Futterrüben nach der Ernte lagern: Sandkiste, Keller und Miete
- Futterrüben an einem trockenen Tag roden, sehr hoch köpfen und ungewaschen einlagern.
- Nur feste, unverletzte Rüben kommen ins Lager, verletzte verbrauchst du zuerst.
- Kleine Mengen lagerst du in Sandkisten im Keller, größere in einer Miete im Freien.
- Für Mieten und Scheunen gelten 2 bis 4 °C als optimal.
- Bei etwa 5 °C sind frische Futterrüben nur begrenzt lagerfähig, Wärme begünstigt das Austrocknen.
- Frost vermeiden, denn gefrorene Rüben können nach dem Auftauen faulen.
- Erde erst bei der Entnahme abklopfen, verschimmelte Rüben nicht verfüttern.

Zwei Dinge setzen Futterrüben im Lager zu: Frost und Wärme. Gefrorene Rüben können nach dem Auftauen faulen, und in einem zu warmen Raum trocknen sie aus. Ich entscheide deshalb schon beim Köpfen und Sortieren, welche Rübe ins Lager darf. Den Lagerplatz suche ich aus, bevor die erste Rübe aus dem Boden kommt.
Für kleine Mengen reichen Sandkisten im Keller, für größere Mengen legst du eine Miete im Freien an. Wer einen Kühlraum nutzen kann, stellt die Temperatur direkt ein.
Stell Holzkisten und trockenen Sand bereit und häng ein Thermometer an den geplanten Lagerplatz. So siehst du noch vor der Ernte, ob der Platz in kalten Nächten frostfrei bleibt.
Vom Beet bis zur Ernte in Kürze
Futterrüben gehören zu den StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. und mögen tiefgründige, mittelschwere bis schwere Böden ohne StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Gesät wird von März bis Mai, den Termin für die nächste Saison trägst du dir im Aussaatkalender für Futterpflanzen ein. Von der Sortenwahl bis zur Pflege begleitet dich der Ratgeber, wie du Futterrüben im Garten säst und pflegst.
Reif sind Futterrüben, wenn die älteren Blätter vergilben und absterben. Geerntet wird von September bis November, und weil die Rübe nicht winterhart ist, gehört sie vor dem ersten Frost aus dem Boden. Den richtigen Tag und die passende Technik findest du im Ratgeber, wann Futterrüben erntereif sind und wie du sie schonend rodest.
Nach dem Roden: abtrocknen, köpfen, sortieren
Zwischen Beet und Lager liegen drei Handgriffe, und keiner davon lässt sich im Winter nachholen.
Erde antrocknen lassen statt waschen
Ich rode an einem trockenen Tag, weil dann weniger Erde an den Rüben hängt. Danach bleiben die Rüben auf dem Beet liegen, bis die anhaftende Erde nicht mehr schmiert. Grobe Klumpen streife ich mit der Hand ab, den Rest lasse ich dran. Angetrocknete Erde lässt sich nach trockener Lagerung bei der Entnahme am leichtesten entfernen.
Rüben vor dem Einlagern bürsten oder waschen. Damit trägst du Wasser in Kiste oder Miete, obwohl die Rüben trocken lagern sollen.
Die Blätter sehr hoch abschneiden
Futterrüben werden sehr hoch geköpft. Ich setze das Messer so knapp unter dem BlattansatzDer Blattansatz ist die Stelle am Trieb oder Stängel, an der ein Blatt entspringt. Dort ist der Trieb oft zu einem Knoten verdickt; direkt darüber, im Winkel zwischen Blatt und Trieb, liegt die Blattachsel. an, dass das abgeschnittene Blattbüschel am Kopfstück gerade noch zusammenhält. So schneide ich vom Rübenkopf so wenig wie möglich ab.
Das Laub muss nicht vom Beet. Wer Rüben und Rübenblätter abfährt, entzieht der Fläche viele Nährstoffe. Ich lasse das Blattwerk deshalb auf dem Beet liegen.
Sortieren: was ins Lager darf
Beim Sortieren nehme ich jede Rübe einmal in die Hand. Ins Lager kommen nur feste Rüben mit heiler Schale. Rüben mit Gabelstich, Schnitt oder Quetschung lege ich zur Seite und verbrauche sie zuerst. Fraßgänge mit Kot und Gespinstfäden am Rübenkopf können auf die Rübenmotte hindeuten, solche Rüben lagere ich nicht ein.
Eine Rübe darf ins Lager, wenn
- die Schale heil ist,
- die anhaftende Erde angetrocknet ist,
- sie sich überall fest anfühlt,
- der Kopf frei von Fraßgängen und faulen Stellen ist.
Lagerort und Lagerbedingungen
Für die Temperatur im Lager gibt es zwei Werte mit jeweils eigenem Bezug.
| Angabe | Wert oder Folge | Bezug |
|---|---|---|
| Optimale Lagertemperatur | 2 bis 4 °C | Mieten und Scheunen |
| Begrenzt lagerfähig | bei etwa 5 °C | frische Futterrüben |
| Wärme | begünstigt das Austrocknen | jeder Lagerort |
| Frost mit anschließendem Auftauen | begünstigt Fäulnis | jeder Lagerort |
Der Bereich von 2 bis 4 °C gilt für Mieten und Scheunen. Im Hauskeller oder Schuppen misst du selbst nach und hältst zwei Grenzen ein: frostfrei und nicht wärmer als nötig. Weil Wärme das Austrocknen begünstigt und Frost mit anschließendem Auftauen die Fäulnis, ist der kühlste Platz, der sicher frostfrei bleibt, der richtige.
Der Keller
Ein kühler, dunkler Keller ist ein guter Platz für Sandkisten. Stell die Kisten an die kühlste Stelle, aber nicht unter ein Kellerfenster, durch das Frost hereinkommen kann. Liegt der Raum im Winter um etwa 5 °C, sind frische Futterrüben dort nur begrenzt lagerfähig. Achte dann besonders auf Rüben, die weich und runzlig werden.
Am Lagerplatz hängt bei mir ein Min-Max-Thermometer. Es zeigt mir auch die kälteste Nacht, die ich verschlafen habe. Daran sehe ich, ob der Platz wirklich frostfrei bleibt.
Der Schuppen
Ein Schuppen taugt nur, wenn er auch in den kältesten Nächten frostfrei bleibt. Ich stelle die Kisten dort nicht an die Außenwand und lege bei angesagtem Frost alte Decken darüber. Wird es im Schuppen trotzdem frostig, ziehen die Rüben an einen geschützteren Platz um.
Futterrüben lagern: Sandkiste, Miete oder Kühlraum
Welche Methode passt, hängt an der Menge und am Platz, den du hast.
| Methode | Passt für | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Sandkiste | kleine Mengen im Keller oder Schuppen | trockener Sand, Rüben ohne Berührung, frostfreier Platz |
| Miete | größere Mengen im Freien | Lüftung und Abdeckung über den Winter anpassen |
| Kühlraum | große Mengen auf einem Hof | Temperatur einstellen, Frost und Wärme vermeiden |
Sandkiste für kleine Mengen
- Nimm eine stabile, saubere Holzkiste und lass sie vor dem Befüllen trocknen.
- Bedecke den Kistenboden mit trockenem Sand, sodass keine Rübe das Holz berührt.
- Leg die geköpften, ungewaschenen Rüben einzeln und mit Abstand zueinander ein.
- Riesle Sand darüber, bis von der Lage nichts mehr zu sehen ist.
- Bau so Lage um Lage auf und schließ oben mit Sand ab.
- Stell die Kiste an den kühlsten frostfreien Platz.
Der Sand hält die Rüben auseinander. Fängt eine an zu faulen, liegt sie nicht direkt an der nächsten. Volle Kisten sind schwer, deshalb befülle ich sie erst am Lagerplatz.
Miete für größere Mengen
Eine Miete ist ein Lager im Freien. Die Rüben liegen als länglicher Haufen auf einem trockenen Platz und werden mit Stroh und Erde abgedeckt. Für Mieten gelten 2 bis 4 °C als optimal. Wie schnell die Miete abkühlt und wie viel du verlierst, beeinflusst du über Lüftungsöffnungen und die Stärke der Abdeckung.
Die Abdeckung passt du deshalb über den ganzen Winter an, denn Wärme begünstigt das Austrocknen und Frost mit anschließendem Auftauen die Fäulnis. Bei mildem Wetter bleiben die Lüftungsöffnungen offen, damit die Miete abkühlt. Vor starkem Frost verschließt du sie und verstärkst die Abdeckung. In die Miete stecke ich ein Thermometer mit langem Fühler, damit ich ablesen kann, ohne aufzugraben.
Kühlraum auf dem Hof
Wer Zugang zu einem Kühlraum oder Kühlhaus hat, stellt die Temperatur ein, statt auf das Wetter zu hoffen. Frost und Wärme lassen sich so gezielt vermeiden. Auch dort gilt, dass frische Futterrüben bei etwa 5 °C nur begrenzt lagerfähig sind. Ein eigener Kühlraum ist eher etwas für Betriebe mit großen Mengen als für ein paar Kisten aus dem Garten.
Pflege während der Lagerung
Mit dem Einlagern ist die Arbeit nicht erledigt. Ich sehe das Lager über den ganzen Winter durch und achte auf vier Dinge:
- Temperatur: Das Thermometer zeigt dir, ob der Platz frostfrei und kühl bleibt.
- Festigkeit: Greif in die oberste Lage. Weiche Stellen können auf beginnende Fäulnis hindeuten.
- Geruch: Ein fauliger Geruch kann darauf hindeuten, dass tiefer in der Kiste eine Rübe verdirbt.
- Spuren: Schimmelbelag, Nagespuren oder Kot im Sand sind Warnzeichen.
Eine verdächtige Rübe nehme ich heraus, sobald ich sie finde. Danach sehe ich mir die Rüben ringsum genau an.
Futterrüben aus dem Lager nehmen
Vorsichtig entnehmen
Ich nehme die Rüben lagenweise von oben aus der Kiste und grabe nicht quer durch die Schichten. So bleiben die übrigen Rüben ungestört im Sand liegen. Jetzt kommt die Erde ab, die seit der Ernte an den Rüben hängt. Ich klopfe sie an der Kistenkante ab. Aus der Miete holst du die Rüben von einer Stirnseite und verschließt die Öffnung danach wieder gegen Frost.
Qualität über die Lagerzeit
Eine gut gelagerte Rübe fühlt sich fest an und hat eine glatte Schale. Wird sie weich und runzlig, kann das auf Austrocknung hindeuten. Wärme begünstigt das Austrocknen, also prüf, ob der Lagerplatz zu warm ist. Ist er das, zieh die Kisten an einen kühleren, frostfreien Platz um.
Als Tabellenwert enthalten Futterrüben 146 g TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist. je kg Frischmasse. Tabellenwerte sind Mittelwerte und können von deiner Partie abweichen. Wer Rationen rechnet, lässt deshalb den Trockensubstanzgehalt der eigenen Rüben bestimmen.
Verfüttern in Kürze
Futterrüben sind zucker- und energiereich, aber strukturarm, deshalb brauchen Wiederkäuer dazu einen Strukturausgleich. Für Rinder vertieft das der Ratgeber, wie Futterrüben in die Rinderfütterung passen. Welchen Platz die Rübe neben Grünland, Futterkohl und Zichorie einnimmt, zeigt der Überblick zu Ernte und Verwertung von Futterpflanzen.
Bei Schafen und Ziegen können Futterrüben eine Pansenazidose begünstigen. Für Pferde werden Rüben halbiert, weil kleine Würfel das Risiko einer Schlundverstopfung erhöhen. Wie du die Rüben je Tierart vorbereitest, erklärt der Ratgeber, wie du Futterrüben an Nutztiere und Kleintiere verfütterst.
Wenn die Lagerung nicht nach Plan läuft
Manche Probleme zeigen sich erst mitten im Winter. Die Zeichen in der Tabelle sind Hinweise, keine sichere Diagnose.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was du tust |
|---|---|---|
| weiche, nasse Stellen, fauliger Geruch | beginnende Fäulnis | Rübe herausnehmen, Nachbarrüben prüfen |
| Schimmelbelag | Schimmelbefall | Rübe aussortieren und nicht verfüttern |
| weiche, runzlige Rüben | Austrocknung, die Wärme begünstigt | kühleren, frostfreien Platz suchen |
| Rüben waren gefroren | Fäulnisrisiko nach dem Auftauen | nach dem Auftauen genau durchsehen, Platz besser schützen |
| Nagespuren, Kot im Sand | Mäuse am Lager | Kisten abdecken, Zugänge schließen, angenagte Rüben aussortieren |
Verschimmelte oder faulende Rüben gehören nicht ins Futter, auch nicht mit herausgeschnittener Stelle. Schimmelpilzgifte können Futterpflanzen schon auf dem Feld oder erst während der Lagerung belasten.
Sind Rüben im Lager gefroren, siehst du sie nach dem Auftauen genau durch, denn gefrorene Futterrüben können dann faulen. Danach schützt du den Platz besser, bevor die nächste Frostnacht kommt.





