Geranien pikieren und umtopfen: So ziehst du Jungpflanzen bis zur Blüte
- Pikiere Geranien, sobald nach den Keimblättern das erste Laubblatt sichtbar ist.
- Halte den Sämling ohne Zug an einem Keimblatt und setze die Wurzel gerade ein.
- Pikiererde enthält etwas Dünger, die Erde für den späteren Endtopf ist stärker vorgedüngt.
- Geranien der Sorte Horizon F1 ziehst du nach dem Pikieren hell bei 16 °C weiter.
- Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen mit niedrigeren Temperaturen und mehr Lüften ab.

In der Saatschale drängen sich die Geranien-Sämlinge, und über den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. zeigt sich das erste Laubblatt. Jetzt brauchen die Jungpflanzen eigene Töpfe, frische Erde und genug Licht, denn bei Lichtmangel bilden sie lange, instabile Triebe. Ich pikierePikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. an einem hellen Tisch und stelle Töpfe, Erde und Gießkanne vorher bereit. Dann kann ich jeden Sämling ohne Pause in seinen neuen Topf setzen.
Pikieren heißt, Sämlinge aus der Saatschale zu vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. und jeden in einen eigenen Topf zu setzen. Die üblichen Balkon-Geranien gehören botanisch zur Gattung Pelargonium. Mit den Storchschnäbeln der Gattung Geranium sind sie nicht gleichzusetzen.
Wann sind Geranien-Sämlinge bereit zum Pikieren?
Pikiert wird, wenn die Keimblätter entwickelt sind und danach das erste Laubblatt sichtbar wird. Die beiden Keimblätter allein sind noch kein Startsignal. Ich schaue mir die Schale genau an und pikiere zuerst die Sämlinge, die schon so weit sind. Die übrigen bleiben stehen, bis auch bei ihnen das Laubblatt erscheint.
Auch Geranien der Sorte Horizon F1 kommen nach dem Auflaufen in kleine Töpfe. Für die Zeitplanung helfen ihre Werte:
| Horizon F1 | Wert |
|---|---|
| Aussaat in Gefäßen | Dezember bis Februar |
| Saatgut bedecken | nur leicht |
| Keimtemperatur | 18 bis 20 °C, gleichmäßig feucht |
| Keimdauer bei dieser Temperatur | etwa 15 Tage |
| Weiterkultur nach dem Pikieren | 16 °C |
Bei anderen Sorten richte ich mich nach den Angaben auf der Samentüte. Wie du Geraniensamen aussäst und bis zur Keimung begleitest, zeigt ein eigener Ratgeber. Deine Saattermine kannst du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken festhalten.
Was du vor dem Pikieren bereitlegst
Die neuen Töpfe sollten sauber sein und einen Wasserabzug haben, damit keine Staunässe entsteht. Hast du genug Platz auf der Fensterbank, pikierst du gleich in 8-cm-Töpfe. Darin bleiben die Jungpflanzen, bis sie bei Bedarf in größere Endtöpfe umziehen.
Bei der Erde gibt es einen Wechsel. Für die Aussaat nimmst du hygienische, nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Ihr Salzgehalt sollte unter 0,5 g je Liter liegen. PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. enthält dagegen etwas Dünger. Mit dem Pikieren bekommt der Sämling also zum ersten Mal einen kleinen Nährstoffvorrat, weil er aus nährstoffarmer Aussaaterde in Pikiererde mit etwas Dünger wechselt.
Saubere kleine Töpfe mit Abzugsloch, Pikiererde, ein PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. zum Vorstechen und Anheben, eine Gießkanne mit feiner Brause und Etiketten für Sorte und Datum.
Geranien pikieren: Schritt für Schritt
Arbeite Topf für Topf und nimm immer nur einen Sämling aus der Schale. So liegt keine Wurzel lange frei.
- Fülle den Topf mit Pikiererde und stich in der Mitte mit dem Pikierstab ein Pflanzloch vor.
- Lockere den Sämling mit dem Pikierstab von unten und heb ihn aus der Saatschale.
- Halte ihn dabei an einem Keimblatt, ohne daran zu ziehen.
- Lass die Wurzel gerade in das Pflanzloch hängen, sodass sie sich nicht umbiegt.
- Schließe das Loch seitlich behutsam mit dem Pikierstab.
- Gieß den Sämling an und drück die Erde danach leicht an.
Ist die Wurzel länger als das Loch tief, stichst du das Loch tiefer vor, statt die Wurzel hineinzudrücken. Ich pikiere zuerst die gut entwickelten Sämlinge und lasse schwache noch in der Schale.
Den Sämling am Keimblatt aus der Erde zu ziehen. Lockere ihn stattdessen mit dem Pikierstab, bis er sich ohne Zug anheben lässt, und halte das Keimblatt nur locker fest.
Ich beschrifte jeden Topf direkt nach dem Pikieren mit Sorte und Datum. So weiß ich beim Umtopfen noch, welche Sorte in welchem Topf steht.
Pflege nach dem Pikieren: Licht, Wärme, Wasser
Hell und etwas kühler als beim Keimen
Den hellen Platz behältst du nach dem Pikieren bei, denn auch jetzt begünstigt Lichtmangel lange, instabile Triebe. Bei der Wärme lohnt ein zweiter Blick. Horizon F1 keimt bei 18 bis 20 °C. Nach dem Pikieren wächst die Sorte bei 16 °C weiter. Der warme Platz, an dem die Saat gekeimt hat, ist für die Jungpflanzen also nicht automatisch der richtige. Ich stelle die pikierten Töpfe deshalb an einen hellen, etwas kühleren Platz.
Gießen nach der Fingerprobe
Gieß erst, wenn du die Feuchte geprüft hast. In torffreier Erde trocknet die Oberfläche schnell ab, deshalb fühlst du im unteren Bereich nach oder prüfst das Gewicht des Topfes. Wann und womit du später gießt, steht in der Anleitung, wie du Geranien in Topf und Balkonkasten richtig gießt.
Platz zwischen den Töpfen
Stell die Töpfe nicht dicht an dicht. Ein sehr dichter Bestand kann bei Beet- und Balkonpflanzen wie Geranien die Ausbreitung von GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. begünstigen. Ich rücke die Töpfe auseinander, sobald sich die Blätter der Nachbarn berühren.
Nährstoffe beobachten
Ob die Versorgung reicht, zeigen dir die Pflanzen selbst. Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum sprechen für eine gute Nährstoffversorgung. Ich schaue mir Blattfarbe und Zuwachs an, bevor ich über Dünger nachdenke.
Umtopfen: wann Geranien-Jungpflanzen mehr Platz brauchen
Aus dem ersten Topf ziehen die Jungpflanzen bei Bedarf in einen größeren Endtopf um. Ich hebe dafür einzelne Töpfe an und schaue auf die Abzugslöcher. Schieben sich dort Wurzeln heraus, setze ich die Pflanze in einen größeren Topf.
Die Erde für den Endtopf ist stärker vorgedüngt als die Pikiererde. Für Balkonkästen und Gefäße wähle ich torffreie Qualitätserde mit mindestens drei transparent deklarierten Torfersatzstoffen. Gute Gefäßerde soll die Wurzeln auch nach starkem Regen oder einer Trockenphase weiter mit Luft und Wasser versorgen. Ein größeres Erdvolumen kann in torffreier Erde mehr Wasser bevorraten und so den raschen Wasserverlust an heißen Tagen abpuffern. Gefäße für torffreie Erde prüfst du vor dem Bepflanzen auf Wasserabzugslöcher.
Beim Umsetzen gehst du so behutsam vor wie beim Pikieren. Ich setze die Pflanze gerade ein, fülle seitlich Erde nach und gieße an. Setzt du Geranien in einen Kübel mit vorgedüngter Blumenerde, verzichtest du danach zunächst 4 bis 6 Wochen auf zusätzlichen Dünger.
Stehen die Kübel später draußen in Untersetzern, leere sie nach Regen. So bleibt keine stauende Nässe an den Wurzeln.
Abhärten und Auspflanzen: der Weg bis zur Blüte
Bevor die Jungpflanzen dauerhaft nach draußen ziehen, härtest du sie ab. Dafür senkst du die Temperatur und lüftest mehr. Bei mildem Wetter stellst du die Töpfe zuerst geschützt in den Schatten. Erst danach gewöhnst du sie schrittweise auch an die Sonne.
Kühler heißt dabei nicht kalt. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C legen Pelargonien keine neuen Blüten an. Wer abhärtet, senkt die Temperatur also, lässt die Jungpflanzen aber nicht dauerhaft in der Kälte stehen. Ich warte mit dem endgültigen Umzug nach draußen, bis die Pflanzen abgehärtet sind und auch die Nächte mild bleiben.
Am endgültigen Platz bevorzugen Hänge- und Zonalpelargonien volle Sonne. Halbschatten vertragen Pelargonien, für eine vollschattige Nordlage eignen sie sich aber nicht. Gefüllt blühende Sorten reagieren empfindlicher auf Regen als einfach blühende, weil Wasser länger in ihren Blüten bleibt. Auch Windschutz hilft, denn vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele können zu Befallsstellen für Grauschimmel werden. Welcher Platz passt, beschreibt der Ratgeber zum Standort, an dem Geranien gut wachsen und blühen.
Wenn Geranien-Jungpflanzen schwächeln
Welkende Pflänzchen gießt du nicht sofort nach, sondern prüfst zuerst die Feuchte, denn auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke auslösen. Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig das Abspritzen mit einem Wasserstrahl. Wie du Krankheiten und Schädlinge an Sommerblumen einordnest, beschreibt der Sommerblumen-Überblick.
Wenn die Geranien blühen: Pflege, Stecklinge und Überwintern
Mit der ersten Blüte beginnt die normale Sommerpflege mit dem AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung.. Wie das geht, steht im selben Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zur Pflege.
Neue Pflanzen ziehst du auch ohne Aussaat über Sommerstecklinge. Dafür nimmst du gesunde, möglichst blütenfreie Triebe mit 3 bis 4 Blattpaaren. Hell und vor greller Sonne geschützt, bilden sie nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln.
Das Überwintern im Topf erklärt der Überblick im Abschnitt zu Topf, Überwintern und StecklingenEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze.. Willst du Geranien das ganze Jahr im Zimmer halten, lies, wie du Geranien ganzjährig als Zimmerpflanze kultivierst.




