Wiese für Kaninchen anlegen: Kleintier-Wiese Schritt für Schritt aussäen
- Saatbett feinkrümelig und eben herrichten, damit die feinen Samen guten Bodenschluss bekommen.
- Etwa 25 g Saatgut je m² abwiegen und von Hand in zwei gekreuzten Gängen ausstreuen.
- Samen etwa 0,5 bis 1 cm tief einharken und danach mit Brett oder Walze andrücken.
- Bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten, denn die Mischung keimt in 7 bis 21 Tagen.
- Für eine Mischung mit Weißklee gelten März bis Juni sowie August bis Oktober als Aussaatzeit.
- Bei Kaninchen das Futter langsam umstellen, wenn sie zum ersten Mal auf die neue Wiese dürfen.
Eine Wiese für Kaninchen ist schnell geplant, doch über das Ergebnis entscheiden die ersten Wochen nach der Aussaat. Liegen die Samen zu tief oder zu locker oder trocknen sie beim Keimen aus, kann die Saat lückig auflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen.. In diese Lücken kann dann Unkraut einwandern. Ich säe meine Kleintier-Wiese deshalb jedes Mal in derselben Reihenfolge: SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind., abgewogene Menge, zwei gekreuzte Gänge, einharken, andrücken, feucht halten.
Die Eckdaten auf einen Blick
Die Werte gelten für Kleintierwiesen-Mischungen aus Gräsern und Klee. Weicht die Angabe auf deiner Saattüte ab, richte dich nach deiner Mischung.
| Was | Angabe | Gilt für |
|---|---|---|
| Saatmenge | etwa 25 g/m² | Kleintierwiesen-Mischungen aus Gräsern und Klee |
| Saattiefe | etwa 0,5 bis 1 cm | Gräser- und Kleemischung Kleintier-Wiese |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 10 bis 20 °C | Gräser- und Kleemischung Kleintier-Wiese |
| Keimdauer | 7 bis 21 Tage | Gräser- und Kleemischung Kleintier-Wiese |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage unter geeigneten Bedingungen | Mischung aus Futtergräsern und Weißklee |
| Mindesttemperatur zum Keimen | 10 °C | Mischung aus Futtergräsern und Weißklee |
| Aussaatzeit | März bis Juni sowie August bis Oktober | Mischung aus Futtergräsern und Weißklee |
| Wuchshöhe | etwa 10 bis 20 cm | Gräser- und Kleemischung Kleintier-Wiese, mehrjährig |
| Nutzhöhe | etwa 20 cm | Gräser- und Kleemischung Kleintier-Wiese |
| Schnitthöhe | 4 bis 5 cm | Mischung aus Futtergräsern und Weißklee |
Was vor dem Säen geklärt sein sollte
Die passende Mischung
Gesät wird eine mehrjährige Mischung aus Futtergräsern und Klee, die du beweiden oder zu Heu machen kannst. Welche Gräser, Kräuter und HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. zu deinen Tieren passen, erklärt der Ratgeber dazu, welche Pflanzenarten in eine Kleintier-Wiese gehören.
Standort und Boden
Was Licht, Bodenart und Nässe angeht, findest du die Grundlagen im Futterpflanzen-Ratgeber unter Standort, Boden und Winterhärte von Futterpflanzen. Weil Klee in der Mischung steckt, lohnt ein Blick auf den pH-Wert: Für Kleearten im Feldfutterbau wird ein optimaler Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. von 6,0 bis 6,7 angegeben. Kalk gibst du nur nach einer Messung, denn liegt der pH-Wert schon über dem Zielbereich, gehört weder Kalk noch kalkhaltiger Dünger auf die Fläche.
Fläche und Gehege
Wie viel Platz deine Tiere brauchen und wo Tränke, Schatten und Verstecke hinkommen, legst du vor der Aussaat fest. Dabei hilft dir der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese planst und gestaltest. Ein Außengehege für Kaninchen braucht Schutz vor Ausbuddeln und Fressfeinden, und den baust du am besten ein, bevor das Saatbett fertig ist.
Das liegt bereit, bevor du säst:
- Küchenwaage für die Saatmenge
- Spaten und Rechen
- trockener, feiner Sand zum Strecken der Saat
- Brett oder leichte Walze zum Andrücken
- Gießkanne oder Schlauch mit feiner Brause
- Bodenthermometer für die Frühjahrssaat
Wann säst du die Kleintier-Wiese aus?
Für eine Mischung aus Futtergräsern und Weißklee wird als Aussaatzeit März bis Juni sowie August bis Oktober angegeben. Zum Keimen braucht dieselbe Mischung eine Mindesttemperatur von 10 °C. Der Kalender gibt den März also frei, die Keimung beginnt aber erst ab dieser Temperatur. Säst du in einen kalten Boden, liegt die Saat länger, ohne zu keimen, und so lange musst du die Fläche feucht halten. Ich stecke im Frühjahr deshalb ein Bodenthermometer in die Fläche, bevor ich säe. Den Überblick über alle Futterpflanzen gibt dir der druckbare Aussaatkalender für Futterpflanzen.
Schritt 1: Das Saatbett herrichten
Feine Samen wie Gras und Klee brauchen ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss. Über diesen Kontakt zur Erde bekommen sie beim Auflaufen ihr Wasser.
So gehe ich vor:
- Ich grabe die Fläche um und ziehe dabei Wurzelunkräuter wie Quecke vollständig heraus.
- Steine und Wurzelstücke sammle ich ab, grobe Schollen zerschlage ich mit dem Rechen.
- Danach harke ich so lange, bis die Oberfläche fein und eben ist.
- Vor der Saat drücke ich die Fläche einmal mit einem Brett an und raue die oberste Krume leicht auf.
Nassen Boden bearbeite ich nicht, weil er beim Harken schmiert und verklumpt.
Stickstoffdünger kommt bei mir nicht ins Saatbett, weil höhere Stickstoffgaben in Gras-Klee-Mischungen die Gräser fördern und den Kleeanteil verringern können. Klee kann über seine KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. ohne Stickstoffdüngung auskommen. Wie du Futterpflanzen grundsätzlich versorgst, steht im Futterpflanzen-Ratgeber unter Gießen und Düngen.
Ein grobscholliges Saatbett. Zwischen dicken Krumen fehlt den feinen Samen der Bodenschluss, und beim Gießen können sie in Spalten rutschen. Harke nach, bis die Oberfläche gleichmäßig fein ist.
Weitere typische Patzer bei Standortwahl, Bodenvorbereitung und Aussaat sammelt der Ratgeber, welche Fehler beim Anlegen einer Kleintier-Wiese passieren.
Schritt 2: Die Saatmenge abwiegen
Für Kleintierwiesen-Mischungen aus Gräsern und Klee wird eine Saatmenge von etwa 25 g/m² angegeben. Miss die Fläche aus, rechne die Quadratmeter mit dieser Menge hoch und wiege die Gesamtmenge vorher ab. Ich streue nie nach Gefühl aus der Tüte, sondern teile die abgewogene Saat in zwei gleiche Portionen für zwei Durchgänge. Bleibt am Ende etwas übrig, verteile ich den Rest auf Stellen, die mir dünn vorkommen.
Schritt 3: Breitsaat oder Reihensaat?
Für eine Kleintier-Wiese nehme ich die Breitsaat, weil die Tiere später auf der ganzen Fläche fressen und die Wiese eine geschlossene Narbe bilden soll. ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. in gezogenen Rillen ist dort sinnvoll, wo du zwischen den Reihen hacken willst, wie es bei Futterrüben üblich ist. Auf einer Weidefläche brauchst du diese Hackgassen nicht.
Mischungen dürfen sich beim Säen nicht entmischen, im Feldbau achtet man darauf schon in der Drillmaschine. Kleine Flächen säst du am besten von Hand ein, an einem möglichst windstillen Tag und in zwei gekreuzten Arbeitsgängen.
So säe ich von Hand:
- Jede Portion rühre ich vor dem Streuen mit der Hand durch, damit Gras- und Kleesamen gemischt bleiben.
- Dann mische ich die erste Portion mit trockenem, feinem Sand, damit ich auf dem Boden sehe, wo schon Saat liegt.
- Ich gehe in gleichmäßigen Bahnen längs über die Fläche und streue flach aus dem Handgelenk.
- Die zweite Portion bereite ich genauso vor und streue sie in Bahnen quer zur ersten.
Schritt 4: Einarbeiten und andrücken
Die Gräser- und Kleemischung wird etwa 0,5 bis 1 cm tief eingearbeitet. Ich ziehe dafür den Rechen flach und ohne Druck über die Fläche, sodass die Samen knapp unter die Krume kommen. Danach drücke ich an, damit die Samen Bodenschluss bekommen. Auf kleinen Flächen lege ich ein Brett auf und laufe langsam darüber, auf größeren nehme ich eine leichte Walze.
Wiesensamen streut man nur obenauf. Für die Gräser- und Kleemischung Kleintier-Wiese wird eine Saattiefe von etwa 0,5 bis 1 cm angegeben. Lose aufliegende Samen haben außerdem keinen Bodenschluss, über den sie beim Auflaufen Wasser bekommen.
Schritt 5: Die erste Bewässerung
Gleich nach dem Andrücken gieße ich die Fläche schonend mit einer feinen Brause. Ein harter Strahl kann die flach liegenden Samen wegspülen und in Senken zusammenschwemmen. Ab jetzt gilt: Bis zur Keimung soll der Boden gleichmäßig feucht bleiben. Am besten gießt du früh morgens.
Wie oft das nötig ist, hängt von Sonne, Wind und Boden ab. Ich prüfe die Oberfläche mit dem Finger und gieße wieder, sobald die oberste Krume abtrocknet. Mehr Wasser ist dabei nicht besser, denn durch Nässe geschädigte Wurzeln können ähnlich welken wie bei Wassermangel. Steht Wasser in Pfützen, warte ich mit dem nächsten Gang.
Die Keimphase: Was in den ersten Wochen zählt
Die Gräser- und Kleemischung keimt in 7 bis 21 Tagen. Als Keimtemperatur werden 10 bis 20 °C angegeben. Weil der Boden bis zur Keimung gleichmäßig feucht bleiben soll, kann sich das Gießen über diese ganze Spanne ziehen. Plane die Aussaat also so, dass du in dieser Zeit da bist oder jemand für dich gießt.
Auch nach den ersten grünen Spitzen halte ich die Fläche ausreichend feucht. Betreten wird sie in dieser Zeit nicht, und die Tiere bleiben draußen. Unkraut zwischen der jungen Saat zupfe ich von Hand. Wächst es schneller als die Gräser, kann ein früher SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. helfen: Er fördert bei Futterbauansaaten die Bestockung und unterstützt so die Unterdrückung von Unkraut.
Kreuzkraut gehört nicht ins Futter. Seine Pyrrolizidinalkaloide können auch über Heu bei Rindern und Pferden schwere bis tödliche Vergiftungen verursachen. Weil eine Kleintier-Wiese auch für Heu gedacht ist, ziehe ich Kreuzkraut mit der Wurzel heraus, sobald ich es in der jungen Wiese erkenne.
Ich notiere mir den Saattag und schaue ab dem siebten Tag beim Gießen gezielt nach den ersten Keimlingen. Dabei achte ich darauf, ob die Saat gleichmäßig aufläuft oder ob Stellen kahl bleiben.
Wann dürfen Kaninchen und Meerschweinchen auf die neue Wiese?
Für die Gräser- und Kleemischung ist eine Nutzhöhe von etwa 20 cm angegeben. Ich lasse meine Tiere erst auf die Fläche, wenn die Narbe geschlossen ist und der Bestand diese Höhe erreicht hat. Für das Mähen wird bei einer Mischung mit Weißklee eine Schnitthöhe von 4 bis 5 cm genannt.
Beim ersten Weidegang gilt: Bei Kaninchen muss ein Wechsel des Futterangebots langsam erfolgen, damit sich der Verdauungsapparat darauf einstellen kann. Frisches Wasser brauchen Kaninchen und Meerschweinchen auch auf der Wiese jederzeit, dazu einen kühlen Schattenplatz, der allen Tieren gleichzeitig Platz bietet. Danach hilft dir der Ratgeber, wie du Fütterung und Tierpflege nach den Blühphasen der Wiese ausrichtest.
Wie es nach dem Auflaufen weitergeht
Steht die Wiese, beginnt die Dauerpflege, und die Grundlagen dazu stehen im Futterpflanzen-Ratgeber unter Pflege. Wie du eine bestehende Fläche mähst, nachsäst und im Wechsel beweidest, erklärt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese langfristig pflegst. Welche Arbeiten in welcher Jahreszeit anfallen, zeigt der Überblick zur saisonalen Pflege und Nutzung der Futterwiese.





