Blumen · Wildblumen · Pflege

Blumenwiese pflegen und nachsäen: dein Jahresplan ab dem zweiten Jahr

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ab dem zweiten Jahr wird eine Blumenwiese je nach Wüchsigkeit und Standort ein- bis dreimal im Jahr gemäht.
  • Lücken säst du bevorzugt von Anfang März bis Ende April oder von Mitte August bis Ende September nach.
  • Zum Nachsäen den Altbewuchs kurz mähen, den Boden kräftig aufrauen, Saatgut aufstreuen und andrücken.
  • Eine Schnitthöhe von etwa 10 cm hilft, Lurche und andere Tiere zu schonen.
  • Mähgut nach kurzem Antrocknen abräumen und nicht als Mulchschicht liegen lassen.
  • Eine artenreiche Blumenwiese wird nicht routinemäßig gedüngt, und auch Kompost zählt als Dünger.
  • Staffelmahd in Teilflächen lässt den Tieren ungemähte Rückzugsbereiche.

Ab dem zweiten Jahr verschiebt sich die Arbeit an einer Blumenwiese: Gießen tritt in den Hintergrund, Mähen und Beobachten werden wichtiger. Viel ist nicht zu tun, aber es sollte zur richtigen Zeit passieren. Wird eine etablierte Wiese zu selten gemäht, kann das auf Dauer die Gräser fördern und die Blütenvielfalt verringern. Ich führe für meine Wiese deshalb einen einfachen Jahreskalender und trage dort ein, was im Frühjahr, im Sommer und bis zum Winter ansteht.

Was eine etablierte Blumenwiese ausmacht

Eine mehrjährige Blumenwiese wechselt im Lauf des Jahres ihr Bild: kurzer Bewuchs im Frühjahr, Blühaspekt im Sommer, dann die gemähte Fläche und neuer Aufwuchs im Herbst. Auch von Jahr zu Jahr sieht sie anders aus. Wie du Standort und Boden wählst und eine Wiese neu anlegst, findest du in den Grundlagen zu Wildblumen von Standort und Boden bis zur Aussaat.

In einer artenreichen Wiese bieten Gräser wie Kräuter Tieren Nahrung und Deckung. Was Blumenwiesen darüber hinaus leisten, liest du im Beitrag darüber, was Blumenwiesen für die Artenvielfalt bedeuten.

Im ersten Jahr nach der Aussaat gelten eigene Regeln. Dann wird die Fläche gleichmäßig feucht gehalten, und gegen rasch auflaufendes Beikraut ist ein Schröpfschnitt vorgesehen, also ein Pflegeschnitt, der den konkurrierenden Aufwuchs kappt. Beides findest du im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt über die ersten Wochen und unter Gießen und Witterung; der Jahresplan hier setzt danach an.

Der Jahresplan auf einen Blick

Die Termine verschieben sich mit dem Wetter, weil die Entwicklung von Wildpflanzen auf längere Witterungsverläufe reagiert. Nimm die Monate als Rahmen und schau auf deine Wiese.

Jahreszeit Was an der etablierten Wiese ansteht Zeitrahmen
Frühjahr Wiese auf Lücken und nasse Stellen prüfen, alte Stängel zurückschneiden, Lücken nachsäen Nachsaat Anfang März bis Ende April
Frühjahr bis Spätsommer Jätgänge gegen Problemunkräuter 2 bis 3 Gänge zwischen Mai und September
Frühsommer Hauptblüte beobachten, auf stark wachsenden Wiesen der erste Schnitt Hauptblüte häufig im Mai und Juni
Sommer Sommerrückschnitt mehrjähriger Garten-Blühmischungen ab dem zweiten Standjahr, Staffelmahd je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli
Spätsommer und Herbst Herbstmahd, Mähgut abräumen, zweites Nachsaatfenster Mahd magerer Wiesen etwa Mitte bis Ende September, Nachsaat Mitte August bis Ende September
Winter Stängel und Fruchtstände stehen lassen, das nächste Jahr planen kein fester Termin

Ich hänge mir diese Übersicht in den Geräteschuppen und hake ab, was erledigt ist.

Frühjahr: Wiese prüfen und Lücken nachsäen

Kontrolle nach dem Winter

Sobald der Boden abgetrocknet ist, gehe ich die ganze Wiese ab. An jede kahle Stelle stecke ich einen Stab, damit ich sie wiederfinde, wenn ringsum alles höher steht. Achte dabei auch auf Stellen, an denen Wasser lange stehen bleibt. Das kann auf verdichteten oder verschlämmten Boden hindeuten, denn beides kann die Wasseraufnahme vermindern und den Oberflächenabfluss verstärken. Bei einer Wiesenanlage nach Bauarbeiten werden solche Verdichtungen vor der Aussaat gelockert, und an einer Nachsaatstelle gehe ich genauso vor.

Hast du über Winter Stängel stehen lassen, schneidest du sie jetzt zurück. Bei geeigneten Blühmischungen ist genau das vorgesehen: Die Stängel bleiben im Winter stehen, der Rückschnitt folgt im Frühjahr. Abgestorbene Karden- oder Distelstängel am Rand der Wiese kannst du auch zwei Jahre lang stehen lassen, weil bestimmte Wildbienen sie nutzen.

Jetzt dran

Geh die Wiese ab, markiere kahle und nasse Stellen, schneide alte Stängel zurück und plane die Nachsaat ins Fenster von Anfang März bis Ende April.

Blumenwiese nachsäen: so schließt du Lücken

Für lückige, nährstoffarme Bestände gibt es eine Ergänzung ohne Umbruch, du musst also nicht umgraben. So gehe ich an einer kahlen Stelle vor:

  1. Zeitfenster wählen. Für Ansaaten in Wildblumenwiesen eignen sich bevorzugt Anfang März bis Ende April oder Mitte August bis Ende September. Säe möglichst kurz bevor feuchte Witterung einsetzt.
  2. Wurzelunkräuter herausnehmen. Drängen Quecke oder Giersch in die Lücke, entfernst du sie mitsamt den Wurzeln.
  3. Kurz mähen und aufrauen. Mähe den Altbewuchs an der Stelle kurz und raue den Boden kräftig auf, bis offene Erde zu sehen ist.
  4. Kreuzweise säen. Teile das Saatgut und streue die eine Hälfte in Längsrichtung, die andere quer dazu. Die Menge richtet sich nach der Empfehlung der Mischung.
  5. Andrücken statt einarbeiten. Feines Kräutersaatgut bleibt auf der Oberfläche. Drücke es mit Walze, Brett oder Schaufelrücken an.
  6. Feucht halten. Die Stelle bleibt mindestens bis zur Keimung feucht. Für eine ganze Wiesenansaat werden etwa 6 Wochen gleichmäßige Feuchte empfohlen.
  7. Abwarten. Die Arten einer Wildblumenmischung keimen unterschiedlich schnell, manche erst nach einem Kältereiz. Ich lasse die Stäbe deshalb bis zum nächsten Frühjahr stecken.

Willst du eine ganze grasreiche Fläche mit Kräutern anreichern, wird mehr vom Bestand geöffnet. Die Berliner Anleitung sieht vor, etwa 50 % der Vegetationsdecke durch Vertikutieren oder streifenweises Abschälen zu öffnen.

Zahl im Blick

Auf stark vertikutierte, geeignete Wiesen- oder Rasenflächen kommen 1 bis 2 g/m² Saatgut aus 100 % Kräutern. Es wird oberflächlich ausgebracht und angewalzt. Geeignet ist nur ein Bestand ohne Obergräser, Sportrasen ist ausgeschlossen. Danach hältst du das vorhandene Gras kurz, bis die neuen Kräuter Rosetten gebildet haben.

Manche Arten keimen erst nach einem Kältereiz, und das Gras bleibt kurz, bis die Kräuter Rosetten haben. Nach einer Nachsaat im Spätsommer kann sich das Kurzhalten deshalb bis ins nächste Jahr ziehen.

Für die Nachsaat nimmst du eine Mischung, die zu deinem Boden und zur bestehenden Wiese passt. Prüfe die Artenliste und die Angaben heimisch und mehrjährig, denn die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten. Mehr zu Zeitpunkt und Technik findest du im Ratgeber, wann und wie du Blumenwiesensamen aussäst.

Problemkräuter im Frühjahr und Sommer jäten

Für mehrjährige Garten-Blühmischungen sind zwischen Mai und September 2 bis 3 Jätgänge gegen Problemunkräuter üblich. Gemeint sind konkurrenzstarke Arten wie Quecke und Giersch, nicht die Wiesenkräuter selbst. In frischen Nachsaatstellen entfernst du einzeln auftretenden stumpfblättrigen Ampfer möglichst früh von Hand. Ich jäte mit dem Unkrautstecher und knie dabei auf einem Brett, damit ich keine Jungpflanzen zertrete. Was ich herausziehe, kommt nicht auf die Wiese zurück.

Sommer: Hauptblüte beobachten, gezielt eingreifen

Hauptblütezeit: beobachten statt eingreifen

Ihren Hauptblühzeitraum hat eine heimische Blumenwiese häufig im Frühsommer, etwa im Mai und Juni. In dieser Zeit hältst du dich mit Eingriffen zurück. Ich gehe in der Blütezeit regelmäßig mit einem Notizheft über die Wiese. Darin steht, was blüht, was verblüht ist und wo schon Samen reifen. Solche Beobachtungen halten fest, wann Austrieb, Blüte und Fruchtreife eintreten, und daraus plane ich im Winter die Mahdtermine.

Hitze und Trockenheit können Blüten schneller verblühen lassen und das Angebot an Pollen und Nektar vermindern. Eine etablierte Blumenwiese braucht im Sommer trotzdem normalerweise kein zusätzliches Wasser, eine Notbewässerung kommt höchstens bei extremer Trockenheit infrage. Wie du bei Dürre vorgehst, steht im Wildblumen-Ratgeber unter Gießen und Witterung.

Dominante und invasive Pflanzen gezielt entfernen

Breitet sich eine Art so stark aus, dass sie andere verdrängt, greifst du gezielt bei dieser Art ein, statt die ganze Fläche zu mähen. Ein Beispiel ist die Riesen-Goldrute. Kleine Bestände kannst du über mehrere Jahre immer wieder von Hand entfernen. Halte dabei Verletzungen des Bodens gering, denn sie fördern die Keimlinge. Ich ziehe die Triebe einzeln und trete die Stelle danach wieder an. Wo ich eine Pflanze nicht herausbekomme, schneide ich ihre Blütenstände ab, bevor sie Samen bilden. Bei großen Beständen oder wenn du die Art nicht sicher erkennst, hol dir Rat bei einer Gartenberatung.

Mähen ab dem zweiten Jahr: Termine, Höhe, Technik

Wie oft du mähst, hängt an der Wüchsigkeit

Garten-Blumenwiesen brauchen je nach Wüchsigkeit und Standort 1 bis 3 Mähgänge im Jahr. Ein regionaler Pflegeplan für etablierte Wiesen ordnet die Schnitte so zu:

Fläche und Wüchsigkeit Schnitte im Jahr Termine im regionalen Pflegeplan
sehr mager und trocken 1 August
mäßig nährstoffreich, mäßig wüchsig 2 Mitte Juni und Mitte September
sehr nährstoffreich, starkes Wachstum 3 Mitte Mai, Mitte Juli sowie Ende September bis Anfang Oktober

Auf nährstoffarmen, durchlässigen und trockenen Wiesen kann auch eine einzige Mahd im Herbst ausreichen, etwa Mitte bis Ende September. Auf stärker wachsenden Wiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten anzeigen, dass der erste Schnitt dran ist. Mehrjährige Garten-Blühmischungen bekommen ab dem zweiten Standjahr je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli einen Sommerrückschnitt.

Wächst die Wiese im Sommer sehr üppig, mähst du nicht alles auf einmal. Lass einen Teil der Fläche als Rückzugsort stehen und mähe ihn erst beim nächsten Durchgang.

Schnitthöhe, Mähgerät und Mähgut

Stell das Mähwerk auf etwa 10 cm Schnitthöhe ein. Diese Höhe hilft, Lurche und andere Tiere bei der Mahd zu schonen. Auch für mehrjährige Garten-Blühmischungen wird sie empfohlen. Ein Balkenmäher mit Messerschneidwerk gefährdet weniger Tiere als ein Rotationsmäher. Bevor ich mähe, gehe ich die Fläche langsam ab und schaue nach Kröten und Nestern.

Das Mähgut darf kurz liegen bleiben, damit Samen ausfallen. Nach kurzem Antrocknen räumst du es ab, weil dauerhaft liegendes Material eine Filzschicht bildet. Ausführlich liest du, wie du Mähtermin, Mähgerät und Mähgut auf deinen Wiesentyp abstimmst.

Staffelmahd, Mosaikmahd und Altgrasstreifen

Bei der Staffelmahd mähst du die Wiese nicht auf einmal, sondern in Teilflächen nacheinander. So bleiben ungemähte Bereiche, in die sich die Tiere der Wiese zurückziehen können. Die nächste Teilfläche ist erst dran, wenn die zuvor gemähte ausreichend nachgewachsen ist. Je nach Witterung und Tierwelt kann das etwa vier bis sechs Wochen dauern. Eine Variante ist die Mosaikmahd, bei der du verschiedene, über die Wiese verteilte Bereiche zu unterschiedlichen Zeiten mähst. Ungemähte Altgrasstreifen bieten während der Mahd Rückzugsräume und können Nist- und Überwinterungsstrukturen erhalten.

Marias Erfahrung

Ich teile meine Wiese mit Stäben in Abschnitte und notiere für jeden das Mähdatum. Bei jedem Durchgang lasse ich einen schmalen Streifen stehen, den ich erst beim nächsten Gang mitmähe.

Wenn die Gräser überhandnehmen

Wird deine Wiese von Jahr zu Jahr grasiger, kann das ein Hinweis auf zu seltenes Mähen sein. Passe die Zahl der Schnitte dann an die Wüchsigkeit an und räume das Mähgut jedes Mal ab. Regelmäßige Mahd mit vollständigem Abräumen entzieht der Fläche nach und nach Nährstoffe. Auf wüchsigen Standorten kann das bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken. Verlass dich aber nicht darauf, dass es auf jedem Boden so kommt. Für eine Nachsaat auf nährstoffreichem Boden wählst du eine Blumenwiesenmischung, die darauf abgestimmt ist.

Düngen: Die Blumenwiese bekommt nichts extra

Eine dauerhafte, artenreiche Garten-Blumenwiese wird nicht routinemäßig gedüngt. Auf einer mageren Wiese verzichtest du ganz darauf, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Für Wiesen-Margeriten weist der BUND darauf hin, dass Düngung sie aus dem Bestand verdrängen kann.

Kompost und Stallmist sind ebenfalls Dünger und können bei zu hohen Gaben Nährstoffe anreichern. Wer Kompost in Lücken streut, um der Nachsaat zu helfen, kann also genau die Gräser fördern, gegen die sich die Wildblumen behaupten sollen. Mehr dazu liest du im Beitrag darüber, was natürliche Düngung bei Blumenwiesen bedeutet.

Häufiger Fehler

Das Mähgut als Mulch auf der Wiese lassen. Bleibt es dauerhaft liegen, wird es zur düngenden Mulchschicht und bildet einen Filz. Räum es nach kurzem Antrocknen ab.

Herbst und Winter im Überblick

Herbst

Im Herbst steht auf vielen Wiesen der letzte Schnitt an, auf mageren, trockenen Flächen kann er der einzige sein. Auch dann bleibt das Mähgut nur kurz liegen, damit Samen ausfallen, und wird danach abgeräumt. Von Mitte August bis Ende September läuft das zweite Fenster für die Nachsaat. Welche Arbeiten im Herbst im Einzelnen anstehen, von der Bestandsaufnahme bis zum Winterschutz, liest du im Beitrag darüber, wie du deine Blumenwiese im Herbst auf den Winter vorbereitest.

Winter

Im Winter ruht die Arbeit an der Wiese fast ganz. Lass in ungemähten Streifen und am Rand Stängel und Samenstände stehen, denn sie können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Die Fruchtstände der Wilden Karde können über Winter auch für Vögel stehen bleiben. Für dich ist der Winter die Zeit, das nächste Wiesenjahr zu planen.

Planung und Vorbereitung für das kommende Jahr

Im Winter setze ich mich mit meinen Notizen aus dem Sommer hin und plane das nächste Wiesenjahr. Dabei gehe ich diese Fragen durch.

Wo war die Wiese lückig oder grasig? Die markierten Stellen kommen auf die Nachsaatliste. Grasige Bereiche können im Mahdplan einen zusätzlichen Schnitt bekommen, passend zu ihrer Wüchsigkeit.

Wann ist welche Teilfläche dran? Ich trage für jeden Abschnitt die Mahdtermine in den Kalender ein. Die Notizen zum Verblühen der Margeriten helfen mir, den ersten Schnitt auf wüchsigen Flächen einzuordnen.

Wo laufen Wege und Ränder? Wege, Spiel- und Sitzbereiche hältst du innerhalb der Wiese durch regelmäßiges Kurzmähen frei. Neben hoch wachsenden Blumenwiesen empfiehlt sich entlang von Wegen und Beeten ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen, der umfallende Halme auffängt. Blumeninseln im Rasen lassen sich mit regelmäßig gemähten Randbereichen einfassen.

Welches Saatgut brauche ich? Saatgut für die Nachsaat besorgst du rechtzeitig vor dem Frühjahrsfenster. Hast du im Sommer eigene Samen gesammelt, trocknest du sie vollständig nach. Dann lagerst du sie in beschrifteten Tüten trocken, kühl und dunkel bis zur Aussaat.

Zahl im Blick

Für mehrjährige Garten-Blühmischungen wird ein Pflegezeitbedarf von etwa 1 bis 2 Minuten je m² und Jahr angegeben, für einjährige Garten-Blühmischungen etwa 5 bis 8 Minuten. Einjährige Sommerblumenflächen werden außerdem jedes Jahr neu eingesät.

Hast du neben der Wiese noch eine einjährige Blühfläche, plane für sie die jährliche Neueinsaat und mehr Pflegezeit ein als für die mehrjährige Wiese.

Mini-Checkliste

Notizen zu Blüte, Lücken und Problemkräutern auswerten, Teilflächen und Mähtermine festlegen, Wege und Randstreifen abstecken, Saatgut für die Nachsaat besorgen und die Artenliste prüfen, eigene Samen trocken, kühl und dunkel lagern.

Spezielle Pflegetipps für besondere Flächen

Schattsaum am Gehölzrand

Unter dicht stehenden Bäumen passt statt einer gewöhnlichen Blumenwiese eine Mischung, die eigens für Gehölzsäume zusammengestellt ist. Einen etablierten Schattsaum mähst du möglichst abschnittsweise, im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Manche Arten werden dort erst nach 3 bis 4 Jahren blühreif. Gib der Fläche diese Zeit, bevor du Lücken nachsäst.

Blumenrasen und Kräuterrasen

Nicht jede Fläche muss hoch wachsen. Ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen kann blütenreich und trotzdem betretbar bleiben. Einen etablierten Blumenrasen mit Gänseblümchen mähst du je nach Aufwuchs etwa 3- bis 6-mal im Jahr. Düngen und Vertikutieren lässt du dort weg. Zusätzliches Wasser braucht er nach dem ersten Sommer höchstens bei starker Dürre oder Sommerhitze.

Bestimmte Arten fördern

Möchtest du bestimmte Arten stärker in der Wiese haben, säst du sie gezielt in kleine, vorbereitete Stellen nach. Auf lehmigem Wiesenboden kommen zum Beispiel Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage. Glockenblumen haben dabei einen eigenen Wert, weil einzelne Scherenbienenarten ihren Pollen ausschließlich an ihnen sammeln. Ich markiere solche Stellen mit einem Etikett, auf dem Art und Datum stehen.

Strukturen am Wiesenrand

Totholz, Laub- und Steinhaufen sowie Trockenmauern ergänzen das Blütenangebot um Brutplätze für verschiedene Insekten. Ich lege sie an den Rand der Wiese, damit sie beim Mähen nicht im Weg liegen. Wie du die Wiese mit Strukturen, Nisthilfen und Wasserstellen auch für Vögel einrichtest, liest du im Beitrag darüber, wie du deine Blumenwiese vogelfreundlich gestaltest.

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich eine Blumenwiese von einem herkömmlichen Rasen?
Eine Blumenwiese wird je nach Wüchsigkeit und Standort nur ein- bis dreimal im Jahr gemäht, und das Mähgut wird abgeräumt. Eine dauerhafte, artenreiche Blumenwiese wird nicht routinemäßig gedüngt und braucht etabliert im Sommer normalerweise kein zusätzliches Wasser. Gräser und Kräuter bieten in ihr Tieren Nahrung und Deckung. Soll die Fläche betretbar bleiben, ist ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen eine blütenreiche Alternative zum kurzen Zierrasen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat einer Wildblumenwiese?
Für Wildblumenwiesen eignen sich bevorzugt die Zeit von Anfang März bis Ende April und die Zeit von Mitte August bis Ende September. Gesät wird möglichst kurz vor beginnender feuchter Witterung, und Lücken in einer bestehenden Wiese säst du in denselben Fenstern nach. Danach bleibt die Fläche etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht. Die Arten keimen unterschiedlich schnell, manche erst nach einem Kältereiz.
Was versteht man unter einem Schröpfschnitt bei Blumenwiesen?
Der Schröpfschnitt ist ein Pflegeschnitt in jungen Wildblumenansaaten, der rasch auflaufendes Beikraut kappt, wenn es die erwünschten Keimlinge zu überwachsen droht. Beschrieben ist der erste Schröpfschnitt etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Dabei bleibt eine Höhe von 5 bis 6 cm stehen. Wächst das Beikraut nach, kann der Schnitt im Ansaatjahr noch ein- bis zweimal vor dessen Samenreife wiederholt werden, sofern die Jungpflanzen dabei geschont werden.
Wie wirkt sich der Mahdzeitpunkt auf die Pflanzenvielfalt aus?
Wird eine etablierte Wiese zu selten gemäht, kann das auf Dauer die Gräser fördern und die Blütenvielfalt verringern. Wie oft gemäht wird, richtet sich nach Wüchsigkeit und Standort, üblich sind ein bis drei Mähgänge im Jahr. Auf stärker wachsenden Wiesen kann das beginnende Verblühen der Margeriten den ersten Schnitt anzeigen. Wer zeitlich versetzt in Teilflächen mäht, erhält ungemähte Rückzugsbereiche für die Tiere der Wiese.
Welchen Einfluss hat nährstoffarmer Boden auf das Ökosystem Wiese?
Auf etablierten trockenen und nährstoffarmen Standorten unterstützt der Verzicht auf zusätzliches Wasser und Dünger konkurrenzfähige Wildblumenbestände. Deshalb wird eine artenreiche magere Blumenwiese nicht gedüngt, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Ist ein Standort wüchsig, kann regelmäßiges Abräumen des Mähguts bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken.
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