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Unkraut im Trockenrasen: ausstechen, Lücken nachsäen, Chemie nur im Notfall

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Löwenzahn stichst du mit möglichst vollständiger Pfahlwurzel aus, denn Mähen entfernt sie nicht und Wurzelreste treiben neu aus.
  • Jedes Loch schließt du gleich mit Nachsaat, denn Hirsen keimen bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Rasenflächen.
  • Viel hilft nicht viel: Zu viel Rasensaat verstärkt die Konkurrenz der Gräser und kann Pilzkrankheiten begünstigen.
  • Unerwünschte Gräser lassen sich im Hausgarten nicht selektiv herbizidisch entfernen, Chemie bleibt das letzte Mittel.
  • Lücken nach Trockenheit säst du von September bis Mitte Oktober nach, solange der Boden noch mindestens etwa 8 bis 10 °C warm ist.

Ein Löwenzahn im Trockenrasen ist schnell abgemäht, aber damit nicht weg. Seine Pfahlwurzel bleibt im Boden, und die flache Rosette kann dem Messer entgehen. Ich gehe deshalb mit dem Unkrautstecher über die Fläche und schließe jedes Loch gleich mit Rasenerde und Nachsaat. Hier liest du, wie du Unkraut im trockenheitsverträglichen Rasen mechanisch entfernst, wie eine dichte Grasnarbe neuem Unkraut vorbeugen kann und wann Chemie überhaupt in Frage kommt.

Welcher Trockenrasen hier gemeint ist

Trockenrasen meint zwei verschiedene Flächen: einen trockenheitsverträglichen Rasen aus Gräsermischungen und den artenreichen Trockenrasen aus Gräsern und Kräutern. Hier geht es um den ersten, also um Rasen mit regelmäßigem Schnitt und zurückhaltender Düngung. Wie sich beide unterscheiden, zeigt das Kurzporträt der Rasentypen mit Gebrauchs-, Schatten- und zweimal Trockenrasen.

Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Warum Unkraut im Trockenrasen Aufmerksamkeit braucht

Unkraut kommt auf zwei Wegen in den Trockenrasen: als Samen in offene Stellen und als ausdauernde Wurzelpflanze, die sich unter dem Mäher hält. Nach sommerlicher Trockenheit können Lücken in der Narbe bleiben. Hirsearten keimen bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Rasenflächen und Rasenneuanlagen. Eine Trockenlücke, die offen bleibt, ist also genau der Platz, den Hirsen bei warmem Boden zum Keimen nutzen können.

Ausdauernde Wurzelunkräuter wie Löwenzahn sind das zweite Problem. Sie treiben aus verbliebenen Wurzelteilen neu aus, und Mähen drängt sie nur begrenzt zurück. Wer sie loswerden will, muss an die Wurzel.

Nicht jedes Kraut musst du bekämpfen. Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen, kräuterreichere Bestände passen eher auf weniger genutzte Flächen. Dort können Weißklee, Gänseblümchen und Schafgarbe Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten. Ich entscheide deshalb pro Teilfläche: Wo gespielt wird, steche ich aus, am Rand dürfen blühende Kräuter stehen bleiben.

Achtung

Bei einer bekannten Insektengiftallergie berücksichtigst du blühende Rasenflächen bei der Nutzung. Bienenstiche können schwere allergische Reaktionen auslösen.

Welche Unkräuter im Trockenrasen auftreten

Bevor ich steche, bestimme ich die Pflanze und schaue, wie sie sich hält: mit Pfahlwurzel, mit Kriechtrieben oder als Samen in einer Lücke. Davon hängt der Handgriff ab.

Pflanze So erkennst du sie Was du tust
Löwenzahn bodennahe Rosette gezähnter Blätter, einzelne gelbe Blütenköpfe auf blattlosen, hohlen Stielen ausstechen und die Pfahlwurzel möglichst vollständig herausholen, weil Wurzelreste neu austreiben
Gänseblümchen grundständige, zungenförmige Blätter, blattlose Blütenstiele, gelbe Mitte mit weißen bis rosafarbenen Zungenblüten, 5 bis 15 cm hoch einzeln ausstechen oder auf wenig genutzten Flächen stehen lassen
Weißklee bodenanliegende Kriechtriebe, die an den Knoten wurzeln, weiße Blütenköpfchen Kriechtriebe samt den Wurzeln an den Knoten herauslösen
Hirsen unerwünschte Gräser, die bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Flächen keimen Lücken schließen, denn unerwünschte Gräser lassen sich im Hausgarten nicht selektiv herbizidisch entfernen

Andere Rosettenpflanzen wie Breitwegerich behandle ich wie Löwenzahn: ausstechen, Loch schließen. Schafgarbe lasse ich auf wenig genutzten Teilflächen stehen. Auf der Spielfläche grabe ich sie mitsamt den Wurzeln aus.

Wie du Unkraut mechanisch entfernst

Mit der Hand oder dem Stecher erwischst du gezielt die unerwünschte Pflanze, die Gräser daneben bleiben stehen. Im Trockenrasen ist das deshalb der Weg, mit dem ich immer anfange.

Löwenzahn und andere Wurzelunkräuter ausstechen

  1. Setz den Unkrautstecher dicht neben der Rosette senkrecht an und stich tief ein.
  2. Hebel die Pflanze heraus und sieh dir die Wurzel an. Ist sie abgerissen, grab dem Rest nach, denn aus verbliebenen Teilstücken können neue Pflanzen entstehen.
  3. Füll das Loch sofort mit Rasenerde und säe nach, wie weiter unten beschrieben.
  4. Markier die Stelle, damit du sie beim nächsten Rundgang wiederfindest.

Ich steche gern, wenn der Boden nach einem Regen etwas nachgibt. Und ich steche, bevor sich die Pusteblumen öffnen.

Häufiger Fehler

Löwenzahn abmähen und für erledigt halten. Regelmäßiges Mähen drängt ihn nur begrenzt zurück, weil flache Blattrosetten und kurze Blütenstiele dem Schnitt entgehen können. Die Pfahlwurzel holst du nur mit dem Stecher heraus.

Gänseblümchen und Weißklee

Gänseblümchen lassen sich Pflanze für Pflanze ausstechen. Beim Weißklee ziehst du die Kriechtriebe vorsichtig aus der Narbe. Weil sie an den Knoten wurzeln, löst du diese Wurzeln mit, sonst kann an der Stelle eine neue Pflanze weiterwachsen.

Die Lücke gleich schließen

Jedes ausgestochene Loch ist offener Boden. Ich fülle es mit Rasenerde für Reparaturen: Sie ist fein gesiebt und enthält Sand für die Streufähigkeit sowie organische Bestandteile zur Wasserspeicherung. Dann raue ich die Oberfläche an, streue die Nachsaat ein, überstreue sie nur leicht mit Erde und drücke sie an.

Nachgesäte Stellen bleiben etwa 4 Wochen durchgehend feucht, damit auch langsamer keimende Gräser auflaufen. Erste Halme können nach 4 bis 7 Tagen erscheinen, das ist noch kein Grund, mit dem Gießen aufzuhören. Bei etwa 10 cm Aufwuchshöhe kürzt du die Nachsaat zum ersten Mal. Geschnitten wird dann auf 5 bis 6 cm. Die Saatmenge richtet sich nach der Mischung; wie viel Saatgut ein Trockenrasen je Quadratmeter braucht, steht im Beitrag zur Saatdichte.

Mythos-Check

Viel Saat verdrängt viel Unkraut? Zu viel Rasensaat verstärkt die Konkurrenz der jungen Gräser untereinander und kann Pilzkrankheiten begünstigen. Halte dich an die Aufwandmenge, die auf der Mischung steht.

Was in der Grasnarbe nichts verloren hat

Rindenmulch und Holzhäcksel gehören ins Beet. Auf dem Rasen würden sie die Gräser mit abdecken, deshalb mulche ich dort nicht. Hacke und Grubber reißen in der geschlossenen Narbe die Gräser mit heraus, im Rasen nehme ich nur den Stecher. In ausgeprägten Trockenphasen vertikutierst du nicht.

Wie die Gräser selbst gegen Unkraut arbeiten

Biologische Unkrautbekämpfung heißt im Trockenrasen vor allem: eine dichte Narbe aus Gräsern, die zu Boden und Nutzung passen. Wer Kräutersaat in einen normalen Rasen streut, scheitert häufig an der Konkurrenz von Weidelgras und Wiesenrispe. Dieselbe Konkurrenz kann auch Samenunkräutern das Keimen erschweren, solange die Narbe geschlossen bleibt und Hirsen keine Lücke finden.

In einer jungen Ansaat verschwinden viele Samenunkräuter nach wenigen Rasenschnitten. Rosettenpflanzen wie Löwenzahn beseitigt das Mähen allein dagegen nicht.

Welche Gräser Lücken schließen und Trockenheit vertragen, zeigt diese Übersicht:

Gras Was es für eine dichte Narbe beiträgt
Ausdauerndes Weidelgras läuft im Orientierungsbereich von 7 bis 15 Tagen auf, regeneriert schnell und eignet sich für raschen Lückenschluss
Wiesenrispe festigt die Narbe mit unterirdischen Ausläufern und schließt Lücken, läuft mit 14 bis 24 Tagen aber langsamer auf und kann anfangs von raschwüchsigen Partnern verdrängt werden
Rotschwingel trockenheitstolerant, ausläuferbildende Formen können Lücken schließen, im Allgemeinen nur mäßig trittfest
Schafschwingel verträgt trockenere Bedingungen vergleichsweise gut, Raublättriger Schafschwingel verträgt häufiges Mähen
Rohrschwingel grobblättrig, wurzelt tief, hitze- und trockenheitsverträglich, kommt vor allem bei einer Neuanlage in Frage

Die Mischung muss zusätzlich zu Boden und Nutzung passen. Nach einer Trockenperiode kannst du die Nachsaat abgestorbener Lücken mit einer Mischung verbinden, die besser zum Standort passt. Ich lese vor dem Kauf die Zusammensetzung auf der Packung und frage mich, wo auf der Fläche gelaufen wird und wo die Sonne den ganzen Tag steht.

Und Hausmittel? Jauchen wird nachgesagt, Pflanzen zu stärken. Zwischen Gras und Kraut unterscheiden sie nicht, deshalb setze ich sie gegen Unkraut im Rasen nicht ein.

Wann Chemie in Frage kommt

Pflanzenschutz im Rasen folgt einer festen Reihenfolge: erst vorbeugen mit Schnitt, Boden, Nährstoffen und Laubpflege, dann kontrollieren, dann mechanisch eingreifen. Chemie steht erst danach.

Ein Unkrautvernichter, der nicht zwischen Pflanzengruppen unterscheidet, schädigt auch deine Gräser. Unerwünschte Gräser lassen sich im Hausgarten ohnehin nicht selektiv herbizidisch aus dem Rasen entfernen. Kombiprodukte aus Dünger und Unkrautvernichter lasse ich weg, denn für die Rasenpflege wird empfohlen, darauf zu verzichten.

Essig, Salz und kochendes Wasser kursieren als Hausrezepte. Auch sie unterscheiden nicht zwischen Kraut und Gras, deshalb kommen sie bei mir nicht in die Narbe.

Achtung

Greifst du nach allen anderen Schritten doch zu einem Mittel, dann nur zu einem, das für nicht berufliche Anwender im Haus- und Kleingarten zugelassen ist, und nur in seinem zugelassenen Anwendungsgebiet. Halte die Gebrauchsanleitung genau ein, trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeiten und entsorge Reste so, wie es die Anleitung vorgibt. Ein Mittel kann Nützlinge treffen und auch blühende Kräuter, an denen Insekten Nahrung finden.

Gänseblümchen von einer behandelten Fläche gehören nicht in die Küche. Gänseblümchenblüten isst du nur, wenn du die Art sicher bestimmt hast und keine belastende Pflanzenschutzmittelbehandlung erfolgt ist.

Was bei hartnäckigen Wurzelunkräutern hilft

Ein ausgestochener Löwenzahn ist nicht immer erledigt. Bleibt ein Wurzelstück im Boden, kann daraus eine neue Pflanze entstehen. Ich markiere jede Stelle und schaue bei den nächsten Rundgängen nach, ob neue Blätter austreiben. Dann steche ich nach, bevor sich wieder eine Rosette bildet.

Manchmal ist Ausbessern nicht mehr sinnvoll. Besteht eine Fläche zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Eine Faustregel aus Herstellerangaben empfiehlt die Neuanlage, wenn bei mindestens einem Kriterium wie Unkraut, Kahlstellen oder unerwünschter Gräserzusammensetzung mehr als 50 % der Fläche betroffen sind.

Bei einer Neuanlage räumst du das Unkraut vor der Saat ab. Unmittelbar vor der Rasensaat werden die obersten 2 bis 3 cm des gesetzten Bodens feinkrümelig vorbereitet und von Unkraut, Steinen und groben Resten befreit. Für eine Aussaat im Herbst spricht, dass im Frühjahr stärkerer Unkrautdruck auftreten kann.

Wie du die Ursachen findest

Ich frage zuerst, warum an einer Stelle Unkraut wächst, und erst dann, wie es wegkommt. Viele Befunde haben eine Ursache, die du beheben kannst.

Was du siehst Was dahinterstecken kann Was du tust
Hirsen und Samenunkräuter in kahlen Stellen Lücken, etwa nach Trockenheit Lücken nachsäen, sobald Temperatur und Feuchte passen
viel Moos und Kraut bei kurzer Narbe zu kurzer Schnitt Schnitthöhe anheben, pro Mähgang höchstens ein Drittel abnehmen
Moos Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder zu tiefer Schnitt; kein Beweis für Kalkbedarf Ursache klären, Bodenprobe statt Kalk auf Verdacht
braune Flächen nach Hitze Trockenruhe, nicht zwingend abgestorbene Gräser beobachten, Vitalität prüfen, erst echte Lücken nachsäen
Lücken nach einer Nachsaat Austrocknung, ungleichmäßige Saatverteilung, zu tiefes Einarbeiten oder Wasser in Senken Ursache abstellen und mit der ursprünglich verwendeten Mischung nachsäen
Mini-Checkliste

In dieser Reihenfolge gehe ich vor:

  • Pflanze bestimmen und Wurzel ansehen
  • Ursache suchen: Lücke, Schnitt, Schatten, Verdichtung
  • Wurzelunkräuter möglichst vollständig ausstechen
  • Loch mit Rasenerde und Nachsaat schließen, feucht halten
  • Chemie nur als letztes Mittel und nur im Sicherheitsrahmen

Welche Rolle Schnitt, Dünger, Wasser und Boden spielen

Schnitt. Zu kurzer Schnitt begünstigt Moos und unerwünschte Kräuter, und pro Mähgang nimmst du höchstens ein Drittel der Halmlänge ab. Bei sommerlicher Hitze kann eine Schnitthöhe von etwa 5 bis 7 cm sinnvoll sein. Wie du einen etablierten Trockenrasen übers Jahr mähst und düngst, steht im Beitrag zur Pflege.

Dünger. Bei großer Hitze und Trockenheit wird Rasen nicht stickstoffreich gedüngt, sondern erst wieder, wenn Feuchte und sichtbares Wachstum zurück sind. Bedarf und Zeitpunkte richten sich nach Pflanzenbedarf und Bodenuntersuchung, die Grundlagen findest du im Rasen-Ratgeber beim Düngen.

Wasser. Trockenheitsverträglichere Mischungen brauchen weiterhin Wasser, reagieren aber später auf Trockenheit und können sich nach Regen schneller regenerieren. Bei beginnendem Trockenstress werden für etablierten Rasen durchdringende Gaben von etwa 15 bis 20 l/m² empfohlen, örtliche Bewässerungsverbote haben dabei Vorrang. Wie du Trockenrasen mit wenig Wasser bedarfsgerecht wässerst, zeigt der Beitrag zum Bewässern.

Boden. Ob Kalk oder Nährstoffe fehlen, klärt eine Bodenuntersuchung, die Unter- oder Überversorgung anzeigt. Wie du Standort und Boden für Trockenrasen prüfst und vorbereitest, steht im Beitrag zur Bodenvorbereitung.

Nachsaat größerer Flächen. Brauner Rasen ist nach Trockenheit nicht automatisch abgestorben und kann nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Nachgesät wird erst bei tatsächlich abgestorbenen Pflanzen und größeren Lücken, im Herbst von September bis Mitte Oktober, solange der Boden mindestens etwa 8 bis 10 °C warm ist. Wie du Trockenrasen anlegst und größere Lücken regenerierst, beschreibt der Nachbarbeitrag; den Termin hältst du im Aussaatkalender für Rasen zum Ausdrucken fest.

Artenvielfalt. Der artenreiche Trockenrasen ist eine andere Fläche, auf der Kräuter zum Bestand gehören. Magerrasen beherbergen an nährstoffarme Bedingungen angepasste Pflanzen, die durch zusätzlichen Stickstoff von konkurrenzstärkeren Arten verdrängt werden können. Warum magere Trockenrasen seltenen Insekten Lebensraum bieten und wie du ihn erhältst, erklärt der Beitrag zu diesem Lebensraum.

Pflegeplan gegen Unkraut im Jahreslauf

Mein Plan richtet sich nach dem Wachstum des Rasens, die Monate sind Anhaltspunkte.

Zeitraum Was gegen Unkraut zählt
Frühjahr, etwa Ende März bis Anfang April, Forsythienblüte als Anhaltspunkt Fläche abgehen, Rosetten ausstechen, Löcher schließen, sobald Wärme und Wasserversorgung für die Nachsaat reichen; Moos und Filz erst bei erwärmtem, abgetrocknetem Boden und wieder einsetzendem Graswachstum entfernen
Hauptwachstum, Höhepunkt typischerweise im Mai nach der Drittel-Regel mähen, Löwenzahn vor der Samenreife ausstechen, junge Nachsaat feucht halten
Sommerhitze und Trockenheit Schnitthöhe etwa 5 bis 7 cm, bei anhaltender Trockenheit seltener mähen, nicht vertikutieren, nicht stickstoffreich düngen, weniger betreten; braune Stellen erst beobachten
Spätsommer bis Herbst Wachstum kann nochmals zunehmen; abgestorbene Lücken von September bis Mitte Oktober nachsäen, solange der Boden mindestens etwa 8 bis 10 °C warm ist
Herbst und Winter Herbstlaub entfernen, damit die Gräser darunter nicht ersticken oder faulen; bei Frost den Rasen möglichst nicht betreten

Wie du Veränderungen früh bemerkst

Ich führe eine einfache Skizze der Fläche. Darauf trage ich ein, wo ich ausgestochen und nachgesät habe und wo Moos oder Hirsen auftauchen. Kehrt Unkraut immer an denselben Stellen zurück, suche ich dort nach der Ursache: Schatten, eine verdichtete Laufspur oder eine Senke, in der Wasser steht.

Beim Mähen achte ich auf neue Rosetten, weil ich dann ohnehin die ganze Fläche abgehe. Neue Austriebe an markierten Stellen steche ich gleich nach.

Tipp

Ist eine Stelle nach Hitze braun, stich eine 5 bis 8 cm tief entnommene Probe aus und halte sie in einem Topf feucht. Zeigen sich nach etwa einer Woche neue grüne Spitzen, weist das auf verbliebene Vitalität hin. Dann wartest du mit der Nachsaat und beobachtest, welche Bereiche bei feuchterer Witterung von selbst austreiben.

Marias Erfahrung

Ausgestochene Stellen markiere ich mit einem kurzen Holzstab. Beim nächsten Rundgang sehe ich so auf einen Blick, wo ich nachschauen muss, und ziehe den Stab erst, wenn die Nachsaat dicht steht.

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Häufige Fragen

Was unterscheidet die Unkrautbekämpfung im Trockenrasen von der in einem herkömmlichen Rasen?
Im trockenheitsverträglichen Rasen aus Gräsermischungen nutzt du dieselben Handgriffe wie in anderem Rasen: Wurzelunkräuter ausstechen, Lücken nachsäen, nicht zu kurz mähen. Den Unterschied machen die Trockenphasen, denn danach können Lücken bleiben, in denen Hirsen keimen können. In Trockenphasen wird außerdem seltener gemäht, nicht vertikutiert und nicht stickstoffreich gedüngt. Der artenreiche Trockenrasen ist eine andere Fläche, auf der Kräuter zum Bestand gehören.
Welche mechanischen Methoden eignen sich für die Unkrautentfernung im Trockenrasen?
Wurzelunkräuter wie Löwenzahn stichst du aus und holst die Pfahlwurzel möglichst vollständig heraus, weil verbliebene Wurzelteile erneut austreiben können. Gänseblümchen lassen sich einzeln ausstechen, beim Weißklee löst du die Kriechtriebe samt den Wurzeln an ihren Knoten. Die entstandene Stelle raust du auf, streust Nachsaat ein, überstreust sie nur leicht mit Erde, drückst sie an und hältst sie feucht.
Wie oft sollte ein Trockenrasen gemäht werden, damit Unkraut es schwerer hat?
Maßgeblich ist das tatsächliche Wachstum, und pro Mähgang nimmst du höchstens ein Drittel der Halmlänge ab. Zu kurzer Schnitt begünstigt Moos und unerwünschte Kräuter. Bei sommerlicher Hitze kann eine Schnitthöhe von etwa 5 bis 7 cm sinnvoll sein, bei anhaltender Trockenheit mähst du seltener. Löwenzahn verschwindet durch Mähen allein nicht, weil seine flachen Rosetten dem Schnitt entgehen können.
Kann ich Unkraut im Trockenrasen mit Rasensamen verdrängen?
Vorhandene Rosetten wie Löwenzahn verdrängt Rasensamen nicht, die stichst du zuerst aus. Vorbeugend zählt eine geschlossene Narbe, denn Hirsen keimen bei Bodentemperaturen über 20 °C in lückigen Rasenflächen. Kahle Stellen schließt du deshalb zügig mit einer Mischung, die zu Boden und Nutzung passt; Wiesenrispe etwa schließt Lücken mit unterirdischen Ausläufern. Mehr Saat als angegeben ist dabei kein Vorteil, denn zu viel Rasensaat verstärkt die Konkurrenz der Gräser und kann Pilzkrankheiten begünstigen.
Wie werde ich Löwenzahn im Trockenrasen los?
Stich jede Pflanze aus und hol die Pfahlwurzel möglichst vollständig heraus, denn verbliebene Wurzelteile können erneut austreiben. Regelmäßiges Mähen drängt Löwenzahn nur begrenzt zurück, weil flache Blattrosetten und kurze Blütenstiele dem Schnitt entgehen können. Kontrollier die Stelle danach und stich nach, sobald neue Blätter erscheinen. Das Loch schließt du mit Rasenerde und Nachsaat, damit dort kein offener Boden bleibt.
Ist Schafgarbe im Trockenrasen Unkraut oder erwünscht?
Das entscheidet die Nutzung der Fläche. Für intensiv genutzte Spiel- und Liegeflächen eignen sich belastbare Gräsermischungen, kräuterreichere Bestände eher für weniger genutzte Bereiche. Dort können blühende Kräuter wie Schafgarbe, Weißklee und Gänseblümchen Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten. Bei einer bekannten Insektengiftallergie berücksichtigst du blühende Flächen bei der Nutzung, weil Bienenstiche schwere allergische Reaktionen auslösen können.
Wann ist ein guter Zeitpunkt für die Nachsaat im Trockenrasen?
Nach sommerlicher Trockenheit wartest du zuerst ab, denn brauner Rasen kann nach ausreichendem Regen wieder austreiben. Erst abgestorbene Pflanzen und größere Lücken brauchen Nachsaat, im Herbst von September bis Mitte Oktober, solange der Boden noch mindestens etwa 8 bis 10 °C warm ist. Im Frühjahr beginnt die Nachsaat je nach Region von April bis Mitte Mai, sobald Wärme und Wasser ausreichen. Bei Aussaaten im Frühjahr kann allerdings stärkerer Unkrautdruck auftreten.
Wie kann eine Bodenanalyse zur vorbeugenden Unkrautkontrolle beitragen?
Eine Bodenuntersuchung zeigt Unter- oder Überversorgung an, sodass du Kalk und Nährstoffe gezielt statt auf Verdacht gibst. Das gilt auch bei Moos, denn es kann durch Schatten, Verdichtung, Nährstoffmangel oder zu tiefen Schnitt gefördert werden und beweist für sich allein keinen Kalkbedarf. Für die Probe mischst du 10 bis 15 Einzelproben derselben Fläche. Jede Einzelprobe stammt aus der Bodenschicht bis 10 cm Tiefe.
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