Rasen · Futterpflanzen & Weide · Wissen

Futterrüben in der Fruchtfolge: Vorfrucht, Nachfrucht und Anbaupause

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Futterrüben sind Starkzehrer und stehen im ökologischen Feldanbau nach humusaufbauenden Kulturen.
  • Getreide ist eine empfohlene Vorfrucht, als Folgefrucht gilt Weizen als günstig.
  • Auf derselben Fläche gilt für Futterrüben eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren.
  • Rote Bete, Mangold, Spinat, Raps und Kohlarten können Wirtspflanzen des Weißen Rübenzystennematoden sein.
  • Mais, Bohnen und Phacelia gehören wie Futterrüben zu den Wirtspflanzen von Rhizoctonia solani.
  • Die Abfuhr von Rüben und Blättern verursacht hohe Nährstoffentzüge, deshalb plane die Düngung der Folgekultur nach einer Bodenprobe.

Futterrüben stehen von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst auf ihrem Beet und brauchen als Starkzehrer viel aus dem Boden. Setzt du sie an die falsche Stelle der Fruchtfolge, folgen sie womöglich auf Kulturen, die dieselben Schaderreger tragen können. Oder die nächste Kultur startet auf einem Beet, dem die Rübenernte viele Nährstoffe entzogen hat. Ich plane meine Rübenbeete deshalb über mehrere Jahre und schreibe mir auf, was vorher dort stand und was danach kommt.

Was Fruchtfolge bei Futterrüben heißt

Fruchtfolge bedeutet, dass auf derselben Fläche die Kulturen von Jahr zu Jahr wechseln. Wie sich die Futterpflanzen in ihren Ansprüchen unterscheiden, zeigt der Futterpflanzen-Ratgeber im Überblick über Grünland, Futterkohl, Rüben und Zichorie. Hier bleibt es bei der Futterrübe: wo sie steht, was davor passt und was danach kommt.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Beta
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Runkel-Rübe
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai; Blüte: Mai, Juni; Ernte: September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberAussaatBlüteErnte

Wo Futterrüben in der Fruchtfolge stehen

Futterrüben zählen zu den Starkzehrern, und der ökologische Feldanbau ordnet sie nach humusaufbauenden Kulturen ein. Als organische Grunddüngung eignet sich gut verrotteter Mist. Baust du ökologisch an, lies nach, wie der Bio-Anbau Unkraut und Nährstoffversorgung bei Futterrüben regelt. Für die Rübenfläche wähle ich einen tiefgründigen, mittelschweren bis schweren Boden, der nicht zu Staunässe neigt.

Die Rübe belegt ihr Beet fast die ganze Saison. Gesät wird von März bis Mai, geerntet von September bis November. Winterhart ist sie nicht, deshalb kommt die Folgekultur nach der Herbsternte oder im nächsten Frühjahr auf das Beet.

Hier geht es um die Futterrübe als Hauptkultur über die ganze Saison. Welches Wachstumsfenster und welches Nutzungsziel sie als Zwischenfrucht voraussetzt, klärt der Ratgeber, ob sich Futterrüben als Zwischenfrucht eignen.

Planungsfrage Angabe für Futterrüben
Nährstoffbedarf Starkzehrer
Stellung im ökologischen Feldanbau nach humusaufbauenden Kulturen
Empfohlene Vorfrucht Getreide
Günstige Folgefrucht Weizen
Fruchtwechselpause 4 Jahre
Aussaat März bis Mai
Ernte September bis November
Boden tiefgründig, mittelschwer bis schwer, ohne Staunässe
Platz im Beet Reihensaat, nach dem Vereinzeln 30 cm in der Reihe und 40 cm zwischen den Reihen

Wie lange die Anbaupause dauert

Für Futterrüben, die auch Runkelrüben heißen, gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. In dieser Zeit wachsen auf dem Beet andere Kulturen, bevor wieder Rüben dorthin kommen. Damit du die Jahre nicht aus dem Gedächtnis zusammensuchen musst, kannst du deine Beete über mehrere Jahre im Beetplaner festhalten.

Marias Erfahrung

Ich führe für jedes Beet eine Zeile mit den Kulturen der vergangenen Jahre. Bevor ich Rüben säe, schaue ich dort nach, wann zuletzt Rüben standen und was dazwischen wuchs.

Welche Vorfrüchte zu Futterrüben passen

Getreide ist eine empfohlene Vorfrucht für Futterrüben. Stand vor den Rüben eine Gründüngung oder eine alte Wiese, gibt es ein paar Punkte mehr zu beachten.

Gründüngung vor den Rüben

Futterrüben wachsen in der Jugend langsam und schließen ihre Reihen spät. Von der vierten bis zur achten Woche nach dem Auflaufen brauchen sie besonders wenig Unkrautkonkurrenz. Bildet die Gründüngung vor dem Rübenjahr noch Samen, kann sie sich selbst aussäen und genau in dieser Phase zwischen den jungen Rüben aufgehen.

Ich mähe die Gründüngung deshalb rechtzeitig vor der Samenreife. Die frische Masse arbeite ich nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Bis zur Rübensaat lasse ich danach meist etwa 2 bis 3 Wochen vergehen.

Futterrüben nach einer umgebrochenen Wiese

Wenn du eine alte, feuchte Wiese umbrichst und dort Futterrüben säen willst, achte besonders auf Erdschnaken. Prüfe auf solchen Flächen außerdem, ob der Boden zu Staunässe neigt, denn Staunässe vertragen Futterrüben nicht.

Welche Kulturen Schaderreger mit Futterrüben teilen

Bei der Fruchtfolge zählt nicht nur die Pflanzenfamilie, sondern auch, welche Kulturen dieselben Erreger tragen können. Zwei Erreger behalte ich dabei im Blick.

Weißer Rübenzystennematode

Neben Futterrüben können auch Rote Bete, Mangold, Spinat, Raps und Kohlarten Wirtspflanzen des Weißen Rübenzystennematoden sein. In die Pausenjahre auf dem Rübenbeet plane ich diese Kulturen deshalb möglichst nicht ein. Resistente Ölrettich- oder Senfsorten können als Zwischenfrucht helfen, den Nematodenbesatz zu verringern. Senf gehört allerdings wie Kohl zu den Kreuzblütlern und zählt bei dessen Fruchtfolge mit. Wächst auf demselben Beet auch Kohl, ist eine Senf-Zwischenfrucht gegen Nematoden für den Kohl also ein weiterer Kreuzblütler in der Folge.

Rhizoctonia solani

Futterrüben, Mais, Bohnen und Phacelia gehören zu den Wirtspflanzen von Rhizoctonia solani. Ich setze diese Kulturen auf einem Beet möglichst nicht direkt hintereinander. Phacelia ist zwar eine schnell wachsende Gründüngung, direkt vor Futterrüben säe ich sie aber nicht.

Kurz erklärt

Stoppelrüben sind trotz des Namens keine Futterrüben. Futterrüben gehören zu Beta vulgaris, Stoppelrüben sind Formen von Brassica rapa. Für die Fruchtfolge planst du beide deshalb getrennt und nicht nach dem gemeinsamen Wortteil „Rübe“.

Was nach Futterrüben kommt

Als Folgefrucht nach Futterrüben gilt Weizen als günstig. Im Garten setze ich auf das abgeerntete Rübenbeet eine Kultur, die auf keiner der beiden Wirtspflanzenlisten steht.

Was die Folgekultur vom Rübenjahr hat

Für die Folgekultur zählt vor allem, was mit der Ernte vom Beet geht. Die Abfuhr von Futterrüben und Rübenblättern verursacht hohe Nährstoffentzüge. Lässt du das Rübenblatt auf dem Beet, statt es mit den Rüben abzufahren, nimmst du mit der Ernte also weniger Nährstoffe mit.

Im Humusbilanzmodell der LfL gilt der Futterrübenanbau als humuszehrend, während Rübenblätter, die auf der Fläche bleiben, gesondert bilanziert werden. Eine Humusbilanz ist dabei eine Rechnung und misst nicht den tatsächlichen Humusgehalt deines Bodens. Vor der Folgekultur nehme ich deshalb eine Bodenprobe und richte die Düngung nach dem Ergebnis.

Zahl im Blick

Für eine Bodenuntersuchung im Gemüsebeet beprobst du die Schicht von 0 bis 25 cm. Die Mischprobe stellst du aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche zusammen. Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Düngemittel.

Was Futterrüben im Feldanbau für Bodenstruktur, organische Substanz und Nährstoffmobilisierung bedeuten, vertieft der Ratgeber zu Futterrüben als Bodenverbesserer im Ackerbau. Für den Hausgarten erklärt ein eigener Ratgeber, wie du Futterrüben im Garten zur Bodenverbesserung nutzt.

Mini-Checkliste

Vor jedem Rübenjahr gehe ich diese Punkte durch.

  • Seit den letzten Rüben auf diesem Beet liegen 4 Jahre Pause.
  • In den Pausenjahren standen dort möglichst keine Kohlarten, kein Raps, kein Spinat, kein Mangold und keine Rote Bete.
  • Direkt davor wuchsen weder Mais noch Bohnen noch Phacelia.
  • Eine Gründüngung als Vorkultur ist vor der Samenreife gemäht und flach eingearbeitet.
  • Der Boden ist tiefgründig und neigt nicht zu Staunässe.
  • Für die Folgekultur ist eine Bodenprobe eingeplant.

Aussaat, Ernte und Aufwand in Kürze

Für die Direktsaat braucht der Boden im ökologischen Feldanbau mindestens 5 bis 8 °C. Die Saat kommt 2 bis 3 cm tief in die Erde. Zeitfenster, Tiefe und Abstände je Kultur bündelt der Futterpflanzen-Ratgeber im Kapitel zur Aussaat, und für die Planung am Beet gibt es den Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.

Gegen Wurzelbrand beugst du vor, indem du vernässungsgefährdete Böden meidest. Bei starkem Rübenfliegendruck kann ein Kulturschutznetz, das du direkt nach der Saat auflegst, den Befall bremsen. Schadbilder und Vorbeugung beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber im Kapitel Krankheiten und Schädlinge.

Geerntet wird von September bis November, danach sind frische Rüben bei etwa 5 °C begrenzt lagerfähig. Reifezeichen und Handgriffe erklärt der Ratgeber, wann Futterrüben erntereif sind und wie du sie schonend erntest. Die Verwertung bündelt der Futterpflanzen-Ratgeber im Kapitel Ernte und Verwertung.

Als Futter sind Futterrüben energiereich, aber proteinarm, und ihr geringer Strukturgehalt muss in der Ration ausgeglichen werden. Wie Arbeitsaufwand und Futterausnutzung bei verschiedenen Weidesystemen zusammenhängen, beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber im Kapitel Wiese und Weide.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Futterrübe Eckdogelb
Kiepenkerl Futterrübe Eckdogelb
Zum Shop
Kiepenkerl Futterrübe Eckdorot
Kiepenkerl Futterrübe Eckdorot
Zum Shop
Kiepenkerl Futterrübe Brigadier, 60 g
Kiepenkerl Futterrübe Brigadier, 60 g
Zum Shop
Sperli Futterrübe Eckdorot
Sperli Futterrübe Eckdorot
Zum Shop
Zuletzt geprüft:
↑