Wiesenmargeriten: Für Vase, Trockendeko und Küche richtig nutzen
- Die Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare) ist mehrjährig, winterhart und blüht von Mai bis Oktober.
- Für die Vase schneidest du möglichst morgens oder abends bei trockenem Wetter, nicht in der Mittagshitze.
- Frisch geschnitten stehen die Stiele 2 Stunden kühl und schattig bis unter die Blüten im Wasser.
- Das Vasenwasser wechselst du alle 2 bis 3 Tage und schneidest die Stiele dabei frisch an.
- Gepresste Margeritenblüten eignen sich für selbst gestaltete Karten und Lesezeichen.
- In die Küche kommen nur sicher bestimmte Wiesen-Margeriten: Blüten als Dekoration, junge Triebe und fein gehackte Rosettenblätter.
- Wiesenmargeriten sind Lichtkeimer und werden höchstens etwa 0,5 cm tief gesät.

Im Juni stehe ich oft mit der Schere vor meinen Wiesenmargeriten und entscheide Stiel für Stiel: Vase, Presse oder stehen lassen. Ob ein Strauß frisch bleibt, entscheidet sich beim Schnitt und bei der Versorgung direkt danach. Sicher bestimmt bereichern Blüten, junge Triebe und Rosettenblätter auch die Küche. Hier geht es um Schnitt, Vase, Trockendeko, Naturkosmetik und Küche. Anbau und Pflege reiße ich am Ende nur kurz an.
Wiesenmargerite kurz erklärt
Die Wiesenmargerite heißt botanisch Leucanthemum vulgare. Mit dem Namen ist oft eine ganze Artengruppe gemeint, die Wiesenmargeriten im weiteren Sinn. Leucanthemum vulgare im engeren Sinn ist eine Art dieser Gruppe und in Deutschland einheimisch. Die Pflanze ist mehrjährig und winterhart.
| Merkmal | Wiesenmargerite |
|---|---|
| Botanischer Name | Leucanthemum vulgare |
| Lebensdauer | mehrjährig, winterhart |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| Wuchshöhe | 60 bis 80 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 50 cm |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Boden | mäßig nährstoffreich, feucht, gut drainiert |
| Duft | nicht duftend |
| Schnittblume | ja |
Margeritensorten unterscheiden sich in der Blütenform: ‚Maikönigin‘ blüht einfach, ‚Christine Hagemann‘ bildet gefüllte Blüten. Nicht verwechseln solltest du die Wiesenmargerite mit der Strauchmargerite Argyranthemum frutescens. Diese braucht ein helles Winterquartier um 10 °C und ist eine andere Pflanze. Weil die Küchenverwendung nur für die sicher bestimmte Wiesen-Margerite gilt, reicht das Wort Margerite auf einem Etikett für den Teller nicht aus.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; gegebenenfalls stützen.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, alkalische, neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für eine sommerblühende Gartenwiese.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst im Topf im Frühbeet bewurzeln lassen.
- Düngung
Wiesen mit den angebotenen Margeriten nicht düngen, denn Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Wann du Wiesenmargeriten für die Vase schneidest
Tageszeit und Wetter
Ich schneide Margeriten früh am Morgen oder am kühlen Abend und nur bei trockenem Wetter. In der Mittagshitze bleibt die Schere in der Tasche. Sommerschnittblumen erntest du, wenn die Pflanzen gut mit Wasser versorgt sind. War es länger trocken, gieße ich das Beet vorher durchdringend direkt im Wurzelbereich.
Das passende Blütenstadium
KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen. schneidest du für die Vase überwiegend mit vollständig geöffnetem BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe.. Bei der Margerite ist dann der weiße Kranz ganz ausgebreitet. Halb offene Körbe lasse ich stehen und hole sie bei einem späteren Durchgang. Beim Schneiden schaue ich mir die Stiele genau an, denn an Leucanthemum können schwarze Blattläuse sitzen. Bei schwachem Befall genügt es an der Pflanze häufig, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen; befallene Stiele schneide ich nicht für die Vase.
Was bei der Margerite wie eine einzelne Blüte aussieht, ist ein ganzer Blütenkorb. Bei Korbblütlern vereinigt ein Blütenstand zahlreiche RöhrenblütenRöhrenblüten sind die röhrenförmigen Einzelblüten im Blütenstand der Korbblütler. Sie bilden ihn allein, etwa bei Disteln, oder zusammen mit den Zungenblüten am Rand, etwa bei Astern. und häufig zusätzlich Zungenblüten. Bei der Margerite bilden die Zungenblüten den weißen Kranz und die Röhrenblüten die gelbe Mitte.
Schnitt und Erstversorgung
Ich nehme einen Eimer mit Wasser mit ins Beet und stelle jeden Stiel sofort hinein. Zur Erstversorgung stehen die Margeriten 2 Stunden kühl und schattig in einem Gefäß, in dem das Wasser bis unter die Blüten reicht. Bevor sie in die Vase kommen, bekommt jeder Stiel mit einem scharfen Messer einen frischen Schrägschnitt. Blätter, die später ins Vasenwasser ragen würden, streifst du vorher ab. Wie das bei anderen Stauden aussieht, zeigt der Überblick zu Schnittblumen und Saatgut aus dem Staudenbeet.
So kommen Margeriten frisch ins Haus.
- morgens oder am kühlen Abend schneiden, bei trockenem Wetter
- Körbe mit vollständig geöffnetem Kranz wählen
- Stiele sofort in den Wassereimer stellen
- 2 Stunden kühl und schattig vortränken, Wasser bis unter die Blüten
- Stielenden mit scharfem Messer schräg nachschneiden, Blätter im Wasserbereich entfernen
So bleiben Wiesenmargeriten in der Vase frisch
Die Vase ist sauber, und kein Blatt hängt ins Wasser. Bei der üblichen Schnittblumenpflege wechselst du das Wasser alle 2 bis 3 Tage. Dabei schneidest du die Stiele jedes Mal frisch an. Den Strauß stellst du geschützt vor Hitze, starker Sonne und Zugluft auf. Obst und Gemüse haben neben der Vase nichts zu suchen.
Handelsübliche Blumenfrischhaltemittel können die Vasenhaltbarkeit von Schnittstauden verlängern, weil sie Zucker und bakterienhemmende Zusätze enthalten. Ich nutze sie als Ergänzung, den regelmäßigen Wasserwechsel ersetzen sie bei mir nicht. Beim Wasserwechsel nehme ich welke Blüten heraus, damit der Rest des Straußes sauber im Wasser steht.
Der Strauß steht auf der sonnigen Fensterbank direkt neben der Obstschale. Dort bekommt er Hitze und pralle Sonne ab, und Obst gehört nicht neben Schnittblumen. Such dir lieber einen kühlen Platz ohne direkte Sonne und ohne Zugluft.
Margeriten im Strauß kombinieren
Margeriten passen gut in lockere Wiesensträuße. Jeder Partner hat aber sein eigenes Schnittstadium, und das liegt oft woanders als bei der Margerite.
| Pflanze | Schnittstadium für die Vase |
|---|---|
| Wiesenmargerite (Korbblütler) | Blütenstand überwiegend vollständig geöffnet |
| Rittersporn | etwa ein Fünftel der Einzelblüten geöffnet |
| Bartnelke ‚Einfachblühende Mischung‘ | etwa ein Drittel der Einzelblüten geöffnet |
| Islandmohn | Knospe bricht gerade auf und zeigt Farbe |
| Kaukasus-Skabiose | Knospenstadium bis halb geöffnet |
| Echinacea purpurea ‚Roter Leuchtstern‘ | Blüten vollständig geöffnet |
Rittersporn ist bei etwa einem Fünftel geöffneter Einzelblüten reif für die Vase, die Margerite dagegen erst mit vollständig geöffnetem Korb. Schneidest du beide am selben Morgen, erwischst du deshalb nicht zwangsläufig beide im passenden Stadium. Ich gehe lieber mehrmals mit dem Eimer durchs Beet und nehme jeweils nur, was gerade passt. Für einen schlichten Wiesenstrauß stelle ich die Stiele locker in ein einfaches Glas.
Gartenrittersporn ist in sämtlichen Pflanzenteilen stark giftig. Blüten für die Küche schneidest du deshalb getrennt im Beet und nie aus einem gemischten Strauß. Willst du Margeriten und ihre Strauchpartner gezielt nebeneinander ziehen, kannst du dir eine Schnittecke im Beetplaner skizzieren.
Trocknen und pressen: Margeriten als Dauerdeko
Für Dauerdeko presse ich Margeriten. Die Blüten kommen zwischen saugfähiges Papier, werden beschwert und trocknen an einem warmen, trockenen Ort. Ich lege die Körbe einzeln und ohne Überlappung aus, damit jede Blüte flach liegt. Geschnitten wird dafür wie für die Vase, also bei trockenem Wetter.
Gepresste Blüten verwende ich für selbst gestaltete Karten und Lesezeichen. Einzelne Bögen sammle ich als kleines Herbarium. Kinder können beim gemeinsamen Gärtnern säen, gießen und ernten, und das Pressen macht daraus eine Bastelarbeit für den Winter.
Naturkosmetik: Margeriten als Schmuck, nicht als Wirkstoff
Margeritenblüten sehen in selbst gegossener Seife oder in einem Glas Badesalz hübsch aus. Einen Duft bringen sie allerdings nicht mit, denn die Margerite gilt als nicht duftend. In Seife und Badesalz ist sie deshalb reiner Blütenschmuck.
Manche Rezepte nutzen die Margerite auch für Gesichtswasser, Ölauszüge oder Cremes. Margeriten sind Zierpflanzen, und nachgesagte Wirkungen ersetzen keinen ärztlichen Rat. Für Basteleien dieser Art nehme ich nur Blüten aus dem eigenen Garten, die ich nicht behandelt habe, und bestimme die Pflanze vorher sicher.
Wiesenmargeriten in der Küche
Von einer sicher bestimmten Wiesen-Margerite kannst du drei Teile verwenden. Die Blüten dienen als Dekoration auf Speisen. Junge Triebe gibst du als Beigabe zum Gemüse, fein gehackte Rosettenblätter kommen in den Salat. Ich zupfe die Blüten erst kurz vor dem Servieren und lege sie obenauf.
Alles, was du nicht sicher als essbar bestimmt hast, kommt nicht auf den Teller. Blüten aus dem Zierpflanzenhandel, die mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden, isst du ebenfalls nicht. Für die Küche nehme ich deshalb nur Margeriten aus dem eigenen Garten, die ich nicht behandelt habe.
Iss nur Pflanzenteile, die du sicher als Wiesen-Margerite bestimmt hast, und nimm sie nie aus einem gemischten Strauß. Besteht der Verdacht, dass jemand giftige Pflanzenteile gegessen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder hol ärztliche Hilfe. Erbrechen löst du dabei nicht aus.
Samen ernten oder weiter schneiden
Bei vielen Stauden kann Samenbildung weitere Blüten vermindern, sodass das Entfernen welker Blüten die weitere Blüte fördern kann. Rechtzeitig abgeschnittene Blüten können bei vielen Stauden außerdem unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern. Willst du dagegen eigenes Saatgut, lässt du abgeblühte Blütenstände bis zum Herbst ausreifen. Bei der Wiesen-Margerite im weiteren Sinn reifen die Früchte im September und Oktober. Ein Stiel, den du im Sommer für die Vase schneidest, liefert also keine Samen mehr, und deshalb verteilst du Strauß und Saatgut auf verschiedene Pflanzen.
Geerntet wird bei trockenem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind und sich leicht lösen. Danach trocknest du sie auf Papier nach und lagerst sie beschriftet, kühl, dunkel und trocken in dicht schließenden Gefäßen. So gelagert halten die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen ihre KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. etwa 3 Jahre; das ist eine Orientierung, keine Garantie für jede Art. Stammt deine Pflanze aus einer Hybridsorte, können die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. deutlich von ihr abweichen.
Ich lasse an einer Ecke des Beets einige Blütenstände bis in den Herbst stehen und schneide den Rest laufend für die Vase. Die Samentüten beschrifte ich gleich beim Abfüllen mit Art und Erntejahr.
Was Insekten von deinen Margeriten haben
Die Wiesen-Margerite bietet Wildbienen, SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. und Schmetterlingen Nahrung. Für Blütenbesucher sind ungefüllte Formen die bessere Wahl, weil vollständig gefüllte Blüten ihr Pollenangebot verlieren können. Wer die Wahl hat, greift für ein insektenfreundliches Beet deshalb eher zu einfach blühenden Sorten.
Anbau in Kürze
Standort und Boden
Wiesenmargeriten wachsen sonnig bis halbschattig auf mäßig nährstoffreichem, feuchtem und gut drainiertem Boden. Wie du den Gartenboden für Wiesenmargeriten vorbereitest, erklärt die Anleitung zur Bodenvorbereitung.
Aussaat
Gesät wird von März bis Juli. Wiesenmargeriten sind LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., die Samen kommen deshalb oberflächennah und höchstens etwa 0,5 cm tief in die Erde. Den passenden Termin findest du im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.
Pflege und Überwinterung
Die Wiesenmargerite ist winterhart, und in der Schnittstaudenkultur empfiehlt sich für Leucanthemum eine Herbstpflanzung. Hohe Stiele bekommen bei Bedarf eine Stütze, damit sie nicht auseinanderfallen. Wie du Margeriten einpflanzt, ihre Ausbreitung zügelst und vor Frost schützt, steht in der Kulturanleitung.
Düngung
Der BUND weist für die Wiesenpflege darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann. Eine Düngeempfehlung für einzelne Garten- oder Schnittsorten folgt daraus nicht. Wie du Wiesenmargeriten auf mageren Standorten maßvoll düngst, klärt die Düngeanleitung.
Im Topf
Auch im Topf lässt sich die Wiesenmargerite mager und naturnah ziehen. Wie du Wiesenmargeriten im Topf auf dem Balkon pflegst, zeigt die Topfanleitung.



