Futterrüben ernten: Reife erkennen, schonend roden, hoch köpfen
- Futterrüben erntest du von September bis November.
- Reif sind sie, wenn die älteren Blätter vergilben und absterben.
- Futterrüben sind nicht winterhart: Hol sie vor dem Frost aus dem Boden, denn gefrorene Rüben können nach dem Auftauen faulen.
- Ernte bei trockenem Wetter, das erleichtert eine schmutzarme Ernte.
- Köpfe sehr hoch, sodass das Blattwerk am abgetrennten Kopf gerade noch zusammenhält.
- Lass den Trockensubstanzgehalt deiner Rüben bestimmen, denn Tabellenwerte sind Mittelwerte.

Wenn im Herbst Nachtfrost angesagt ist und die Futterrüben noch im Beet stehen, wird die Ernte zur Terminfrage. Futterrüben sind nicht winterhart, und gefrorene Rüben können nach dem Auftauen faulen. Ich gehe deshalb ab September durch meine Reihen, schaue zuerst auf die älteren Blätter und lese die Wettervorhersage mit. Dein Ziel für den Erntetag: reife Rüben, trocken und unverletzt aus dem Boden geholt.
Wann sind Futterrüben erntereif?
Das Erntefenster reicht von September bis November
Futterrüben, auch Runkelrüben genannt, erntest du von September bis November. Gesät werden sie von März bis Mai, sodass zwischen Saat und Ernte der ganze Sommer liegt. Die Pflanze ist zweijährig. Blühen würde sie erst im zweiten Standjahr. Für das Futter holst du die Rübe schon im ersten Herbst aus dem Boden. Den Saattermin trage ich mir in den Aussaatkalender für Futterpflanzen ein, damit ich im Herbst weiß, wie lange die Reihen schon stehen.
Aussaat von März bis Mai, Ernte von September bis November, Blüte erst im zweiten Standjahr.
Reifezeichen: Die älteren Blätter vergilben
Die Reife liest du am Laub ab. Vergilben die älteren Blätter und sterben ab, ist die Futterrübe erntereif. Vor dem eigentlichen Erntetag ziehe ich einzelne Rüben probeweise heraus und schaue mir Größe, Festigkeit und Schale an.
Nicht jedes verfärbte Blatt ist ein Reifezeichen. Rundliche, rotbraune Flecken, auf denen ein grau-weißlicher Belag sitzen kann, können auf Cercospora hindeuten. Dann geht es um die Gesundheit des Bestands, nicht um den Erntetermin.
Frost setzt die Grenze
Das Erntefenster reicht bis November, doch Futterrüben sind nicht winterhart. Daraus folgt: Kündigt sich vorher Frost an, holst du die Rüben vorher heraus, statt das Ende des Fensters abzuwarten. Meldet die Vorhersage Nachtfrost, ziehe ich die Ernte vor, auch wenn noch nicht alle älteren Blätter vergilbt sind.
Gefrorene Futterrüben können nach dem Auftauen faulen. Das gilt im Beet genauso wie für frisch geerntete Rüben, die ungeschützt am Feldrand liegen.
Bei trockenem Wetter ernten
Leg den Erntetag nach Möglichkeit in eine trockene Phase. Trockene Erntebedingungen erleichtern eine schmutzarme Ernte. Drängt der Frost, hat er Vorrang: Dann erntest du auch bei feuchtem Boden, statt die Rüben im Beet frieren zu lassen.
Die Ernte planen
Plane zuerst den Lagerplatz, denn er sollte fertig sein, bevor die erste Rübe aus dem Boden kommt. Danach geht es um Werkzeug, Helfer und Transport.
Lagerplatz vorbereitet; Grabegabel, scharfes Messer und Kisten bereit oder Maschine geprüft; Helfer und Transport geklärt; Vorhersage für die Erntetage gelesen; trockener, geschützter Platz zum Abtrocknen der Rüben.
Futterrüben ernten: von Hand oder mit der Maschine
Ob Gartenbeet oder Feld, die Arbeitsschritte bleiben gleich. Die Rübe wird gelockert oder gerodet, das Blatt abgetrennt und grober Schmutz entfernt. Im Garten reichen Grabegabel und Messer, auf großer Fläche übernimmt eine Maschine.
Von Hand: lockern, ziehen, hoch köpfen
So gehe ich im Beet vor:
- Stich die Grabegabel neben der Reihe senkrecht ein und heb die Erde leicht an. Halte Abstand zur Rübe, damit die Zinken sie nicht anstechen.
- Fass die Rübe am Blattschopf und zieh sie gerade heraus. Sitzt sie fest, lockerst du nach, statt fester zu ziehen.
- Trenn die Blätter mit dem Messer ab, und zwar sehr hoch am Rübenkopf.
- Leg die Rübe in die Kiste, statt sie zu werfen.
Die Handernte passt zu Garten und kleinen Flächen. Du siehst jede Rübe einzeln und kannst verletzte Exemplare sofort beiseitelegen. Auf größerer Fläche kostet sie dafür viel Zeit und Kraft.
Das Laub tief am Rübenkörper abschneiden. Futterrüben werden sehr hoch geköpft, sodass das Blattwerk am abgetrennten Kopf gerade noch zusammenhält. Damit nimmst du nur so wenig von der Rübe weg wie nötig.
Mit der Maschine: köpfen, roden, reinigen
Auf größeren Flächen köpfen Maschinen die Rüben, roden sie aus dem Boden und reinigen sie grob. Je nach Technik geschieht das in einem Durchgang oder in mehreren nacheinander. Auch ein Zuckerrübenernter kommt in Frage, er eignet sich für Futterrüben mit gleichmäßig tiefem Sitz im Boden. Schau dir deinen Bestand deshalb vor der Ernte an: Sitzen die Rüben ungleich tief, passt so ein Ernter schlechter.
Bei der Einstellung zählen zwei Punkte. Die Rodetiefe muss die Rüben ganz erfassen, ohne sie anzuschneiden. Die Reinigung soll Erde abschütteln, ohne die Rüben zu quetschen. Auch maschinell gilt die Regel, hoch zu köpfen. Während der Maschinenernte prüfe ich die ersten gerodeten Rüben von Hand und schaue auf Schnitte, Druckstellen und Rüben, die im Boden geblieben sind.
Schonend ernten: was für beide Wege gilt
An Gabelstichen, Schnitten und Druckstellen kann im Lager Fäulnis ansetzen. Schonend ernten heißt deshalb vor allem, die Schale heil zu lassen:
- Ernte bei trockenem Wetter.
- Leg die Rüben ab, statt sie zu werfen oder fallen zu lassen.
- Köpfe hoch und schneide nicht in den Rübenkörper.
- Leg angestochene, angeschnittene oder gequetschte Rüben gleich getrennt.
Ich lege beim Ernten zwei Haufen an: einen für heile Rüben und einen für Rüben mit Gabelstich, Schnitt oder Druckstelle. Den zweiten Haufen sehe ich als Erstes durch, bevor irgendetwas ins Lager kommt.
Trockensubstanz: wie viel Futter in deinen Rüben steckt
Trockensubstanz, oft auch TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist. genannt, ist der Teil der Rübe, der übrig bleibt, wenn man ihr das Wasser entzieht. Darin stecken Zucker, Eiweiß und Mineralstoffe.
Als Futtertabellenwert gelten für Futterrüben 146 g Trockenmasse je kg Frischmasse. Der Rest ist Wasser. Je nach Rübentyp gehen die Angaben deutlich auseinander:
| Rübentyp | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Futterrübe | 146 g Trockenmasse je kg Frischmasse | Futtertabellenwert |
| Halbzuckerrübe | 14 bis 16 % Trockenmasse | Tabellenwert einer Futterwerttabelle |
| Halbzuckerrübe | 13 bis 16 % Trockensubstanz | Einteilung der Futterrübentypen |
| Futterzuckerrübe | 16 bis 19 % Trockensubstanz | Einteilung der Futterrübentypen |
| Gehaltsrübe | 17 bis 19 % Trockenmasse | Tabellenwert einer Futterwerttabelle |
Die Spannen gehören zur jeweiligen Einteilung und lassen sich nicht zu einem gemeinsamen Wert zusammenziehen.
Tabellierte Futterwerte sind Mittelwerte, und deine eigene Partie kann davon abweichen. Lass den Trockensubstanzgehalt deiner Rüben deshalb bestimmen. Dafür wird eine Probe vor und nach dem Trocknen gewogen. Für die Probe nehme ich Rüben von verschiedenen Stellen der Fläche, große wie kleine, damit sie den Bestand abbildet.
Zucker, Eiweiß und Energie werden bei Futterrüben je kg Trockenmasse angegeben. Weil der Trockensubstanzgehalt von Partie zu Partie schwankt, kannst du diese Werte erst mit deinem eigenen Gehalt auf die frische Rübe übertragen.
Wie die Erntequalität den Futterwert beeinflusst
Den Gehalt der Rüben bringt der Bestand mit. Bei der Ernte geht es darum, davon möglichst wenig zu verlieren.
Frost: Gefrorene Rüben können nach dem Auftauen faulen und fallen dann als Futter aus.
Verletzungen: An Stichen und Druckstellen kann Fäulnis ansetzen. Die getrennt gelegten Rüben siehst du deshalb zuerst durch.
Erde: Trockene Erntebedingungen erleichtern eine schmutzarme Ernte, und anhaftende Erde lässt sich nach trockener Lagerung bei der Entnahme am besten entfernen. Zusammen heißt das: Du musst die Rüben auf dem Acker nicht blank putzen, sondern erntest trocken, lagerst trocken und säuberst sie beim Herausnehmen.
Schimmel: Schimmelpilzgifte können Futterpflanzen schon auf dem Feld oder erst im Lager belasten. Rüben mit Schimmel oder Fäulnis gehören deshalb nicht ins Futter.
Ins Futter kommen bei mir nur Rüben, die fest sind und keine weichen, schimmligen oder faulen Stellen haben. Tabellenwerte beschreiben dabei, was in einer Rübe enthalten ist. Eine Wirkung auf die Gesundheit deiner Tiere lässt sich daraus nicht ableiten.
Nach der Ernte: Lagern, Nährwerte, Verfüttern
Lagern: Mit dem Roden beginnt die Lagerung, und die folgt eigenen Regeln. In Mieten und Scheunen gelten 2 bis 4 °C als optimal, während Wärme die Rüben austrocknen lässt. Wie du geerntete Futterrüben für das Lager vorbereitest und in Keller, Sandkiste oder Miete über den Winter bringst, steht im Ratgeber zur Lagerung.
Nährwerte: Im Futtertabellenwert enthalten Futterrüben 545 g Zucker je kg Trockenmasse. Beim Rohprotein sind es 80 g je kg Trockenmasse. Welche Nährstoffe Futterrüben liefern und wie gut sie verdaulich sind, erklärt ein eigener Ratgeber.
Verfüttern: Futterrüben sind ein energiereiches, proteinarmes Ausgleichsfutter mit geringem Strukturgehalt, der in der Ration ausgeglichen werden muss. Zerkleinern lassen sie sich mit einem Rübenschnitzler. Wie du Futterrüben an Rinder, Schafe, Schweine, Pferde und Kleintiere verfütterst und worauf du dabei achtest, liest du im Fütterungsratgeber.
FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt.: Ist das Beet geräumt, geht der Blick zur nächsten Kultur. Weizen gilt als günstige Folgefrucht nach Futterrüben, die Rüben selbst kommen erst nach einer Pause von 4 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Welche Vor- und Nachfrüchte zu Futterrüben passen, zeigt der Ratgeber zur Fruchtfolge.
Was vor der Ernte entschieden wird
Standort und Gesundheit: Futterrüben bevorzugen tiefgründige, mittelschwere bis schwere Böden ohne StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Gegen Wurzelbrand meidest du Böden, die zu Nässe neigen. Ob sich ein Rübenbeet für deine Tiere lohnt, hängt unter anderem an Fläche, Technik und Arbeitszeit. Welche Rolle Rüben neben Grünland, Futterkohl und Zichorie spielen, zeigt der Futterpflanzen-Überblick mit den Abschnitten zu Standort, Boden und Krankheiten.
Sorte und Düngung: Futterrüben zählen zu den StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe., gut verrotteter Mist eignet sich als organische GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen.. Mit der Sorte wählst du auch Form und Farbe, Eckdorot etwa bildet rote, walzenförmige Rüben. Wie du Futterrüben im Garten säst, düngst und pflegst, erklärt der Anbau-Ratgeber.
Wasser: Gießen im Sommer ist ein eigenes Thema, Staunässe vertragen Futterrüben dabei nicht. Wie du Futterrüben bewässerst, vom Wasserbedarf bis zur Technik, steht im Bewässerungsratgeber.





