Geranien richtig gießen: Rhythmus, Wasser und Bewässerungssystem für Topf und Kasten
- Geranien gießt du durch, bis unten Wasser abläuft, und erst wieder, wenn die Erde abgetrocknet ist.
- Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht: Wetter, Standort, Gefäßgröße und Gefäßmaterial bestimmen den Bedarf.
- Torffreie Erde prüfst du unten oder am Gewicht, weil die Oberfläche trocken sein kann, während es unten noch nass ist.
- Welke Blätter können Durst oder Staunässe bedeuten, deshalb prüfst du zuerst die Erde.
- Vorzugsweise morgens in den Wurzelbereich gießen und Laub und Blüten trocken lassen.
- Abzugslöcher offen halten und Untersetzer leeren, auch nach starkem Regen.
- Reservoirkästen anfangs normal gießen; feuchteabhängige Tropfsysteme richten sich nach der Substratfeuchte.
Eine Geranie, die im Balkonkasten die Blätter hängen lässt, kann Durst haben. Genauso gut kann sie in zu nasser Erde stehen, denn welke Blätter können auch auf eine beginnende WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. hindeuten. Bevor ich zur Kanne greife, stecke ich deshalb erst den Finger in die Erde. Hier erfährst du, wann, wie oft und womit du Geranien in Topf und Kasten gießt, ohne Staunässe zu verursachen. Außerdem geht es darum, welches Bewässerungssystem zu ihrem Rhythmus passt.
Was auf dem Balkon als Geranie blüht, gehört zur Gattung Pelargonium. Die Storchschnäbel, die botanisch Geranium heißen, sind eine eigene Gattung. Alles, was hier zum Gießen steht, bezieht sich auf Hänge- und Zonalpelargonien in Topf, Kasten und Kübel.
Wie oft brauchen Geranien Wasser?
Für Hänge- und Zonalpelargonien gibt es einen festen Ablauf, aber keinen festen Kalender. Du gießt die Erde durch und gießt erst wieder, wenn sie abgetrocknet ist. Durchfeuchtet ist sie, wenn das Wasser bis zum Topfboden gekommen ist, und der Überschuss muss dabei frei ablaufen können. Ich gieße deshalb langsam und höre auf, sobald unten Wasser austritt.
Wie oft das nötig ist, lässt sich nicht in Tagen festlegen. Der Gießbedarf richtet sich nach dem Wetter, dem Standort, der Größe des Gefäßes und seinem Material. Am liebsten stehen Hänge- und Zonalpelargonien vollsonnig. HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. vertragen sie auch, eine vollschattige Nordlage dagegen nicht. Welcher Platz auf deinem Balkon infrage kommt, zeigt der Ratgeber, welcher Standort zu Geranien passt.
Brauchen Geranien im Sommer jeden Tag Wasser? Einen allgemein gültigen Gießrhythmus gibt es nicht, auch nicht im Hochsommer. Ob gegossen wird, entscheidet die Erde im Gefäß: Ist sie abgetrocknet, gießt du durch, ist sie noch feucht, wartest du.
Wie prüfst du, ob die Erde abgetrocknet ist?
Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte mit dem Finger. Bei torffreier Erde reicht ein Griff an die Oberfläche nicht, denn sie kann schon trocken sein, während tiefere Schichten noch nass sind. Fühl deshalb im unteren Bereich des Substrats nach oder prüf das Gewicht des Gefäßes. Weil Geranien erst nach dem Abtrocknen wieder Wasser bekommen, gießt du bei einer reinen Oberflächenprüfung womöglich in Erde, die unten noch nass ist.
Bei meinen Kübeln schiebe ich den Finger am Topfrand so tief hinein, wie es geht. Meine Balkonkästen hebe ich dagegen an einer Ecke kurz an.
Heb Topf oder Kasten direkt nach dem Durchgießen einmal an. Dann kennst du das Gewicht mit voller Erde und merkst später leichter, ob noch Wasser darin steckt.
Hängende Blätter: Durst oder zu viel Wasser?
Welke Blätter können auf TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. hindeuten, aber genauso auf eine beginnende Wurzelfäule durch Staunässe. Gieß deshalb nicht auf Verdacht, sondern prüf zuerst die Erde. Ist sie bis unten trocken, gießt du durch, bis Wasser abläuft. Ist sie nass und die Pflanze hängt trotzdem, lohnt ein Blick auf die Wurzeln.
Braune, weiche Wurzeln, die leicht abreißen, können auf Staunässe hinweisen. Ich kippe so eine Geranie vorsichtig aus dem Topf und ziehe behutsam an einzelnen Wurzeln. Danach gieße ich erst wieder, wenn die Erde abgetrocknet ist, und sehe nach, ob unten nichts den Abfluss versperrt. Dünger bekommt eine kranke Pflanze erst wieder, wenn sie sich erholt hat. Kümmert sie weiter und bleibt die Ursache unklar, kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Diagnose klären.
Zu welcher Tageszeit und wohin gießt du?
Gieß vorzugsweise morgens und direkt in den Wurzelbereich, ohne Blätter und Blüten zu benetzen. Morgens verdunstet weniger Gießwasser, und Pflanze wie Erde trocknen tagsüber wieder ab. Für Pelargonien ist das wichtig, weil hohe Luftfeuchte und lange nasse Pflanzenteile bei ihnen Pilzkrankheiten begünstigen.
An heißen Tagen die Blätter besprühen oder mit der Brause über die Pflanzen gehen. Damit werden genau die Pflanzenteile nass, die bei Pelargonien trocken bleiben sollen. Das Wasser gehört auf die Erde.
So vermeidest du Staunässe in Topf und Kasten
Damit sich keine Staunässe bildet, muss überschüssiges Gießwasser aus Kübel und Kasten ablaufen können. Jedes Gefäß im Freien braucht dafür am Boden mindestens ein Abzugsloch, das offen bleibt. Ich drehe neue Töpfe und Kästen vor dem Befüllen um und schaue nach, ob die Löcher frei sind. Auch unter dem Gefäß muss das Wasser abfließen können.
Ich gieße meine Kästen mit einer Kanne ohne Brause. Die Tülle halte ich unter das Laub und gehe den Kasten langsam der Länge nach ab, bis unten Wasser austritt. Danach schaue ich in die Untersetzer.
Wasser, das sich im Untersetzer sammelt, kippst du weg. Nach starkem Regen leerst du die Untersetzer ebenfalls, damit sich keine Nässe an den Wurzeln staut.
Auch die Erde muss Wasser abgeben können. Für Geranien in Gefäßen brauchst du strukturstabiles Substrat, das Wasser speichert und den Überschuss abgibt. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton können diese Struktur unterstützen. Gute Balkonerde soll die Wurzeln auch nach starkem Regen oder einer Trockenphase weiter mit Luft und Wasser versorgen. Wie du Gefäß und Erde beim Pflanzen vorbereitest, erklärt der Ratgeber, wie du Geranien im Kübel pflanzt und pflegst.
Abzugslöcher offen, Untersetzer leer, Erde unten abgetrocknet oder Gefäß spürbar leichter. Erst dann gießt du durch, bis unten Wasser austritt, und kippst den Überschuss aus dem Untersetzer.
Regenwasser, Leitungswasser und Dünger im Gießwasser
Regenwasser eignet sich gut zum Gießen, weil es weich und salzarm ist. Bei Pelargonien hat das einen konkreten Hintergrund. ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. oder salzbelastetes Gießwasser kann bei ihnen zunächst Welke und später braune Blätter und Wurzelschäden verursachen. Salzarmes Regenwasser senkt also ein Risiko, das sich anfangs ebenfalls als Welke zeigt. Ich fülle meine Kanne deshalb an der Regentonne.
Hat eine Kübelpflanze zu viel Dünger abbekommen, wäschst du die Salze mit langsam fließendem Wasser aus. Das Wasser muss dabei unten frei ablaufen.
Über das Gießwasser kommt auch der Flüssigdünger an die Wurzeln. Hänge- und Zonalpelargonien sind StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe.. Ohne LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. bekommen sie nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt.. Die Düngerlösung gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Welcher Dünger passt und woran du Mangel erkennst, steht im Ratgeber, wie du Geranien richtig düngst und Mangel früh erkennst.
Welches Bewässerungssystem passt zu Geranien?
Für ein paar Töpfe und Kästen reicht die Gießkanne. Mit ihr gibst du das Wasser gezielt in den Wurzelbereich und prüfst die Erde gleich mit. Wer mehr Gefäße hat oder verreist, kann zu Kästen mit Wasserreservoir oder zu einem Tropfsystem greifen.
Die Geranien in einem Kasten mit Wasserreservoir gießt du zunächst ganz normal, bis sie ausreichend eingewurzelt sind. Ein frisch bepflanzter Reservoirkasten übernimmt das Gießen also noch nicht. Pflanz ihn deshalb so früh, dass die Geranien vor dem Urlaub eingewurzelt sind. Auch danach behältst du die Erdfeuchte im Blick, denn die Erde soll bei Geranien zwischendurch abtrocknen.
Feuchteabhängige Tropfsysteme lassen sich auch in herkömmlichen Balkonkästen und Kübeln einsetzen. Sie geben Wasser abhängig von der Substratfeuchte ab. Das passt zu Geranien, die nicht nach festem Takt, sondern erst nach dem Abtrocknen der Erde Wasser bekommen sollen. Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt in den Wurzelbereich und kann Wasser sparen. Sie braucht aber Schutz vor verstopften oder verkalkten Tropfern. Bei der Fingerprobe schaue ich deshalb auch nach, ob die Erde rund um jeden Tropfer feucht geworden ist.
Die Kanne kostet Zeit, dafür hast du jede Pflanze vor Augen. Reservoir und Tropfsystem nehmen dir Gießgänge ab, den Blick in die Erde ersetzen sie aber nicht. Wer ganz ohne Technik verreist, zeigt den Nachbarn vorher die Fingerprobe und das Anheben des Kastens.
Gießen bei Hitze, Dauerregen und im Winterquartier
Bei Hitze
Auch bei Hitze bleibt der Ablauf gleich: prüfen, durchgießen, abtrocknen lassen. In torffreier Erde puffert ein größeres Erdvolumen den raschen Wasserverlust an heißen Tagen ab. Ein großzügiger Kasten hat dann mehr Reserve als ein kleiner Topf. Hängen die Blätter an einem heißen Nachmittag, kann auch die Hitze selbst dahinterstecken. Prüf deshalb die Erde, bevor du nachgießt, und lass eine Pflanze in noch feuchter Erde ohne zusätzliches Wasser.
Bei Dauerregen
Bei längerem Regen gießt du nur, wenn die Probe es verlangt. Ablauflöcher sorgen dafür, dass sich an regenreichen Tagen keine Staunässe bildet. Gefüllt blühende Geranien reagieren empfindlicher auf Regen als einfach blühende, weil das Wasser länger in ihren Blüten bleibt. Ich stelle sie bei Dauerregen deshalb unter das Vordach. Faulende Blüten und vom Wind geknickte Stiele zupfe ich ab, weil sich dort GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. ansiedeln kann.
Im Winterquartier
Geranien überwinterst du kühl und hell und gießt sie dabei nur wenig, ohne dass die Erde vollständig austrocknet. Dünger brauchen sie in dieser Zeit nicht, solange sie kühl, frostfrei und mit etwas Licht stehen. Ich prüfe die Erde im Winter genauso mit dem Finger wie im Sommer. Wann der Dünger im Jahreslauf wieder dazukommt, zeigt der Ratgeber, wann du Geranien düngen solltest. Wer seine Geranien ganz ins Haus holt, findet Hinweise dazu, wie du Geranien im Haus pflegst.
Junge Geranien aus Samen
Sämlinge brauchen beim Gießen etwas anderes als eingewurzelte Pflanzen im Kasten. Saatgut darf während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen, und frisch pikierte Sämlinge werden nach dem Einsetzen gewässert. Wie das abläuft, zeigen die Ratgeber, wie du Geraniensamen aussäst und wie du Geranien-Sämlinge pikierst.
Geranien im Gartenbeet
Stehen Geranien im Beet statt im Gefäß, gelten die Regeln für Gartenbeete. Bei Hitze und Trockenheit gießt du dort durchdringend mit etwa 20 bis 25 l/m² und verteilst die Menge auf mehrere Gießgänge. Mehr dazu findest du in den Grundlagen zum Gießen und Düngen von Sommerblumen.





