Geranien als Zimmerpflanze: Licht, Wärme und Winterpflege im Haus
- Balkongeranien sind botanisch Pelargonien, und Edelgeranien eignen sich als Zimmerpflanze fürs sonnige Fenster.
- Zonal- und Hängepelargonien bevorzugen einen vollsonnigen Platz, eine vollschattige Nordlage passt nicht.
- Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C legen Pelargonien keine neuen Blüten an.
- Kühl überwintert stehen Geranien hell und frostfrei, bekommen wenig Wasser und keinen Dünger.
- Stecklinge mit 3 bis 4 Blattpaaren bewurzeln sich hell, aber vor greller Sonne geschützt.

Geranien als Zimmerpflanze gelingen am sonnigen Fenster. Edelgeranien eignen sich genau dafür, und die Balkongeranien vom Sommer kommen im Haus durch den Winter. Ich hole jeden Herbst meine Töpfe herein und entscheide für jeden einzelnen, ob er warm am Fenster weiterwächst oder kühl ruht. Beides geht, nur nicht zugleich: Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C legen Pelargonien keine neuen Blüten an.
Was du als Balkongeranie kennst, gehört botanisch zur Gattung Pelargonium. Die Gattung Geranium umfasst dagegen die Storchschnäbel, und das ist eine andere Pflanzengruppe. Wenn hier von Geranien die Rede ist, sind immer Pelargonien gemeint.
Welche Geranienarten eignen sich für die Zimmerkultur?
Im Haus begegnen dir vier Gruppen von Pelargonien. Edelgeranien sind als Zimmerpflanze geeignet, Zonal- und Hängepelargonien kommen meist vom Balkon, und Duftpelargonien setzen auf ihr Laub. Für deine Wahl zählt, was du am Fenster sehen willst: Blüten, hängende Triebe oder duftendes Laub.
| Gruppe | Was sie auszeichnet | Was sie im Zimmer braucht |
|---|---|---|
| Edelgeranien | eignen sich als Zimmerpflanze | ein sonniges Fenster |
| Zonalpelargonien | klassische Balkongeranie, Starkzehrer | einen vollsonnigen Platz |
| Hängepelargonien | Balkongeranie mit hängendem Wuchs, Starkzehrer | einen vollsonnigen Platz |
| Duftpelargonien | viele blühen weniger stark als Zonalpelargonien, Akzente durch Laub und Duft | einen hellen Platz, keine vollschattige Nordlage |
Edelgeranien: Zimmerpflanzen fürs sonnige Fenster
Edelgeranien eignen sich als Zimmerpflanze für ein sonniges Fenster. Soll deine Geranie das ganze Jahr drinnen bleiben, fängst du deshalb mit dieser Gruppe an. Ich stelle meine an das Fenster mit der meisten Sonne. Im Winter prüfe ich zusätzlich, wie kalt es nachts direkt an der Scheibe wird, weil für die Blüte die Temperatur am Topf zählt.
Zonal- und Hängepelargonien: Balkongeranien im Haus
Zonal- und Hängepelargonien kennst du als Balkongeranien. Beide bevorzugen einen vollsonnigen Standort und gehören zu den Starkzehrern. Im Haus sind sie oft Wintergäste, die im Herbst hereinkommen und nach den Spätfrösten wieder hinausgehen. Bleiben die Pflanzen am Fenster, gelten für sie dieselben Ansprüche an Licht und Wärme wie für Edelgeranien.
Duftpelargonien: Laub und Duft statt Blütenfülle
Viele Duftpelargonien blühen weniger stark als Zonalpelargonien. Ihre Wirkung kommt über Laub und Duft. Ich stelle sie deshalb dorthin, wo ich im Vorbeigehen die Blätter streife. Willst du vor allem Blüten am Fenster, greifst du eher zu Zonalpelargonien.
Mit anderen Pflanzen zusammenstellen
Welche Pflanzen und Farben zu Geranien passen, zeigt der Ratgeber zu harmonischen Pflanzenkombinationen mit Geranien. Für die Fensterbank gilt dabei, dass die Partner denselben sonnigen Platz vertragen müssen.
Lichtbedarf: Wie hell muss der Platz sein?
Geranien brauchen im Zimmer so viel Sonne, wie deine Wohnung hergibt. Hänge- und Zonalpelargonien bevorzugen einen vollsonnigen Standort. Halbschatten vertragen Pelargonien, für eine vollschattige Nordlage eignen sie sich aber nicht. Fehlt Licht, kann das die Blütenknospen absterben lassen.
Beim Gießen schaue ich mir deshalb die Knospen an. Sterben Knospen ab, obwohl Erde und Temperatur passen, rücke ich die Pflanze an ein helleres Fenster. Für allgemeine Standortfragen drinnen und draußen hilft der Ratgeber zum idealen Standort für Geranien.
Temperatur: Welche Grenzen gelten im Haus?
Für die Wärme im Zimmer zählen zwei Untergrenzen. Die erste betrifft die Blüte: Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C bilden Pelargonien keine neuen Blütenanlagen. Die zweite betrifft das Laub, denn einige Sorten entwickeln unter 8 °C ChlorosenChlorose ist eine unnatürliche Gelbfärbung der Blätter, weil das Blattgrün schlecht ausgebildet oder zerstört wird. Am häufigsten ist bei uns die Eisenmangel-Chlorose, oft ausgelöst durch kalkhaltigen Boden und Leitungswasser. an den Triebspitzen. Diese Aufhellungen können wieder verschwinden, wenn es wärmer wird. Frostfrei muss jeder Platz im Haus ohnehin bleiben.
| Temperatur am Platz | Was bei Pelargonien passiert |
|---|---|
| länger anhaltend unter 10 °C | keine neuen Blütenanlagen |
| unter 8 °C | bei einigen Sorten Chlorosen an den Triebspitzen, die bei mehr Wärme wieder verschwinden können |
| Frost | gehört nicht ins Winterquartier |
Leg vor der ersten kalten Nacht ein Thermometer direkt neben deine Geranie. Zeigt es dort über längere Zeit weniger als 10 °C, planst du eine Blühpause ein oder suchst ihr einen wärmeren, hellen Platz.
Luftfeuchtigkeit: Wo das Risiko im Zimmer liegt
Bei der Luftfeuchte schaue ich bei Pelargonien zuerst auf zu viel Nässe. Hohe Luftfeuchtigkeit und lange nasse Pflanzenteile begünstigen Pilzkrankheiten. Ich gieße deshalb auf die Erde und nicht über Blätter und Blüten. Zwischen den Töpfen lasse ich Luft, weil ein sehr dichter Bestand die Ausbreitung von Grauschimmel begünstigt.
„Bei Heizungsluft brauchen Zimmergeranien die Sprühflasche.“ Nasse Blätter sind bei Pelargonien eher ein Risiko, denn lange nasse Pflanzenteile begünstigen Pilzkrankheiten. Auch braune Blattränder beweisen keine trockene Luft. Braune Ränder an älteren Blättern können auf Kaliummangel hinweisen, aber auch Trocken- oder SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. ähneln. Bei Pelargonien können zudem Überdüngung oder salzbelastetes Gießwasser zuerst Welke und später braune Blätter verursachen.
Gießen, Düngen, Ausputzen: das Wichtigste kurz
Gießen ohne Staunässe
Gieß deine Geranien durchdringend und erst wieder, wenn die Erde abgetrocknet ist. Überschüssiges Wasser läuft durch offene Abzugslöcher ab und bleibt nicht im Untersetzer stehen. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst, zeigt der Sommerblumen-Ratgeber.
Düngen nach Bedarf
Zonal- und Hängepelargonien sind Starkzehrer. Ohne Langzeitdünger bekommen eingewurzelte Pflanzen bei beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage einen flüssigen VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt., abgemessen nach der Dosierungsanweisung des Produkts. Wie sich das Düngen im Winter ändert, hängt am gewählten Winterweg und steht deshalb beim Überwintern.
Ausputzen und Form
Welke Blätter und verblühte Blütenstände nehme ich beim Kontrollgang ab, weil sich Grauschimmel auf faulenden Pflanzenteilen zeigt. Wie AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., Rückschnitt und EntspitzenEntspitzen heißt, die weiche Triebspitze einer Pflanze mit den Fingern abzuzwicken oder mit der Schere zu kürzen. Die Pflanze treibt darunter meist mehrfach aus, verzweigt sich und wächst buschiger. bei Sommerblumen gehen, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zur Pflege.
Zimmergeranien überwintern: zwei Wege durch die dunkle Zeit
Im Herbst stellt sich für jede Geranie im Haus dieselbe Frage: Ruhepause oder Weiterwachsen. Weil Pelargonien bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C keine Blüten anlegen und Lichtmangel ihre Knospen absterben lassen kann, blüht im Winter nur, was warm und hell steht. Ein kühles, helles Quartier ist deshalb kein Pflegefehler, sondern eine bewusste Blühpause.
Weg 1: kühl und hell ruhen lassen
Für die klassische Überwinterung stellst du Geranien kühl und hell. Gegossen wird nur wenig, die Erde darf dabei aber nie vollständig austrocknen. In einem kühlen, frostfreien Quartier mit etwas Licht brauchen die Pflanzen keinen Dünger. Ich hebe die Töpfe dort an, bevor ich gieße, und gieße erst, wenn sie spürbar leichter geworden sind.
Hellen sich bei einigen Sorten die Triebspitzen auf, kann das eine Kältechlorose sein. Wird es wärmer, kann sie wieder verschwinden.
Weg 2: warm am Fenster weiterkultivieren
Willst du im Winter Blüten sehen, bleibt die Geranie warm am sonnigsten Fenster. Licht wird dann knapp, und Lichtmangel kann die Blütenknospen absterben lassen. Gegossen wird weiter im Wechsel aus Durchfeuchten und Abtrocknen. Weil im Winter weniger Licht ankommt, düngst du in größeren Abständen als im Sommer. Ich prüfe vor dem Gießen jedes Mal mit dem Finger, wie feucht die Erde ist.
Ich schreibe im Herbst auf jedes Topfschild, welchen Winterweg die Pflanze geht. Beim Gießen sehe ich dann sofort, ob ich einen kühlen Ruheplatz oder eine Fensterpflanze vor mir habe.
Balkongeranien ins Haus holen
Kommen Geranien vom Balkon herein, kontrollierst du sie vorher auf Schädlinge. Befallene Pflanzen stellst du getrennt von den anderen auf.
Schädlinge an Blättern und Trieben? Faulende Blätter oder grauer Belag? Abzugsloch frei? Erde feucht, aber nicht nass? Befallene Töpfe kommen an einen eigenen Platz.
Im Frühjahr: zurück ins Wachstum
Werden die Tage im Frühjahr länger, hole ich kühl überwinterte Geranien wieder an einen warmen, hellen Platz. Mehr Wasser bekommen sie, sobald die Erde zwischen den Gießgängen schneller abtrocknet. Mit dem Flüssigdünger beginne ich erst, wenn die Pflanze sichtbar wächst. Beim Umtopfen schaue ich mir die Wurzeln an, denn braune, weiche und leicht abreißende Wurzeln sind ein Hinweis auf Staunässeschäden.
Sollen die Geranien den Sommer draußen verbringen, brauchen vor Mitte Mai bepflanzte Kästen und Kübel bei drohenden Spätfrösten Schutz. Wie es dort weitergeht, zeigt der Ratgeber zu Geranien im Kübel auf Balkon und Terrasse.
Stecklinge: so vermehrst du deine Zimmergeranien
Wer eine bestimmte Geranie vermehren will, schneidet StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze., denn so bleiben die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten, während Nachkommen aus selbst gesammelten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. anders aussehen können. Ich schneide meine Stecklinge im Sommer, wenn die Mutterpflanzen kräftig wachsen.
Stecklinge gewinnen: die richtigen Triebe wählen
Die Mutterpflanze muss gesund und kräftig sein. Du wählst feste, noch unverholzte Triebe mit 3 bis 4 Blattpaaren, die möglichst keine Blüten tragen. Vorhandene Blütenansätze entfernst du. Ich schneide mit einem sauberen Messer. Habe ich vorher an einer kranken Pflanze gearbeitet, reinige ich Messer und Handschuhe, bevor ich an die gesunde gehe.
Bewurzelung und Pflege: hell, aber ohne grelle Sonne
Die vorbereiteten Stecklinge steckst du in Aussaaterde und gießt sie an. Der Topf braucht einen Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Danach stehen die Stecklinge hell, aber vor greller Sonne geschützt. Unter diesen Bedingungen bilden Sommerstecklinge nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln.
Deckst du die Töpfe ab, kontrollierst du sie täglich und lüftest kurz. Das senkt das Risiko, dass hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser Pilzerkrankungen begünstigen. Beim Lüften schaue ich auf die Erde und auf die Stängel direkt über dem Substrat. Sind die Stecklinge bewurzelt, gelten für sie dieselben Regeln für Licht, Wärme und Gießen wie für große Geranien.
Aussaat: Geranien aus Samen ziehen
Geranien lassen sich auch aus Samen ziehen, die Sorte Horizon F1 etwa wird von Dezember bis Februar in Gefäßen vorgezogen. Wie Keimung und AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. ablaufen, zeigt der Ratgeber, wie du Geraniensamen aussäst. Den Schritt danach erklärt die Anleitung, wie du Geranien-Sämlinge pikierst und bis zur Blüte pflegst.
Krankheiten und Schädlinge an Zimmergeranien
Nasse Pflanzenteile, hohe Luftfeuchte und ein zu dichter Stand begünstigen an Pelargonien Pilzkrankheiten wie Grauschimmel, und befallene, faulende Teile entfernst du. Schwachen Blattlausbefall an Zierpflanzen kannst du häufig mit einem Wasserstrahl abspülen. Mehr dazu zeigt der Ratgeber, wie du Krankheiten und Schädlinge an Geranien erkennst und ihnen vorbeugst.




