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Topfpalmen pflegen: Standort, Gießen und Düngen je nach Art

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Art entscheidet: Die Bergpalme steht hell, aber ohne direkte Sonne.
  • Einen festen Gießabstand gibt es nicht; prüfe vor dem Gießen das Topfgewicht und die Feuchte weiter unten im Topf.
  • Gieß durchdringend bis zum Topfboden und lass kein Wasser im Untersetzer stehen.
  • Für viele Zimmerpflanzen gilt in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer: Flüssigdünger alle 2 bis 4 Wochen.
  • Bei Lichtmangel im Winter braucht die Palme keinen Dünger.
  • Braune Blattspitzen können auf trockene Luft hindeuten, braune Blattränder auf Überdüngung.
Gefiederte Wedel einer Zimmerpalme mit schmalen Fiederblättchen an gelbgrünen Stielen
Foto: Mehmet Demiral · Pexels License · Quelle ↗

Eine Topfpalme kann wie vertrocknet aussehen, obwohl ihre Erde nass ist. Anhaltende Nässe kann den Wurzeln den Sauerstoff nehmen, bis sie absterben und kein Wasser mehr aufnehmen. Wer dann nachgießt, macht es schlimmer. Ich schaue bei meinen Palmen deshalb zuerst auf den Platz und den Ballen und erst danach zur Gießkanne. Standort, Wasser und Dünger hängen bei Palmen im Topf eng zusammen, und welche Regeln gelten, entscheidet die Art.

Welche Palmen eignen sich für den Topf?

Nicht jede Pflanze, die nach Palme aussieht, ist auch eine. Echte Palmen bilden die botanische Familie Arecaceae, auch Palmae genannt. Der Sagopalmfarn Cycas revoluta wirkt palmenähnlich, gehört aber zu den Palmfarngewächsen. Der Elefantenfuß Beaucarnea recurvata zählt zu den sukkulenten Pflanzen und speichert Wasser in seinem Stamm.

Für die Pflege zählt außerdem, wo die Pflanze das Jahr verbringt. Manche Palmen eignen sich für den Zimmerplatz, andere lassen sich im Kübel kühl überwintern.

Pflanze Gruppe Darauf achtest du
Bergpalme (Chamaedorea elegans) echte Palme für den Zimmerplatz heller Platz ohne direkte Sonne, Ballen nie vollständig austrocknen lassen, kein hartes Gießwasser
Zwergpalme und Hanfpalme echte Palmen im Kübel lassen sich hell und kühl überwintern
Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) sukkulente Pflanze speichert Wasser im Stamm

Wie unterschiedlich das ausfällt, zeigt das Gießen. Die Bergpalme soll nie vollständig austrocknen. Für sukkulente Topfpflanzen wie den Elefantenfuß gilt als Orientierung, im Wachstum erst nach dem Abtrocknen der oberen 2 bis 3 cm Erde wieder zu gießen. Wer beide im selben Takt gießt, behandelt also mindestens eine davon falsch.

Teilen sich mehrere Pflanzen ein Gefäß, sollten ihre Ansprüche an Licht, Wasser und Nährstoffe annähernd gleich sein. Was Kakteen und Palmen bei Erde, Standort und Pflege trennt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Kakteen und Palmen im Wohnraum unterscheidest und kombinierst.

Marias Erfahrung

Zu jeder neuen Palme stecke ich ein Schild mit dem botanischen Namen in den Topf. Beim Gießen und beim Einräumen im Herbst schaue ich dann nach, welche Regeln für genau diese Art gelten.

Welcher Standort passt zu deiner Topfpalme?

Licht: hell, aber ohne direkte Sonne

Beim Standort zählt zuerst das Licht, und jede Art hat dabei ihren eigenen Bedarf. Die Bergpalme eignet sich für einen absonnigen Platz, also hell und ohne direkte Sonne. Wie viel Licht an einem Platz ankommt, hängt am Abstand zum Fenster und an lichthemmenden Vorhängen. Ich messe die Beleuchtungsstärke mit einem Luxmeter genau dort, wo der Topf stehen soll.

Reicht das Tageslicht nicht, kommt eine Pflanzenlampe infrage. Entscheidend sind dann die Lichtintensität, die deine Art braucht, und ein Spektrum, das für Pflanzen geeignet ist.

Wärme: Abstand zur Heizung

Direkt über der Heizung steht eine Zimmerpflanze häufig ungünstig, weil dort besonders warme und trockene Luft auf sie trifft. Im Winter kommt ein zweiter Punkt dazu: Wenig Licht zusammen mit zu hoher Temperatur kann Blattfall verursachen. In der dunklen Jahreszeit ist das Licht ohnehin knapp, am Heizkörper kommt dann noch die zu hohe Wärme dazu. Gib deiner Palme im Winter deshalb den hellsten Platz, nicht den wärmsten.

Stellst du eine wärmeliebende Palme im Sommer nach draußen, profitiert sie von Windschutz. Wind kühlt den Platz ab und erhöht die Verdunstung.

Luftfeuchtigkeit: messen statt raten

Erwärmt die Heizung kalte Außenluft, sinkt deren relative Luftfeuchtigkeit. Trockene Luft kann bei Zimmerpflanzen braune Blattspitzen verursachen, und warme, trockene Heizungsluft begünstigt Spinnmilben. Einen Befall erkennst du an hellen Sprenkeln auf den Blättern, teils auch an feinen Gespinsten. Abduschen und Besprühen mit zimmerwarmem Wasser gehören dann zu den empfohlenen Maßnahmen ohne Chemie. Sie können den Befall bremsen, ausschließen können sie ihn nicht.

Ich hänge neben meine Palmen ein digitales Thermohygrometer, das Luftfeuchte und Temperatur gemeinsam anzeigt. Beliebig anfeuchten solltest du die Raumluft allerdings nicht.

Zahl im Blick

Zur Schimmelvorbeugung gilt für Wohnräume als allgemeine Orientierung eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 %. In nicht oder schlecht gedämmten Wohnungen sollte sie im Winter als Faustregel unter 50 % liegen. Auch bei 50 % in der Raummitte können kalte Außenwände schon zu feucht sein.

Auch für die Pflanze ist mehr Feuchte nicht automatisch besser. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen in der dunklen Jahreszeit Grauschimmel, besonders an geschwächten Zimmerpflanzen. Wenn du die Raumluft im Winter nur begrenzt anfeuchten solltest, bleibt dir vor allem der Platz. Rück die Palme vom Heizkörper ab, statt den ganzen Raum feucht zu halten.

Mini-Checkliste

Artnamen kennen; Licht am geplanten Platz messen; Fensterabstand und Vorhänge einrechnen; nicht direkt über die Heizung stellen; Luftfeuchte mit dem Thermohygrometer prüfen; draußen im Sommer für Windschutz sorgen.

Wie gießt du Topfpalmen richtig?

Einen festen Gießabstand für Topfpalmen gibt es nicht. Böden und Raumklima unterscheiden sich, und für Kübelpflanzen lässt sich kein allgemeingültiger Gießrhythmus festlegen. Du gießt deshalb nach dem Zustand im Topf, nicht nach dem Kalender.

Vor dem Gießen prüfen

Ich hebe meine Palmentöpfe vor und nach dem Gießen an und merke mir den Gewichtsunterschied. In torffreier Erde trocknet die Oberfläche schneller ab als der untere Ballen. Prüf dort vor dem Gießen deshalb auch die Feuchte weiter unten im Topf.

Wie trocken die Erde werden darf, hängt am Wasserbedarf der Pflanze:

Wasserbedarf Wann gegossen wird
gering die Pflanze verträgt Trockenphasen
mäßig nach dem Antrocknen der Erdoberfläche
hoch auch die Oberfläche soll nicht austrocknen

Für die Bergpalme gilt: Ihr Wurzelballen soll nicht vollständig austrocknen.

Durchdringend gießen, Überschuss ablassen

Gieß so, dass das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet ist. Dafür braucht jeder bepflanzte Topf mindestens ein Abzugsloch, das frei bleibt. Überschüssiges Wasser darf bei den meisten Topfpflanzen nicht im Untersetzer stehen bleiben. Ich kippe den Untersetzer aus, sobald nichts mehr nachläuft.

Als Gießwasser eignet sich möglichst Regenwasser mit Umgebungstemperatur. Kaltes oder hartes Leitungswasser kann empfindlichen Arten Probleme bereiten. Bei der Bergpalme solltest du hartes Wasser vermeiden.

Topfgröße und Material

Je kleiner der Topf im Verhältnis zur Palme ist, desto häufiger musst du gießen. Ein übergroßer Topf erhöht umgekehrt das Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen. Nach dem Umzug in einen größeren Kübel passt deine gewohnte Gießroutine deshalb nicht mehr, und du prüfst wieder von vorn. Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser über ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe nicht.

Staunässe erkennen

Bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Schlaffe Wedel sind deshalb kein eindeutiges Signal. Sie können von Trockenstress kommen, aber auch von beginnender Wurzelfäule.

Häufiger Fehler

Die Palme lässt die Wedel hängen, also wird gegossen. Fühl vorher in den Topf: Ist der Ballen nass, nehmen geschädigte Wurzeln womöglich kein Wasser mehr auf. Dann entfernst du überschüssiges Wasser und gießt zunächst nicht weiter.

Im Winter braucht eine Zimmerpalme bei weniger Licht auch weniger Wasser, selbst wenn der Raum warm bleibt.

Wann und wie düngst du Topfpalmen?

Eine Palme im Topf hat nur begrenzten Wurzelraum. Mit zunehmender Durchwurzelung wird das Substrat darin ausgelaugt, und die Nährstoffe musst du nachliefern. Gedüngt wird aber nur, wenn die übrigen Standortbedingungen Wachstum ermöglichen. Bekommt die Palme im Winter zu wenig Licht, braucht sie in dieser Zeit keinen Dünger. Kranke Kübelpflanzen düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt haben.

Wie oft und wie viel?

Für viele Zimmerpflanzen gilt in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen als Empfehlung. Einen allgemeingültigen Rhythmus für Kübelpflanzen gibt es allerdings nicht. Nimm die Spanne deshalb als Rahmen und beobachte den Neuaustrieb. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung deines Düngers.

Die Lösung kommt auf bereits feuchte Erde, damit die Salzkonzentration die Wurzeln nicht schädigt. Ist der Ballen trocken, gieße ich vorher mit klarem Wasser an. Bei Hitze und längeren Trockenphasen gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchtete Erde. Kübelpflanzen mit Langzeitdünger brauchen im Sommer in der Regel keine zusätzliche Nachdüngung.

Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen gewöhnlich während der ersten 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Düngung. Bei der Nachdüngung zählt die Grunddüngung mit, die schon im Substrat steckt. In torffreien Topfsubstraten kann Stickstoff trotz Vordüngung zeitweise nicht ausreichend verfügbar sein. Die übliche Düngepause nach dem Umtopfen heißt in torffreier Erde deshalb nicht, dass du den Neuaustrieb aus den Augen lassen kannst.

Kurz erklärt

Stickstoff unterstützt das Trieb- und Blattwachstum. Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt, Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Daneben gehören Calcium, Magnesium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen.

Überdüngung und gelbe Wedel

Zu viel Dünger erhöht den Salzgehalt im Substrat, und braune Blattränder können darauf hindeuten. Dann stellst du das Düngen ein und topfst bei Bedarf um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst.

Mythos-Check

„Gelbe Wedel heißen, dass Dünger fehlt.“ Gelbe oder abfallende Blätter können auch durch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress entstehen und belegen allein keinen Düngermangel. Bei der Bergpalme können zudem ein zu hoher Substrat-pH oder übernässte Erde Eisenmangelchlorosen verursachen. Prüf deshalb zuerst Platz und Ballen, bevor du nachdüngst.

Wie du beides zusammen planst, beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Düngung und Bewässerung bei Grünpflanzen aufeinander abstimmst.

Welche Erde braucht eine Topfpalme?

Palmen im Topf brauchen ein Substrat, das Wasser speichert, überschüssiges Wasser ableitet und den Wurzeln Luft lässt. Für die Bergpalme eignet sich Einheitserde mit Sandbeimischung. Welche Mischung zu welcher Palmenart passt, liest du im Ratgeber dazu, welche Erde und Mischung jede Palmenart braucht.

Wann muss die Palme in einen größeren Topf?

Ein stark durchwurzelter Ballen, an dem kaum noch Erde zu sehen ist, zeigt Umtopfbedarf an, und umgetopft wird dann vorzugsweise im Frühjahr. Der neue Kübel sollte oben mindestens 2 cm mehr Durchmesser haben, darf aber nicht übergroß sein, weil sonst die Erde leichter vernässt. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, steht im Abschnitt dazu, wie du Zimmerpflanzen umtopfst und das passende Gefäß wählst.

Wie kommen Topfpalmen durch den Winter?

Bei Zimmerpalmen wie der Bergpalme ändert sich im Winter vor allem die Versorgung: Bei weniger Licht brauchen sie weniger Wasser und keinen Dünger. Zwergpalme und Hanfpalme lassen sich im Kübel hell bei 4 bis 8 °C überwintern. Vorbereitung, Winterquartier und das Auswintern im Frühjahr beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Kakteen und Palmen richtig überwinterst.

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Häufige Fragen

Wie oft müssen Topfpalmen gegossen werden und worauf ist bei der Bewässerung zu achten?
Einen festen Gießabstand gibt es für Topfpalmen nicht, weil Erde, Topf und Raumklima den Bedarf verändern. Prüf vor dem Gießen das Gewicht des Topfes und bei torffreier Erde auch die Feuchte weiter unten im Topf. Dann gießt du durchdringend bis zum Topfboden und lässt kein überschüssiges Wasser im Untersetzer stehen. Bei der Bergpalme soll der Wurzelballen dabei nie vollständig austrocknen.
Warum bekommen Palmen braune Blattspitzen und wie lässt sich das verhindern?
Braune Blattspitzen können auf zu trockene Luft hindeuten, braune Blattränder dagegen auf zu viel Salz in der Erde durch Überdüngung. Trockene Luft entsteht, wenn die Heizung kalte Außenluft erwärmt, denn dabei sinkt ihre relative Feuchte. Stell die Palme deshalb nicht direkt über einen Heizkörper und kontrolliere die Luftfeuchte mit einem Hygrometer. Bei Verdacht auf Überdüngung stellst du das Düngen ein und topfst bei Bedarf um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst.
Stimmt es, dass alle Palmen viel Wasser brauchen?
Nein, für Pflanzen im Kübel lässt sich kein allgemeingültiger Gießrhythmus festlegen. Die Bergpalme soll zwar nie vollständig austrocknen, doch auch ihr schadet ein dauerhaft nasser Ballen, weil den Wurzeln dann Sauerstoff fehlt und sie faulen können. Der oft neben Palmen stehende Elefantenfuß speichert als sukkulente Pflanze sogar Wasser in seinem Stamm. Entscheidend ist, dass du vor dem Gießen die Feuchte im Topf prüfst.
Können Topfpalmen ganzjährig im Wohnzimmer stehen?
Das hängt von der Art ab. Die Bergpalme eignet sich für einen hellen Zimmerplatz ohne direkte Sonne; im lichtarmen Winter gießt du sie zurückhaltender und düngst nicht. Zwergpalme und Hanfpalme lassen sich dagegen im Kübel hell bei 4 bis 8 °C überwintern. Steht eine Palme im Wohnzimmer, meide den Platz direkt über der Heizung, weil dort warme und trockene Luft auf sie trifft.
Was unterscheidet echte Palmen von palmenähnlichen Gewächsen wie dem Elefantenfuß?
Echte Palmen bilden die botanische Familie Arecaceae, die auch Palmae heißt. Der Sagopalmfarn Cycas revoluta sieht palmenähnlich aus, gehört aber zu den Palmfarngewächsen und ist keine echte Palme. Der Elefantenfuß Beaucarnea recurvata zählt zu den sukkulenten Pflanzen und speichert Wasser in seinem Stamm. Für sukkulente Topfpflanzen gilt als Orientierung, im Wachstum erst nach dem Abtrocknen der oberen 2 bis 3 cm Erde wieder zu gießen.
Wie wirken sich verschiedene Lichtbedingungen auf das Palmenwachstum aus?
Beim Standort zählt zuerst das Licht, wobei jede Art ihren eigenen Bedarf hat. Die Bergpalme etwa steht hell, aber ohne direkte Sonne. Kommen im Winter wenig Licht und eine zu hohe Temperatur zusammen, kann das bei Zimmerpflanzen Blattfall verursachen. Wächst eine Palme wegen Lichtmangels nicht, hilft Dünger nicht weiter, denn gedüngt wird nur, wenn der Standort Wachstum ermöglicht.
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