Kleintier-Wiese anlegen: Fehler bei Aussaat, Pflege und Futtersicherheit vermeiden
- Die Gräser-Klee-Mischung nur etwa 0,5 bis 1 cm tief einarbeiten und bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten.
- Erst säen, wenn die Mindestkeimtemperatur von 10 °C erreicht ist.
- Zusätzlicher Stickstoff fördert im Kleegras die Gräser und kann den Kleeanteil verringern.
- Kreuzkraut und jede Pflanze, die du nicht sicher bestimmen kannst, vor dem Weidegang aus der Fläche ziehen.
- Kaninchen langsam an das frische Wiesenfutter gewöhnen.
- Einen Schattenplatz für alle Tiere gleichzeitig und stets frisches Trinkwasser einplanen.
Wer eine Kleintier-Wiese anlegt, hat zwei Vorhaben auf derselben Fläche. Die Ansaat soll keimen und sich schließen, und später sollen Kaninchen oder Meerschweinchen dort sicher fressen. Fehler bei der Ansaat kosten dich Zeit und Saatgut. Fehler bei der Futtersicherheit können deine Tiere treffen. Ich gehe deshalb vor jeder Neuanlage zwei Listen durch: eine für die Fläche und eine für die Tiere. In dieser Reihenfolge gehe ich auch hier vor.
Was eine Kleintier-Wiese ist
Gemeint ist eine mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Mischung aus Futtergräsern und Klee, im Handel zum Beispiel mit Weißklee. Sie erreicht etwa 10 bis 20 cm Wuchshöhe und ist für Beweidung oder Heugewinnung vorgesehen. Wie sich Grünland von Futterkohl, Rüben und Zichorie unterscheidet, steht im Überblick über Futterpflanzen von Grünland bis Zichorie.
Fehler bei Standort und Boden
Den Platz nur nach dem Gras aussuchen
Wer nur an die Wiese denkt, vergisst beim Standort leicht die Tiere. Plane von Anfang an einen kühlen Schattenplatz ein, auf dem alle Kaninchen oder Meerschweinchen gleichzeitig Platz finden. Licht, Boden und WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. der Futterpflanzen behandelt der Futterpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Standort, Boden und Winterhärte.
Kalken nach Gefühl
Miss den pH-Wert, bevor du kalkst, und stell dafür eine MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche zusammen. Liegt der Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltigen Dünger. Welche pH-Werte die einzelnen Pflanzengruppen brauchen, steht im selben Ratgeberabschnitt.
Fehler bei der Aussaat
Wie du Schritt für Schritt vorgehst, erklärt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese aussäst. Hier stehen nur die Fehler, die mir an frischen Ansaaten begegnen, und was du stattdessen tust.
| Fehler | So machst du es besser |
|---|---|
| Saat zu tief eingearbeitet | Die Mischung nur etwa 0,5 bis 1 cm tief einarbeiten |
| Grobes, lockeres SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. | Feinkrümelig vorbereiten, damit die Samen guten Bodenschluss für die Wasserversorgung beim AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. haben |
| Bei Kälte gesät | Erst säen, wenn die Mindesttemperatur von 10 °C erreicht ist; der Keimtemperaturbereich liegt bei 10 bis 20 °C |
| Saatmenge geschätzt | Fläche ausmessen und etwa 25 g/m² abwiegen |
| Saat trocken fallen lassen | Bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten; die Keimung dauert 7 bis 21 Tage |
| Außerhalb der Saatzeit gesät | Für eine Mischung aus Futtergräsern und Weißklee sind März bis Juni sowie August bis Oktober angegeben |
Zwei Werte aus der Tabelle gehören zusammen. Die Saat soll bis zur Keimung gleichmäßig feucht bleiben, und die Keimung kann bis zu 21 Tage dauern. Leg die Aussaat deshalb in eine Zeit, in der du die Fläche bis zum Auflaufen im Blick behalten kannst. Welche Monate sich für Futterpflanzen eignen, siehst du im Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.
Ich wiege das Saatgut für die ausgemessene Fläche vorher ab und säe bei möglichst windstillem Wetter in zwei gekreuzten Durchgängen. Bevor ich einarbeite, schaue ich nach, ob die Samen gleichmäßig verteilt liegen.
Fehler bei Düngung und Bewässerung
Die junge Wiese mit Stickstoff anschieben
Klee kann über die KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. an seinen Wurzeln ohne Stickstoffdüngung auskommen, während zusätzlicher Stickstoff im Kleegras die Gräser fördert und den Kleeanteil verringern kann. Wer die junge Wiese mit Stickstoff anschiebt, schwächt also womöglich genau den Weißklee, den die Mischung mitbringt. Die Grundlagen stehen im Ratgeberabschnitt Gießen und Düngen nach Pflanzengruppe.
Zu viel Wasser geben
Gieß früh morgens und möglichst bodennah. Mehr Wasser ist aber nicht automatisch besser, denn durch zu viel Wasser geschädigte Wurzeln können ähnlich welken wie bei Wassermangel. Gießtechnik und Mengen findest du im selben Abschnitt zu Gießen und Düngen.
Fehler beim Mähen
Für eine Mischung aus Futtergräsern und Weißklee ist eine Schnitthöhe von 4 bis 5 cm angegeben, tiefer schneide ich nicht. Liegen gelassenes Schnittgut kann als dicke Matte die GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. darunter ersticken und teilweise absterben lassen. Die Grundlagen stehen im Ratgeberabschnitt Pflege, und Mährhythmus, NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. und Beweidung im Wechsel erklärt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese langfristig pflegst.
Vor dem ersten Weidegang: Fehler, die deine Tiere treffen
Ab hier geht es nicht mehr um das Gras, sondern um Kaninchen und Meerschweinchen auf der Fläche.
Die Tiere zu früh auf die Ansaat lassen
Für die Gräser-Klee-Mischung ist eine Nutzhöhe von etwa 20 cm angegeben. Ich lasse die Tiere erst auf die Fläche, wenn der Bestand diese Höhe erreicht hat. Teilst du die Wiese in mehrere Koppeln, bekommt jede Teilfläche nach einer kurzen Beweidung eine längere Erholungsphase.
Kreuzkraut und unbekannte Pflanzen übersehen
Auf einer frischen Fläche wachsen nicht nur die Arten, die du gesät hast. Besonders achte ich auf Kreuzkraut, denn es gehört nicht ins Futter, auch nicht getrocknet im Heu. Dasselbe gilt für jede Pflanze, die du nicht sicher bestimmen kannst. Ich gehe die Fläche vor dem ersten Weidegang ab und ziehe solche Pflanzen mit der Wurzel heraus, Hahnenfuß, Schöllkraut und Nachtschatten eingeschlossen. Spritzmittel setze ich auf der Futterfläche nicht ein, Unkraut regle ich mit Schnitt und von Hand.
„Im Heu ist Kreuzkraut harmlos.“ Darauf darfst du dich nicht verlassen. Die Pyrrolizidinalkaloide der Kreuzkräuter können auch über Heu oder Silage bei Rindern und Pferden schwere bis tödliche Vergiftungen verursachen. Eine Entwarnung für Kleintiere lässt sich daraus nicht ableiten.
Kaninchen ohne Übergang umstellen
Kaninchen stellst du langsam auf das frische Wiesenfutter um, damit sich ihr Verdauungsapparat auf das neue Angebot einstellen kann. Setz ein Tier, das die Wiese noch nicht kennt, deshalb nicht gleich auf die ganze Fläche. Ich erweitere das Angebot Schritt für Schritt und beobachte dabei, wie die Tiere fressen.
Das Gehege nur mit einem Zaun sichern
Ein Außengehege für Kaninchen braucht Schutz vor Ausbuddeln und vor Fressfeinden. Dazu gehört ein witterungsgeschützter Rückzugsraum, in dem alle Tiere Platz finden. Ein Zaun ringsum reicht dafür nicht, auch der Boden muss gegen Graben gesichert sein. Wie viel Fläche du je Tierart einplanst und wo Tränken, Ruhezonen und Verstecke hingehören, zeigt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese planst.
Wasser vergessen oder das falsche nehmen
Saftiges Wiesenfutter ersetzt kein Trinkwasser. Kaninchen und Meerschweinchen müssen auch beim Weidegang stets genügend frisches Tränkwasser bekommen. Für Tränke und Wiese nimmst du kein unzureichend aufbereitetes Abwasser. Es kann Krankheitserreger und chemische Schadstoffe enthalten, die Pflanzen, Tiere, Boden und Grundwasser gefährden.
Die Tränke bleibt im Stall, weil die Tiere ja auf der Wiese fressen. Stell frisches Wasser direkt auf die Weidefläche, sodass jedes Tier es erreicht.
Heu zu feucht einlagern
Für lagerstabiles Heu nennt die landwirtschaftliche Beratung weniger als 14 % Wassergehalt. Lagere Heu von deiner Wiese erst ein, wenn es so trocken ist. Schütze das Lager vor neuem Wasser und lass darüber genug Luftraum, damit feuchtwarme Luft abziehen kann. Schimmelpilzgifte können schon auf dem Feld oder erst im Lager ins Futter gelangen. Wann du für Heu schneidest, steht im Ratgeber zur Pflege und Nutzung der Kleintier-Wiese im Jahreslauf.
Vor dem ersten Weidegang prüfe ich fünf Punkte. Hat der Bestand die Nutzhöhe erreicht? Sind Kreuzkraut und unbekannte Pflanzen entfernt? Ist das Gehege gegen Graben und Fressfeinde gesichert? Gibt es Schatten und einen Rückzugsraum für alle Tiere? Steht frisches Trinkwasser auf der Fläche?
Nachbarn und Vorschriften
Bevor du ein festes Gehege oder einen Zaun an die Grundstücksgrenze setzt, frag bei deiner Gemeinde nach, welche Regeln vor Ort gelten. Rede mit den Nachbarn, bevor die Wiese höher steht als der Rasen nebenan. Ich halte zur Grenze hin einen Streifen kurz, damit die Fläche auch von drüben gepflegt aussieht.





