Vergissmeinnicht vermehren: Aussaat oder Teilung, je nach Art
- Wald-Vergissmeinnicht wird zweijährig gezogen: Es blüht im zweiten Jahr, bildet Samen und stirbt danach meist ab.
- Vermehrt wird es deshalb über Samen, gesät im Juni oder Juli für die Blüte im folgenden Frühjahr.
- Die Saat darf auch kurzzeitig nicht austrocknen; Samen von 'Blauer Korb' werden nur angedrückt und höchstens leicht mit Sand bedeckt.
- Kräftige Jungpflanzen kommen im September bis Oktober an ihren Platz im Beet.
- Teilen kommt beim mehrjährigen Sumpf-Vergissmeinnicht infrage, das an Bächen und Teichufern wächst.

Du willst dein Vergissmeinnicht nach der Blüte teilen? Beim Wald-Vergissmeinnicht gräbst du damit eine Pflanze aus, die nach der Samenbildung meist ohnehin abstirbt. Diese Art wird zweijährig gezogen, und das entscheidet die Frage nach der Methode. Ich vermehre sie über Samen. Geteilt wird bei mir nur das mehrjährige Sumpf-Vergissmeinnicht.
Aussaat oder Teilung: Welche Methode passt zu welchem Vergissmeinnicht?
Für die Vermehrung musst du zwei Vergissmeinnicht auseinanderhalten. Das Wald-Vergissmeinnicht wird als Frühjahrsblüher gezogen und blüht von März bis Mai. Das Sumpf-Vergissmeinnicht wächst an Bächen und Teichufern und ist mehrjährig. Aus diesem Unterschied ergibt sich die passende Methode.
| Merkmal | Wald-Vergissmeinnicht | Sumpf-Vergissmeinnicht |
|---|---|---|
| Lebensweise | zweijährig gezogen | mehrjährig |
| Verwendung und Wuchsort | Frühjahrsblüher, Blüte März bis Mai | an Bächen und Teichufern |
| Vermehrung | Aussaat und SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. | Teilung bestehender Pflanzen |
| Teilen sinnvoll? | nein, die Pflanze stirbt nach der Samenbildung meist ab | ja, die Pflanze lebt mehrere Jahre |
Zweijährig gezogene Vergissmeinnicht wachsen nach der Sommeraussaat zunächst zu Jungpflanzen heran. Nach dem Winter blühen sie im folgenden Frühjahr. Stauden dagegen sind ausdauernde krautige Pflanzen, die über mehrere Jahre wachsen.
Kann man Wald-Vergissmeinnicht teilen?
Zweijahresblumen blühen im zweiten Jahr nach der Aussaat. Danach bilden sie Samen und sterben meist ab. Das Wald-Vergissmeinnicht wird genau so gezogen. Teilst du es nach der Blüte, setzt du also Stücke einer Pflanze neu, die nach der SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. ohnehin meist eingeht.
Den Nachwuchs liefern beim Wald-Vergissmeinnicht deshalb die Samen, gezielt gesät oder aus Selbstaussaat. Gezielt gesät wird im Sommer.
„Etablierte Vergissmeinnicht teilt man im Frühjahr kurz nach der Blüte.“ Für das Wald-Vergissmeinnicht passt das nicht, denn es stirbt nach der Samenbildung meist ab. Neue Pflanzen ziehst du hier aus Samen. Teilen ist eine Methode für das mehrjährige Sumpf-Vergissmeinnicht.
Wie säst du Vergissmeinnicht aus?
Wald-Vergissmeinnicht säst du gewöhnlich im Juni oder Juli, und zwar für die folgende Gartensaison. Gesät wird direkt ins Freie oder in Töpfe. Ich säe in ein Anzuchtbeet, weil ich die Sämlinge dort pikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und im Herbst umsetzen kann. Den Termin merkst du dir am einfachsten im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken vor. Wie du den Aussaattermin wählst und Sämlinge über den ersten Winter bringst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
| Schritt | Angabe | Gilt für |
|---|---|---|
| Aussaattermin | Juni oder Juli, direkt ins Freie oder in Töpfe | Wald-Vergissmeinnicht |
| Saatbedeckung | andrücken, nicht oder nur leicht mit Sand bedecken | Sorte ‘Blauer Korb’ |
| Keimtemperatur | 12 bis 18 °C | Sorte ‘Blauer Korb’ |
| Keimdauer | 15 bis 20 Tage unter geeigneten Bedingungen | Sorte ‘Blauer Korb’ |
| Feuchte | auch kurzzeitig nicht austrocknen lassen | zweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. Sommerblumen einschließlich Vergissmeinnicht |
| Pikieren im Anzuchtbeet | auf etwa 5 cm Abstand, sobald sich die Pflanzen berühren | Zweijahresblumen |
| Auspflanzen | September bis Oktober | Wald-Vergissmeinnicht |
| PflanzrasterDas Pflanzraster ist das Abstandsmuster, nach dem du Pflanzen auf ein Beet setzt. Es besteht aus zwei Maßen: dem Abstand zwischen den Reihen (Reihenabstand) und dem Abstand der Pflanzen innerhalb einer Reihe. | 15 × 20 cm für kräftige Jungpflanzen | Sorte ‘Blauer Korb’ |
| Winterschutz | in rauen Lagen | Sorte ‘Blauer Korb’ |
| Blüte | März bis Mai | Wald-Vergissmeinnicht als Frühjahrsblüher |
Die Samen drückst du an. Bei ‘Blauer Korb’ bleiben sie unbedeckt oder bekommen nur eine leichte Sandschicht. Die Sorte bringst du bei 12 bis 18 °C zur Keimung. Unter geeigneten Bedingungen braucht sie dafür 15 bis 20 Tage. Die Aussaat zweijähriger Sommerblumen einschließlich Vergissmeinnicht darf aber auch kurzzeitig nicht austrocknen. Über die ganze Keimdauer ist das Feuchthalten deshalb die eigentliche Arbeit.
Eine aufgelegte Gewebeabdeckung hilft, die Saat feucht zu halten. Sobald die Sämlinge aufgelaufen sind, nimmst du sie ab. Ich lege das Gewebe direkt nach dem Säen auf und hebe es zum Nachschauen nur kurz an.
Die Saat wird angegossen und dann bis zum Auflaufen sich selbst überlassen. Bei Vergissmeinnicht darf die Saat aber auch kurzzeitig nicht austrocknen. Taste die Erde ab, bis die Sämlinge stehen, und gieß nach, sobald sie abtrocknet.
Wie geht es nach der Keimung weiter?
Im Freilandanzuchtbeet zeigen dir die Sämlinge selbst, wann es Zeit zum Pikieren ist: sobald sie sich berühren. Zweijahresblumen setzt du dann auf etwa 5 cm Abstand zueinander. Den Sämling hältst du dabei ohne Zug an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen.. Die Wurzel setzt du gerade ein, ohne sie umzubiegen. Danach schließt du das Pflanzloch seitlich, gießt an und drückst die Erde leicht an.
Im September bis Oktober kommen die Jungpflanzen an ihren endgültigen Platz. Kräftige Jungpflanzen von ‘Blauer Korb’ setzt du im Raster von 15 × 20 cm. Das Raster kannst du vorher im Beetplaner auf deine Fläche übertragen. Hast du in Töpfen gesät, gilt ein kräftiger Wuchs mit sichtbar durchwurzeltem Topfballen allgemein als Zeichen der Pflanzreife. Bleiben Jungpflanzen über den Winter im Topf, stellst du sie frostfrei und so kalt wie möglich auf. In rauen Lagen braucht ‘Blauer Korb’ einen Winterschutz. Nach dem Winter blüht das Wald-Vergissmeinnicht im folgenden Frühjahr.
Wie gewinnst du eigene Samen?
Für eigenen Nachwuchs lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, gesammelt werden braune, ausgereifte Samen. Auf Papier trocknest du sie nach und trennst sie von Pflanzenresten. Danach lagerst du sie beschriftet, kühl, dunkel und trocken. Für das Saatgutlager eignet sich eine Temperatur zwischen 4 und 15 °C. Die meisten Samen bleiben so etwa drei Jahre keimfähig. Stammt dein Bestand von einer Hybridsorte, kann der Nachwuchs aus eigenen Samen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Noch weniger Arbeit macht die Selbstaussaat, denn Zweijahresblumen wie das Vergissmeinnicht säen sich sehr gut selbst aus. Gesäte Jungpflanzen kommen im September bis Oktober an ihren Platz. In derselben Zeit kannst du auch Sämlinge aus Selbstaussaat dorthin umsetzen, wo du sie haben willst. Ich jäte zwischen solchen Sämlingen erst, wenn ich sie sicher von Unkraut unterscheiden kann. Wie du die Selbstaussaat förderst oder eindämmst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Wie teilst du Sumpf-Vergissmeinnicht?
Das Sumpf-Vergissmeinnicht wächst an Bächen und Teichufern und ist mehrjährig. Bei ihm kommt deshalb das Teilen infrage. Teilung ist wie der StecklingEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. eine vegetative Vermehrung. Du ziehst keinen Sämling heran, sondern setzt ein Stück der Mutterpflanze an einen neuen Platz. Damit gibst du die Eigenschaften der Mutterpflanze weiter, so wie es bei Stecklingen der Fall ist.
Der passende Zeitpunkt
Für das Teilen richte ich mich nach den allgemeinen Pflanzzeiten für Stauden. Sie reichen von Ende März bis Mitte Mai und von Mitte September bis Ende Oktober. Dazu gehören frostfreies, nicht heißes Wetter und ein Boden, der nicht nass ist.
Schritt für Schritt
Ich teile nur Pflanzen, an denen ich keine Flecken oder Fraßspuren sehe. Werkzeug und Handschuhe, die an kranken Pflanzen im Einsatz waren, reinigst du vorher. Dann hebst du die Pflanze mit der Grabegabel aus und schüttelst lose Erde ab. Mit einem scharfen Messer teilst du sie in Stücke, von denen jedes Wurzeln und Triebe hat. Die Stücke setzt du gleich wieder ein und gießt sie an. In der Anwachsphase darf kein Teilstück austrocknen.
Kaufst du Sumpf-Vergissmeinnicht im Topf, wässerst du einen ausgetrockneten Ballen vor dem Pflanzen. Einen dicht verfilzten Wurzelballen reißt du auf, wie bei jeder Staudenpflanzung.
gesunde Pflanze auswählen; Werkzeug sauber halten; Pflanze ausheben und in Stücke mit Wurzeln und Trieben teilen; Stücke gleich wieder einsetzen und angießen; in der Anwachsphase nicht austrocknen lassen.
Aussaat oder Teilung: Was spricht wofür?
Die Aussaat passt zum zweijährigen Rhythmus des Wald-Vergissmeinnichts und liefert aus wenig Saatgut sehr viele Pflanzen. Dafür verlangt sie Aufmerksamkeit, bis die Saat aufgelaufen ist. Blühen werden die Pflanzen erst im Frühjahr nach der Sommeraussaat. Bei Samen aus HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. kann der Nachwuchs außerdem anders aussehen.
Für die Anzucht von 1000 Vergissmeinnicht-Pflanzen werden 2 g Saatgut gerechnet.
Die Teilung setzt eine mehrjährige Pflanze voraus und kommt damit nur beim Sumpf-Vergissmeinnicht infrage. Sie ergibt so viele Stücke, wie eine Pflanze hergibt. Dafür trägt jedes Stück die Eigenschaften der Mutterpflanze weiter. Willst du ein blaues Frühjahrsbeet anlegen, säst du. Willst du einen Bestand am Teichufer verteilen, teilst du.
Standort, Pflege und Verwendung in Kürze
Standort und Pflege
Standort, Gießen, Düngen und der Umgang mit Schädlingen sind keine Frage der Vermehrung. Wie du Licht und Boden beurteilst und nach Bedarf gießt und düngst, steht im Überblick zu Standort, Pflege und Krankheiten bei Sommerblumen. Dort findest du auch, wie du bei Schädlingen vorbeugst und von Hand eingreifst.
Im Topf und auf dem Balkon
Für die Topfkultur nimmst du ein Substrat mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,0. Was im Gefäß sonst zählt, zeigt der Ratgeber zu Vergissmeinnicht in Töpfen und Balkonkästen.
Als Fläche und in der Frühlingsschale
In einer Frühlingsschale passen blaue Vergissmeinnicht zu gelben Stiefmütterchen, gelben Narzissen ‘Tête à Tête’ und weißem Tausendschön. Wie du eine blühende Vergissmeinnicht-Fläche statt Rasen anlegst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Für Bienen
Für Honigbienen bietet das Vergissmeinnicht ein mäßiges Nektar- und ein geringes Pollenangebot. Wie du Blumen für Bienen kombinierst, gehört zum Gestalten mit Sorten und Mischungen im Sommerblumen-Überblick.




