Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Wissen

Löwenmäulchen: Sorten wählen, Blüte verlängern, Stiele für die Vase schneiden

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Hohe Sorten liefern Schnittblumen, niedrige passen an den Beetrand und in Töpfe.
  • Blütezeit von Juni bis Oktober, Wuchshöhe je nach Sorte 20 bis 100 cm.
  • Lichtkeimer, deshalb nur 0 bis 0,5 cm tief säen.
  • Schneiden oder Knipsen fördert Verzweigung und Blütenbildung.
  • Für die Vase morgens bei trockenem Wetter schneiden und die Stiele sofort ins Wasser stellen.
  • Nicht winterhart und meist einjährig gezogen, am passenden Standort säen sie sich oft selbst aus.
Garten-Löwenmäulchen mit aufrechten Blütenähren aus rosavioletten, maulförmigen Blüten und Knospen vor unscharfem Grün
Foto: makamuki0 · Pixabay Content License · Quelle ↗

Bei Löwenmäulchen entscheidet die Sorte schon bei der Aussaat, ob du im Sommer lange Stiele für die Vase schneidest oder einen niedrigen Saum am Beetrand bekommst. Wer die Wuchshöhe übersieht, hat später kurze Stiele im Strauß oder zu hohe Pflanzen im Balkonkasten. Ich lege deshalb zuerst fest, wofür ich die Pflanzen brauche, und wähle erst dann das Saatgut.

Das Löwenmäulchen im Steckbrief

Das Garten-Löwenmäulchen heißt botanisch Antirrhinum majus und blüht von Juni bis Oktober. Es wächst sonnig bis halbschattig und lässt sich im Beet, im Topf und als Schnittblume ziehen. Die wichtigsten Werte für Planung und Aussaat stehen in der Übersicht.

Merkmal Angabe
Botanischer Name Antirrhinum majus
Blütezeit Juni bis Oktober
Wuchshöhe 20 bis 100 cm, je nach Sorte
Wuchsbreite 20 bis 30 cm
Licht sonnig bis halbschattig
Keimung Lichtkeimer, 0 bis 0,5 cm tief säen, Keimdauer 7 bis 14 Tage
Abstand 10 bis 20 cm in der Reihe, 20 cm zwischen den Reihen
Winterhärte nicht winterhart, meist einjährig kultiviert
Verwendung Beet, Topf, Kübel, Hochbeet, Schnittblume
Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Antirrhinum
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Sandige, kalkhaltige, lehmige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Neutrale, alkalische, saure Böden sind geeignet.

Substrat

Der Boden sollte gut durchlässig sein.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.

Pflege

Pflege

Die Pflanze wird häufig einjährig kultiviert, da sie im zweiten Jahr oft nachlässt; am geeigneten Standort sät sie sich häufig selbst aus.

Düngung

Nach dem ersten Flor können zurückgeschnittene Löwenmäulchen erneut blühen. Düngen, sobald die Knospen des zweiten Flors sichtbar werden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die krautige Pflanze ist kurzlebig mehrjährig und verholzt oft an der Basis.

Verwendung

Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.

Aussaatkalender Garten-Löwenmäulchen
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai; Aussaat: April, Mai, Juni, Juli; Blüte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberVorkulturAussaatBlüte

Welche Löwenmäulchen-Sorte passt zu deinem Garten?

Die Sortenwahl beginnt mit dem Platz, an dem die Pflanzen stehen sollen. Hohe Sorten eignen sich als Schnittblumen, niedrige Sorten für Beeteinfassungen und Töpfe. Je nach Sorte reicht die Wuchshöhe von 20 bis 100 cm, deshalb vergleiche ich auf der Saatguttüte zuerst diese Angabe. Hohe Sorten bringen Stiele für den Strauß, niedrige bleiben kompakt und passen in Kästen und an Beetränder.

Verwendung Sortentyp Worauf du achtest
Vase hohe Sorten standfeste Schnittmischung, eigene Erntereihe
Beetrand niedrige Sorten Wuchshöhe auf der Saatguttüte
Topf und Kasten niedrige Sorten Gefäß mit Abzugslöchern
eigene Samen keine Hybridsorte Nachkommen von Hybriden können von der Mutterpflanze abweichen

Hohe Sorten für die Vase

Für Sträuße brauchst du lange, aufrechte Stiele. Die Löwenmäulchen der Hohen Schnitt-Mischung werden als standfest beschrieben, ein Merkmal, auf das du bei hohen Sorten achten kannst. Wenn du viel schneiden willst, plane die Schnittsorten getrennt vom Zierbeet ein.

Marias Erfahrung

Ich säe Schnittsorten in eine eigene Reihe am Rand des Gemüsebeets, damit ich Stiele schneiden kann, ohne Lücken ins Zierbeet zu reißen.

Niedrige Sorten für Beetrand, Topf und Kasten

Niedrige Sorten setzt du als Einfassung an den Beetrand oder in Töpfe und Kästen. Löwenmäulchen lassen sich auch im Kübel und im Hochbeet ziehen. Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abfließt. Ein größeres Erdvolumen bevorratet mehr Wasser und kann den Wasserverlust an heißen Tagen abpuffern.

In torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Deshalb prüfst du die Feuchte mit dem Finger tiefer im Topf. Ob die Blumenerde vorgedüngt ist und wie lange ihr Vorrat reicht, steht auf der Verpackung. Danach richtest du den Beginn der Nachdüngung.

Achtung

Leere den Untersetzer nach starkem Regen, denn stehendes Wasser im Gefäß kann Wurzelfäulnis begünstigen.

Aussaat, Standort und Boden in Kürze

Aussaat

Löwenmäulchen sind Lichtkeimer und werden 0 bis 0,5 cm tief gesät, also nur oberflächlich oder sehr dünn bedeckt. Die Samen keimen in 7 bis 14 Tagen, und abgehärtete Jungpflanzen kommen nach dem letzten Nachtfrost ins Beet. Zeitpunkt und Methode erklärt der Ratgeber, wann und wie du Löwenmäulchen aussäst, die Monate für alle Arten zeigt der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.

Standort und Boden

Löwenmäulchen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit nährstoffreichem, luftigem Boden. Die nordamerikanische Gartenberatung gibt für Garten-Löwenmäulchen eine Boden-pH-Spanne von 6,0 bis 7,5 an. Wie du den Platz nach Licht, Wärme und Wind auswählst und den Boden für Löwenmäulchen vorbereitest, zeigen eigene Ratgeber.

Pflege im Überblick

Ausführlich steht im Ratgeber, wie du Löwenmäulchen pflegst, damit sie lange blühen. Hier bekommst du die Kurzfassung.

Gießen und Düngen

Löwenmäulchen mögen einen frischen, gut durchlässigen Boden. Du gießt nach Bedarf statt nach festem Rhythmus, am besten morgens direkt auf die Erde. Die Grundlagen findest du im Überblick, wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst.

Blüte verlängern

Schneiden oder Knipsen fördert bei Löwenmäulchen die Verzweigung und die Blütenbildung. Nach dem ersten Flor können zurückgeschnittene Pflanzen erneut blühen, und gedüngt wird, sobald die Knospen des zweiten Flors sichtbar werden. Ich putze Verblühtes beim Gießen aus und schaue dabei gleich nach neuen Knospen.

Krankheiten und Schädlinge

Gelbe bis rötlichbraune Blattflecken und Pusteln auf der Blattunterseite können auf Rost hindeuten, der auch an Löwenmäulchen auftritt. Rostkranke Pflanzenreste entfernst du aus dem Beet und vernichtest sie, damit dort keine Infektionsquelle überwintert. Ausreichender Pflanzabstand lässt die Blätter schneller abtrocknen und kann so das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten senken.

Löwenmäulchen für die Vase schneiden

Wann und wie du schneidest

Schnittblumen erntest du am besten morgens bei trockenem Wetter. Ich nehme dafür einen Eimer mit Wasser mit ins Beet, denn frisch geschnittene Stiele gehören sofort ins Wasser, damit sie keinen Trockenstress erleiden. Für die Vase schneide ich Stiele, an denen die unteren Blüten der Rispe offen sind und darüber noch Knospen sitzen.

Weil Schneiden bei Löwenmäulchen Verzweigung und Blütenbildung fördert, ist bei hohen Schnittsorten jeder Stiel für die Vase zugleich ein Pflegeschnitt. Ernte und Blütenpflege erledigst du damit im selben Arbeitsgang.

So hält der Strauß länger

Danach stellst du die Stiele bis zu den Blüten ins Wasser und lässt sie 2 Stunden kühl und schattig stehen. Vor dem Einstellen in die Vase schneidest du sie mit einem scharfen Messer frisch an. Alle Blätter, die unter Wasser stehen würden, entfernst du. Vase und Wasser sind sauber, und das Wasser wechselst du täglich.

Frischhaltemittel enthalten neben Nährstoffen häufig Zusätze, die das Bakterienwachstum im Vasenwasser verlangsamen. Der Strauß steht geschützt vor Zugluft und voller Sonne. Reifes Obst stellst du nicht daneben.

Mythos-Check

Gespaltene oder gehämmerte Stiele sollen mehr Wasser ziehen. Tatsächlich kann beides die Wasseraufnahme behindern, deshalb schneidest du nur glatt mit dem Messer an.

Mini-Checkliste

Morgens bei trockenem Wetter schneiden · Eimer mit Wasser mitnehmen · Stiele 2 Stunden kühl und schattig bis zu den Blüten ins Wasser stellen · mit scharfem Messer frisch anschneiden · Blätter unter der Wasserlinie entfernen · Wasser täglich wechseln · Strauß fern von Zugluft, voller Sonne und reifem Obst aufstellen

Eigene Löwenmäulchen-Samen ernten

Für eigenes Saatgut lässt du ausgewählte Samenstände ausreifen und erntest sie bei trockenem, sonnigem Wetter. Die Samen trocknest du auf Papier nach, beschriftest sie und lagerst sie kühl, dunkel und trocken. Ausputzen begrenzt die Samenbildung, und Samen reifen nur an Blüten, die stehen bleiben: Wer ernten will, putzt also nicht alles aus. Ich binde an die Rispen, die für Samen bleiben sollen, einen Wollfaden, damit ich sie beim Ausputzen nicht abschneide.

Bei Hybridsorten können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Welche Wege es neben der Aussaat gibt, etwa über Stecklinge, zeigt der Ratgeber, wie du Löwenmäulchen selbst vermehrst.

Können Löwenmäulchen überwintern?

Botanisch ist das Löwenmäulchen eine kurzlebige mehrjährige Pflanze, winterhart ist es aber nicht. Im Garten ziehst du es deshalb meist einjährig, zumal die Pflanzen im zweiten Jahr oft nachlassen und sich am passenden Standort häufig selbst aussäen. Eine Möglichkeit für den Winter ist der Herbstkulturweg, bei dem du im September und Oktober im kalten Gewächshaus säst.

Löwenmäulchen kombinieren und Hummeln füttern

Löwenmäulchen gehören zu den Nektarpflanzen für Hummeln, und Hummeln brauchen ein möglichst durchgehendes Blütenangebot vom frühen Frühjahr bis in den Herbst. Mit ihrer Blüte von Juni bis Oktober können Löwenmäulchen davon den Sommer abdecken, etwa als Lückenfüller im Staudenbeet oder nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Welche Partner passen und wie du naturnahe Beete und Gefäße gestaltest, zeigt der Ratgeber, wie du Löwenmäulchen im Garten kombinierst.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Sperli Löwenmäulchen Halbhohe Mischung
Sperli Löwenmäulchen Halbhohe Mischung
Zum Shop
Sperli Löwenmäulchen Zwerg-Wunderteppich
Sperli Löwenmäulchen Zwerg-Wunderteppich
Zum Shop
Kiepenkerl Löwenmäulchen
Kiepenkerl Löwenmäulchen
Zum Shop
Kiepenkerl Löwenmäulchen Zauberteppich Mischung
Kiepenkerl Löwenmäulchen Zauberteppich Mischung
Zum Shop

Häufige Fragen

Was sind Löwenmäulchen und welche Eigenschaften zeichnen sie aus?
Löwenmäulchen, botanisch Antirrhinum majus, sind Sommerblumen mit einer Blütezeit von Juni bis Oktober. Je nach Sorte werden sie 20 bis 100 cm hoch und eignen sich für Beet, Topf und Vase. Die Pflanzen wachsen sonnig bis halbschattig auf nährstoffreichem, luftigem Boden und gehören zu den Nektarpflanzen für Hummeln.
Welche Löwenmäulchen-Sorten gibt es und wofür eignen sie sich?
Für die Wahl zählt zuerst die Wuchshöhe, die je nach Sorte von 20 bis 100 cm reicht. Hohe Sorten eignen sich als Schnittblumen, niedrige für Beeteinfassungen und Töpfe. Für die Vase gibt es eigene Schnittmischungen, etwa die als standfest beschriebene Hohe Schnitt-Mischung. Willst du eigene Samen ernten, achte darauf, ob es eine Hybridsorte ist, denn deren Nachkommen können anders aussehen als die Mutterpflanze.
Wie säe und pflanze ich Löwenmäulchen richtig?
Löwenmäulchen sind Lichtkeimer und werden nur 0 bis 0,5 cm tief gesät, also oberflächlich oder sehr dünn bedeckt. Die Samen keimen in 7 bis 14 Tagen. Abgehärtete Jungpflanzen setzt du nach dem letzten Nachtfrost mit 10 bis 20 cm Abstand in der Reihe ins Beet. Zwischen den Reihen lässt du 20 cm Platz.
Können Löwenmäulchen überwintert werden und sind sie mehrjährig?
Botanisch sind Löwenmäulchen kurzlebige mehrjährige Pflanzen, die an der Basis oft verholzen. Winterhart sind sie aber nicht, deshalb werden sie meist einjährig kultiviert, zumal die Pflanzen im zweiten Jahr oft nachlassen. An einem passenden Standort säen sie sich häufig selbst aus. Wer Jungpflanzen über den Winter bringen will, kann im September und Oktober im kalten Gewächshaus säen.
Wann ist die Blütezeit von Löwenmäulchen und wie lange dauert sie?
Löwenmäulchen blühen von Juni bis Oktober. Schneiden oder Knipsen fördert bei ihnen die Verzweigung und die Blütenbildung. Nach dem ersten Flor können zurückgeschnittene Pflanzen erneut blühen. Gedüngt wird, sobald die Knospen dieses zweiten Flors sichtbar sind.
Wie verwende ich Löwenmäulchen erfolgreich als Schnittblumen?
Für die Vase nimmst du hohe Sorten und schneidest morgens bei trockenem Wetter. Die Stiele kommen sofort ins Wasser, danach bis zu den Blüten, und stehen dann 2 Stunden kühl und schattig. Anschließend schneidest du sie mit einem scharfen Messer frisch an und entfernst alle Blätter, die unter Wasser stehen würden. Das Wasser wechselst du täglich, und der Strauß steht geschützt vor Zugluft und voller Sonne, nicht neben reifem Obst.
Welche Rolle spielen Löwenmäulchen im ökologischen Gartenbau?
Löwenmäulchen gehören zu den Nektarpflanzen für Hummeln im Nutz- und Ziergarten. Hummeln brauchen ein möglichst durchgehendes Blütenangebot vom frühen Frühjahr bis in den Herbst, und Löwenmäulchen können davon mit ihrer Blüte von Juni bis Oktober den Sommer abdecken. Wer auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet, schont dabei auch nützliche Insekten.
Zuletzt geprüft:
↑