Perserklee als Rasenalternative: Bodendecker für eine Saison
- Perserklee ist einjährig und nicht winterhart: Die Fläche hält eine Saison und treibt im Frühjahr nicht wieder aus.
- Mit 50–80 cm Wuchshöhe und hohem Wasserbedarf wird aus ihm kein kurzer Trittrasen, wohl aber eine blühende Begrünung für freie Flächen.
- Für die flächige Begrünung säst du breitwürfig, angesetzt werden 5 g Saatgut/m².
- Die Schnitthöhe von 6–7 cm stammt aus dem Feldfutterbau und ist keine Empfehlung für die Rasenpflege.
- Gemäht wird spätestens vor der Samenreife, damit sich der Klee nicht selbst aussät.
- Für Perserklee wird eine Anbaupause von 3 Jahren angesetzt, im Folgejahr gehört deshalb eine andere Pflanzenfamilie auf die Fläche.

Wer Perserklee sät und einen Dauerrasen erwartet, steht im nächsten Frühjahr vor einer abgestorbenen Fläche. Der Klee ist einjährig und nicht winterhart, er treibt nach dem Winter nicht wieder aus. Ich plane ihn deshalb nie als Rasenersatz für Jahre, sondern als Begrünung für einen Sommer. Dafür taugt er, wenn du drei Dinge einkalkulierst: seine Höhe, seinen Wasserbedarf und die Neuansaat im Folgejahr.
Eignet sich Perserklee als Rasenersatz?
Als Rasen im üblichen Sinn eignet er sich nicht, als BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. auf Zeit schon. Ein Rasen ist eine Dauerfläche: Er bleibt über Jahre stehen, wird kurz gehalten und betreten. Perserklee (Trifolium resupinatum) ist dagegen eine einjährige ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. und Futterpflanze. Was das für deine Fläche heißt, zeigt die Übersicht.
| Merkmal | Perserklee | Folge für die Fläche |
|---|---|---|
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart | jedes Jahr neu anlegen |
| Wuchshöhe | 50–80 cm | hoher Bestand statt kurzer GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. |
| Kulturdauer | 90–100 Tage | Fläche für diese Zeit einplanen |
| Wasser | hoher Wasserbedarf | Gießmöglichkeit vorsehen |
| Blütezeit | Mai bis September | Blüten für Nützlinge, dazu Duft |
| Nährstoffe | bindet als Leguminose Luftstickstoff | zusätzlicher Stickstoff ist nicht nötig |
| Wurzel | tiefwurzelnd | verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle für Wasser und Luft |
Aus zwei Zeilen zusammen folgt die Grenze: Weil der Klee einjährig und nicht winterhart ist, bekommst du keinen Bestand, der über Jahre steht und dichter wird. Auch die Höhe entscheidet über die Nutzung. Ein Bestand von 50–80 cm ist keine Liegewiese und kein Spielrasen. Ich lege Perserklee deshalb nur dort an, wo niemand laufen muss.
Pflegeleicht ist er in einem Punkt: Zusätzlichen Stickstoff braucht er nicht. Dem stehen zwei Aufgaben gegenüber, das Gießen in Trockenphasen und die Neuansaat in jedem Jahr.
Stickstoff und Blüte in Kürze
Als Leguminose bindet Perserklee mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff. Eine feste Düngegutschrift für die nächste Kultur folgt daraus im Hausgarten nicht, denn die Nährstoffwirkung hängt von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Die Zusammenhänge erklärt der Überblick zur Gründüngung im Abschnitt, was Gründüngung im Boden leistet. Für diese Art vertieft das der Ratgeber, wie Perserklee den Gartenboden verbessert.
Perserklee blüht von Mai bis September, duftet und gilt als nützlingsfreundlich. Alle Wildbienen versorgt ein einzelnes Blütenangebot trotzdem nicht, weil viele Arten auf wenige Nahrungspflanzen spezialisiert sind. Was den Klee darüber hinaus als Gründünger ausmacht, zeigt der Ratgeber, welche Eigenschaften Perserklee als Gründünger mitbringt.
Klee und Gras gemischt
Im landwirtschaftlichen Zwischenfruchtbau wird Perserklee mit Welschem oder Einjährigem Weidelgras gemischt. Die Saatmengen dafür gelten für den Feldfutterbau und sind keine Dosierung für den Garten. Willst du im Garten Klee und Gras mischen, richtest du dich nach der Mengenangabe auf der Saatgutpackung. Den Hintergrund liefert der Ratgeber, welche Rolle Perserklee in der ökologischen Landwirtschaft spielt.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0,5-1 cm tief säen.
Wo passt eine Perserklee-Fläche im Garten?
Die Eignung hängt am Ort. Drei Fragen entscheiden: Ist die Fläche einen Sommer lang frei, kannst du gießen, und muss niemand darüber laufen?
| Ort | Eignung | Grund |
|---|---|---|
| Freie Fläche für einen Sommer | passt | lebende Decke schützt den Boden vor Sonne, Starkregen, Verschlämmung und Erosion |
| Hang | passt in der Saison | Bodenbedeckung schützt vor Erosion, der abgefrorene Bestand bleibt als Mulch liegen |
| Obstgarten zwischen den Bäumen | passt | offener Boden lässt sich noch im Juli einsäen, die BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg. geschwächter Bäume bleibt frei |
| Gemüsebeet | eingeschränkt | nicht vor oder nach Erbsen und Bohnen, ungeeignet bei Fruchtfolgen gegen Sklerotinia |
| Fugen, Wege, Spielfläche | passt nicht | Wuchshöhe 50–80 cm |
Freie Fläche für einen Sommer
Ein abgeräumtes Beet oder eine Ecke, die erst im nächsten Jahr gestaltet wird: Für solche Flächen passt Perserklee. Eine lebende Pflanzendecke schützt die Bodenoberfläche vor Sonneneinstrahlung, Starkregen, Verschlämmung und Erosion. Rechne mit einer Kulturdauer von 90–100 Tagen und halte die Fläche so lange frei.
Gießen spart dir die Decke trotzdem nicht. Ein geschlossener Bewuchs beschattet zwar den Boden und vermindert dessen Verdunstung, er verbraucht beim Wachsen aber selbst Wasser. Bei Perserklee kommt der hohe Wasserbedarf hinzu.
Hang
Am Hang zählt die Bodenbedeckung, denn sie schützt vor Erosion, Verschlämmung und Verkrustung. Kläre vor der Aussaat, ob du dort gießen kannst, denn der Wasserbedarf bleibt derselbe.
Räum die Kleefläche am Hang im Herbst nicht ab. Perserklee ist nicht winterhart, und ein durch Frost abgestorbener Bestand bleibt über Winter als Mulch auf dem Boden. So ist der Hang auch in der kalten Jahreszeit bedeckt.
Obstgarten
Im Obstgarten kannst du offenen Boden noch im Juli mit Gründüngung einsäen, um die Bodengare zu verbessern. Perserklee passt in dieses Fenster, weil seine Aussaatzeit von April bis August reicht.
Dichter Unterbewuchs konkurriert mit Obstbäumen um Wasser und Nährstoffe. Geschwächte Bäume entlastest du deshalb mit einer bewuchsfreien, gemulchten Baumscheibe, die je nach Baumgröße einen Radius von 0,5–2 m haben kann. Säe den Klee zwischen die Bäume und nicht bis an den Stamm.
Gemüsebeet und Beetränder
Im Gemüsegarten zählt Klee zu den Hülsenfrüchten und gehört in deren Fruchtfolge. Meide ihn auf Beeten, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als nächste HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. geplant sind. Im Werkzeug zur Mischkultur prüfst du, welche Nachbarn sich mit Klee vertragen. Steht der Klee neben niedrigen Kulturen, schneidest du ihn, sobald er sie bedrängt.
Soll deine Gemüsefruchtfolge Sklerotinia vermeiden, ist Perserklee als Zwischenfrucht ungeeignet. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten außerdem höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen. Mehr dazu steht im Überblick zur Gründüngung, im Abschnitt zu NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt., Biofumigation und Krankheiten.
Fugen, Wege und Spielflächen
Für Fugen zwischen Platten wächst Perserklee zu hoch, und als Spielfläche ist ein Bestand von 50–80 cm nicht gedacht. Suchst du etwas Niedriges, schau dir Weißklee an, der mit 20–30 cm deutlich darunter bleibt. Niedrig wachsende Weißkleearten werden auch als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. zwischen Gemüse oder Beerenkulturen verwendet.
Ist die Fläche einen Sommer lang frei? Kommst du mit dem Schlauch hin? Muss niemand darüber laufen? Standen dort zuletzt weder Erbsen noch Bohnen? Bei vier Ja passt Perserklee.
Wie legst du die Fläche an?
Das Anlegen ist schnell erklärt. Perserklee steht sonnig, auch Halbschatten ist möglich. Wichtiger als die Bodenart ist das Wasser: Ist die Versorgung gesichert, stellt er keine besonderen Ansprüche an den Boden. Welche Art auf welchen Boden gehört, ordnet der Überblick zur Gründüngung im Abschnitt zu Standort und Boden ein.
Für eine geschlossene Fläche säst du breitwürfig und rechst das Saatgut flach ein, angesetzt werden 5 g Saatgut/m². Das Saatbett soll feinkrümelig und gut rückverfestigt sein, die Saattiefe liegt bei 0,5–1 cm. Drück die Saat an und halte sie bis zum Auflaufen feucht, das dauert 7–14 Tage.
Gesät wird von April bis August, wobei späte Aussaaten bei Perserklee Ertragseinbußen bringen. Den passenden Termin findest du im Ratgeber, wann du Perserklee im Jahresverlauf säst. Für die Übersicht gibt es den Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.
Bei trockener Witterung gießt du in der Keimphase wiederholt, mit weichem Strahl, damit die Oberfläche nicht verschlämmt. Zusätzlichen Stickstoff braucht der Klee nicht, die Düngung beschränkt sich im Zwischenfruchtanbau auf die Grundversorgung mit Phosphat und Kali. Die Grundregeln dazu stehen im Überblick im Abschnitt zu Pflege, Gießen und Düngen. Alle Schritte von Standort und Bodenvorbereitung über Aussaat und Pflege bis zur Ernte zeigt die Anleitung, wie du Perserklee Schritt für Schritt anbaust.
Wie und wann mähst du Perserklee?
Einen festen Mährhythmus wie beim Rasen gibt es für Perserklee nicht. Die bekannten Schnittwerte stammen aus dem Feldfutterbau und beschreiben die Futterernte.
Im Feldfutterbau wird Perserklee auf 6–7 cm Höhe geschnitten, bei 3–5 Schnitten pro Jahr. Beide Werte gelten für die Futterernte und sind keine Empfehlung für die Rasenpflege.
Etwas sagen sie dir trotzdem: Ein Klee, der mehrmals im Jahr geschnitten wird, treibt nach dem Schnitt wieder aus. Du musst den ersten Schnitt also nicht als Ende der Fläche einplanen.
Wann du mähst, entscheidet das Stadium des Bestands:
- Gegen Ende der Blüte: Zu diesem Zeitpunkt wird Perserklee für Futter geschnitten.
- Spätestens vor der Samenreife: Gründüngung wird beendet, bevor die Samen ausreifen, damit sie sich nicht selbst aussät.
- Sofort bei Konkurrenz: Bedrängt der Klee eine Kultur daneben, schneidest du ihn.
Willst du die Blüten für Insekten stehen lassen, mähst du nach der Blüte, aber vor der Samenreife.
Ich mähe meine Kleefläche nie nach festem Termin. Gegen Ende der Blüte gehe ich durch den Bestand, schaue nach den ersten Samenständen und schneide, bevor sie ausreifen.
Für einen hoch gewachsenen Bestand nehme ich die Sense. Dabei lasse ich Stoppeln stehen, statt bodennah zu schneiden, und beobachte danach, wie der Klee nachtreibt.
Das Schnittgut bleibt nicht als dicke Matte liegen, denn frische Masse kann unter Luftabschluss faulen. Ich lasse es anwelken und verteile es dünn als Mulch auf anderen Beeten. Im Gemüsebeet werden für organischen Mulch etwa 2–3 cm Schichtdicke empfohlen, feines Material liegt dünner auf.
Wie regeneriert sich die Fläche?
Regeneration heißt bei Perserklee zweierlei: Nachtrieb innerhalb der Saison und Neuansaat danach. Ein Überdauern über Jahre gehört nicht dazu.
„Einmal gesät, kommt der Kleerasen jedes Jahr wieder.” Für Perserklee stimmt das nicht. Er ist einjährig und nicht winterhart, der Bestand stirbt über Winter ab.
In der Saison: nachtreiben und Lücken schließen
Nach einem Schnitt treibt der Klee wieder aus, und dafür braucht er Wasser. Ich prüfe nach dem Mähen deshalb mit dem Finger die Bodenfeuchte und gieße, bevor der Boden ganz austrocknet. Völlig ausgetrockneter Boden nimmt Wasser nämlich schlecht auf.
Lücken säst du im Aussaatfenster von April bis August nach. Säe früh nach, denn späte Aussaaten bringen bei Perserklee Ertragseinbußen. Rau die Stelle mit dem Rechen auf, streu das Saatgut breitwürfig, rech es flach ein und drück es an. Bis zum Auflaufen hältst du die Stelle feucht.
Den Klee aussamen lassen, damit sich die Fläche von selbst erneuert. Gründüngung wird vor der Samenreife beendet, weil sie sonst an Stellen auflaufen kann, an denen du sie nicht haben willst. Für die neue Saison säst du gezielt.
Nach dem Frost: Reste liegen lassen
Der abgefrorene Bestand bleibt über Winter als Mulch liegen und bedeckt so weiter den Boden. Im Frühherbst arbeitest du den Klee nicht ein, weil frei werdende Nährstoffe sonst ausgewaschen werden können. Im Frühjahr rechst du die Reste ab und kompostierst sie. Arbeitest du sie stattdessen flach ein, wartest du bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung meist etwa 2–3 Wochen.
Im Folgejahr: neu säen, aber nicht denselben Klee
Für Perserklee wird eine Anbaupause von 3 Jahren angesetzt. Zusammen mit der Einjährigkeit heißt das: Du säst jedes Jahr neu, auf derselben Fläche aber nicht wieder Perserklee. Ein anderer Klee ist kein Ausweg, denn Arten derselben Pflanzenfamilie folgen im Garten nicht unmittelbar aufeinander.
Soll die Fläche grün bleiben, säst du im Folgejahr eine Art aus einer anderen Familie, zum Beispiel Phacelia. Sie ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und wird von April bis September gesät. Wird aus der Fläche ein Beet, passt stark zehrendes Gemüse als Nachfolger, denn Leguminosen-Gründüngung eignet sich dafür als Vorfrucht.
Wo der Klee stand, hältst du fest, indem du deine Flächen im Beetplaner einträgst. Ich notiere mir dazu das Jahr, damit ich die Pause einhalte.


