Löwenmäulchen aussäen: Herbst oder Frühjahr, Vorkultur oder Direktsaat
- Herbstaussaat im September oder Oktober im kalten Gewächshaus.
- Frühjahr: Kulturbeginn von Februar bis Mai, Aussaatzeit von April bis Juli.
- Lichtkeimer: 0 bis 0,5 cm tief, also nur andrücken oder sehr dünn bedecken.
- Keimung bei 15 bis 20 °C in 7 bis 14 Tagen.
- Pikieren, sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blätter da sind.
- Abgehärtet und erst nach dem letzten Nachtfrost auspflanzen.

Du hast Löwenmäulchen-Samen in der Hand und fragst dich, ob du jetzt im Herbst säen kannst oder bis zum Frühjahr wartest. Beides ist möglich, nur auf verschiedenen Wegen. Bei beiden hängt viel an der Saattiefe, denn Löwenmäulchen sind Lichtkeimer. Ich säe sie im Herbst im kalten Gewächshaus und im Frühjahr ein zweites Mal, und beide Male bleiben die Samen an der Oberfläche.
Wann säst du Löwenmäulchen aus?
Für Löwenmäulchen gibt es einen Weg im Herbst und einen im Frühjahr. Der Herbstweg braucht ein kaltes Gewächshaus. Für den Frühjahrsstart reichen Anzuchtschalen an einem hellen Platz oder ein vorbereitetes Beet.
| Zeitfenster | Was in dieser Zeit passiert |
|---|---|
| September und Oktober | Aussaat im kalten Gewächshaus |
| Februar bis Mai | Kulturbeginn im Frühjahr |
| April bis Juli | Aussaatzeit |
| nach dem letzten Nachtfrost | abgehärtete Jungpflanzen ins Beet setzen |
| Juni bis Oktober | Blütezeit |
Die beiden Frühjahrsfenster überschneiden sich. Für die Planung zählt vor allem der Auspflanztermin: Vorgezogene Löwenmäulchen kommen erst nach dem letzten Nachtfrost ins Beet, ganz gleich, wann du gesät hast. Bis dahin brauchen die Jungpflanzen einen hellen, kühlen Platz.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Sandige, kalkhaltige, lehmige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale, alkalische, saure Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze wird häufig einjährig kultiviert, da sie im zweiten Jahr oft nachlässt; am geeigneten Standort sät sie sich häufig selbst aus.
- Düngung
Nach dem ersten Flor können zurückgeschnittene Löwenmäulchen erneut blühen. Düngen, sobald die Knospen des zweiten Flors sichtbar werden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die krautige Pflanze ist kurzlebig mehrjährig und verholzt oft an der Basis.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Löwenmäulchen im Herbst aussäen: so funktioniert der Weg über den Winter
Im Herbst säst du Löwenmäulchen im September oder Oktober im kalten Gewächshaus aus. Das Beet nutze ich für diesen Termin nicht, weil Löwenmäulchen nicht als winterhart gelten. Zusammen mit dem Auspflanzen nach dem letzten Nachtfrost heißt das: Herbstsaaten verbringen den Winter als Jungpflanzen unter Glas.
Gesät wird im Herbst genauso flach wie im Frühjahr, und auch zum Keimen brauchen die Samen dieselbe Wärme. Nach der Keimung behandelst du die Herbstsaat wie jede Vorkultur. Haube und Heizung kommen weg, und die Sämlinge stehen kühl und hell, aber außerhalb direkter Sonne.
Sobald nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. die ersten echten Blätter da sind, pikierst du die Sämlinge. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Pflanzen tagsüber schrittweise an einen geschützten Platz im Freien. Hast du kein kaltes Gewächshaus, ist der Frühjahrsstart der passende Weg für dich.
Meine Herbstschalen beschrifte ich mit Sorte und Saattag. Bevor ich im Gewächshaus gieße, prüfe ich die Feuchte mit dem Finger auch unter der Oberfläche.
Wie tief säst du Löwenmäulchen?
Lichtkeimer sind Samen, die zum Keimen Licht brauchen. Löwenmäulchen gehören dazu, deshalb liegen ihre Samen auf der Erde oder sind nur sehr dünn bedeckt.
Die Saattiefe für Löwenmäulchen liegt bei 0 bis 0,5 cm. Zusammen mit dem Lichtbedarf folgt daraus für die Praxis: Du drückst die Samen an, statt sie einzuarbeiten. Wenn du überhaupt bedeckst, dann nur sehr dünn.
Das Saatgut ist außerdem sehr fein. Sehr feines, unpilliertes Saatgut lässt sich mit Sand vermischt dünner aussäen. Ich gebe die Samen dafür in eine Schale mit trockenem Sand, mische gut durch und streue die Mischung aus der Hand.
Tausend Löwenmäulchen-Samen wiegen bei Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten. nur 0,0748 bis 0,23 g.
Die wichtigsten Werte für die Aussaat stehen hier zusammen:
| Wert | Angabe |
|---|---|
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Abstand in der Reihe | 10 bis 20 cm |
| Reihenabstand | 20 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
Löwenmäulchen wie größere Samen in eine Rille legen und zudecken. Als Lichtkeimer gehören sie an die Oberfläche, angedrückt und höchstens sehr dünn bedeckt.
So läuft die Vorkultur in Schale und Topf
Für die Vorkultur nimmst du saubere Gefäße mit Wasserabzug, damit sich keine Staunässe bildet. Hinein kommt frische, ausgewiesene Aussaaterde. Die Erde sollte hygienisch, nährstoffarm, humos und durchlässig sein. Der Salzgehalt liegt für die Jungpflanzenanzucht idealerweise unter 0,5 g je Liter.
Feuchte die Erde vor der Aussaat an und streue die Sand-Samen-Mischung gleichmäßig darüber. Danach drückst du die Samen mit einem Brettchen an. Eine Haube oder Folie hält die Feuchte über der Saat. Lüfte sie täglich und nimm sie nach der Keimung ab.
Die Schale steht zum Keimen bei 15 bis 20 °C. Bis die ersten Sämlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage. Ich lege ein Thermometer neben die Schale, damit ich die Temperatur ablese, statt sie zu schätzen.
Nach der Keimung entfernst du die Haube und, falls du eine nutzt, die Heizung. Die Sämlinge ziehst du kühl und hell weiter, aber außerhalb direkter Sonne. Das Licht ist in dieser Phase wichtig, denn Lichtmangel begünstigt lange, instabile Triebe.
Wie klappt die Direktsaat ins Beet?
Für die Direktsaat bereitest du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes Saatbett vor. Was du vorher für Struktur, Humus und DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. tun kannst, erklärt der Ratgeber, wie du den Boden für Löwenmäulchen vorbereitest.
Draußen gilt dieselbe Keimtemperatur wie unter Glas. Ich stecke deshalb ein Bodenthermometer neben die geplante Reihe und säe innerhalb der Aussaatzeit erst, wenn die Erde in diesem Bereich liegt.
Markiere die Reihen im Abstand von 20 cm und streue die Sand-Samen-Mischung darauf. Drücke die Samen an und halte die Saatstelle bis zur Keimung feucht. Ich setze an beide Enden jeder Reihe einen Holzstab, damit ich beim Jäten weiß, wo gesät ist.
Laufen die Sämlinge zu dicht auf, ziehst du die schwächeren heraus. In der Reihe bleiben am Ende 10 bis 20 cm zwischen den Pflanzen. Der Reihenabstand bleibt bei dem Maß, mit dem du gesät hast.
Auch Topf, Kübel und Hochbeet eignen sich für Löwenmäulchen. Wie du sie in Gefäßen und mit Pflanzpartnern kombinierst, zeigt der Ratgeber, wie du mit Löwenmäulchen Beete und Gefäße gestaltest.
Vorkultur oder Direktsaat: welcher Weg passt zu dir?
Die Vorkultur gibt dir die Keimbedingungen in die Hand, denn Wärme, Feuchte und Licht steuerst du an der Schale. Im Gegenzug kommen Pikieren und AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. als eigene Arbeitsschritte dazu. Die Direktsaat spart beides, weil die Pflanzen gleich an ihrem Platz keimen. Die Direktsaat hängt allerdings an der Wärme im Beet, und das Ausziehen auf Abstand bleibt dir trotzdem. Hast du einen hellen, kühlen Platz für Jungpflanzen, nimm die Vorkultur. Die Herbstaussaat läuft ohnehin als Vorkultur im kalten Gewächshaus.
Pikieren, abhärten, auspflanzen: so geht es nach der Keimung weiter
Pikieren
Pikiert wird, wenn nach den Keimblättern die ersten echten Blätter entwickelt sind. Halte den Sämling dabei an den Keimblättern, ohne zu ziehen. Setze ihn mit gerader, nicht umgebogener Wurzel ins neue Pflanzloch. Dann schließt du das Loch seitlich, gießt an und drückst die Erde leicht an.
Die PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Hast du genug Platz, pikierst du zuerst in 8-cm-Töpfe und setzt die Pflanzen bei Bedarf später in größere Töpfe um. Ich hebe die Sämlinge mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. aus der Schale und arbeite mich Reihe für Reihe vor.
Abhärten
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen tagsüber schrittweise an einen geschützten Platz draußen. Anfangs schützt du sie dabei vor praller Sonne. Niedrigere Temperaturen und mehr Lüftung gehören ebenfalls zum Abhärten.
Auspflanzen
Abgehärtete Löwenmäulchen pflanzt du nach dem letzten Nachtfrost aus. Im Beet setzt du sie in der Reihe mit 10 bis 20 cm Abstand. Zwischen den Reihen lässt du 20 cm frei.
Löwenmäulchen gelten nicht als winterhart. Pflanze sie deshalb erst nach dem letzten Nachtfrost aus, auch wenn die Jungpflanzen unter Glas schon kräftig aussehen.
Warum keimen meine Löwenmäulchen nicht?
Bleibt die Saat aus, lohnt zuerst ein Blick auf die Saattiefe. Liegen die Samen unter zu viel Erde, kann ihnen das Licht fehlen, das sie zum Keimen brauchen. Auch eine Temperatur außerhalb von 15 bis 20 °C kann ein Grund sein. Ein Thermometer an der Schale zeigt dir das schnell.
Ebenso wichtig ist die Feuchte. Halte die Erde gleichmäßig feucht und vermeide Staunässe über den Wasserabzug der Gefäße. Bei torffreier Erde prüfst du die Feuchte auch unter der Oberfläche, weil die oberste Schicht schnell abtrocknet.
Lange, dünne Sämlinge können auf Lichtmangel hindeuten. Stell die Schale dann heller, aber weiter außerhalb direkter Sonne.
Gegen Pilzprobleme in der Keimphase setzt du auf Hygiene: frische Aussaaterde, saubere Gefäße und eine Abdeckung, die du täglich lüftest. Das kann das Risiko senken, ausschließen lässt es sich damit nicht. Wie du Krankheiten und Schädlingen an Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, beschreibt der Sommerblumen-Überblick im Kapitel Krankheiten und Schädlinge.
Standort, Sorten und eigene Samen
Löwenmäulchen wachsen sonnig bis halbschattig und brauchen einen gut durchlässigen Boden. Was Sommerblumen insgesamt an Licht, Platz und pH-Wert brauchen, findest du im Überblick zu Standort und Boden bei Sommerblumen.
Je nach Sorte werden Löwenmäulchen bis 100 cm hoch und dienen als Beet-, Balkon- oder Schnittblume. Welche Sorte zu dir passt und wie du sie bis zur Vase pflegst, erklärt der Ratgeber zu Löwenmäulchen-Sorten und ihrer Pflege.
Für eigenes Saatgut lässt du einzelne Blüten stehen und sammelst bei trockenem Wetter braune, ausgereifte Samen. Du trocknest sie auf Papier nach und bewahrst sie beschriftet, kühl, dunkel und trocken auf. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Wie du vorhandene Löwenmäulchen auch über StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. vermehrst, zeigt der Ratgeber, wie du Löwenmäulchen selbst vermehrst.
Deine Saattermine behältst du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick. Reihen und Abstände kannst du im Beetplaner auf deine Fläche übertragen, und du kannst nachschauen, welche Nachbarn in Mischkultur zusammenpassen. Ziehst du noch weitere Arten aus Samen, hilft die Anleitung, wie du Hundszunge aussäst.





