Schwarzäugige Susanna vorziehen, ranken lassen und überwintern
- Vorziehen von Februar bis April im Haus, für die 'Thunbergien Mischung' 5 bis 6 Samen pro Topf.
- Kein Lichtkeimer: etwa 0,5 bis 1 cm tief säen und bei 18 bis 25 °C keimen lassen.
- Sonnig bis halbschattig auf gut durchlässigem, frischem Boden.
- Die Pflanze wird etwa 100 bis 150 cm hoch und bekommt frühzeitig eine Rankhilfe.
- Triebspitzen junger Pflanzen kürzen regt die Verzweigung an, Ausgeizen ist nicht nötig.
- Nicht winterhart: im Haus hell und kühl überwintern und zurückhaltend gießen.

Beim Vorziehen der Schwarzäugigen Susanna kommt es auf zwei Dinge an: genug Wärme und die richtige Saattiefe. Gesät wird im Haus, und zwar von Februar bis April. Ich lege die Samen in kleine Töpfe, bedecke sie mit Erde und stelle ein Thermometer daneben, denn sie keimen bei 18 bis 25 °C. Draußen braucht die Kletterpflanze früh eine Rankhilfe. Im Herbst entscheidest du, ob sie ins Haus zieht oder ob du im nächsten Jahr neu säst.
Die Schwarzäugige Susanna im Porträt
Die Schwarzäugige Susanna trägt den wissenschaftlichen Namen Thunbergia alata. Gebräuchlich sind auch Schwarzäugige Susanne und Thunbergie. Der deutsche Name spielt auf das dunkle Auge in der Blütenmitte an. Botanisch ist sie eine immergrüne, mehrjährige Kletterpflanze, bei uns wird sie aber häufig einjährig kultiviert.
Die Pflanze wird etwa 100 bis 150 cm hoch und wächst sonnig bis halbschattig. Gedacht ist sie als Beet- und Balkonpflanze, und für Topf, Kübel und Hochbeet eignet sie sich ebenso. Einen Duft hat sie nicht, und als Schnittblume für die Vase taugt sie nicht. Dafür blüht sie von Mai bis Oktober.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Thunbergia alata |
| Lebensform | botanisch mehrjährig, häufig einjährig kultiviert |
| Winterhärte | nicht winterhart |
| Wuchshöhe | etwa 100 bis 150 cm |
| Wuchsbreite | 25 bis 50 cm |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Verwendung | Beet, Balkon, Topf, Kübel, Hochbeet |
| Duft und Vase | nicht duftend, keine Schnittblume |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Pflanze lässt sich durch Samen vermehren, bei Kultur unter Glas auch durch halbverholzte Stecklinge.
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Eine Kletterhilfe anbieten. Im Freiland kein Rückschnitt nötig; unter Glas auf Blattläuse, Spinnmilben, Weiße Fliege und Schildläuse achten.
- Düngung
Pflanzen in gutem, mit Kompost verbessertem Gartenboden benötigen meist keine zusätzliche Düngung. Bei Gefäßkultur während des aktiven Wachstums monatlich flüssig düngen.
Lebensform und Verwendung
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Welche Sorte passt zu dir?
Zur Auswahl stehen zum Beispiel eine Mischung und eine Farbsorte. Die ‘Thunbergien Mischung’ erreicht etwa 100 bis 150 cm Höhe. ‘African Sunset’ blüht orange, apricot und gelb, jeweils mit dunklem Auge. Auch diese Sorte wird etwa 100 bis 150 cm hoch.
Weil beide dieselbe Höhe erreichen, wählst du nach der Farbe, und die Rankhilfe planst du in beiden Fällen gleich. Sammelst du selbst Samen, denk bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. daran: Die Nachkommen können anders aussehen als die Mutterpflanze. Eine Pflanze, deren Farbe dir gefällt, vermehrst du unter Glas über halbverholzte StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze.. So bleiben die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten.
Für eigenes Saatgut lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest bei trockenem Wetter. Die Samen trocknest du auf Papier nach, beschriftest sie und lagerst sie kühl, dunkel und trocken.
Schwarzäugige Susanne vorziehen: so gehst du vor
Die Aussaat beginnt im Haus, von Februar bis April. Für die ‘Thunbergien Mischung’ legst du 5 bis 6 Samen in einen Topf. Die Samen kommen etwa 0,5 bis 1 cm tief in die Erde, denn ein Lichtkeimer ist die Susanna nicht. Als Erde nimmst du frische, ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnete Ware. Der Topf muss sauber sein und einen Wasserabzug haben. Ich beschrifte jeden Topf mit Sorte und Aussaatdatum.
Zum Keimen braucht die Saat 18 bis 25 °C, gemessen direkt neben den Töpfen. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 14 bis 21 Tage. Während dieser Zeit und kurz danach darf die Saat nicht austrocknen. Deckst du die Töpfe mit Folie ab, darf sie nicht luftdicht schließen. Damit du das Zeitfenster nicht verpasst, trägst du den Termin in den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein.
Die Werte für die Vorkultur im Überblick:
| Vorkultur | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | Februar bis April, im Haus |
| Samen pro Topf | 5 bis 6, ‘Thunbergien Mischung’ |
| Saattiefe | etwa 0,5 bis 1 cm |
| Lichtkeimer | nein |
| Keimtemperatur | 18 bis 25 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage |
Bevor du säst, liegt bereit:
- frische Aussaaterde
- saubere Töpfe mit Wasserabzug
- 5 bis 6 Samen je Topf
- ein Thermometer für den Anzuchtplatz
- eine Abdeckung, die nicht luftdicht schließt
Nach dem Auflaufen: Licht, Temperatur, Abhärten
Sobald die Keimlinge da sind, brauchen sie ausreichend Licht. Fehlt es, werden Jungpflanzen lang, instabil und hellgrün. Nach der Keimung senkst du die Temperatur, denn viel Wärme bei wenig Licht begünstigt lange, weiche Triebe.
Willst du die Sämlinge vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe., pikierst du sie, sobald die ersten echten Blattpaare entwickelt sind. Du hältst sie dabei, ohne an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. zu ziehen, und setzt die Wurzel gerade ein. Bei ausreichend Platz kommen sie zunächst in 8-cm-Töpfe.
Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab. Bei mildem Wetter stehen sie zuerst geschützt im Schatten, danach schrittweise in der Sonne. Sinken die Temperaturen nachts, holst du sie wieder herein.
Häufige Fehler bei Aussaat und Keimung
Vier Fehler lassen sich beim Vorziehen der Susanna leicht vermeiden.
Samen nur aufgelegt
Die Samen gehören in die Erde, nicht obenauf. Ich drücke sie mit dem Finger in die feuchte Aussaaterde und schließe die Erde darüber.
„Die Schwarzäugige Susanna ist ein Lichtkeimer.“ Das stimmt nicht. Die Samen werden etwa 0,5 bis 1 cm tief gesät und mit Erde bedeckt.
Zu kühler Platz
Die Keimtemperatur beginnt bei 18 °C. Ein Platz, der sich warm anfühlt, kann darunter liegen, deshalb misst du nach, statt zu schätzen. Nach oben endet der Bereich bei 25 °C.
Staunässe, Trockenheit, falsche Erde
Töpfe ohne Wasserabzug lassen Staunässe entstehen. Umgekehrt darf die Saat während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Für die Aussaat eignet sich hygienische, nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Der Salzgehalt sollte unter 0,5 g je Liter liegen.
Die Haube bleibt bis zur Keimung dicht zu. Durchsichtige Abdeckungen dürfen nicht luftdicht schließen, du lüftest sie täglich und nimmst sie nach der Keimung ab.
Zu früh ins Freie
Winterhart ist die Susanna nicht. Hinaus kommt sie deshalb erst nach dem AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. und bei frostfreiem Wetter.
Welcher Standort passt zur Schwarzäugigen Susanna?
Die Susanna wächst sonnig bis halbschattig. Der Boden sollte gut durchlässig sein und frisch bleiben, also weder stark austrocknen noch dauerhaft nass sein. Als Bodenarten kommen Kalk-, Ton- und Lehmboden infrage. Der pH-Wert darf sauer, neutral oder alkalisch sein.
Tonboden steht zwar auf dieser Liste, ein hoher Tonanteil verringert aber die Wasserdurchlässigkeit und begünstigt Staunässe. Auf schwerem Boden achtest du deshalb besonders auf Durchlässigkeit und arbeitest Kompost ein, denn er lockert schwere Erde. Ich prüfe den Boden vorher mit der Fingerprobe: Lässt sich leicht feuchte Erde gut formen und klebt sie, deutet das auf Tonboden hin.
Im Topf, Kübel oder Kasten
Für Topf und Kübel eignet sich die Susanna. Das Gefäß braucht offene Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Ein größeres Erdvolumen bietet mehr Wasserspeicher. Das Substrat sollte strukturstabil sein, also Wasser speichern und überschüssiges Wasser abgeben.
Wann darf sie nach draußen?
Ausgepflanzt wird erst, wenn kein Frost mehr droht und die Jungpflanzen abgehärtet sind. Das gilt fürs Beet wie für Kasten und Kübel.
Bepflanzt du Balkonkasten oder Kübel vor Mitte Mai, braucht die Susanna bei drohendem Spätfrost Schutz. Ich verfolge dann den Wetterbericht und stelle die Gefäße in kalten Nächten an einen geschützten Platz.
Wie viel Abstand braucht sie?
Beim Pflanzabstand ist der Spielraum groß. Plane ihn deshalb zusammen mit Reihe und Rankhilfe:
| Maß | Angabe |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 20 bis 80 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 25 bis 80 cm |
| Wuchsbreite der Pflanze | 25 bis 50 cm |
| Erziehung | an einer Rankhilfe |
Wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen, rechnest du im Beetplaner für deine Beetfläche durch.
Rankhilfe: welche passt und wie leitest du die Triebe?
Die Susanna wird etwa 100 bis 150 cm hoch und bekommt ihre Rankhilfe frühzeitig. Wichtig ist, dass die Triebe das Gerüst fassen können. Zu dicke Streben können Ranken nicht umfassen. Ein tragfähiges Gerüst braucht deshalb zusätzlich geeignete Greifmöglichkeiten. Das Material muss wetterfest sein, und eine Oberflächenbehandlung darf die Pflanze nicht schädigen.
Im Kübel muss das Gefäß standfest sein. Das Klettergerüst sicherst du möglichst zusätzlich an einer festen Rückwand. In windgefährdeten Lagen erhöht ein großer, schwerer Übertopf die Standfestigkeit. An einer Hauswand müssen Verankerung und Material zum Wandaufbau passen und das Gewicht von Gerüst, Bewuchs und Witterungslasten tragen.
Triebe anbringen und leiten
Junge Klettertriebe lassen sich in den ersten Wochen in die gewünschte Richtung lenken. Steht die Rankhilfe schon beim Pflanzen, nutzt du genau diese Wochen und führst die Triebe von Anfang an zum Gerüst. Dort befestigst du sie vorsichtig.
Ich binde die ersten Triebe locker mit weichem Bast an. Beim Gießen schaue ich nach, ob sich ein Trieb vom Gerüst weggedreht hat, und führe ihn zurück.
Im Lauf der Saison kontrollierst du die Rankhilfe regelmäßig auf sichtbare Schäden und darauf, ob die Befestigung noch hält.
Ausgeizen oder entspitzen?
AusgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte. heißt, Seitentriebe zu entfernen. EntspitzenEntspitzen heißt, die weiche Triebspitze einer Pflanze mit den Fingern abzuzwicken oder mit der Schere zu kürzen. Die Pflanze treibt darunter meist mehrfach aus, verzweigt sich und wächst buschiger. heißt, die Triebspitze zu kürzen, damit sich die Pflanze verzweigt.
Ausgeizen brauchst du bei der Susanna nicht, denn im Freiland ist kein Rückschnitt nötig. Sinnvoll ist das Gegenteil: Kürzt du die Triebspitzen junger Pflanzen, regt das ihre Verzweigung an. Ich knipse dafür die Spitze mit den Fingern ab, solange die Pflanze noch jung ist.
Bei vielen blühenden Kübelpflanzen verzögert das Entspitzen zunächst die Blüte. Ich kürze deshalb nur junge Pflanzen und lasse ältere Triebe weiterranken.
Verblühtes nimmst du beim Durchgehen ab. Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen die Samenbildung begrenzen und weitere Blüten fördern. An Kübelpflanzen vermindert es den Aufwand für die Fruchtbildung.
Gießen und Düngen in Kürze
Die Susanna braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung, besonders an heißen Tagen, ohne starke Trockenheit und ohne dauerhafte Nässe. Im Topf prüfst du vor dem Gießen die Feuchte mit dem Finger, bei torffreier Erde auch tiefer im Ballen. Wie oft und wie viel du je nach Phase gießt, zeigt der Ratgeber, wie du die Schwarzäugige Susanna bedarfsgerecht gießt.
Im guten, mit Kompost verbesserten Gartenboden braucht die Susanna meist keinen zusätzlichen Dünger. Im Gefäß düngst du sie während des aktiven Wachstums monatlich flüssig, und zwar auf bereits feuchte Erde. Welche Nährstoffe sie braucht, erklärt der Ratgeber zur Nährstoffversorgung der Schwarzäugigen Susanna.
Schädlinge früh erkennen
Unter Glas achtest du an der Susanna auf Blattläuse, SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall., Weiße Fliege und Schildläuse. Blattläuse sitzen häufig an Triebspitzen und Blattunterseiten, gelblich-weiße Sprenkel mit feinen Gespinsten können auf Spinnmilben hindeuten. Vorbeugung und natürliche Abwehr beschreibt der Ratgeber, wie du die Schwarzäugige Susanna natürlich vor Schädlingen schützt.
Überwintern oder neu säen?
Botanisch ist die Susanna mehrjährig, winterhart ist sie aber nicht. Über den Winter kommt sie bei uns deshalb nur im Haus. Häufig wird sie einjährig kultiviert und ab Februar neu gesät.
Im Herbst fällt die Entscheidung. Soll die Susanna bleiben, holst du sie vor dem ersten Frost ins Haus und gibst ihr einen hellen, kühlen Platz.
In einem frei stehenden Kübel friert der Wurzelballen schneller durch als im Gartenboden. Pflanzen aus dem Beet topfe ich vor dem Umzug ein. Vor dem Einräumen kontrollierst du die Susanna auf Schädlinge und stellst befallene Pflanzen getrennt auf.
Im Haus steht sie hell und kühl, und gegossen wird zurückhaltend. Während einer tatsächlichen Winterruhe braucht eine Kübelpflanze kaum zusätzliche Nährstoffe. Im Frühjahr stellst du die Susanna zunächst halbschattig, windgeschützt und warm auf. So gewöhnt sie sich an die Außensonne, bevor sie an ihren Sommerplatz zieht.
Was die Susanna mit allen Sommerblumen teilt
Vieles an der Pflege teilt die Susanna mit anderen Sommerblumen. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden, rohen, nicht kompostierten Rindenmulch lässt du in Beeten mit Einjahresblumen aber weg. Den Überblick, wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst, findest du im Ratgeber zu allen Sommerblumen.





