Kakteen und Palmen richtig überwintern

Kakteen und Palmen erfolgreich überwintern: Tipps für Pflanzenliebhaber

Die erfolgreiche Überwinterung von Kakteen und Palmen ist entscheidend für ihr Wohlergehen. In meiner langjährigen Erfahrung als Gärtnerin habe ich festgestellt, dass viele Hobbygärtner hier unsicher sind. Lassen Sie mich Ihnen zeigen, wie Sie Ihre exotischen Schätze bestmöglich durch die kalte Jahreszeit bringen.

Wichtige Aspekte im Überblick

  • Frühzeitige Vorbereitung ab September
  • Kakteen bevorzugen kühle, trockene Standorte
  • Palmen benötigen mehr Wärme und Feuchtigkeit
  • Regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich

Die Bedeutung der richtigen Überwinterung

Kakteen und Palmen stammen aus warmen Gefilden und sind naturgemäß nicht an unsere frostigen Winter angepasst. Eine falsche Überwinterung kann fatale Folgen haben – von Frostschäden bis hin zum Absterben der Pflanze. Mit der richtigen Pflege hingegen bleiben Ihre exotischen Lieblinge vital und gesund.

Winterliche Herausforderungen für Ihre Pflanzen

Der Winter stellt Kakteen und Palmen vor verschiedene Probleme, die wir nicht unterschätzen sollten:

  • Kälte kann das empfindliche Pflanzengewebe nachhaltig schädigen
  • Lichtmangel behindert die lebenswichtige Photosynthese
  • Staunässe führt oft zu gefährlicher Wurzelfäule
  • Die trockene Heizungsluft kann die Pflanzen regelrecht ausdörren

So bereiten Sie Ihre Pflanzen auf den Winter vor

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Beginnen Sie idealerweise im September mit den Vorbereitungen. So geben Sie Ihren Pflanzen die Chance, sich allmählich an die veränderten Bedingungen zu gewöhnen. Warten Sie keinesfalls bis zum ersten Frost – das könnte Ihre Pflanzen überfordern.

Gründliche Inspektion und sanfte Reinigung

Untersuchen Sie Ihre Kakteen und Palmen sorgfältig auf Schädlinge und Krankheiten. Entfernen Sie behutsam abgestorbene Blätter oder beschädigte Pflanzenteile. Eine vorsichtige Reinigung mit einem weichen Pinsel verbessert die Lichtzufuhr und beugt Pilzbefall vor.

Umtopfen und Substratprüfung

Prüfen Sie kritisch, ob ein Umtopfen notwendig ist. Für Kakteen empfehle ich ein sandiges, sehr durchlässiges Substrat. Palmen gedeihen hingegen besser in humusreicherer Erde. Achten Sie unbedingt auf intakte Drainage-Löcher im Topf, um Staunässe zu vermeiden.

Reduzierung von Wasser und Dünger

Fahren Sie die Wassergaben langsam zurück. Kakteen sollten ab Oktober kaum noch gegossen werden – sie gehen in eine Art Ruhephase. Bei Palmen reduzieren Sie die Wassermenge, gießen aber weiterhin regelmäßig. Die Düngung stellen Sie am besten ganz ein, um kein unkontrolliertes Wachstum zu provozieren.

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Spezielle Tipps zur Überwinterung von Kakteen

Die optimale Temperatur finden

Die meisten Kakteen bevorzugen im Winter Temperaturen zwischen 5 und 10°C. Einige robuste Arten können sogar Temperaturen um den Gefrierpunkt vertragen, vorausgesetzt, sie stehen absolut trocken. Es empfiehlt sich, verschiedene Kakteenarten nach ihren Temperaturansprüchen zu gruppieren.

Lichtbedarf auch im Winter

Selbst in der Ruheperiode benötigen Kakteen ausreichend Licht. Ein Südfenster bietet meist ideale Bedingungen. Bei zu wenig natürlichem Licht können spezielle Pflanzenlampen helfen, ein unerwünschtes Vergeilen zu verhindern.

Vorsicht beim Gießen in der Ruhezeit

Die meisten Kakteen sollten im Winter kaum gegossen werden. Einige tropische Arten benötigen allerdings auch in der kühlen Jahreszeit etwas Feuchtigkeit. Beobachten Sie Ihre Pflanzen aufmerksam und greifen Sie zur Gießkanne nur bei deutlichen Schrumpfungserscheinungen.

Individuelle Bedürfnisse verschiedener Kakteenarten

Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht alle Kakteen die gleichen Ansprüche haben. Wüstenkakteen wie Echinocactus oder Ferocactus vertragen niedrige Temperaturen erstaunlich gut, solange sie trocken stehen. Tropische Arten wie Epiphyllum oder Rhipsalis brauchen dagegen mehr Wärme und Feuchtigkeit. Informieren Sie sich über die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Kakteenarten und passen Sie Ihre Pflege entsprechend an.

Überwinterung von Palmen: Schutz für unsere tropischen Schönheiten

Palmen verleihen unserem Garten einen Hauch von Exotik. Doch mit dem Einzug der kalten Jahreszeit stellt sich die Frage: Wie bringen wir unsere tropischen Schmuckstücke am besten durch den Winter? Die Antwort hängt maßgeblich von der jeweiligen Palmenart ab, und ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, dass es sich lohnt, genau hinzuschauen.

Kalt- und Warmhauspalmen: Ein entscheidender Unterschied

Bei der Überwinterung von Palmen müssen wir zwischen Kalt- und Warmhauspalmen unterscheiden. Kalthauspalmen wie die Hanfpalme oder die Nadelpalme sind erstaunlich robust und kommen mit kühleren Temperaturen zurecht. Warmhauspalmen wie die Kokospalme oder die Königspalme sind da deutlich anspruchsvoller und benötigen wärmere Bedingungen.

Temperaturanforderungen: Jede Palme hat ihre Vorlieben

Die Temperaturansprüche variieren je nach Palmenart beträchtlich:

  • Hanfpalme (Trachycarpus fortunei): Übersteht Temperaturen bis -15°C
  • Zwergpalme (Chamaerops humilis): Hält Temperaturen bis -10°C stand
  • Dattelpalme (Phoenix dactylifera): Benötigt Temperaturen über 5°C
  • Kokospalme (Cocos nucifera): Verlangt Temperaturen über 18°C

Ich erinnere mich noch gut an den Winter, in dem ich eine Hanfpalme draußen überwintern ließ. Sie hat es zwar geschafft, aber im Frühjahr sah sie ziemlich mitgenommen aus. Seitdem bringe ich auch die robusteren Arten lieber an einen geschützten Ort.

Lichtverhältnisse: Auch im Winter wichtig

Obwohl Palmen im Winter weniger Licht benötigen, sollten wir sie keinesfalls im Dunkeln stehen lassen. Ein heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung erweist sich als ideal. Bei Warmhauspalmen kann eine zusätzliche Beleuchtung mit speziellen Pflanzenlampen durchaus sinnvoll sein, um Lichtmangel vorzubeugen.

Bewässerung und Luftfeuchtigkeit: Weniger ist oft mehr

Im Winter fahren Palmen ihren Stoffwechsel herunter. Daher sollten wir sie nur sparsam gießen. Die Erde darf zwischen den Wassergaben ruhig leicht antrocknen, sollte aber nie völlig austrocknen. Besonders bei Warmhauspalmen spielt die Luftfeuchtigkeit eine entscheidende Rolle. Regelmäßiges Besprühen der Blätter oder der Einsatz eines Luftbefeuchters kann hier Wunder wirken.

Der richtige Überwinterungsstandort: Schlüssel zu gesunden Palmen

Die Wahl des passenden Überwinterungsstandorts beeinflusst das Wohlbefinden unserer Palmen enorm. Je nach Art und vorhandenen Möglichkeiten bieten sich verschiedene Optionen an.

Innenräume: Licht und Wärme

Viele Palmenliebhaber entscheiden sich für eine Überwinterung in Innenräumen. Die Vorteile liegen auf der Hand: konstante Temperaturen und zuverlässiger Schutz vor Frost. Allerdings können trockene Heizungsluft und Lichtmangel unseren grünen Freunden zusetzen. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, die Palmen regelmäßig mit lauwarmem Wasser zu besprühen und gegebenenfalls zusätzliche Beleuchtung einzusetzen.

Gewächshaus oder Wintergarten: Fast wie im Urlaub

Ein Gewächshaus oder Wintergarten bietet nahezu ideale Bedingungen für die Überwinterung von Palmen. Hier lassen sich Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit optimal regulieren. Zudem haben die Pflanzen meist mehr Platz als in Wohnräumen. Dennoch sollten wir darauf achten, dass das Gewächshaus bei starkem Frost zusätzlich beheizt werden kann.

Keller und andere kühle Räume: Für Winterharte

Für Kalthauspalmen kann ein kühler, heller Keller oder eine Garage durchaus eine gute Überwinterungsmöglichkeit darstellen. Die Temperaturen sollten hier zwischen 5 und 10°C liegen. Entscheidend ist, dass der Raum nicht zu dunkel ist und regelmäßig gelüftet wird, um Schimmelbildung zu verhindern.

Outdoor-Überwinterung: Nur für die Hartgesottenen

Besonders robuste Palmenarten wie die Hanfpalme können mit entsprechenden Schutzmaßnahmen auch im Freien überwintern. Dazu den Stamm mit Jutesäcken oder Kokosmatten einwickeln und die Krone mit einem Vlies schützen. Eine dicke Mulchschicht um den Wurzelbereich bietet zusätzlichen Schutz. Bei extremer Kälte kann eine zusätzliche Abdeckung mit einer Plane hilfreich sein.

Unabhängig von der gewählten Überwinterungsmethode sind regelmäßige Kontrollen unerlässlich. So können wir rechtzeitig auf Probleme wie Schädlingsbefall oder Trockenschäden reagieren und unsere Palmen gesund durch den Winter bringen. Mit der richtigen Pflege werden unsere tropischen Schönheiten auch im nächsten Sommer wieder für exotisches Flair in unserem Garten sorgen.

Die Herausforderungen der Überwinterung: Kakteen und Palmen richtig pflegen

Die kalte Jahreszeit stellt uns Gärtner vor besondere Herausforderungen, insbesondere wenn es um die Pflege unserer exotischen Lieblinge geht. Lassen Sie mich Ihnen einige Einblicke geben, wie Sie Ihre Kakteen und Palmen bestmöglich durch den Winter bringen können.

Ein wachsames Auge auf Schädlinge und Krankheiten

Auch wenn unsere Pflanzen im Winterschlaf sind, sollten wir sie nicht aus den Augen verlieren. Regelmäßige Inspektionen sind unerlässlich, um Probleme frühzeitig zu erkennen. Achten Sie besonders auf:

  • Wollläuse, die sich gerne in Pflanzenritzen verstecken
  • Schildläuse, die als kleine Punkte auf Blättern und Stämmen erscheinen
  • Spinnmilben, die bei trockener Heizungsluft gedeihen
  • Anzeichen von Pilzerkrankungen wie Flecken oder Schimmel

Sollten Sie Ungeziefer entdecken, ist schnelles Handeln gefragt. Oft reicht es schon, die betroffenen Stellen sanft mit einem in Seifenlauge getränkten Tuch abzuwischen. In hartnäckigen Fällen kann auch der Einsatz von Neem-Öl oder anderen biologischen Pflanzenschutzmitteln sinnvoll sein.

Weniger ist mehr: Pflegemaßnahmen im Winter

Im Winter fahren unsere Kakteen und Palmen ihren Stoffwechsel herunter. Entsprechend sollten wir unsere Pflegemaßnahmen anpassen. Reduzieren Sie die Wassergaben deutlich und stellen Sie die Düngung komplett ein. Eine Faustregel, die sich bei mir bewährt hat: Gießen Sie nur dann, wenn das Substrat vollständig ausgetrocknet ist. Bei Kakteen kann das durchaus mehrere Wochen dauern.

Wenn der Frost zugeschlagen hat

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass unsere Pflanzen Frostschäden erleiden. Erkennbar sind diese an:

  • Braunen oder schwarzen Flecken auf der Oberfläche
  • Glasig wirkenden Stellen, die später eintrocknen
  • Aufgeplatzter Rinde bei Palmen

In solchen Fällen ist behutsames Vorgehen gefragt. Entfernen Sie geschädigte Teile vorsichtig mit einem scharfen, sauberen Messer. Wichtig ist, die Wunden antrocknen zu lassen, bevor Sie wieder gießen. So beugen Sie weiteren Infektionen vor.

Der Kampf gegen Nässe und Schimmel

Staunässe ist der größte Feind unserer überwinternden Exoten. Sie führt nicht nur zu Wurzelfäule, sondern begünstigt auch die Schimmelbildung. Um dem vorzubeugen, achten Sie auf:

  • Töpfe mit guter Drainage
  • Ein durchlässiges Substrat, das überschüssiges Wasser schnell ableitet
  • Das Entleeren der Untersetzer nach dem Gießen

Sollten Sie dennoch erste Anzeichen von Schimmel entdecken, ist schnelles Handeln gefragt. Entfernen Sie befallene Teile großzügig und stellen Sie die Pflanze an einen trockeneren, besser belüfteten Ort. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Zimtpulver als natürliches Fungizid einzusetzen.

Kreative Lösungen für die Überwinterung

Gut eingepackt durch den Winter

Für Kakteen und Palmen, die im Freien überwintern, ist eine gute Isolierung das A und O. Hier einige bewährte Methoden:

  • Wickeln Sie die Pflanzen in atmungsaktives Vlies oder Jutesäcke
  • Decken Sie den Wurzelbereich großzügig mit Laub oder Stroh ab
  • Bei Palmen ist es besonders wichtig, das empfindliche Herz der Pflanze zu schützen

Ich erinnere mich noch gut an den Winter, als ich versuchte, eine Yucca-Palme nur mit einem alten Bettlaken zu schützen - das ging gründlich schief. Seitdem verwende ich ausschließlich professionelles Vlies und hatte damit bisher immer Erfolg.

Künstliche Wärme: Segen oder Fluch?

In kühlen Räumen können Heizmatten oder Wärmelampen eine Überlegung wert sein. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten:

  • Bodenheizmatten sorgen für eine gleichmäßige Wärme von unten
  • Wärmelampen können zusätzliche Wärme von oben liefern
  • Ein Thermostat hilft, die Temperatur im optimalen Bereich zu halten

Vorsicht ist jedoch geboten: Nicht alle unsere exotischen Freunde vertragen zusätzliche Wärme im Winter. Es lohnt sich, die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Art genau zu recherchieren, bevor man zu solchen Hilfsmitteln greift.

Mikroklimata: Kleine Oasen schaffen

Die Schaffung von Mikroklimata kann die Überwinterung erheblich erleichtern. Hier einige Ideen, die sich in meinem Wintergarten bewährt haben:

  • Gruppieren Sie Pflanzen mit ähnlichen Bedürfnissen
  • Nutzen Sie wärmespeichernde Materialien wie Steine oder Ziegelsteine
  • Stellen Sie flache Wasserschalen auf, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen

In einer Ecke meines Wintergartens, wo sich die Wärme besonders gut hält, überwintern meine empfindlichsten Pflanzen. Diese geschützte Nische hat sich als wahrer Segen erwiesen.

Überwinterung im Originalkarton: Eine Notlösung?

Für frisch erworbene Pflanzen kann die Original-Verpackung überraschenderweise eine gute Übergangslösung sein:

  • Sie bietet Schutz vor plötzlichen Temperaturschwankungen
  • Die Feuchtigkeit bleibt relativ konstant
  • Ein sofortiges Umtopfen und der damit verbundene Stress werden vermieden

Bedenken Sie aber, dass dies nur eine kurzfristige Lösung sein sollte. Spätestens wenn im Frühjahr die Wachstumsphase beginnt, sollten Sie Ihren neuen grünen Mitbewohnern ein passendes Zuhause in Form eines geeigneten Topfes bieten.

Mit diesen Tipps und Techniken sollten Sie gut gerüstet sein, um Ihre Kakteen und Palmen sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Vergessen Sie nicht: Jede Pflanze ist einzigartig und reagiert anders auf die Herausforderungen des Winters. Beobachten Sie Ihre grünen Schützlinge aufmerksam und scheuen Sie sich nicht, die Pflege bei Bedarf anzupassen. Mit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl werden Sie im Frühjahr mit gesunden, kräftigen Pflanzen belohnt, die bereit sind, in eine neue Wachstumsphase zu starten.

Den Frühling willkommen heißen: Kakteen und Palmen auf die neue Saison vorbereiten

Wenn die Tage länger werden, ist es an der Zeit, unsere exotischen Schützlinge behutsam aus dem Winterschlaf zu wecken. Dabei gilt es, Geduld und Fingerspitzengefühl zu beweisen, um einen gelungenen Start in die Wachstumsphase zu ermöglichen.

Die Kunst der sanften Erwärmung

Etwa Mitte Februar beginne ich damit, die Temperatur im Überwinterungsquartier schrittweise zu erhöhen. Pro Woche steigere ich die Temperatur um 2-3°C, bis ich die optimale Wohlfühltemperatur für die jeweilige Art erreicht habe. Bei den meisten Kakteen liegt diese zwischen 18-25°C, während Palmen je nach Art 15-25°C bevorzugen.

Mehr Licht und Wasser - aber mit Bedacht

Hand in Hand mit der Temperaturerhöhung geht die Steigerung von Licht und Wassergaben. Zunächst platziere ich die Pflanzen an einem hellen, aber nicht direkt sonnigen Ort. Über einen Zeitraum von 2-3 Wochen gewöhne ich sie langsam an intensiveres Sonnenlicht. Bei der Bewässerung verfahre ich ähnlich: Ich beginne mit kleinen Wassergaben und steigere diese allmählich. Dabei achte ich besonders darauf, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann - stehendes Wasser ist nach wie vor der größte Feind unserer Wüstenbewohner.

Erste Mahlzeit nach dem langen Schlaf

Sobald sich die ersten zarten Anzeichen neuen Wachstums zeigen, ist es Zeit für eine leichte Stärkung. Ich greife zu einem speziellen Kakteen- oder Palmendünger, beginne aber zunächst mit der halben empfohlenen Dosis. Über mehrere Wochen steigere ich dann die Konzentration bis zur vollen Stärke. Meine Kakteen verwöhne ich etwa alle 4 Wochen mit dieser Extraportion Nährstoffe, die Palmen freuen sich alle 2-3 Wochen darüber.

Frühjahrsputz für Wurzeln und Co.

Das Frühjahr eignet sich hervorragend zum Umtopfen oder Teilen der Pflanzen. Ich wähle dabei einen Topf, der etwa 2-3 cm größer im Durchmesser ist als der alte. Für Kakteen verwende ich eine sandige, gut durchlässige Erde, während Palmen sich über ein nährstoffreicheres, aber ebenfalls gut drainiertes Substrat freuen. Beim Teilen von Kakteen lasse ich die Schnittstellen einige Tage abtrocknen, bevor ich sie einpflanze - so beugen wir Fäulnis vor.

Aus Fehlern lernen: Häufige Stolpersteine bei der Überwinterung

Trotz bester Absichten schleichen sich bei der Überwinterung von Kakteen und Palmen immer wieder Fehler ein. Hier sind einige der häufigsten Fallstricke und wie wir sie umgehen können:

Das Märchen von der warmen Überwinterung

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass alle Kakteen und Palmen warm überwintern müssen. Tatsächlich benötigen viele Arten eine kühle Ruheperiode. Es lohnt sich, die spezifischen Bedürfnisse unserer Pflanzen genau zu kennen. Eine zu warme Überwinterung kann zu vorzeitigem, schwachem Wachstum führen, während zu kalte Temperaturen Frostschäden verursachen können.

Die Tücken der Bewässerung

Viele Hobbygärtner neigen dazu, ihre Pflanzen auch im Winter regelmäßig zu gießen. Dies kann jedoch fatale Folgen haben und zu Wurzelfäule führen. Andererseits kann eine vollständige Austrocknung die Wurzeln schädigen. Mein Tipp: Kakteen im Winter nur sehr sparsam gießen, Palmen etwas häufiger, aber deutlich weniger als in der Wachstumsphase.

Wachsam bleiben: Schädlinge kennen keinen Winterschlaf

Auch in der kalten Jahreszeit können Schädlinge aktiv sein. Regelmäßige Kontrollen auf Anzeichen von Spinnmilben, Schildläusen oder Wollläusen sind unerlässlich. Bei Befall ist schnelles Handeln gefragt - behandeln Sie die Pflanzen umgehend mit geeigneten Mitteln, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Vorsicht vor dem Frühjahrs-Schock

Ein abrupter Wechsel von Winter- zu Frühjahrsbedingungen kann unsere grünen Freunde erheblich stressen. Hüten Sie sich davor, die Pflanzen zu früh ins Freie zu stellen oder sie direkt der prallen Sonne auszusetzen. Eine graduelle Anpassung über mehrere Wochen schützt vor Sonnenbrand und anderen Schäden.

Ein neues Jahr voller Wachstum und Blüten

Die richtige Überwinterung von Kakteen und Palmen erfordert zweifelsohne Geduld und Aufmerksamkeit. Doch wenn wir die spezifischen Bedürfnisse jeder Art beachten und die häufigsten Fehler vermeiden, werden unsere Pflanzen es uns mit gesundem und vitalem Wachstum danken.

Beobachten Sie Ihre Kakteen und Palmen genau und scheuen Sie sich nicht, Ihre Pflege anzupassen. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Gespür dafür, was Ihre stacheligen und gefiederten Freunde brauchen.

Mit der richtigen Vorbereitung und Pflege werden uns unsere Kakteen und Palmen im kommenden Frühjahr und Sommer mit kräftigem Wachstum und vielleicht sogar mit prächtigen Blüten belohnen. Genießen Sie den Prozess und die Freude, die diese faszinierenden Pflanzen in unser Zuhause oder unseren Garten bringen - es ist jedes Jahr aufs Neue ein kleines Wunder der Natur.

Blühbirne

Häufige Fragen und Antworten

  1. Wie bereitet man Kakteen und Palmen optimal auf die Überwinterung vor?
    Die optimale Vorbereitung beginnt idealerweise im September. Untersuchen Sie Ihre Pflanzen gründlich auf Schädlinge und Krankheiten, entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile vorsichtig mit einem weichen Pinsel. Prüfen Sie kritisch, ob ein Umtopfen notwendig ist - Kakteen benötigen sandiges, durchlässiges Substrat, Palmen humusreichere Erde mit guter Drainage. Reduzieren Sie die Wassergaben langsam und stellen Sie die Düngung komplett ein, um unkontrolliertes Wachstum zu vermeiden. Kakteen gehen ab Oktober in eine Ruhephase und sollten kaum noch gegossen werden, während Palmen weiterhin regelmäßig, aber deutlich weniger Wasser erhalten. Warten Sie keinesfalls bis zum ersten Frost - eine allmähliche Gewöhnung an veränderte Bedingungen ist entscheidend für das Wohlbefinden Ihrer exotischen Schützlinge während der kalten Jahreszeit.
  2. Welche Temperaturanforderungen haben Kakteen während der Wintermonate?
    Die meisten Kakteen bevorzugen im Winter Temperaturen zwischen 5 und 10°C für eine optimale Ruhephase. Robuste Wüstenkakteen wie Echinocactus oder Ferocactus vertragen sogar Temperaturen um den Gefrierpunkt, vorausgesetzt sie stehen absolut trocken. Tropische Kakteenarten wie Epiphyllum oder Rhipsalis benötigen dagegen mehr Wärme und sollten bei Temperaturen über 12°C überwintern. Eine kühle Überwinterung ist für die meisten Arten essentiell, da sie die natürliche Ruhephase simuliert und zu gesundem Wachstum sowie Blütenbildung im Frühjahr beiträgt. Zu warme Wintertemperaturen führen oft zu schwachem, vergeiltem Wachstum und schwächen die Pflanze. Gruppieren Sie verschiedene Kakteenarten nach ihren spezifischen Temperaturansprüchen, um optimale Bedingungen für jede Art zu schaffen und deren individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden.
  3. Wie unterscheidet sich die Winterpflege zwischen tropischen Pflanzen und Sukkulenten?
    Tropische Pflanzen und Sukkulenten haben grundlegend verschiedene Überwinterungsansprüche. Tropische Arten wie Warmhauspalmen benötigen konstant warme Temperaturen über 15°C und eine höhere Luftfeuchtigkeit von 50-60%. Sie fahren ihren Stoffwechsel weniger stark herunter und benötigen weiterhin regelmäßige, aber reduzierte Wassergaben. Sukkulenten hingegen gehen in eine ausgeprägte Ruhephase und bevorzugen kühle Temperaturen zwischen 5-12°C bei sehr geringer Luftfeuchtigkeit. Ihre Wassergaben werden drastisch reduziert - viele Kakteen erhalten über Monate hinweg gar kein Wasser. Tropische Pflanzen leiden unter trockener Heizungsluft und profitieren von Luftbefeuchtern oder regelmäßigem Besprühen, während Sukkulenten trockene Luft bevorzugen. Die Lichtansprüche bleiben bei tropischen Arten hoch, Sukkulenten kommen mit weniger Licht aus, benötigen aber dennoch einen hellen Standort.
  4. Was ist der Unterschied zwischen Kalt- und Warmhauspalmen bei der Überwinterung?
    Der Unterschied zwischen Kalt- und Warmhauspalmen liegt in ihren Temperaturtoleranz während der Überwinterung. Kalthauspalmen wie die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) oder Zwergpalme (Chamaerops humilis) sind erstaunlich robust und vertragen Temperaturen bis -15°C bzw. -10°C. Sie können bei ausreichendem Schutz sogar im Freien überwintern oder in unbeheizten, frostfreien Räumen stehen. Warmhauspalmen wie die Kokospalme oder Königspalme sind deutlich kälteempfindlicher und benötigen konstant warme Temperaturen über 18°C. Sie müssen in beheizten Innenräumen, Wintergärten oder Gewächshäusern überwintern. Kalthauspalmen fahren ihren Stoffwechsel stark herunter und benötigen nur minimale Pflege, während Warmhauspalmen weiterhin aktiv sind und regelmäßige Bewässerung sowie hohe Luftfeuchtigkeit benötigen. Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Wahl des richtigen Überwinterungsstandorts und der angemessenen Pflegeintensität.
  5. Welche spezifischen Temperaturanforderungen haben verschiedene Palmenarten im Winter?
    Verschiedene Palmenarten haben sehr unterschiedliche Temperaturansprüche während der Überwinterung. Die Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) ist mit einer Frosttoleranz bis -15°C besonders winterhart. Die Zwergpalme (Chamaerops humilis) verträgt Temperaturen bis -10°C und eignet sich für kühle Überwinterung. Die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) benötigt mindestens 5°C und bevorzugt Temperaturen um 8-12°C. Kokospalmen (Cocos nucifera) sind sehr kälteempfindlich und verlangen konstante Temperaturen über 18°C. Kentiapalmen gedeihen bei 12-18°C optimal, während Areca-Palmen Temperaturen zwischen 16-20°C bevorzugen. Cycas-Arten (Palmfarne) vertragen kühlere Bedingungen von 8-15°C. Diese spezifischen Anforderungen ergeben sich aus den natürlichen Habitaten der Arten - mediterrane und subtropische Palmen sind kältetoleranter als tropische Arten. Eine falsche Temperaturwahl kann zu Wachstumsstörungen, Blattschäden oder sogar zum Absterben der Pflanze führen.
  6. Worin unterscheiden sich Gewächshaus und Wintergarten als Überwinterungsstandorte?
    Gewächshaus und Wintergarten bieten verschiedene Vor- und Nachteile als Überwinterungsstandorte. Ein Gewächshaus ermöglicht präzise Kontrolle von Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit durch spezielle Heizsysteme, Belüftung und Schattierungen. Die isolierte Umgebung schützt optimal vor Temperaturschwankungen und Zugluft. Allerdings können die Bedingungen sehr trocken werden und erfordern aktive Befeuchtung. Wintergärten bieten oft mehr Platz und sind architektonisch ansprechender, jedoch sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit schwerer zu regulieren. Die großen Glasflächen können zu extremen Temperaturschwankungen führen - tagsüber Überhitzung, nachts starke Abkühlung. Wintergärten haben meist bessere natürliche Lichtverhältnisse, während Gewächshäuser häufig zusätzliche Beleuchtung benötigen. Gewächshäuser sind kostengünstiger im Betrieb und spezifisch für Pflanzen optimiert, Wintergärten dienen oft zusätzlich als Wohnraum. Für die professionelle Überwinterung empfiehlt sich das Gewächshaus aufgrund der besseren Kontrollmöglichkeiten.
  7. Was sind die Vor- und Nachteile von Heizmatten gegenüber Pflanzenlampen beim Frostschutz?
    Heizmatten und Pflanzenlampen haben beim Frostschutz jeweils spezifische Vor- und Nachteile. Heizmatten liefern gleichmäßige Bodenwärme und fördern die Wurzelaktivität, verbrauchen relativ wenig Energie und lassen sich präzise mit Thermostaten regulieren. Sie schaffen ein natürliches Wärmegefälle von unten und sind platzsparend. Nachteile sind die einseitige Wärmeverteilung und das Risiko von Wurzelschäden bei Überhitzung. Pflanzenlampen bieten neben Wärme auch lebenswichtiges Licht, erwärmen die gesamte Pflanze gleichmäßig und unterstützen die Photosynthese auch bei geringem Tageslicht. Sie sind flexibel positionierbar und fördern kompaktes Wachstum. Nachteile sind der höhere Energieverbrauch, die Gefahr von Blattverbrennungen bei zu geringem Abstand und die Notwendigkeit regelmäßiger Positionsanpassung. Fachkundige Gartenhändler wie samen.de bieten verschiedene Heizsysteme an und beraten über die optimale Kombination beider Methoden je nach Pflanzenart und Standortbedingungen.
  8. Welche Schäden können durch fehlerhafte Wassergaben während der Ruhephase entstehen?
    Fehlerhafte Wassergaben während der Ruhephase können schwerwiegende Schäden verursachen. Zu häufiges Gießen führt zur gefürchteten Wurzelfäule, da die Pflanzen in der Ruhephase weniger Wasser aufnehmen und überschüssige Feuchtigkeit nicht verarbeiten können. Die Wurzeln werden schwarz, matschig und sterben ab, was oft zum kompletten Verlust der Pflanze führt. Staunässe begünstigt zusätzlich Pilzkrankheiten und Schimmelbildung am Substrat und an der Pflanzenbasis. Andererseits kann völlige Austrocknung die feinen Wurzelhaare zerstören und zu irreversiblen Gewebeschäden führen. Bei Kakteen zeigen sich Schrumpfungserscheinungen, bei Palmen welken und bräunen die Blätter. Schwankende Feuchtigkeit stresst die Pflanzen erheblich und schwächt ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten. Glasige, später eingetrocknete Stellen deuten auf Frostschäden durch zu feuchtes Substrat hin. Die richtige Balance erfordert aufmerksame Beobachtung und angepasste Gießintervalle je nach Pflanzenart, Temperatur und Substratbeschaffenheit.
  9. Wo kann man professionelles Überwinterungs-Equipment für exotische Pflanzen kaufen?
    Professionelles Überwinterungs-Equipment für exotische Pflanzen erhalten Sie in spezialisierten Gartenfachgeschäften, die sich auf Pflanzenpflege fokussiert haben. Etablierte Gartencenter bieten häufig eine Grundausstattung mit Heizmatten, Pflanzenlampen und Thermostaten. Für spezielle Ausrüstung wie Gewächshaus-Heizsysteme oder professionelle Luftbefeuchter empfehlen sich Fachhändler mit entsprechender Beratungskompetenz. Samen.de gehört zu den Fachgeschäften, die umfassendes Gartenzubehör führen und kompetente Beratung für die Überwinterung exotischer Pflanzen bieten. Online-Gartenshops haben oft ein breiteres Sortiment und detaillierte Produktbeschreibungen, während lokale Gärtnereien individuelle Beratung und oft regional angepasste Lösungen anbieten können. Wichtig ist, auf Qualitätsprodukte mit entsprechenden Sicherheitszertifikaten zu achten, insbesondere bei elektrischen Geräten. Viele Händler bieten auch komplette Überwinterungs-Sets an, die aufeinander abgestimmte Komponenten enthalten und für Einsteiger besonders praktisch sind.
  10. Welche Zubehörteile sollte man online bestellen für die optimale Palmen-Überwinterung?
    Für die optimale Palmen-Überwinterung sollten Sie verschiedene Zubehörteile online bestellen. Ein regelbarer Luftbefeuchter ist essentiell, da Palmen hohe Luftfeuchtigkeit benötigen und Heizungsluft zu trocken ist. Pflanzenlampen mit Vollspektrum kompensieren den Lichtmangel und unterstützen die Photosynthese auch bei kurzen Wintertagen. Ein digitales Thermometer-Hygrometer hilft bei der Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Für größere Palmen sind Heizmatten mit Thermostat sinnvoll, um gleichmäßige Bodenwärme zu gewährleisten. Drainage-Material wie Blähton oder Perlite verbessert die Substrat-Qualität und verhindert Staunässe. Spezielle Palmendünger in reduzierter Konzentration sind für die schwache Düngung im Winter geeignet. Transportable Pflanzenroller erleichtern das Umstellen schwerer Kübel. Qualitätsorientierte Anbieter wie samen.de führen aufeinander abgestimmte Überwinterungs-Sets und können bei der Auswahl passender Komponenten beraten. Zusätzlich sind pH-Messstreifen und Gießhilfen mit langem Auslauf für die präzise Bewässerung praktisch.
  11. Wie wirkt sich die Luftfeuchtigkeit auf das Mikroklima bei überwinternden Zimmerpflanzen aus?
    Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst das Mikroklima überwinternder Zimmerpflanzen erheblich. Niedrige Luftfeuchtigkeit unter 30%, wie sie durch Heizungsluft entsteht, führt zu verstärkter Transpiration und kann Trockenstress verursachen. Die Pflanzen verlieren übermäßig Feuchtigkeit über ihre Blätter, was zu braunen Blattspitzen und welken Blättern führt. Zu hohe Luftfeuchtigkeit über 70% begünstigt hingegen Pilzkrankheiten und Schimmelbildung, besonders in schlecht belüfteten Räumen. Die optimale Luftfeuchtigkeit für die meisten überwinternden Zimmerpflanzen liegt zwischen 40-60%. Palmen und tropische Arten bevorzugen eher 50-60%, während Sukkulenten mit 30-40% auskommen. Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst auch die Temperaturwahrnehmung der Pflanzen - bei höherer Luftfeuchtigkeit werden niedrigere Temperaturen besser vertragen. Gruppierung mehrerer Pflanzen, Wasserschalen oder Luftbefeuchter können das Mikroklima positiv beeinflussen. Eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit reduziert Stress und stärkt die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge während der kritischen Überwinterungsphase.
  12. Warum benötigen Wüstenpflanzen eine Ruhephase und wie beeinflusst diese die Wachstumsphase?
    Wüstenpflanzen benötigen eine Ruhephase, da sie an die extremen Klimabedingungen ihrer natürlichen Habitate angepasst sind. In Wüstengebieten herrschen ausgeprägte Trocken- und Regenzeiten, die den Pflanzen einen natürlichen Rhythmus vorgeben. Während der Ruhephase reduzieren Kakteen und andere Sukkulenten ihren Stoffwechsel drastisch, schließen ihre Spaltöffnungen weitgehend und speichern Energie für das kommende Wachstum. Diese Phase ist essentiell für die Blütenbildung - viele Kakteen blühen nur nach einer ausreichend langen Kälte- oder Trockenperiode. Die Ruhephase ermöglicht es den Pflanzen, ihre Reserven aufzubauen und sich zu regenerieren. Ohne diese natürliche Pause entwickeln sich die Pflanzen schwach, vergeilten und bleiben oft blütenlos. Der Übergang zur Wachstumsphase wird durch steigende Temperaturen und Lichtstunden eingeleitet. Die in der Ruhephase gespeicherte Energie ermöglicht dann kräftiges Wachstum, kompakte Formen und prächtige Blüten, die das Herzstück jeder Kakteensammlung bilden.
  13. Welche physiologischen Prozesse laufen bei Kübelpflanzen während der Belüftung ab?
    Während der Belüftung laufen bei Kübelpflanzen wichtige physiologische Prozesse ab, die für ihre Gesundheit essentiell sind. Der Gasaustausch wird aktiviert - Sauerstoff gelangt zu den Wurzeln und Kohlendioxid wird abgeführt, was die Wurzelatmung ermöglicht. Frische Luftzirkulation reduziert die Luftfeuchtigkeit um die Blätter und beugt Pilzkrankheiten vor. Die Transpiration wird reguliert - stagnierende Luft führt zu übermäßiger Feuchtigkeitsansammlung, während bewegte Luft die natürliche Verdunstung fördert. Der Temperaturaustausch wird verbessert, wodurch schädliche Hitzestaus vermieden werden. Luftbewegung stärkt mechanisch die Pflanzenstruktur - Stämme und Äste werden robuster durch leichte Bewegung. Die Spaltöffnungen (Stomata) reagieren auf Luftbewegung und regulieren ihre Öffnung entsprechend. Schädliche Gase wie Ethylen werden abgeführt, die bei stehender Luft die Alterung beschleunigen können. Gleichzeitig wird die Photosyntheserate optimiert, da frische Luft einen konstanten CO2-Nachschub gewährleistet. Regelmäßige Belüftung ist daher fundamentaler Bestandteil erfolgreicher Pflanzenüberwinterung.
  14. Wie beeinflussen Drainage-Systeme die Substrat-Qualität bei der Langzeit-Überwinterung?
    Drainage-Systeme haben einen entscheidenden Einfluss auf die Substrat-Qualität während der Langzeit-Überwinterung. Eine effektive Drainage verhindert Staunässe und damit Wurzelfäule, die häufigste Todesursache überwinternder Pflanzen. Überschüssiges Wasser kann schnell abfließen, wodurch das Substrat nicht dauerhaft feucht bleibt und anaerobe Bedingungen vermieden werden. Drainage-Material wie Blähton oder Kies am Topfboden schafft Hohlräume, die den Sauerstoffaustausch fördern und die Wurzelatmung ermöglichen. Das Substrat bleibt strukturstabil und verdichtet nicht durch permanente Nässe. Gleichzeitig wird die Bildung von Fäulnisbakterien und Schimmelpilzen verhindert, die in stehender Feuchtigkeit gedeihen. Eine gute Drainage ermöglicht kontrollierte Bewässerung - das Substrat nimmt die benötigte Menge Wasser auf, überschüssige Mengen werden abgeführt. Mineralsalze können ausgespült werden und reichern sich nicht schädlich an. Die Substrat-pH-Werte bleiben stabiler, da keine chemischen Zersetzungsprozesse durch Fäulnis auftreten. Professionelle Drainage-Systeme sind daher unverzichtbar für gesunde Pflanzenüberwinterung.
  15. Wie topft man Grünpflanzen nach der Überwinterung fachgerecht um?
    Das fachgerechte Umtopfen nach der Überwinterung erfolgt idealerweise im Frühjahr, wenn die Pflanzen aus der Ruhephase erwachen. Wählen Sie einen Topf, der 2-3 cm größer im Durchmesser ist als der bisherige. Bereiten Sie das passende Substrat vor - Kakteen benötigen durchlässige, sandige Erde, Palmen humusreichere Mischungen mit guter Drainage. Entfernen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf und inspizieren Sie die Wurzeln gründlich. Beschädigte, faulende oder abgestorbene Wurzeln werden mit einem scharfen, sauberen Messer entfernt. Lassen Sie Schnittstellen bei Sukkulenten einige Tage abtrocknen, um Fäulnis zu verhindern. Legen Sie Drainage-Material in den neuen Topf und füllen Sie etwas frisches Substrat ein. Setzen Sie die Pflanze in der gleichen Tiefe wie zuvor ein und füllen Sie vorsichtig das Substrat auf, ohne es zu stark zu verdichten. Nach dem Umtopfen 1-2 Wochen nicht gießen, damit sich die Wurzeln erholen können. Der erste Gießvorgang sollte sparsam erfolgen.
  16. Welche Schritte sind bei der Kontrolle auf Schädlinge während des Winterquartiers zu beachten?
    Die Kontrolle auf Schädlinge im Winterquartier erfordert systematisches Vorgehen und regelmäßige Inspektionen. Untersuchen Sie alle Pflanzen wöchentlich mit einer Lupe, da viele Schädlinge sehr klein sind. Kontrollieren Sie besonders Blattunterseiten, Blattachseln und Stammritzen, wo sich Schädlinge gerne verstecken. Achten Sie auf Wollläuse als weiße, watteähnliche Gespinste, Schildläuse als kleine, braune Punkte und Spinnmilben, die feine Netze hinterlassen. Thripse hinterlassen silbrige Saugspuren, während Blattläuse klebrigen Honigtau produzieren. Isolieren Sie befallene Pflanzen sofort, um eine Ausbreitung zu verhindern. Dokumentieren Sie den Befall mit Fotos für die spätere Behandlung. Entfernen Sie sichtbare Schädlinge mechanisch mit einem feuchten Tuch oder Wattestäbchen. Bei starkem Befall setzen Sie biologische Mittel wie Neemöl oder Seifenlösung ein. Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit gegen Spinnmilben und verbessern Sie die Belüftung gegen Pilzbefall. Kontrollieren Sie auch das Substrat auf Trauerמücken-Larven und andere bodenbewohnende Schädlinge. Führen Sie ein Kontrollprotokoll, um Befallsmuster zu erkennen.
  17. Stimmt es, dass alle exotischen Pflanzen warme Überwinterungstemperaturen benötigen?
    Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Nicht alle exotischen Pflanzen benötigen warme Überwinterungstemperaturen - ihre Ansprüche variieren erheblich je nach Herkunft und Art. Viele mediterrane und subtropische Arten wie Hanfpalmen, Zwergpalmen oder Olivenbäume sind überraschend kältetolerant und benötigen sogar kühle Temperaturen für eine gesunde Entwicklung. Wüstenkakteen aus Höhenlagen vertragen Temperaturen bis zum Gefrierpunkt, solange sie trocken stehen. Diese Pflanzen haben sich an klimatische Schwankungen in ihren natürlichen Habitaten angepasst. Eine zu warme Überwinterung kann bei vielen Arten zu Problemen führen - sie treiben schwach aus, vergeilen oder bleiben blütenlos. Tropische Arten wie Kokospalmen oder Orchideen benötigen dagegen konstant warme Bedingungen über 18°C. Der Schlüssel liegt in der genauen Kenntnis der Herkunft und natürlichen Wachstumsbedingungen jeder Art. Informieren Sie sich vor der Überwinterung über die spezifischen Temperaturanforderungen Ihrer Pflanzen, um ihnen optimale Bedingungen zu bieten und gesundes Wachstum zu fördern.
  18. Ab welchem Monat sollte man in Deutschland mit der Wintervorbereitung beginnen?
    In Deutschland sollte die Wintervorbereitung für Kakteen und Palmen idealerweise im September beginnen. Dieser frühe Zeitpunkt ermöglicht eine allmähliche Anpassung an die veränderten Bedingungen, ohne die Pflanzen zu überfordern. September ist optimal, da die Temperaturen noch mild sind und ausreichend Zeit für notwendige Pflegearbeiten bleibt. Beginnen Sie mit der Reduzierung der Wassergaben und stellen Sie die Düngung ein. Führen Sie gründliche Inspektionen auf Schädlinge und Krankheiten durch, da sich Probleme im Winter verstärken können. Bis Mitte Oktober sollten alle Vorbereitungen abgeschlossen sein, bevor die ersten Fröste auftreten können. In milden Regionen kann mit der Vorbereitung auch erst Ende September begonnen werden, in höheren Lagen oder besonders kalten Gebieten sollten Sie bereits Ende August starten. Die schrittweise Vorbereitung über 4-6 Wochen ist deutlich schonender als hastige Last-Minute-Maßnahmen. Regional können die optimalen Zeitpunkte variieren - beobachten Sie die Wettervorhersage und passen Sie Ihren Zeitplan entsprechend an. Eine frühzeitige Planung gewährleistet gesunde Pflanzen im nächsten Frühjahr.
  19. Was unterscheidet Frostschutz-Maßnahmen von allgemeinen Winterschutz-Methoden?
    Frostschutz-Maßnahmen und allgemeine Winterschutz-Methoden unterscheiden sich in ihrer Zielsetzung und Anwendung grundlegend. Frostschutz zielt spezifisch darauf ab, Pflanzen vor Temperaturen unter 0°C zu bewahren und Gewebeschäden durch Eisbildung zu verhindern. Dies umfasst aktive Heizmethoden wie Heizmatten, Frostschutzkerzen oder beheizte Gewächshäuser sowie passive Methoden wie dicke Isolierung mit speziellen Materialien. Frostschutz ist eine akute Notfallmaßnahme bei Temperaturen im Minusbereich. Allgemeine Winterschutz-Methoden sind hingegen präventive Maßnahmen, die Pflanzen auf die gesamte kalte Jahreszeit vorbereiten. Dazu gehören das Einräumen in Winterquartiere, Reduzierung der Pflege, Schutz vor kalten Winden, Regulierung der Luftfeuchtigkeit und Anpassung der Lichtverhältnisse. Winterschutz beginnt bereits bei milden Temperaturen und umfasst die komplette Überwinterungsstrategie. Während Frostschutz reaktiv bei akuter Gefahr eingesetzt wird, ist Winterschutz eine langfristige, ganzheitliche Strategie für die gesamte Ruheperiode der Pflanzen.
  20. Worin liegt der Unterschied zwischen Vlies und Jutesäcken als Winterschutz-Material?
    Vlies und Jutesäcke unterscheiden sich erheblich in ihren Eigenschaften als Winterschutz-Material. Vlies ist ein synthetisches Material, das besonders atmungsaktiv ist und gleichzeitig guten Wärmeschutz bietet. Es lässt Luft und Feuchtigkeit durch, verhindert aber Wärmeverlust und schützt vor Wind. Vlies ist sehr leicht, reißfest und UV-beständig. Es kann direkt auf die Pflanze gelegt werden, ohne Schäden zu verursachen, und ist in verschiedenen Stärken erhältlich. Jutesäcke bestehen aus natürlichen Fasern und bieten ebenfalls Atmungsaktivität, sind aber weniger isolierend als Vlies. Sie sind besonders robust gegen mechanische Beanspruchung und können mehrere Jahre verwendet werden. Jute ist vollständig biologisch abbaubar und umweltfreundlicher. Jutesäcke eignen sich besonders gut zum Umhüllen von Palmenstämmen und größeren Pflanzenteilen. Vlies ist flexibler einsetzbar und bietet besseren Frostschutz bei extremen Temperaturen. Beide Materialien können kombiniert werden - Jute als äußere, robuste Schicht und Vlies als innere, isolierende Schicht für optimalen Schutz bei verschiedenen Witterungsbedingungen.
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