Boden für Löwenmäulchen vorbereiten: vom pH-Wert bis zur Drainage
- Löwenmäulchen brauchen einen gut durchlässigen Boden, der feucht bleibt und überschüssiges Wasser abfließen lässt.
- Eine Bodenuntersuchung vor der Neuanlage zeigt pH-Wert, Phosphat, Kalium und Kalkbedarf; vorher wird nicht gedüngt.
- Als pH-Zielbereich gelten 6,0 bis 7,5; gekalkt wird nur, wenn der Messwert für deine Bodenart zu niedrig ist.
- Schwere Böden verbesserst du je nach Ausgangszustand mit 2 bis 5 Litern gewaschenem Sand ohne Feinanteile je m² und mit organischem Material.
- Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus, nicht als pauschale Herbstgabe.
- Zum Säen harkst du ein feines, unkrautfreies Saatbeet, denn Löwenmäulchen sind Lichtkeimer und werden 0 bis 0,5 cm tief gesät.

Bevor ich Löwenmäulchen säe, nehme ich mir zuerst das Beet vor und erst danach die Samentüte. Die feinen Samen sind Lichtkeimer und liegen beim Säen fast auf der Oberfläche. Die Pflanzen brauchen später einen Boden, der Feuchtigkeit hält und überschüssiges Wasser abfließen lässt. Beides richtest du ein, solange das Beet noch leer ist.
Ich gehe dabei in einer festen Reihenfolge vor: erst messen und prüfen, dann lockern und verbessern, zum Schluss das Saatbeet fein harken. Löwenmäulchen (Antirrhinum majus) werden im Garten als einjährige Beet-, Balkon- und Schnittblumen gezogen.
Welchen Boden brauchen Löwenmäulchen?
Für Löwenmäulchen eignet sich ein gut durchlässiger Boden an einem sonnigen Platz. Als geeignete Bodenarten nennt sie Sandboden, Kalkboden und Lehmboden. Der Feuchtebedarf der Art ist als feucht eingestuft. Gesucht ist also ein Boden, der nicht austrocknet und trotzdem kein Wasser staut.
| Merkmal | Angabe für Garten-Löwenmäulchen |
|---|---|
| Boden | gut durchlässig |
| Bodenarten | Sandboden, Kalkboden, Lehmboden |
| Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. | sauer, neutral, alkalisch |
| pH-Zielbereich fürs Beet | 6,0 bis 7,5 |
| Feuchtebedarf | feucht |
| FeuchtezahlDie Feuchtezahl ist eine botanische Kennzahl (Zeigerwert nach Ellenberg) dafür, wie feucht der Boden ist, auf dem eine Pflanzenart in der Natur typischerweise wächst: von 1 (trocken) bis 9 (nass), bei Wasserpflanzen bis 12. nach Ellenberg | 5; 1 steht für TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist., 9 für NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß. |
| Reaktionszahl nach Ellenberg | 7; 1 steht für stark sauer, 9 für basisch und kalkreich |
| StickstoffzahlDie Stickstoffzahl ist einer der Zeigerwerte nach Ellenberg, also eine Kennzahl von 1 bis 9. Sie zeigt, ob eine Pflanzenart in der Natur eher auf stickstoffarmen (1) oder stickstoffreichen Standorten (9) wächst. nach Ellenberg | 6; 1 steht für stickstoffärmst, 9 für übermäßig stickstoffreich |
Die Ellenberg-Zahlen sind ökologische ZeigerwerteZeigerwerte sind Kennzahlen, die angeben, unter welchen Standortbedingungen eine Pflanzenart in der Natur bevorzugt vorkommt, etwa bei Licht, Feuchte, Bodenreaktion oder Stickstoff. Umgekehrt kannst du aus wild wachsenden Pflanzen so auf die Bedingungen am Standort schließen.. Die Werte beschreiben, unter welchen Bedingungen eine Art in der Natur wächst, und sind kein Kultur-Optimum für dein Beet. Die Feuchtezahl liegt genau zwischen Trockenheits- und Nässezeigern, die Reaktionszahl im oberen Bereich ihrer Skala. Für den pH-Wert im Beet richtest du dich nach dem Zielbereich aus der Gartenberatung.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Sandige, kalkhaltige, lehmige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale, alkalische, saure Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze wird häufig einjährig kultiviert, da sie im zweiten Jahr oft nachlässt; am geeigneten Standort sät sie sich häufig selbst aus.
- Düngung
Nach dem ersten Flor können zurückgeschnittene Löwenmäulchen erneut blühen. Düngen, sobald die Knospen des zweiten Flors sichtbar werden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die krautige Pflanze ist kurzlebig mehrjährig und verholzt oft an der Basis.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Der Standort in Kürze
Löwenmäulchen vertragen sonnige bis halbschattige Plätze, zum gut durchlässigen Boden passt ein sonniger Standort. Licht, Wind und Temperatur am Pflanzplatz behandelt der Ratgeber, welcher Platz im Garten zu Löwenmäulchen passt. Was Sommerblumen grundsätzlich an Licht, Platz und Boden brauchen, fasst der Sommerblumen-Überblick zu Standort und Boden zusammen.
Bodenanalyse: Wie steht es um dein Beet?
Ob dein Boden zu diesen Ansprüchen passt, klären zwei Prüfungen: die Bodenuntersuchung für pH-Wert und Nährstoffe und die Fingerprobe für die Bodenart.
Bodenuntersuchung: wann und wie oft
Eine Bodenuntersuchung gehört vor die Neuanlage eines Beets. Danach wiederholst du sie alle 3 bis 5 Jahre. Vor der Probenahme düngst du nicht, damit die Probe deinen Boden zeigt und nicht die letzte Gabe. Nutzt du Flächen unterschiedlich, etwa für Gemüse und für Blumen, lässt du sie getrennt untersuchen. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.
Ich nehme die Bodenprobe, bevor irgendetwas aufs Beet kommt, auch kein Kompost. Auf den Beutel schreibe ich, welche Fläche die Probe abbildet, damit Blumenbeet und Gemüsebeet nicht durcheinandergeraten.
Welcher pH-Wert passt zu Löwenmäulchen?
Für Garten-Löwenmäulchen gilt eine pH-Spanne von 6,0 bis 7,5. Diese Spanne nehme ich als einzigen Zielbereich für das Beet. Löwenmäulchen kommen mit sauren, neutralen und alkalischen Böden zurecht.
Liegt dein Messwert in dieser Spanne, musst du am pH-Wert nichts ändern. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt. Der pH-Wert allein ist also noch keine Entscheidung, erst zusammen mit der Bodenart wird daraus eine Maßnahme. Für einen Wert über der Spanne plane ich keine Gegenmaßnahme auf Verdacht, denn die Art wächst auch auf alkalischen Böden.
„Löwenmäulchen brauchen kalkhaltigen Boden.“ Kalkboden ist eine der geeigneten Bodenarten, Sand- und Lehmboden sind es ebenso. Als Voraussetzung gilt ein kalkhaltiger Boden etwa bei Edelwicken der Großblumigen Prachtmischung. Bei Löwenmäulchen entscheidet dein Messwert, ob Kalk nötig ist.
Sand, Lehm oder Ton? Die Fingerprobe
Für die Bodenart brauchst du kein Labor. Nimm leicht feuchte Erde zwischen die Finger und drücke sie zusammen. Ist sie körnig und zerfällt, spricht das für Sandboden. Lässt sie sich gut formen und klebt, deutet das auf Tonboden. Die Probe ist eine Näherung, zeigt dir aber, ob dein Boden eher Wasser halten oder eher durchlässiger werden muss.
Ich mache die Fingerprobe an mehreren Stellen im Beet und auch etwas tiefer, dort, wo ich später lockere. So sehe ich, ob das Beet einheitlich ist oder schwere Stellen hat.
So bereitest du den Boden vor
Unkraut entfernen und lockern, ohne zu wenden
Zuerst ziehst du Unkraut samt Wurzeln und räumst alte Pflanzenreste ab, denn das Saatbeet soll am Ende unkrautfrei sein. Danach lockerst du ein bestehendes Zierbeet mit dem Sauzahn. Er arbeitet den Boden durch, ohne die Bodenschichten zu wenden, sodass die obere Schicht oben bleibt. Ich ziehe den Sauzahn längs und quer durchs Beet und lese Wurzelunkräuter dabei gleich mit aus.
Schwere Böden durchlässiger machen
Zeigt die Fingerprobe einen formbaren, klebrigen Boden, arbeitest du gewaschenen Sand ohne Feinanteile und organisches Material ein. Wie viel Sand nötig ist, hängt vom Ausgangszustand deines Bodens ab. Weil die Menge je Quadratmeter bemessen wird, misst du die Fläche vorher aus, zum Beispiel wenn du dein Beet im Beetplaner anlegst.
Für schwere Gartenböden sind je nach Ausgangszustand 2 bis 5 Liter gewaschener Sand ohne Feinanteile je m² angegeben. Den Sand arbeitest du in den Boden ein, statt ihn nur obenauf zu streuen.
Humus aufbauen: Kompost zur richtigen Zeit
Organisches Material hilft auf beiden Bodenarten, nur auf unterschiedliche Weise. Im Sandboden verbessert es die Wasserspeicherung, in schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und die Durchlüftung. Löwenmäulchen wollen einen feuchten und zugleich durchlässigen Boden, deshalb wirkt Humus auf Sand wie auf schwerem Boden in die passende Richtung. Kompost bringst du dafür im Spätwinter oder Frühjahr aus und arbeitest ihn ein. Wie viel es sein darf, entscheidet die Bodenprobe; mehr dazu bei den Nährstoffen.
Kompost schon im Herbst auf das abgeräumte Beet geben, damit er bis zur Aussaat einzieht. Als pauschale Herbstgabe kann er die Nitratauswaschung fördern, deshalb wartet er bis zum Spätwinter oder Frühjahr.
Drainage im Hochbeet und im Kübel
Löwenmäulchen wachsen nicht nur im Beet, sie eignen sich auch für Hochbeet, Topf und Kübel. Bleibt dein Gartenboden trotz Sand und Kompost schwer, ist ein Hochbeet eine mögliche Alternative.
Im Kübel hängt die DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. an drei Punkten: Die Abzugslöcher bleiben frei, das Substrat ist strukturstabil, und unter dem Gefäß kann Wasser abfließen. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton können die stabile Struktur der Kübelerde unterstützen. Welkt eine Topfpflanze, prüfst du vor dem nächsten Gießen die Feuchte im Substrat, denn auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke verursachen. Pflanzpartner und Ideen für Gefäße findest du im Ratgeber, wie du mit Löwenmäulchen naturnahe Beete und Gefäße gestaltest.
Nährstoffe: Grundversorgung nach Bodenprobe
Die Grundversorgung richtest du nach dem Bedarf deines Bodens, nicht nach einem festen Termin. Maßstab ist für Gartenbeete die Bodenuntersuchung, dazu kommt der Stickstoff, den der Humus nachliefert. Je nach Nachlieferung verringerst du die Düngung oder setzt sie ganz aus.
Die Standarduntersuchung erfasst Phosphat und Kalium, und bei stark überhöhten Gehalten dieser beiden musst du die Kompostgabe einschränken. Dieselbe Probe entscheidet also über Dünger und Humus zugleich. Deshalb nehme ich sie, bevor ich Kompost aufs Beet bringe.
Die Stickstoffzahl 6 aus der Tabelle beschreibt den natürlichen Wuchsort der Art, eine Düngermenge lässt sich daraus nicht ableiten.
Nach der Pflanzung: Nachdüngen und Pflege
Nach dem ersten Flor können zurückgeschnittene Löwenmäulchen erneut blühen; gedüngt wird, sobald die Knospen des zweiten Flors sichtbar werden. Gießen, Schnitt und die übrige Saisonpflege beschreibt der Ratgeber, wie du Löwenmäulchen gießt, schneidest und nachdüngst. Die Grundregeln zum Gießen und Düngen nach Phase und Bedarf stehen im Sommerblumen-Überblick.
Löwenmäulchen säen: das Saatbeet zum Schluss
Am Ende harkst du ein feines, unkrautfreies und gut durchlüftetes Saatbeet, weil Löwenmäulchen als Lichtkeimer nur 0 bis 0,5 cm tief gesät werden. Gesät wird von April bis Juli; für die Vorkultur nimmst du Aussaaterde, deren Salzgehalt unter 0,5 g je Liter liegt. Zeitpunkt, Methode und Keimbedingungen erklärt der Ratgeber, wann und wie du Löwenmäulchen aussäst, deine Termine planst du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen.
Bereitest du daneben ein Beet für Edelwicken vor, findest du die Schritte im Ratgeber, wie du den Boden für Edelwicken vorbereitest. Welche Löwenmäulchen-Sorte zu deinem Beet passt, zeigt der Überblick, welche Löwenmäulchen-Sorten du wählen kannst.





