Ziergräser und Biodiversität: heimische Arten, Winterquartier und Blühpartner
- Ziergräser aus der Familie der Süßgräser werden vom Wind bestäubt und bilden keinen Nektar, deshalb brauchen sie ungefüllt blühende Stauden als Partner.
- Die Rasen-Schmiele dient unter anderem den Raupen des Großen Ochsenauges als Nahrung.
- Abgestorbene Halme können Schmetterlingen als Überwinterungsplatz für Eier oder Puppen dienen, deshalb bleibt im Herbst ein Teil stehen.
- Das Afrikanische Lampenputzergras kann Dominanzbestände bilden, das sterile Reitgras 'Karl Foerster' sät sich dagegen nicht aus.
- Auch trockenheitsverträgliche Gräser brauchen nach der Pflanzung Wasser, bis sie fest im Boden verwurzelt sind.

Ein Gräserbeet sieht nach Natur aus. Bienen suchen darin trotzdem vergeblich nach Nektar, denn Ziergräser aus der Familie der Süßgräser werden vom Wind bestäubt und bilden keinen. Ihren Wert für die Artenvielfalt haben Gräser an anderer Stelle: als Futterpflanze für Raupen, als Winterquartier in stehenden Halmen und als Gerüst, in das du Blühstauden setzt. Bevor ein Gras in mein Beet kommt, prüfe ich drei Punkte: Frisst hier eine Raupe, überwintert hier etwas, und bleibt das Gras an seinem Platz?
Was zu den Ziergräsern zählt und wie sie sich von Stauden und Zweijährigen unterscheiden, steht im Kurzporträt der Stauden und Ziergräser. Im Garten gehören neben echten Gräsern auch grasähnliche Pflanzen wie Seggen und Binsen dazu.
Wie Ziergräser die Artenvielfalt fördern
Raupenfutter: Gräser als Futterpflanzen für Falter
Bei Gräsern schaue ich zuerst auf die Blätter und erst dann auf die Blüte. Die Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) dient unter anderem den Raupen des Großen Ochsenauges als Nahrung. Sie wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen auf nährstoffreichen, frischen bis feuchten Böden. Ihre Blatthorste werden etwa 30 bis 50 cm hoch. Die Blütenstände darüber erreichen ungefähr 1 m.
Hast du eine Wiese, kommt eine zweite Maßnahme dazu: ungemähte Altgrasstreifen. Lässt du jährlich wechselnd 5 bis 10 % der Wiesenfläche stehen, können dort Rückzugsräume und Überwinterungsplätze erhalten bleiben.
Winterquartier in stehenden Halmen
Abgestorbene Halme und Blätter können Schmetterlingen als Überwinterungsplatz für Eier oder Puppen dienen. Deshalb bleibt im Herbst zumindest ein Teil der Gräser stehen. Auch dürre Staudenstängel dürfen zum Teil das ganze Jahr über bleiben, damit Insekten weiterhin Unterschlupf finden. Manche Wildbienen nutzen je nach Art Hohlräume und Pflanzenstängel als Nistplatz.
Wie lange so ein Quartier hält, hängt an der Standfestigkeit. Das Riesen-Federgras bildet bis zu 2 m hohe Blütenhalme, deren Zierwirkung bis in den Winter anhält. Das Reitgras Calamagrostis × acutiflora ‘Karl Foerster’ blüht ab Mitte Juni und bleibt durch seine aufrechte Gestalt bis in den Winter wirksam.
Sommergrüne Gräser werden erst im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb bodennah geschnitten, danach ist die Fläche bis zum Austrieb kahl. Frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen überbrücken in Staudenmischpflanzungen genau die Zeit zwischen Winterrückschnitt und neuem Austrieb. Ich setze deshalb Krokusse zwischen die Gräser, denn sie ergänzen im Frühjahr zugleich das Nahrungsangebot für Bienen.
Räum die Gräser im Herbst nicht komplett ab. Lass zumindest einen Teil der Horste und dürren Stängel als Winterquartier stehen und verschiebe den Schnitt sommergrüner Gräser ins zeitige Frühjahr, vor den Neuaustrieb.
Kein Nektar: warum Gräser Blühpartner brauchen
Pollen dient Bienen als Aufbaunahrung, Nektar liefert ihnen Energie. Süßgräser bilden als Windbestäuber keinen Nektar. In einem reinen Gräserbeet fehlt Bienen damit die Energiequelle, so naturnah es auch wirkt.
Zu jeder Gräsergruppe setze ich deshalb Stauden mit offenen, ungefüllten Blüten. Bei gefüllten Blüten können Staub- und Fruchtblätter ihre ursprüngliche Funktion verlieren. Stark gefüllte Blüten bieten Insekten häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung.
Eine artenreiche Pflanzung mit unterschiedlichen Blütezeiten verlängert das Angebot für Insekten. Mein Plan reicht vom frühen Frühjahr bis in den Spätherbst: Lungenkraut im Frühjahr, Indianernesseln, Kokardenblumen und Lavendel im Sommer, ungefüllte Astern und Chrysanthemen im Herbst. Indianernesseln werden ausdrücklich mit Rutenhirse (Panicum virgatum) und Reitgras als Gräserpartnern empfohlen. Auch der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) passt zur Rutenhirse, wobei seine Attraktivität für Bienen je nach Sorte unterschiedlich ausfallen kann. Welche Stauden nach Höhe, Farbe und Standort zu welchem Gras passen, zeigt der Ratgeber, wie du Ziergräser und Blühpflanzen harmonisch kombinierst.
Samenstände für Vögel
Für Vögel plane ich Samenstände ein, die bis in den Winter am Stängel bleiben. An den Samenständen der Wegwarte fressen Stieglitze zur Samenreife. Auch die noch grünen Samen der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) nutzen sie als Nahrung. Beim Purpur-Sonnenhut ‘Roter Leuchtstern’ bleiben die Samenstände als Winterschmuck und Vogelnahrung stehen und werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Die Gräser stehen daneben und geben dem Beet im Winter seine Form.
Offener Boden zwischen den Horsten
Wildbienen brauchen neben Blütennahrung auch Nistplätze. Je nach Art sind das offene oder spärlich bewachsene Bodenstellen, Totholz oder Hohlräume. Die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) sammelt den Pollen für ihre Nachkommen an Witwenblumen und an der Tauben-Skabiose. Für ihre Nester braucht sie offenen Boden.
Die Tauben-Skabiose steht in Pflanzempfehlungen neben Federgras, Steppen-Salbei und Katzenminze. Pflanzt du sie so und lässt zwischen den Horsten offene Bodenstellen, kann die Biene Pollen und Nistplatz an einem Ort finden. In meiner sonnigen Gräserpflanzung halte ich deshalb eine kleine Fläche frei von Mulch und Bewuchs.
Heimische Ziergräser: welche Arten wohin passen
Für naturnahe Blühmischungen werden Wildpflanzen aus regionaler Herkunft empfohlen, weil sie an die örtlichen Bedingungen angepasst sind. Bei Gräsern halte ich es genauso und frage beim Kauf nach Art und Herkunft, nicht nur nach dem Handelsnamen. Die folgenden heimischen Gräser nutze ich je nach Platz im Garten.
| Gras | Standort | Was es mitbringt |
|---|---|---|
| Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) | sonnig bis halbschattig, nährstoffreich, frisch bis feucht | Raupenfutter unter anderem für das Große Ochsenauge; Blatthorste etwa 30 bis 50 cm, Blütenstände ungefähr 1 m |
| Mittleres Zittergras (Briza media) | sonnig, mager, mäßig trocken | etwa 20 bis 60 cm hoch; in der Artenauswahl für kalkhaltige Splitt- und Schotter-Sickermulden zusammen mit Tauben-Skabiose und Wiesen-Salbei |
| Wimper-Perlgras (Melica ciliata) | trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne | gehört zur selben Artenauswahl für kalkhaltige Sickermulden |
| Pracht-Federgras (Stipa pulcherrima) | sonnig, trocken, kalkhaltig | Federgras steht in Pflanzbeispielen neben der Tauben-Skabiose, der Pollenpflanze der Knautien-Sandbiene |
| Pfeifengras (Molinia caerulea) | frisch bis nass, nährstoffarm | für feuchte, magere Plätze |
| Berg-Segge (Carex montana) | trockenheitsverträglich, auch im Halbschatten | für trockene Plätze, die nicht in voller Sonne liegen |
Die Ansprüche liegen weit auseinander. Zittergras und Pfeifengras wollen magere Böden, die Rasen-Schmiele dagegen nährstoffreiche. Setze jedes Gras dorthin, wo sein Boden schon vorhanden ist, statt den Boden für das Gras umzubauen.
Federgras und Federborstengras sind nicht dasselbe. Stipa pennata ist ein Federgras, Pennisetum alopecuroides gehört zu den Federborstengräsern, zu denen auch die Lampenputzergräser zählen. Nimm beim Kauf deshalb den botanischen Namen mit.
Gartengräser aus anderen Regionen: Gerüst mit Grenzen
Chinaschilf, Japan-Segge oder Mandschurische Breitblatt-Segge tragen ihre Herkunft schon im Namen. Im naturnahen Garten sind solche Gräser nicht fehl am Platz, denn sie haben ihre Stärken bei Standort und Gestalt. Chinaschilf der Sinensis-Gruppe wächst auf frischen bis feuchten, nährstoffreichen Böden. Die Rutenhirse ist auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich.
Beim Lampenputzergras entscheidet die Art. Pennisetum orientale kommt mit trockenen, gut drainierten, sandig-humosen Böden zurecht. Die Sorten ‘Hameln’ und ‘Little Bunny’ brauchen dagegen eher frische, nährstoffreiche Böden. Die weißrandige Japan-Segge will einen frischen, humosen Platz im Halbschatten oder Schatten und verträgt Sonne nur bei ausreichender Bodenfeuchte.
Mein Weg ist eine Mischung. Das Gerüst darf aus bewährten Gartengräsern bestehen, Raupenfutter plane ich mit heimischen Arten wie der Rasen-Schmiele fest ein. Bei Arten, die sich stark ausbreiten können, ziehe ich dagegen eine klare Grenze.
Invasives Potenzial: welche Gräser sich ausbreiten
Breiten sich alle Ziergräser unkontrolliert aus? Nein. Sterile Sorten wie das Reitgras ‘Karl Foerster’ können sich nicht über Samen vermehren. Ein Risiko sind einzelne Arten, die sich über Samen oder Rhizome kräftig ausbreiten.
Das Afrikanische Lampenputzergras (Pennisetum setaceum) kann Dominanzbestände bilden und dadurch andere Vegetation verdrängen. In einen Garten am Rand naturnaher Flächen pflanze ich es deshalb nicht.
Andere Gräser breiten sich unter der Erde aus. Die Mandschurische Breitblatt-Segge breitet sich durch flach verlaufende Rhizome kräftig aus. Neben schwachwüchsige Nachbarn setze ich sie deshalb nicht.
Bambus gehört botanisch ebenfalls zu den Gräsern. Stark ausläuferbildender Bambus braucht eine widerstandsfähige Rhizomsperre, und das gilt auch für niedrige Arten der Gattungen Pleioblastus und Sasa. Je nach Gattung und Art bilden andere Bambusse eher geschlossene Horste.
Das Reitgras ‘Karl Foerster’ ist steril und bleibt bis in den Winter aufrecht stehen. Du kannst es also als Winterquartier stehen lassen, ohne dass sich Sämlinge im Beet verteilen. Wie du SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. und AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. im Naturgarten lenkst, zeigt der Ratgeber, wie du Ziergräser für den naturnahen Garten auswählst und pflegst.
Ökologische Vorteile: Wasser, Boden und Kohlenstoff
Trockene Plätze mit wenig Gießwasser
Für sonnige, trockene Lagen gibt es Gräser, die nach dem Einwachsen mit wenig zusätzlichem Wasser auskommen. Blau- und Schafschwingel eignen sich für warme, eher trockene, durchlässige Sand- bis Steinböden. Das Pracht-Federgras wächst an sonnigen, trockenen und kalkhaltigen Standorten. Für den Halbschatten kommt die trockenheitsverträgliche Berg-Segge infrage.
Der Boden muss dazu passen. Blauschwingel (Festuca cinerea) reagiert empfindlich auf zu hohe Bodenfeuchtigkeit und gehört deshalb nicht in schweren, nassen Boden. Gegossen wird seltener, aber durchdringend, bevor der Untergrund ganz austrocknet.
Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung und vermindert das Aufheizen des Bodens. In sonnig-trockenen Pflanzungen auf mageren, durchlässigen Böden nehme ich mineralischen Mulch aus Kies oder Splitt. Rindenmulch eignet sich im Kiesbeet wegen des feucht-sauren Milieus nicht.
Trockenheitsverträgliche Gräser nach der Pflanzung sich selbst überlassen. Auch sie brauchen eine verlässliche Wasserversorgung, bis sie fest im Boden verwurzelt sind. Neu angelegte Pflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang.
Boden schützen: Bodendecker statt Hacke
Bewachsene Bodendeckerflächen schützen allgemein vor Erosion und hemmen den Unkrautaufwuchs. Die Mandschurische Breitblatt-Segge eignet sich als BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. für Plätze mit viel Falllaub. Unter solchen Gehölzen kann sie den Boden so vor Abtrag schützen, während ihre kräftige Ausbreitung dort keine Beetnachbarn bedrängt.
Zwischen eingewachsenen Gräsern und Stauden hacke ich nicht. Hacken zerstört die obere Wurzelschicht und stört den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. der Pflanzung. Unerwünschte Pflanzen ziehe ich heraus oder steche sie aus. Mechanische Belastung kann außerdem die Lebensbedingungen der BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. beeinträchtigen.
Auf mageren Plätzen dünge ich nicht. Stauden natürlich nährstoffarmer Standorte werden erst bei erkennbaren Mängeln gedüngt, weil übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum und geringere Winterhärte fördern kann. Auch bei der Umstellung von Rasen zur Blumenwiese unterbleibt die Stickstoffdüngung, damit Gräser nicht stärker gefördert werden als die gewünschten Kräuter und Blumen.
Ziergräser als CO2-Speicher
Gräser nehmen wie alle grünen Pflanzen Kohlendioxid auf und bauen den KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. in Halme, Blätter und Wurzeln ein. Wie viel ein Gräserbeet im Hausgarten dauerhaft bindet, lässt sich nicht verlässlich beziffern. Rechne deshalb nicht mit einem bestimmten Klimaeffekt aus deinem Beet.
Greifbar ist der Weg über den Boden. Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus wieder für Pflanzen verfügbar. Humus verbessert die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und erhöht die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern.
Auswahl, Gestaltung und Pflege im Überblick
Welches Gras an welchen Platz gehört, hängt vor allem an Boden und Licht. Pfeifengräser brauchen frische bis feuchte Böden, Schwingel warme und durchlässige. Die Auswahl nach Gartensituation und den Jahreslauf der Gräser behandelt der Ratgeber zum naturnahen Garten ausführlich.
Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Sommergrüne Gräserhecken sind von März bis Mai niedrig und bieten dann keinen ausgewachsenen Sichtschutz. Wie du eine dichte Gräserwand als Sichtschutz planst, zeigt der Ratgeber dazu.
Sommergrüne Ziergräser schneidest du im zeitigen Frühjahr vor dem Neuaustrieb bodennah zurück. Bei immergrünen Gräsern entfernst du nur braun gewordene Halme und Blätter. Wann und wie du Ziergräser je nach Art und Wuchsform schneidest, erklärt der Pflege-Ratgeber.
Gepflanzt werden Ziergräser am günstigsten im zeitigen Frühjahr bei bereits erwärmtem Boden, Herbstpflanzungen können schlechter anwachsen. Innen verkahlende Horste gräbst du im Frühjahr aus und teilst sie. Wie du Ziergräser pflanzt, vermehrst und gesund hältst, zeigt der Ratgeber dazu.
Ausblick: Gräser auf Dach, Kies und Wiese
Lebensraum mit Gräsern entsteht auch dort, wo kein klassisches Staudenbeet Platz hat. Für extensive Dachbegrünungen eignen sich zum Beispiel Regenbogen-Schwingel und Blaugras. Im bepflanzten Kiesbeet bilden Stipa calamagrostis ‘Algäu’, Euphorbia seguieriana var. niciciana und Sedum telephium in Sorten eine fachlich dokumentierte Kombination mit langer gestalterischer Wirkung.
Für ein bepflanztes Kiesbeet auf steinigem oder sandigem Boden lockerst du die unkrautfreie Fläche 30 bis 40 cm tief. Als Mulch dient Kies oder Splitt mit einer Körnung von 8 bis 16 mm, aufgebracht in einer Schicht von mindestens 5 cm, besser 7 cm.
Auch bei den Blühpartnern lohnt der Blick auf Prüfergebnisse. In der Leistungsprüfung der LWG fielen die Indianernesseln ‘Pardon My Rose’ und ‘Electric Neon Pink’ durch besonders intensiven Insektenbeflug auf. Die Kokardenblumen-Serien ‘Gusto’ und ‘SpinTop’ galten dort als besonders attraktiv für Insekten. Solche Ergebnisse nutze ich, wenn ich neue Partner für meine Gräser aussuche.
Für Blumenwiesen gilt dasselbe Prinzip wie im Beet. Die Saatgutmischung soll zum vorhandenen Boden passen, statt einen nährstoffreichen Gartenboden ungeprüft als Magerstandort zu behandeln.




