Rasendünger und Biodiversität: So düngst du insektenfreundlich und lässt Blüten stehen
- Dünge nach Bedarf: Für Gartenrasen gelten je nach Nutzungs- und Pflegekonzept etwa 10 bis 25 g Stickstoff je m² und Jahr.
- Verzichte auf Rasendünger mit Unkrautvernichter; blühende Kräuter wie Weißklee, Gänseblümchen und Schafgarbe können Insekten Nahrung bieten.
- Organisch heißt nicht harmlos: Bei feuchtwarmem Wetter können organische Dünger Nährstoffe in starken Schüben freisetzen.
- Streue auf trockene Halme über feuchtem Boden und spare artenreiche Blühflächen beim Düngen aus.
- Auf Wiesen und naturnahen Flächen schont eine Mahdhöhe von mindestens 10 cm Insekten.
- Lass den Mähroboter nur tagsüber unter Aufsicht fahren, nie nachts oder in der Dämmerung.
Du möchtest einen dichten Rasen, auf dem trotzdem Bienen und andere Insekten etwas finden? Dann kommt es nicht nur aufs Mähen an, sondern auch darauf, wie und wo du düngst. Stickstoff fördert das Wachstum der Rasengräser. Im Magerrasen dagegen wachsen Pflanzen, die an nährstoffarme Bedingungen angepasst sind; kommt Stickstoff dazu, können konkurrenzstärkere Arten sie verdrängen.
Ich dünge deshalb nicht den ganzen Garten gleich. Der Rasen, auf dem gespielt wird, bekommt, was er braucht, und die Blühfläche daneben bekommt nichts. Insektenfreundlich düngen heißt hier: nach Bedarf, ohne Beimischungen gegen Unkraut und mit Flächen, die gar keinen Dünger sehen. Dazu kommen Blühpflanzen im Rasen und eine Mahd, die Insekten Nahrung und Rückzugsraum lässt.
Schadet Rasendünger den Insekten?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Es kommt darauf an, was außer Nährstoffen im Sack steckt und auf welcher Fläche er landet.
Unkrautvernichter im Dünger. Auf Rasendünger mit beigemischtem Unkrautvernichter verzichtest du. Blühende Kräuter zwischen den Gräsern können Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten. Wer sie als Futterquelle behalten will, streut keinen Dünger, der Unkraut im Rasen bekämpfen soll.
Stickstoff auf Blühflächen. Eine artenreiche Blühwiese als Teilfläche wird nicht gedüngt. Soll ein früher stark gedüngter Rasenbereich zur artenreichen Blumenwiese werden, stellst du dort die Düngung ein, damit er aushagert.
Mehr als Gras. Wiesen- und Kräuterrasen auf geeigneten Teilflächen bieten Insekten Nahrung und Lebensraum. Gegenüber einem intensiv gepflegten Rasen können sie zudem den Pflegeaufwand senken.
Was dein Rasen braucht, kurz gefasst
Stickstoff fördert bei Rasengräsern Wachstum und Blattmasse, Phosphor die Wurzelbildung und Kalium den Wasserhaushalt und die Winterhärte. Der Bedarf steigt mit der Nutzung, und gedüngt wird in Teilgaben statt in einer großen Portion. Wie du die Düngung übers Jahr planst und in einem Düngeplan festhältst, steht in einer eigenen Anleitung.
Ob Phosphor, Kalium oder Magnesium fehlen oder schon reichlich vorhanden sind, zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Ein Nährstoff in GehaltsklasseDie Gehaltsklasse ist eine Einstufung im Bodenuntersuchungsbefund, die angibt, wie gut der Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Sie reicht von A für niedrige bis E für besonders hohe Versorgung. E oder F bekommt keine weitere Gabe. Wie du Probe, pH-Wert und Gehaltsklassen einordnest, steht im Rasen-Ratgeber unter Standort und Boden sowie Düngen.
Welcher Dünger passt zu einem insektenfreundlichen Rasen?
Ich wähle den Dünger nach drei Fragen: Was braucht die Fläche, wann werden die Nährstoffe frei, und was steckt außer Nährstoffen noch drin?
Erst der Bedarf: wie viel Stickstoff im Jahr?
Für Gartenrasen liegt der jährliche Stickstoffbedarf je nach Nutzungs- und Pflegekonzept bei etwa 10 bis 25 g N/m². Weil der Bedarf mit der Nutzung steigt, gehört eine Fläche, über die kaum jemand läuft, eher in den unteren Teil dieser Spanne als ein bespielter Gebrauchsrasen. Aus dem Stickstoffziel und dem Nährstoffgehalt auf dem Sack ergibt sich die Streumenge. Wie du die Düngermenge pro Quadratmeter ausrechnest, zeigt eine eigene Schritt-für-Schritt-Rechnung. Willst du zusätzlich Menge und Dünger nach Bodenwerten, Rasentyp und Nutzung abstimmen, findest du dort die Feinarbeit.
Kompost und Hornmehl: organisch mit Augenmaß
Kompost liefert dem Bodenleben organisches Material. Er kann außerdem verbessern, wie gut der Boden Wasser leitet und speichert. Für bestehenden Rasen eignet sich feiner, gütegesicherter Fertigkompost der Körnung 0/6 als gelegentliche Pflegegabe; Menge und Abstand stehen in der Tabelle weiter unten. Ich verteile ihn mit dem Rechenrücken und schaue danach, ob die Halmspitzen überall herausragen.
Auch Kompost bringt Nährstoffe mit. Was du damit zuführst, ziehst du vom ermittelten Düngerbedarf ab, denn sonst kann es zur Überversorgung kommen.
Für nährstoffarmen Rasen eignet sich Hornmehl als organische Stickstoffergänzung, mit je einer Gabe im April und im Juni. Im Frühjahr erwärmt sich der Boden langsamer als die Luft. Ein warmer Tag bedeutet deshalb noch nicht, dass organisch gebundene Nährstoffe schon frei werden.
„Organischer Dünger kann nicht überdüngen.“ Das stimmt nicht. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung dagegen können starke Schübe folgen. Auch organisch gedüngter Rasen kann so mehr bekommen, als er braucht.
Langzeitdünger: verteilt statt auf einmal
LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. verteilen die Nährstoffversorgung über einen längeren Zeitraum. Der langsam frei werdende Stickstoff stammt aus natürlichen organischen Stoffen, aus synthetisch-organischen Verbindungen oder aus umhüllten Nährstoffkernen. Wie lange er wirkt, hängt vom Produkt, von der Bodenwärme und von der Bodenfeuchte ab. Für kurz wirkende Dünger gilt dagegen eine Obergrenze je Gabe.
Algenkalk, Gesteinsmehl und Bodenhelfer
AlgenkalkAlgenkalk ist ein Kalkdünger auf Grundlage von Rotalgen. Er besteht überwiegend aus kohlensaurem Kalk mit vielen Spurenelementen, wirkt langsam und hebt einen zu sauren Gartenboden in den leicht sauren oder neutralen Bereich. ist ein carbonatischer Kalkdünger und kein Mittel, das du auf Verdacht streust. Ob du ihn brauchst, hängt vom Kalkbedarf des Bodens ab; liegt der pH-Wert schon über dem Zielbereich deiner Bodenart, wird nicht gekalkt. Moos ist dafür kein Beweis, denn es kann auch durch Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder zu tiefen Schnitt gefördert werden. Gesteinsmehle bestehen aus mineralischem Material und ersetzen die Nährstoffgrundversorgung des Rasens nicht.
Das Bodenleben förderst du mit organischer Nahrung und indem du Verdichtung vermeidest. Feuchten Boden befährst du deshalb nicht mit schweren Geräten. Regenwürmer verarbeiten organisches Material zu stabilen Bodenaggregaten, und ihre Röhren verbessern Belüftung und Versickerung. Gekaufte Mykorrhizaprodukte sind dafür keine verlässliche Abkürzung. In einer Untersuchung kommerzieller Produkte führten rund 84 % im Gewächshausversuch nicht zur gewünschten Wurzelbesiedlung.
Die Werte im Überblick
| Was | Wert | Gilt für |
|---|---|---|
| Stickstoff im Jahr | etwa 10 bis 25 g N/m² | Gartenrasen, je nach Nutzungs- und Pflegekonzept |
| Kurz wirkender Dünger | höchstens 5 g N/m² je Gabe | kurzzeitig wirkende Rasendünger |
| Mineralische Startdüngung | 4 bis 5 g N/m², nicht überschreiten | schnell wirkende Gabe im Frühjahr; die Grenze begrenzt die AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. |
| Hornmehl | 35 bis 40 g/m², je eine Gabe im April und Juni | organische Stickstoffergänzung für nährstoffarmen Rasen |
| Kompost-Pflegegabe | etwa 3 bis 5 l/m², im Abstand von 3 bis 5 Jahren | feiner, gütegesicherter Fertigkompost der Körnung 0/6 auf bestehendem Rasen |
| Langzeitdünger | Wirkung über 3 bis 6 Monate | je nach Produkt, Bodenwärme und Bodenfeuchte |
| Einwässern | etwa 5 bis 10 l Wasser je m² | nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung, damit sich die Körner auflösen |
Wie streust du, ohne Überschüsse zu erzeugen?
Der passende Moment
Streue auf trockene Halme über feuchtem Boden. So vermeidest du Ätzschäden, und die Nährstoffe können wirken. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du nicht stickstoffreich. Erst wenn wieder genug Feuchte da ist und der Rasen sichtbar wächst, versorgst du ihn nach Bedarf. Für organischen Dünger heißt das doppelt warten: In der Trockenheit setzt er kaum etwas frei, und beim nächsten feuchtwarmen Wetter kann er einen starken Schub liefern.
Ich schaue vor dem Streuen auf die Wettervorhersage. Starkregen kann auf Rasenflächen oberflächlich abfließen und gelöste Nährstoffe mit dem Sickerwasser aus dem Wurzelraum verlagern.
Gleichmäßig verteilen
Ich wiege die berechnete Menge ab und teile sie auf gleich große Teilflächen auf. Ein Streuwagen verteilt genauer als die Hand; welches Gerät passt, hängt von der Korngröße des Düngers und der geplanten Menge ab. Streust du von Hand, teilst du die Menge auf zwei gekreuzte Gänge auf. Jeder Gang bekommt die Hälfte. Artenreiche Blühflächen sparst du dabei aus, denn sie werden nicht gedüngt.
Schnell wirkenden mineralischen Dünger wässerst du danach gründlich ein, damit er keine Verbrennungen verursacht. Nach dem Streuen von Granulat machst du etwa 2 Tage Mähpause, sonst nimmt der Mäher die Körner gleich wieder auf.
Frisst ein Haustier synthetischen Gartendünger, kann das zu einer Vergiftung führen. Ich verschließe den Sack direkt nach dem Streuen und lasse Hund und Katze erst wieder auf die Fläche, wenn keine Körner mehr obenauf liegen.
Bedarf geklärt, Menge abgewogen und auf Teilflächen portioniert, Halme trocken und Boden feucht, kein Starkregen angesagt, Blühflächen ausgespart, mineralischen Dünger eingewässert, Mähpause eingeplant.
Stickstoff, den der Rasen nicht nutzt, kann als Nitrat ins Grundwasser ausgewaschen werden. Das Risiko steigt mit überhöhten Gaben, mit zu kurzen Abständen und mit Düngung außerhalb der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht.. Mehr dazu steht im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Düngen, und welche Fehler beim Rasendüngen häufig passieren, zeigt eine eigene Übersicht.
Blühpflanzen im Rasen: was passt und wie es hineinkommt
Zonen statt Entweder-oder
Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen. Kräuterreichere Bestände kommen eher dort infrage, wo weniger gelaufen wird. Die Mischung richtest du also nach der geplanten Nutzung der Fläche.
Ich lege die Grenze zwischen Spielrasen und Blühfläche mit dem Mäher fest. Ein gemähter Pfad führt durch den hohen Teil, damit ich hineingehen kann, ohne ihn flachzutreten.
Kräuter, die mit dem Rasen leben
Weißklee, Gänseblümchen und Schafgarbe können auf wenig genutzten Rasenflächen Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten. Das wilde Gänseblümchen bleibt mit 5 bis 15 cm Wuchshöhe niedrig. Eine Blumenwiese dagegen wird je nach Mischung etwa 60 bis 100 cm hoch und ist wenig trittfest. Plane sie deshalb dort ein, wo niemand durchlaufen muss.
Hat jemand in deinem Haushalt eine bekannte Insektengiftallergie, plane blühende Flächen danach. Bienenstiche können schwere allergische Reaktionen auslösen, deshalb gehören Blühflächen dann nicht an Spiel- und Liegeplätze.
Frühblüher aus der Zwiebel
Frühlingsblühende Zwiebelpflanzen können das Blütenangebot für früh aktive Insekten erweitern. Zum Verwildern im Rasen eignen sich unter anderem Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge. Ich steche dafür eine passende Sode ab, setze die Zwiebeln und lege die Sode wieder auf. Als Faustregel kommen sie etwa doppelt so tief in die Erde, wie sie hoch sind. Der Boden muss durchlässig sein, weil winterliche Staunässe die Zwiebeln faulen lassen kann.
Über den Zwiebeln wird erst gemäht, wenn ihr Laub eingezogen ist. Die Frühjahrspflege des Rasens beginnt dagegen häufig schon Ende März bis Anfang April. Setz die Zwiebeln deshalb an den Rand oder in eine Blühfläche, nicht mitten in den Rasen, den du früh mähen willst.
September und Oktober sind günstige Pflanzmonate für frühlingsblühende Zwiebeln. Ich markiere vor dem Setzen die Stellen, an denen ich im Frühjahr mit dem Mähen warten kann.
Eine artenreiche Blühfläche neu anlegen
Für eine vollständig neue, artenreiche Blühfläche muss die konkurrenzstarke GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. weg. Danach stellst du ein feinkrümeliges Saatbett her. Die Mischung muss zu Licht und Wasser am Standort passen, und artenreiche Magerwiesen gehören auf nährstoffarme, trockene Standorte. Die Saatmenge richtest du nach der Angabe der Mischung, denn der übliche Wert für Regelsaatgut gilt hier nicht.
Günstig ist eine Saat im Spätsommer. Im Frühjahr säst du etwa von Anfang März bis Mitte April, sofern genug Keimfeuchte da ist. Auf feuchtem Boden können bis zur ersten Keimung etwa 3 bis 6 Wochen vergehen. Zum Quellen und Keimen braucht Wildpflanzensaat mindestens etwa 4 bis 5 Wochen durchgehend Feuchtigkeit. Auf Extremstandorten wie Sand- und Magerrasen ist der erste stabile Zielzustand oft erst am Ende der dritten Vegetationsperiode erreicht.
Überwuchern unerwünschte Beikräuter eine Wildartenansaat, machst du etwa 8 bis 10 Wochen nach der Saat einen SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. auf 5 bis 6 cm. Größere Mengen Schnittgut räumst du dabei ab.
Mähen für Insekten: Höhe, Takt und Rückzugsräume
Für Garten-Gebrauchsrasen reichen die empfohlenen Schnitthöhen je nach Pflegekonzept von 3 bis 6 cm. Pro Mähgang nimmst du höchstens ein Drittel der aktuellen Wuchshöhe ab. Im Schatten bleibt der Rasen mindestens 4,5 cm hoch.
Auf Wiesen und naturnahen Grünflächen gelten andere Regeln. Eine Mahdhöhe von mindestens 10 cm schont dort Insekten. Lass außerdem 5 bis 20 % der Vegetation als Rückzugsfläche stehen, auch über Winter. Das Mähgut räumst du nach 1 bis 2 Tagen ab, damit sich keine Nährstoffe anreichern und nichts verfilzt.
Ich stecke die Rückzugsstreifen im Frühjahr mit Stäben ab, damit sie beim Mähen niemand aus Versehen mitnimmt. Im Herbst bleiben die Stäbe stehen und zeigen mir, wo ich über Winter nicht mähe.
Drei Flächen, drei Pflegeregeln
| Fläche | Düngen | Mähen |
|---|---|---|
| Garten-Gebrauchsrasen | nach Bedarf, in Teilgaben | 3 bis 6 cm je nach Pflegekonzept, höchstens ein Drittel je Mähgang |
| Blumen-Kräuter-Klimarasen, extensiv gepflegt | nach der Etablierung weder gedüngt noch vertikutiert | bei der regionalen Mischung aus dem nordwestdeutschen Tiefland in den Folgejahren 3 bis 6 Mähgänge im Jahr; möglichst nur die halbe Fläche mähen und die andere Hälfte mindestens 14 Tage stehen lassen; mindestens von November bis März ungemäht |
| Artenreiche Blühwiese als Teilfläche | nicht gedüngt | ein- bis zweimal im Jahr |
Mulchen oder abräumen?
Beim Mulchmähen bleibt fein zerkleinertes Schnittgut liegen und gibt bei seiner Zersetzung Nährstoffe an den Rasen zurück. Dafür sind in der Hauptwachstumszeit etwa 2 Schnitte pro Woche nötig, damit das kurze Schnittgut gleichmäßig auf möglichst trockenem Rasen liegen bleibt. Wie viel Nährstoff so zurückkommt, lässt sich nicht als fester Abschlag vom Dünger berechnen. Ich achte deshalb auf Farbe und Dichte des Rasens, bevor ich nachdünge.
Auf Wiesenflächen räumst du das Mähgut dagegen ab, damit sich keine Nährstoffe anreichern. Daraus ergibt sich eine klare Aufteilung: Mulchen passt zum Gebrauchsrasen, der Nährstoffe braucht, und auf der Blühfläche, die magerer werden soll, rechst du das Schnittgut ab.
Mähroboter nur bei Tageslicht
Zum Schutz von Kleintieren fährt ein Mähroboter weder nachts noch in der Dämmerung. Lass ihn nur tagsüber unter Aufsicht auf Flächen laufen, die du vorher kontrolliert hast. Blühflächen und Rückzugsräume sparst du dabei aus.
Ein Mähroboter fährt nur, wenn sich keine Kinder und keine Haustiere im Garten aufhalten.
Gießen und Unkraut: was sonst noch zählt
Etablierten Rasen gießt du durchdringend, damit das Wasser 10 bis 15 cm tief in den Wurzelbereich kommt. Gieß früh am Morgen, denn das verringert die Verdunstung und hilft, Pilzkrankheiten vorzubeugen. Örtliche Bewässerungsverbote und Einschränkungen gehen allgemeinen Gießempfehlungen vor. Gesammeltes Regenwasser eignet sich, solange es nicht von Kupfer- oder Zinkdächern oder von herbizidhaltigen Bitumenabdichtungen abläuft.
Störenden Löwenzahn stichst du gezielt aus, weil Mähen seine tiefe PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche. nicht entfernt. Andere Wurzelunkräuter holst du möglichst vollständig heraus, denn aus verbliebenen Teilstücken können neue Pflanzen entstehen. Das geht mechanisch und ganz ohne Mittel.
Beobachten und nachsteuern
Ich gehe mit einem Notizbuch über die Fläche und schreibe auf, wo es blüht, wo Lücken entstehen und wo der Rasen heller wird. Hellere, dünne Stellen können auf Nährstoffmangel hindeuten. Stickstoff ist Bestandteil des Chlorophylls, und Magnesium und Eisen sind für die Bildung des Blattgrüns wichtig.
Brauner Rasen im Hochsommer kann dagegen in einer Ruhephase sein und nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Bleiben danach Lücken, weil Pflanzen tatsächlich abgestorben sind, säst du im September oder Oktober nach. Passende Termine für Rasensaat findest du im Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken.
Den braunen Sommerrasen mit Stickstoff aufpäppeln. Bei Hitze und Trockenheit setzt du die wachstumsanregende Düngung aus. Erst wenn der Boden wieder feucht ist und die Halme sichtbar wachsen, prüfst du den Bedarf neu.
Fliegen beim Gehen kleine weiße Insekten aus dem Gras auf, ist das für sich noch keine Diagnose. Ich schaue zuerst, wo sie sitzen und ob die Gräser darunter Schaden zeigen. Zu einem Pflanzenschutzmittel greife ich deswegen nicht, denn auf einer Fläche, die Insekten Nahrung bieten soll, steht das Beobachten am Anfang.






