Stauden und Bodendecker düngen: der richtige Zeitpunkt von Frühjahr bis Herbst
- Die Frühjahrsgabe beginnt, wenn sich der Boden erwärmt und das Bodenleben aktiv wird.
- Prachtstauden bekommen im Frühjahr 3 l Kompost/m², leicht eingearbeitet.
- Im Sommer düngen nur Arten nach, die es brauchen, etwa die Indianernessel bei Bedarf im Juni.
- Ab dem Spätsommer gibt es keinen Stickstoff mehr, damit die Pflanzen aushärten.
- Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger.

Dünger zur falschen Zeit bringt deinen Stauden wenig oder schadet ihnen sogar. Auf gefrorenem oder nassem Boden setzen organische Dünger wie Kompost kaum Nährstoffe frei. Stickstoff, der außerhalb der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. im Beet landet, kann als Nitrat ausgewaschen werden. Ich richte mich beim Düngen deshalb nach dem Boden und nach dem Zustand der Pflanzen, nicht nach einem festen Datum.
Bei BodendeckernBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. lautet die erste Frage oft, ob sie überhaupt einen Termin brauchen. Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen kommen normalerweise ohne Zusatzdünger aus. Für alle anderen zeigt der Kalender, wann Frühjahr, Sommer und Herbst an der Reihe sind.
Der Düngekalender für Stauden und Bodendecker
Die Tabelle fasst die Termine zusammen. Warum sie so liegen und wo Ausnahmen gelten, steht in den Abschnitten danach.
| Zeitpunkt | Was ansteht | Für wen |
|---|---|---|
| Frühjahr, sobald der Boden warm und abgetrocknet ist | Kompost als Grundversorgung | Prachtstauden: 3 l Kompost/m², leicht eingearbeitet |
| mit der Frühjahrskompostgabe | zusätzlich Hornmehl | stark wachsende Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen: bis zu 50 g/m² |
| April | organischer VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. | Roter Fingerhut im Freiland |
| Frühjahr, nach dem Einwachsen | Gabe nur bei kümmerlichem Wachstum | Immergrüne Schleifenblume: Kompost oder organischer LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. |
| Juni | Nachdüngen bei Bedarf | Indianernessel: organischer Langzeitdünger |
| ab dem Spätsommer | kein Stickstoff mehr | Stauden und Bodendecker im Beet |
| Mitte Oktober bis Ende November | Kalium nur bei nachgewiesenem Bedarf | Beete mit Kalibedarf nach Bodenuntersuchung |
| in der Regel gar nicht | normalerweise kein Zusatzdünger | standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen |
| Winter | keine Düngung | überwinternde Kübelpflanzen |
Was den richtigen Zeitpunkt bestimmt
Die Wachstumsphasen deiner Stauden
Stickstoff gehört in die Vegetationsperiode, also in die Zeit, in der deine Stauden wachsen. Bei nährstoffbedürftigen Beetstauden beginnt die Frühjahrsversorgung mit der Erwärmung des Bodens. Dann werden auch die BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. aktiver. Sie machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus für die Wurzeln verfügbar.
Ab dem Spätsommer soll Stickstoff unterbleiben, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Zwischen diesen beiden Punkten liegt das Fenster für jede Gabe mit Stickstoff. Ein kalter Frühling verschiebt den Start nach hinten, weil sich der Boden später erwärmt. Im Vorfrühling schaue ich deshalb zuerst auf den Boden und auf den Austrieb, bevor ich den Kompost hole.
Witterung, Wärme und Bodenfeuchte
Wie schnell organische Dünger wirken, hängt am Wetter. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen sie kaum Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung kann es dagegen unter Umständen sehr viel auf einmal sein. Auch aus dem Humus werden Nährstoffe schneller frei, wenn Wärme und Bodenfeuchte zusammenkommen.
Das hat Folgen für den Herbst. Organischer Dünger aus dem Spätsommer kann in einem feuchtwarmen Herbst noch viel Stickstoff freisetzen. Das passiert dann genau in der Zeit, in der deine Stauden aushärten sollen.
Hitze und lange Trockenheit sind eine eigene Lage. Wie du Stauden bei Hitze und Trockenheit düngst, ohne sie zu schädigen, beschreibt der Ratgeber dazu.
Frühjahr: die Grundversorgung
Im Frühjahr bekommen nährstoffbedürftige Stauden ihre Grundversorgung. Den Start gibt der Boden vor: Er sollte sich erwärmt haben und so weit abgetrocknet sein, dass du ihn mit Grabgabel oder Krail lockern kannst. Vorher steche ich an mehreren Stellen mit der Grabgabel ein. Klebt die Erde noch nass an den Zinken, warte ich mit Kompost und Krail.
Prachtstauden erhalten im Frühjahr 3 l Kompost/m², den du leicht in den Boden einarbeitest. Stark wachsende Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl/m² bekommen.
Einige Arten haben eigene Frühjahrsregeln. Den Roten Fingerhut versorgst du im Freiland im April mit organischem Volldünger. Türkischer Mohn (Papaver orientale) bekommt im Frühjahr reifen Kompost. Hohe Phloxe wie Phlox paniculata erhalten im Frühjahr Kompost oder Hornspäne. Auch die Indianernessel (Monarda didyma) bekommt zum Saisonstart Kompost.
Stockrosen der Serie ‘Spring Celebrities’ versorgst du im Frühjahr mit Kompost oder organischem Gartendünger. Was Stockrosen über das Jahr an Dünger brauchen, steht in einem eigenen Ratgeber.
Kompost ist dabei selbst ein Dünger. Er liefert neben organischer Substanz auch Nährstoffe, die du bei jeder weiteren Gabe mitrechnest. Wie du Kompost bei Stauden und Bodendeckern dosierst, erklärt der Ratgeber dazu.
Sommer: nachdüngen, wo es gebraucht wird
Eine zweite Gabe im Sommer ist keine Regel für jedes Beet. Viele Arten kommen im Garten ohne zusätzliche Düngung aus, etwa Federnelke, Blaue Rasselblume oder Wilde Karde. Das Rispen-Gipskraut braucht auf seinem durchlässigen, eher mageren Standort ebenfalls keinen Zusatz. Die Echte Katzenminze düngst du im Freiland nicht routinemäßig jedes Jahr.
Bei einigen Arten sieht es anders aus. Beim Hohen Rittersporn unterstützen regelmäßige Nährstoffgaben das Wachstum und eine reiche Blüte. Die Indianernessel bekommt bei Bedarf im Juni einen organischen Langzeitdünger. Dafür gehe ich im Juni durchs Beet und schaue mir an, wie kräftig sie dasteht, bevor ich etwas nachlege.
Beim Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) ist der Düngebedarf gering. Richte dich bei ihm nach einer Bodenuntersuchung statt nach dem Kalender. Wie du Sonnenhut für eine üppige Blüte gezielt düngst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Für jede Sommergabe mit Stickstoff gilt dieselbe Grenze: Ab dem Spätsommer ist Schluss.
Stauden im Kübel
Im Gefäß hängt die Versorgung stärker an der Erde. Torffreie Erden sind meist vorgedüngt, ihre Ersatzstoffe können aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Die Nachdüngung passt du deshalb an die Stickstoffversorgung an, die tatsächlich verfügbar ist. Überwinternde Kübelpflanzen bekommen im Winter grundsätzlich keinen Dünger.
Herbst: Stickstoffpause, Kalium nur nach Bedarf
Im Herbst lässt du den Stickstoff weg. Die Stickstoffdüngung bleibt auf die Vegetationsperiode beschränkt und unterbleibt ab dem Spätsommer, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Außerhalb der Vegetationsperiode kann ausgebrachter Stickstoff zudem als Nitrat ausgewaschen werden. Eine stickstoffhaltige Herbstgabe arbeitet also doppelt gegen dich: Sie steht dem Aushärten im Weg, und was die Pflanzen nicht aufnehmen, kann verloren gehen.
Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kommt ein Punkt hinzu. Übermäßige Düngung kann bei ihnen untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern.
Kalium ist die Ausnahme. Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung kann auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen. Den Bedarf zeigt eine Bodenuntersuchung, denn die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Kalium gebe ich im Herbst nur dann, wenn der letzte Laborbefund einen Bedarf ausweist.
Manche Kulturen haben einen festen Schlusstermin. In der professionellen Kultur von Penstemon digitalis ‘Mystica’ endet die Düngung Mitte September. Für den überwinterten Islandmohn ‘Garden Gnome’ nennt der Züchter dieselbe Grenze. Wie du Bartfaden im Jahreslauf und im Topf düngst, steht im Ratgeber dazu.
Bodendecker düngen: ob und wann
Bei Bodendeckern kommt vor dem Wann das Ob. Viele PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. wie das Blaukissen wachsen in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden. Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger. Für Polster- und Wildstauden sowie trockenheitsliebende mediterrane Stauden ist auch Kompost zur Anreicherung des Bodens nicht sinnvoll.
Wo eine Gabe vorgesehen ist, fällt sie ins Frühjahr. Die Immergrüne Schleifenblume düngst du zur Pflanzung gar nicht. Wächst sie nach dem Einwachsen im Frühjahr kümmerlich, bekommt sie bei Bedarf Kompost oder organischen Langzeitdünger, grundsätzlich zurückhaltend. Wie du Schleifenblumen bei moderatem Nährstoffbedarf düngst, zeigt der Ratgeber dazu. Blaukissen der Sorte ‘SPERLI’s Azurro’ werden im Frühjahr nur zurückhaltend gedüngt. Duftveilchen auf kargen Böden versorgst du im Frühjahr mit reifem Kompost oder einem vorwiegend organischen Langzeitdünger.
In einseitig betrachteten Beeten stehen die höheren LeitstaudenLeitstauden sind die prägenden Stauden eines Beets: langlebige Arten mit mächtigem, auffälligem Wuchs und üppiger Blüte. Sie bilden das Gerüst der Pflanzung, auf das die Begleitstauden abgestimmt werden. hinten und die niedrigen Bodendecker vorn. Beim Kompostverteilen gehe ich deshalb nur in den hinteren Teil zu den Prachtstauden und lasse die Polster am Rand aus.
Unter Gehölzen sieht die Versorgung anders aus. Die Mandschurische Breitblatt-Segge eignet sich als Bodendecker für Plätze mit viel Falllaub, und Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus verfügbar. Bleibt das Laub zwischen solchen Bodendeckern liegen, wird es damit selbst zur Nährstoffquelle.
Mengen, Ausbringen und die Folgen von zu viel Dünger je Pflanzengruppe findest du im Ratgeber, wie du Stauden und Bodendecker nach Bedarf und Menge düngst.
Typische Fehler beim Zeitpunkt
Zu früh: Dünger auf kaltem, nassem Boden
Kompost auf gefrorenem oder nassem Boden ist zu früh ausgebracht. Bei Frost und stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei. Lockern solltest du Beete im Frühjahr ohnehin erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Warte also, bis sich der Boden erwärmt hat und das Bodenleben in Gang kommt.
Zu spät: Stickstoff nach dem Spätsommer
Der zweite Fehler liegt am anderen Ende des Jahres. Er sieht nach Fürsorge aus und wirkt gegen die Winterhärte.
Im Herbst noch einmal Volldünger streuen, damit die Stauden „gestärkt“ in den Winter gehen. Der Stickstoff darin steht dem Aushärten im Weg, das ab dem Spätsommer ansteht. Brauchst du im Herbst etwas, dann Kalium, und das nur bei nachgewiesenem Bedarf.
Nach Kalender statt nach Bedarf
Ein fester Jahresplan behandelt jede Art gleich, obwohl der Bedarf weit auseinandergeht. Die Düngermenge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe. Nährstoffe aus Kompost rechnest du dabei mit. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor und Kalium untersuchen. Bei stark erhöhten Werten schränkst du weitere Kompostgaben ein. Auf Wiesenflächen kann Düngung sogar Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Ich notiere im Gartenheft das Jahr der letzten Bodenuntersuchung und jede Kompostgabe seitdem. Daran sehe ich, wann die nächste Probe fällig ist.
Was du über Nährstoffe, Dünger und Boden noch wissen solltest
Eine Bodenuntersuchung zeigt, welche Nährstoffe dein Boden nach Art und Menge schon vorrätig hat. Welche Nährstoffe Stauden und Bodendecker wofür brauchen, erklärt der Ratgeber dazu.
Für den Termin zählt bei organischen Düngern vor allem die Witterung. Worin sich organische und mineralische Dünger in Wirkung und Umweltfolgen unterscheiden, steht im Vergleich dazu.
Gründüngung, Kompost, Mulch und eine bodenschonende Bearbeitung können das Bodenleben fördern und zum Humusaufbau beitragen. Wie du Stauden naturnah mit Kompost, Mulch, Gründüngung und Jauchen versorgst, zeigt der Ratgeber dazu.
Der pH-Wert verschiebt, was im Boden verfügbar ist: Über pH 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein. Unter pH 5,5 kann MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. schlecht verfügbar sein, und gekalkt wird nur bei einem für die Bodenart zu niedrigen Messwert. Wie du den Boden für Stauden und Bodendecker vorbereitest, beschreibt der Ratgeber dazu.
Hellen Blätter auf, ist das nicht automatisch ein Fall für Dünger. Eisenmangelchlorosen können auch durch einen zu hohen pH-Wert oder durch verdichteten oder vernässten Boden entstehen. Woran du Nährstoffmangel bei Stauden erkennst, zeigt der Ratgeber dazu.
Gegossen wird morgens direkt im Wurzelbereich, neu gepflanzte Stauden brauchen in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit durchdringende Wassergaben. Roher Rindenmulch bindet Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Mehr dazu findest du unter Gießen, Mulch und Rückschnitt im Staudenjahr.




