der Termin Blüte und Nutzung verändert

Die Blütezeit von Perserklee reicht von Mai bis September, seine Kulturdauer liegt bei 90 bis 100 Tagen. Wer ihn als Blühfläche für Insekten nutzen will, sät deshalb im Frühjahr. Perserklee gilt als nützlingsfreundlich und duftet.

Eine blühende Gründüngung beendest du nach der Blüte, aber bevor sich Samen bilden, damit sie sich nicht selbst aussät. Ich gehe dafür gegen Ende der Blüte durch den Bestand und mähe, bevor sich in den verblühten Köpfen Samen entwickeln. Wann und mit welcher Technik du den Aufwuchs danach in den Boden bringst, steht im Ratgeber dazu, wie du Perserklee einarbeitest und den Erfolg prüfst.

In der Landwirtschaft dient Perserklee auch als Futter und wird dafür gegen Blühende geschnitten. Welche Rolle Perserklee im ökologischen Landbau spielt, beschreibt ein eigener Beitrag. Für eine Fläche statt Rasen zeigt ein weiterer Ratgeber, wie du Perserklee als Bodendecker anlegst und mähst.

Passt dazu

Im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken findest du die Aussaatzeiten der Gründünger zum Aufhängen.

Saat, Boden, Düngung und Fruchtfolge in Kürze

Perserklee säst du breitwürfig auf ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett und rechst ihn flach ein, 0,5 bis 1 cm tief. Für eine Gründüngung im Hausgarten setzt du 5 g Saatgut pro m² an. Bodenvorbereitung und Pflege findest du in der Anleitung, wie du Perserklee Schritt für Schritt anbaust.

Bei ausreichender Wasserversorgung stellt Perserklee keine besonderen Ansprüche an den Boden. Welche Gründünger zu welchem Boden passen, steht im Gründünger-Ratgeber unter „Standort und Boden“.

Gedüngt wird Perserklee im Zwischenfruchtanbau nur zur Grundversorgung mit Phosphat und Kali, Stickstoff sammelt er mit seinen Knöllchenbakterien selbst. Mehr zum Gießen und Düngen findest du im Gründünger-Ratgeber unter „Pflege, Gießen und Düngen“.

Im Gemüsegarten sollen Leguminosen wie Perserklee höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung ausmachen, Erbsen und Bohnen eingerechnet. Auf dasselbe Beet kommt Perserklee erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder, und als Nachbar verträgt sich Klee nicht mit Hülsenfrüchten wie Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen. Du kannst die Anbaupause im Beetplaner einplanen und passende Nachbarn für Klee nachschlagen; die Grundlagen stehen im Gründünger-Ratgeber unter „Fruchtfolge und Mischkultur“.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Perserklee
Kiepenkerl Perserklee
Zum Shop

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit für die Perserklee Aussaat?
Im Garten säst du Perserklee von April bis August. Für einen langen, blühenden Bestand nutzt du das Frühjahr, als Zwischenfrucht nach der Ernte den Juli und August. Zum Keimen braucht Perserklee mindestens 10 °C, deshalb zählt neben dem Monat auch die Bodenwärme. Späte Aussaaten bringen Ertragseinbußen.
Was ist Perserklee und welche botanischen Merkmale hat Trifolium resupinatum?
Perserklee, botanisch Trifolium resupinatum, ist ein einjähriger Klee aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Er wurzelt tief, wird 50 bis 80 cm hoch und blüht von Mai bis September. Als Leguminose bindet er mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Winterhart ist er nicht.
Warum ist die richtige Bodentemperatur für die Perserklee Aussaat wichtig?
Perserklee braucht zum Keimen mindestens 10 °C. Miss deshalb vor dem Säen die Bodentemperatur, statt dich allein nach dem Kalender zu richten. Ist der Boden warm genug, liegt die Keimdauer bei 7 bis 14 Tagen.
Welche Saattiefe und Saatmenge sind bei Perserklee optimal?
Perserklee gehört flach in den Boden, 0,5 bis 1 cm tief. Für eine Gründüngung im Hausgarten setzt du 5 g Saatgut pro Quadratmeter an. Gesät wird breitwürfig, danach rechst du die Saat flach ein und drückst sie an.
Stimmt es, dass Perserklee nur einjährig ist und nicht überwintern kann?
Ja, Perserklee ist einjährig und nicht winterhart. Rechne damit, dass ein Bestand aus dem Sommer im Winter abfriert und als Mulch auf dem Beet liegen bleibt. Brauchst du einen Klee, der über Winter steht, eignet sich Inkarnatklee, der als überwinternde Zwischenfrucht genutzt wird. Harte, lange und schneereiche Winter verträgt aber auch er schlecht.
Gibt es regionale Unterschiede bei der Perserklee Aussaat in Deutschland?
Ja, denn Perserklee braucht Wärme und Wasser: Am besten wächst er in warmen Lagen mit gesicherter Wasserversorgung. Den Starttermin richtest du deshalb nach deinem Boden und säst im Rahmen von April bis August, sobald er mindestens 10 °C hat. Wo der Boden im Frühjahr lange kühl bleibt, beginnt das Fenster später.
Worin unterscheiden sich Perserklee und Rotklee im Anbau?
Rotklee ist mehrjährig und winterhart, Perserklee dagegen einjährig und nicht winterhart. Rotklee säst du von März bis Juni und wieder im August und September, Perserklee von April bis August. Auf dasselbe Beet kommt Rotklee erst nach einer Anbaupause von 7 Jahren zurück. Bei Perserklee sind es 3 Jahre.
Was unterscheidet Perserklee von Alexandriner Klee in der Anwendung?
Es sind zwei verschiedene Arten: Perserklee heißt botanisch Trifolium resupinatum, Alexandrinerklee Trifolium alexandrinum. Beide sind einjährig und nicht winterhart, beide werden vor allem als Zwischenfrucht und Futterpflanze genutzt. Beim Termin unterscheiden sie sich: Alexandrinerklee säst du von April bis September, Perserklee von April bis August. Zum Keimen braucht Alexandrinerklee mit 14 bis 21 Tagen länger.
Zuletzt geprüft:
↑