Selbstaussaat von Vergissmeinnicht: so förderst oder bremst du sie
- Wald-Vergissmeinnicht wird zweijährig kultiviert: Es blüht im Frühjahr, bildet Samen und stirbt danach meist ab.
- Für Nachwuchs lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und hältst die Erde darunter offen.
- Saat und gefallene Samen dürfen in der Keimphase auch kurzzeitig nicht austrocknen.
- Sämlinge an falscher Stelle setzt du im Herbst um oder jätest sie, sobald du sie sicher erkennst.
- Zum Eindämmen schneidest du welke Blüten sofort ab, bevor sie aussamen.

Vergissmeinnicht kann jedes Frühjahr wiederkommen, ohne dass du neues Saatgut kaufst. Lästig wird das, wenn die blauen Polster plötzlich zwischen den Erdbeeren oder im Kiesweg stehen. Ich entscheide deshalb jedes Jahr beim Verblühen, welche Pflanzen ihre Samen behalten dürfen und welche nicht.
Steuern lässt sich die SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. gut, weil Vergissmeinnicht einem festen Rhythmus folgt. Wer ihn kennt, holt sich Nachwuchs an die richtige Stelle und bremst ihn dort, wo er stört.
Warum sich Vergissmeinnicht so zuverlässig selbst aussät
Das Wald-Vergissmeinnicht wird zweijährig kultiviert. Aus einer Sommersaat wachsen zunächst Jungpflanzen heran, die den Winter überstehen und im folgenden Frühjahr blühen. Als Frühjahrsblüher blüht es von März bis Mai. Danach bildet die Pflanze Samen und stirbt meist ab.
Weil Zweijahresblumen wie das Vergissmeinnicht sich sehr gut selbst aussäen und nach der Samenbildung meist absterben, lebt ein Bestand vor allem von seinem Nachwuchs. Wer an den Samenständen eingreift, entscheidet also über die nächste Generation.
Echte zweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. Pflanzen blühen nach einer Ruheperiode und sterben nach der SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. ab. Das Sumpf-Vergissmeinnicht, das an Bächen und Teichufern wächst, ist dagegen mehrjährig.
| Phase | Was passiert | Dein Handgriff |
|---|---|---|
| Blüte, März bis Mai | Wald-Vergissmeinnicht blüht als Frühjahrsblüher | Pflanzen markieren, deren Samen reifen dürfen |
| Nach der Blüte | Samen bilden sich, die Mutterpflanze stirbt meist ab | Übrige Stände sofort abschneiden, reife Samen ernten |
| Juni bis Juli | Übliche Zeit für die Sommersaat von Hand | Gesammelte Samen gezielt säen, Saatstelle feucht halten |
| September bis Oktober | Jungpflanzen aus der Sommersaat kommen an ihren Platz | SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. umsetzen und auf Abstand bringen |
| Winter | Jungpflanzen überwintern | Bei ‘Blauer Korb’ in rauen Lagen Winterschutz geben |
Botanik, weitere Arten und die Einordnung nach Lebensdauer findest du bei den Sommerblumen im Kurzporträt mit Lebensdauer und Herkunft.
Selbstaussaat fördern: so kommt Nachwuchs an die richtige Stelle
Samenstände bewusst stehen lassen
Für eigenen Nachwuchs lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen. Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen weitere Blüten fördern und die Samenbildung begrenzen. Du entscheidest also nicht für das ganze Beet, sondern Pflanze für Pflanze.
Ich binde beim Verblühen einen Wollfaden an die Stängel der Pflanzen, deren Farbe und Wuchs mir gefallen. Nur an diesen Stängeln lasse ich die Samen ausreifen. Stammen deine Pflanzen von einer Hybridsorte, können die Nachkommen aus selbst gesammelten Samen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Alle verblühten Stände werden abgeschnitten, damit das Beet ordentlich aussieht. Dann bilden sich keine Samen, und weil die Mutterpflanzen meist absterben, kann die Stelle im nächsten Jahr leer bleiben.
Offene Erde unter den Samenständen
Bei der Handsaat werden die Samen der Sorte ‘Blauer Korb’ nur angedrückt und nicht oder nur leicht mit Sand bedeckt. Eine tiefe Saatfurche brauchen sie also nicht. Bei selbstaussäenden Einjährigen verhindert eine dicke MulchschichtEine Mulchschicht ist eine Abdeckung des Bodens, meist aus organischem Material wie Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht, verringert Erosion und hemmt Unkraut. den direkten Bodenkontakt der Samen und damit die Keimung. Ich behandle meine Vergissmeinnicht-Flächen nach demselben Prinzip: Unter den markierten Pflanzen lasse ich den Boden offen oder mulche nur dünn. Ist die Oberfläche verhärtet, lockere ich sie vorsichtig, ohne die Wurzeln der Nachbarn zu stören.
Ich lasse am Beetrand einen Streifen offener Erde frei, auf den Samen fallen dürfen. Reife, braune Stände schüttle ich vorsichtig über diesem Streifen aus, bevor ich die trockenen Stängel entferne. Von dort hole ich mir im Herbst Sämlinge für Lücken im Beet.
Was die Samen zum Keimen brauchen
Die Aussaat zweijähriger Sommerblumen wie dem Vergissmeinnicht darf auch kurzzeitig nicht austrocknen. Saatgut darf während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen, und das gilt für gefallene Samen genauso wie für gesäte. In trockenen Sommerwochen fühle ich mit dem Finger nach, ob die Erde unter den ausgereiften Ständen noch feucht ist.
Wald-Vergissmeinnicht ‘Blauer Korb’ keimt bei 12 bis 18 °C und braucht unter geeigneten Bedingungen 15 bis 20 Tage bis zur Keimung. Für die Anzucht von 1000 Vergissmeinnicht-Pflanzen rechnet man mit 2 g Saatgut.
Termin, Saatmethode und den Weg der Sämlinge durch den ersten Winter beschreibt der Ratgeber, wann und wie du Vergissmeinnicht gezielt aussäst.
Samen ernten und gezielt säen
Soll Vergissmeinnicht an eine neue Stelle, sammelst du die Samen und säst sie selbst. Geerntet wird bei trockenem Wetter, wenn die Samen braun und ausgereift sind. Dunkle, trockene Körner zeigen häufig die Erntereife an. Unreif geerntete Samen keimen nicht, deshalb wartest du die Reife ab.
Die Samen trocknest du auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und lagerst sie beschriftet kühl, dunkel und trocken. Gesät wird Wald-Vergissmeinnicht gewöhnlich im Juni oder Juli, direkt ins Beet oder in Töpfe. Den Termin kannst du dir im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken vormerken.
Sämlinge umsetzen und ausdünnen
Nicht jeder Samen landet dort, wo du ihn haben willst. Beim Jäten frisch aufgelaufener Blumen musst du die gewünschten Keimlinge sicher von den unerwünschten unterscheiden. Ich lasse deshalb jeden fraglichen Sämling stehen, bis ich ihn sicher als Vergissmeinnicht erkenne.
Falsch stehende Sämlinge setze ich im September oder Oktober um. In diesem Zeitraum werden auch Jungpflanzen aus der Sommersaat ausgepflanzt. Ich steche sie mit etwas Erde aus, setze die Wurzel ungeknickt ein, drücke die Erde an und gieße.
Kräftige Jungpflanzen der Sorte ‘Blauer Korb’ pflanzt man auf 15 × 20 cm Abstand. Stehen die Sämlinge enger, dünnst du sie aus. Ausreichender Pflanzabstand verbessert die Luftzirkulation und das Abtrocknen der Blätter, und das senkt das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten. Wo Vergissmeinnicht künftig wachsen darf und wo nicht, zeichne ich mir im Beetplaner für meine Beetflächen ein.
Selbstaussaat eindämmen: wenn es zu viel wird
Steht Vergissmeinnicht dort, wo im Frühjahr Gemüse oder andere Blumen wachsen sollen, bremst du die Aussaat an drei Stellen. Du greifst an den Samenständen ein, bei den Sämlingen und am offenen Boden.
Verblühtes sofort abschneiden
Bei vielen Sommerblumen und Stauden vermeidet das sofortige Abschneiden welker Blüten das unerwünschte wilde Aussamen. Beim Vergissmeinnicht schneidest du deshalb direkt nach dem Verblühen und wartest nicht, bis die Stände braun werden. Weil die Mutterpflanzen danach meist absterben, kann ein Bestand ohne neue Samen auslaufen, ohne dass du blühende Pflanzen herausreißt.
Die abgeschnittenen Stände sammle ich in einem Eimer und lege sie nicht zurück aufs Beet. Übersehene Stände bemerkst du spätestens an den Sämlingen. Die jätest du, sobald du sie sicher erkennst.
Sämlinge jäten und Flächen frei halten
In bepflanzten Beeten jätest du unerwünschte Keimlinge oder stichst sie aus. Für selbstaussäende Einjährige gibt es dafür eine klare Reihenfolge. Im Frühjahr wird gründlich gejätet, danach bedeckt eine dicke Mulchschicht den Boden und verhindert die Keimung. Auf Flächen, auf denen kein Vergissmeinnicht mehr wachsen soll, gehe ich in derselben Reihenfolge vor. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr wird Mulch allerdings nur dünn ausgelegt, dann bleibt dir vor allem das Jäten.
Welke Blüten direkt nach dem Verblühen abschneiden. Schnittgut nicht zurück aufs Beet legen. Sämlinge sicher erkennen und jäten. Freie Flächen nach dem Jäten mulchen, bei Schneckengefahr nur dünn.
Gärten am Haus gehören nicht zur freien Natur. In der freien Natur darf Saat- und Pflanzgut nur innerhalb seines Vorkommensgebiets ausgebracht werden. Abgeschnittene Samenstände kippe ich deshalb nicht am Waldrand oder am Feldweg aus.
Standort, Winter, Topf und Gestaltung in Kürze
Ob ein Platz für Vergissmeinnicht passt, hängt von Licht, Boden und pH-Wert ab. Diese Grundlagen stehen im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden, Allgemeines zum AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Jäten findest du dort unter Pflege.
Ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Beet- und Balkonpflanzen die Ausbreitung von GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., deshalb gehört das Ausdünnen auch zur Vorbeugung. Wie du bei Krankheiten und Schädlingen vorbeugst und von Hand eingreifst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im gleichnamigen Abschnitt.
Wald-Vergissmeinnicht ‘Blauer Korb’ braucht in rauen Lagen einen Winterschutz, Einzelheiten stehen im Abschnitt Topf, Überwintern und StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze.. Im Topf stellst du Vergissmeinnicht über Winter frostfrei und so kalt wie möglich auf. Als Substrat passt eines mit pH 6,5 bis 7,0, und mehr dazu zeigt der Ratgeber, wie Vergissmeinnicht in Töpfen und Balkonkästen gedeiht.
In einer Frühlingsschale passen blaue Vergissmeinnicht zu gelben Stiefmütterchen, gelben Narzissen ‘Tête à Tête’ und weißem Tausendschön. Partner nach Höhe, Duft und Bienenwert ordnet der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gestalten mit Sorten und Mischungen.
Planst du statt Rasen eine blühende Fläche, lies nach, ob sich Vergissmeinnicht als Bodendecker statt Rasen eignet.
Ob sich dein Bestand besser durch Aussaat oder durch Teilung vermehren lässt, vergleicht ein eigener Ratgeber zu Aussaat und Teilung bei Vergissmeinnicht.




