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Futterrüben nach der Ernte lagern: Sandkiste, Keller und Miete

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion

Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Futterrüben an einem trockenen Tag roden, sehr hoch köpfen und ungewaschen einlagern.
  • Nur feste, unverletzte Rüben kommen ins Lager, verletzte verbrauchst du zuerst.
  • Kleine Mengen lagerst du in Sandkisten im Keller, größere in einer Miete im Freien.
  • Für Mieten und Scheunen gelten 2 bis 4 °C als optimal.
  • Bei etwa 5 °C sind frische Futterrüben nur begrenzt lagerfähig, Wärme begünstigt das Austrocknen.
  • Frost vermeiden, denn gefrorene Rüben können nach dem Auftauen faulen.
  • Erde erst bei der Entnahme abklopfen, verschimmelte Rüben nicht verfüttern.
Eine Rote Bete Pflanze wächst im Gartenbeet, umgeben von anderen Pflanzen wie Lauchgewächsen
Foto: andreas160578 · Pixabay Content License · Quelle ↗

Zwei Dinge setzen Futterrüben im Lager zu: Frost und Wärme. Gefrorene Rüben können nach dem Auftauen faulen, und in einem zu warmen Raum trocknen sie aus. Ich entscheide deshalb schon beim Köpfen und Sortieren, welche Rübe ins Lager darf. Den Lagerplatz suche ich aus, bevor die erste Rübe aus dem Boden kommt.

Für kleine Mengen reichen Sandkisten im Keller, für größere Mengen legst du eine Miete im Freien an. Wer einen Kühlraum nutzen kann, stellt die Temperatur direkt ein.

Jetzt dran

Stell Holzkisten und trockenen Sand bereit und häng ein Thermometer an den geplanten Lagerplatz. So siehst du noch vor der Ernte, ob der Platz in kalten Nächten frostfrei bleibt.

Vom Beet bis zur Ernte in Kürze

Futterrüben gehören zu den Starkzehrern und mögen tiefgründige, mittelschwere bis schwere Böden ohne Staunässe. Gesät wird von März bis Mai, den Termin für die nächste Saison trägst du dir im Aussaatkalender für Futterpflanzen ein. Von der Sortenwahl bis zur Pflege begleitet dich der Ratgeber, wie du Futterrüben im Garten säst und pflegst.

Reif sind Futterrüben, wenn die älteren Blätter vergilben und absterben. Geerntet wird von September bis November, und weil die Rübe nicht winterhart ist, gehört sie vor dem ersten Frost aus dem Boden. Den richtigen Tag und die passende Technik findest du im Ratgeber, wann Futterrüben erntereif sind und wie du sie schonend rodest.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Beta
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Runkel-Rübe
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai; Blüte: Mai, Juni; Ernte: September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberAussaatBlüteErnte

Nach dem Roden: abtrocknen, köpfen, sortieren

Zwischen Beet und Lager liegen drei Handgriffe, und keiner davon lässt sich im Winter nachholen.

Erde antrocknen lassen statt waschen

Ich rode an einem trockenen Tag, weil dann weniger Erde an den Rüben hängt. Danach bleiben die Rüben auf dem Beet liegen, bis die anhaftende Erde nicht mehr schmiert. Grobe Klumpen streife ich mit der Hand ab, den Rest lasse ich dran. Angetrocknete Erde lässt sich nach trockener Lagerung bei der Entnahme am leichtesten entfernen.

Häufiger Fehler

Rüben vor dem Einlagern bürsten oder waschen. Damit trägst du Wasser in Kiste oder Miete, obwohl die Rüben trocken lagern sollen.

Die Blätter sehr hoch abschneiden

Futterrüben werden sehr hoch geköpft. Ich setze das Messer so knapp unter dem Blattansatz an, dass das abgeschnittene Blattbüschel am Kopfstück gerade noch zusammenhält. So schneide ich vom Rübenkopf so wenig wie möglich ab.

Das Laub muss nicht vom Beet. Wer Rüben und Rübenblätter abfährt, entzieht der Fläche viele Nährstoffe. Ich lasse das Blattwerk deshalb auf dem Beet liegen.

Sortieren: was ins Lager darf

Beim Sortieren nehme ich jede Rübe einmal in die Hand. Ins Lager kommen nur feste Rüben mit heiler Schale. Rüben mit Gabelstich, Schnitt oder Quetschung lege ich zur Seite und verbrauche sie zuerst. Fraßgänge mit Kot und Gespinstfäden am Rübenkopf können auf die Rübenmotte hindeuten, solche Rüben lagere ich nicht ein.

Mini-Checkliste

Eine Rübe darf ins Lager, wenn

  • die Schale heil ist,
  • die anhaftende Erde angetrocknet ist,
  • sie sich überall fest anfühlt,
  • der Kopf frei von Fraßgängen und faulen Stellen ist.

Lagerort und Lagerbedingungen

Für die Temperatur im Lager gibt es zwei Werte mit jeweils eigenem Bezug.

Angabe Wert oder Folge Bezug
Optimale Lagertemperatur 2 bis 4 °C Mieten und Scheunen
Begrenzt lagerfähig bei etwa 5 °C frische Futterrüben
Wärme begünstigt das Austrocknen jeder Lagerort
Frost mit anschließendem Auftauen begünstigt Fäulnis jeder Lagerort

Der Bereich von 2 bis 4 °C gilt für Mieten und Scheunen. Im Hauskeller oder Schuppen misst du selbst nach und hältst zwei Grenzen ein: frostfrei und nicht wärmer als nötig. Weil Wärme das Austrocknen begünstigt und Frost mit anschließendem Auftauen die Fäulnis, ist der kühlste Platz, der sicher frostfrei bleibt, der richtige.

Der Keller

Ein kühler, dunkler Keller ist ein guter Platz für Sandkisten. Stell die Kisten an die kühlste Stelle, aber nicht unter ein Kellerfenster, durch das Frost hereinkommen kann. Liegt der Raum im Winter um etwa 5 °C, sind frische Futterrüben dort nur begrenzt lagerfähig. Achte dann besonders auf Rüben, die weich und runzlig werden.

Marias Erfahrung

Am Lagerplatz hängt bei mir ein Min-Max-Thermometer. Es zeigt mir auch die kälteste Nacht, die ich verschlafen habe. Daran sehe ich, ob der Platz wirklich frostfrei bleibt.

Der Schuppen

Ein Schuppen taugt nur, wenn er auch in den kältesten Nächten frostfrei bleibt. Ich stelle die Kisten dort nicht an die Außenwand und lege bei angesagtem Frost alte Decken darüber. Wird es im Schuppen trotzdem frostig, ziehen die Rüben an einen geschützteren Platz um.

Futterrüben lagern: Sandkiste, Miete oder Kühlraum

Welche Methode passt, hängt an der Menge und am Platz, den du hast.

Methode Passt für Darauf achtest du
Sandkiste kleine Mengen im Keller oder Schuppen trockener Sand, Rüben ohne Berührung, frostfreier Platz
Miete größere Mengen im Freien Lüftung und Abdeckung über den Winter anpassen
Kühlraum große Mengen auf einem Hof Temperatur einstellen, Frost und Wärme vermeiden

Sandkiste für kleine Mengen

  1. Nimm eine stabile, saubere Holzkiste und lass sie vor dem Befüllen trocknen.
  2. Bedecke den Kistenboden mit trockenem Sand, sodass keine Rübe das Holz berührt.
  3. Leg die geköpften, ungewaschenen Rüben einzeln und mit Abstand zueinander ein.
  4. Riesle Sand darüber, bis von der Lage nichts mehr zu sehen ist.
  5. Bau so Lage um Lage auf und schließ oben mit Sand ab.
  6. Stell die Kiste an den kühlsten frostfreien Platz.

Der Sand hält die Rüben auseinander. Fängt eine an zu faulen, liegt sie nicht direkt an der nächsten. Volle Kisten sind schwer, deshalb befülle ich sie erst am Lagerplatz.

Miete für größere Mengen

Eine Miete ist ein Lager im Freien. Die Rüben liegen als länglicher Haufen auf einem trockenen Platz und werden mit Stroh und Erde abgedeckt. Für Mieten gelten 2 bis 4 °C als optimal. Wie schnell die Miete abkühlt und wie viel du verlierst, beeinflusst du über Lüftungsöffnungen und die Stärke der Abdeckung.

Die Abdeckung passt du deshalb über den ganzen Winter an, denn Wärme begünstigt das Austrocknen und Frost mit anschließendem Auftauen die Fäulnis. Bei mildem Wetter bleiben die Lüftungsöffnungen offen, damit die Miete abkühlt. Vor starkem Frost verschließt du sie und verstärkst die Abdeckung. In die Miete stecke ich ein Thermometer mit langem Fühler, damit ich ablesen kann, ohne aufzugraben.

Kühlraum auf dem Hof

Wer Zugang zu einem Kühlraum oder Kühlhaus hat, stellt die Temperatur ein, statt auf das Wetter zu hoffen. Frost und Wärme lassen sich so gezielt vermeiden. Auch dort gilt, dass frische Futterrüben bei etwa 5 °C nur begrenzt lagerfähig sind. Ein eigener Kühlraum ist eher etwas für Betriebe mit großen Mengen als für ein paar Kisten aus dem Garten.

Pflege während der Lagerung

Mit dem Einlagern ist die Arbeit nicht erledigt. Ich sehe das Lager über den ganzen Winter durch und achte auf vier Dinge:

  • Temperatur: Das Thermometer zeigt dir, ob der Platz frostfrei und kühl bleibt.
  • Festigkeit: Greif in die oberste Lage. Weiche Stellen können auf beginnende Fäulnis hindeuten.
  • Geruch: Ein fauliger Geruch kann darauf hindeuten, dass tiefer in der Kiste eine Rübe verdirbt.
  • Spuren: Schimmelbelag, Nagespuren oder Kot im Sand sind Warnzeichen.

Eine verdächtige Rübe nehme ich heraus, sobald ich sie finde. Danach sehe ich mir die Rüben ringsum genau an.

Futterrüben aus dem Lager nehmen

Vorsichtig entnehmen

Ich nehme die Rüben lagenweise von oben aus der Kiste und grabe nicht quer durch die Schichten. So bleiben die übrigen Rüben ungestört im Sand liegen. Jetzt kommt die Erde ab, die seit der Ernte an den Rüben hängt. Ich klopfe sie an der Kistenkante ab. Aus der Miete holst du die Rüben von einer Stirnseite und verschließt die Öffnung danach wieder gegen Frost.

Qualität über die Lagerzeit

Eine gut gelagerte Rübe fühlt sich fest an und hat eine glatte Schale. Wird sie weich und runzlig, kann das auf Austrocknung hindeuten. Wärme begünstigt das Austrocknen, also prüf, ob der Lagerplatz zu warm ist. Ist er das, zieh die Kisten an einen kühleren, frostfreien Platz um.

Zahl im Blick

Als Tabellenwert enthalten Futterrüben 146 g Trockenmasse je kg Frischmasse. Tabellenwerte sind Mittelwerte und können von deiner Partie abweichen. Wer Rationen rechnet, lässt deshalb den Trockensubstanzgehalt der eigenen Rüben bestimmen.

Verfüttern in Kürze

Futterrüben sind zucker- und energiereich, aber strukturarm, deshalb brauchen Wiederkäuer dazu einen Strukturausgleich. Für Rinder vertieft das der Ratgeber, wie Futterrüben in die Rinderfütterung passen. Welchen Platz die Rübe neben Grünland, Futterkohl und Zichorie einnimmt, zeigt der Überblick zu Ernte und Verwertung von Futterpflanzen.

Bei Schafen und Ziegen können Futterrüben eine Pansenazidose begünstigen. Für Pferde werden Rüben halbiert, weil kleine Würfel das Risiko einer Schlundverstopfung erhöhen. Wie du die Rüben je Tierart vorbereitest, erklärt der Ratgeber, wie du Futterrüben an Nutztiere und Kleintiere verfütterst.

Wenn die Lagerung nicht nach Plan läuft

Manche Probleme zeigen sich erst mitten im Winter. Die Zeichen in der Tabelle sind Hinweise, keine sichere Diagnose.

Was du siehst Kann hindeuten auf Was du tust
weiche, nasse Stellen, fauliger Geruch beginnende Fäulnis Rübe herausnehmen, Nachbarrüben prüfen
Schimmelbelag Schimmelbefall Rübe aussortieren und nicht verfüttern
weiche, runzlige Rüben Austrocknung, die Wärme begünstigt kühleren, frostfreien Platz suchen
Rüben waren gefroren Fäulnisrisiko nach dem Auftauen nach dem Auftauen genau durchsehen, Platz besser schützen
Nagespuren, Kot im Sand Mäuse am Lager Kisten abdecken, Zugänge schließen, angenagte Rüben aussortieren
Achtung

Verschimmelte oder faulende Rüben gehören nicht ins Futter, auch nicht mit herausgeschnittener Stelle. Schimmelpilzgifte können Futterpflanzen schon auf dem Feld oder erst während der Lagerung belasten.

Sind Rüben im Lager gefroren, siehst du sie nach dem Auftauen genau durch, denn gefrorene Futterrüben können dann faulen. Danach schützt du den Platz besser, bevor die nächste Frostnacht kommt.

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Häufige Fragen

Wie lagert man Futterrüben richtig über den Winter?
Rode die Rüben an einem trockenen Tag, köpfe sie sehr hoch und lagere nur feste, unverletzte Rüben ungewaschen ein. Kleine Mengen kommen in Sandkisten an einen kühlen, frostfreien Platz im Keller, größere Mengen in eine Miete im Freien. Über den Winter kontrollierst du Temperatur, Festigkeit und Geruch und nimmst faulende oder verschimmelte Rüben heraus, sobald du sie findest.
Wie funktioniert die Sandkistenlagerung bei Futterrüben?
Du bedeckst den Boden einer sauberen, trockenen Holzkiste mit trockenem Sand und legst die geköpften Rüben einzeln hinein, sodass sie sich nicht berühren. Dann rieselst du Sand darüber, bis die Lage ganz bedeckt ist, und baust so Lage um Lage auf, oben schließt Sand ab. Die Kiste steht am kühlsten frostfreien Platz, und die angetrocknete Erde klopfst du erst bei der Entnahme ab.
Welche Temperatur brauchen Futterrüben im Lager?
In Mieten und Scheunen gelten 2 bis 4 °C als optimal. Bei etwa 5 °C sind frische Futterrüben nur begrenzt lagerfähig, und Wärme begünstigt das Austrocknen. Frost ist ebenso ein Risiko, denn gefrorene Futterrüben können nach dem Auftauen faulen.
Wie beugt man Fäulnis bei gelagerten Futterrüben vor?
Lagere nur unverletzte Rüben mit angetrockneter Erde ein und leg sie so, dass sie sich nicht berühren. Halte das Lager frostfrei, weil gefrorene Rüben nach dem Auftauen faulen können. Prüf die Rüben über den Winter auf weiche Stellen und fauligen Geruch und nimm verdächtige sofort heraus. Ausschließen lässt sich Fäulnis damit nicht, aber das Risiko sinkt.
Welche Nährstoffe enthalten Futterrüben?
Als Tabellenwert enthalten Futterrüben 146 g Trockenmasse je kg Frischmasse. In der Trockenmasse stecken als Tabellenwert 545 g Zucker je kg. Futterrüben zählen zu den energiereichen, proteinarmen Ausgleichsfuttern mit wenig Struktur, die in der Ration einen Strukturausgleich brauchen. Tabellenwerte sind Mittelwerte, deine eigene Partie kann davon abweichen.
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