Wildblumensamen aussäen: Zeitpunkt, Kreuzsaat und Andrücken statt Einharken
- Im Frühjahr säst du Wildblumensamen bevorzugt von Anfang März bis Ende April.
- Im Spätsommer eignet sich bevorzugt die Zeit von Mitte August bis Ende September.
- Säe kurz vor feuchtem Wetter, denn die Samen brauchen mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit.
- Von Hand streust du die halbe Saatmenge längs und die andere Hälfte quer.
- Arbeite die Saat nicht ein, sondern drück sie an; Lichtkeimer wie Margerite und Klatsch-Mohn bleiben so an der Oberfläche.
- Bei der Maschinensaat bleiben Säscharen und Striegel angehoben.
Du hast eine Wildblumenmischung gekauft und fragst dich, wann sie in den Boden soll. Im Frühjahr eignet sich bevorzugt die Zeit von Anfang März bis Ende April. Im Spätsommer ist es die Zeit von Mitte August bis Ende September. Günstig ist jeweils ein Termin kurz vor feuchtem Wetter. Ich schaue vor dem Säen deshalb nicht nur in den Kalender, sondern auch in die Wettervorhersage.
Beim Säen selbst kommt es auf die Tiefe an. Das feine Saatgut bleibt an der Oberfläche: Du streust es längs und quer und drückst es an, statt es einzuharken. LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. wie Margerite und Klatsch-Mohn sind genau darauf angewiesen.
Wann du Wildblumensamen aussäst
Für Wildblumenwiesen gibt es zwei AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr., eines im Frühjahr und eines im Spätsommer. Für bestimmte mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Mischungen aus Wildblumen und Wildgräsern reichen die geeigneten Fenster weiter. Die Tabelle stellt beide Angaben nebeneinander.
| Angabe | Frühjahr | Spätsommer und Herbst |
|---|---|---|
| Wildblumenwiese, bevorzugt | Anfang März bis Ende April | Mitte August bis Ende September |
| bestimmte mehrjährige Wildblumen-Wildgräser-Mischungen, geeignet | Februar bis Mai | August bis Oktober |
Halte dich an die bevorzugten Fenster, wenn deine Mischung nichts anderes vorgibt. Manche Mischungen haben eigene Termine. Welche Mischung in welchem Monat in den Boden kommt, erklärt der Ratgeber dazu, wann du welche Blumenmischung aussäst.
Säen, bevor feuchtes Wetter kommt
Innerhalb des Fensters legst du die Aussaat möglichst kurz vor eine feuchte Wetterphase. Die Samen brauchen mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um zu quellen und zu keimen. Durchgehend heißt: Bleibt in dieser Zeit der Regen aus, hältst du die Fläche die ganze Zeit selbst feucht. Ich lege den Saattag deshalb auf den Beginn einer angekündigten Regenphase.
Frühjahr oder Spätsommer?
Welcher Termin besser passt, hängt auch davon ab, was du im ersten Jahr sehen willst. Die Wiesenmargerite kommt im Jahr nach der Aussaat zur ersten Blüte. Bei Arten mit diesem Verlauf fällt die erste Blüte ins Folgejahr, ob du im März oder im August desselben Jahres säst. Gegenüber der Frühjahrsaussaat verlierst du mit dem Spätsommertermin bei ihnen also kein Blühjahr.
Wer schon im ersten Sommer Farbe möchte, greift zu einer einjährigenEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. Sommerblumenmischung, die ab Mitte April gesät werden kann. Unter passenden Bedingungen blüht sie etwa 6 bis 8 Wochen später, wird dafür aber jedes Jahr neu eingesät.
Regionale Unterschiede
Innerhalb der Monatsangaben richtest du dich nach dem Wetter in deiner Gegend. Für mediterrane, gemäßigte und kontinentale Bedingungen erklärt ein eigener Ratgeber, wie du Artenwahl, Aussaatzeit und Pflege an dein Klima anpasst.
Vor dem Säen: Saatbett, Menge und Herkunft
Quecke, Giersch und andere konkurrenzstarke Pflanzen kommen vor der Ansaat mitsamt ihren Wurzeln heraus. Nach dem Umgraben lässt du das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. etwa 2 bis 4 Wochen setzen und bearbeitest es vor der Aussaat nur noch flach. Welcher Platz taugt und wie du ihn vorbereitest, steht im Ratgeber darüber, welcher Standort sich für eine Blumenwiese eignet.
Für feines Kräutersaatgut einer Blumenwiese werden meist 1 bis 3 g/m² verwendet, maßgeblich bleibt die Empfehlung deiner Mischung. Feines Wildwiesensaatgut kannst du mit trockenem Trägermaterial auf insgesamt 10 g/m² ausbringbare Mischung strecken. Wie du die Menge für deine Fläche ausrechnest, zeigt der Ratgeber dazu, wie viel Saatgut deine Blumenwiese braucht.
Für regionales, gebietseigenes Saatgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Frag beim Kauf, aus welchem davon deine Mischung stammt. Mehr zur Wahl von Mischung und Saatgut fasst der Überblick über Wildblumen, ihre Mischungen und ihren Nutzen für Insekten zusammen.
Breitsaat von Hand: halb längs, halb quer
Breitsaat heißt: Du streust das Saatgut flächig aus statt in Reihen. Feines Kräutersaatgut für eine Blumenwiese verteilst du auf der Bodenoberfläche und walzt es danach an. Dazu teilst du die Saatmenge und gehst die Fläche in zwei gekreuzten Durchgängen ab.
- Wiege die Saatmenge für die ganze Fläche ab. Streckst du sie mit trockenem Trägermaterial, mischst du beides gründlich durch.
- Teile die Mischung in zwei gleich große Hälften.
- Streue die erste Hälfte in Längsbahnen über die gesamte Fläche.
- Bring die zweite Hälfte quer dazu aus, wieder über die ganze Fläche.
- Arbeite die Saat nicht ein, sondern drück sie an.
Ich fülle die beiden Hälften in zwei Eimer, damit ich beim Quergang nicht aus Versehen vom Rest der ersten Runde nehme. Beim Streuen halte ich die Hand tief über dem Boden und gehe in gleichmäßigem Tempo.
Vor dem Säen spanne ich Schnüre als Bahnmarkierung über die Fläche. Daran sehe ich beim Längs- und beim Quergang, wo ich schon gestreut habe.
Maschinelle Aussaat auf größeren Flächen
Auf größeren Flächen kann eine Sämaschine die Arbeit übernehmen. Damit oberflächlich ausgebrachtes Wiesensaatgut unbedeckt liegt, hebst du Säscharen und Striegel an. Abgesenkt würden sie die Samen bedecken. Danach walzt du die Fläche an wie nach der Handsaat. Leihe ich eine Maschine, prüfe ich vor dem ersten Meter, ob beide Teile oben sind.
Nicht einarbeiten: warum Lichtkeimer oben bleiben
Lichtkeimer sind Samen, die zum Keimen Licht brauchen. Sie liegen an der Oberfläche oder sind höchstens sehr dünn bedeckt.
Margerite, Klatsch-Mohn und Gänseblümchen gehören zu den Lichtkeimern. Ihre Saattiefen liegen entsprechend knapp an der Oberfläche:
| Art | Lichtkeimer | SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. |
|---|---|---|
| Margerite | ja | 0 bis 0,5 cm |
| Klatsch-Mohn | ja | 0 bis 1 cm |
| Gänseblümchen | ja | 0 bis 0,5 cm |
Die Margerite säst du oberflächennah, höchstens etwa 0,5 cm tief, und Wiesensaatgut wird ohne Einarbeiten nur angedrückt. Wer nach dem Streuen trotzdem mit dem Rechen über die Fläche geht, zieht genau die Samen in den Boden, die oben liegen sollen.
„Ein leichtes Einharken schadet nicht.“ Bei Wiesensaat ist Einarbeiten weder von Hand noch mit der Maschine vorgesehen. Sie bleibt unbedeckt an der Oberfläche und wird nur angedrückt.
Andrücken statt einharken
Statt einzuarbeiten drückst du die Saat an: auf größeren Flächen mit einer Walze, auf kleinen mit einem Brett, in Ecken mit dem Schaufelrücken. Ich lege dafür ein Brett auf, stelle mich darauf und rücke es Stück für Stück weiter. Wie sich das Anwalzen in die ganze Neuanlage einfügt, zeigt die Anleitung, mit der du eine Blumenwiese Schritt für Schritt anlegst.
Nach der Aussaat: feucht halten, Beikraut im Blick
Fehlt Regen, hältst du die Fläche selbst feucht, je nach Anleitung in den ersten 5 bis 6 Wochen durchgehend. Läuft rasch BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. auf, kommt im Ansaatjahr ein SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. infrage. Gießen, Jäten und Schneiden im ersten Jahr erklärt der Ratgeber zur Pflege einer frisch angelegten Blumenwiese, für die Zeit danach gibt es einen Pflege-Jahresplan für die etablierte Wiese.





