Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Anbau

Vergissmeinnicht säen: Zeitpunkt, Methode und der erste Winter

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wald-Vergissmeinnicht säst du im Juni bis Juli, direkt ins Freiland oder in Töpfe.
  • Die Samen nur andrücken und nicht oder höchstens leicht mit Sand bedecken.
  • Bis zur Keimung darf die Saat auch kurzzeitig nicht austrocknen.
  • Die Sorte 'Blauer Korb' keimt bei 12 bis 18 °C.
  • Im September bis Oktober kommen kräftige Jungpflanzen an ihren endgültigen Platz.
  • In rauen Lagen braucht 'Blauer Korb' einen Winterschutz, geblüht wird im folgenden Frühjahr.
Zartblaue Blüten des Vergissmeinnichts (Myosotis) mit gelbem Auge
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Vergissmeinnicht, die im Frühjahr blühen sollen, säst du schon im Sommer davor. Wer erst beim Anblick blühender Vergissmeinnicht ans Säen denkt, sieht die eigenen Blüten frühestens im Frühjahr darauf. Ich lege mir die Samentüte deshalb schon im Frühjahr bereit und säe, sobald im Anzuchtbeet eine Reihe frei wird.

Die Aussaat selbst ist schnell erledigt. Heikel ist die Zeit bis zur Keimung, denn die Samen liegen fast offen auf der Erde und dürfen auch kurzzeitig nicht austrocknen. Danach geht es ums Pikieren, ums Auspflanzen im Herbst und um den ersten Winter der Jungpflanzen.

Die Keim- und Abstandswerte hier gelten für die Sorte ‘Blauer Korb’, ein Wald-Vergissmeinnicht. Für andere Sorten und Arten können sie abweichen.

Wann säst du Vergissmeinnicht?

Für Wald-Vergissmeinnicht nennt die Saatgutanleitung Juni bis Juli als Aussaatzeit. Gesät wird direkt ins Freiland oder in Töpfe. Der Zeitraum folgt dem Lebenslauf der Pflanze: Zweijährig gezogene Vergissmeinnicht wachsen nach der Sommeraussaat zuerst zu Jungpflanzen heran. Erst nach dem Winter blühen sie, im folgenden Frühjahr.

Im September bis Oktober setzt du die kräftigen Jungpflanzen an ihren endgültigen Platz. Zwischen Aussaat und Pflanzung bleibt den Sämlingen also nur der Rest des Sommers zum Wachsen, und jede spätere Saat verkürzt genau diese Zeit. Ich nutze deshalb lieber den Anfang des Zeitfensters als das Ende.

Was zweijährig gezogene Pflanzen von einjährigen Sommerblumen unterscheidet, erklärt das Kurzporträt der Sommerblumen mit Lebensdauer und Herkunft. Deinen eigenen Termin kannst du gleich in den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken eintragen.

Zeitplan und Werte auf einen Blick

Die Tabelle fasst zusammen, was in welcher Phase gilt. Die rechte Spalte zeigt, für welche Pflanze oder Kultur der Wert steht.

Schritt Zeitpunkt oder Wert gilt für
Aussaat, direkt oder in Töpfe Juni bis Juli Wald-Vergissmeinnicht
Keimtemperatur 12 bis 18 °C Sorte ‘Blauer Korb’
Keimdauer 15 bis 20 Tage unter geeigneten Bedingungen Sorte ‘Blauer Korb’
Pikieren im Anzuchtbeet auf etwa 5 cm Abstand, sobald sich die Pflanzen berühren Zweijahresblumen im Freilandanzuchtbeet
Auspflanzen September bis Oktober Wald-Vergissmeinnicht
Pflanzabstand Raster 15 × 20 cm kräftige Jungpflanzen der Sorte ‘Blauer Korb’
Blüte im folgenden Frühjahr zweijährig gezogene Vergissmeinnicht

Wie gelingt die Direktsaat ins Freiland?

Ich säe Vergissmeinnicht in eine eigene Reihe im Anzuchtbeet statt gleich an den späteren Platz. Dort habe ich die Sämlinge bis zum Herbst im Blick und kann sie in Ruhe pikieren.

Für die Direktsaat brauchst du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes Saatbett. In einem bestehenden Zierbeet lockerst du den Boden mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Dann gehst du so vor:

  1. Saatbett vorbereiten: Entferne Unkraut, lockere den Boden und harke die Oberfläche fein.
  2. Säen: Streu die Samen auf die Oberfläche und achte darauf, dass sie nicht übereinanderliegen.
  3. Andrücken: Drück die Samen an und bedecke sie nicht oder nur leicht mit Sand.
  4. Angießen: Gieß mit einer feinen Brause, damit die Samen an ihrem Platz bleiben.
  5. Markieren: Steck ein Schild an die Reihe, damit du beim Jäten nicht die Saat erwischst.
  6. Feucht halten: Leg eine Gewebeabdeckung auf und nimm sie ab, sobald die Sämlinge aufgelaufen sind.

Die Keimung dauert bei ‘Blauer Korb’ 15 bis 20 Tage. Weil die Saat in dieser Zeit auch kurzzeitig nicht austrocknen darf, hältst du die Fläche über die ganze Keimzeit feucht und nicht nur direkt nach der Aussaat.

Häufiger Fehler

Die Samen werden eingeharkt wie gröbere Saat. Bei Vergissmeinnicht drückst du sie nur an und bedeckst sie höchstens leicht mit Sand.

Wie säst du Vergissmeinnicht in Töpfe und Schalen?

In Töpfen und Schalen kannst du Feuchte und Temperatur leichter steuern als im Beet. Die Gefäße brauchen einen Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Füll sie mit Aussaaterde, deren Salzgehalt für die Jungpflanzenanzucht unter 0,5 g je Liter liegen sollte.

Gesät wird wie im Beet: Samen auf die Oberfläche streuen, andrücken und nicht oder nur leicht mit Sand bedecken. Die Sorte ‘Blauer Korb’ keimt bei 12 bis 18 °C. Halte die Erde feucht, ohne sie zu vernässen. Bei torffreier Erde trocknet die Oberfläche schnell ab, deshalb prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte darunter.

Nach dem Auflaufen brauchen die Sämlinge ausreichend Licht. Lichtmangel begünstigt lange, instabile Triebe, deshalb stelle ich die Schalen dann an einen hellen Platz.

Tipp

Ich stelle ein einfaches Thermometer zwischen die Schalen. So sehe ich, ob der Platz im Keimbereich von ‘Blauer Korb’ bleibt, und suche mir sonst einen anderen Standort für die Saat.

Wann dünnst du aus und wann pikierst du?

Stehen die Sämlinge dicht, nehmen sie sich gegenseitig den Platz. Im Anzuchtbeet zeigt dir der Bestand selbst, wann es so weit ist: Bei Zweijahresblumen im Freilandanzuchtbeet ist die Berührung der Pflanzen das Signal. Dann pikierst du sie auf etwa 5 cm Abstand.

Ich lockere die Erde neben der Reihe mit einem Pikierstab und hebe die kräftigsten Sämlinge heraus. Dabei fasse ich sie nur an den Keimblättern an, damit ich die Stängel nicht quetsche. Schwächere Sämlinge nehme ich heraus. Wo sie eng zwischen kräftigen Nachbarn stehen, schneide ich sie ab, statt sie zu ziehen, damit die Wurzeln der Nachbarn ungestört bleiben.

Aus Saatschalen pikierst du, sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blattpaare entwickelt sind. Jeder Sämling kommt dann einzeln in einen kleinen Topf.

Ausdünnen geht schneller, weil du die überzähligen Sämlinge einfach entfernst. Pikieren kostet mehr Zeit, liefert dir dafür aber mehr Jungpflanzen, die du im Herbst auspflanzen kannst. Brauchst du viele Pflanzen für eine Fläche, lohnt sich deshalb das Pikieren.

Mini-Checkliste

Sämlinge berühren sich, die kräftigsten auswählen, nur an den Keimblättern fassen, auf etwa 5 cm Abstand setzen, vorsichtig angießen.

Wie kommen die Jungpflanzen durch den ersten Winter?

Im September bis Oktober kommen die Jungpflanzen an ihren endgültigen Platz. Kräftige Jungpflanzen von ‘Blauer Korb’ setzt du im Raster 15 × 20 cm. Wo die Reihen liegen sollen, kannst du vorher im Beetplaner für dein Gartenbeet skizzieren.

Standen die Töpfe bis dahin geschützt, gewöhnst du die Pflanzen vorher schrittweise ans Freiland. Bei mildem Wetter stehen sie zuerst geschützt im Schatten, danach auch in der Sonne.

Den Winter verbringen die Jungpflanzen im Beet, geblüht wird im folgenden Frühjahr. In rauen Lagen braucht ‘Blauer Korb’ einen Winterschutz. Allgemeines zum Überwintern findest du im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zu Topf, Überwintern und Stecklingen.

Gießen, Düngen und Pflanzenschutz in Kürze

Gießen: Nach der Keimung gießt du nach Bedarf und prüfst vorher, wie feucht die Erde ist. Wie sich das Gießen nach der Phase richtet, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zu Gießen und Düngen.

Düngen: Im Gartenbeet richtet sich die Düngung nach einer Bodenuntersuchung und berücksichtigt den Stickstoff, den der Humus nachliefert. Die Bodenprobe nimmst du, bevor du düngst.

Pflanzenschutz: Ich setze auf Vorbeugung und Handarbeit, sammle Schädlinge ab und entferne erkrankte Pflanzenteile. Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen reicht meist das Abspülen mit einem Wasserstrahl. Wie du vorbeugst und von Hand eingreifst, zeigt der Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen im Sommerblumen-Ratgeber.

Eigene Samen, Selbstaussaat und Teilung

Für eigenes Saatgut lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest bei trockenem Wetter. Die Samen trocknest du auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und bewahrst sie beschriftet kühl, dunkel und trocken auf. Stammen sie von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.

Ob du Vergissmeinnicht besser über Samen vermehrst oder die Pflanzen teilst, klärt der Ratgeber, ob du Vergissmeinnicht durch Aussaat oder durch Teilung vermehrst. Im Garten kann sich Vergissmeinnicht außerdem selbst aussäen. Wie du die Selbstaussaat von Vergissmeinnicht förderst oder begrenzt, steht in einem eigenen Ratgeber.

Gestaltung und Gefäße

Wo die blauen Blüten im Frühjahr stehen sollen, legst du beim Auspflanzen im Herbst fest. Ob sich Vergissmeinnicht sogar als blühender Bodendecker statt Rasen eignet und wie du so eine Fläche anlegst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Auch in Töpfen und Balkonkästen kannst du Vergissmeinnicht ziehen. Herbstlich bepflanzte Gefäße brauchen einen guten Wasserabzug. Alles Weitere steht im Ratgeber dazu, wie du Vergissmeinnicht in Töpfen und Balkonkästen kultivierst.

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Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Vergissmeinnicht zu säen?
Wald-Vergissmeinnicht säst du im Juni bis Juli, direkt ins Freiland oder in Töpfe. Bis zum Herbst wachsen daraus Jungpflanzen, die du im September bis Oktober an ihren endgültigen Platz setzt. Nach dem Winter blühen sie im folgenden Frühjahr.
Wie säe ich Vergissmeinnicht richtig aus?
Streu die Samen auf ein fein geharktes, unkrautfreies Saatbett oder auf Aussaaterde im Topf. Bei der Sorte 'Blauer Korb' drückst du sie an und bedeckst sie nicht oder nur leicht mit Sand. Bis zur Keimung darf die Saat auch kurzzeitig nicht austrocknen, und die Keimung dauert bei dieser Sorte 15 bis 20 Tage. Die passende Keimtemperatur liegt bei 'Blauer Korb' bei 12 bis 18 °C.
Welche Rolle spielt die Bodenbearbeitung bei der Keimung von Vergissmeinnicht?
Für die Direktsaat brauchen Vergissmeinnicht ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes Saatbett. In einem bestehenden Zierbeet lockerst du den Boden mit einem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Nach dem Streuen drückst du die Samen an; bei der Sorte 'Blauer Korb' werden sie nicht oder nur leicht mit Sand bedeckt.
Wann und wie dünnt man Vergissmeinnicht-Sämlinge aus?
Das Signal ist die Berührung: Stoßen die Sämlinge im Anzuchtbeet aneinander, pikierst du Zweijahresblumen wie Vergissmeinnicht auf etwa 5 cm Abstand. Dabei fasst du die Sämlinge nur an den Keimblättern an und entfernst die schwächeren. Kräftige Jungpflanzen der Sorte 'Blauer Korb' setzt du im Herbst im Raster 15 × 20 cm aus.
Wie bringt man junge Vergissmeinnicht durch den ersten Winter?
Nach der Aussaat im Juni bis Juli wachsen bis zum Herbst Jungpflanzen heran. Kräftige Pflanzen setzt du im September bis Oktober an ihren endgültigen Platz. In rauen Lagen braucht die Sorte 'Blauer Korb' einen Winterschutz, geblüht wird dann im folgenden Frühjahr.
Ist es wahr, dass Vergissmeinnicht keine Pflege benötigen?
In der Anzucht brauchen Vergissmeinnicht durchaus Aufmerksamkeit. Bis zur Keimung darf die Saat auch kurzzeitig nicht austrocknen, und berühren sich die Sämlinge im Anzuchtbeet, pikierst du sie auf etwa 5 cm Abstand. Im Herbst setzt du die Jungpflanzen an ihren Platz; in rauen Lagen braucht die Sorte 'Blauer Korb' zusätzlich einen Winterschutz.
Zuletzt geprüft:
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