Ziermais pflanzen: Standort mit Sonne, Wärme und Windschutz
- Ziermais braucht einen vollsonnigen, warmen Platz und ist nicht winterhart.
- Gesät wird erst, wenn der Boden über 10 °C warm ist.
- Als bevorzugter Boden-pH gilt 5,5 bis 6,8, eine harte Grenze ist das nicht.
- 'Glass Gem' bekommt etwa 30 cm Abstand in der Reihe und 50 cm Reihenabstand und wird als Block gesät.
- Sturm und kräftiger Regen können junge, noch schlecht verankerte Pflanzen umlegen.
- Auf derselben Fläche braucht Mais 3 Jahre Anbaupause.

Ein Sturm mit kräftigem Regen kann junge Maispflanzen umlegen, solange sie noch nicht fest im Boden verankert sind. Deshalb suche ich den Platz für meinen Ziermais aus, bevor ich die Samentüte öffne. Ziermais steht von der Pflanzung im Mai bis zur Ernte zwischen August und Oktober am selben Fleck. In dieser Zeit braucht er Sonne, Wärme, eine durchlässige Erde, Schutz vor Wind und genug Fläche für einen Block.
Botanisch ist Ziermais Mais der Art Zea mays. Was für Mais am Standort gilt, gilt deshalb auch für die bunten Sorten. Hier geht es um alles, was du vor dem Pflanzen klären kannst: Licht, Temperatur, Boden, Wasser, Platz, Wind und Fruchtfolge.
Was Ziermais im Garten mitbringt
Die Sorte ‘Glass Gem’ bildet bunt schimmernde Körner und wird etwa 150 bis 200 cm hoch. Bienen finden an den windbestäubten Pflanzen Pollen, aber keinen Nektar. Wie du Sommerblumen nach Höhe, Wuchs und Duft im Beet planst, zeigt der Überblick zu den Sommerblumen.
Welchen Standort braucht Ziermais? Die Anforderungen im Überblick
Die Tabelle fasst zusammen, worauf ich bei der Platzwahl schaue. Die Einzelheiten folgen in den Abschnitten darunter.
| Faktor | Was Ziermais braucht |
|---|---|
| Licht | volle Sonne |
| Wärme | warmer Platz, nicht winterhart, Aussaat erst bei Boden über 10 °C |
| Boden | nährstoffreich und gut durchlässig, SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. locker, krümelig und verdichtungsfrei |
| pH-Wert | bevorzugt 5,5 bis 6,8, keine harte Grenze |
| Wasser | ausreichend Feuchte in der Wachstumszeit, besonders zur Blüte und Kornfüllung, keine Staunässe |
| Platz | ‘Glass Gem’: etwa 30 cm in der Reihe, 50 cm zwischen den Reihen, als Block gesät |
| Wind | geschützte Lage, solange die Pflanzen noch nicht fest verankert sind |
| Fruchtfolge | 3 Jahre Anbaupause auf derselben Fläche |
Sonne: ein vollsonniger Platz
Ziermais braucht volle Sonne. Ich gehe im Frühjahr zu verschiedenen Tageszeiten durch den Garten und schaue, wohin Haus, Hecke und Bäume ihre Schatten werfen. Ein Platz, der nur am Vormittag oder nur am Nachmittag Sonne bekommt, fällt für den Mais bei mir raus.
Später wirft der Mais selbst Schatten. ‘Glass Gem’ wird etwa 150 bis 200 cm hoch, und lichtbedürftige Nachbarn sollen nicht nördlich des Maises stehen. Setz den Block deshalb an die Nordseite des Beets, dann stehen niedrigere, sonnenhungrige Pflanzen auf der hellen Seite davor.
Wärme: erst der Boden, dann die Aussaat
Mais ist nicht winterhart und braucht einen warmen Standort. Für die Aussaat zählt die Bodentemperatur, nicht der Kalender: Der Boden sollte über 10 °C warm sein. Säst du direkt ins Beet, sollte die Bodentemperatur konstant über 14 °C liegen. Ich messe sie mit einem Bodenthermometer genau an der Stelle, an der der Mais stehen soll, und lese an mehreren Tagen hintereinander ab.
Ziermais ‘Stars’n Stripes’ keimt bei 15 bis 25 °C Bodentemperatur nach 10 bis 20 Tagen.
Kälte und Nässe spielen auch nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. eine Rolle. Färben sich die Blätter rot- bis blauviolett, kann das auf eine vorübergehend gehemmte Phosphataufnahme bei Kälte und Nässe hindeuten, obwohl genug PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. im Boden ist. Ein Beet, das im Frühjahr lange kalt und nass bleibt, verschiebt also nicht nur die Aussaat. Es kann den jungen Pflanzen auch die Phosphataufnahme erschweren.
Boden: locker, durchlässig und nährstoffreich
Ziermais wächst in nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden. Das Saatbett soll locker, verdichtungsfrei und krümelig sein. Nach dem Lockern wird es wieder rückverfestigt, also leicht angedrückt.
Welche Bodenart hast du?
Einen ersten Eindruck gibt die Fingerprobe mit leicht feuchter Erde. Zerfällt sie körnig, deutet das auf Sandboden hin. Lässt sie sich gut formen und klebt, spricht das für Tonboden. Ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit und begünstigt Staunässe, während Mais einen gut durchlässigen Boden braucht.
Schweren und leichten Boden verbessern
Organisches Material wie Kompost lockert schwere Böden und verbessert ihre KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und Durchlüftung. In leichten Böden hilft es, Wasser und Nährstoffe zu speichern. Für Mais rechnest du im Frühjahr mit 3 l Kompost je m². Bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten bringst du weniger aus. Gärtnerst du ohne Umgraben, legst du den Kompost als Mulch auf, sonst arbeitest du ihn vor der Kultur ein.
Schwere Böden verbesserst du zusätzlich mit gewaschenem Sand ohne Feinanteile. Je nach Ausgangszustand kannst du 2 bis 5 Liter je m² einarbeiten. Zum Lockern bestehender Beete nimmst du einen Sauzahn, der die Bodenschichten nicht wendet. Das fertige Beet betrittst du möglichst nicht mehr, damit seine Poren und seine Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben.
Ich lockere das künftige Maisbeet mit dem Sauzahn und arbeite dabei von einem Brett aus. So trete ich die gelockerte Erde nicht gleich wieder fest.
pH-Wert: Bodenprobe statt Schätzung
Als bevorzugter pH-Bereich für Mais gilt 5,5 bis 6,8. Eine absolute Grenze ist das nicht, eher ein Bereich zur Orientierung. Ob dein Beet darin liegt, zeigt eine Bodenuntersuchung. Sie erfasst üblicherweise Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt. Neben dem pH-Wert zählen dabei auch Bodenart und Humusgehalt.
So nimmst du die Bodenprobe für das Maisbeet.
- Untersuchung vor der Neuanlage, danach alle 3 bis 5 Jahre
- vor der Probenahme nicht düngen
- nach der Ernte und vor der Düngung entnehmen, zwischen Herbst und Frühjahr
- 10 bis 15 Einzelproben mischen und rund 500 g einsenden
- unterschiedlich genutzte Flächen getrennt untersuchen lassen
Wasser: feucht in der Wachstumszeit, ohne Staunässe
Mais braucht während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit. Er gilt als trockenverträglich, trotzdem sind zwei Phasen beim Wasser kritisch: die Blüte und die Kornfüllung. Die Blüte fällt in die Monate Juni bis September. Plane den Platz deshalb so, dass Regentonne oder Wasseranschluss im Hochsommer in Reichweite sind. Dann erreichst du den Mais in den kritischen Phasen ohne lange Wege.
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und das Aufheizen des Bodens. Rasen- und Grasschnitt lässt du vorher anwelken und bringst ihn wiederholt in dünnen Schichten aus, damit er nicht verschimmelt oder verklebt. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr legst du Mulch nur dünn aus.
Beim Gießen bringt bodennahes Wässern das Wasser an die Wurzeln und verringert Verdunstungsverluste. Eine Tropfbewässerung versorgt die Pflanzen gezielt und kann Wasser sparen. Gesammeltes Regenwasser eignet sich als Gießwasser, und wie du Ziermais ressourcenschonend anbaust, zeigt ein eigener Ratgeber.
Drainage: Staunässe erkennen
Ziermais braucht einen Boden, in dem kein Wasser steht. Nach einem kräftigen Regen gehe ich über das geplante Beet und schaue, ob Pfützen stehen bleiben. Hält sich das Wasser an der Oberfläche, kann das auf einen dichten Boden mit hohem Tonanteil hindeuten. Dann verbesserst du die Struktur mit Kompost und gewaschenem Sand, bevor der Mais einzieht.
Platz und Abstände: Ziermais gehört in einen Block
Wie hoch dein Mais wird, hängt von der Sorte ab. Bei Mais insgesamt reicht die Wuchshöhe von 120 bis 400 cm. Für ‘Glass Gem’ rechnest du mit etwa 150 bis 200 cm.
Die Abstände planst du als System aus Reihe, Reihenabstand und Anordnung:
| Angabe | Abstand in der Reihe | Abstand zwischen den Reihen | Anordnung |
|---|---|---|---|
| Ziermais ‘Glass Gem’ | etwa 30 cm | 50 cm | als Block gesät |
| Mais allgemein | 34 bis 45 cm | 80 cm | keine eigene Angabe |
Hat deine Sorte keine eigene Angabe auf der Samentüte, orientierst du dich an der Zeile für Mais allgemein.
Der Ziermais kommt als einzelne lange Reihe an den Zaun. Mais wird aber vom Wind bestäubt, und ‘Glass Gem’ wird für eine gute Befruchtung als Block gesät. Mehrere kurze Reihen nebeneinander bringen die Pflanzen näher zusammen als eine lange Reihe.
Ich stecke die Fläche für den Block vor dem Säen mit Schnur und Stäben ab. Dabei prüfe ich, ob ich zwischen den Reihen noch mit der Hacke durchkomme. Soll der Mais zugleich die Terrasse abschirmen, zeigt der Ratgeber, wie du mit Ziermais einen dichten Sichtschutz anlegst.
Windschutz: damit der Mais stehen bleibt
Sturm und kräftiger Regen können Maispflanzen umlegen, solange sie noch nicht ausreichend im Boden verankert sind. Ein Platz im Windschatten von Haus, Hecke oder Zaun kann dieses Risiko senken. Wenn die Pflanzen 30 cm hoch sind, häufelst du für die Standfestigkeit Erde um den Stängelfuß an. Das Stützen hoher Sorten gehört zur Pflege, nicht zur Standortwahl.
Bei ‘Glass Gem’ sollte eine Fremdbestäubung mit Feldmais vermieden werden. Weil der Wind den Maispollen trägt, gehört ein angrenzendes Maisfeld mit in die Platzwahl. Setz den Block dann auf die Seite deines Gartens, die vom Feld abgewandt ist.
Fruchtfolge: drei Jahre Pause
Mais braucht nach einem Anbaujahr 3 Jahre Pause auf derselben Fläche. Du ziehst mit dem Ziermais also jedes Jahr auf ein anderes Beet. Ich trage dafür jedes Jahr ein, wo der Mais stand, und halte Beete und Kulturen im Beetplaner fest.
Im ökologischen Maisanbau gilt ein Gemenge aus Erbsen und Wicken als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen.. Folgt der Mais auf mehrjähriges Kleegras, kontrollierst du den Boden vorher auf Drahtwürmer.
Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus, nicht als Herbstgabe, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Eine GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. über Winter schützt das geräumte Beet vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung und hält den Boden mit ihren Wurzeln locker. Nach der Maisernte ist also die Grüneinsaat dran, der Kompost folgt erst im Frühjahr vor der nächsten Kultur.
Ziermais pflanzen: wann er an seinen Platz kommt
Gepflanzt wird Ziermais im Mai. Vorgezogene Pflanzen wie ‘Stars’n Stripes’ gewöhnst du vor dem Auspflanzen an die Außentemperaturen. Bei der DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. kommt ‘Glass Gem’ etwa 2 bis 3 cm tief in die Erde. Mais ist kein Lichtkeimer, die Körner werden also mit Erde bedeckt. Wann der Boden warm genug ist, steht im Abschnitt zur Wärme.
Den ganzen Ablauf von der Bodenvorbereitung bis zur Keimung beschreibt der Ratgeber, wie du Ziermais Schritt für Schritt aussäst. Termine für viele Sommerblumen findest du im druckbaren Aussaatkalender für Sommerblumen.
Ziermais im Kübel oder Hochbeet
Mais lässt sich auch im Kübel und im Hochbeet ziehen. Im Kübel bleiben die Abzugslöcher frei, das Substrat ist strukturstabil, und das Wasser kann unter dem Gefäß abfließen. Ein größeres Erdvolumen bevorratet mehr Wasser. Weil ‘Glass Gem’ für eine gute Befruchtung im Block stehen soll, stellst du mehrere Kübel dicht zusammen, statt einzelne Pflanzen zu verteilen. Den Platz für die Gruppe wählst du so sonnig und windgeschützt wie im Beet.
Mischkultur: Platz für die Nachbarn mitplanen
Wer Ziermais mit anderen Pflanzen kombiniert, plant schon bei der Aussaat genug Raum für die endgültige Größe jeder Kultur ein. Eine UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. zwischen den Maisreihen kann bei Trockenheit mit dem Mais um Wasser konkurrieren. Welche Partner und Farbthemen passen, zeigt der Ratgeber, mit welchen Pflanzen du Ziermais kreativ kombinierst.
Pflege, Düngung und Krankheiten: kurz eingeordnet
Solange die Pflanzen klein sind, hältst du das Beet durch regelmäßiges Hacken frei. Gedüngt wird nach Bodenuntersuchung und Bedarf, nicht nach Kalender. Bei Krankheiten und Schädlingen setzt du wie bei allen Sommerblumen auf Vorbeugen und entfernst Befallenes von Hand. Sortenwahl, Düngung, Gießen, Stützen und Pflanzenschutz bis zu gesunden Kolben beschreibt der Ratgeber, wie du Ziermais bis zu bunten Kolben pflegst. Die Grundlagen zu Pflege, Gießen und Düngen aller Sommerblumen stehen im Sommerblumen-Überblick.
Ernte und Verwendung
Geerntet wird Mais von August bis Oktober. Wie du reife Kolben erkennst, trocknest und für Dekorationen nutzt, behandelt der Ratgeber zum Ernten und Trocknen von Ziermais.

