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Kleintier-Wiese pflegen: Mähen, Nährstoffe, Nachsaat und Weidewechsel

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gemäht wird nach Aufwuchs: Für die Gräser- und Kleemischung ist eine Nutzhöhe von etwa 20 cm angegeben.
  • Für eine Mischung aus Futtergräsern und Weißklee nennt ein Saatguthersteller 4 bis 5 cm Schnitthöhe; das Mähgut rechst du ab.
  • Klee bindet Luftstickstoff selbst, zusätzlicher Stickstoff kann die Gräser fördern und den Kleeanteil verringern.
  • Nachsäen lohnt sich nur bei Lücken, eine dichte Grasnarbe braucht keine Pflegenachsaat.
  • Teile die Wiese in Parzellen: kurze Beweidungsphasen, längere Erholung für die Grasnarbe.

Eine Kleintier-Wiese ist mit der Aussaat nicht fertig. Wo Kaninchen dauerhaft auf derselben Fläche fressen, hat die Grasnarbe keine Erholungsphase. Wo Mähgut als dicke Matte liegen bleibt, kann das Gras darunter ersticken. Ich pflege meine Wiese deshalb mit vier Handgriffen: nach Aufwuchs mähen, Stickstoff zurückhalten, Lücken nachsäen und die Tiere im Wechsel weiden lassen.

Gemeint ist eine mehrjährige Mischung aus Futtergräsern und Weißklee, vorgesehen für Beweidung oder Heugewinnung, etwa für Kaninchen und Meerschweinchen. Sie erreicht etwa 10 bis 20 cm Wuchshöhe.

Anlage, Standort und Boden in Kürze

Wer neu anlegt, arbeitet die Mischung etwa 0,5 bis 1 cm tief ein und hält sie bis zur Keimung gleichmäßig feucht. Saatbett, Saatmenge und die Pflege in der Keimphase beschreibt die Anleitung, wie du eine Kleintier-Wiese Schritt für Schritt aussäst. Welche Fehler bei Standortwahl und Bodenvorbereitung passieren, sammelt der Ratgeber, wie du beim Anlegen einer Kleintier-Wiese Fehler vermeidest.

Beim Boden stellt der Klee eigene Ansprüche: Für Kleearten im Feldfutterbau wird ein optimaler pH von 6,0 bis 6,7 angegeben. Den Wert ermittelst du mit einer Mischprobe aus 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche. Mehr zu pH-Werten und Ansprüchen je Pflanzengruppe findest du unter Standort, Boden und Winterhärte von Futterpflanzen.

Der richtige Rhythmus beim Mähen

Ich mähe nach Aufwuchs, nicht nach Kalender. Für die Gräser- und Kleemischung ist eine Nutzhöhe von etwa 20 cm angegeben. Vor dem Mähen halte ich an mehreren Stellen einen Zollstock in den Bestand und lese ab, wo die Blattspitzen enden. Erreicht der Aufwuchs an den meisten Messstellen die Nutzhöhe, mähe ich die Parzelle.

Wie tief du schneidest

Beim Schnitt lässt du eine Stoppel stehen. Für eine Kleintierwiesen-Mischung aus Futtergräsern und Weißklee nennt ein Saatguthersteller eine Schnitthöhe von 4 bis 5 cm. Ich stelle den Mäher entsprechend ein und messe nach einer kurzen Strecke mit dem Zollstock nach. Was die Tiere in einer Parzelle stehen lassen, mähe ich nach dem Umsetzen auf dieselbe Höhe nach.

Das Mähgut rechst du gleich nach dem Schnitt ab.

Häufiger Fehler

Das Mähgut bleibt als Mulch auf der Wiese liegen. Eine dicke Matte aus Schnittgut kann die Grasnarbe darunter ersticken und teilweise absterben lassen. Entstehen dort Lücken, säst du sie später nach.

Nährstoffe: bei Klee lieber weniger

Eine bestehende Kleintier-Wiese dünge ich nur nach Befund. Klee bindet mit Bakterien an seinen Wurzeln Luftstickstoff. Kleinkörnige Futterleguminosen wie Klee können deshalb ohne Stickstoffdüngung auskommen.

Höhere Stickstoffgaben fördern in Gras-Klee-Mischungen dagegen das Graswachstum. Dadurch kann sich die Zusammensetzung des Bestands verschieben und der Kleeanteil zurückgehen. Wer mit Stickstoff nachhilft, kann also genau den Klee zurückdrängen, der sich seinen Stickstoff selbst aus der Luft holt.

Kompost und Kalk nur mit Maß

Wenn ich etwas gebe, dann reifen Kompost im Frühjahr. Für Gartenboden wird als allgemeine Grunddüngung höchstens 3 l Kompost je Quadratmeter und Jahr empfohlen. Diesen Wert nehme ich auf der Wiese als Obergrenze, nicht als jährliches Soll. Ich verteile den Kompost mit der Rückseite des Rechens, damit er zwischen die Halme rieselt und keine Matte bildet.

Kalk kommt nur nach einer Bodenprobe auf die Fläche. Liegt der gemessene pH oberhalb des Zielbereichs deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger. Blasse oder kümmernde Stellen können auf einen Nährstoffmangel hindeuten. Ich lasse dann zuerst den Boden untersuchen, bevor ich dünge.

Nachsaat und Regeneration

Wann sich eine Nachsaat lohnt

Bei einer dichten Grasnarbe ist eine Pflegenachsaat nicht nötig. Ich säe deshalb nur dort nach, wo Lücken entstanden sind, etwa unter liegen gebliebenem Mähgut oder an abgefressenen Stellen. Eine Nachsaat in bestehendes Grünland ist grundsätzlich von März bis September möglich. Voraussetzung ist, dass die Wasserversorgung das Anwachsen erlaubt. Die Saatzeiten weiterer Futterpflanzen zeigt der Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.

So säe ich Lücken nach

  1. Altbestand kurz halten: Ich mähe rund um die Lücke kurz, damit die jungen Gräser genug Licht bekommen.
  2. Saatbett herrichten: Abgestorbene Reste rechst du heraus und raust den Boden feinkrümelig auf. Feinsämige Futterpflanzen brauchen ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss, damit sie beim Auflaufen Wasser bekommen.
  3. Passende Mischung wählen: Nimm eine Mischung, die zum vorhandenen Bestand passt. Welche Gräser, Kräuter und Hülsenfrüchte zu welchen Tieren passen, zeigt der Ratgeber, welche Pflanzenarten in eine Kleintier-Wiese gehören.
  4. Säen und andrücken: Ich säe bei möglichst windstillem Wetter von Hand, einmal längs und einmal quer. Die Saatmenge richte ich nach der Angabe auf der Packung. Danach arbeite ich die Samen mit dem Rechen ein und drücke die Stelle mit einem Brett an.
  5. Feucht halten: Bei der Aussaat und während des Anwachsens braucht die Nachsaat ausreichend Bodenfeuchte.
Zahl im Blick

Die Gräser- und Kleemischung wird etwa 0,5 bis 1 cm tief eingearbeitet. Sie keimt bei 10 bis 20 °C. Bis zur Keimung vergehen 7 bis 21 Tage, und so lange hältst du die Stelle gleichmäßig feucht.

Nach der Nachsaat: mähen statt düngen

Übermäßige Düngung nach einer Nachsaat verstärkt die Konkurrenz des alten Bestands gegenüber den jungen Pflanzen. Weil die jungen Gräser zugleich Licht brauchen, hilft ihnen ein kurz gehaltener Altbestand mehr als zusätzlicher Dünger. Bei Futterbauansaaten fördert ein früher Schröpfschnitt, also ein erster Schnitt in die junge Ansaat, die Bestockung und unterstützt so die Unkrautunterdrückung. Die nachgesäte Parzelle nehme ich aus der Weiderotation, bis die jungen Gräser fest verwurzelt sind.

Beweidung im Rotationssystem

Im Rotationssystem wechseln die Tiere zwischen mehreren Parzellen. Ich teile meine Wiese dafür in Abschnitte und lasse die Tiere immer nur auf einem davon fressen. Diese Unterteilung erlaubt kurze Beweidungsphasen und längere Erholungsphasen für die Grasnarbe. Ein solches Umtriebssystem macht mehr Arbeit als eine Standweide, nutzt den Futterbestand aber besser aus.

Wann eine Parzelle wieder dran ist

Für die Weidenutzung von Gräsern gilt das 3-Blatt-Stadium als günstiger Zeitpunkt. Ich ziehe dazu einzelne Grastriebe aus dem Bestand und zähle die Blätter. Umgesetzt werden die Tiere bei mir, bevor sie die Narbe bis auf kahle Stellen abfressen. Feste Zielhöhen wie bei der Kurzrasenweide für Milchkühe gehören zu diesem System und zu dieser Tierart, auf ein Kaninchengehege übertrage ich sie nicht.

Marias Erfahrung

Für meine Parzellen führe ich eine einfache Liste. Darin steht, wann die Tiere umgezogen sind, wann ich gemäht und wo ich nachgesät habe. Beim Rundgang sehe ich so, welche Fläche am längsten Ruhe hatte.

Was jede Parzelle braucht

Kaninchen und Meerschweinchen brauchen auch beim Weidegang stets genug frisches Trinkwasser. Dazu gehört ein kühler Schattenplatz, der allen Tieren gleichzeitig Platz bietet. Ein Außengehege für Kaninchen muss außerdem gegen Ausbuddeln und Fressfeinde gesichert sein und einen witterungsgeschützten Rückzugsraum für alle Tiere haben. Wie viel Fläche du je Tierart einplanst und wo Tränken und Ruhezonen hinkommen, zeigt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese planst und gestaltest.

Langsam auf frisches Grün umstellen

Bei Kaninchen muss ein Wechsel des Futterangebots langsam erfolgen, damit sich der Verdauungsapparat darauf einstellen kann. Den Weidegang nach der Winterpause steigere ich deshalb schrittweise. Mehr dazu, wie du die Fütterung an den Wachstums- und Blühphasen der Wiese ausrichtest, steht im Blütenkalender.

Heu von der eigenen Wiese

Die Mischung ist auch für die Heugewinnung vorgesehen. Für lagerstabiles, dicht lagerbares Heu wird ein Wassergehalt unter 14 % genannt. Lagere es vor neuer Nässe geschützt und mit Luftraum darüber, damit feuchtwarme Luft abziehen kann. Schimmelpilzgifte können Futter schon auf der Fläche oder erst während der Lagerung belasten. Heu, das klamm oder schimmelig ist, verfüttere ich nicht.

Typische Probleme und was dahinterstecken kann

Wenn auf meiner Wiese etwas nicht stimmt, gehe ich zuerst die Pflege durch: Schnitt, Dünger, Wasser und Beweidung. Die Beobachtungen sind Hinweise, keine sichere Diagnose.

Was du siehst Was dahinterstecken kann Was ich tue
Kahle Stellen in einer Parzelle Die Tiere fressen zu lange auf derselben Fläche, die Narbe hat keine Erholungsphase Parzelle früher wechseln, Lücke nachsäen
Narbe stirbt unter liegendem Mähgut ab Eine dicke Matte aus Schnittgut kann die Grasnarbe ersticken Schnitt sofort abrechen, kahle Stellen nachsäen
Klee wird weniger, Gräser werden dichter Zusätzlicher Stickstoff kann die Gräser fördern und den Kleeanteil verringern Stickstoffgaben einstellen
Pflanzen welken, obwohl der Boden nass ist Zu viel Wasser kann die Wurzeln schädigen und ähnliche Welke auslösen wie Wassermangel Mit dem Spaten die Bodenfeuchte prüfen, bevor du gießt
Junge Nachsaat bleibt dünn Der alte Bestand nimmt ihr Licht, zu viel Dünger verstärkt seine Konkurrenz Altbestand kurz halten, nicht düngen
Unkraut in der jungen Nachsaat Der junge Bestand ist noch nicht dicht Früher Schröpfschnitt, er fördert die Bestockung
Achtung

Kreuzkraut gehört nicht ins Futter, weder frisch noch im Heu. Seine Pyrrolizidinalkaloide können auch über Heu oder Silage bei Rindern und Pferden schwere bis tödliche Vergiftungen verursachen. Ich ziehe einzelne Pflanzen von Hand aus der Wiese und gebe sie nicht zum Futter.

Gießen, Schädlinge und Winter

Gießen in Trockenphasen

Gegossen wird vorzugsweise früh morgens und bodennah. Methoden, Wassergaben je Wachstumsphase und das Vermeiden von Überberegnung behandelt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese bedarfsgerecht bewässerst.

Schädlinge und Krankheiten

Wühlgänge, Fraßspuren oder Flecken auf den Blättern können auf Schädlinge oder Krankheiten hindeuten. Wie du mit Nützlingen und Barrieren gegensteuerst, zeigt der Ratgeber, wie du Schädlinge auf der Kleintier-Wiese natürlich abwehrst.

Jahreslauf und Winter

Vom Sommerschnitt bis zu Heuernte und Winterfutter zeigt der Ratgeber, welche Aufgaben auf der Kleintier-Wiese in welcher Jahreszeit anstehen. Wie du die Wiese vor Frost- und Bodenschäden schützt und Igeln, Vögeln und Insekten Winterquartiere lässt, erklärt der Ratgeber, wie du eine Kleintier-Wiese winterfest machst.

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Häufige Fragen

Was ist eine Kleintier-Wiese und wofür wird sie verwendet?
Eine Kleintier-Wiese ist eine mehrjährige Mischung aus Futtergräsern und Weißklee. Sie ist für die Beweidung oder für die Heugewinnung vorgesehen, zum Beispiel als Weide für Kaninchen und Meerschweinchen im Freigehege. Die Mischung erreicht etwa 10 bis 20 cm Wuchshöhe.
Wie legt man eine Kleintier-Wiese richtig an?
Eine Kleintierwiesen-Mischung aus Futtergräsern und Weißklee kann von März bis Juni sowie von August bis Oktober in ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss gesät werden. Empfohlen werden etwa 25 g Saatgut je Quadratmeter. Arbeite die Samen etwa 0,5 bis 1 cm tief ein und halte die Fläche bis zur Keimung gleichmäßig feucht. Die Mischung keimt innerhalb von 7 bis 21 Tagen.
Wie funktioniert das Rotationssystem bei der Beweidung?
Du teilst die Wiese in mehrere Parzellen und lässt die Tiere immer nur auf einer davon fressen. So bleiben die Beweidungsphasen kurz, und die Grasnarbe bekommt längere Erholungsphasen. Eine solche Umtriebsweide macht mehr Arbeit als eine Standweide, nutzt den Futterbestand aber besser aus. Für Kaninchen und Meerschweinchen braucht jede Parzelle einen kühlen Schattenplatz für alle Tiere gleichzeitig und stets frisches Trinkwasser.
Wie beeinflusst der pH-Wert des Bodens die Futterwiese?
Die Pflanzengruppen einer Futterwiese stellen unterschiedliche Ansprüche an den pH-Wert. Für Kleearten im Feldfutterbau wird ein optimaler Boden-pH von 6,0 bis 6,7 angegeben. Den aktuellen Wert zeigt eine Bodenprobe, und liegt er oberhalb des Zielbereichs deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Nachsaat?
Eine Nachsaat in bestehendes Grünland ist grundsätzlich während der Wachstumszeit von März bis September möglich, wenn die Wasserversorgung das Anwachsen erlaubt. Entscheidend ist ausreichend Bodenfeuchte bei der Aussaat und während der anschließenden Etablierung. Halte den alten Bestand vorher kurz, damit die jungen Gräser genug Licht bekommen. Ist die Grasnarbe dicht, brauchst du gar nicht nachzusäen.
Stimmt es, dass Kleintier-Wiesen keine Pflege benötigen?
Nein. Gemäht wird nach Aufwuchs, und das Mähgut rechst du ab, weil eine dicke Matte aus Schnittgut die Grasnarbe ersticken kann. Lücken säst du nach, und die Tiere weiden im Wechsel auf mehreren Parzellen, damit sich die Narbe erholen kann. Mit Stickstoff hältst du dich zurück, denn zusätzliche Gaben können die Gräser fördern und den Kleeanteil verringern.
Welche typischen Probleme treten auf einer Kleintier-Wiese auf?
Kahle Stellen können entstehen, wenn die Tiere zu lange auf derselben Fläche fressen; dann wechselst du die Parzelle früher und säst nach. Bleibt Mähgut als dicke Matte liegen, kann die Grasnarbe darunter teilweise absterben. Geht der Klee zurück, können zusätzliche Stickstoffgaben dahinterstecken, weil sie die Gräser fördern. Kreuzkraut gehört nie ins Futter, denn seine Pyrrolizidinalkaloide können auch über Heu oder Silage bei Rindern und Pferden schwere bis tödliche Vergiftungen verursachen.
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