Lebenszyklus der Prinzeß-Aster: Phasen erkennen von der Aussaat bis zur Samenreife
- Kulturstart zwischen März und Mai, Aussaatzeit im April und Mai; die Samen 0,5 bis 2 cm tief bedecken, denn die Prinzeß-Aster ist kein Lichtkeimer.
- Keimung nach 7 bis 14 Tagen; die untere Keimtemperatur liegt bei 15 bis 18 °C, die obere bei 20 bis 22 °C.
- Pikieren, sobald nach den Keimblättern das erste Laubblatt sichtbar ist; vor dem Auspflanzen abhärten.
- Pflanzsystem: 15 bis 30 cm in der Reihe, 20 bis 40 cm Reihenabstand, hohe Sorten mit Stütze.
- Blütezeit von Juli bis Oktober; Verblühtes entfernen verlängert die Blüte.
- Für eigenes Saatgut einzelne Blüten stehen lassen und braune, ausgereifte Samen bei trockenem Wetter ernten.

Prinzeß-Astern ziehst du jedes Jahr neu aus Samen, denn sie sind einjährig und nicht winterhart. In einer einzigen Saison durchlaufen sie Keimung, Jungpflanzenzeit, Wachstum, Blüte und Samenreife. Jede dieser Phasen verlangt einen eigenen Handgriff, und mit derselben Pflanze gibt es keinen zweiten Anlauf im Folgejahr. Ich schaue bei meinen Astern deshalb in jeder Phase auf ein Merkmal, das mir den nächsten Schritt anzeigt.
Gemeint ist die Sommer- oder Gartenaster mit dem botanischen Namen Callistephus chinensis. Im Handel begegnet sie dir je nach Sorte auch als Schnittaster oder als Zwergaster für Topf und Balkon.
Prinzeß-Aster und Herbstaster sind nicht dasselbe. Die Prinzeß-Aster (Callistephus chinensis) ist einjährig und wird aus Samen gezogen. Herbstastern wie die Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae) sind mehrjährige Stauden, deren Sorten durch Teilung oder StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. vermehrt werden.
Welche Phasen durchläuft die Prinzeß-Aster?
Die Tabelle zeigt dir jede Phase mit ihrem Zeitpunkt oder Erkennungszeichen und dem Handgriff, der dann ansteht.
| Phase | Zeitpunkt oder Erkennungszeichen | Was jetzt dran ist |
|---|---|---|
| Aussaat | Kulturstart zwischen März und Mai, Aussaatzeit im April und Mai | Samen 0,5 bis 2 cm tief in Aussaaterde legen |
| Keimung | KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. erscheinen nach 7 bis 14 Tagen | Folie abnehmen, Schalen hell stellen |
| Jungpflanze | Nach den Keimblättern wird das erste Laubblatt sichtbar | PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat., später abhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. |
| Wachstum | Die Pflanze wächst je nach Sorte 10 bis 90 cm hoch | Hohe Sorten stützen |
| Blüte | Blüten öffnen sich zwischen Juli und Oktober | Verblühtes entfernen, einzelne Blüten stehen lassen |
| Samenreife | Die Samen sind braun und ausgereift | Bei trockenem Wetter ernten und nachtrocknen |
| Saisonende | Die Pflanze ist nicht winterhart | Im Frühjahr neu säen |
Die gesamte Kulturdauer liegt bei 70 bis 182 Tagen. Die Spanne ist groß, darum lohnt ein Blick in die Beschreibung deiner Sorte.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, neutraler bis alkalischer, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Vorkultur oder Direktsaat am endgültigen Standort sind möglich.
Bei 16 °C vorziehen oder direkt an den endgültigen Standort säen.
Pflege
- Pflege
Hohe Sorten stützen; Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern.
- Düngung
Die Schnittblumenmischung Serenade Mix alle zwei Wochen düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Amerikanische Busch-Mischung wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Aussaat und Keimung: Wie startet die Prinzeß-Aster?
Wann säst du Prinzeß-Astern?
Die Kultur startet zwischen März und Mai, die Aussaatzeit liegt im April und Mai. Du kannst in Schalen vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. oder direkt an den endgültigen Platz säen. Ich empfehle die Vorkultur, weil du Keimung und Pikieren so genau im Blick hast. Den Termin trage ich mir in den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein.
Worin und wie tief säst du?
Für die Vorkultur nimmst du frische Aussaaterde und saubere Gefäße mit Wasserabzug. Die Erde sollte hygienisch, nährstoffarm, humos und durchlässig sein. Ihr Salzgehalt sollte unter 0,5 g je Liter liegen.
Die Prinzeß-Aster ist kein Lichtkeimer, ihre Samen gehören also unter die Erde. Je nach Saatgutangebot liegt die Saattiefe bei 0,5 bis 2 cm, deshalb gilt die Angabe auf deiner Tüte. Eine Folienabdeckung lüftest du täglich.
Woran erkennst du die Keimung?
Nach 7 bis 14 Tagen erscheinen die Keimblätter an der Oberfläche. Jetzt nimmst du die Folie ab und stellst die Schalen hell. Ich schaue jeden Morgen beim Lüften nach, ob sich die Erde schon hebt.
Die Werte zur Keimung im Überblick:
| Keimung der Prinzeß-Aster | Wert |
|---|---|
| Untere Keimtemperatur | 15 bis 18 °C |
| Obere Keimtemperatur | 20 bis 22 °C |
| Aussaattemperatur bei Vorkultur | 16 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Keimdauer einer Mischung hoher Sommerastern bei 15 bis 20 °C | 7 bis 20 Tage |
| Saattiefe | 0,5 bis 2 cm, je nach Saatgutangebot |
| Licht | kein Lichtkeimer, Samen bedecken |
Jungpflanzen: Wann pikierst du, wann pflanzt du aus?
Das erste Laubblatt ist dein Signal
Nach den Keimblättern bildet der Sämling sein erstes Laubblatt. Sobald es sichtbar ist, pikierst du. Danach schließt du das Pflanzloch seitlich behutsam, gießt an und drückst die Erde leicht an.
Die PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Hast du genug Platz, pikierst du zuerst in 8-cm-Töpfe. Bei Bedarf setzt du die Jungpflanzen später in größere Töpfe um.
Den Sämling beim Pikieren an den Keimblättern hochziehen oder die Wurzel umgebogen ins Loch drücken. Halte ihn ohne Zug an den Keimblättern und setz die Wurzel gerade ein.
Lange, dünne Triebe deuten auf Licht
Jungpflanzen brauchen nach dem Auflaufen ausreichend Licht. Werden sie lang und instabil, kann das auf Lichtmangel hindeuten. Ich stelle meine Schalen deshalb an das hellste Fenster und drehe sie beim Gießen ein Stück weiter.
Abhärten und auspflanzen
Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab, mit niedrigeren Temperaturen und mehr Belüftung. Bei mildem Wetter stehen sie zuerst geschützt im Schatten und nach einigen Tagen auch in der Sonne. Erst danach kommen sie an ihren Platz im Beet.
In der Reihe setzt du Prinzeß-Astern mit 15 bis 30 cm Abstand, zwischen den Reihen bleiben 20 bis 40 cm. Eine einzelne Pflanze wird 20 bis 30 cm breit. Hohe Sorten bekommen beim Pflanzen gleich ihre Stütze.
Wie viele Pflanzen auf dein Beet passen, rechne ich im Beetplaner mit Reihen und Abständen durch.
Prinzeß-Astern im Topf
Ob eine Prinzeß-Aster in den Topf passt, hängt von der Sorte ab. Für Topf und Balkon gibt es Zwergastern-Mischungen, die ebenfalls einjährig sind. Im Gefäß müssen die Abzugslöcher frei bleiben, damit das Wasser abfließen kann.
Wachstum: Was braucht die Aster bis zur Knospe?
Nach dem Auspflanzen wächst die Aster je nach Sorte 10 bis 90 cm hoch. In dieser Phase zählen vor allem Standort, Wasser und bei hohen Sorten die Stütze.
Standort, Gießen und Düngen kurz gefasst
Prinzeß-Astern stehen gern vollsonnig und geschützt, Halbschatten vertragen sie auch. Der Boden darf nährstoffreich, feucht und gut durchlässig sein, am besten neutral bis alkalisch. Mehr dazu, welche Licht-, Boden- und pH-Bedingungen Prinzeß-Astern brauchen, steht im eigenen Ratgeber.
Gegossen wird so, dass der Boden feucht bleibt, ohne zu vernässen. Gedüngt wird nach Bodenuntersuchung statt nach Kalender. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst, erklärt der Überblick zu allen Sommerblumen.
Wann brauchen hohe Sorten eine Stütze?
Hohe Sorten der Prinzeß-Aster brauchen eine Stütze. Zu ihrem Standort gehört außerdem ein geschützter Platz. Ob deine Sorte zu den hohen zählt, zeigt dir die Höhenangabe auf der Saatguttüte.
Bei Balkonpflanzen, zu denen die Prinzeß-Aster ebenfalls gehört, können vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele zu Befallsstellen für GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. werden. Eine Stütze hält die Triebe also nicht nur aufrecht, sie kann auch solche Knickstellen vermeiden helfen. Lass trotzdem Luft zwischen den Pflanzen, denn ein sehr dichter Bestand begünstigt die Ausbreitung von Grauschimmel.
Ich stecke bei hohen Sorten den Stab gleich beim Auspflanzen mit ins Pflanzloch. Den Trieb binde ich locker an, sobald er sich streckt, und binde mit dem Wachstum nach. Bei Gruppen stecke ich Reisig zwischen die Pflanzen, durch das sie hindurchwachsen.
Krankheiten im Blick behalten
Welke kann auf Asternwelke hindeuten, im Topf aber auch auf Dauernässe; prüf dort zuerst die Erdfeuchte. Pflanzen mit Asternwelke gehören nicht auf den Gartenkompost, weil sich widerstandsfähige Erregerstadien sonst weiterverbreiten können. Wie du vorbeugst und von Hand eingreifst, beschreibt der Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.
Blüte: Wann blüht die Prinzeß-Aster?
Die Blütezeit der Prinzeß-Aster reicht von Juli bis Oktober. Bestäubt werden ihre Blüten von Insekten. Verblühtes schneidest du ab, denn das verlängert die Blüte. Wer allerdings jede verwelkte Blüte entfernt, erntet am Ende keine Samen: Für die eigene Nachzucht müssen einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen bleiben.
Wenn du für Bienen pflanzt, achte bei der Sortenwahl auf die Füllung der Blüten. Ungefüllte und halbgefüllte Blüten eignen sich als Pollen- und Nektarquellen, stark gefüllte meidest du dann besser.
Ich putze meine Astern beim Gießen aus und lasse dabei an jeder Sorte einzelne Blüten stehen. Die markiere ich mit einem Wollfaden, damit ich sie beim nächsten Durchgang nicht versehentlich abschneide.
Wie du Prinzeß-Astern mit Gießen und Rückschnitt zu üppiger und langer Blüte bringst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Farben, Sorten und Vase in Kürze
Einen Überblick, welche Farben und Sorten es bei Prinzeß-Astern gibt, findest du im Ratgeber zur Farbwirkung. Für die Vase eignen sich die als Schnittastern angebotenen Mischungen hoher Sommerastern. Duft bringen Prinzeß-Astern allerdings nicht mit.
Samenreife: Woran erkennst du reife Samen?
Reife erkennen und ernten
Für die Samenernte bleiben einzelne Blüten bis zur Samenreife an der Pflanze. Reif sind die Samen, wenn sie braun und ausgereift sind. Geerntet wird bei trockenem Wetter.
Nachtrocknen und lagern
Frisch geerntete Samen trocknest du auf Papier nach und trennst sie dabei von Pflanzenresten. Danach verpackst du sie beschriftet und lagerst sie kühl, dunkel und trocken. Asternsamen gelten als orthodox, sie vertragen das Trocknen für die Lagerung also.
Einzelne Blüten zum Ausreifen stehen lassen. Erst ernten, wenn die Samen braun und ausgereift sind. Nur bei trockenem Wetter ernten. Auf Papier nachtrocknen und von Pflanzenresten trennen. Beschriftet, kühl, dunkel und trocken lagern.
Bleibt die Sorte echt?
Prinzeß-Astern werden von Insekten bestäubt und können sich mit anderen Sorten von Callistephus chinensis verkreuzen. Blühen mehrere Sorten nebeneinander, kann deine Nachzucht deshalb anders aussehen als die Mutterpflanze. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können sich die Nachkommen ohnehin im Aussehen unterscheiden. Ich notiere auf jeder Samentüte, welche Sorten in der Nähe geblüht haben.
Wie geht es nach der Saison weiter?
Mit der Samenreife schließt die Prinzeß-Aster ihren Zyklus ab. Eine Überwinterung gibt es bei ihr nicht, weil sie nicht winterhart ist. Im Frühjahr beginnt alles wieder mit der Aussaat, gern mit deinem eigenen Saatgut. Was rund ums Jahr wann ansteht, bis zur Nachbereitung im Winter, zeigt der Ratgeber dazu, was bei Prinzeß-Astern in welcher Jahreszeit zu tun ist.





