Hochbeet mit Blumen bepflanzen: passende Arten, Aussaat und Pflege
- Ringelblume Daisy wird 20 bis 30 cm hoch und wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen.
- Zinnie Liliput erreicht 50 bis 60 cm, braucht Sonne und gehört hinter die niedrigen Arten.
- Zinniensamen kommen nur 0 bis 0,5 cm tief in die Erde.
- Verblühtes abschneiden kann bei Ringelblume und Schmuckkörbchen die Bildung neuer Knospen fördern.
- Offene Blüten und gestaffelte Blütezeiten verbessern das Nahrungsangebot für Insekten.
- Zu eng gesetzte Pflanzen bilden schwache, verlängerte Triebe, deshalb hältst du die Pflanzabstände ein.
Wenn du dein Hochbeet mit Blumen bepflanzen willst, fällt die wichtigste Entscheidung vor der Aussaat. Stehen hohe und niedrige Arten durcheinander oder zu eng, nehmen sie sich gegenseitig Licht und Luft. Ich plane mein Blumenhochbeet deshalb zuerst auf Papier: Wie hoch wird jede Art, wie viel Sonne hat der Platz, wie viel Abstand braucht jede Pflanze?
Was haben Blumen vom Hochbeet?
Auf einem Hochbeet arbeitest du an einer erhöhten Fläche und musst dich nicht ständig bücken. Bei Sommerblumen kommt dir das zugute, denn das Abschneiden verblühter Blüten kann bei Ringelblume und Schmuckkörbchen die Bildung neuer Knospen fördern. Weil du diesen Handgriff den ganzen Sommer über wiederholst, spart dir die Höhe jedes Mal das Bücken.
Ein Hochbeet erwärmt sich außerdem schneller als ein Bodenbeet. Daraus folgt aber kein fester Temperatur- oder Zeitvorsprung, deshalb planst du die Aussaat nach der Blumenart und nicht nach dem Beet. Was ein Hochbeet unabhängig von der Bepflanzung auszeichnet, steht in den Hochbeet-Grundlagen vom Kurzporträt bis zur Bodenprobe.
Was klärst du vor dem Pflanzen?
Stell das Hochbeet möglichst in Nord-Süd-Richtung auf, damit es die Sonne gut ausnutzt. Bei Gartenboden als Füllung hängt der günstige pH-Bereich von Bodenart und Humusgehalt ab, und Bodenprobe wie Schichtaufbau erklärt der Hochbeet-Ratgeber im Einzelnen. Wühlmausgitter, Folie und DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. planst du vor dem Befüllen ein, und die Bauanleitung zeigt, wie du Untergrund, Rahmen und Nagetierschutz beim Selbstbau anlegst.
Welche Blumen eignen sich für das Hochbeet?
Für den Einstieg eignen sich Einjährige, weil du sie jedes Jahr neu zusammenstellen kannst. Stauden bleiben dagegen stehen und geben dem Beet über Jahre eine feste Struktur. Beide kannst du im selben Hochbeet mischen, solange jede Pflanze genug Platz bekommt.
Wie viel Sonne bekommt der Platz am Tag? Wie hoch wird jede Art? Welchen Pflanzabstand braucht sie? Blühen die Arten nacheinander? Soll die Pflanze ein Jahr bleiben oder mehrere?
Einjährige Sommerblumen
Ringelblume, Zinnie und Kapuzinerkresse decken unterschiedliche Höhen und Lichtverhältnisse ab. Die Werte gelten für die genannten Sorten:
| Sorte | Wuchshöhe | Standort | Pflanzabstand |
|---|---|---|---|
| Ringelblume Daisy | 20 bis 30 cm | sonnig bis halbschattig | 20 cm |
| Zinnie Liliput | 50 bis 60 cm | sonnig | 25 cm |
| Kapuzinerkresse Gartenjuwel | 20 bis 30 cm, buschig statt rankend | sonnige bis halbschattige Gefäße | keine Angabe |
Ringelblume Daisy und Zinnie Liliput sind einjährig, du säst sie also jedes Jahr neu. Kapuzinerkresse Gartenjuwel wächst buschig statt rankend, deshalb setze ich sie im Hochbeet an den Rand. Weitere Einjährige wie Schmuckkörbchen und Tagetes passen ebenfalls dazu.
Halte die Pflanzabstände auch zwischen verschiedenen Arten ein. Zu eng gesetzte Pflanzen bilden schwache, verlängerte Triebe und werden krankheitsanfälliger.
Stauden für mehrere Jahre
Stauden treiben jedes Jahr wieder aus und bleiben dir über viele Jahre erhalten. Für das Frühjahr passen Primeln, für den Sommer Gartennelken, Katzenminze und Storchschnabel. Im Herbst blühen Herbstastern, Herbstanemonen und Fetthenne.
Bevor du Stauden setzt, schau auf die Füllung deines Beets. Eine organische Schichtfüllung verrottet je nach Füllmaterial in etwa 5 bis 7 Jahren, danach wird das Beet neu befüllt. Stauden, die lange bleiben sollen, setzt du deshalb besser in eine dauerhafte Erdfüllung ohne Rottekern. Dort musst du sie nicht zum Neubefüllen ausgraben.
Blumen für Halbschatten
Bekommt dein Hochbeet nur einen Teil des Tages Sonne, wähl Arten, die auch Halbschatten vertragen. Ringelblume Daisy wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Zinnien brauchen dagegen einen sonnigen Standort. Für halbschattige bis schattige Ecken gibt es Schattenblumen-Mischungen. Lies vor dem Kauf die technischen Angaben zu Standort und Kulturform, denn eine solche Mischung kann GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen. ausschließen.
Schau dir an einem sonnigen Tag an, wann Schatten auf dein Hochbeet fällt. Ist der Platz sonnig, kommt die Zinnie in Frage. Liegt er halbschattig, nimm die Ringelblume.
Wann und wie säst du Blumen ins Hochbeet?
Ringelblumen und Zinnien kannst du vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. oder direkt ins Hochbeet säen. Termine und Saattiefe unterscheiden sich deutlich:
| Sorte | Vorziehen | DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. | Saattiefe |
|---|---|---|---|
| Ringelblume Daisy | April bis Mai | April bis Juni | 1 bis 2 cm |
| Zinnie Liliput | März bis April | Mai | 0 bis 0,5 cm |
Die Zinnie liegt also fast an der Oberfläche, die Ringelblume deckst du mit Erde ab. Lockere verdichtete Erde vor dem Pflanzen, damit sie Wasser besser aufnimmt. Nach der Saat gießt du bodennah und mit wenig Druck, damit das Wasser langsam einsickert und die Samen nicht weggespült werden.
Zinniensamen genauso tief legen wie Ringelblumen. Zinnie Liliput gehört nur 0 bis 0,5 cm tief in die Erde, Ringelblume Daisy dagegen 1 bis 2 cm.
Beim Auspflanzen vorgezogener Blumen achtest du darauf, dass größere Nachbarn die jungen Pflanzen nicht bedrängen. Ich beschrifte jede Saatstelle mit Art und Datum, damit ich die Keimlinge später vom Unkraut unterscheiden kann.
Wie ordnest du die Blumen im Hochbeet an?
Nach Höhe staffeln
Zinnie Liliput erreicht 50 bis 60 cm. Ringelblume Daisy bleibt mit 20 bis 30 cm deutlich niedriger. Damit die Zinnie der Ringelblume kein Licht nimmt, gehört sie hinter die niedrige Art. Erreichst du das Beet von beiden Längsseiten, kommt die Zinnie in die Mitte, bei einem Wandbeet an die Wandseite. Ich setze die Zinnien in die Beetmitte und die Ringelblumen an beide Längsseiten.
Hast du am Hochbeet einen Schneckenzaun, lass die Randbepflanzung nicht darüber wachsen. Der Zaun muss lückenlos und frei von überhängenden Pflanzen bleiben. Schnecken, die schon im Beet sitzen, sammelst du ab.
Farben und Blütezeiten
Bei den Farben entscheidest du nach Geschmack. Abstufungen einer Farbe wirken ruhig, Gegensätze wie Blau und Orange oder Gelb und Violett setzen kräftige Kontraste. Ein Beet nur mit weißen Blüten wirkt hell und schlicht. Plane die Blütezeiten gleich mit, damit nicht alles gleichzeitig verblüht.
Blüten für Insekten
Offene Blüten und eine gestaffelte Blütezeit verbessern das Nahrungsangebot für verschiedene Insekten. Kombiniere deshalb Arten, die nacheinander blühen: Primeln im Frühjahr, Sommerblumen wie Ringelblume und Zinnie, danach Herbstastern und Fetthenne.
Wird im Spätsommer eine Fläche frei, kannst du Phacelia säen. Bis Anfang September gesät, kann sie bei einem langen, milden Herbst noch zur Blüte kommen.
Blumen, Kräuter und Gemüse zusammen
Blumen zwischen Gemüse und Kräutern sind eine Mischkultur und nutzen den Platz im Beet. Achte auch hier auf Abstand, denn junge Pflanzen sollen von größeren Nachbarn nicht bedrängt werden. Thymian bevorzugt einen sonnigen, trockenen Platz mit durchlässigem Boden, und sein Saatgut drückst du nur an, statt es mit Erde zu bedecken. Bevor du Gemüse, Kräuter und Blumen setzt, kannst du geplante Nachbarschaften im Beet prüfen. Die Aufteilung der Flächen hältst du am besten in einem Plan deines Beets fest.
Halten Ringelblumen oder Kapuzinerkresse zwischen dem Gemüse Schädlinge fern? Verlass dich nicht darauf. Mischkultur kann das Beet unterstützen, garantiert aber keinen Schutz. Selbst bei der bekannten Kombination aus Möhren und Zwiebeln ist die gegenseitige Fliegenabwehr unzuverlässig.
Wie pflegst du Blumen im Hochbeet?
Zur Grundpflege jedes Hochbeets gehören Mulchen und Auffüllen: Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und isoliert den Boden. Sackt eine organische Füllung ab, füllst du die fehlende Höhe mit Kompost oder Erde auf. Wann du mit dem Mulchen beginnst und wie dick die Schicht sein soll, erklärt der Pflege-Abschnitt im Hochbeet-Ratgeber.
Ausputzen und zurückschneiden
Schneide verblühte Blüten ab, denn das kann bei Ringelblume und Schmuckkörbchen die Bildung neuer Knospen fördern. Bei geeigneten Stauden kann ein RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. nach der Blüte eine weitere Blüte anregen. Willst du eigene Samen ernten, lässt du an einigen Pflanzen bewusst Blüten stehen.
Ich trage beim Rundgang durchs Beet eine kleine Schere in der Tasche und knipse Verblühtes ab, sobald ich es sehe. An einzelnen Ringelblumen lasse ich die Blüten für die Samenernte stehen.
Gießen
Wie viel Wasser deine Blumen brauchen, hängt von Art, Sorte, Witterung, Erde sowie Sonne und Wind am Platz ab. Gieß am besten am frühen Morgen, weil Boden und Luft dann noch kühl sind und weniger Wasser verdunstet. Das Wasser gibst du bodennah und mit wenig Druck, damit es langsam zu den Wurzeln sickert. Eine Überkopfberegnung macht dagegen die Blätter nass und ist windanfällig.
Hast du das Hochbeet mit gekaufter torffreier Erde gefüllt, prüf die Feuchte vor dem Gießen mit der Hand. Die Oberfläche kann trocken wirken, während die Erde darunter noch nass ist.
Für ein Hochbeet mit hoch stehendem Bewuchs gilt bei sommerlichem Hochdruckwetter eine Faustregel von 3 l/m² täglich. Der Wert gilt für solche Wetterlagen und nicht für das ganze Jahr.
Düngen
Welchen Dünger du wählst und wie viel, richtet sich nach dem Nährstoffvorrat im Boden, dem Bedarf der Pflanzen und dem Nährstoffgehalt des Düngers. Jährlich 3 l Kompost je m² unterstützen im Hochbeet die Versorgung mit Phosphor, Kalium, MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose. und Humus. Der Stickstoffbedarf hängt dagegen von der Kultur ab. Überhöhte Düngergaben können SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. verursachen, besonders bei jungen Pflanzen und bei zu starker Düngung zur Pflanzung.
Wie erntest du Schnittblumen und Samen?
Für einen Strauß ernte ich am frühen Morgen, schneide die Stiele schräg an und entferne die Blätter, die im Vasenwasser stehen würden. Für die Samenernte lässt du Blüten an der Pflanze ausreifen, bis sich Samenstände gebildet haben. Schneide sie ab, wenn sie trocken sind und bevor sie aufplatzen. Ich bewahre die Samen in beschrifteten Papiertüten an einem kühlen, trockenen Ort auf.
Was tun bei gelben Blättern oder nasser Erde?
Gelbe Blätter sind ein Hinweis und noch keine Diagnose. Vergilbungen und Kümmerwuchs können auch durch TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden., Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtung entstehen. Werden vor allem junge Blätter gelb, während die Adern grün bleiben, kann das auf Eisenmangel hinweisen, der bei hohem pH-Wert durch eine blockierte Aufnahme entsteht. Lass bei diesem Verdacht zusätzlich den pH-Wert im Boden untersuchen. Zeigen sich die Verfärbungen zuerst an älteren Blättern, kommt eher ein Mangel an mobilen Nährstoffen wie Stickstoff, Kalium oder Magnesium in Frage.
Gekräuselte Blätter, braune Ränder und späterer Blattfall können auch von zu viel Dünger kommen. Sie ähneln Trockenschäden, deshalb reicht das Aussehen allein nicht für eine sichere Diagnose. Bleibt die Erde dauerhaft nass, liegt die Ursache möglicherweise im Aufbau. Wie Folie und Drainage angelegt werden, zeigt die Bauanleitung.

