Blumen · Sommerblumen & Einjährige · Anbau

Sommerblumen unter Glas vorziehen: Aussaat, Pikieren, Abhärten und passende Arten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Frische, als Aussaaterde gekennzeichnete Erde und saubere Gefäße mit Wasserabzug verwenden.
  • Petunien- und Lobeliensamen nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken.
  • Abdeckung nie luftdicht schließen, bis zur Keimung täglich lüften, danach abnehmen.
  • Nach dem Auflaufen hell stellen und kühler halten: Wärme bei Lichtmangel begünstigt lange, weiche Triebe.
  • Pikieren, sobald nach den Keimblättern das erste echte Laubblatt sichtbar ist.
  • Entspitzen nur bei Arten, für die es vorgesehen ist, etwa bei Buntnesseln.
Blumensamen in der Hand vor der Aussaat
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wer Sommerblumen unter Glas vorzieht, setzt im Mai Jungpflanzen ins Beet statt Samen. Viele frostempfindliche Arten dürfen ohnehin erst ab Mitte Mai hinaus, etwa das Fleißige Lieschen ‘Leuchtfeuer’ oder Studentenblumen der Sorte ‘Crackerjack’. Heikel wird es nach dem Keimen: Bekommen die Sämlinge zu wenig Licht, werden sie lang, instabil und hellgrün. Ich stelle meine Schalen deshalb gleich nach dem Auflaufen ans hellste Fenster und nehme die Haube ab.

Kurz erklärt

Unter Glas heißt, dass die Aussaat geschützt unter einer durchsichtigen Abdeckung keimt. Das kann ein Mini-Gewächshaus auf der Fensterbank sein, ein Gewächshaus oder ein Frühbeet. Die Abdeckung darf dabei nicht luftdicht schließen.

Vorziehen oder direkt säen?

Ich lese vor jeder Aussaat auf der Samentüte nach, ob dort Vorkultur, Direktsaat oder beides angegeben ist. Vorziehen lohnt sich besonders bei Arten, die erst nach den Frösten ins Freiland dürfen. Dazu zählen Fleißige Lieschen, Studentenblumen, Zinnien und Mittagsblumen. Manche Arten starten sogar schon im Winter, etwa Geranien aus Samen oder Edelwicken.

Andere Sommerblumen gehören direkt an ihren Platz. Klatschmohn verträgt das Umsetzen schlecht, darum säst du ihn gleich dort, wo er blühen soll. Auch die Ringelblume kommt per Direktsaat an ihren endgültigen Standort. Für Sonnenblumen zeigt ein eigener Ratgeber, wie du Sonnenblumen direkt ins Freiland säst.

Einjährige Sommerblumenmischungen landen ebenfalls direkt auf dem vorbereiteten Saatbeet. Säst du sie ab Mitte April, setzt die Blüte nach etwa 6 bis 8 Wochen ein. Saatmenge und Ansaatverfahren beschreibt der Überblick zur Direktsaat von Sommerblumenmischungen.

Sommerblumen vorziehen: Schritt für Schritt

Der Grundablauf der Vorkultur bleibt von Art zu Art ähnlich. Saattiefe, Keimtemperatur und Pikierzeitpunkt passt du an die jeweilige Sorte an.

Schritt 1: Gefäße mit Wasserabzug wählen

Feine Samen säst du breitwürfig in flache Schalen, größere Samen einzeln in kleine Töpfe. Jedes Gefäß muss sauber sein und einen Wasserabzug haben, damit keine Staunässe entsteht. Ausgespülte Joghurtbecher taugen ebenfalls, wenn du Löcher in den Boden stichst. Für feine Saaten nutze ich ein Mini-Gewächshaus mit Haube, für große Samen einzelne Töpfe.

Schritt 2: Aussaaterde statt Blumenerde

Für die Aussaat nimmst du frische, ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnete Erde. Diese Erde soll hygienisch, nährstoffarm, humos und durchlässig sein. Vorgedüngte Erde braucht der Sämling erst später, wenn er nach dem Pikieren umzieht. Bei torffreier Erde trocknet die Oberfläche schnell ab, deshalb prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte darunter.

Zahl im Blick

Der Salzgehalt von Aussaaterde sollte unter 0,5 g je Liter liegen. In der professionellen Anzucht der Celosie wird die Salzempfindlichkeit in den Anzuchtstadien eigens berücksichtigt.

Schritt 3: Säen nach Licht- und Dunkelkeimern

Sehr feines, unpilliertes Saatgut mischst du vor dem Säen mit etwas Sand, damit es sich dünner aussäen lässt. Petunien- und Lobeliensamen kommen auf die Erde, werden leicht angedrückt und nicht bedeckt. Genauso behandelst du die Federbusch-Celosie und das einjährige Schleierkraut ‘Schneekönigin’. Arten, die keine Lichtkeimer sind, kommen dagegen unter eine Erdschicht, zum Beispiel die Gartenaster.

Die passende Tiefe steht auf der Samentüte. Selbst innerhalb einer Art kann sie schwanken, weil verschiedene Saatgutangebote unterschiedliche Richtwerte nennen. Ich feuchte frische Aussaaten mit der Blumenspritze an und beschrifte jede Schale mit Art und Datum.

Kurz erklärt

Lichtkeimer säst du nur oberflächlich oder bedeckst sie sehr dünn, Beispiele sind Sommerazalee und Spinnenblume. Gartenaster, Ringelblume und Glockenrebe sind keine Lichtkeimer, ihre Samen kommen unter Erde. Die Gartenwicke hältst du zur Keimung sogar dunkel.

Tipp

Bei älterem Saatgut lohnt vor der Aussaat eine Keimprobe. Leg die Samen auf feucht gehaltenes, nicht nasses Küchenpapier und deck es gegen Austrocknung ab.

Schritt 4: Gleichmäßig feucht halten und lüften

Während der Keimung und unmittelbar danach darf die Saat nie austrocknen. Halte die Erde deshalb gleichmäßig feucht, ohne dass sie vernässt. Für Studentenblumen ‘Crackerjack’ sind gleichbleibende Temperatur und Feuchtigkeit empfohlen. Welche Keimtemperatur deine Art braucht, zeigt die Tabelle im Abschnitt zu den Arten.

Eine Folienabdeckung lüftest du bis zur Keimung täglich. Sobald die Keimlinge da sind, nimmst du die Abdeckung ganz ab.

Achtung

Durchsichtige Abdeckungen dürfen nicht luftdicht schließen. Ich hebe die Haube jeden Tag kurz an, bis die ersten Keimlinge zu sehen sind.

Schritt 5: Nach dem Keimen hell und kühler stellen

Sobald die Sämlinge aufgelaufen sind, brauchen sie ausreichend Licht. Fehlt es, werden die Jungpflanzen lang, instabil und hellgrün. Gleichzeitig senkst du die Temperatur, denn Wärme bei wenig Licht fördert lange, weiche Triebe.

Wie kühl es werden darf, hängt von der Art ab. Ein Kulturverfahren für Petunien sieht nach der Keimung 12 bis 16 °C vor. Levkojen, Chinesernelken und Mittagsgold kommen nach der Keimung einzeln in Töpfe und stehen danach kühler. Den Husarenknopf ‘Gelber Vogel’ ziehst du ebenfalls hell und kühler weiter. Den roten Garten-Fuchsschwanz kultivierst du nach dem Pikieren dagegen bei 18 bis 20 °C weiter.

Häufiger Fehler

Die Schale bleibt nach dem Auflaufen unter der Haube am warmen, dunklen Keimplatz. Die Sämlinge strecken sich dann zu langen, weichen Trieben. Nimm die Haube ab, stell die Schale hell und senke die Temperatur.

Schritt 6: Pikieren

Pikiert wird, sobald nach den Keimblättern das erste echte Laubblatt sichtbar ist. Manche Kulturangaben nennen dafür eine Zeitspanne oder ein Stadium. Fleißige Lieschen der Baby Mischung setzt du zwei bis drei Wochen nach dem Auflaufen in einzelne Töpfe. Studentenblumen ‘Crackerjack’ sind so weit, wenn die Jungpflanzen 2 echte Blattpaare besitzen. Bei einer Sommerastern-Mischung liegen 3 bis 4 Wochen zwischen Aussaat und Pikieren.

Ich fasse jeden Sämling an den Keimblättern, ohne daran zu ziehen. Die Wurzel kommt gerade und nicht umgebogen ins neue Pflanzloch. Danach schließe ich das Loch seitlich, gieße an und drücke die Erde leicht an.

Die Pikiererde enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Bei ausreichend Platz pikierst du zunächst in 8-cm-Töpfe und setzt bei Bedarf später in größere Endtöpfe um. Den roten Garten-Fuchsschwanz setzt du in Töpfe mit 8 bis 10 cm Durchmesser, sobald die Sämlinge groß genug sind.

Nicht jede Art kommt einzeln in den Topf. Männertreu ‘Kaiser Wilhelm’ pikierst du als Tuff mit jeweils 4 bis 5 Sämlingen. Beim Husarenknopf ‘Gelber Vogel’ wandern jeweils 2 bis 3 Sämlinge gemeinsam in einen Topf. Die Mimose hat feine Wurzeln, deshalb topfst du ihre Sämlinge erst etwa 6 Wochen nach der Keimung um. Beim ersten Umtopfen dürfen 3 bis 4 Jungpflanzen gemeinsam in einen Topf.

Schritt 7: Entspitzen nur, wo es vorgesehen ist

Entspitzen gehört nicht zu jeder Vorkultur. Bei geeigneten Zierpflanzen wie Buntnesseln fördert es einen buschigen Wuchs, es bleibt aber eine Maßnahme für bestimmte Arten. Ich kappe eine Triebspitze deshalb nur, wenn die Kulturangabe der Sorte es vorsieht.

Schritt 8: Abhärten und auspflanzen

Vor dem endgültigen Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab, mit niedrigeren Temperaturen und mehr Belüftung. Bei mildem Wetter stellst du sie tagsüber nach draußen, zuerst geschützt in den Schatten. Erst nach einigen Tagen dürfen sie auch in die Sonne. Werden die Nächte kalt, holst du sie wieder in den Schutz.

Der Auspflanztermin hängt von der Art ab. Diese Termine gelten für die genannten Sorten und Mischungen:

Art, Sorte oder Mischung Ins Freiland
Fleißiges Lieschen ‘Leuchtfeuer’ ab Mitte Mai bei frostfreien Bedingungen
Studentenblume ‘Crackerjack’ nach dem Abhärten ab Mitte Mai bei frostfreier Witterung
Gartenskabiose ‘Mammuth Mischung’ ab Mitte Mai
Mittagsblumen-Mischung (Dorotheanthus bellidiformis) ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter bis Juni
Roter Gartenamaranth (Fuchsschwanz) ab Mitte Mai
Glockenrebe ‘Violette Schönheit’ ab Mitte Mai
Duftwicke Bunte Mischung, Chinesernelke Chinensis-Mischung, Husarenknopf ‘Gelber Vogel’, Leinkraut ‘Licilia Red’, Mittagsgold ‘Chansonette’ nicht vor Mitte Mai
Zinnien-Mischung ‘Pepermint Sticks’ ab Mai bei frostfreiem Wetter, nach schrittweiser Gewöhnung
Levkoje ‘Mammut Excelsior’ ab Mai
Sommerazalee ‘Godetia Mischung’, in Schalen vorgezogen ab Mai
Strohblume Hohe Mischung im Mai oder Juni, nach dem Abhärten
Löwenmäulchen nach dem letzten Nachtfrost, abgehärtet

Standort, Gießen und Düngen im Beet behandelt der Sommerblumen-Überblick. Bevor die Jungpflanzen hinauskommen, kannst du die Pflanzabstände im Beetplaner einzeichnen. Vorab lässt sich auch prüfen, welche Pflanzen im Beet als Nachbarn zusammenpassen; eine Mischkultur unterstützt die Pflanzen, garantiert aber nichts.

Welche Sommerblumen eignen sich zum Vorziehen?

Gut geeignet sind Arten, deren Kulturangaben eine Vorkultur im Haus oder unter Glas vorsehen. Viele davon dürfen erst nach den Frösten ins Beet. Die Keimwerte in der Tabelle gelten jeweils für die genannte Sorte oder Mischung, andere Sorten derselben Art können abweichen.

Art, Sorte oder Mischung Keimtemperatur Keimdauer Saat
Fleißiges Lieschen ‘Leuchtfeuer’ 20–25 °C 7–14 Tage etwa 0–0,5 cm tief
Gartenverbene ‘Duftmix’ 18–20 °C etwa 14–28 Tage etwa 0–0,5 cm tief
Patagonisches Eisenkraut ‘Argentinische Verbene’ 18–22 °C ohne Angabe ohne Angabe
Sommerastern-Mischung 505082 (Callistephus chinensis) 15–20 °C 7–20 Tage 1 cm tief, mit Substrat bedeckt
Gartenskabiose ‘Mammuth Mischung’ 15–20 °C 14–21 Tage 0–0,5 cm tief, nur dünn mit Erde bedeckt
Federbusch-Mischung (Celosia argentea var. plumosa) 18–22 °C 7–14 Tage nur angedrückt, nicht bedeckt
Mittagsblumen-Mischung (Dorotheanthus bellidiformis) 15–18 °C 12–20 Tage flach ausgelegt, sehr dünn mit gesiebter Erde oder Sand bedeckt
Einjähriges Schleierkraut ‘Schneekönigin’ (Gypsophila elegans) 15 °C 14–20 Tage leicht angedrückt, nicht bedeckt
Husarenknopf ‘Gelber Vogel’ 15–20 °C ohne Angabe ohne Angabe
Geranie ‘Horizon F1’ 18–20 °C nach etwa 15 Tagen nur leicht bedeckt
Mimose (Mimosa pudica) 20–25 °C gewöhnlich innerhalb 1 Woche ohne Angabe

Petunien, Männertreu und Mittagsblumen: feine Samen in die Schale

Petunien säst du auf die Erde, drückst die Samen leicht an und bedeckst sie nicht. Für Petunien werden Substrate mit niedrigem pH-Wert empfohlen. Männertreu ‘Kaiser Wilhelm’ wird ebenfalls nur angedrückt und später als Tuff pikiert. Die Federbusch-Mischung der Celosie ziehst du von März bis Mai in der Schale vor.

Die Mittagsblumen-Mischung säst du im März oder April im Haus. Die Samen legst du flach aus, bedeckst sie sehr dünn mit gesiebter Erde oder Sand, drückst sie an und hältst sie feucht. Beim Auspflanzen sind die Jungpflanzen etwa 5 cm hoch. Gesetzt werden sie in Gruppen von ungefähr 3 bis 5 Pflanzen.

Fleißiges Lieschen und Verbenen

Das Fleißige Lieschen ‘Leuchtfeuer’ säst du sehr flach und hältst es zur Keimung warm. Im Beet passt es an halbschattige bis schattige Plätze. Die Sorte wird als resistent gegen Falschen Mehltau beschrieben. An Impatiens walleriana kann diese Krankheit bei hoher Luftfeuchte weißen Sporenbelag unter den Blättern und später Blattfall verursachen. Wie du Krankheiten im Beet vorbeugst, fasst der Sommerblumen-Überblick zusammen.

Die Gartenverbene ‘Duftmix’ braucht etwa 14 bis 28 Tage bis zur Keimung. Die Blüten der Sorte duften und zeigen Weiß, Pink und Blau. Das Patagonische Eisenkraut ‘Argentinische Verbene’ bringst du bei 18 bis 22 °C zur Keimung. Im Beet erreicht es später etwa 100 bis 150 cm Höhe.

Marias Erfahrung

Bei Verbenen schreibe ich das Aussaatdatum auf das Etikett. Erst wenn die angegebene Keimdauer vorbei ist, entscheide ich, ob ich nachsäe.

Sommerastern, Skabiosen, Schmuckkörbchen und Sommerazaleen

Sommerastern ziehst du im März oder April im Haus vor. Die Gartenaster ist kein Lichtkeimer, ihre Samen kommen deshalb unter Substrat. Plane den späteren Beetplatz gleich mit: Sommerastern sollen nicht in zwei aufeinanderfolgenden Kulturen auf demselben Beet stehen.

Die Gartenskabiose ‘Mammuth Mischung’ ziehst du von März bis Mai vor. Diese Skabiose wird einjährig kultiviert und ist nicht winterhart. Schmuckkörbchen ‘Cosimo’ säst du im März oder April im warmen Gewächshaus oder auf der Fensterbank. Mit etwa 40 bis 60 cm Höhe eignet sich die Mischung für den Rabattenrand.

Sommerazaleen der ‘Godetia Mischung’ kannst du von März bis Mai vorziehen. Den Weg von der Saat bis ins Beet zeigt der Ratgeber, wie du Sommerazaleen Schritt für Schritt aussäst.

Zinnien, Portulakröschen und Leinkraut: mehrere Samen pro Topf

Zinnien der Mischung ‘Pepermint Sticks’ keimen in hygienisch einwandfreier Aussaaterde, die du weder austrocknen noch vernässen lässt. Für die Topfkultur legst du drei Samen in jeden Topf.

Portulakröschen der Einfachen Mischung bekommen drei bis fünf Samen je Topf, so entfällt das Pikieren. Bis zum Auflaufen stehen sie feucht unter Glas oder Folie. Danach ziehst du sie kühler und trockener weiter. Auch Leinkraut ‘Licilia Red’ säst du für die Vorkultur mit mehreren Samen pro Topf, sodass ein Tuff entsteht.

Kletterer: Schwarzäugige Susanne, Glockenrebe und Edelwicke

Von der Schwarzäugigen Susanne ‘Thunbergien Mischung’ kommen 5 bis 6 Samen gemeinsam in jeden Anzuchttopf. Die Mischung klettert etwa 100 bis 150 cm hoch. Eine Rankhilfe stellst du ihr deshalb früh zur Seite.

Die Glockenrebe ist kein Lichtkeimer. Die Sorte ‘Violette Schönheit’ säst du etwa 0,5 bis 1 cm tief. Wer mag, lässt die Samen vorher über Nacht in Wasser vorquellen, das soll die Keimung beschleunigen. Pflicht ist das nicht. Bis zur Keimung können 8 bis 21 Tage vergehen. Anhaltend nasskaltes Wetter kann bei der wärmeliebenden Glockenrebe Wachstum und Blüte beeinträchtigen.

Edelwicken, auch Duft- oder Gartenwicken genannt, kannst du bei früher Vorkultur ab Januar im Haus in normaler Aussaaterde vorziehen. Die Gartenwicke verträgt das Verpflanzen schlecht, und für sie wird ein tiefes Pflanzgefäß empfohlen. Säe sie deshalb gleich in tiefe Töpfe statt in eine Schale, aus der du später pikieren müsstest. Bei der Klettersorte ‘Cupani’ stellst du ab 10 cm Wuchshöhe eine Rankhilfe bereit. Duftwicken der Bunten Mischung pflanzt du nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Bedenke, dass die Edelwicke in allen Teilen giftig ist, vor allem in den Samen.

Früh im Jahr: Geranien aus Samen

Balkon-Geranien gehören botanisch zur Gattung Pelargonium. Die Sorte ‘Horizon F1’ ziehst du von Dezember bis Februar in Gefäßen vor. Das Saatgut wird nur leicht bedeckt und gleichmäßig feucht gehalten. Nach dem Auflaufen pikierst du die Sämlinge in kleine Töpfe und ziehst sie bei 16 °C weiter.

Wann du mit der Aussaat beginnst

Plane vom Auspflanztermin deiner Art aus und rechne zurück. Für kräftige Sommerschnittblumen-Jungpflanzen reichen häufig 6 bis 8 Wochen Vorkultur. Früh dran sind Geranien aus Samen mit einer Aussaat von Dezember bis Februar und Edelwicken bei früher Vorkultur ab Januar. Im März oder April folgen Sommerastern, Schmuckkörbchen ‘Cosimo’ und die Mittagsblume. Bis in den Mai hinein kannst du die Federbusch-Celosie, die Gartenskabiose ‘Mammuth Mischung’ und die Jungfer im Grünen ‘Gefüllte Mischung’ vorziehen.

Die Jungfer im Grünen ziehst du in Töpfen oder Saatkistchen vor und härtest sie vor dem Auspflanzen ab. Für die Vase lohnen bei ihr Folgesaaten im Abstand von 2 bis 3 Wochen.

Passt dazu

Den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken hänge ich neben die Anzuchtschalen und hake jede Aussaat ab.

Vorkultur im Spätsommer und Herbst

Unter Glas wird nicht nur im Frühjahr gesät. Löwenmäulchen kannst du im September und Oktober im kalten Gewächshaus aussäen. Nach der Keimung entfernst du Heizung und Haube und ziehst die Sämlinge kühl und hell weiter, aber außerhalb direkter Sonne. Pikiert wird, sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blätter da sind. Zum Abhärten stellst du die jungen Pflanzen tagsüber schrittweise an einen geschützten Platz draußen, anfangs ohne pralle Sonne. Ins Beet kommen sie nach dem letzten Nachtfrost.

Hornveilchen der Mischung 526202 kommen im August bis September ins Beet. Vorher pikierst du die Sämlinge nach etwa 4 Wochen und ziehst sie hell und kühl weiter. Bei der Sorte Sorbet Orange Duett können Keimtemperaturen über 20 °C die Keimung hemmen.

Die Kokardenblume aus Saatgut 0822 säst du ab Mitte Mai bis August in Gefäße oder ins Frühbeet, auch Direktsaat ins Freiland ist möglich. Als optimaler Mindesttemperaturbereich für ihre Keimung gelten 20 bis 22 °C. Das Saatgut wird nur leicht bedeckt und während der Keimung feucht gehalten. Nach ungefähr 4 Wochen wird pikiert.

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Häufige Fragen

Warum sollte man Sommerblumen vorziehen statt sie direkt im Freiland zu säen?
Viele frostempfindliche Sommerblumen dürfen erst ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter ins Freiland, etwa das Fleißige Lieschen 'Leuchtfeuer'. Ziehst du sie vorher unter Glas vor, setzt du zu diesem Termin Jungpflanzen statt Samen ins Beet. Klatschmohn und andere Arten, die das Umpflanzen schlecht vertragen, säst du dagegen direkt an den späteren Standort.
Welche Sommerblumen eignen sich besonders gut für die Anzucht in Deutschland?
Gut vorziehen lassen sich Sommerblumen, für die eine Vorkultur im Haus vorgesehen ist, etwa Sommerastern, Zinnien, Petunien, Männertreu, Fleißiges Lieschen und Studentenblumen. Viele davon kommen erst ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter ins Beet, sodass die Vorkultur die Zeit davor nutzt. Auch Kletterer wie die Schwarzäugige Susanne und die Glockenrebe startest du im Topf. Klatschmohn gehört nicht dazu, weil er das Umpflanzen schlecht verträgt.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Keimung verschiedener Sommerblumen?
Jede Sommerblume keimt in ihrem eigenen Temperaturbereich, hohe Sommerastern etwa bei 15 bis 20 °C. Das Fleißige Lieschen 'Leuchtfeuer' braucht zur Keimung mehr Wärme, nämlich 20 bis 25 °C. Zu warm kann ebenfalls schaden: Bei Hornveilchen der Sorte Sorbet Orange Duett können Keimtemperaturen über 20 °C die Keimung hemmen. Nach der Keimung senkst du die Temperatur, weil viel Wärme bei Lichtmangel lange, weiche Triebe begünstigt.
Worin unterscheiden sich Lichtkeimer von Dunkelkeimern bei der Aussaat?
Lichtkeimer säst du nur oberflächlich oder bedeckst sie sehr dünn; Petunien- und Lobeliensamen drückst du zum Beispiel nur leicht an und deckst sie nicht ab. Arten, die keine Lichtkeimer sind, wie Gartenaster oder Ringelblume, kommen unter Erde, und die Gartenwicke hältst du zur Keimung sogar dunkel. Eine Sommerastern-Mischung wird zum Beispiel 1 cm tief gesät und mit Substrat bedeckt. Die genaue Saattiefe steht auf der Samentüte, weil sie selbst innerhalb einer Art je nach Saatgutangebot abweichen kann.
Was ist der Unterschied zwischen Anzuchterde und normaler Blumenerde?
Aussaaterde ist hygienisch, nährstoffarm, humos und durchlässig. Der Salzgehalt sollte unter 0,5 g je Liter liegen. Erst nach dem Pikieren steigt der Düngergehalt: Die Pikiererde enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Für die Aussaat nimmst du deshalb frische, ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnete Erde statt vorgedüngter Blumenerde.
Wie funktioniert das Pikieren von Jungpflanzen bei der Blumenanzucht?
Pikiert wird, sobald nach den Keimblättern das erste echte Laubblatt sichtbar ist. Du fasst den Sämling an den Keimblättern, ohne daran zu ziehen, und setzt ihn mit gerader, nicht umgebogener Wurzel ins neue Pflanzloch. Danach schließt du das Loch seitlich behutsam, gießt an und drückst die Erde leicht an. Bei ausreichend Platz eignen sich 8-cm-Töpfe, aus denen die Pflanzen bei Bedarf später in größere Endtöpfe umziehen.
Was ist beim Entspitzen von Blumen zu beachten und warum ist es wichtig?
Entspitzen ist kein Pflichtschritt jeder Sommerblumen-Anzucht, sondern eine Maßnahme für bestimmte Arten. Bei geeigneten Zierpflanzen wie Buntnesseln fördert das Kappen der Triebspitze einen buschigen Wuchs. Ob deine Art dazugehört, prüfst du in ihrer Kulturangabe, bevor du eine Spitze entfernst.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Abhärten der Jungpflanzen?
Abgehärtet wird vor dem endgültigen Auspflanzen, sobald mildes Wetter es zulässt. Die Jungpflanzen stehen dann tagsüber draußen, zuerst geschützt im Schatten und erst nach einigen Tagen auch in der Sonne. Bei niedrigen Nachttemperaturen holst du sie wieder in den Schutz. Viele frostempfindliche Arten wie die Studentenblume 'Crackerjack' kommen danach ab Mitte Mai bei frostfreier Witterung ins Freiland.
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