Futterrüben in der Fruchtfolge: Vorfrucht, Nachfrucht und Anbaupause
- Futterrüben sind Starkzehrer und stehen im ökologischen Feldanbau nach humusaufbauenden Kulturen.
- Getreide ist eine empfohlene Vorfrucht, als Folgefrucht gilt Weizen als günstig.
- Auf derselben Fläche gilt für Futterrüben eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren.
- Rote Bete, Mangold, Spinat, Raps und Kohlarten können Wirtspflanzen des Weißen Rübenzystennematoden sein.
- Mais, Bohnen und Phacelia gehören wie Futterrüben zu den Wirtspflanzen von Rhizoctonia solani.
- Die Abfuhr von Rüben und Blättern verursacht hohe Nährstoffentzüge, deshalb plane die Düngung der Folgekultur nach einer Bodenprobe.
Futterrüben stehen von der Aussaat im Frühjahr bis zur Ernte im Herbst auf ihrem Beet und brauchen als Starkzehrer viel aus dem Boden. Setzt du sie an die falsche Stelle der Fruchtfolge, folgen sie womöglich auf Kulturen, die dieselben SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren. tragen können. Oder die nächste Kultur startet auf einem Beet, dem die Rübenernte viele Nährstoffe entzogen hat. Ich plane meine Rübenbeete deshalb über mehrere Jahre und schreibe mir auf, was vorher dort stand und was danach kommt.
Was Fruchtfolge bei Futterrüben heißt
Fruchtfolge bedeutet, dass auf derselben Fläche die Kulturen von Jahr zu Jahr wechseln. Wie sich die Futterpflanzen in ihren Ansprüchen unterscheiden, zeigt der Futterpflanzen-Ratgeber im Überblick über Grünland, Futterkohl, Rüben und Zichorie. Hier bleibt es bei der Futterrübe: wo sie steht, was davor passt und was danach kommt.
Wo Futterrüben in der Fruchtfolge stehen
Futterrüben zählen zu den Starkzehrern, und der ökologische Feldanbau ordnet sie nach humusaufbauenden Kulturen ein. Als organische Grunddüngung eignet sich gut verrotteter Mist. Baust du ökologisch an, lies nach, wie der Bio-Anbau Unkraut und Nährstoffversorgung bei Futterrüben regelt. Für die Rübenfläche wähle ich einen tiefgründigen, mittelschweren bis schweren Boden, der nicht zu Staunässe neigt.
Die Rübe belegt ihr Beet fast die ganze Saison. Gesät wird von März bis Mai, geerntet von September bis November. Winterhart ist sie nicht, deshalb kommt die Folgekultur nach der Herbsternte oder im nächsten Frühjahr auf das Beet.
Hier geht es um die Futterrübe als HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. über die ganze Saison. Welches Wachstumsfenster und welches Nutzungsziel sie als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. voraussetzt, klärt der Ratgeber, ob sich Futterrüben als Zwischenfrucht eignen.
| Planungsfrage | Angabe für Futterrüben |
|---|---|
| Nährstoffbedarf | Starkzehrer |
| Stellung im ökologischen Feldanbau | nach humusaufbauenden Kulturen |
| Empfohlene Vorfrucht | Getreide |
| Günstige Folgefrucht | Weizen |
| FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. | 4 Jahre |
| Aussaat | März bis Mai |
| Ernte | September bis November |
| Boden | tiefgründig, mittelschwer bis schwer, ohne Staunässe |
| Platz im Beet | ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege., nach dem VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. 30 cm in der Reihe und 40 cm zwischen den Reihen |
Wie lange die Anbaupause dauert
Für Futterrüben, die auch Runkelrüben heißen, gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. In dieser Zeit wachsen auf dem Beet andere Kulturen, bevor wieder Rüben dorthin kommen. Damit du die Jahre nicht aus dem Gedächtnis zusammensuchen musst, kannst du deine Beete über mehrere Jahre im Beetplaner festhalten.
Ich führe für jedes Beet eine Zeile mit den Kulturen der vergangenen Jahre. Bevor ich Rüben säe, schaue ich dort nach, wann zuletzt Rüben standen und was dazwischen wuchs.
Welche Vorfrüchte zu Futterrüben passen
Getreide ist eine empfohlene Vorfrucht für Futterrüben. Stand vor den Rüben eine Gründüngung oder eine alte Wiese, gibt es ein paar Punkte mehr zu beachten.
Gründüngung vor den Rüben
Futterrüben wachsen in der Jugend langsam und schließen ihre Reihen spät. Von der vierten bis zur achten Woche nach dem Auflaufen brauchen sie besonders wenig Unkrautkonkurrenz. Bildet die Gründüngung vor dem Rübenjahr noch Samen, kann sie sich selbst aussäen und genau in dieser Phase zwischen den jungen Rüben aufgehen.
Ich mähe die Gründüngung deshalb rechtzeitig vor der Samenreife. Die frische Masse arbeite ich nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Bis zur Rübensaat lasse ich danach meist etwa 2 bis 3 Wochen vergehen.
Futterrüben nach einer umgebrochenen Wiese
Wenn du eine alte, feuchte Wiese umbrichst und dort Futterrüben säen willst, achte besonders auf Erdschnaken. Prüfe auf solchen Flächen außerdem, ob der Boden zu Staunässe neigt, denn Staunässe vertragen Futterrüben nicht.
Welche Kulturen Schaderreger mit Futterrüben teilen
Bei der Fruchtfolge zählt nicht nur die Pflanzenfamilie, sondern auch, welche Kulturen dieselben Erreger tragen können. Zwei Erreger behalte ich dabei im Blick.
Weißer Rübenzystennematode
Neben Futterrüben können auch Rote Bete, Mangold, Spinat, Raps und Kohlarten WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter. des Weißen Rübenzystennematoden sein. In die Pausenjahre auf dem Rübenbeet plane ich diese Kulturen deshalb möglichst nicht ein. Resistente Ölrettich- oder Senfsorten können als Zwischenfrucht helfen, den Nematodenbesatz zu verringern. Senf gehört allerdings wie Kohl zu den Kreuzblütlern und zählt bei dessen Fruchtfolge mit. Wächst auf demselben Beet auch Kohl, ist eine Senf-Zwischenfrucht gegen NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. für den Kohl also ein weiterer Kreuzblütler in der Folge.
Rhizoctonia solani
Futterrüben, Mais, Bohnen und Phacelia gehören zu den Wirtspflanzen von Rhizoctonia solani. Ich setze diese Kulturen auf einem Beet möglichst nicht direkt hintereinander. Phacelia ist zwar eine schnell wachsende Gründüngung, direkt vor Futterrüben säe ich sie aber nicht.
Stoppelrüben sind trotz des Namens keine Futterrüben. Futterrüben gehören zu Beta vulgaris, Stoppelrüben sind Formen von Brassica rapa. Für die Fruchtfolge planst du beide deshalb getrennt und nicht nach dem gemeinsamen Wortteil „Rübe“.
Was nach Futterrüben kommt
Als Folgefrucht nach Futterrüben gilt Weizen als günstig. Im Garten setze ich auf das abgeerntete Rübenbeet eine Kultur, die auf keiner der beiden Wirtspflanzenlisten steht.
Was die Folgekultur vom Rübenjahr hat
Für die Folgekultur zählt vor allem, was mit der Ernte vom Beet geht. Die Abfuhr von Futterrüben und Rübenblättern verursacht hohe Nährstoffentzüge. Lässt du das Rübenblatt auf dem Beet, statt es mit den Rüben abzufahren, nimmst du mit der Ernte also weniger Nährstoffe mit.
Im Humusbilanzmodell der LfL gilt der Futterrübenanbau als humuszehrend, während Rübenblätter, die auf der Fläche bleiben, gesondert bilanziert werden. Eine Humusbilanz ist dabei eine Rechnung und misst nicht den tatsächlichen Humusgehalt deines Bodens. Vor der Folgekultur nehme ich deshalb eine Bodenprobe und richte die Düngung nach dem Ergebnis.
Für eine Bodenuntersuchung im Gemüsebeet beprobst du die Schicht von 0 bis 25 cm. Die Mischprobe stellst du aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche zusammen. Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Düngemittel.
Was Futterrüben im Feldanbau für Bodenstruktur, organische Substanz und Nährstoffmobilisierung bedeuten, vertieft der Ratgeber zu Futterrüben als Bodenverbesserer im Ackerbau. Für den Hausgarten erklärt ein eigener Ratgeber, wie du Futterrüben im Garten zur Bodenverbesserung nutzt.
Vor jedem Rübenjahr gehe ich diese Punkte durch.
- Seit den letzten Rüben auf diesem Beet liegen 4 Jahre Pause.
- In den Pausenjahren standen dort möglichst keine Kohlarten, kein Raps, kein Spinat, kein Mangold und keine Rote Bete.
- Direkt davor wuchsen weder Mais noch Bohnen noch Phacelia.
- Eine Gründüngung als Vorkultur ist vor der Samenreife gemäht und flach eingearbeitet.
- Der Boden ist tiefgründig und neigt nicht zu Staunässe.
- Für die Folgekultur ist eine Bodenprobe eingeplant.
Aussaat, Ernte und Aufwand in Kürze
Für die Direktsaat braucht der Boden im ökologischen Feldanbau mindestens 5 bis 8 °C. Die Saat kommt 2 bis 3 cm tief in die Erde. Zeitfenster, Tiefe und Abstände je Kultur bündelt der Futterpflanzen-Ratgeber im Kapitel zur Aussaat, und für die Planung am Beet gibt es den Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.
Gegen Wurzelbrand beugst du vor, indem du vernässungsgefährdete Böden meidest. Bei starkem Rübenfliegendruck kann ein Kulturschutznetz, das du direkt nach der Saat auflegst, den Befall bremsen. Schadbilder und Vorbeugung beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber im Kapitel Krankheiten und Schädlinge.
Geerntet wird von September bis November, danach sind frische Rüben bei etwa 5 °C begrenzt lagerfähig. Reifezeichen und Handgriffe erklärt der Ratgeber, wann Futterrüben erntereif sind und wie du sie schonend erntest. Die Verwertung bündelt der Futterpflanzen-Ratgeber im Kapitel Ernte und Verwertung.
Als Futter sind Futterrüben energiereich, aber proteinarm, und ihr geringer Strukturgehalt muss in der Ration ausgeglichen werden. Wie Arbeitsaufwand und Futterausnutzung bei verschiedenen Weidesystemen zusammenhängen, beschreibt der Futterpflanzen-Ratgeber im Kapitel Wiese und Weide.




